Mexiko: Veracruz, Oaxaca

von Christiane

Mexiko: Veracruz, Oaxaca vom 24.04.2016 – 06.05.2016

 Veracruz liegt an der Ostküste Mexiko. Mit 7,1 Mio. Einwohnern  auf einer Fläche von 71.699 qkm ist er einer der größeren Bundesstaaten Mexikos. 99 Einwohner leben hier auf einem qkm. Seine Hauptstadt heisst Xalapa. Generell zählt der Bundesstaat zu den reichsten Bundesstaaten Mexikos. Die besser entwickelten und industrialisierten Regionen sind die Metropolitangegenden von Veracruz, Cordoba, Orizaba. Von den Einwohnern des Bundesstaates sind 83 % katholisch. Der wichtigste Wirtschaftszweig ist die Erdölförderung. Weitere Exportgüter sind Gummi, Kakao, Vanille und Baumwolle.

 Oaxaca: In Oaxaca leben 3,51 Millionen Menschen auf einer Fläche von 94.000 qkm. dies sind ca 4,8% der Gesamtfläche Mexikos. In diesem Bundesstaat leben  16 verschiedene Volksgruppen und ist somit  einer der kulturell vielfältigsten Regionen des Landes. Wie alle andere Staaten Mexikos besitzt Oaxaca eine eigene Verfassung, ein Strafgesetzbuch und ein eigenes Wappen. Der Hauptwirtschaftsfaktor ist die Landwirtschaft. In Oaxaca werden Zuckerrohr, Zitronen, Apfelsinen, Luzerne, Gerste, Mais, Avocado, Pinienzapfen, Reis, Melonen, Aloe, Kaffee und Tabak angebaut. Oaxaca ist der primäre Ursprungsstaat des Mezcal. Ein weiterer, wichtiger Wirtschaftsfaktor ist der Tourismus.

Das Meer und der Strand an der Costa Esmeralda gefallen uns wirklich gut, wäre da nur nicht diese Hitze und diese hohen Luftfeuchtigkeit, die einen auch nachts kaum in den Schlaf finden lässt.

Also ziehen wir weiter in Richtung höherer Gefilde.  Aber  zunächst  statten wir der Ausgrabungsstätte Quiahuitztlan einen Besuch ab. Der Reiseführer empfiehlt  Quiahuitztlan sehr, aufgrund des tollen Blickes auf das Meer und dem Berg, der an Machu Picchu erinnert und  aufgrund der wenigen Touristen, die sich hier her verirren.  Wir sind tatsächlich die einzigen Besucher, liegt vielleicht auch an den Temperaturen (aber genug jetzt davon) und der nette Mitarbeiter, der die Karten verkauft und die Anlage pflegt, gibt uns Info über die Stätte und auch über die Gegend.Kennzeichen des nur für rituelle Zwecke bestimmten Ortes ( ca 900 n.Chr.) sind eigenartige Grabbauten, wie sie nur hier und an einigen wenigen Plätzen der unmittelbaren Umgebung auftreten. Über den eigentlichen Gräbern wurden Tempel im Miniaturformat errichtet, die selten höher als ein halber Meter sind. Sie stehen gleich den großen Tempeln, in Reihen auf niedrigen Plattformen mit einer zentralen Treppe und schließen einen rechteckigen freien Platz ein. Die 78 kleinen Tempel sind in mehreren Gruppen nicht weit voneinander angeordnet.  Wir geniessen die Ruhe und schlendern durch die kleine Anlage. Leider ist es zu diesig um die Küste von hier oben klar zu erkennen.

Unser nächstes Ziel ist der Lago Catemaco.

Vom Campingplatz sind es nur fünf Minuten bis zum See und in den kleinen Ort. Viele Restaurants laden zum verweilen ein und abends sorgt eine sanfte Brise für leichte Abkühlung. Früh am nächsten Morgen unternehmen wir eine Bootsfahrt über den See bzw am Seeufer entlang. Viele Vögel nisten hier, Wasserpflanzen, alte Relikte erinnert an die Zeit der Indigenas.  Auf zwei der kleinen Insel auf dem See hat die Universität Affen ausgesetzt. Diese führen nun hier ein geruhsamen Leben und werden von einigen Touristenbooten und vor allem von der Universität regelmäßig mit Futter versorgt. Schwimmen sollte man nicht unbedingt in dem See, denn er wird von Krokodilen bewohnt, die aber angeblich  noch nie einen Menschen angegriffen haben.  Nach zwei Stunden ist die Tour leider schon zu Ende und für uns wird es Zeit weiter zu fahren.

Vom Lago Catemaco machen wir uns auf den langen Weg nach Oaxaca, nein der Weg ist gar nicht so lang nur 320 km, aber es dauert eben seine Zeit, nämlich fast sieben Stunden. Der Weg führt durch schöne Landschaft, es ist sehr grün.

Der CP in Oaxaca wird von einem kanadischen Ehepaar geführt, die viele Tips parat haben für Stadtbesichtigungen und Ausflüge ins Umland. Oaxaca liegt etwas höher und hat das ganze Jahr über Frühjahrstemperaturen, nur als wir dort sind ist der Hochsommer mit 37°C Grad ausgebrochen. Aber es ist ein trockene Hitze und wir lassen uns nicht davon abhalten uns die Stadt genauer anzuschauen. Mit einem Collectivo erreichen wir die Stadt über Umwege in ca 40 Minuten, denn es ist der 1. Mai, also der Tag der Arbeit , und es gibt einig friedliche Demonstrationen und Kundgebungen von verschiedenen Gewerkschaften in der Stadt, so dass einige Strassen gesperrt sind.  Wir erkunden die Stadt mit ihren schönen Kirchen und alten Gebäuden in dem wir uns immer im Schatten halten und Unmengen von Wasser trinken.  Klar und wir machen viele kleine Pausen, Eisessen ist unsere neue Leidenschaft, es gibt in Mexiko viel Auswahl, es schmeckt wirklich gut und ist genau das richtige in der Wärme.

In der Nähe der Stadt liegt die Ausgrabungsstätte Monte Alba, die wir natürlich  nicht verpassen wollen.  Monte Alban war die Hauptstadt der Zapoteken. Es liegt 2000 m über dem Meeresspiegel auf einer künstlich abgeflachten Bergkuppe und war das religiöse Zentrum der Zapoteken, später der Mixteken. Seine Blütezeit liegt zwischen 300 und 900 n. Chr. Die Anfänge der Besiedlung von Monte Albán lagen nach bisherigen Erkenntnissen im 8. Jahrhundert v. Chr. Erhalten sind umfangreiche Reste von Wohn- und Kultbauten, ein Observatorium, Grabkammern mit Skulpturen und Wandmalereien. 1987 wurde Monte Albán ins UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen.

Von Oaxaca geht es für uns wieder ans Meer, diesmal aber auf die westliche Seite von Mexiko an den Pazifik. Puerto Escondido ist das Ziel. Über die Berge schlängelt sich eine zum Glück neu asphaltiere Strasse, wir müssen wenig Schlaglöcher umrunden, dafür umso mehr Topes (als diese verkehrsberuhigenden Strassenschwellen). Am sehr späten Nachmittag kommen wir an unserem Ziel  „Eddas Cabanas und Trailer Park“ an. Wir campieren in Eddas Garten und umgeben von den Kabanss, die Hauptstrasse ist der auf der einen Seite, das Meer von der anderen Seite hörbar, aber beides ist nicht zu sehen.  Als wir einparken bemerken  wir das an unserem Vorderreifen ein Kabel herunterhängt, wohl abgerissen. Was ist dies nun schon wieder? Fachmännisch legen wir uns unter das Auto, betrachten das kaputte Kabel, vergleichen es mit der anderen Seite. Und kommen zum dem Schluss, dass dies das Kabel vom Sensor ist, der dafür zuständig ist, anzuzeigen wenn die Bremsbeläge so weit runtergefahren sind, dass sie gewechselt werden müssen. Zur Sicherheit schauen wir uns noch mal unsere Bremsbeläge an, die wir als Ersatzteile mit uns rumfahren an, und finden dort das entsprechende Kabel. Gleichzeitig bestätigt uns Calvin aus Oaxaca dem wir Fotos geschickt haben unsere Diagnose. Also Entwarnung und wir können entspannt Abendessen gehen. Kurz hinter unserem  CP führen einige Stufen hinab in den Ort und damit direkt an den Strand. Der Strand ist lang und breit, viele kleine Strandbars haben „Tische mit Füsse im Sand „, es ist sind ein paar wenige Leute unterwegs und die Sonne geht gerade unter.  Herz was willst du mehr. Okay, ein Bier und etwas zu essen.  Wir geniessen einen entspannten Abend am Meer, sitzen am Strand  und hören den Wellen zu und geniessen einen Cocktail oder zwei.

Am nächsten Tag beim Bummel durch den Ort sehen wir an einer Kneipe Werbung für Live-Übertagung des Fussballspieles Bayern gegen Atletico Madrid. Damit ist unser Nachmittagsprogramm auch geplant und wir sitzen mit zwei Mexikaner und einem Amerikaner zusammen und schauen Fussball und drücken den Bayern vergeblich die Daumen. Die Küste gefällt uns so gut, dass wir beschliessen noch nach Puerto Angel zu fahren und dort noch etwas den Strand zu geniessen. In einer großen Hotelanlage gibt es einige schön ausgebaute Stellplätze für Wohnmobile, der Pool ist schön groß, und es sind kaum Leute in der  Anlage. Wir faulenzen am Pool und abends ist der Weg nicht weit zum Strand und in den niedlichen kleinen Ort, der geprägt ist von einigen Aussteigern.  Ein faules Leben, dass wir so führen.

Unser weiterer Weg schlängelt sich an der Küste entlang aber hier auf diesem Teilstück sind Campingmöglichkeiten rar. Dank der APP IOverlander wissen wir wo andere Reisende auf ihrem Weg hier gestanden haben. So übernachten wir am Restaurant „La Perla“ direkt am Strand 26 km entfernt vom Ort Salina Cruz. Um dort hinzukommen führt von der Hauptstraße ein 4 km langer Schotterweg Richtung Meer. Am Ende stehen einige Palapa Restaurants mit Stühlen direkt am Strand und großen Parkflächen auf denen man übernachten kann. Da wir im Restaurant Abend essen dürfen wir kostenlos  campen. Faul liegen wir in den Hängematten und geniessen die frische, kühle Meeresbrise. Unser letzter Tag im Bundesstaat Oaxaca.

Fazit: Die Fahrt durch Oaxaca hat uns durch verschiedene Klimazonen geführt, wir sind von der Golfküste bis zur Pazifikküste gefahren.  Die Landschaft ist schön grün und die ersten Tiere konnten wir beobachten. Am Strand „abhängen“ war ein schönes Kontrastprogramm zu den vielen vorangegangenen Städtetouren.

 

Dieser Beitrag gehört zu Mexiko 2016, Nordamerika, Reiseberichte

2 thoughts on “Mexiko: Veracruz, Oaxaca

  • renate+heiner christiansen 29. Mai 2016 at 14:06

    Moin,moin den Weltenbummlern !

    Nicht nur Autufahren ist angesagt, nein ,auch Automechikerwissen ist praktisch!!

    Weiterhin neue Eindrücke und blühende Landschaften

    wünschen Euch
    Heiner und Renate

  • renate+heiner christiansen 29. Mai 2016 at 14:37

    Hey ihr Zwei,

    Hitze ist anstrengend, ein kühles Bad erholsam!!
    Gebäude aus Urzeiten interessant und auch lehrreich !
    Tiere einzigartig !
    Weiterhin gute Fahrt !
    Passt auf euch auf !!

    Grüsse aus dem verregneten Schleswig – Holstein !!

    von
    Heiner und Renate6

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