Kanada: Verschiffung und Halifax

von Christiane
Verschiffung Kanada:

Wir haben viel über die Möglichkeiten der Verschiffung unseres WOMOS in die USA auf anderen Blogs gelesen. Die Firma Seabridge war in allen Berichten die zuverlässigste und die erfahrenste Firma. Auch die ersten Kontakte mit Seabridge    – wir hatten einige Fragen zu verschiedenen Zielhäfen -, hat uns durch schnelle und kompetente Antworten überzeugt.

Wir haben uns entschieden nach Halifax/Kanada zu verschiffen. Ganz klassisch. Dies bedeutet für uns allerdings, dass die Reise erst Ende April losgeht aufgrund der klimatischen Verhältnisse.

In Kanada bekommt man bei der Einreise automatisch eine Aufenthaltsgenehmigung für eine halbes Jahr.

Die Verschiffung sollte man laut der Firma Seabridge so zwei bis drei Monate vor Abfahrt buchen. Dies taten wir und wurden sofort mit vielen guten Informationen versorgt, genauen Beschreibungen wo das Womo in Hamburg anzugeben ist und auch was man in Halifax zur Übernahme vorbereiten muß. Die Gasflaschen müssen entleert sein und der Benzintank darf nur zu 1/4 gefüllt sein. In Hamburg hat dies keiner geprüft.Das Wohnmobil kann voll beladen verschifft werden, Voraussetzung ist dass alles gut verstaut ist und optisch das Wohnmobil „leer“ aussieht. Lebensmittel dürfen nicht mitgenommen werden. Wertsachen sollen natürlich mit dem Flugzeug im Handgepäck mitgeführt werden.Wir haben versucht viele Dinge in den Aussenfächern des Womo zu verstauen, denn dafür hat die Reederei keine Schlüssel bekommen. Den Wohnraum haben wir nicht – wie andere es beschreiben- von der Fahrerkabine mit eine Holzwand oä abgetrennt. In den Schränken haben wir nur Kleidung und Haushaltsutensilien untergebracht. Die Polster haben wir mit alten Bettlaken abgedeckt und den Boden mit Plastikplanen  verschönert.

Unser Schiff hatte dann leider bei der Abfahrt fast eine Woche Verspätung, da die Reederei kurzfristig die Route geändert hatte. Wir haben unser Womo also eine Woche später als geplant abgegeben. Die Ankunft des Schiffes in Halifax hat sich allerdings nur um drei Tage nach hinten verschoben

Am Tag der Abgabe haben wir den Terminal am Hafen in Hamburg sofort gefunden und nach ca 1,5 Stunden waren wir schon wieder auf dem Rückweg. Die Formalitäten werden von Seabridge super vorbereitet, wir mussten eigentlich nur mit unserem Ausweis und dem Fahrzeugschein anwesend sein und das Womo abgeben.
Das war nun der Startpunkt unseres Abenteuers. Im Internet konnten wir jederzeit nach verfolgen wo sich das Schiff mit unserem Womo gerade befindet.  Zwei Wochen später sind wir nach Halifax geflogen.
Wir sind planmäßig in Halifax angekommen und es ging alles problemlos. In Kanada dürften wir nun 6 Monate bleiben und die drei Fragen bei der Einreise, nach Ziel, Arbeitgeber und Dauer waren leicht zu beantworten…..

Halifax:

 Halifax ist die Hauptstadt des Bundesstaates Nova Scotia. Halifax City hat 290.000 Einwohner in der gesamten Region leben 390.000 Menschen. Die Stadt liegt auf einer schiffsförmigen Halbinsel an der Atlantikküste. Durch die Lage direkt am Meer, an einem ganzjährigen eisfreien Gewässer, war Halifax schon immer eine bedeutende Hafenstadt. Egal ob Seeräuber, Indianer oder kriegsführende Kolonialisten gerade die Oberhand hatten. Heute verfügt die Stadt über Universitäten, neuere Industrie, viele kulturelle Angebote mit Museen, Galerien und Theatern.

Halifax als Stadt ist nett und überschaubar, es gibt eine lange Waterfront Promenade von fast 2 km mit vielen Restaurants und Imbissbuden. Leider hat zur Zeit noch alles geschlossen ;-). Aber zum Spazierengehen ist es echt nett.

Wettertechnisch wird es jeden Tag schlechter, am ersten Tag hatten wir tollen Sonnenschein und ca 10- 12 Grad und Wind, was die Kanadierinnen dazu bewogen hat in kurzen, ärmellosen Kleidern und Flipflops rumzulaufen, die Herren in kurzen Hosen und T-Shirts. Wir haben dann mal die Jacke etwas aufgeknöpft, wir fanden es nicht  so „heiß“. am Tag danach war es bewölkt und so 8 Grad am Tag drei regnete es aus Kübeln.  Aber es soll  wieder besser werden und zwar stetig…. dass ist das Wichtigste, denn:        Unser Womo steht schon im Hafen.

Die Zeit in Halifax versuchen wir zu nutzen und versuchen ein handy und eine prepaid card zu erwerben. Nicht so einfach obwohl es nicht so viele Anbieter gibt, aber viele Tarife und im Gegensatz zu Österreich und Deutschland ist das Telefonieren recht teuer. Wenn wir in Halifax einen prepaid Tarif wählen sind alle Anrufe die wir ausserhalb von Halifax tätigen „long distances calls“ und kosten noch einmal ca einen halben Dollar extra pro Minute.  Alle Telefonläden haben uns empfohlen bei Walmart ein handy und eine prepaid Karte zu kaufen, dass sei viel billiger als bei ihnen im Shop….. ( so was würde bei uns in einem Shop nie passieren) Das werden wir dann auch unterwegs tun. Ach ja und um mobiles internet zu bekommen muss man a) tief tief in die Tasche greifen und  b) braucht man eine kanadische ID, da wir nur reisen wollen und uns nicht einbürgen lassen wollen wird uns dass mobile internet in Kanada für Ewig verschlossen bleiben…. Aber die netten Mitarbeiter in den verschiedenen mobil phone shops haben uns bestätigt, dass es viel WIFI gibt… also werden wir Stammkunde bei Starbucks, McD, BurgKing, Tim Hortons und Co, aber auch viele „normale“ Cafés haben Wifi und sicher auch der ein oder andere CP.

Ja, Diesel gibt es auch nicht an jeder Tankstelle,  aber das Netz ist gut. Den Regentag nutzte  Birger um noch einmal das Internet zu durchforsten wo wir LPG bekommen für unsere von aussen zu befüllenden Gasflaschen. Er fand eine Firma  in Dartmouth und eine Tankstelle auf dem Weg nach Peggy Cove.  Die Ausbeute ist mager, aber  wir wissen, dass die Versorgung mit „Gas von der Zapfsäule“ in anderen Bundesstatt ausserhalb von  Nova Scotia besser ist.

Es ist soweit wir holen unser Womo ab. Der erste Gang am Morgen ist zum Spediteur, von ihm bekommen wir die notwendigen Frachtpapiere, die Prozedur dauert keine 10 Minuten. Mit diesen Unterlagen gehen wir zu Fuss ca 5 Minuten zum kanadischen Zoll. Dort geben wir die Papiere vom Spediteur ab, der Fahrzeuginhaber muss seinen Reisepass vorzeigen, wir verneinen die Fragen nach der Einfuhr von Waffen, Drogen oder Lebensmitteln und bestätigen, dass wir mit dem Womo in spätestens 6 Monaten wieder ausreisen. Auch dieses  Gespräch dauert nicht länger als 10 Minuten. Wir gehen zurück zum Hotel holen unser Gepäck und fahren mit einem Taxi zum Hafen.

Dort übernehmen wir unkompliziert unser Womo und freuen uns riesig, dass nichts beschädigt wurde und nicht fehlt. Es ist alle super gelaufen! Gleichzeitig mit uns holt ein Ehepaar aus der Schweiz ihren Sprinter ab, wir tauschen ein paar Infos aus und sind sicher uns bald  auf dem Weg wieder zu sehen, ihr Ziel ist auch Patagonien.

Nun geht es auf zum LPG tanken, weil nachts ist es noch recht kühl,  wir müssen auf jeden Fall heizen. Wir finden schnell die Firma in Dartmouth und sind schon freudig begeistert als wir eine Art Propangaszapfanlage sehen. Der freundliche Mitarbeiter stellt aber klar, dass er uns nicht betanken kann, weil ….. Aber er gibt uns einen Tip zu welcher Tankstelle wir fahren können. Zwanzig Minuten später betankt ein sehr freundlicher älterer Kanadier unser Womo mit LPG und mit Diesel.

 LPG tanken: LPG heißt in Kanada Propane. Es gibt vereinzelt Tankstellen an denen man Propane tanken kann. Dies ist für alle diejenigen wichtig, die ihre Gasflaschen fest im Wohnmobil eingebaut haben und sie von Aussen betanken wollen. Tankstelle  Canadian Tire  (nicht zu verwechseln mit dem Baumarkt Canadian Tire) ausserhalb von Halifax am Highway 7, Mainstreet, Westphal 

Wir sind zufrieden, auf dem Weg zum Supermarkt fällt uns ein…… wir hätten auch noch nach Wasser fragen müssen….                                                                                             Egal, wir kaufen erstmal den Walmart leer und erwerben ein pre-paid handy ( sorry, pre-paid cellphone), unser voller Einkaufswagen führt  zu einem netten Gespräch mit einer Kanadierin in der Kassenschlange. Dana ist so Anfang 50 heisst uns herzlich in ihrem Land als Gäste willkommen und wir halten Smalltalk während die Kassiererin unsere Sachen in ca 30 Tüten verpackt. Nein, nicht weil es so viel ist, eher weil sie nur ca 3-5 Teile in eine Tüte packt… Wir fühlen uns wohl und willkommen.

Alle Sachen werden irgendwo im Womo verstaut und wir machen uns auf den Weg zu unserem ersten Ziel Peggy Cove – wir wollen die Lighthouse Route fahren- und sind auch noch auf der Suche nach Wasser……… ( Fortsetzung folgt: 😀 )

Unsere Route als grobe Skizze:

Damit uns auch jeder erkennt haben wir „unsere  Rückseite“ verschönert.

Dieser Beitrag gehört zu Erfahrungen und Tipps Kanada und USA, Grenzübergänge/Verschiffung, Gut Zu Wissen!?, Vorbereitungen

3 thoughts on “Kanada: Verschiffung und Halifax

  • Christian David 28. April 2014 at 10:56

    Sieht Abenteuerlich aus. Ich wünsche euch viel Spaß auf eurer Reise!

  • Birthe :o) 6. Mai 2014 at 01:52

    Hallo meine Besten,

    bin gerade am Fruehstuecken und hab mal schnell einen Blick auf Eure Webseite geworfen.

    Schoene Photo’s….bin gespannt auf Euren naechsten Bericht aus Kanada. Viel Spass Ihr Abenteurer.

    Seid umaermelt und gedrueckt.

    Eure Birthe & Co :o) aus den Weiten Australiens

  • renate+heiner christiansen 10. Mai 2014 at 17:06

    Hallo ihr Zwei,
    haben euren Bericht begeistert gelesen.
    Weiterhin gute Fahrt,nette Menschen,neue Eindrücke und immer Wasser Gas und Diesel im Tank.
    Wir freuen uns auf einen neuen Bericht!

    Seid gegrüsst von Heiner+Renate

Comments are closed.