Peru Teil 1: Küstenstrasse bis Nasca

von Christiane

Peru Teil 1:  Die Küstenstrasse bis Nasca vom 09.12.2016- 26.12.2016

Peru: Peru liegt  im westlichen Südamerika  und grenzt im Norden an Ecuador und Kolumbien, im Osten an Brasilien, im Südosten an Bolivien, im Süden an Chile und im Westen an den Pazifik.Peru liegt in drei unterschiedlichen Landschaftszonen mit ihren klimatischen Besonderheiten: 1.Costa (Küste) – ca. 12 % der Staatsfläche, 2. Sierra  ( Anden, Hochland ) – ca. 28 %, 3. Selva (Regenwald, Nebelwald ) ca. 60 %. Nach Brasilien und Argentinien ist Peru  mit einer Fläche von 1.285.216 qkm das drittgrößte Land in Südamerika. Die Hauptstadt ist Lima. Hier leben ca 25 %  der 30.1 Mio  Einwohner von Peru. Ein erheblicher Teil vor allem der indigenen Bevölkerung lebt unterhalb oder am Rande der Armutsgrenze, regional betrachtet befinden sich die meisten Armen in den Randzonen Limas und in den ländlichen Gebieten der Sierra und der Selva.Man hat festgestellt, dass fast 60 Prozent der erfassten Gemeinden keinen Zugang zu gesundheitlichen Einrichtungen haben. Im Jahre 2010 wurde aufgrund dessen eine allgemeine Krankenversicherung eingeführt. Peru hat eine der höchsten Müttersterblichkeitsraten Amerikas. Ein Drittel der peruanischen Bevölkerung hat kein fließendes Wasser, für 40 % gibt es keine Kanalisation und nur 20 % der Abwasser werden behandelt.Das Land ist reich an Bodenschätzen, vor allem Gold, Silber und Kupfer, und gehört weltweit zu den größten Produzenten dieser Rohstoffe. Daneben gibt es auch eine bedeutende Förderung von Naturgas. Peru ist einer der größten Exporteure von Fischerei-Produkten und nach China die zweitgrößte Fischereination.

 Grenzübertritt: Ecuador ( Huaquillas) nach Peru( Zarumilla): Laut unserem sehr hilfreichem App Ioverlander, müssen wir die temporäre Einfuhrerlaubnis unseres Autos für Ecuador,  an einer Stelle ca 5 km vor der eigentlichen Grenze abgeben, da der Grenzbereich mit all seinen Administrationsgebäuden umgebaut werden und die Aduana, also der Zoll, noch ausgelagert ist.  Wir finden die richtige Stelle, fragen uns durch und stellen uns an einem Schalter an.  Nach ca 30 Minuten Wartezeit, weil kein Beamter am Schalter ist, klärt man uns auf, dass wir doch zur Grenze müssen, da die Aduana mittlerweile dorthin umgezogen ist.   Das hätte  man uns auch vorher sagen können, aber wir sind eben in Südamerika.An der Grenzgebäuden von Ecuador angekommen, stehen wir vor  einem sehr modernen und sehr großen Gebäudekomplex. Der Wachmann an der Zufahrt erklärt uns wo wir parken können und wo der Zoll  und die Ausreiseschalter sind. Der Zoll ist schnell gefunden, wir stehen vor einer riesigen dunkeln Scheibe, dahinter sitzt ein Beamter den wir nicht sehen können und es gibt nur einen kleinen Schlitz um Dokumente durchzuschieben.  Hier geben wir unsere temporäre Einfuhrerlaubnis unseres Autos für Ecuador ab, der Beamte hätte gerne zusätzlich noch eine Kopie, die wir nicht haben. Er macht sie selber, stempelt die Kopie ab, händigt uns diese aus und behält selbst das Original. Die Ausreise ( im langen Gebäude vor Kopf)  von uns als Person dauert recht lang obwohl nur ca 15 Personen vor uns in der Schlange stehen und am Ende ca 45 hinter uns.  Wir nutzen die Wartezeit um schon einmal das Einreisedokument für Peru auszufüllen. Nach einer Stunde haben wir schliesslich einen Ausreisestempel von Ecuador im Pass. Wir steigen ins Auto und fahren über eine Brücke zur Grenze von Peru. Die Gebäude sehen hier genauso aus wie auf der ecuadorianischen Seite. Die Einreise ( langes Gebäude vor Kopf)  geht sehr schnell innerhalb von 10 Minuten haben wir ein 90 Tagesvisum in unserem Pass eingestempelt. Dann geht es zur Aduana ( Gebäude von der Einfahrt aus gesehen rechte Seite) um die temporäre Einfuhrerlaubnis unseres Autos für Peru zu beantragen. Wir betreten einen sehr langen Raum in dem zwei Schreibtische stehen und zwei kleine Stände. An den Ständen schliessen wir zunächst die verpflichtende Autoversicherung für Peru  ab. Für unser Wohnmobil zahlen wir für zwei Monaten 34 U$. Mit der Versicherung und all unseren Originalpapieren ( Kopien sind nicht notwendig) ( Führerschein, Reisepass, Zulassung) gehen wir zu den Schreibtischen. Dort werden wir von einem Beamten direkt aufgefordert Platz zu nehmen und 20 Minuten später sind wir im Besitz der gewünschten Einfuhrerlaubnis für 90 Tage. Das ging mal schnell. Insgesamt mit der Wartezeit zu Beginn am Ort dauerte der Übergang fast drei Stunden. Achtung:  Es gibt keine Geldwechselmöglichkeiten an den Grenzen. Peruanische Soles kann man erst am ATM in Tumbes ziehen, die Banken dort befinden sich alle um den Hauptplatz herum. Dort gibt es keine Parkmöglichkeiten, also an der Hauptstrasse parken oder am Ende der Ortsdurchgangsstrasse unter der Brücke (kostenpflichtig und bewacht).

Der Weg von Cuenca zur Grenze  dauert doch länger als geplant. Erst gegen 14.00 Uhr verlassen wir die Grenze betreten Peru. Wie immer in einem neuen Land, fahren wir die ersten Kilometer schweigend und schauen uns um. Die Landschaft ist sehr trocken, dürr und es liegt viel Müll am Strassenrand. Die erste größere Stadt, die wir erreichen ist Tumbes. Wir sind auf der Suche nach einem Geldautomaten wir brauchen peruanische Soles. Leider finden wir keine Bank an der breiten Durchgangsstrasse durch den Ort, also fahren wir in den Ort rein. Viele Mototaxis (TucTucs) sind unterwegs und fahren wie es ihnen gefällt ohne Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer.  Spass macht es nicht hier zu fahren und eine Bank sehen wir auch nicht. Ich will aussteigen und zu Fuss los, Birger will nicht, dass ich alleine loslaufe.  Wir finden einen Parkplatz mit einem Wachmann unter einer Brücke am Ende der breiten Durchgangsstrasse. Ansonsten ist überall Parkverbot.  Innerhalb von drei Minuten stehen wir am Hauptplatz des Ortes und können uns nicht entscheiden zu welcher Bank wir gehen sollen, alle sind hier  vertreten. Nun wieder finanzkräftig fahren wir die letzten 50 km zum Camping Cabana Swiss Wassi.  Eine schöne, kleine Cabana-Anlage mit viel Platz für Camper direkt am weissen Strand mit Meerblick . Herz was willst du mehr. Wir sind auch nicht alleine. Eine Ehepaar aus Frankreich mit Sohn in einem Iveco Wohnmobil, ein junges Paar aus San Francisco sind schon vor Ort, später gesellen sich noch drei junge Backpacker aus Tübingen mit Zelt zu uns und ein Paar aus Kolumbien, die mit einem Renault Twingo mit Dachzelt unterwegs sind dazu. Eine amerikanische Familie wohnt in einer Cabana und so sind wir eine lustige Truppe auf dem Platz. Mit den Jungs aus Tübingen verbringen wir den Abend, sie kennen Peru schon besser, auch von anderen Reisen, und wir hören gespannt zu. Zwei Tage geniessen wir den Strand, das Meer und die Gastfreundschaft von dem französisch-schweizer Paar. Waschen Wäsche und ich lese mal wieder an einem Nachmittag ein ganzes Buch.

Es geht weiter immer an der Küste entlang. Die Fahrt führt uns durch trockene Wüste. Die Strasse ist super ausgebaut, wir kommen zügig voran, aber richtig beeindruckend ist die Sandwüste nicht.

Am nächsten Tag gehen wir in Piura in eine Fiatwerkstatt. Wir haben schon wieder Glück, ein Mitarbeiter kommt aus Madrid, spricht perfekt englisch und ist uns in der Kommunikation sehr behilflich. Tatsächlich bekommen wir einen neuen Luftfilter und unser Dieselfilter wird ersetzt, leider müssen wir dafür unseren, aus Deutschland  mitgebrachten, Dieselfilter hergeben. Von Piura geht weitere 300 km durch die trockene Wüstenlandschaft Richtung Trujillo. Nach einer Zwischenübernachtung und weiteren 300 km Wüstenfahrt kommen wir dort an.   Hier schauen wir uns die Ruinen von Chan Chan an. Chan Chan war die Hauptstadt des präkolumbischen Chimú-Reiches. Sie entstand etwa um das Jahr 1300 und erstreckt sich noch heute über eine Fläche von 28 km². Sie war wahrscheinlich die größte Stadt der damaligen Zeit auf dem südamerikanischem  Kontinent und eine der größten der Welt, die aus Lehm errichtet wurde. Zu ihrer Blütezeit beherbergte die Stadt etwa 60.000 Einwohner und hatte ein ansehnliches Vermögen an Gold, Silber und keramischen Kunstgegenständen angehäuft. Chan Chan konnte von den Inkas mit militärischer Gewalt nicht besiegt werden. Deshalb leiteten die Angreifer den durch die Oase fließenden Fluss um, so dass die Einnahme der Stadt durch die bald eintretende Wasserknappheit möglich wurde. Nach der Eroberung durch die Inkas verlor die Stadt ihre Bedeutung. Einen kleinen Teil des großen Areales kann man besichtigen. So etwas haben wir noch nie gesehen und staunend laufen wir durch die Anlage.

Im Nachbarort Huanchaco übernachten wir auf dem Camping Huanchaco RV Park. Eine schöne Wiese mit Pool und netten Nachbarn aus Frankreich  und Belgien. Bis zum Meer und der Strandpromenade sind es nur zwei Minuten, einige Touristen laufen rum, es gibt viele Restaurant, eine Strandpromenade und einen langen Strand. Wir Essen zu Mittag und beobachten das Treiben.

Am nächsten Tag fahren wir mit dem öffentlichen Bus nach in die Stadt Trujillo.  Der Busfahrer und sein Kollege, der das Fahrgeld einsammelt, fragen wo wir hin wollen und versprechen uns rechtzeitig Bescheid zu geben.  Das übernimmt dann aber am Ende die nette Peruanerin die hinter uns im Bus sitzt. Bis zum Plaza de Armas laufen wir noch 10 Minuten und kommen auf unserm Weg durch eine Strasse, an der sich ein Friseur an den anderen reiht. Draussen angeschlagen steht, dass ein Haarschnitt 4 Soles kostet, ca 1,2 Euro. Ich schaue Birger  fragend an und mutig setzt er sich direkt in den ersten Stuhl. Die Friseurin ist erfahren, klärt kurz ob sie die Schere oder den Rasierer benutzten soll und nach fünf Minuten sieht Birger wieder schick aus. Ich schaue mir das alles an und bin dann mutig. Setzte mich auf den gleichen Stuhl  und die Friseurin klärt mit mir ob ich die Haare gerade abgeschnitten haben möchte oder mit Stufen und wie viel weg soll. Acht Minuten später sind meine Haare ca 10 cm kürzer, haben ein paar Stufen und ich habe wieder eine Frisur, die ich auch ohne Haarband zeigen kann. Das ganze auch für 1,2 Euro.  Keine Ahnung warum das in Deutschland immer solange dauert und ich normalerweise locker vier Mal mehr beim Friseur zahle als Birger.

Als nächstes erstehen wir noch für Birger zwei neue Lesebrillen, die mitgebrachten Brillen, verloren alle nach und nach einen Bügel.  Dann schlendern wir durch die Stadt, bewundern die schönen Gebäude am Plaza de Arma, finden eine Art Fussgängerzone, schauen  erfolglos ob wir neue T-Shirts erstehen können und gehen am Ende tatsächlich noch zu McDonalds.

Ausnahmsweise finden wir auf Anhieb den Bus zurück nach Huanchaco und sitzen beim Sonnenuntergang mit einem Pisco Soure in einer kleinen einheimischen Bar am Strand.  Die Idee anschliessend noch eine Pizza zu essen, endet hungrig. Ich bestelle unsere Pizza mit etwas Knoblauch und wir bekommen eine Pizza bei der der Teig mit einer Knoblauchpaste eingestrichen wurde und dann in den Ofen geschoben wurde. Die Pizza ist so bitter, salzig und verwürzt, dass sie leider nicht genießbar ist. Schade… wir lassen es auf keinen zweiten Versuch ankommen….! Von Trujillo geht es zunächst weiter durch trockene Landschaft, aber dann verlassen wir die Küstenstrasse und fahren in die Berge.  Die Fahrt durch den Canon del Pato, die Entenschlucht, ist atemberaubend. Die Strasse, die seit diesem Jahr vollständig geteert ist, ist einspurig, führt durch ca 40 in die Felsen gehauene naturbelassene Tunnel, immer an einem Fluss, dem  Rio Santa entlang und an tollen Gebirgsmassiven vorbei. Ein tolles Erlebnis, der Gegenverkehr hält sich in Grenzen und falls notwendig  findet  sich immer eine Ausweichstelle, vor den Tunneleinfahrten wird viel gehupt, weil man in den dunkeln Einfahrten rein gar nichts sieht.

Am späten Nachmittag kommen wir in Caraz auf dem Campingplatz Guadeloupe an. Dort werden wir nett von der Eigentümerin und ihrer 4 jährigen Tochter, Lucienda, begrüßt. Die Kleine fühlt sich in unserem Wohnmobil wie Zuhause, spielt dort drin und nimmt irgendwann unser Kehrblech und fängt an den Boden zu fegen.  Das war auch echt mal notwendig. Wir stehen  nicht alleine auf dem Platz. . Das Paar aus San Francisco, das wir schon am Meer getroffen haben stehen neben uns, Geert aus den Niederlanden ist mit Motorrad und Zelt unterwegs und später kommen noch Maria und Peter aus der Nähe  von Stuttgart dazu.

Wir verbringen einen entspannten Abend bei den beiden in ihrem 4×4  Bimobil. Sie haben ihre Reise in Argentinien gestartet und sind auf dem Weg nach Alaska. So tauschen wir viele Erfahrungen aus und die beiden erzählen ganz begeistert von ihrem Besuch des Pantanals in Brasilien.   In Caraz gibt es eine gute Werkstatt und wir wollen noch mal die Geräusche am Anlasser untersuchen lassen. Jaime, der Besitzer vom Campingplatz, fragt welches Problem wir haben, er will es selber hören, also startet Birger den Wagen und alle Herren auf dem Campingplatz stecken ihren Kopf in unsere Motorhaube und fachsimpeln, was es sein könnte. Geert ist der fachkundigste von allen, er hat 16 Jahre als Automechaniker gearbeitet und arbeitet nun als Berufsschullehrer im selben Bereich. Mit Jaime fahren wir in die Bosch-Werkstatt im Ort. Jaime erklärt das Problem und das Geräusch. Denn das Geräusch tritt nur morgens auf beim ersten Anlassen des Autos, danach ist es nicht mehr zu hören. Der Werkstattbesitzer will aber selber das Geräusch hören, also verabreden wir, das er am nächsten Tag morgens auf den CP kommt und wir dann erst das Auto anlassen.  Den restlichen Tag verbringen wir mit Maria und Peter in dem kleinen Ort Caraz. Gemeinsam gehen wir Mittagessen, schlendern durch den Ort und über  den Markt und meistern gemeinsam die Tücken der hiesigen Geldautomaten.

Den Abend lassen wir in unserem Wohnmobil ausklingen. Am nächsten Tag  kommt der Chef von der Werkstatt, alle Männer stecken wieder den Kopf in unseren Motorraum und hören sich das Geräusch an. Einhellige Meinung, der Anlasser, das Rizzel oder so. Wir fahren zur Werkstatt, aber nicht nur wir nein, wir alle. Peter will seine Spur einstellen lassen, Geert sein Motorrad überholen und wir den Anlasser reparieren lassen. Gemeinsam verbringen wir einen Tag in der Werkstatt.

Es wird festgestellt, das unser rechter vorderer Stoßdämpfer defekt ist und erneut werden kann, die Werkstatt bestellt die Ersatzteile  in Lima ( ca 500 km entfernt) und sagt am Montag, also in zwei Tagen werden sie eingebaut.  Der Anlasser wird repariert, aber sie können, das Rizzel auch neu bestellen und es ist auch Montag vor Ort.  So ganz können wir nicht glauben, das alle Teile Samstagmittag in Lima bestellt werden, sonntags ankommen und montags eingebaut werden.  Egal, wir verlassen als erste die Werkstatt, eine Stunde später kommen Maria und Peter. Peter kocht für uns alle Pasta aglio-olio und wir trinken das ein oder andere Bier und Wein. Geert kommt später dazu, er hat den Jungs in der Werkstatt noch bei einem anderen Auto geholfen und wir haben einen lustigen Abend. Am nächsten Tag verabschieden wir mit schwerem Herzen Maria und Peter, leider sind wir in verschiedene Richtungen unterwegs. Geert und wir faulenzen gemeinsam auf dem Campingplatz und sitzen bis nach dem Abendessen zusammen.

Auch Geert will am Montag noch was an seinem Motorrad in der Werkstatt machen und wir sind so dankbar das er mitfährt. Die Ersatzteile sind alle da und passen auch alle. Der Ausbau und Einbau unsere Stossdämpfer ist nicht ganz so einfach und Geert ist unser Fachmann und baut die Dinger mit Hilfe der Kollege vor Ort erst aus und dann ein. Vielen Dank Geert für deine Hilfe, Fachwissen, handwerkliches Können und Geduld all unsere Fragen ständig mit entspannter Gelassenheit zu beantworten.

Abends lernen wir dann auf dem Campingplatz noch Holger und Pia aus der Nähe von Koblenz kennen und am nächsten Morgen intensivieren wir noch kurz unseren Erfahrungsaustausch. Die beiden reisen in einem Mercedes 4×4 Landy mit Dachzelt.  Dann wird es für uns Zeit uns auf den Weg zurück an die Küste  zu machen. Holger und Pia haben den gleichen Weg und wollen einen Tag später folgen. Der Weg über die die Cordillera Blanca ist traumhaft schön.

Von weitem sehen wir schneebedeckte Berggipfel und langsam windet sich die Strasse auf 4200 Höhenmeter. Unser Womo schnurrt brav vor sich hin und lässt sich auch von der Höhe nicht beeindrucken. Alle Reparaturen waren somit erfolgreich.  Die Fahrt geht durch Bergschluchten und klein Dörfer. Nach ca 6 Stunden Fahrt sehen wir wieder das Meer. In einer kleinen Bungalow Anlage, die direkt an einer Laguna am Meer liegt übernachten wir. Die Lagune ist Heimat von vielen verschiedenen Vögeln und wir holen das Fernglas raus.

Am nächsten Tag geht es recht früh weiter, heute müssen wir die Hauptstadt Perus, Lima, durchqueren. In Lima wohnen ca 8 Mio Menschen, die Stadt ist riesig und wir nehmen ganz klar die Umgehungsstrasse, die aber trotzdem irgendwie fast mitten durch die Stadt führt. Zu Beginn schleichen wir im stop und go Verfahren durch die Vorstädte, dann geht auf einer Brücke in der Stadt ca eine Stunde nix mehr und dann geht es plötzlich  zügig aus der Stadt raus. Nach ca zwei Stunden haben wir Lima durchquert und fahren entspannt auf einer super ausgebauten Landstrasse Richtung Pisco, mal wieder durch die Wüste.

Dort stürmen wir einen großen Supermarkt und tätigen unseren Großeinkauf für Weihnachten.   Etwas müde kommen wir am Übernachtungsziel an. Ausserhalb von Pisco, direkt am Strand, auf einem Parkplatz, der von einigen Kitesurf-Schulen genutzt wird, darf man umsonst campen. Mal wieder sind wir nicht alleine, ein Paar aus Frankreich und zwei deutsche Kitesurfer sind unsere Nachbarn für die Nacht.  Der Meerblick ist super schön, die Kitesurfer zeigen ihre Kunststücke und wir geniessen einen entspannten Abend.

Am nächsten Morgen staunen wir nicht schlecht, als der Strand von ganz vielen Flamingos und anderen Strandvögeln belagert ist. Früh stehen wir auf um die Vögel zu fotografieren. Wir entscheiden uns einen weiteren Tag zu bleiben und besuchen am Vormittag den angrenzen Paracas National Park. Der NP liegt direkt am Meer und beeindruckt uns mit tollen Felsformationen, kleinen feinen Stränden, Pelikanen und Seelöwen. Den ganzen Vormittag fahren wir in dem Park von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt und  geniessen Sand, Steine und Meer.

Am Nachmittag treffen Holger und Pia auf dem „Camping-Parkplatz“ ein.

Wir verbringen einen entspannten, lustigen  Abend zusammen und beschliessen Weihnachten gemeinsam in der Nähe von Ica zu verbringen. In  Huacachina  in der Desert-Night Ecolodge schlagen wir für zwei Nächte unsere Zelte auf. Die Lodge liegt mitten zwischen den höchsten Sanddünen Perus, hat einen netten Pool, vermietet eigentlich Unterkünfte in großen Zelten und lässt uns auf dem Parkplatz stehen. In dem kleinen Ort gibt es einige Restaurants um eine kleine Lagune herum und die Möglichkeit mit Buggies in die Sanddünen zu fahren. Klar, dass wir das unbedingt tun wollen. Zu viert handeln wir einen Preis für eine „private“ Tour mit Fahrer  aus. Start ist um 16.30 Uhr mit dem Ziel den Sonnenuntergang in den Dünen zu sehen.  Gleichzeitig starten viele Touren und mit laut aufheulenden Motoren geht es auf in die Dünen. Erst gemütlich dann etwas steiler bergauf und bergab. Ein wenig wie Achterbahn fahren. Auf einigen Dünen halten wir an und dürfen mit einem Art Monoski bäuchlings oder sitzende die Düne runter rodeln.  Das macht Spaß, das Hochklettern dagegen ist eher anstrengend. Glücklich sind wir als unserer Fahrer uns bei den nächsten Rodeldünen im Tal abholt. Pünktlich zum Sonnenuntergang treffen sich alle Fahrzeuge auf einer Düne und überall klicken die Kameras.

Abends kochen wir gemeinsam und lassen den Abend bei einer Falsche Rotwein ausklingen. Den 24.12. verbringen wir geruhsam, skypen mit Familie und Freunden, springen in den Pool und geniessen den ersten Aperitif im Schatten.

Am frühen Abend wollen wir zum Essen ins Dorf gehen, da nur ein Restaurant noch geöffnet hat, fällt die Auswahl leicht. Unsere Weihachtspizza ist eher mäßig gut, dafür finden wir noch eine geöffnete Bar an der Lagune. Dort haben sich einige einheimische und Backpacker versammelt und wir stossen mit dem national Getränk Pisco Soure auf Weihnachten an, und dann nochmal und nochmal……! Ein  feucht, fröhlicher lustiger Weihnachtsabend. Am nächsten Tag fahren wir weiter unser gemeinsames Ziel ist Nasca. Dieser trockenste Ort von Peru ist bekannt für  die „Lineas de Nasca“. Dies sind merkwürdige Linien und Zeichnungen die in den Wüstenboden eingegraben oder gefräst sind. Auch den Wissenschaftlern geben diese Scharrenbilder Rätsel auf. Erklärungen gehen von Ausserirdischen, die die Figuren hinterlassen haben, bis zu heilige Zeichnungen der Inkas. Eine eindeutige Erklärung für diese Zeichnungen gibt es nicht. Auf einer Fläche von ca 350 qkm sind verschiedene Bilder verteilt, die man allerdings nur aus der Luft richtig sehen kann.  Diese Zeichnungen wollen wir aus der Luft uns zu viert ansehen. Das Hotel in dem wir campen dürfen ist ehe runterkommen, die Sanitäranlagen schmutzig, aber wir stehen nett zwischen zwei Wiesen unter Bäumen im Schatten und können zum Flughafen laufen. Am Nachmittag gehen genau dorthin um zu sehen ob wir eine Flug buchen können.  Viele Anbieter haben eine Schalter am Flughafen und Birger übernimmt sehr erfolgreich die Preisverhandlungen. Anstatt 80 U$ pro Person zahlen wir am Ende nur 60U$ pro Person und können am nächsten Morgen um 8.00 Uhr starten. Zufrieden laufen wir durch die Hitze zurück zu unseren Wohnmobilen und unter Holgers Führung bereiten wir  gemeinsam ein leckeres Abendessen vor. Pünktlich werden wir von dem Fahrer des Touranbieters am Hotel abgeholt und zum Flughafen gefahren. Nachdem einige Formalitäten mehr oder weniger erfolgreich erledigt worden sind, am Ende kommen wir alle vier aus Holland…, geht es ab in die Luft. 14 Bilder sollen wir auf unserem 30 minütigen Flug zu sehen bekommen. Darunter einen Astronauten, einen Affen, eine Spinne, einen Flamingo, einen Leguan, einen Kondor, einen Kolibri, einen Wal, eine Fregattevogel,  eine Papagei, eine Baum, einen Baby-Kondor, einen Hund und eine Art Dreieck ( sieht aus wie ein ausgeklappter Zirkel). Tatsächlich kann man aus der Luft all diese Bilder erkennen und wir wundern uns wie diese Bilder dort in die Wüstenfelder hineingekommen sind. Soweit auseinander, so unterschiedliche Motive, manchmal etwas abstrakt, manchmal erinnert es an Kinderzeichnungen. Das jeder in der von uns vieren in der kleinen Maschine die Gelegenheit haben soll jedes Bild zu sehen, drehen wir ziemlich viele rechts und links Kurven um jedes Bild von allen Seiten zu sehen.  Das Fotografieren ist nicht so leicht und wird schwerer als uns allen durch das viele Kurvenfliegen etwas mulmig in der Magengegend wird.  Aber trotzdem sind wir begeistert von dem was wir sehen.

Wieder festen Boden unter den Füssen, beruhigt sich der Magen bei jedem recht schnell, und der Fussweg zurück zu den Fahrzeugen hilft auch.  Angekommen an den Campern  frühstücken wir ausgiebig und entscheiden noch einen Tag  gemeinsam zu bleiben um nichts zu tun. Pia und Holger sind auch unterwegs nach Süden. Pia und Birger  wälzen gemeinsam Karten und besprechen mögliche Routen. Holger und Pia waren sich noch  nicht sicher ob ihre Zeit bis Mitte April ausreicht um durch Chile fahren, aber nach dem „meeting“ von Pia und Birger, werden sich nun unsere Routen nochmal in Chile kreuzen. Wir freuen uns drauf! Abends schmeissen wir die Inhalte aus unseren Kühlschränken zusammen und Holger kocht daraus eine tollen Fleischtopf mit Tomaten und Frühlingszwiebeln. Am nächsten Morgen verabschieden wir uns mit einer Träne im Knopfloch nach einer schönen gemeinsamen Reisewoche und verabreden uns für Mitte Januar in Chile. Die beiden fahren weiter am Meer entlang Richtung La Paz und wir werden durch die Berge nach Cuzco fahren.  In zwei Wochen sehen wir uns wieder!

 Fazit: Peru haben wir uns ganz anders vorgestellt. Die trockene Wüstenregion, die Sandwüsten an der Küste hatten wir nicht so erwartet. Für uns war Peru grün und gebirgig. Auch hatten wir nicht erwartet, gerade in Peru so viele andere Reisende zu treffen und waren davon sehr positiv überrascht. Nach dem wir in Kolumbien und Ecuador kaum andere Reisende im Camper getroffen haben. Die Peruaner haben wir als sehr freundlich und hilfsbereit erlebt und auf dem Land als sehr zurückhaltend und schüchtern. Die Trachten der Frauen sind sehr farbenprächtig und gehören gerade auf dem Land zur Alltagskleidung, die sie bei der Feldarbeit, beim Einkaufen oder bei Viehtrieb tragen.

 

Dieser Beitrag gehört zu Peru 2016-2017, Reiseberichte, Südamerika

3 thoughts on “Peru Teil 1: Küstenstrasse bis Nasca

  • Michael+Bärbel 5. Januar 2017 at 13:04

    Ja ich hab es geahnt, wieder die erste. Manchmal ist es schon komisch,habe heute morgen gedacht schau mal nach und ……….da ist der neue Bericht. Das sind ja mal wieder tolle Bilder und man hat den Eindruck Ihr habt die Ruhe weg. Super. Bis die Tage bussi Bärbel

  • denise 6. Januar 2017 at 16:18

    So ein schöner bericht, so schöne bilder – hach, ich will auch ;-). denke viel an euch uns freue mich immer über neue berichte, mails und whatapp’s. vielleicht fahrt ihr ja irgendwann bei uns vorbei – ihr wisst ja wo! lasst es euch gut gehen und passt auf! dicke umarmung. denise

  • Roland 17. Januar 2017 at 16:46

    Hallo Ihr 2 Weltenbummler!
    Immer wieder faszinieren mich Eure Bilder aufs neue. Es macht Spaß nachzulesen wo ihr gerade seit und was ihr so erlebt.
    Viele Eure Ziele kennt man ja, aber wenn man sich vorstellt, dass ihr die alle selbst mit dem Wohnmobil anfährt – super 🙂

    Ihr habt ja bereits schon eine unvorstellbare Reise hinter euch – von Alaska bis nach Peru – wow !!
    Für Eure restliche Reise wünschen ich – wir Euch noch Alles Gute. Vieleicht plant Ihr nach Eurer Reise auch mal wieder eine Reise in Eure alte Heimat Leobendorf.

    Lg aus der Krischenstraße

    Roland

    PS: Karolina geht schon mittlerweile in den Kindergarten und Lorenz läuft schon durchs Haus!

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