Kreuzfahrt mit der MSC Orchestra von Argentinien nach Europa

von Christiane

Kreuzfahrt mit der mit der MSC Orchestra von Buenos Aires über Brasilien nach Europa vom 24. März bis zum 18. April 2017
Wir beschliessen einen Tag vor Abfahrt der MSC Orchestra schon in Buenos Aires zu sein. Mit dem Buquet Bus wollen wir von  in Uruguay nach Buenos Aires übersetzten. Die Buchung über das Internet entpuppt sich als recht kompliziert. Es gibt ein online Buchungsmöglichkeit über eine uruguayische Internetseite und eine Möglichkeit über eine argentinischen Seite.  Die Preise sind recht unterschiedlich und auf der uruguayischen Seite können wir als Ausländer gar nicht buchen, da ein uruguayische Personalausweis notwendig ist.  Bei den Argentinier verdreifacht sich der Preis mit einem ausländischen Pass. Wir können es nicht ändern und zahlen den erhöhten  Preis. Leider wird unsere Kreditkarte nicht akzeptiert, weil es gerade ein Systemproblem gibt. Rolf, der Besitzer des Hotels, Granja Hotel Suizia,  hilft uns freundlich und nach nur zwei Stunden  haben wir unsere Tickets für nur 55 US Dollar pro Person für den Bouquet Bus…..  Eigentlich ist der Bouquet Bus kein Bus, sondern eine regelmäßige Fährverbindung über den Rio de la Plata zwischen Colonia de Sacramento in Uruguay und Buenos Aires in Argentinien. Wir beschließen uns nicht aufzuregen, dass die Einheimischen nur 20 US Dollar für den selben Weg zahlen. Aber das Risiko die Tickets erst vor Ort zu kaufen und eventuell keinen Platz zu bekommen  ist uns zu groß. Schnell buchen wir noch für wenig Geld ein Hotel in Buenos Aires, nah an der Haupttouristenstrasse gelegen und nur drei Kilometer vom Hafen entfernt. Am Morgen der Abfahrt ist es etwas hektisch, die letzten Handgriffe müssen getätigt werden, damit das Womo die nächsten Wochen ( es sollen dann doch Monate werden)  gut auf dem Parkplatz steht, Kühlschrank abgetaut, Wassertanks sauber und leer, übrige  Lebensmittel verschenken wir, unsere eine gemeinsame Reisetasche gepackt ( mehr Reisetaschen haben wir nicht mit im Womo), etc.. Pünktlich um 7.30 Uhr am Morgen werden wir am Hotel von einem Bus abgeholt,  wir werden zur Sammelbusstation im kleinen Ort, Helvetia,  gefahren und erhalten unsere Bustickets für die Weiterfahrt nach Colonia de Sacramento. Es läuft alles wie geschmiert, etwas zu früh erreichen wir den Terminal von der Fähre nach Buenos Aires. Es geht zu wie auf einem Flughafen, wir geben unsere Reisetasche  ab, bekommen unsere Tickets, gehen durch eine Sicherheitsschleuse und passieren den Zoll bzw die Grenze und bekommen Stempel in den Pass, da wir ja Uruguay verlassen und nach  Argentinien  einreisen wollen. Dann warten wir 1,5 Stunden bis es los geht. Als wir die Fähre betreten wollen, stellt eine Dame fest, dass uns ein Stempel auf dem Ticket fehlt.  Ein junger Mann vor uns hat das selbe Problem. Also drängeln wir uns durch die Schlange hinter uns zurück  und sprinten zum Zollgebäude. Durch eine Hintertür betreten wir das Gebäude, ein Beamter versucht uns aufzuhalten, wir  übersehen ihn geflissentlich und stürmen zu dem Schalter an dem wir unsere Passstempel bekommt haben. Der nette Zollbeamter spricht englisch, checkt unsere Einreise und Ausreise im Computer und will uns gerade den gewünschten Stempel auf unser Ticket drücken, als seine Chefin uns erreicht. Sie redet auf uns ein, wir verstehen kein Wort. ihr netter Kollege scheint sie zu beruhigen und sie läßt uns gehen. Wir legen einen weiteren Spurt zurück zur Fähre ein. Beim erneuten Betreten der Fähre schaut natürlich keiner auf irgendwelche Stempel auf unserm Ticket, wir werden einfach durch gewunken. Innerhalb von einer Stunde überqueren wir den Rio de la Plata und erreichen die Hauptstadt von Argentinien. Da wir nur eine Reisetasche und einen Rucksack dabei haben, laufen wir die 2km  vom Fährhafen zu unserm Hotel „Vista del Sol“.  Die Zimmer sind sauber, klein und modern, das WLan ist schnell und die Fussgängerzone erreichen wir in 5 Minuten zu Fuss. Eigentlich wollten wir uns gemütlich einen Überblick über die Stadt machen, aber ein „kleiner“  Wasserschaden in unserem Haus in Deutschland erfordert unsere Aufmerksamkeit und viele Telefonate. Am späten Nachmittag schauen wir uns dann doch noch einige Sehenswürdigkeiten in der Stadt an und schlendern durch die Fussgängerzone.

Bei unserem  späten Frühstück am nächsten Morgen im Hotel kommen wir mit den Tischnachbarn ins Gespräch, die wie wir  mit der MSC Orchestra am Nachmittag in See stechen wollen.  Gegen Mittag machen Birger und ich uns auf den Weg zum Hafen, ab 14.00 Uhr dürfen wir einchecken.  Alles scheint gut organisiert zu sein, wir geben die Koffer ab und in einer großen Halle bekommen wir alles notwendige Unterlagen um unser schwimmendes Hotel zu betreten.

In unserem Buchungspaket ist ein „Fast-check-in“ inkludiert, so dass wir recht schnell das Schiff betreten dürfen. Vor der Gangway lernen wir Hildegard und Edwin aus Norddeutschland kennen, die beiden sind schon Kreuzfahrt erfahren und erklären uns den Ablauf.  Das Schiff hat 14 Decks unsere Balkonkabine liegt auf Deck 12, direkt unter dem Buffetrestaurant und dem großen Aussenbereich mit Pools und Bars. Uns gefällt unsere Kabine sehr gut und wir wissen wir werden uns in den nächsten drei Wochen hier sehr wohlfühlen.

Wir laufen los das Schiff zu erkunden, noch können wir uns nicht vorstellen hier von A nach B zu kommen ohne uns zu verlaufen.  Wir beschliessen während der dreiwöchigen Kreuzfahrt die Aufzüge zu meiden und die Treppen zu nutzen. Erstens sieht  das Essen recht gut aus und steht uns 20 Stunden am Tag zur Verfügung und zweitens sind jetzt schon  vor den Aufzügen längere Schlangen…… . Der erste Rundgang macht hungrig und durstig und wir beschliessen eine Kleinigkeit essen zu gehen. Ja, die Idee hatten die anderen Gäste auch und wir empfinden das Buffetrestaurant als total überfüllt  und sehr laut. Wir schnappen uns Pizza und Nudeln vom Buffet und suchen uns einen Platz auf dem Pooldeck. Die Bars sind auch schon geöffnet und wir stossen auf unsere erste „klassische“ Kreuzfahrt an. Im ersten Moment empfinden wir alles als ziemlich wuselig, aber 2409 Gäste müssen sich alle erst einmal orientieren, genau wie wir. Nachmittags gibt es dann die obligatorische Rettungsübung und dann legt das Schiff vom Kai ab. Es geht los und wir sind total gespannt was uns die nächsten Tage alles erwarten wird.

Das Abendessen im „Bedien-Restaurant“, findet in einer entspannteren Atmosphäre  statt und wir dürfen unsere Essenszeit frei wählen, dafür haben wir keinen festen Tisch. Das ist für uns sehr okay. Abends gibt es in den acht verschiedenen Bars oder  waren es zehn Bars, unterschiedliche live Bands. Wir wandern zwischen den Bars herum, hören der Musik zu und treffen dann tatsächlich im Gewühl noch Edwin und Hildegard zu einem Schwatz.  Der nächste Tag ist ein Seetag, wir lassen es ruhig angehen, schauen uns das Schiff noch einmal genauer an und machen Small Talk  mit anderen Gästen. Die meisten Gäste kommen aus Argentinien und reisen oft auch mit Familie und Freunden,  viele Italiener und Franzosen sind an Bord,  genauso wie deutschsprachige Mitreisenden, vereinzelt treffen wir Australier und Amerikaner. Alle Durchsagen an Bord werden in fünf verschiedenen Sprachen kommuniziert, Spanisch, Italienisch, Französisch, Englisch und Deutsch. Es dauert also immer etwas länger bis alle Reisenden die Durchsagen in ihrer Sprache verstanden haben. Die Mitarbeiter an Bord sprechen alle Spanisch und Englisch und einige Sätze in Deutsch und sind wirklich freundlich und sehr aufmerksam.  Im  Bord-Theater gibt es tagsüber kurze Vorträge als Einstimmung  über  unser nächstes Ziel und die angebotenen Landausflüge. Zweimal jeden Abend  gibt es im Theater immer eine neue ca 50 Minuten lange „Show“ mal klassische Musik, Akrobatik, Comedy, Pop etc,.  Ein gutes Unterhaltungsprogramm, dass wir fast jeden Abend nutzen. Wir fühlen uns wohl auf dem Schiff, die ersten Tage empfanden wir als etwas hektisch bis wir für uns herausgefunden haben, wann alle anderen Gäste Frühstücken, Abendessen, Mittagessen oder an die Pools etc gehen und uns andere Zeiten ausgesucht haben. Unser Versuch gegen die „Masse“  unseren Tagesablauf zu planen funktioniert ganz gut.

Am zweiten Tag fahren wir in den Hafen von Rio de Janeiro ein, schon von unserem Balkon aus sehen wir die Skyline von Rio, den Zuckerhut und die Christusstatue. Wir haben einen geführten Landausflug gebucht. Pünktlich zur vorgegebenen Zeit sind wir im Theater, wundern uns dass alle anderen schon da sind,  bekommen eine Nummer auf unser T-Shirt geklebt, die mit unserer Busnummer identisch ist und bei Aufruf dieser Nummer dürfen wir das Schiff verlassen und unseren Bus besteigen. Wir haben das Gefühl, dass 80 Prozent der Gäste diesen Ausflug gebucht haben. Es geht zu wie im Ameisenhaufen. Vor Verlassen des Schiffes, wird unser Bordausweis geprüft und wir werden „ausgecheckt“. Wir sitzen im letzen Bus, der den Hafen verlässt und Hildegard und Edwin sind auch mit von der Partie! Geplant ist Zuckerhut, Christusstatus, Copacabana und  Playa Ipanema.  Die Fahrt zum Zuckerhut ist wirklich schön, immer wider sieht man schon von weitem dieses Wahrzeichen der Stadt. Mit zwei verschiedenen Seilbahnen geht es nun nach oben. Unser Führer erzählt uns nette Anekdoten und lässt uns 45 Minuten Zeit den Zuckerhut selber zu erkunden und den Ausblick zu geniessen.

Weiter geht es mit dem Bus einmal durch die Stadt zur Christusstatue. Zu dieser gelangt man im ersten Schritt mit einer kleiner Bahn, die ziemlich überlastet ist mit der großen Anzahl der Touristen und den ganzen Gästen von der MSC. Wir warten sehr lange bis unsere Gruppe einen Platz im Zug bekommt.  Von der kleinen Bahnstation geht es dann mit einem Aufzug zur Statue. Unser Reiseführer kommt in Zeitnot und gibt uns 20 Minuten zur Besichtung des Christus. Wir sind nicht alleine, es ist wahnsinnig voll jeder will das ultimative Foto, aber alleine ist man selten auf den Bildern zu sehen. Solche Art des Reisens sind wir nicht gewohnt. Trotzdem ist der Ausblick von hier oben atemberaubend.

Zurück im Bus informiert uns der Reiseführer, dass wir keine Zeit mehr haben für die berühmten Strände in Rio, wir müssten zum Schiff zurück. Unsere Enttäuschung ist groß, wir hatten so gerne einmal die Copacabana gesehen. Zurück an Bord der MSC erfahren wir, dass unser Bus der einzige war, der nicht die Strände besucht hat. Unser Learning, wir sitzen nie wieder im letzten Bus…..!

Nach einem weiteren entspannten Seetag erreichen wir die Stadt Salvador de Bahia. Auf diesen Landgang freue ich mich am meisten. Vor ca 14 Jahren ist meine Freundin Inge in diese Stadt ausgewandert.  Wir haben uns seit dem hin und wieder in Deutschland oder Österreich getroffen aber wir haben sie noch nie in ihrer „neuen“ Heimat besucht. Ich kann es kaum abwarten das Schiff zu verlassen. Wie verabredet holt Inge uns mit ihrem Mann Marcos am Hafen ab. Die Wiedersehensfreude ist groß, Tränen fliesen und wir liegen uns lange in den Armen. Emails können eben ein persönliches Wiedersehen nicht ersetzten.

Die beiden zeigen uns mit dem Auto und auch zu Fuss die Stadt, wir laufen durch Altstadt. Es ist Sonntag, in vielen Kirchen ist Messe und überall erklingt Musik.

Zum Mittagessen laden die beiden uns zu einem typischen brasilianischen Essen ein, Meeresfrüchte in Kokosnuss-Curyy-Sauce, verschieden Fleischsorten mit gegrilltem Obst, dazu ein Eissorbet aus ganz selten Früchten, die wir noch nie gesehen haben.

Es gibt viel zu erzählen und die Zeit geht viel zu schnell vorbei. Zum Abschluss trinken wir noch einen Kaffee auf der Terrasse ihrer wirklich schönen Penthouse Wohnung mit Blick auf Strand und Meer. Okay, der Blick auf die Häuser direkt drum herum ist eben wie in jeder anderen Großstadt.

Am frühen Nachmittag müssen wir uns schon wieder verabschieden, unser Schiff will weiter und wartet nicht auf uns. Aber es war bestimmt nicht unser letzter Besuch. Vielen Dank an euch beide für die private Stadtführung!

Am Abend gibt es das erste Galadinner an Bord.  Gäste, die schon öfter mit MSC gereist sind und „Clubmitglied“ sind, werden  vor dem Galadinner zu einem Umtrunk, natürlich in feiner Abendrobe,  mit dem Kapitän geladen. Die anderen Gäste werden „nur“ zum Galadinner geladen, aber natürlich auch in Abendrobe. Damit können wir leider nicht dienen. Unser Kleiderschrank im Wohnmobil gab nur für jeden von uns ein Jacket her.  Auch passt in unsere Reistasche kein feiner Zwirn rein. Langes Abendkleid und schwarzer Anzug sind bei uns also Fehlanzeige.  Am ersten Abend sind wir etwas skeptisch ob ywir uns in Jeans und Jacket sehr abheben. Unsere Sorge ist unberechtigt, von Jeans und T-Shirt bis zum Smoking ist alles dabei, manches Abendkleid ist auch eher Geschmacksache, aber es gibt auf jeden Fall viel zu gucken, zu begutachten und zu reden. Die Küche kocht etwas extravaganter, die Weine zum Essen sind etwas erlesener, und die Kellner sehen etwas schicker aus am Galaabend. Der Kapitän sitzt wie jeden Abend ab 21.20 Uhr am Nebentisch mit seinen Offizieren. Wir geniessen es verwöhnt zu werden.

Am nächsten Morgen sitzen wir auf dem Pooldeck bei unserem morgendlichen Cappuccino und geniessen das gute Wetter. Achim aus Wolfsburg nimmt an unserem Tisch Platz und wir kommen ins Gespräch, seine immer gut gelaunte Frau Anja gesellt sich später zu uns und wir geniessen einen entspannten Vormittag an der Poolbar. Für den frühen Nachmittag haben wir eine Bootstour durch die Kanäle von  der Stadt Recife, auch genannt das Venedig von Brasilien,  gebucht. Wir sind etwas skeptisch nach unseren Erfahrungen in Rio. Schon vor der angegeben Zeit gehen wir los um uns unsere „Busnummer“ abzuholen. Da wartet Achim schon auf uns, wir hätten ja den selben Ausflug gebucht, dann wäre es ja schön auch im selben Bus zu sitzen.  Recht hat er und es macht ja zu viert auch viel mehr Spaß. Die Bootstour ist nett und wir sehen die Stadt von der Wasserseite aus. Die Stadt ist von einigen Kanälen durchzogen von denen wir zwei durchfahren. Anschliessend geht es noch in ein altes Gefängnis, in dem heute ein Kulturhaus beheimatet ist. In den ehemaligen Zellen sind nun überall kleine Läden, die zum Souvenirshoppen einladen.

Durch Achim und Anja lernen wir noch Ferdinand und seine Frau Barbara aus Paderborn kennen. Die beiden sind auch erfahrene Kreuzfahrer, aber auch zum ersten Mal mit der MSC unterwegs. Zu sechst verbringen wir viele lustige und lange Abende gemeinsam an der ein oder anderen Bar. Die nächsten fünf Tage sind Seetage, wir überqueren den Atlantik von Recife in Brasilien nach Teneriffa in Spanien. Jeden Tag stellt die Bordcrew die Uhren eine Stunde vor um uns die Zeitumstellung erleichtern. Als Entschädigung für unseren „nicht vollständigen“ Landausflug in Rio de Janeiro bekommen wir einen Gutschein pro Person für die Tour „Hinter den Kulissen“ an Bord geschenkt. Wir finden es toll zumal die Tour pro Person 45 Dollar kosten sollte.  In einer ca 3 stündigen Tour dürfen wir hinter die Kulissen des Theaters schauen, in die  Wäscherei, sehen wo die Crew wohnt ( die Offiziere wohnen in normalen Kabinen auf unserem Deck).  Bevor wir die Küche, Bäckerei und Konditorei betreten müssen wir uns umziehen. Schick ist anders aber es muss ja nur hygienisch sein. Uns wird erklärt wie der Ablauf in den beiden Küchen ist und welche Mengen an Lebensmittel verarbeitet werden. Fotos dürfen wir nur machen, wenn kein Personal abgelichtet wird. Wir sind von der Logistik beeindruckt. Am Ende der Führung gibt es dann noch einen kleinen Snack im Sushi Restaurant und ein paar Werbegeschenke. Eine wirklich interessanter Nachmittag dort wo die ganzen Mitarbeiter arbeiten, die uns die ganzen Tage so verwöhnen. Ansonsten geniessen  Birger und ich die total freie Zeit an Bord.

Wir müssen nichts organisieren, wissen jeden Abend wo wir schlafen, lesen keine Reiseführer und auch das Kochen überlassen wir anderen. Ich lese, Birger geniesst den Meerblick und plant ein bisschen schon mal unseren weiteren Weg in Südamerika.  Der Mittagsschlaf ist fester Programmteil unseres Tagesablauf, genauso wie der Theaterbesuch am Abend mit anschliessendem Barbesuch mit den anderen Paaren. An einem Abend lotst Achim mich und Birger mit in die Skylounge.  Wir folgen ihm und setzten uns an einen Tisch direkt an die Tanzfläche. Was wir alle nicht wussten, es gibt ein lustiges Spiel mit den Gästen, die zahlreich erschienen sind. Der nette Animateur, der die Mitspieler aussucht entscheidet sich für Birger. Der lässt sich nur kurz überreden und ist an diesem Abend einer von zwei Hauptpersonen auf der Bühne und sorgt ganz schön für Stimmung. Klar, dass sein Team am Ende gewinnt. Nach fünf Tagen ruhiger See und nur Wasser um uns herum  erreichen wir Europa. Auf Teneriffa haben wir wieder festen Boden unter den Füssen. In unserer Buchung waren drei Ausflüge enthalten ua eine Tour über die Insel Teneriffa. Gemeinsam mit Achim, Anja, Bärbel und Ferdi sitzen wir im ersten Bus, der den Hafen verlässt. Zunächst geht es ins Städtchen Oratava. Es ist Palmsonntag und einige festlich geschmückte Prozessionen laufen durch die Stadt.  Wir bewundern zwei Kirchen, besuchen „das Haus der Balkone“ und bei einem Zwischenstop erwischen wir noch eine tollen  wolkenfreien Blick auf den Vulkan Tiede.

Nächster Halt ist der botanische Garten in Puerto de la Cruz. Erinnerungen werden wach. 150 Meter entfernt haben wir damals unseren spanischen Sprachkurs absolviert. Leider ist nicht soviel hängen geblieben. In Puerto de la Cruz entscheidet sich unsere kleine Gruppe gegen einen Stadtbummel und für einen entspannten Besuch in einem Restaurant am Meer um „ Papas mit Mojo Verde und Mojo Roja zu essen. Dazu gibt es ein kühles Bier. Die Stimmung ist gut und es gibt viel zu Lachen. Ein gelungener Landgang.

Nach einem weiterem Seetag erreichen wir die Stadt Cadiz auf dem spanische Festland. Eigentlich hätten wir auch hier einen Ausflug in unserem „Buchungspaket“ includiert. Dieser Ausflug würde uns aber per Bus in das zwei Stunden entfernte Sevilla führen. Birger und ich  entscheiden uns dafür die schöne Stadt Cadiz alleine und zu Fuss zu erkunden. Vom Hafen aus ist man innerhalb von fünf Minuten in der Innenstadt.  Vor ca zwanzig Jahren habe ich hier meine Freundin Inge besucht, die hier ein Semester studiert hatte. Manches  kommt mir noch bekannt vor. Wir laufen einmal um die Stadt herum, besuchen auf einer Halbinsel ein kleines Fort. In der Innenstadt bewundern wir den Dom von Innen und Aussen, besteigen den Glockenturm und erschrecken uns wahnsinnig als plötzlich die Glocke anfängt zu läuten, als wir drunter stehen. Das Wetter ist sonnig – warm und wir suchen uns auf der ein oder anderen Piazza einen schönen Platz um bei einem Glas Wein die Atmosphäre zu geniessen.  Ein schöner Tag, ganz nach unserem Geschmack!

Von Cadiz geht es weiter nach Malaga.  Die Stadt sehen wir nicht, da unser includierter Ausflug uns heute nach Marbella führt. Hier wo die Schönen und Reichen ihren Urlaub verbringen.  Unser sechser Club ist wieder vereint. Die Gruppenführung durch den Ort ist nett, die Stadt wirkt am Vormittag wie ausgestorben. Unser Reiseleiter erklärt uns, dass die Stadt erst am Abend zum Leben erwacht. Die Geschäfte haben bis zum frühen Morgen geöffnet, da die recht gut betuchten Touristen erst nach Aperitif und ausgedehntem Abendessen, die Stadt und die Geschäfte erobern.  So ist es für uns auch kein Problem direkt am Hafen einen Platz in einem Café zu bekommen mit Blick auf all die Yachten und hin und wieder fährt auch eine Nobelkarosse oder Motorrad an uns vorbei. Okay, manche fahren auch öfter an uns vorbei, man muss ja zeigen was man hat.  Ferdi spendiert eine Runde Kuchen und wir spekulieren was wohl das ein oder andere „Bötchen“ vor uns wohl kosten mag und wer darauf wohl wohnt.

Den Nachmittag geniessen wir entspannt an Bord und bereiten uns langsam auf den Abend vor. Es ist ein besonderer Abend. Achim feiert heute in seinen 60. Geburtstag rein. Nach dem Essen treffen wir uns alle in der Weinbar auf Deck 7. Mit den netten Mädels aus dem Service organisieren wir einen Sekt und der Sänger mit Gitarre erklärt sich gerne bereit pünktlich um 24.00 Uhr ein Geburtstagsständchen zu singen.  Nicht nur er singt, Gäste und Service stimmen ein, wir stossen an. Achim geniesst es von allen geherzt, umarmt und geknutscht zu werden.

Die Nacht wird kurz, aber am nächsten Morgen können wir alle ausschlafen.  Erst gegen Mittag am nächsten Tag landen wir im Hafen von Palma de Mallorca an. Mit zwei Taxen fahren wir zur nächst zur Kathedrale. Bärbel und Ferdi verabschieden sich zu einer größeren Shoppingtour und wir anderen vier starten mit der Erkundung der Stadt. Wir lassen es ruhig angehen und nach knapp 1,5 Stunden setzen wir uns zum ersten Mal in ein Café. Es ist ja Achims runder Geburtstag und wir müssen viel feiern.  Ferdi meldet sich per Telefon und lotst uns in ein anderes kleines Restaurant. Wir essen und trinken  eine Kleinigkeit gemeinsam und ziehen wieder getrennt los.  Mit Achim und Anja ist es entspannt die Stadt zu erkunden, ohne Stress, wir biegen spontan in Gassen ein, schauen uns die Vorbereitungen für das kommende Osterfest an, hören Strassenmusikern zu und finden immer mal ein nettes Plätzchen zum ausruhen. Die Altstadt ist wirklich schön und wir schlendern ziellos herum.

Wir sind wohl schon am Rand der Altstadt angekommen, etwas erhöht, unter uns führt eine Hauptstrasse am Meer entlang, super Meerblick, und kaum noch Touristen um uns rum. Da sehen wir ein gespanntes weisen Segeltuch, mit vielen Sofaecken, eine Bar in der Mitte und toller Blick. Tatsächlich finden wir noch einen freien Tisch mit gemütlichen Sofas und sind wohl die einzigen Ausländer. Wir schauen mal so auf die Nachbartische und sehen viele Sangria-Krüge auf den Tischen stehen. Das passt zu Mallorca und wir trinken unsere erste Sangria in Spanien. Zwischen den vielen Einheimischen fühlen wir uns wohl und so verbringen wir den frühen Abend hier auf dieser schönen Terrasse, die sich immer mehr füllt.

Irgendwann wird es dann Zeit zum Schiff zurückzukehren. Bei einem gemeinsamen Abendessen mit Sekt und Geburtstagstorte  feiern wir noch einmal Achims großen Tag.  Am nächsten Tag entspannen wir an Bord. Birger, Ferdi und ich spielen Skat, ich verliere und die nächste Getränkerunde auf dem Festland geht auf mich. Da hilft es auch nicht das Birger gewonnen hat.  Aber zunächst müssen wir weiter Geburtstag feiern. Am heutigen Abend treffen wir uns wieder alle in der Bar und feiern diesmal in Anjas großen Tag hinein. Mit einem Ständchen wieder von allen Anwesenden, Sekt und kleinen Geschenk lassen wir sie hoch leben. Am nächsten Tag geht es trotzdem recht früh los. Die Hauptstadt von Malta, La Valletta, will entdeckt werden. Unsere kleine Gruppe trennt uns. Achim und Anja haben eine Tour gebucht, Ferdi und Bärbel entscheiden sich spontan für ein Rundfahrt mit dem Taxi und Birger und ich haben Bewegungsdrang und erkunden die Stadt zu Fuss. Zunächst geht es am Wasser entlang um die Stadt herum, mit Blick auf dem Hafen.

Dann näheren wir uns der Innenstadt. In einer Kirche werden wir lieb begrüsst und ein netter älterer Herr erklärt uns alles zur Geschichte des alten Gebäudes. Je näher wir der Fussgängerzone kommen um so voll wird es. Wir haben das Gefühl an einem verkaufsoffenem Sonntag in der Essener Innenstadt gelandet zu sein. Zunächst lasen wir uns treiben und bewundern die alte Bausubstanz. Dann wird es doch Zeit sich wieder in die Nebengasse zu schlagen. Wir entscheiden uns in einem kleinen Restaurant bei Wein und Bruschetta unsere Füsse auszuruhen.  Nach und nach melden sich die anderen vier und so sitzen wir bald alle sechs gemeinsam an unserem kleinen Bistrotisch.  Achim und Anja müssen noch ihren Transfer vom letzten Hafen in Genua zum Flughafen nach Nizza organisieren, den sie vergessen hatten von daheim aus zu buchen und so nutzen wir das gute Internet und buchen ihnen einen Platz in einem Bus.  Gemeinsam schlendern wir noch durch die Stadt und stossen auf Anjas Geburtstag an.

Die Feier setzt sich dann am Abend beim gemeinsamen Essen fort.

Später fallen wir müde ins Bett, das viele Feiern sind wir nicht mehr gewöhnt.  Am nächsten Tag erwartet uns bei recht trüben Wetter die Stadt Messina auf der Insel Sizilien. Auf dem Hauptplatz treffen wir Hildegard und Edwin und beschliessen zusammen einige Kirchen zu besuchen. Messina liegt am Hang und so machen wir uns an den Aufstieg. Es ist Sonntag und überall werden Messen abgehalten, neugierig schauen wir in verschiedene Kirchen und lauschen der Musik.

Als es anfängt stärker zu regnen ziehen wir uns auf Schiff zurück. Wir hoffen, dass das Wetter besser wird, denn am nächsten ist unser Ziel Rom, die Hauptstadt von Italien.  Und tatsächlich scheint am nächsten Tag die Sonne. Birger und ich haben nur einen Transfer vom Schiff, das im Hafen von Civitavecchia liegt, nach Rom gebucht. Wir wollen die Stadt selber erkunden und ich spiele heute mal die Reiseleiterin. Rom ist eine meiner Lieblingsstädte und ich freue mich darauf sie Birger zu zeigen. Etwas gespannt sind wir, weil heute ist Ostermontag und wir sind sicher nicht alleine in der Stadt zu sein. Unser Bus lässt uns in der Nähe vom Kolosseum aussteigen und wir haben nun ca 7 Stunden Zeit für unsere Entdeckungsreise bevor wir wieder am Bus erwartet werden. Die Menschenmassen um das Kolosseum rum sind unglaublich. Wir schieben uns durch immer darauf bedacht uns nicht zu verlieren. Die Schlangen zum Eintritt in das alte Bauwerk sind atemberaubend lang. Wir entschliessen uns heute alle Sehenswürdigkeiten auf unserm Weg vor allem von aussen anzuschauen, denn es ist wirklich überall voll ! Das Schöne an diesem Feiertag ist, dass viele Hauptstrassen für den Autoverkehr gesperrt sind und zu großen Fussgängerzonen mutiert sind. Los geht es mit der Stadtbesichtigung. Kolosseum, Monument von Emanuel II, Piazza Navona, Kirchen auf der Piazza Navona, Pantheon. Auf dem Weg zur Engelsburg wird es recht voll auch dieses Gebäude bewundern wir nur von aussen.

Weiter geht es zum Petersplatz. Viel Polizei ist unterwegs und noch mehr Touristen, wie wir. Kurz vor Betreten des Platzes kommen wir an eine Taschenkontrolle, stellen uns in die Schlange und warten. Schon während des Wartens hören wir eine Stimme über den Platz tönen. Auf den Bildschirmen ist der Papst zu erkennen, der eine Ansprache hält.  Ich denke es ist vielleicht die Wiederholung vom Ostersonntag. Alle sind still auf dem Platz, hören zu, sind ins Gebet vertieft. Eine Gruppe Männer neben uns kniet nieder und sobald der Papst eine Pause in seinem Gebet macht, rufen sie unisono und laut „ Viva la Papa!“. Gänsehaut -Feeling!

Dann schaue ich auch mal dahin wo alle andern ihre Blick hingesteuert haben, und da sehen wir ihn. Den Papst, live, an seinem Fenster. Er spricht zu den Gläubigern und sein Bild wird gerade „live“ auf die Bildschirme, die auf dem Petersplatz verteilt sind  übertragen. Ostermontag auf dem Petersplatz und der Papst spricht zu uns. Noch einmal Gänsehaut -Feeling! Was für ein schöner Zufall. Nun wird uns auch erst bewusst, dass nach uns keiner mehr durch die Sicherheitsschleuse auf den Petersplatz gegangen ist. Wir waren die letzten Personen, die den Platz betreten durften, bevor der Papst an sein Fenster kam.  Was ein schöner Zufall! Natürlich ist es wahnsinnig voll und vor den Türen zum Petersdom haben sich lange Schlangen gebildet. Wir beschliessen, den Petersdom bei einem nächsten Besuch in der Stadt zu bewundern und  verlassen erste einmal  das Gewusel. Das spontan Erlebte, die Papst live zu erleben,  müssen wir erst einmal begreifen. In eine der vielen Gassen, kommen wir an einigen Restaurants vorbei. Wir finden einen Tisch, essen etwas und planen den Rest des Tages. Trevi Brunnen, Spanische Treppe, Piazza de Populi, Figur von Romulus und Remus etc.Insgesamt sind wir fast 14 km gelaufen, an diesem Tag, haben viel erlebt und gesehen. Aber ganz klar, das war nicht der letzte Besuch von uns in Rom!

Abends tauschen wir unsere Erlebnisse aus, fangen an unsere Koffer zu packen und trinken ein letztes Glas mit unseren Reisefreunden an der Bar.

Am nächsten Tag landen wir in Genua im Hafen an und dann geht es von dort mit dem Flieger  nach Hause. Der Check-out ist wirklich gut organisiert, im Hafen stehen unsere Reisetasche bereit und wir nehmen ein Taxi zum Flughafen.  Eine Stunde später kommen auch Ferdi und Bärbel am Flughafen an. Wir trinken einen letzten Kaffee zusammen, bis jeder in unterschiedliche Richtungen nach Hause fliegt. Am späten Nachmittag landen wir in Hamburg und zwei Stunden später sind wir zu Hause.  14 Monate waren wir  nicht mehr in Deutschland. Birgers Mutter hat lecker gekocht und es gibt viel zu erzählen.

Wir freuen uns auf eine entspannte Zeit in Deutschland. Freunde und Familie wollen wir gerne besuchen, aber auch einige Dinge sind zu erledigen .

Was wir noch nicht wissen ist, dass diese Dinge sich unendlich in die Länge ziehen…..mehr als ein  halbes Jahr verbringen wir in Deutschland.  Leider müsst ihr auf den nächsten Reisebericht diesmal wohl recht lange warten. Entschuldigung.

  Fazit: Wir haben die Fahrt mit der MSC Orchestra genossen. Wir mussten selber nichts organisieren, nicht selber kochen, keine Reiseführer lesen, nicht einkaufen, keine Übernachtungsplätze suchen. Stattdessen hatten wir Essen 20 Stunden am Tag, jeden Abend  ein schönes Programm im Theater, nette Bekanntschaften an Bord, schöne Gespräche, super freundlichen Service an Bar und im Restaurant,  viel Spaß an Bord und an Land, Wellness (also zumindest Christiane), viele lange  Mittagsschläfchen (auch mehr Christiane) , in 21 Tagen viele Häfen, neue Städte, neue Ideen für unsere Reise durch Europa. Rundum Entertainment. Diese Kreuzfahrt war die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit. Aber natürlich mögen wir lieber individuell unterwegs sein, und Übernachtungsplätze suchen und Reiseführer lesen macht nun auch wieder doppelt Spaß!

Dieser Beitrag gehört zu Chile und Argentinien 2017, Reiseberichte

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