Chile und Argentinien von Chaiten bis Ushuaia

von Christiane

Chile und Argentinien von Chaiten bis Ushuaia vom 30.01.2017 -24.02.2017

 Chile: (amtlich República de Chile) liegt im Südwesten Südamerikas. Die Nord-Süd-Ausdehnung rund 4300 Kilometer. Dagegen ist Chile  im Durchschnitt nur 180 km breit. Die engste Stelle im kontinentalen Chile (ohne Antarktis) beträgt 90 Kilometer, die breiteste Stelle etwa 440 Kilometer. Die Längenausdehnung Chiles entspricht auf Europa und Afrika übertragen in etwa der Entfernung zwischen der Mitte Dänemarks und der Sahara.  Das Land grenzt im Westen und Süden an den Pazifik, im Norden an Peru (auf einer Länge von 160 Kilometern), im Nordosten an Bolivien (861 km) und im Osten an Argentinien (5308 km). Daneben zählen zum Staatsgebiet die im Pazifik gelegene Osterinseln (Rapa Nui), die Insel  Salat y Gomez, die  Juan-Fernandez Inseln (einschließlich der Robinson Crusoe Inseln), die Desventurades-Insel sowie im Süden die  Ildefonso-Inseln und die Diego-Ramirez-Inslen. Ferner beansprucht Chile einen Teil der Antarktis. Über die vollständig zu Chile gehörende Magellanstrasse  hat das Land Zugang zum Atlantischen Ozean. Die Hauptstadt Chiles ist Santiago de Chile. Im Land leben ca 18 Mio Menschen auf einer Fläche von 756.102 qkm. Aufgrund der langen Nord-Süd-Ausdehnung über mehr als 39 Breitengrade, aber auch der beträchtlichen Höhenunterschiede in West-Ost-Richtung weist Chile eine große Vielfalt an Klima- und Vegetationszonen auf. Am dichtesten besiedelt ist der Großraum  um die Hauptstadt Santiago de Chile, dort leben etwa die Hälfte der chilenischen Einwohner . Die Stadt selbst ( ohne Umgebung) hat etwa 5,5 Millionen Einwohner; sie beherbergt also in etwa ein Drittel aller Einwohner Chiles. Nördlich und vor allem südlich davon erstrecken sich landwirtschaftlich genutzte und dicht besiedelte Gebiete  in der Ebene zwischen der Hauptkette der Anden. Nur 100 Kilometer westlich von Santiago liegt der Großraum um die Hafenstadt Valparaiso mit etwa einer Million Einwohnern. Nach Norden und Süden verringert sich die Bevölkerungsdichte immer stärker. Die Atacamawüste im äußersten Norden und die rauen, stürmischen Gebiete im Süden sind aufgrund der ungünstigen klimatischen Bedingungen nur sehr dünn besiedelt. Die Migrationsrate Chiles lag im Jahr 2012 bei 0,35 Migranten je 1.000 Einwohner und Jahr und war damit eine der niedrigsten in ganz Lateinamerika. Im Jahre 1848 begann die deutsche Kolonisierung,[ die von der chilenischen Regierung gefördert wurde, um den Süden des Landes zu bevölkern. Die Einwanderung aus deutschen Staaten (Deutschland, deutscher Sprachraum) beeinflusste die Kultur eines großen Gebietes in Südchile, besonders in den Provinzen Valdivia, Osorno  und Llanquihue. Einwanderer aus anderen europäischen und nahöstlichen Staaten kamen im 19. und 20. Jahrhundert vor allem in Valparaíso und im äußersten Norden und Süden an. Das Land ist sehr katholisch geprägt, auch wenn Staat und Kirche seit 1925 offiziell getrennt sind.Der kirchliche Einfluss auf das gesellschaftliche Leben, das Rechtswesen und die Kultur- und Medienwelt ist noch immer recht stark. So gehörte bis 2010 der zweitgrößte Privatsender des Landes allein der römisch-katholischen Kirche. Eheliche und uneheliche Kinder seit 1998 rechtlich gleichbehandelt, das chilenische Eherecht sieht seit November 2004 eine Möglichkeit der Scheidung  vor und 2015 wurde für gleich- und verschiedengeschlechtliche Paare die eingetragene Partnerschaft eingeführt. Chile gehört zu den führenden Wirtschaftsnationen Lateinamerikas sowie zu den größten Rohstoffproduzenten. Es verfügt über die größten bekannten Kupfervorkommen der Welt (etwa 40 Prozent). Verschiedene Edelmetalle und vor allem Salpeter führten Chile schon im 19. Jahrhundert zum Reichtum. Momentan wird mit dem Pascua Lama -Projekt eine der größten Goldminen der Welt geplant. Daneben werden heute Forst-, Fischerei- und Landwirtschaft.  Nur etwa 7 Prozent der Landfläche werden für die Landwirtschaft genutzt. Diese Flächen befinden sich hauptsächlich im Zentraltal. Im wüstenhaften Norden Chiles beschränkt sich die Landwirtschaft weitgehend auf Oasen. Die Viehzucht ist hauptsächlich in Zentralchile und im nördlichen Teil von Südchile angesiedelt. Chile ist das einzige Land Südamerikas, in dem Zuckerrüben angebaut werden. Besondere Erwähnung verdient der Weinbau, der Chile zum Weinexporteur Nummer eins in Südamerika gemacht hat.

 Argentinien liegt im Süden von Südamerika. Es grenzt im Norden an Bolivien, im Nordosten an Paraguay, im Osten an Brasilien, im Südosten an Urguguay und im Westen an Chile.Der Landesname leitet sich von der lateinischen  Bezeichnung für Silber – argentum – ab und stammt aus der spanischen Kolonialzeit, als man hier Edelmetalle zu finden hoffte. Bis zu seiner Unabhängigkeit 1816 war es Teil des spanischen Kolonialreiches. Politisch ist Argentinien eine präsidentielle Bundesrepublik, in der die einzelnen Provinzen weitreichende Kompetenzen innehaben. Mit einer Fläche von knapp 2,8 Mio. km² ist Argentinien der achtgrößte Staat der Erde und der zweitgrößte des südamerikanischen Kontinentes. Im Hinblick auf die Einwohnerzahl steht es mit rund 44 Millionen Einwohnern in Südamerika an dritter (nach Brasilien und Kolumbien) und in ganz Amerika an fünfter Stelle. Etwa ein Drittel der Bevölkerung konzentriert sich im Ballungsraumes der Hauptstadt  Buenos Aires,  die als bedeutendes Kulturzentrum Amerikas gilt, in dem unter anderem der Tango Argentino seinen Ursprung hat. Weitere Ballungszentren bilden die Städte  Cordoba, Rosario, Mar de Plata, und Mendoza. Große Teile des trockenen und kalten Südens sind dagegen nur sehr dünn besiedelt. Mehr als 90 % der Bevölkerung stammen nach der offiziellen Statistik von eingewanderten Europäern ab, hiervon etwa 36 % von Italienern, circa 29 % von Spaniern und etwa 3–4 % von Deutschen. Wirtschaftlich spielen traditionell die Landwirtschaft, Viehzucht und der Rohstoffabbau eine große Rolle. Bis etwa 1950 war Argentinien eines der reichsten Länder der Erde, dann sorgte der herrschende  Peronismus für einen  staatlich gelenkten  Industriesektor und das Wohlstandsniveau sank in der Folge auf ein mittleres Niveau ab. Erst in den 1990ern fand eine Umkehr dieser Politik statt und die verarbeitende Industrie sowie der Dienstleistungssektor konnten sich marktwirtschaftlich entfalten.

 Grenzübergang Chile (Chile Chico) nach Argentinien (Ort Perrito  Moreno) : Am Vormittag erreichen wir die Grenze zur  Ausreise aus Chile in Chile Chico. Wir parken das Womo vor dem nicht zu übersehendem Stoppschild und betreten das Gebäude an unserer linken Seite. Eine kleine Schlange steht vor dem Schalter der Migration.  Als wir an der Reihe sind, bekommen wir einen Ausreisestempel in den Pass und bekommen einen lange weissen Zetteln mit verschiedenen Feldern ausgehändigt. Ein Feld ist schon mit einem Stempel versehen.  Ein Schalter weiter geben wir die temporärer Einfuhrbewilligung für unser Wohnmobil ab und bekommen wieder Stempel auf den langen weissen Stempel.  Dann fahren wir durch die Grenzschranke, geben dem Beamten den langen weissen Zettel, das Auto selber kontrolliert er nicht. Wir verlassen nach ca 20 Minuten entspannt Chile. Nach 10 Kilometer Fahrt durchs Niemandsland erreichen wir die argentinische Grenze. Dort parken wir wieder vor dem Stopschild.  Wir betreten das Gebäude auf der linken Seite und stellen uns an der Migration an.  Schnell bekommen wir unsere Einreisestempel und bewegen uns direkt  drei Schritte nach rechts zum Schalter der Aduana. Die temporäre Einfuhrbewilligung für unser Fahrzeug wird zügig ausgefüllt und uns ausgehändigt.  Kontrolliert wird auch hier das Fahrzeug von Innen nicht. Nach 1 Stunde und 15 Minuten haben wir beide Grenzen hinter uns gelassen.

 Grenzübergang Argentinien nach Chile (Höhe Los Torres del Paine NP):   Am Vormittag erreichen wir die Grenze zur  Ausreise aus Argentinien. Wir parken das Womo vor dem nicht zu übersehendem Stoppschild und betreten das Gebäude an unserer linken Seite.Wir sind gerade die einzigen Kunden, bekommen einen Ausreisestempel in den Pass. Einen Schalter weiter geben wir die temporärer Einfuhrbewilligung für unser Wohnmobil ab. Dann fahren wir durch die Grenzschranke, das Auto selber wird nicht  kontrolliert. Wir verlassen nach ca 20 Minuten entspannt Argentinien . Nach 17 Kilometer Fahrt durchs Niemandsland erreichen wir die chilenische  Grenze. Dort parken wir wieder vor dem Stopschild.  Wir betreten das Gebäude auf der linken Seite und stellen uns an der Migration an.  Die Schlange ist etwas länger, da Reisebusse angekommen sind. Zügig bekommen wir dann  unsere Einreisestempel und am Nachbarschalter die temporäre Einfuhrbewilligung für unser Fahrzeug.  Dann füllen wir das Formular über die Einfuhr von zu verzollenden  Gütern aus und machen brav wieder unsere Kreuze und bejahen die Frage nach dem Mitführen von Früchten, Fleisch, Samen und Blumen.  Besser sie zu bejahen und der Beamte findet nix, als zu verneinen und  der Beamte wird fündig.  Auch wenn man die Dinge angibt muss man sie trotzdem abgeben. Bevor wir die Grenze verlassen wird unser Auto noch von Innen kontrolliert. Der Beamte lässt sich den  Kühlschrank zeigen und öffnet einige Schränke. Er finden eine halbe Knoblauchknolle, die ganz offensichtlich dort liegt und nimmt sie mit. Kein Problem, wir dürfen fahren und sind wieder in Chile. Nach 1 Stunde und 10 Minuten haben wir beide Grenzen hinter uns gelassen.

 Grenzübergang Chile (San Sebastian) nach Argentinien (Rio Grande):    Am Nachmittag  erreichen wir die Grenze zur  Ausreise aus Chile in San Sebastian. Wir parken das Womo hinter all den anderen parkenden Fahrzeugen und Reisebussen und stellen uns in die lange Schlange vor der Migration an. Es dauert eine Stunde bis wir an der Reihe sind, doch dann geht es zügig weiter. Als wir an der Reihe sind, bekommen wir einen Ausreisestempel in den Pass und bekommen einen lange weissen Zetteln mit verschiedenen Feldern ausgehändigt. Ein Feld ist schon mit einem Stempel versehen.  Ein Schalter weiter geben wir die temporärer Einfuhrbewilligung für unser Wohnmobil ab und bekommen wieder Stempel auf den langen weissen Stempel.  An einem dritten Schalter geben wir den weissen Zettel ab. Dann fahren wir durch die Grenzschranke. Das Auto selber kontrolliert hier keiner. Wir verlassen nach ca 1 Stunde und 5 Minuten. Nach 20 Kilometer Fahrt durchs Niemandsland erreichen wir die argentinische Grenze. Dort parken wir wieder vor dem Stopschild.  Wir betreten das Gebäude auf der rechten Seite und stellen uns an der Migration an.  Schnell bekommen wir unsere Einreisestempel und bewegen uns direkt  drei Schritte nach links zum Schalter der Aduana. Die temporäre Einfuhrbewilligung für unser Fahrzeug wird zügig ausgefüllt und uns ausgehändigt.  Wir bekommen auch hier ein weissen Zettel mit zwei Stempeln drauf.  Mit dem Auto fahren wir durch die Grenzkontrolle ein netter Beamter schaut ins Auto rein, öffnet drei Schränke und den Kühlschrank und findet die Innenausstattung vom Womo  sehr gemütlich. Nach ca zwei Stunden haben wir beide Grenzen hinter uns gelassen.

Von Chaiten aus fahren wir früh los. Die Carretera Austral wird uns die nächsten Tage begleiten. Diese Strasse, die sich durchs ganze Land zieht, ist nicht durchgängig geteert. Wir wissen, dass wir uns mit unserem Fahrzeug auf Schotter nur sehr  langsam fortbewegen können, da alles klappert und das Auto stark vibriert.  Zu dem gibt es auf der Strecke eine lange Baustelle, die für den Autoverkehr von montags bis freitags zwischen 13.00 Uhr und 17.00 Uhr gesperrt wird. Also ist das Ziel vor 13.00 Uhr die Baustelle zu passieren. Es sind mehr Teile der Strecke geteert als wir dachten, aber es bleiben immer noch 80 km Schotter übrig. Rechtzeitig schaffen wir es die Baustelle zu durchqueren.

Wir fahren an Seen vorbei haben Bergblick und dazu ein wenig Regen.

Am späten Nachmittag kommen wir bei Nacho und seiner Frau Sandra am Rio Simpson an. Die beiden Pflanzen Salat an, nutzen das große Grundstück als Campingplatz, haben eine großen Aufenthaltsraum mit offenem Kamin und Küche gebaut, im zweiten Stock gibt es einen Schlafsaal für Backpacker.  Die Sanitäranlagen sind sehr sauber, es gibt Wifi und die beiden sind unglaublich gastfreundlich. Viele Fahrradfahrer zelten hier und wir haben echt Hochachtung vor ihrer Leistung. Uns sind noch nie so viele Fahrradfahrer begegnet  wie in Chile und Argentinien. Ein junges Paar, das wir bei Nacho kennenlernen hat vor sechs Monaten ihre „Radtour“ in Brasilien begonnen. Hut ab! Abends sitzen wir alle gemeinsam im „Aufenthaltsraum“ ums Feuer herum Nacho spielt Gitarre seine Frau Bassgitarre…. Lagerfeuerstimmung….. nur wir Gäste sind gesanglich alle ziemlich mies……!

Wir bleiben eine zweite Nacht und warten auf Cordula und ihren Mann Bernd. Die beiden haben wir im September 2014 in Yellowstone NP in den USA kennengelernt. Die beiden haben dann ihr 4×4 Wohnmobil 2015 wieder nach Deutschland zurück verschifft, dort haben wir sie besucht.  Im Januar diesen Jahres sind sie mit ihrem Fahrzeug in Montevideo angekommen und unsere Wege kreuzen sich.  Tatsächlich kommen sie am nächsten Abend recht spät am Rio Simpson an. Die Freude ist riesig  und es gibt viel zu erzählen, zu dem feiern wir mit Sekt und Aperol in Bernds Geburtstag rein……! Happy Birthday! Feliz cumpleanos!

Am nächsten Tag trennen sich unsere Wege leider schon wieder. Uns zieht es weiter Richtung Süden nach Ushuaia.  Wir haben Kontakt mit zwei Last-Minute-Reisebüros in Ushuaia aufgenommen, gerne würden wir von Ushuaia in die Antarktis fahren. Leider sind die angeblichen so günstigen Angebote für uns viel zu teuer. Aber wir üben uns in Geduld und warten auf die nächsten „Schnäppchen“! Über den Ort Cohaique, in dem wir noch mal alle Vorräte auffüllen und volltanken geht es an den Lago General Carrera. Die Carretera Austral führt um den See herum, die Schotterstrasse ist mal angenehmer zu fahren manchmal durch üblen Wellblechbelag eher eine Zumutung für Mensch und Fahrzeug. Aber wir werden durch den Blick entschädigt. Der See hat eine ganz tolle Farbe, irgendwas zwischen türkis, hellblau und hellgrün, dazu der blaue Himmel und die Hügel drum herum.

Nach ca 135 km Schotterstrasse kommen wir am späten Nachmittag auf dem Pudu Campingplatz in Rio Puerto Tranquila an. Wir zahlen an dem kleine Rezeptionshäuschen, laufen zurück zum Auto um 900 Meter weiter zur Einfahrt des CP zu fahren. Am Auto ankommen höre ich ein verdächtiges Geräusch…. ein Hinterrad verliert Luft. Wir springen ins Auto und beeilen uns auf unseren Stellplatz zu kommen.  Mittlerweile ist Birger ja schon ein Profi im Reifenwechsel und nach 35 Minuten ist der neue Reifen aufgezogen und der kaputte Reifen in der Garage verstaut. Den restlichen Abend geniessen wir bei einem Glas Wein und dem Blick auf den tollen See. Am nächsten Morgen lassen wir den kaputten Reifen in dem kleinen Ort reparieren und fahren die nächsten 170 km Schotter mit tollen Aussichten um den  See herum. Im Ort Chilo Chico verbringen  wir die Nacht bevor wir am nächsten Tag die Grenze nach Argentinien überqueren. Alles ganz unproblematisch und sehr schnell.  In Argentinien angekommen versuchen wir zunächst an Bargeld zu kommen.  Das gestaltet sich etwas schwierig, die ersten vier Geldautomaten sind defekt, der nächste will meine Visa Karte nicht nehmen und die Banken schliessen gerade, also Freitagmittag 13.00 Uhr, bis zum nächsten Montag. Ein netter Wachmann vor einer Bank gibt uns den Tip, dass wir im größeren Supermarkt im Ort Dollar tauschen könnten. Zum Supermarkt müssen wir eh und tauschen dort ein paar US Dollar in Argentinische Pesos. An der Kasse im Supermarkt ist es kein Problem mit Kreditkarte zu zahlen, ebenso an der Tankstelle. Später stellen wir fest, das die Geldautomaten in Argentinien die Mastercard eher akzeptieren als die Visakreditkarte.  Wir verbringen den Tag entspannt in dem kleinen Ort Perito Moreno (nicht zu verwechseln mit dem tollen Gletscher im Ort El Calafate) und bekommen am Nachtmittag spannende Nachbarn auf unserem Municipal Campingplatz. Ein großer 4 x 4 LKW mit langem Anhänger kommt auf den Platz gefahren. Roteltours. In dem LKW sitzt eine deutsche Reisegruppe mit 32 Mitgliedern, in dem Anhänger befinden sich ihre Betten. Jeweils drei übereinander. Innerhalb von 5 Minuten sind Bierbänke und Tische aufgebaut, die Damen der Gruppe schnippeln Gemüse, die Herren holen Wasser.  Der Busfahrer ist gleichzeitig auch der Koch und gibt vor welches Gemüse er für das Abendessen braucht. Nachdem die Aufgaben erledigt sind entdeckt ein Teil der Gruppe unser Fahrzeug und wir kommen mit vielen Teilnehmern der 5-wöchigen Roteltour durch Chile ins Gespräch.  Am nächsten Morgen fahren wir sehr früh los, mal wieder geben unsere Karten uns keine genauen Informationen wie gut die Strassenverhältnisse bis El Chalten sein werden. Der nette Tankwart hat uns zwar gesagt es sei alles geteert, aber wir sind skeptisch. Im Ort Gobernador Gregores tanken wir noch mal voll und entschliessen uns die 330 Kilometer bis El Chalten noch am Nachmittag in Angriff zu nehmen. Inzwischen hatte ich bei „Ioverlander“ gelesen, dass wir durch eine 72 km lange, geschotterte Baustelle fahren müssen, die bei oder kurz nach Regenfällen zu einer üblen Schlammpiste werden kann. Seit gestern hat es nicht geregnet also los! Für die 72 km brauchen wir mehr als 2 Stunden, teilweise ist es eine Schotterstraße mit viel Wellblechmuster, teilweise sieht es so aus, als sei ganz viele Erde auf die Strasse geworfen worden, streckenweise hat sich nur eine Fahrspur für beide Richtungen gebildet, da die lockere Erde immer noch matschig und leicht schlammig ist. Wir möchten uns nicht vorstellen, wie es hier nach einem richtigen Regenguss aussieht.

Froh wieder auf asphaltierter Strasse unterwegs zu sein, genießen wir den Weg nach El Chalten. Der Himmel reisst auf, und wir haben ein tolles Bergpanorama und können schon 50 km vor dem Ort das Massiv des Fitz Roy sehen.

Vor 10 Jahren waren wir schon einmal in El Chalten, der damalige recht kleine Touristenort hat heute Ähnlichkeit mit einem österreichischen Skiort im Sommer. Viele Wanderer, kleine Restaurants in Holzhütten, viele Backpacker nur die Preise sind wie in der Schweiz. Der Campingplatz hat eine schöne Aussicht und liegt recht zentral und die Nachbarn sind sehr sympathisch.

Am nächsten Tag  machen wir uns auf zu einer kleinen Wanderung. Nach ca 5 km immer brav bergan erklimmen wir einen schönen Aussichtspunkt im Nationalpark mit Blick auf den Fitz Roy. An dem Mirador sitzen schon zwei Deutsche auf einer Bank und bewundern die Aussicht.

Jorma und Ralf kommen aus Münster und teilen freundlich die Bank mit uns. Schnell kommen wir ins Gespräch und finden uns gegenseitig sympathisch. Es gibt viel zu erzählen, haben wir doch zur selben Zeit damals in Münster studiert. Viel Erinnerungen werden bei mir wach  und wir stellen fest, dass wir die selben Kneipen und Parties besucht haben.  Gemeinsam treten wir den Rückweg in den Ort an und trinken noch ein Bier. Abends besuchen die beiden uns im Wohnmobil und es wird ein weinseliger Abend mit intensiven Gesprächen.  Für die beiden geht es weiter nach El Calafate und wir folgen ihnen einen Tag später.  In El Calafate finden wir eine Campingplatz recht nah an der Touristenzone mit Kneipen, Restaurants, Supermarkt und Touranbietern.  Im Büro der Nationalparkverwaltung erfahren wir, wo man im NP kostenlos campen kann und dass dort der Ranger, das Ticket, dass normalerweise nur für einen Tag gültig ist um eine weiteren Tag verlängern kann.  Unser Plan für El Calafate nimmt Gestalt an. Aber erst einmal treffen wir uns am Abend in einer kleinen Brauerei mit Jorman und Ralf auf ein Bier oder zwei oder so.  Wir verabschieden uns mit dem Versprechen uns auf jeden Fall in Münster wieder zu treffen. Am  nächsten Mittag machen  wir eine Bootsfahrt zum Upsala Gletscher, das Wetter spielt mit. Die Sonne kommt durch, der Himmel ist zeitweise blau, es ist windig und auch recht frisch um nicht zu sagen kalt. Hier soll Hochsommer sein? Soso! Der kleine schwimmende Eisberg mit dem Loch in der Mitte dient uns mindestens eine Stunde als Fotoobjekt von allen Seiten.

Der Upsala Gletscher ist wunderschön und  zweimal fallen Eisbrocken von der Wand herunter, der Eisberg kalbt wie der Experte sagen würde. Aber leider sind wir mit der Kamera immer etwas zu langsam.

Nach fünf Stunden sind wir wieder an Land. Es ist mittlerweile 19.00 Uhr und wir haben noch ca 40 km Schotterstrasse vor  bis zum Campingplatz im Nationalpark. Nach einer Stunde kommen wir dort recht müde und durchgerüttelt an. Der Campingplatz hat einen tollen Blick auf den Lago Roca, von weitem auf einen Gletscher, die Stellplätze sind riesig groß und teilweise gut windgeschützt. Es erinnert uns etwas an die Plätze in Kanada. Wir sind zwar nicht alleine auf dem Platz, aber es ist genug Raum für jeden da.  Abends bekommen wir Besuch von zwei Kojoten und am nächsten Morgen beehrt uns ein Borstengürteltier.

Der Ranger kommt noch vorbei und verlängert unsere Eintrittskarte für den Nationalpark. So brauchen wir für den Besuch des Perrito Moreno Gletscher heute nicht erneut den Eintritt ( 20 Euro pro Person pro Tag)  für den NP zu zahlen. Der Moreno Gletscher ist wahnsinnig schön. Wir sind genauso beeindruckt wie damals vor 10 Jahren.  Nach zwei Stunden haben wir bestimmt 150 Fotos geschossen und auf allen ist irgendwie das selbe Motiv. Der Gletscher! Nicht sehr unterschiedlich was man so sieht auf den Fotos, aber wunderschön.

Nach drei Tagen verlassen wir El Calafate. Wir haben eine Verabredung mit Pia und Holger im Los Torres National Park in Chile. Die 400 km plus einem entspannten Grenzübergang zwischen Argentinien und Chile  schaffen wir locker in sechs Stunden. Am frühen Nachmittag erreichen wir den verabredeten Campingplatz kurz vor dem Eintrittstor zum National Park. Dort staunen wir nicht schlecht als wir für unser Auto umgerechnet 50 Euro für die Nacht zahlen sollen und nicht wie alle anderen Camper 11 Euro pro Person.  Wir beschliessen uns einen anderen Platz zu suchen, den wir auch recht schnell finden.  Eine kleine Farm mit Pferden und Schafen vermietet eine Teil der Wiese an Camper inclusive Sanitäranlagen, Feuerstelle und windgeschützter Sitzecke pro Stellplatz. Windgeschützt ist  gerade sehr wichtig, weil wir fast weg fliegen so windig ist es. Nun haben wir nur noch das kleine Problem, dass wir Pia und  Holger mittteilen müssen, dass wir uns für einen anderen Campingplatz entschieden haben. Keiner von uns hat eine chilenische SIM Karte. Aber es gibt ein großes Hotel in der Nähe, wir laufen dort hin und haben Glück. Auf dem Parkplatz vom Hotel bekommen wir ein  Signal von einem offenem WLAN und schreiben den beiden eine email. Die beiden wollen erst am  nächsten Vormittag  ankommen, vielleicht lesen sie ja noch unsere Nachricht. Am nächsten Vormittag stellen wir fest, dass die beiden wohl unsere email nicht mehr gelesen haben. Schnell fahren wir zum vereinbarten Campingplatz und hinterlassen dort für die beiden eine Nachricht ( hätten wir wohl auch gestern schon machen können, wenn wir dran gedacht hätten…), dann stellen wir uns mit dem Womo gut sichtbar auf den Parkplatz des Eingang zum Nationalpark und warten. Nach einer Stunde sehen wir ihr Fahrzeug anrollen! Die Wiedersehensfreude ist groß und seit unserem letzten Treffen zu Weihnachten 2016 hat jeder viel erlebt. Wir lotsten die beiden zu unserem „neuen“ Campingplatz und quatschen den ganzen Tag. Pia und Holger haben für das Abendessen gesorgt, da wir ja aus Argentinien keine Lebensmittel nach Chile einführen durften und auf dem Weg zum Nationalpark auch an keinem Supermarkt vorbei gekommen sind. Holger wirft ein großes Steak auf den Grill und verwöhnt uns mit seiner Kochkunst.

Am nächsten Tag geht es auf in den Nationalpark.  Am Lago Grey machen wir einen kleinen Spaziergang am Strand um eine Blick auf den Gletscher zu werfen und eine größere Eisscholle im Wasser zu bewundern.  Es ist unheimlich windig und es ist recht anstrengenden gegen den starken Wind anzulaufen.

Wir finden sogar ohne Reservierung noch einen Platz auf dem Campingplatz im Nationalpark, suchen uns eine windgeschütze Stelle und als die Sonne raus kommt ist es richtig warm. Holger wechselt seinen kaputten Kühler und Pia, Birger und ich erkunden zu Fuss die Umgebung und bewundern das Bergmassiv der Torres (Türme).

Nachmittags sehen wir oben in den Hügeln zwei Kondore ihre Kreise ziehen. Klar, da oben ist auch der Kondor – Aussichtspunkt. Abends kocht Holger für uns alle und Pia und ich assistieren ihm. Am nächsten Morgen beschließen wir noch einen Tag gemeinsam im Park zu verbringen und mache uns auf den Weg zu zwei kleinen Spaziergängen. Erst geht es zum Wasserfall „Salto Grande“  danach noch zum „Salto Chico“!

Nachmittags lernen wir dann Duncan aus Schottland mit seiner Freundin Alice aus England kennen. Die beiden sind auch auf Weltreise und haben sich für Patagonien drei Wochen einen kleinen MiniVan geliehen.  Sie fragen nach ein paar Tips und wir verabreden uns für den Abend mit ihnen. Holger, Birger und ich machen uns dann doch noch auf den Weg zum Kondor Aussichtspunkt. Der Weg ist mit 1,5 km nicht weit, etwas steil und schmal aber am anstrengendsten (ich weiss ich hatte es schon mal erwähnt) ist der Wind. Der  reist mich hin und wieder fast von den Füssen.  Ich klettere nicht bis ganz oben aber die beiden Herren trotzen dem Wind.  Das Kondornest, dass wir per Fernglas vom Campingplatz in einem Felsloch gesehen haben, kann man von oben leider nicht einsehen, und die Eltern der Familie Kondor lassen sich leider auch  nicht blicken. Eine nette Wanderung leider ohne Tierbeobachtung. Abends kommen dann Duncan und Alice vorbei und das holländische Paar von gegenüber gesellt sich auch noch in unsere Runde. Es ist eine lustige Unterhaltung und viele Reiseerlebnisse werden geteilt und über die beste Reiseroute gefachsimpelt.

Zum Abendessen löst sich die Truppe dann langsam auf und Holger zaubert aus dem was zwei leere Kühlschränke noch hergeben ein leckeres Gericht.  Am nächsten Morgen trennen sich nun endgültig unsere Wege in Südamerika. Pia und Holger wollen nach Norden Richtung Iguazu Wasserfällen und dann zurück nach Montevideo. Dort geht es im April für die beiden  Richtung Heimat. Uns führt unser Weg weiter nach Süden Richtung Ushuaia.  Unterwegs bleiben wir immer in Kontakt und spätesten in Deutschland werden wir uns auf jeden  Fall wieder sehen! Es war wieder so schön entspannend und unkompliziert mit euch zusammen zu sein! Vielen Dank und eine dicke Umarmung.

Zunächst fahren wir weiter nach Puerto Natales.

Dort füllen wir unseren Kühlschrank auf, suchen eine gutes WLAN Netz und prüfen ob es wohl neue Angebote für die Antarktis gibt. Leider ist  nichts für  unseren Geschmack und Geldbeutel dabei. Am nächsten Tag geht es weiter nach Punta Arenas, wir sind etwas unschlüssig was wir tun sollen.  So schnell wie möglich die 630 Kilometer nach Ushuaia fahren, um zu schauen ob wir vor Ort noch ein gutes Angebot für die Tour in die Antarktis bekommen oder abwarten was per email kommt und uns länger in Punta Arenas und Umgebung aufhalten? Zuerst einmal geniessen wir das Stadtleben und gehen eine Pizza essen, dazu eine gute Flasche Rotwein und diskutieren weiter. Campingplätze gibt es in Punta Arenas in stadtnähe leider nicht, so fahren wir ausserhalb zu den kostenlosen CampingAreas. Die Stellplätze sind groß mit Blick aufs Meer und es sind wenig Leute da, es ist gerade kein Wochenende. Als wir uns hingestellt haben, bekommen wir Besuch von zwei Polizeibeamten. Die beiden Herren sind sehr nett und interessiert an unserm Wohnmobil. Wir zeigen ihnen unser Gefährt von Innen und sie erzählen uns von ihren Kindern, ihrer Familie, fragen ob es uns gut geht in  Chile, ob wir Probleme mit der Polizei hatten. Nach ca 45 Minuten Smalltalk in unserem radebrechendem Spanisch verabschieden sich die Herren mit Wangenküsschen für mich und versprechen nachts auf uns aufzupassen, wobei wir eh sicher seien auf dem Campingplatz. Am nächsten Vormittag entscheiden wir uns spontan und etwas spät dafür doch Richtung Ushuaia zu fahren. Wir nehmen die „kleine“Fähre über Punta Delgada und kommen gut durch. Alles ist geteert bis auf die letzten 50 km vor der Grenze. Auf dieser Strecke überholen uns alle LKWs und Reisebusse wieder, die wir auf den 100km vorher passiert haben.  Welch ein Wunder, dass wir an der Grenze  zur Ausreise von Chile ganz hinten in der Schlange stehen. Leider stehen  aber auch alle Reisenden die nach Chile einreisen wollen in der selben Schlange. Am Anfang bewegt sich nichts vorwärts, obwohl alle Schalter mit Beamten besetzt sind, irgendwann geht es dann ganz zügig und nach etwas mehr als einer Stunde  haben wir alle Ausreiseformalitäten für uns und unser Womo erledigt.  Bis zur Grenze nach Argentinien fahren wir ca 20 km durchs Niemandsland. An der Einreise zu Argentinien ist die Schlange kürzer und nach einer halben Stunde sind wir und unser Auto in Argentinien eingereist. Kurz wird das Womo noch von Innen kontrolliert, ob wir auch keine Früchte, Gemüse oder Fleisch einführen. Auf dem Weg weiter nach Ushuaia fängt es dann heftig an zu regnen und die letzten 100 km zum Ziel ziehen sich ein wenig in die Länge. Aber schliesslich kommen wir in Ushuaia an. Die südlichste Stadt unserer Reise. Wir haben es tatsächlich geschafft. Von Alaska ( ja, eigentlich vom Osten Kanadas, Halifax) bis nach Feuerland in etwas weniger als drei Jahren. Einmal die Panamericana entlang, auch wenn wir sie nicht durchgängig gefahren sind und  wir viele Abstecher in alle möglichen Richtungen unternommen haben. Ein großes Etappenziel ist erreicht!! Wir haben eine kleine Träne im Knopfloch! Wir haben es wirklich getan!

Abends um 20.45 Uhr erreichen wir den  Campingplatz Rio Pipo  und werden lächelnd von Duncan und Alice empfangen. Am nächsten Vormittag führt uns unser erster Weg zu Sarah von der FreestyleAdventureAgentur. Sie hat uns die letzten Wochen immer mit Last-Minute-Angeboten versorgt und auf jede unserer Frage sehr schnell und kompetent geantwortet. Endlich lernen wir uns persönlich kennen. Sie zeigt uns ihre Angebote, erklärt uns noch mal die Schiffe und deren Routen. Eine Tour springt uns direkt ins Auge 11 Tage Antarktis (nicht wie bisher nur 10 Tage, aber zum selben Preis wie die 10 Tage Reise) in einer Doppelkabine mit Bullauge und eigenem Bad. Aber leider in Stockbetten. Sarah ruft bei der Reederei an und fragt nach den Kabinen. Dort bekommen wir ein spontanes Angebot eine Superior Kabine, größere als andere Kabinen mit großem Fenster und Doppelbett für einen guten Preis! Wir schlagen sofort zu und sind happy… Sarah auch! Hinter uns stehen schon die nächsten Kunden. Hermann und Lena aus Köln. Die beiden lassen sich auch schon seit einiger Zeit Angebote von Sarah schicken, waren gestern schon im Büro konnten sich aber noch nicht entscheiden.  Sie bekommen, dass selbe Angebot wie wir und entscheiden sich genauso spontan wie wir. Nach dem der ganze Papierkram erledigt ist, gehen wir zur viert erst einmal ein Bier trinken um auf unsere Reise anzustossen! Endlich geht es doch los in die Antarktis. Eine schwierige Geburt.

Nun haben wir noch eine Woche Zeit um uns Ushuaia und Umgebung in Ruhe anzusehen bis unser Schiff in See sticht. Jetzt im Februar ist Hochsommer im Süden Argentiniens, hier in Patagonien.  Ehrlich gesagt merken wir nicht soviel davon. Die Temperaturen bewegen sich tagsüber zwischen 9°C und 12°C kommt die Sonne zwischen den Wolken hervor erreicht das Thermometer auch schon mal satte 15°C. Der Sommer beginnt hier im Dezember und endet im März.  Nachts ist es dann oft 6°C. Wir heizen abends, zum ersten Mal seit Monaten. Die ersten zwei Tage regnet es häufig, dann entscheiden wir den Campingplatz zu verlassen und den National Park Tierra del Fuego zu erkunden.  Gegen Mittag brechen wir auf, es ist bewölkt aber trocken nach knapp 30 Minuten erreichen wir den Eingang zum Nationalpark, entrichten das Eintrittsgeld und bekommen eine Erlaubnis zum Campen für drei Nächte. Der nette Ranger der das Permitt ausstellt spricht ein bisschen Deutsch, weil sein Großvater aus Deutschland kommt. Wir fahren durch den Park und fahren bis zum Ende der Ruta 3, die hier im NP endet.

Anschliessend machen wir einen kurzen Spaziergang und finden etwas oberhalb am Fluss an der Laguna Verde einen schönen Stellplatz. In der Nähe ist ein Aussichtspunkt ausgeschildert und wir machen uns auf den Weg, die Sonne kommt raus und es wird richtig angenehm warm. Zurück am Wohnmobil packen wir die Stühle aus, wickeln uns in Decken, stoßen noch mal auf unsere Antarktisreise an und machen einen gemütlichen Mittagsschlaf.

Am nächsten Tag wird die Wanderung dann etwas länger. Mit einem Shuttle lassen wir uns zum Ausgangspunkt des Küstenwanderweges fahren. Nach ca einer halben Stunde erreichen wir das parkeigene Postamt. Man kann sich einen Stempel mit Foto des schon legendären Postbeamten in seinen Reisepass drücken lassen, wir verzichten, weil unser Reisepass schon ziemlich voll ist mit all den Grenzübertritten der letzten drei Jahre. Aber man kann auch Postkarten kaufen und verschicken, was wir natürlich tun.  Dann erlaubt der nette Postmensch noch, dass wir ein Foto mit ihm aufnehmen. Gesagt, getan!

Der Wanderweg an der Küste entlang ist wunderschön. Der Waldweg führt uns immer wieder zu kleinen Strandbuchten und beschert uns tolle Ausblicke auf das Meer und die schneebedeckten Berge.

4 Stunden und 12 km später sind wir wieder am Womo angekommen.  Nach zwei Nächten verlassen wir den Nationalpark, fahren zurück zu unserem Stammcampingplatz, nutzen das Internet, lassen unsere Wäsche waschen und machen uns dann auf den Weg zur Estanica Haberton. Diese liegt ca 90 km ausserhalb von Ushuaia am Beagle Kanal. Der Weg dorthin ist recht schön und der Blick auf den Beagle Kanal ist auf jeden Fall die Fahrt wert.  Man kann diese Estancia besichtigen und auf dem weitreichenden Grundstück an verschiedenen  Stellen campen.

Wir suchen uns am frühen Nachmittag ein nettes Plätzchen und lassen uns häuslich nieder. Zwei Stunden später kommen Michi und Torben mit ihren beiden kleine Kindern bei uns vorbei und entscheiden sich uns über Nacht Gesellschaft zu leisten. Die vier sind seit Mai 2015 mit einem grünem Rundhauber unterwegs. Der jüngste Sohn ist während der Reise in Mexiko zur Welt gekommen. Gemeinsam trinken wir Kaffee und tauschen einige Erfahrung aus. Von der Estancia  geht es zurück nach Ushuaia. Bei Sarah holen wir uns noch unser wasserfesten Hosen und Handschuhe ab, die wir von ihr für die Fahrt zur Verfügung gestellt bekommen, gehen Mittagessen und  ziehen uns dann für die nächsten 1,5 Tage auf den Campingplatz zurück. Sarah hat noch eine nette Idee und lädt all ihr Kunden die das selbe Schiff gebucht haben wie wir am Vorabend der Reise zum Pizzaessen in den Dublin Pub ein. Wir sehen Lena und Herman wieder und die beiden haben Henny und Michael aus Koblenz im Schlepptau. Insgesamt sind  ungefähr 35 Leute zu Gast bei Sarah.

Ich gehe zur Theke und bestelle  Bier  als zwei lachende Gesichter  von der anderen Seite der Bar mir zu winken.  Ich glaube ich Träume. Da sitzen in der selbe Kneipe rein zufällig zur gleichen Zeit Emanuel und Thoma aus Belgien.

Die beiden haben wir in Kolumbien kennengelernt und wir waren zusammen eine Woche auf den Galapagos Inseln. Die Wiedersehensfreude ist groß. Nach dem wir die anderen Mitreisenden kennengelernt haben verbringen wir den ganz späten Abend mit den beiden Belgiern und erzählen uns gegenseitig unsere Erlebnisse der letzten fünf Monate. Das braucht Zeit, viel Zeit.

Am letzten Tag  nutzen wir das schnelle Internet, schreiben emails, datieren die Homepage auf und packen unsere Tasche für unsere große Reise in die Antarktis. Wie sagte Birgers Schwester Birthe  so treffend:“ Once in a lifetime experience!“

Wir sind gespannt und freuen uns wie kleine Kinder! Wir werden natürlich berichten!

 Fazit: Viel haben wir gesehen in den letzten dreieinhalb Wochen. Plätze wieder gesehen, die wir vor 10 Jahren besucht haben und die Veränderungen zur Kenntnis genommen. Eisberge, Gletscher, Bergmassive durften wir bewundern, anfassen und fotografieren. Schotterstrassen haben wir gewagt, weil es die schöneren Strecken waren, viele Kilometer gefahren  und unser Womo hat tapfer durchgehalten.  „Alte“ Reisefreunde haben wir wieder getroffen, entspannte Tage mit einander verbracht mit sehr guten, intensiven  Gesprächen und auch  neue Freundschaften geschlossen. Wir sind dankbar dies alles erleben zu dürfen.

Dieser Beitrag gehört zu Chile und Argentinien 2017, Reiseberichte, Südamerika

3 thoughts on “Chile und Argentinien von Chaiten bis Ushuaia

  • renate+heiner christiansen 16. März 2017 at 14:58

    Hallo ihr 2

    Azurblauer Himmel, schneebedeckte Berge, aufregende Bergformationen,
    viele Seen, ALLES wie ein Traum.
    Immer wieder Gedankenaustausch mit alten und euen Bekannten!

    Liebe Grüsse
    Renate+Heiner

  • Eva und Friedhelm Schumacher 21. März 2017 at 19:48

    Schöne Bilder, interessante Berichte. Wir haben Euch am Friedhof in Puerto Octay getroffen.
    Weiterhin viele, schöne Erlebnisse.
    Friedhelm und Eva

  • Michaela Oberger 27. März 2017 at 17:37

    Hallo aus Österreich, ich bin heute auf eure Webseite gestoßen und habe fast den ganzen Tag damit verbracht eure Reise bis jetzt durchzuarbeiten. Einfach toll was ihr bis jetzt gesehen und erlebt habt. Lustig ist, dass wir genau 3 Jahre nach euch, 25.4.2017 mit unserem Landrover Defender „Herr Mozart“ auch ab Halifax starten. Wir sind schon gespannt was so alles auf uns zukommen wird – wir lassen uns einfach überraschen. Wie gehts bei euch weiter – bleibt ihr noch in Südamerika oder ruft die Heimat? Habt noch schöne Tage und meldet euch vielleicht einmal. Liebe grüße „noch“ aus Österreich. Michaela und Günter

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