Chile _Argentinien Teil 3: Die Antarktis vom 24.02.2017 bis  06.03.2017

 Antarktis: Die Antarktis umfasst die um den Südpol gelegenen Land- und Meeresgebiete. Als geographisch-astronomische Zone wird sie durch den südlichen Polarkreis begrenzt und reicht somit vom Südpol bis 66° 33′ südlicher Breite. Die Antarktis wurde ab 1820 von verschiedenen Forschern und Seefahrern erschlossen. 1959 wurden im Antarktisvertrag Regeln für die friedliche Nutzung und Forschung der Polkappe aufgestellt.Der Festlandbereich der Antarktis bildet die größte Eiswüste der Erde.Die Antarktis als geografisch-astronomische Polarkreiszone polwärts von 66,6° südlicher Breite umfasst 21,2 Millionen km²; die Region bis 50° südlicher Breite ist 52 Millionen km² groß. Davon ist aber der größte Teil Ozean. Der Kontinent Antarktika ist mit fast 13,2 Millionen km² um etwa 2,7 Millionen km² größer als Europa. Die exakte Fläche des Festlandsbereiches ist nicht bekannt, weil große Teile der dauerhaften Eisbedeckung am Rande aus Scheffels bestehen, das Wasserflächen wie z. B. Meeresbuchten überdeckt.Die nächstgelegenen größeren Landmassen sind Feuerland an der Südspitze Südamerikas, das  Kap Agulhas in Südafrika sowie die Inseln Tasmanian und Neuseeland. Der antarktische Kontinent ist von einer riesige Packeiszone umgeben, in der sich wegen des sauerstoffreichen Wassers eines der üppigsten Ökosysteme der Welt entwickelt hat. In den Meeren wimmelt es von riesigen Schwärmen antarktischen  Krills und anderer Kleinkrebse. Dieser Krill bildet den Anfang der Nahrungskette für die zahlreichen Meeres- und Landtiere, wie Fische, Wale, Kalmare, Ohrenrobben, Seehunde, Pinguine und zahlreiche Meeresvögel. Auf dem antarktischen Packeis brüten zwei Pinguinarten: Der Kaiserpinguin und der Adeliepinguin. Unter den Robben, die in der Antarktis an Land gehen, sind vor allem die Weedelrobbe, der Krabbenfresser und der Seeleopard erwähnenswert. Im Sommer kommen noch mehr als 100 Millionen Zugvögel hinzu, die auf dem Packeis und den vorgelagerten Inseln brüten. Es wurde geschätzt, dass allein die Wale des Südlichen Ozeans etwa 55 Millionen Tonnen Tintenfische fressen, das entspricht etwa drei Viertel der Menge des Fischfangs der weltweiten Fischreiflotte. Nach fünf Jahren Verhandlungen einigten sich Ende Oktober 2016 im australischen Hobart in der „ Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis 24 Staaten und die EU auf eine Ausweisung des dann größten Meeresschutzgebiet der Erde, eine Fläche von 1,55 Mio. qkm (etwa die Fläche Deutschlands, Großbritanniens und Frankreichs zusammen) im Rossmeer, was als eines der letzten „unberührten“ maritimen Ökosystems gilt. Hier soll auf 1,12 Millionen Quadratkilometern 35 Jahre lang jegliche Fischerei verboten sein.

Am Abreisetag sind wir recht aufgeregt. Unsere Tasche ist schnell gepackt und ziemlich voll. Die geliehenen wasserdichten Thermohosen und Handschuhe, die wir bei Sarah, unsere Reiseagentin, kostenlos geliehen haben sind dann doch sehr voluminös. Nachmittags um 15.45 Uhr ist Treffpunkt vor dem Hafen. Von dort geht es dann mit Bussen direkt zum Schiff. Klar, sind wir schon um kurz nach 15.00 Uhr vor Ort, aber wir sind nicht die ersten.  Andere Reisende können es auch kaum abwarten in die See zu stechen. Kurz nach uns kommen dann auch Lena, Hermann und Henny und Michael. Die vier Deutschen haben wir schon letzte Woche kennengelernt. Wir klettern in den ersten Bus und hoffen, dass wir losfahren, sobald der Bus voll besetzt ist. Leider nein. Erst um 16.00 Uhr setzen sich die Busse in Bewegung Richtung Schiff. Die Ocean Endeavour wird nun für die nächsten 11 Tage unser Zuhause sein. Nach knapp 10 Minuten Fahrt erreichen wir das Schiff und werden von der Expeditionsleiterin Chelly herzlich  empfangen.  Kurz erklärt sie was wir nun zu tun haben und schon betreten wir das Schiff.

Überall stehen Mitglieder der Crew lächeln freundlich und heissen uns Willkommen.  Es gibt einen Begrüßungstrunk, jeder bekommt die Zutrittskarte zu seiner Kabine. Unsere „Superior“ Kabine ist mit 20 qm recht geräumig und wir haben sogar noch eine große Couch zum sitzen. Das Beste ist allerdings, dass unsere Kabine direkt unter der Brücke liegt und wir nach vorne hinausschauen und vier große Fenster unser Eigen nennen dürfen. Ein toller Blick, direkt aus der Kabine und von aussen kann auch niemand vorbei laufen. Wir lernen direkt Edwin von den Philippinen  kennen, er ist unser „Kabinensteward“ und super freundlich. Jeden Tag halten wir ein kleines Schwätzchen mit ihm. Aber nun wird es direkt Zeit  für den erste Programmpunkt  des Tages: um  17.00 Uhr ist ein Briefing für alle Gäste in der Nautilus Lounge anberaumt.  Chelly stellt uns ihr ganzes Expeditionsteam vor, das aus 29 Mitgliedern besteht. Einige Marinebiologen, Vogelkundler, Geologen, Gletscherspezialisten, Kajakexperten, Paddelboardspezialisten werden uns in den nächsten Tagen alles erklären was wir wissen wollen.  Dazu noch eine große Crew, die für unser leibliches Wohl zuständig ist.  Während dieser Versammlung fängt das Schiff schon an sich vom Pier zu lösen. Es geht los! Schiff Ahoi!  Die ersten Seemeilen führen uns durch den Beagelkanal. Bevor es zum gemütlichen Teil übergeht müssen wir noch ein paar Dinge erledigen. Da wäre zunächst die Sicherheitsübung, danach müssen wir zur Anprobe. Jeder Gast bekommt einen gelben warmen und wasserdichten Parker, den man auch nach der Reise noch behalten kann. Im sogenannten Mud Raum, der aussieht wie ein Umkleideraum in einer   Turnhalle, bekommt jeder Gast einen Spind, warme, wasserdichte Gummistiefel und eine Schwimmweste.

Das Boot hat Platz für ca 200 Gäste (ungefähr 190 Passagiere sind bei unserer Tour dabei) und wir werden in vier Gruppen a ca 48 Personen eingeteilt. Diese Aufteilung ist nun massgeblich für unser Land- und Seeausflüge in der Antarktis. Da wir sechs Deutschen gerne gemeinsam die Antarktis erleben wollen treten wir alle der selben Gruppe bei, ab sofort sind wir Mitglieder der Gruppe „Albatross“.  Nach dem dies alles erledigt ist wird es  auch schon Zeit für das Abendessen. Ein tolles Buffett ist aufgebaut, wir finden einen schönen Tisch mit Fenster und Vitali unser Kellner sorgt dafür, dass unseren Weingläsern der Inhalt nicht ausgeht.  Wir fühlen uns alle sofort wohl und bekommen das Lächeln die nächsten 11 Tage nicht mehr aus den Gesicherten raus. Die nächsten zwei Tage sind Seetage. Über Drakepassage machen wir uns auf den Weg in die Antarktis. Damit es uns alle nicht langweilig ist, gibt es ein ausführliches und lehrreiches Programm an Board. Pro Tag gibt es vier „Vorträge“ der Wissenschaftler an Bord  und wir erfahren fast alles über Pinguine, Seelöwen, Delphine, Wale, Eisberge, Gletscher. Dazwischen gibt es immer wieder etwas zu essen. Zumindest am ersten Seetag. Es ist bekannt das die Drakepassage oft mit stürmischer See aufwartet. So auch auf unserer Reise. Die Wellen erreichen 11 Meter und das Schiff neigt sich bis zu 25 Grad. Die Crew sagt es sei die unruhigste Überfahrt der Saison, ja und wir sind dabei. Am zweiten Tag schliesst das Restaurant es gibt von Morgens bis zum Abendessen Sandwich für alle. Es ist zu gefährlich für die KüchenCrew mit heissen Töpfen, Pfannen, Messern etc bei dem Wellengang zu hantieren. Von Pia und Holger haben wir Reisetabletten bekommen. Die wir auch brav nehmen und uns geht es die ganze Zeit richtig gut. Keine Spur von Seekrankheit. Die beiden Nächte sind etwas unruhig, da wir ziemlich im Bett hin und her gerollt werden. Am Abend des zweiten Tages erreichen wir eine ruhige Bucht, das Meer ist ganz ruhig und die Küche verwöhnt uns mit einem sechs Gänge Menü und Vitali mit dem passenden Wein. Wir sechs haben viel Spaß zusammen, es gibt viel zu erzählen, sind wir doch alle schon lange unterwegs und „Langzeitreisende“. Lena und Hermann mit dem Rucksack, Henny und Michael mit einem großen Expeditfahrzeug und wir mit unserem Womo.  Meist gehören wir zu den letzten Gästen, die das Restaurant abends verlassen.

Am Tag drei der Reise geht es nun endlich los. Wir und die anderen 46 Mitglieder der Gruppe Albatros sind die ersten die morgens gegen 8.00 Uhr im Mudraum bereit stehen müssen um in die Zodiacs zu steigen. In wasserdichter Thermohose, gelbem Parker, Schwimmwesten und schicken Gummistiefel warten wir auf das Ausbooten. Das funktioniert schnell und reibungslos. 10 Personen sitzen in jedem Zodiac.

Bei unserer ersten Fahrt bekommen wir eine kurze Sicherheitseinweisung und schon geht es los das kurze Stück zum Festland. Bei trockenem aber bewölkten Wetter machen wir unseren ersten Landgang und betreten antartkische

In der Antarktis dürfen immer nur 100 Personen gleichzeitig eine Insel betreten.  So dass zwei Gruppen immer an Land gehen und zwei Gruppen mit den Zodiacs die Tierwelt des Meeres und die Eisberge bewundern. Nach 1,5 bis 2 Stunden wird dann getauscht. Wir betreten als aller erste Paradise Harbour. Auf der Insel werden wir schon von einigen Mitgliedern des Expeditionsteams erwartet, es sind einige Wege absteckt, auf denen  wir laufen dürfen. Wir klettern bis hoch auf eine Anhöhe, nicht so einfach im Schnee und mit Gummistiefeln und geniessen den Blick von dort oben. Die ersten 20 Minuten sind wir nur zu sechst….. als dann die anderen Gäste nach und nach den Weg nach oben erklommen haben, gehen wir wieder abwärts und beobachten unsere ersten Antarktis Pinguine.

Nach 2 Stunden geht es wieder in das Zodiac und mit Mirko, einem Marinebiologen aus Polen, machen wir die erste Erkundungsfahrt zu den Gletschern und Eisbergen. Mirko hat viel Wissen und kann dies unterhaltsam vermitteln, dann plaudert er noch etwas aus dem Nähkästchen und lässt uns an seinen Erlebnissen in der Antarktis in den letzten Jahren teilhaben.

Kurz vor dem Mittagessen sind wir wieder an Bord. Wir tauschen die wetterfesten Klamotten gegen Jeans und Pullover und dann ist schon Zeit für das Mittagessen. Während dessen fährt unser Schiff das nächste Ziel an: Neko Harbour.  Bei der Nachmittagstour ist  „Albatros“ die letzte Gruppe, die in die Zodiacs steigt, so dass wir nach dem Essen noch Zeit für eine kurze Siesta haben. Doch dann gehts wieder rein in die warmen Klamotten, runter in den Mudraum, rein in Gummistiefel und Schwimmweste und ab in die Schlauchboote. Diesmal machen wir erst die Tour zu Wasser und sehen mit Sarah unserer Pilotin einen Leopard-Seelöwen, der einen Crabeater-Seelöwen gefangen hat und gerade verspeist.  Eigentlich eine etwas unappetitliche Sache, weil recht blutig, aber auch einmalig in der Natur  zu sehen.

Auch unsere Wissenschaftler sind ganz begeistert, holen ihre Kameras raus und sprechen noch am Abend von diesem Erlebnis.  Nach dieser Tour geht es wieder an Land und unzählige Pinguine laufen herum. Die Jungtiere haben noch flauschiges Gefieder und sind dabei es abzuschütteln, denn Ende März verlassen sie das Land und leben bis zum Herbst im Meer.  Ein Tier ist niedlicher als das andere und Birger macht unzählige Fotos.

Die nächsten vier Tage haben alle den gleichen Ablauf. Morgens und Nachmittags jeweils eine Tour, mal mit Land- und Zodiactour mal nur eine lange Zodiactour. Mit tollen Tier – und Naturerlebnissen.  Folgende Inseln haben wir besucht: Port Lockroy mit Museum und Postoffice, Petermann Island, Pleneau, Cierva Cove, Spert Island, Despection Island, Whalers Bay, Half Moon Island. Das Wetter spielt super mit, jeden Tag klarer blauer Himmel, Sonnenschein und sogar leichte plus Temperaturen. Abends haben wir zu sechst viel Spaß, sehen beim Abendessen Wale und Delfine am Boot vorbei schwimmen und geniessen tolle Sonnenuntergänge. Der Chefkoch lässt sich immer neue Dinge einfallen und anderem einen tollen Grillabend bei Minustemperaturen und Sonnenschein auf Deck.  Ansonsten lassen wir nun lieber die Bilder sprechen!

Den zweitägige Rückweg von der Antarktis durch die Drakepassage konnten wir bei ruhiger See und gutem Wetter geniessen. Da wir gut im Zeitplan waren, machte der Kapitän mit uns noch einen Abstecher zum Kap Horn. Bis auf zwei Seemeilen durften wir uns dem Kap nähern.

Mit einer Träne im Knopfloch verabschieden wir uns in Ushuaia von der Crew, dem Expeditteam und unseren lieb gewonnenen Mitreisenden. Diese 11 Tage waren ein wirklich einmaliges Erlebnis, wir werden es nie vergessen!

 Fazit: Die Antarktis zu sehen und das im Sonnenschein und blauem Himmel war ein Genuss. Ein oder vielleicht das Highlight der Reise ( neben Galapagos).  Tolle Menschen haben uns auf der Reise begleitet, die Natur hat uns wieder neue Seiten gezeigt, die uns total begeistert haben.  Es ist schwierig diese Reise, die Erlebnisse und die Bilder in Worte zu fassen.

 

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One thought on “Antarktis

  • Gratulation 10. Mai 2017 at 07:50

    Hallo!
    Gratulation zu Eurem Erreichen des Reisezieles! Wow – einmal von Nord nach Süd inkl. vieler Abstecher und Extrarunden. Eine tolles Abenteuer und eine unvorstellbare Erfahrung die ihr da gemacht habt.

    Wieviele km hat euer Womo nun drauf?

    Und Euer „Ausflug“ zur Antarktis hat dem allen ja noch einen draufgesetzt!

    Die Bilder aus Argentinien und aus der Antarktis waren atemberaubend! Ihr beide seit echt zu beneiden.

    Egal wohin euch nun eure Reise weiterführt oder was auch immer ihr macht wünschen wir Euch Alles Gute!

    Lg aus Leobendorf

    Birgit & Roland

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