Buenos Aires und Uruguay

von Christiane
01. Buenos Aires und Uruguay vom 10.11.2017 – 07.12.2017

 Uruguay:  Das Land hat eine Fläche von 176.215 qkm und eine Einwohnerzahl ca 3,3 Mio. Davon leben ca die Hälfte der Menschen in der  Hauptstadt Montevideo. Die auch gleichzeitig die wichtigste Hafenstadt des Landes ist. Uruguay liegt  im Südkegel von Südamerikas. Es ist das kleinste spanischsprachige Land in Südamerika.  Uruguay grenzt im Norden an Braslilien, im Osten an den Atlantischen Ozean im Süden an den Rio de la Plata und im Westen an Argentinien.Nach der Ankunft europäischer Siedler entwickelten sich die von den Spaniern ausgesetzten Pferde und Rinder auf den weiten Grasfluren der Pampa zu großen Herden, die die Grundlage für den wirtschaftlichen Reichtum des Landes bildeten. Uruguay gehört heute zu den stabilsten, demokratischsten und wohlhabendsten Ländern in Lateinamerika. Uruguay ist relativ arm an Bodenschätzen, verfügt über keine eigenen Erdölvorkommen, und auch Minerallagerstätten sind nur vereinzelt anzutreffen. Ethnisch setzt sich die Bevölkerung aus Nachkommen europäischer Einwanderer (88 Prozent), Mestizen(8 Prozent) und Nachkommen afrikanischer Sklaven (4 Prozent), die hinsichtlich Uruguay je nach Quellenlage überwiegend aus dem Gebiet des heutigen Angola oder den Bantu-Gebieten Ost- und Zentralafrikas und dem Senegal, Guinea, Gambia, Sierra Leone sowie dem heutigen Ghana stammten, zusammen. Die europäischen Einwanderer kamen aus Spanienund zu einem großen Teil auch aus Italien, darüber hinaus auch aus Kroatien sowie deutschsprachigen Ländern. Uruguay hat eine Marktwirtschaft die mit einem sehr großen staatlichen Sektor ausgestattet ist – 25 Prozent aller Arbeitnehmer arbeiten im öffentlichen Bereich. So betreibt die Regierung Monopolunternehmen wie die staatliche Eisenbahn, die Energieversorgung, das Telefonwesen, die nationale Fluggesellschaft und die staatlichen Rundfunkgesellschaften. Anders als seine Nachbarn hat Uruguay erst kürzlich mit der Privatisierung des Staatseigentums begonnen. Die Wirtschaft Uruguays beruht auf relativ soliden Fundamenten, jedoch ist das kleine Land anfällig dafür, in Wirtschaftskrisen der größeren Nachbarn Argentinien und Brasilien hineingezogen zu werden. Zudem ist Uruguay bei ausländischen Investoren eher unbekannt. Die uruguayische Wirtschaft stützt sich maßgeblich auf die Landwirtschaft insbesondere die Viehzucht. In der Industrie ist vor allem die Lebensmittelerzeugung bedeutend.

Wir müssen bei diesem Bericht etwas weiter ausholen. Im März haben wir unser Womo in Uruguay abgestellt  um per Kreuzfahrtschiff nach Hause zu fahren. Uruguay ist eigentlich „das“ Land in Südamerika in dem Langzeitreisende ihr Auto für längere Zeit abstellen, denn man darf das Auto ein Jahr im Land belassen, auch wenn man selber nur ein Visum für drei Monate bekommt. Es gibt verschiedene Plätze auf denen man sein Auto sicher und beaufsichtigt gegen ein kleines Entgelt stehen lassen kann.  Wir haben uns für das Hotel Suizo  im Ort Nueva Helvetia entschieden. Eine sehr gepflegte Hotelanlage mit großer Parkanlage und auch das campen unter den großen Bäumen macht Spaß. Rolf der Eigentümer und seine Familie sind sehr herzlich,  Rolf spricht deutsch und in seinem Restaurant kann man richtig gut essen. Mit uns standen schon bestimmt 20 andere Fahrzeuge auf seinem Grundstück, deren Besitzer dem Winter in Uruguay entflohen sind und den Sommer in ihrem europäischen Heimatland verbringen wollen.  Es war genau Mitte September als wir eine Email von Rolf bekamen, unser Fahrzeug und die anderen 16 Fahrzeuge auf seinem Grundstück seien vom Zoll beschlagnahmt worden, wir sollten schnellst möglich kommen. Das Email ist in drei Sprachen verfasst, per Google-Translater und an alle FahrzeugEigentümer gegangen. Panikgefühle übermannen uns. Wir rufen Rolf in Uruguay an um mehr Informationen zu bekommen. Die Fahrzeuge stehen weiterhin bei ihm auf dem Platz, er hat verhindert, dass der Zoll alle Fahrzeuge mit nimmt. Der Zoll ist der Meinung, wir dürfen das Land nicht ohne unsere Autos verlassen, er hat einen Anwalt eingeschaltet und wir sollten erst noch in Deutschland bleiben, bis er mehr weiss. Die Türen aller Fahrzeuge sind mit Klebeband gesichert:

Ausserdem sei ein deutscher Fahrzeugeigentümer schon vor Ort. Frank und Sharon sind an dem Nachmittag aus dem Heimaturlaub zurückkehrt, als morgens  der Zoll die Fahrzeuge beschlagnahmt hat. Ich frage Rolf, was kann denn als Schlimmstes passieren? Die Antwort: Das Auto bleibt beschlagnahmt und wird vom Zoll dann versteigert. Mein Mut sinkt.   Die nächsten Wochen stehen wir im Kontakt mit Rolf und Frank,  es gibt verschiedene Termine vor Ort mit Richter, Staatsanwalt und Zoll. Die Termine werden gesetzt, verschoben, erneuert. Andere Reisende sind mittlerweile auch vor Ort bei den Autos. Rolf bittet uns erst zu kommen, wenn die Fahrzeuge frei sind, dass dies geschehen wird ist mittlerweile sicher nur es dauert etwas. Die selbe Info bekommen wir von den anderen Fahrzeugeigentümer vor Ort auch. Leider sind auch die abgestellten Fahrzeuge auf einem weiteren  Platz beschlagnahmt worden, insgesamt ca 40 Reisemobile. Die Anwälte beider Plätze arbeiten eng zusammen. Die deutsche Botschaft in Montevideo wird auch eingeschaltet, gibt eine Liste von Anwälten raus und den Kommentar, dass sei ein privates Problem, sie könne nicht helfen. Danke, auch! Die Gerüchteküche in der Community der Reisenden die in Südamerika unterwegs sind brodelt und wir bekommen viele emails mit gut gemeinten Ratschlägen, Trost und auch haufenweise Gerüchte.  Da der Zoll die Beschlagnahme offiziell auf seiner Homepage dokumentiert hat und mit Fernsehen und Presse vor Ort war ist alles kein Geheimnis.

Mitte November  halten wir es Deutschland nicht mehr aus, das Wetter wird schlechter und wir haben nichts mehr zu tun und ein angeblich letzter Gerichtstermin steht in Uruguay bevor. Wir entscheiden uns nach Buenos Aires zu fliegen und von dort weiter nach Uruguay zu reisen. Auf dem Weg zum Flughafen in Hamburg erhalten wir die Nachricht der Gerichtstermin hat sich um eine Woche verschoben. Gut, mal wieder!  Wir freuen uns trotzdem, dass es bei uns wieder los geht und beschliessen uns etwas länger in Buenos Aires aufzuhalten. Insgesamt bleiben wir 11 Tage in der argentinischen Hauptstadt und erkunden alles sehr genau.Zunächst nehmen wir an einer Free-Walking-Tour teil und lassen uns entspannt ein paar historische Gebäude, politische Fakten und Hintergründe erklären.

Sonntags besuchen wir auf der Avenue Defensa einen ca 2 km langen Künstlermarkt, der sowohl von Einheimischen als auch von Touristen besucht wird.

Der Markt endet auf der Plaza Derrego, dort gibt es viele Kneipen und Restaurants mit Tanzvorführungen aber es werden auch  zwei kleine Tanzvorführungen im freien angeboten. Wir setzen uns auf eine Steinmauer und schauen den Tangotänzern zu.  Ein entspannter Urlaubstag.

Eine weitere Tour Free-Walking-Tour führt uns in den Stadtteil Recolate, Prachtbauten im französischen Stil und wilde Familiengeschichten und Intrigen  aus der damaligen Zeit machen die Tour sehr unterhaltsam.

Die Stadt ist groß und so buchen wir noch ein zwei Tagesticket für den hopp on-hopp off Sightseeing Bus. Es gibt nicht nur schöne Ecken, wie in jeder Stadt aber den Stadtteil  Bocca, mit seinen bunten Häusern sehen wir uns genauer an und bummeln durch die Gassen.

Ebenso den ruhigen und beschaulichen Teil Palermo mit seinen vielen Restaurants Kneipen und dem zoologischen Garten.Was auf keinem Fall fehlen darf ist der Besuch des Friedhofes und des Grabes von Eva Peron, der sehr früh verstorbenen Ehefrau des mehrmaligen Staatschefs von Argentinien Juan Domingo Peron.

Der neue Hafen lädt zum Spazierengehen ein und „Leute-Gucken“, schnell ist eine Stammkneipe fürs Mittagessen gefunden und ein guter Italiener ist auch nicht weit. Am Wochenende gibt es wieder verschiedene Floh- und Künstlermärkte und die Zeit vergeht wie im Flug. Am Montagmorgen machen wir uns auf dem Weg zum Hafen um mit dem Buquetbus  ( eine Fähre) rüber nach Uruguay zu fahren. Etwas nervös sind wir bei den Einreiseformalitäten, hat der Zoll wohl meinen Namen als Eigentümer eines beschlagnahmten Fahrzeuges irgendwie im Computer markiert. Nee, hat er nicht … alles geht reibungslos.  Nach einer Stunde Bootsfahrt erreichen wir die Stadt Sacramento de Colonia in Uruguay, laufen zur Busstation und kaufen ein Ticket für den nächsten Bus nach Nueva Helvetia. Problemlos kommen wir mittags bei Rolf im Hotel an, unser neues Zuhause für die nächsten Tage.  Wir nehmen mal wieder Kontakt mit Frank und Sharon auf, die beiden haben mittlerweile ein kleines Apartment in der Stadt gemietet und laden uns ein vorbei zu kommen. Die vier Kilometer Fussweg führen uns ins Städtchen rein und die beiden empfangen uns herzlich. Einige Emails haben wir in den letzen Wochen ausgetauscht  und nun lernen wir uns auch mal persönlich kennen. Wir lassen uns aufdatieren was in den letzen Wochen alles passiert ist, die große Frage warum das ganze ins Rollen gekommen ist, weiss keiner genauer. Nur Vermutungen und Gerüchte.  Am nächsten Tag soll der Richter nun endgültig zu unseren Gunsten entscheiden und sein Urteil schriftlich verfassen. Alle Betroffenen, die vor Ort sind, treffen sich am Hotel und warten auf eine Nachricht vom Gericht bzw von unserem Anwalt.  Für uns eine gute Gelegenheit alle kennenzulernen. Neben Frank und Sharon, sind dort noch Conny und Georg, Heike und Friedrich, Ehepaar Stern, und Michel aus Frankreich.  Wir verquatschen den Nachmittag und als wir gegen 18.00 Uhr noch nichts gehört haben, verabschieden sich alle und fahren zurück zu ihren gemieteten Unterkünfte. Wir bleiben vor Ort, wir wohnen ja bei Rolf im Hotel. Tatsächlich so gegen 20.00 Uhr kommt Rolf mit der Info, das der Richter entschieden hat und alle Fahrzeuge sind frei, das wir in den Fahrzeugen wohnen dürfen, aber noch nicht das Grundstück verlassen dürfen, denn die Fahrzeuge müssen noch offiziell von einem Art Gerichtsvollzieher freigegeben werden. Wir informieren, die anderen vor Ort und machen uns sofort auf den kurzen Weg zum Womo um reinzuschauen. Fast acht Monate stand das Fahrzeug nun hier, drei Monate hat das Verfahren mit der Beschlagnahme gedauert.  Gespannt schauen wir hinein… und es scheint so als ob eine Maus oder mehrere sich bei uns zuhause gefühlt hat. Auf den ersten Blick sind aber Polster und Matratzen unbeschädigt.  Rolf gibt uns eine Art Rauchbombe um die Mäuse zu vertreiben. Mehr können wir im Dunkel am Abend nicht mehr tun und wir hoffen, der Schaden ist nicht so groß. Die nächsten Tage verbringen wir alle damit  unsere Fahrzeuge wieder „reisefertig“ zu machen. Wir räumen alles aus, spülen und putzen alles und stellen Mausefallen auf. Eine Maus fangen wir sogar, danach ist auch Ruhe bei uns.

Alle Geräte funktionieren, keine Kabel sind angefressen, der Motor sprang ohne Probleme an. Nach und nach ziehen wir alle wieder in die Fahrzeuge ein und warten auf endgültige Freigabe durch den Gerichtsvollzieher. An einem Nachmittag ist im Ort „Fiesta del Tradicion“. Rolf ist Mitorganisator also ist es selbstverständlich, dass wir uns das Treiben ansehen. In zwei Autos haben locker zehn Leute Platz, so dass wir am späten Nachmittag uns auf den Weg machen. Viel ist noch nicht los, also essen wir erst einmal eine „Weisswurst“ , ganz lecker, trinken wir ein Bier und warten, dass das Programm beginnt. Das Seniorenheim singt, der Frauenverein singt, und der Jugendverein singt…. durch das Programm führt ein sehr gut gelaunter und redseliger Moderator. Auf das ganze Gesinge brauchen wir noch eine Stärkung, Käsefondue, wir sind ja und in einer Art Schweizer Ort, und hier wird der beste Käse Uruguays hergestellt. Nach dem wir alles satt und zufrieden sind, gehts zurück zum Camping….

Neben den ganzen Putzaktivitäten bleibt noch viel Zeit zum Quatschen, Sundowner-Geniessen, Erfahrungsaustausch und besser kennenlernen.

Georg muss einen Leihwagen im 80 Kilometer entfernten Sacramento de Colonia abgeben. Wir kennen den angeblichen sehr hübschen Ort am Meer noch nicht und fahren mit. Die gemeinsame Fahrt ist ganz unterhaltsam und vor Ort essen wir noch ein Eis zusammen, bevor es Georg wieder zum Camping, dem Pool und seiner Frau zieht. Birger und ich durchstreifen den wirklichen netten Ort hinter einer Stadtmauer, finden ein nettes Lokal und fahren am späten Nachmittag mit Bus wieder zurück nach Nueva Helvetia.

Dann ca eine Woche nach dem Urteilsspruch, meldet sich kurzfristig der Gerichtsvollzieher an und kommt persönlich abends gegen 18.30 Uhr auf den Platz. Er geht mit unserem Anwalt und Rolf von Fahrzeuge zu Fahrzeug prüft die Nummernschilder aus dem Urteil mit den 17 Fahrzeugen vor Ort, alles ist in Ordnung….. !

Endlich frei! Wir feiern gemeinsam!

Frank und Sharon sind die ersten, die am nächsten Tag ihre Reise fortsetzen, wir sind einen Tag später die nächsten „on the road“.Was für eine Erfahrung!

Als wir uns auf den Weg machen, scheint unser Auto vielleicht doch die lange Standzeit nicht so gut verkraftet zu haben, vorne rechts knackt es‚ sobald wir eine Kurve fahren. Aber erst einmal müssen wir Gastanken und Einkaufen gehen.  Es gibt nur  in Montevideo eine große  Gasflaschenabfüll-Anlage, die auch festinstallierte Gastanks wie unseren befüllt. Nach einem schweren Unfall vor einigen Jahren, ist nur noch diese Firma an diesem Ort dazu bereit.  Rechtzeitig sind wir dort und die Leute sind super nett und hilfsbereit,  wir müssen sagen wie viele kg wir tanken wollen, denn sie haben kein Zählwerk an der Abfüllstation. Innerhalb von 15 Minuten haben wir getankt, gezahlt  und sind wieder unterwegs. Es kam uns etwas sehr schnell vor. Am Nachmittag kommen wir bei Heinz und Silvia auf dem Camping Paraiso Suizo an. Die beiden Schweizer sind vor 23 Jahren ausgewandert und betreiben seit ca 5 Jahren eine Art Campingplatz mit kleinem Restaurant und einer großen Wiese, auf der man sein Fahrzeug auch für längere Zeit abstellen kann.

Heinz macht uns einen Termin in seiner Autowerkstatt für den nächsten Tag um dem geheimnisvollen Knacken auf die Spur zu kommen. Der Camping hat leider wenig Schatten, es ist auch gerade sehr windig, aber 80 Meter entfernt ist der riesige Strand und wir genießen unsere ersten Strandspaziergänge. Am nächsten Morgen fahren wir zur Werkstatt, Marcello ist sehr nett und fährt mit uns eine Runde um sich das Geräusch anzuhören, was kaum zu hören ist. Klar, der Vorführeffekt.  Aber er hat eine Idee  und zeigt mir warum es knackt. Dafür knien wir uns vor das Vorderrad und er legt meine Hand oberhalb von der Feder auf den Federteller, Birger muss den Reifen nach aussen lenken und ich spüre ein ruckeln. Auf der andere Seite das selbe Vorgehen ohne das ein Ruckeln zu spüren ist. So geht Fehlererklärung ohne Worte. Marcello verspricht das Ersatzteil zu besorgen und wir sollen nach dem Wochenende wiederkommen. Wir verbringen ein entspanntes Wochenende mit den anderen Campern, laufen am Strand und nutzen das gute Internet. Endlich wieder mit dem Womo unterwegs. Am Montag fahren wir zurück zu Marcello, er hat das Ersatzteil, sagt er bräuchte einige Stunden für den Einbau und wir nutzen die Zeit und schlendern durch die Stadt Piriapolis. Ein Touristenstadt mit Hotels, Restaurants, einem langen Sandstrand und ein paar Souvenirshops. Die Saison hat noch nicht begonnen und alles ist noch ganz ruhig. Ab Mitte Dezember beginnt die Ferienzeit und dann muss es hier zu gehen wie in Rimini.

Zurück bei Marcello erklärt er uns es war nicht der Federteller, sondern eine kleine Scheibe am Stossdämpfer, den wir im Dezember 2016 in Peru haben wechseln lassen, ist verkehrt herum eingebaut worden, so dass Metall auf Metall rieb. Er hat den Schaden behoben und uns eine neue Scheibe auch für die linke Seite mitgegeben, falls es dort auch „knacken“ sollte.  Alles ist gut, wir können weiter fahren. Na, ja noch nicht so ganz. Denn unsere gefüllte Gasflasche hat sich in der Nacht gemeldet, sie sei leer.  Wir haben also doch nicht genug Gas getankt, wie wir vermutet hatten. Da in Brasilien das Auffüllen von Gastanks wohl auch verboten ist, entschliessen wir uns die 85 km zurück nach Montevideo zu fahren und unsere Flaschen erneut auftanken zu lassen. Die Jungs am Eingang kennen uns schon, und erklären uns, es sei gerade Pause wir müssten 30  Minuten warten. Kein Problem, wir haben eh noch nicht gefrühstückt.  Nach einer halben Stunde kommt eine Mitarbeiter aus der Verwaltung raus und erklärt uns in Englisch, wir müssen noch ca zwei Stunden warten, da der Ingenieur der die Fahrzeuge beladen darf, nicht vor Ort ist und dann erst wieder zurückkommt. Okay, wir brauchen Gas, wir warten. Nach 90 Minuten kommt der Ingenieur, verwundert uns zu sehen, wir tanken erneut…. achten genauer darauf, dass alles voll ist , bezahlen und verlassen die Gasflaschenfüllanlage. Jetzt kann es los gehen.

Unser Ziel ist das Städtchen Paloma, dort soll man an zwei Stellen gut übernachten können. Auf dem Weg dort hin machen wir noch einen kleinen Abstecher in die Ort Este de Nord, das St. Tropez von Uruguay. Hier machen die Reichen und Schönen Uruguayer und Argentinier Urlaub und zahlen für ein Apartment auch gerne mal 10.000 US Dollar im Monat. Die Strände sind wirklich schön, einige kleine Kneipen gibt es am Strand. Sind jedoch  alle noch in Vorbereitung für die Saison, denn von Mitte Dezember bis Ende Februar  sind in Südamerika überall Sommerferien. Fährt man etwas in den Ort rein, ist es schon fast vorbei mit der Pracht.

In Paloma angekommen suchen wir uns einen Platz auf einem Parkplatz hinter einer kleinen Düne zum Übernachten. Unsere Nachbarn sind Walter und Rita aus Deutschland, die beiden sind schon lange unterwegs und haben schon die halbe Welt gesehen.Auf der kleinen Düne mit Blick auf den Strand und den Ort geniessen wir eine Flasche Wein.

Am nächsten Morgen fahren wir in die Lagune die nahe am Ort ist in der Hoffnung einige Tiere zu sehen. Gestern haben wir Flamingos fliegen gesehen.  Der Schotterweg führt uns nah an der Lagune vorbei, einige Vögel sind zu sehen, aber nicht in dem Ausmaß wie wir gehofft haben.

Unser nächstes Ziel ist das Aussteigerdorf Cabo Polonio. Hier haben sich vor Jahrzehnten einige Hippies niedergelassen und das besondere ist, man kann dieses Dorf nur mit 4×4 Wagen durch Sanddünen erreichen um vor Ort eine Kolonie von Seelöwen und eine große Wanderdüne zu bestaunen. Mittlerweile ist es alles etwas kommerzieller. Es gibt einen großen Parkplatz und einen Ticketschalter für die 4×4 Lkws, die ca alle 2 Stunden fahren. Ein Offroad-LKW bringt uns innerhalb von 30 Minuten in das Dorf. Lustig bunte und zusammengewürfelte Häuser erwarten uns, einige einheitlichen Ferienhäuser gibt es und kleine Kneipen und Souvenirshops.

Wir machen uns direkt auf den Weg am Strand entlang zu den Seehunden. Die ersten Seehunde sind schnell erreicht und  nach knapp einem Kilometer sehen wir die ganze Kolonie. Die Tiere toben im Wasser, üben ihre Machtkämpfe aus, brüllen sich an und wir setzen und auf die Felsen und schauen ihnen bei ihrem Treiben zu.  Als sich später eine Schulklasse nähert, ergreifen wir die Flucht und suchen uns eine kleine Kneipe am Wasser mit Blick auf Sanddüne und Strand.  Auf der Fahrt zurück ergattern wir einen Platz oben auf dem Fahrzeug und haben eine tolle Sicht.

Die Nacht verbringe wir im St.Teresa National Park, viele Papageien sind in den Bäumen und wir campen auch nicht alleine.

Am nächsten Tag machen wir uns auf den Weg zur Grenze nach Brasilien.  Etwas gespannt sind wir, ob wir ohne Probleme mit dem Auto das Land verlassen können. Wir haben alle Papiere, einschliesslich  das Urteil vom Richter, griffbereit. Die Grenzbehörden von Uruguay und Brasilien sind ca 20 km von einander entfernt. Auf der Uruguay Seite lassen wir unsere Pässe abstempeln, und der Beamte der Aduana telefoniert gerade, nimmt unsere temporäre Einfuhrbewilligung entgegen, legt sich auf einen Tisch, winkt uns durch und setzt sein  Telefonat for. Alles ganz einfach und wir haben uns mal wieder zu viele Gedanken gemacht. In dem Ort zwischen den Grenzen geben wir noch unsere letzten uruguayischen Pesos aus und fahren zur brasilianischen Grenze. Die Touristen-Einreisekarte ist schnell ausgefüllt und der Beamte ist sehr freundlich, am Zoll dauern die Papiere etwas länger und wir lernen Andre aus den Niederlanden kennen, der auch mit seinem 4×4 nach Brasilien einreisen will. Wir vertreiben uns die Zeit mit Smalltalk, bevor jeder seiner Wege geht.

 Fazit: Ein spannender Sommer.  All unsere Pläne wurden über den Haufen geworfen,  ständig kamen neue Meldungen, neue Pläne haben wir daraufhin geschmiedet um sie dann wieder zu verwerfen. Die Unsicherheit was wird mit unserem Womo hat uns ständig begleitet. Unsere Gefühlswelt war ein Auf und Ab. Aber keiner hat gesagt, dass Reisen immer nur lustig ist und ohne Hürden. Am Ende ist wieder alles gut gegangen, es hat vor allem Zeit gekostet und ein paar Nerven. Aber schlussendlich sitzen wir wieder in unserem Zuhause, geniessen das Leben „auf der Strasse“ und in anderen Kulturen. Wir haben wieder tolle Menschen kennengelernt, gemeinsam eine schöne Zeit verbracht und werden uns bestimmt alle wieder sehen.

Dieser Beitrag gehört zu Reiseberichte, Südamerika, Uruguay 2017

One thought on “Buenos Aires und Uruguay

  • Ramiro de Gualeguaychú Entre Ríos . ARG 19. Dezember 2017 at 12:53

    Que bueno es saber de ustedes. Vi sus vehículos a principio de Noviembre en el hotel Suizo y me llamo a atención de las fajas de clausurado. Me alegra que ya estén de viaje nuevamente.

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