Argentinien und Uruguay

von Christiane

Argentinien und Uruguay vom 30.12.2017 bis 14.01.2018

Argentinien liegt im Süden von Südamerika. Es grenzt im Norden an Bolivien, im Nordosten an Paraguay, im Osten an Brasilien, im Südosten an Urguguay und im Westen an Chile. Der Landesname leitet sich von der lateinischen  Bezeichnung für Silber – argentum – ab und stammt aus der spanischen Kolonialzeit, als man hier Edelmetalle zu finden hoffte. Bis zu seiner Unabhängigkeit 1816 war es Teil des spanischen Kolonialreiches. Politisch ist Argentinien eine präsidentielle Bundesrepublik, in der die einzelnen Provinzen weitreichende Kompetenzen innehaben. Mit einer Fläche von knapp 2,8 Mio. km² ist Argentinien der achtgrößte Staat der Erde und der zweitgrößte des südamerikanischen Kontinentes. Im Hinblick auf die Einwohnerzahl steht es mit rund 44 Millionen Einwohnern in Südamerika an dritter (nach Brasilien und Kolumbien) und in ganz Amerika an fünfter Stelle. Etwa ein Drittel der Bevölkerung konzentriert sich im Ballungsraumes der Hauptstadt  Buenos Aires,  die als bedeutendes Kulturzentrum Amerikas gilt, in dem unter anderem der Tango Argentino seinen Ursprung hat. Weitere Ballungszentren bilden die Städte  Cordoba, Rosario, Mar de Plata, und Mendoza. Große Teile des trockenen und kalten Südens sind dagegen nur sehr dünn besiedelt. Mehr als 90 % der Bevölkerung stammen nach der offiziellen Statistik von eingewanderten Europäern ab, hiervon etwa 36 % von Italienern, circa 29 % von Spaniern und etwa 3–4 % von Deutschen. Wirtschaftlich spielen traditionell die Landwirtschaft, Viehzucht und der Rohstoffabbau eine große Rolle. Bis etwa 1950 war Argentinien eines der reichsten Länder der Erde, dann sorgte der herrschende  Peronismus für einen  staatlich gelenkten  Industriesektor und das Wohlstandsniveau sank in der Folge auf ein mittleres Niveau ab. Erst in den 1990ern fand eine Umkehr dieser Politik statt und die verarbeitende Industrie sowie der Dienstleistungssektor konnten sich marktwirtschaftlich entfalten.

Am frühen Nachmittag kommen wir auf dem kleinen Camping und Cabanas Platz Ma-Ri an. Der Platz liegt nur 15 Kilometer entfernt von den Iguazu Wasserfällen, hat einen Pool und man kann im Schatten unter Bäumen campen. Es gibt auch Platz für uns. Das Eigentümerpaar ist super nett und freundlich und wir fühlen uns direkt wohl. Wir lernen Bettina und Uwe aus München kennen, die beiden sind  mit einem Toyota unterwegs. Okay, sie sind mal wieder unterwegs. Die letzten zehn Jahren haben sie  fast die ganze Welt bereist und wir sind begeistert an ihren Erlebnisse aus Asien teilhaben zu können. Das Wifi auf dem Platz ist sehr gut, der Pool angenehm kühl und so lässt sich die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit gut ertragen. Abends sitzen wir zu viert zusammen bevor sich unsere Wege am nächsten Tag schon wieder trennen.

Der nächste Tag ist Silvester und wir machen uns schon morgens um kurz nach 7.00 Uhr auf den Weg zu den Wasserfällen. Mit dem öffentlichen Bus sind wir in 20 Minuten am Eingang. Um 7.45 Uhr macht die Kasse auf und um 8.00 Uhr ist Einlass. Hier auf der argentinischen Seite der Fälle wird man mit einer kleinen Bahn durch den Nationalpark gefahren. Auch sie hält an zwei verschiedenen Stellen. Vom Eingang aus die erste Station ist der Anfangspunkt für die verschiedenen Rundwanderwege an den Fällen entlang, der zweite Halt ist der Ausgangspunkt um einen 1,3 km langen sehr schönen Weg zum Garganta del Diabolo zu gehen. Da wir den ersten Zug des Tages erwischen, beschliessen wir erst einmal zum Diabolo zu fahren, wir wissen das die Plattform nicht überdimensional groß ist und mit jedem Zug, der dort ankommt, werden mehr Menschen die Aussicht von dort geniessen wollen. Der Zug hält und wir laufen zügig mit den anderen Besuchern Richtung Diabalo.  Wow! Was für ein toller Anblick wie die Wassermassen hier im Kreis herunterstürzen. Der Wind steht günstig, so werden wir von der Gischt nicht nass. Nach einer halben Stunde räumen wir den Platz, wir haben unsere Fotos gemacht und den Blick genossen, der nächste Zug ist wohl angekommen und es wird voller.

Entspannt laufen wir den Weg über die Stege zurück zur Bahn. Unterwegs entdecken wir Schildkröten im Wasser, dicke Fische im Wasser und ein Bienennest im Baum. Hatte ich erwähnt, dass wir tolles Wetter haben, Sonne, ein paar Wolken, die hin und wieder Schatten spenden?!

Mit der Bahn fahren wir nun zur „Mittelstation“. Von hier gehen einige Rundwege los. Wir starten mit dem Circuito Superiro. Auf ca 2 km Strecke haben wir immer wieder neue tolle Blicke auf die Fälle, wir sind begeistert. Und wir sind an einigen Aussichtspunkten und Plattformen sogar alleine. Es ist ruhig man hört viele Vögel und das Rauschen des Wassers. Es ist sehr  warm und schwül, wir trinken viel Wasser und stärken uns für den nächsten Rundweg. Der nächste Rundweg „Circuito Inferior“ ist gerade recht wenig besucht und wir genießen die Ruhe und die tollen Aussichten auf die Fälle!

Nach ca fünf Stunden verlassen wir den Park, zufrieden, verschwitzt und beeindruckt von den zweitgrößten Wasserfällen der Welt. Ein toller Jahresabschluss für 2017. Den Nachmittag verbringen wir im erfrischenden Pool und lassen das Jahr bei einem schönen Abendessen und gutem Wein ruhig ausklingen. Am nächsten Morgen machen wir uns startklar für die nächste Strecke. Als Birger jedoch das Womo starten will, gibt das keinen Ton von sich. Na, toll, das neue Jahr beginnt ja bescheiden. Wir messen die Batterie, die Werte scheinen in Ordnung. Schnell ist die erste helfende Hand zur Stelle, ein Schwede, der in Argentinien wohnt, englisch spricht und sagt er hätte etwas Ahnung von Autos. Er vermutet es seinen wohl irgendwelche Sicherungen defekt. Während er und Birger die Bedienungsanleitung nach mehr Infos durchsuchen, hole ich mal unser nagelneues, nie benutztes Starterkabel aus der Ecke. Dann spreche ich mit der netten Campingplatzlady über einen Mechaniker. Ja, sie kennt einen, aber heute sei auch in Argentinien Feiertage und alles geschlossen. Etwas später steht ihr Mann neben mir.  Und in einem Mischmasch mit Händen, Füssen und Spanisch, fragt er, ob wir gestern auch Probleme mit dem Auto gehabt hätten. Ich verneine. Wenn es so sei, sei unsere Batterie kaputt. Er würde sein Auto holen und uns beim Starten helfen. Er holt sein Auto, ich packe das Starterkabel aus , er schliesst alles zusammen und siehe da, zwar etwas zögerlich, unser Auto startet. Wir lassen den Motor etwas laufen und Roberto schreibt uns zwei Adressen auf, wo wir am nächsten Tag eine neue Batterie kaufen können. Ganz „spontan“ entscheiden wir uns noch eine Nacht bei den beiden netten Leuten zu bleiben. Per Internet machen wir uns schlau was beim Kauf einer neuen Batterie zu beachten ist und planen die nächsten Schritte der Reise. Am Nachmittag gibt es ein wahnsinniges Gewitter, es regnet heftig, der Platz steht unter Wasser, ein Blitz zerstört einen Stromkasten. Kein Internet mehr. Wir kochen gemütlich, spielen etwas , lassen den Motor noch mal laufen und geniessen eine kühle erholsame Nacht. Am nächsten Morgen springt unser Auto von alleine an und wir machen uns auf den Weg eine Batterie zu kaufen. Die ersten beiden Läden haben keine passende Batterie, der dritte Laden hat eine Batterie kann uns aber nicht ganz genau alle Werte der Batterie sagen. Wir sind skeptisch, fragen nach einem anderen Laden, bekommen nur ein Schulter zucken. Wir gehen zurück zum Auto, dass wir die ganze Zeit nicht aus gemacht haben. Da  folgt uns ein anderer Kunde und erklärt uns auf Englisch den Weg zu einem großen Laden, der nur Batterien hat. Batteria Jost. Die Wegbeschreibung ist einfach, doch wir finden den Laden nicht. Nachdem wir dreimal bei Passanten gefragt habe, über unzählige Bodenschweller geschlichen sind, stehen wir in einem Wohngebiet vor einem kleinen Batterieladen. Der  Laden heisst nicht Jost, aber wir beschließen mal zu fragen. In dem Moment stellt Birger aus Versehen den Motor aus. Nix geht mehr. Jetzt muss eine Batterie her. Der Inhaber des kleinen Geschäftes ist erst etwas kühl. Hat aber die richtige Batterie und macht sich direkt an den Einbau. Er wird lockerer, als er merkt, dass unser spanisch nicht so gut ist und wir eigentlich ganz freundliche und umgängliche Menschen sind. Er erklärt uns was er macht, zeigt uns die Daten der Batterie und auf meine Fragen, die er geduldig versucht zu verstehen, antwortet er langsam und in einfachen Worten. Geht doch. Die Batterie ist nicht günstig, alle haben uns geraten rüber nach Brasilien zu zu fahren, dort ist es günstiger… aber wir haben an die langen Wartezeiten gedacht….. und zahlen etwas mehr. Mit neuer Batterie gehts los, wir stürmen noch kurz einen Supermarkt und machen uns sofort auf den Weg nach El Sorberio. Dort wollen wir nämlich Cordula und Bernd treffen. Die beiden Kieler haben wir schon öfter on the road und auch in Deutschland getroffen. Wir fahren uns entgegen und haben schließlich einen Treffpunkt gefunden, der allen passt. Die Strassen sind gut, wenig Bodenschweller und nach vier Stunden erreichen wir unser Ziel. Schon im Ort sehen wir das Kieler Fahrzeuge. Die beiden sitzen gerade in der Touristeninfo. 60 km vom Ort entfernt gibt es die längsten Wasserfälle der Welt. Sie sind drei Kilometer lang und nie höher als 10 Meter, eher niedriger. Bei Hochwasser gibt es keine Fälle, weil dann der Fluss zu nah an die Felskante kommt, so dass es keine Gefälle mehr gibt. Wir hatten schon unterwegs bei eine Info gefragt, sie hatten gesagt es gibt wegen des vielen Regens keine Wasserfälle zu sehen. Das bekommen wir hier ähnlich  auch zu hören, auch sei der Nationalpark gesperrt, aber von einer Lodge vor dem Park gibt es evt. noch Bootstouren. Naja, es gibt ja viel zu erzählen und wir fahren erst einmal zum ausgesuchten Campingplatz. Der liegt sehr schön, oberhalb des Flusses und nach etwas schauen, findet jedes Auto seinen Platz. Wir etwas oberhalb, die beiden mit ihrem 4×4 unten auf einer schönen Wiese. Den Nachmittag verbringen quatschend im super schönen Pool mit Flussblick und der Abend wir lang. Soviel gibt es seit dem letzten Treffen im Oktober in Deutschland zu erzählen.

Am nächsten Morgen fahren wir zum Nationalpark. Der Weg führt vorbei am Regenwald, es gibt ein paar schöne Aussichtspunkte mit Blick auf Wald und Fluss. Cordula und ich sitzen hinten im Kieler Fahrzeuge und nutzen die Zeit zum klönen. Irgendwann geht es nicht weiter, die Strasse ist wegen Überschwemmung gesperrt. Okay, wir sehen ein, dass wir nicht in den Nationalpark hineinkommen. Wir fahren zur nahegelegenen Lodge. Bootstouren gibt es dort heute auch nicht, aber einen kurzen Wanderrundweg. 2 km, 2 Stunden. Es geht auf und ab, durch den schattigen Wald, die Luftfeuchtigkeit ist sehr  hoch, uns läuft das Wasser den Rücken runter. Vorbei gehts an zwei Wasserfällen über zwei Brücken rüber, viele bunte Schmetterlinge begleiten unseren Weg. Nach 1,5 Stunden sind wir am Auto zurück und freuen uns auf den Pool auf dem Campingplatz.

Der Abend ist gemütlich und die Themen sind endlos. Schweren Herzen müssen wir uns verabschieden. Die beiden fahren nach Brasilien und wir sind auf dem Weg zurück nach Uruguay. Mitte Januar geht unser Flug nach Hause. Aber Mitte Februar wollen wir unsere Reise in Südamerika schon wieder fortsetzten. Unser nächster Stop ist in San Ignazio. In diesem kleinen Ort gibt es eine Ausgrabungsstätte. Eine alte Mission von Jesuiten wurde hier von Archäologen ans Tageslicht befördert.  Hier haben sich um 1650   Jesuiten niedergelassen und haben ihr  bis ca 1767gewohnt. Die Siedlung hatte bis zu 4000 Einwohnern. 1941 wurde damit begonnen die Siedlung wieder freizulegen. Am Nachmittag schauen wir uns die Stätte an. Leider ist nicht soviel beschriftet.  Die ehemalige Kirche ist in ihren Grundmauern noch gut erhalten, so wie einige Nebengebäude. Das Thermometer zeigt 32 Grad an. Nach einem kurzen, späten Mittagessen flüchten wir in den großen kühlen Pool unseres Hostels, auf dessen Parkplatz wir übernachten können.

Am nächsten Tag können wir im Ort Posada an einer Gastankstelle unseren Gastank auffüllen. Zunächst sah es so aus, als ob unser Adapter hier zum ersten Mal nicht passen würde und der nette Tankwart schaute schon nach einer alternative, bis uns einfiel, dass wir noch andere Adapter haben. Einer passte und nach 10 Minuten war unser Gastank voll. Die folgende Strecke an der Grenze zwischen Brasilien und Argentinien nach Uruguay runter ist eher trostlos. Es gibt keine Sehenswürdigkeiten. Wir entscheiden uns einen langen Fahrtag ein zulegen.  540 km fahren wir an diesem Tag und übernachten an einem Thermalbad. Es ist eine sehr großes Areal, mit Bungalows, Hotel, Campingplatz,  Restaurant, Geschäften und einem Immobilienbüro.  Wir campen ganz alleine unter Bäumen im Schatten und probieren die Therme aus. Doch bei 37 Grad Lufttemperatur ist 39 Grad warmes Wasser keine Erfrischung. Wir verziehen uns zu unserem schattigen Wohnmobil. Abends kühlt es angenehm ab und wir freuen uns auf erholsamen Schlaf. Der wird je gegen Mitternacht unterbrochen, als zwei Herren bei uns anklopfen. Sie entschuldigen sich brav für die Störung und reden auf uns ein. Mitten aus dem Tiefschlaf gerissen, sind wir erst mal nicht so aufnahmefähig. Nach einiger Zeit verstehen wir, dass sie unser Eintrittsticket fürs Campen sehen wollen. Etwas erstaunt, das die beiden, die nicht wie Wachleute aussehen dies  mitten in der Nacht sehen wollen, zeigen wir das Gewünschte. Die Herren sind zu frieden und verlassen den Campingbereich. Nachdem wir uns von der Unterbrechung erholt haben, schlafen wir weiter. Am nächsten Tag sind es noch  knapp 100 Kilometer bis zur Grenze nach Uruguay. Im letzten größeren Ort auf argentinischer Seite tanken wir das Auto noch voll und gehen einkaufen ( zumindest all die Sachen, die man mit über die Grenze nehmen darf), denn in Uruguay ist alles etwas teurer. Zwischen Uruguay und Argentinien gibt es nur eine Grenzkontrollstation. Eine Beamtin stempelt die Ausreise aus Argentine und auch gleichzeitig die Einreise nach Uruguay in unsere Pässe. Für unser Auto ist sie nicht zuständig. Wir gehen einen Schalter weiter, zwei Herren stehen vor uns, der Schalter ist nicht besetzt. Birger schaut ob wir richtig sind und trifft einen netten älteren Beamten. Der organisiert einen Kollegen, der den beiden Herren vor uns signalisiert zu warten und mich direkt an seinen Schreibtisch winkt. Ich setze mich neben ihn an den Computer, er ruft das entsprechende Formular auf den Bildschirm auf und gemeinsam füllen wir es aus. Adresse und Name soll ich selber eingegeben. Schnell ist das Papier gedruckt und unser Auto hat wieder ein „Visum“ für ein Jahr in Uruguay. Nun müssen wir noch unser TIP vom Auto für Argentinien los werden, damit die Argentinier wissen, dass unser Auto das Land verlassen hat. Keiner möchte das Papier haben. Jeder schickt uns wo anders hin. Schließlich ist ein junger Mann der letzte in der Kette und erbarmt sich unsers TIP. Mit dem Womo fahren wir nun durch die Kontrolle. Der nette ältere Mann vom Beginn kommt ins Auto, stellt fragen nach „verbotenen“ Lebensmitteln (Fleisch, Obst, Gemüse, Käse) und ich verneine alles. Er ist zufrieden, lässt sich noch zwei Schränke und den Kühlschrank öffnen und winkt uns durch. Dann fällt ihm noch was ein. Er erklärt mir etwas, ich verstehe nix. Es geht um eine Durchfahrt, die sehr hoch ist und wir brauchen ein Papier. Ich denke an unseren TIP. Nein, etwas anderes. Ich  soll ihm folgen. Auf dem Weg in ein anderes Büro, versuchen wir etwas Konversation. In dem Büro redet er mit dem Beamten, der druckt einen Beleg mit Strichcode aus und Juan mein Begleiter, stellt sich an eine Wand und erklärt mir pantomimisch, das ich an der hohen Durchfahrt den Beleg in einen Automaten( er „steckt“ das Papier in ein fiktiven Schlitz in der Wand) stecken soll mit dem Strichcode nach oben. Ohne den Beleg müsste ich zahlen, wie die LKWs. Ach, so! Super freundlich, dass er daran gedacht hat. Zurück am Auto hat Birger mich schon vermisst, er hat nicht mitbekommen wohin ich gegangen bin und sich gesorgt. Mit freundlichen Umarmungen und Küsschen auf die Wangen verabschiede ich mich von den liebenswürdigen Beamten. Nun betreten  wir wieder uruguayischen Boden. Im nächsten Ort müssen wir Geld wechseln, stärken uns beim Bäcker und beschliessen bei der Hitze doch nicht mehr so weit zu fahren. Die Termas Guaviyu sind unser Ziel. Für ca 20 Euro inclusive Eintritt in die Therme darf man hier campen. Als wir die ersten Camper auf einer Wiese stehen sehen, sind wir wenig begeistert. Viele Camper auf einer Wiese, viele Menschen, viele Lautsprecher, viel Musik. Ziemlich laut. Klar, es ist auch Samstag und auch noch Ferienzeit. Wir lassen das Auto stehen und erkunden den Platz zu Fuss. Dann sehen wir, dass das Areal wirklich riesig ist und wir einfach nur 800 Meter weiter fahren müssen. Unter einem Baum umringt von wenig Nachbarn finden wir ein schattiges Plätzchen. Ein Nachbar hat wirklich gute Musik laufen, wir sitzen im Schatten, hören seine Musik und trinken ein Glas Wein. Am nächsten Tag starten wir die Zieletappe. 330 Kilometer liegen vor uns, die Strasse Routa 3 ist in einem guten Zustand und wir kommen zügig voran. Dann müssen wir die Routa 3 verlassen und die nächsten 60 km gehts es über eine Strasse, die nur aus Teerflicken besteht. Aber nach knapp einer Stunde haben wir auch diese hinter uns gelassen. Aber frei nach der Devise „Schlimmer geht immer“ ist die Route 2 , die uns direkt wieder zu unserem Campingplatz bei Rolf beim Hotel Granja Suizo führen soll. Die Strasse ist auf den letzten 30 km reine Baustelle und besteht nur aus Waschbrett-Wellen. Das ganze Auto klappert und wir werden ordentlich durchgeschüttelt. Die Strasse, die uns erlösen soll scheint gesperrt zu sein. Das einzige was wir auf dem Schild verstehen ist, dass es eine Brücke gibt die „no pasar“ nicht passierbar ist. Egal, bevor wir weiter geschüttelt werden, versuchen wir mal den Weg. Einige Autos kommen uns entgegen, das macht Hoffnung. Die Brücke ist auch passierbar und ich versuche die fehlenden Worte  mit Hilfe eines Wörterbuches zu übersetzen „Wenn die Brücke überschwemmt ist, darf man sie nicht passieren“. Okay, wieder einige Vokabeln dazu gelernt. Wir kommen im Hotel Suizo an, es ist schön wieder  hier bei Rolf zu sein. Unter den Bäumen finden wir einen schönen Platz, gehen abends lecker in seinem Restaurant Steak essen. Am nächsten Tag fahren wir  noch schnell einkaufen, tanken und zum Geldautomaten. In der hier üblichen Schlange vor dem  Geldautomaten spricht uns eine Frau an. Die üblichen Fragen werden beantwortet und sie findet unser Womo so schön. Sie wartet extra auf uns um noch mit uns und dem Womo Fotos zu machen. Zum Abschied strahlt sie uns an, drückt und herzt uns ganz doll und wünscht uns eine tolle Reise. Die nächsten Tage bis zur Abfahrt nach Deutschland nutzen wir um im Internet einige Sachen zu erledigen, das Womo zu reinigen, unsere Sachen zu packen, im Pool zu liegen und mit den Nachbarn zu schwatzen.

Die Nachbarn sind Charlotte und Harry aus der Nähe von Würzburg. Die beiden hatten ihren großen MAN bei Rolf für acht Monate abgestellt, waren wie wir von der Beschlagnahmeaktion des uruguayischen Zolls betroffen und wollen nun endlich wieder los. Die gemeinsame Wellenlänge stimmt auf Anhieb und wir verstehen uns sehr gut.  Die beiden haben etwas Pech, bei ihrer ersten Fahrt zum Supermarkt macht ihr Auto merkwürdige Geräusche, andere Camper schleppen sie in eine Werkstatt ab. Dort wird ein totaler Motorschaden festgestellt. Sch…! Aber die beiden lassen sich nicht unterkriegen. Unser kleines Problem mit unserem Stromanschluss ist dagegen nicht der Rede wert. Irgendwie bekommen wir im Womo keinen Strom, wenn wir an der externen Steckdose angedockt sind. Als Rolf vorbei kommt, stehen wir gerade mit einigen Fragezeichen im Gesicht mit unseren vielen Kabeln vor dem Womo. Rolf fragt was los ist, wir fragen ob er uns vielleicht einfach ein neues Verlängerungskabel im Ort organisieren kann. Klar kann er, aber in Uruguay repariert man Dinge bevor man sie erneuert. Er nimmt die ganzen Kabel mit und 15 Minuten kommt er mit unserem reparierten Kabel zurück.  Als gelernter Elektriker war der Kabelbruch für ihn schnell zu beheben. Danke schön! Ich revanchiere mich und biete ihm an seine Speisekarte noch einmal ins Englische und Deutsche zu übersetzten. Am letzen Abend laden Charlotte und Harry uns zum Abendessen ein. Beim Essen erfahren wir, dass wir gerade Harrys Geburtstag feiern! Am nächsten Tag verabschieden wir uns und sind uns sicher, dass wir uns wo auch immer Wiedersehen. Mit Bus und Fähre fahren wir von Uruguay nach Buenos Aires. Eine Nacht verbringen wir in der argentinischen Hauptstadt bevor wir am nächsten Tag in den Flieger steigen und zurück nach Deutschland fliegen. Aber diesmal soll es ein kurzer Besuch in der Heimat werden. Einige Sachen müssen erledigt werden und dann soll es nach vier Wochen wieder zurück nach Uruguay gehen!  Hoffentlich kommt diesmal nicht wieder was dazwischen.

Fazit: Die Wasserfälle von Iguazu waren ein Highlight und ein toller Jahresabschluss 2017. So entspannt hatten wir uns den Besuch dieser beindruckenden Fälle nicht vorgestellt. Dann war es sehr schöne alte Freunde wiederzusehen und neue Bekanntschaften zu schliessen. Mit einem kleinen weinendem Auge lassen wir unser Womo wieder stehen und freuen uns, dass wir uns entschieden haben unsere Reise durch Südamerika noch bis mindestens Mitte 2018 fortzusetzen.

 

Dieser Beitrag gehört zu Argentinien 2018, Reiseberichte, Südamerika

One thought on “Argentinien und Uruguay

  • Gerhard Rubner 28. Februar 2018 at 23:29

    Hi Birger Und Christiane
    wie immer tolle Berichte und Super Bilder, freuen uns schon mehr von euch zu lesen/sehen.
    liebe Grüße
    Latifa & Gerhard

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