Peru Teil 2: bis Arequipa

von Christiane

 Peru: Peru liegt  im westlichen Südamerika  und grenzt im Norden an Ecuador und Kolumbien, im Osten an Brasilien, im Südosten an Bolivien, im Süden an Chile und im Westen an den Pazifik.Peru liegt in drei unterschiedlichen Landschaftszonen mit ihren klimatischen Besonderheiten: 1.Costa (Küste) – ca. 12 % der Staatsfläche, 2. Sierra  ( Anden, Hochland ) – ca. 28 %, 3. Selva (Regenwald, Nebelwald ) ca. 60 %. Nach Brasilien und Argentinien ist Peru  mit einer Fläche von 1.285.216 qkm das drittgrößte Land in Südamerika. Die Hauptstadt ist Lima. Hier leben ca 25 %  der 30.1 Mio  Einwohner von Peru. Ein erheblicher Teil vor allem der indigenen Bevölkerung lebt unterhalb oder am Rande der Armutsgrenze, regional betrachtet befinden sich die meisten Armen in den Randzonen Limas und in den ländlichen Gebieten der Sierra und der Selva.Man hat festgestellt, dass fast 60 Prozent der erfassten Gemeinden keinen Zugang zu gesundheitlichen Einrichtungen haben. Im Jahre 2010 wurde aufgrund dessen eine allgemeine Krankenversicherung eingeführt. Peru hat eine der höchsten Müttersterblichkeitsraten Amerikas. Ein Drittel der peruanischen Bevölkerung hat kein fließendes Wasser, für 40 % gibt es keine Kanalisation und nur 20 % der Abwasser werden behandelt. Das Land ist reich an Bodenschätzen, vor allem Gold, Silber und Kupfer, und gehört weltweit zu den größten Produzenten dieser Rohstoffe. Daneben gibt es auch eine bedeutende Förderung von Naturgas. Peru ist einer der größten Exporteure von Fischerei-Produkten und nach China die zweitgrößte Fischereination.

Unser Weg geht von Nasca hoch in die Berge, wir möchten nach Cuzco  fahren und von dort eine Tour zum Machu Picchu machen. Der Bergroute ist atemberaubend schön. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel herunter und die Bergwelt ist wirklich schön. Am Wegesrand grasen Alpakas und Guanas und sehen sehr niedlich aus. Langsam bewegen wir uns immer höher und höher, am Ende erreichen wir auf 4550 m die Passhöhe. Es geht über eine Strecke von 60 km über das Hochplateau und unser Womo fährt  trotz Dieselpartikelfilter ohne Leistungsverlust weiter.

Nach und nach geht es wieder in tiefere Regionen und auf 2600 Höhenmeter erreichen wir unseren Übernachtungsplatz. Auch hier laufen Alpakas, Pferde, Hühner, eine Kuh, Enten und ein Pfauenpaar über den Parkplatz und sind unsere Nachbarn für die Nacht. Wir versuchen die Lamas mit trockenem Toastbrot anzulocken, wir würden so gerne mal ihr Fell berühren und wissen wie es sich anfühlt. Aber sie ignorieren unser Angebot. Der Pfau der  hingegen freut sich über unser Essensangebot.

Am nächsten Morgen brechen wir früh auf um die die restlichen 280 km über die Berge nach Cusco zu bewältigen. Cusco selbst liegt auf 3500 Höhenmetern, also klettern wir wieder über einige Bergkämme und geniessen die Aussicht. Zwei Stunden vor Zielerreichung fängt es an zu regnen. Nicht so gut, da der Campingplatz eine große Wiese ist und wir gelesen haben, dass bei Regen sich einige Autos schon festgefahren haben. Cusco ist die drittgrößte Stadt von Peru, der einzige Campingplatz „Quinta Lala“ liegt  zum einen für uns auf der anderen Seite Stadt und auch noch oberhalb der Stadt. Dank ioverlander, wissen wir, dass wir nicht unserem Navi folgen sollen, dass uns quer durch die engen und sehr steilen Strasse der Stadt zum Ziel führen will, sondern den Beschreibungen anderer Reisenden. Clever wie ich bin führe ich uns auf eine Umgehungstrasse durch die Stadt die sich „Express Via“ nennt. Leider ist diese schnelle Strasse gerade im Umbau und eine einzige Lehmpiste mit vielen Schlaglöchern. Aber auch hier finden wir den Weg heraus, halten noch an einem großen  Supermarkt  und machen uns auf dem Weg zum Campingplatz. Der ist schnell gefunden. Die Besitzer sehen unser Fahrzeug und beschliessen gleich, dass wir nicht so weit auf die Wiese drauf fahren sollen, sondern direkt in der Verlängerung der Einfahrt campen sollen. Für uns kein Problem, für unser Womo schon. Die Wiese ist nass und rutschig und als wir versuchen, dass Womo aufzubocken, weil wir sehr, sehr schief stehen, graben wir uns fast ein. Dank netter anderer Camper und dem Besitzer schaffen wir es uns einigermassen hinzustellen.

Aber wir stehen noch zu nah an der Einfahrt und müssen am nächsten Tag nochmal Umparken, alles in der Hoffnung der Regen hört auf. Wir sind nicht alleine auf dem Campingplatz ein französische Familie mit zwei Kindern, ein Paar aus Holland und Yasha und Jürgen aus Australien sind schon da. Am nächsten Vormittag starten wir die Aktion unser Womo ca 2 Meter vor zu fahren um die Einfahrt frei zu machen und gerade aufzubocken, wir möchten gerne hier ca eine Woche stehen bleiben, Silvester verbringen und Machu Picchu besuchen. Wieder helfen alle mit, das Gras ist nicht mehr so nass, aber noch feucht und wir haben gestern einige tiefe Spuren in der Wiese hinterlassen. Der Besitzer holt Holzbretter, eine Art Rampe wird gebaut und nach dem zweiten Versuch stehen wir super gerade am Rande des Campingplatzes.  Nachdem dies geschafft ist gehen Birger und ich die 2 km in die Stadt runter. Wir schnaufen schon beim bergab-laufen wie eine  Dampflok, wir merken schon, dass wir ca 3600 m hoch sind.

Cuzco ist eine tolle Stadt. Viele Kirchen, Plätze, Gassen und Wege. Noch mehr Touristen aus aller Welt, Souvenirshops, Restaurants und Bars. Es ist viel los und wir geniessen das bunte Treiben, besichtigen die Kathedrale von Innen und Aussen,  schlendern über den einheimischen Markt, probieren Säfte, kaufen Gebäck und machen uns schlau über Tourangebote und Preise zum Machu Picchu. Den Weg bergauf zurück zum Campingplatz bewältigen wir mit Hilfe eines Taxis, das auch nur unter großen Mühen und mit Vollgas die Steigung bewältigt.

Abends prüfen wir die erhaltenen Tourangebote. Am nächsten Tag buchen und zahlen wir eine zwei Tagestour inclusive  Bustour zur den Ruinen von Pisac und Ollantaytambo , Zugfahrt und Übernachtung im Ort Aqua Caliente, Besuch Machu Picchu  und Rückfahrt mit Zug und Bus nach Cuzco. Die Unterlagen und Voucher sollen wir am nächsten Tag abholen. Am nächsten Tag stehen wir leider vor einem geschlossenen Büro des Touranbieters, auch eine Stunde später sind die Rollos noch herunter gelassen. Wir werden etwas unruhig, wir haben ja schon alles bar bezahlt. Birger hat die Idee zur Bahngesellschaft Peru Train  für den Zug nach Aqua Caliente zu gehen um zu Fragen ob sie Reservierungen auf unsern Namen vorliegen haben. Das Büro befindet sich gerade um die Ecke. Die Dame dort spricht perfekt Englisch will gerne helfen, aber nur wenn wir ihr den Reisepass zeigen mit dem die Zugfahrt gebucht wurde. Den haben wir gerade nicht dabei. Birger lässt seinen Charme spielen und sie schaut nach, keine Buchung, aber es gäbe noch eine andere Gesellschaft. Dann fällt uns ein, dass auf unser Quittung eine Telefonnummer drauf steht, die nette Dame ruft dort für uns an und unser  Reiseagent, teilt uns mit er wäre schon bei uns am CP gewesen um uns die Unterlagen persönlich zu geben, aber wir wären nicht dort gewesen, aber er wäre in ca. 40 Minuten noch mal dort.  Und genauso geschieht es dann auch.  Mittlerweile ist Silvesternachmittag und der Campingplatz füllt sich. Insgesamt 9 Fahrzeuge stehen auf der Wiese, davon 5 aus Frankreich mit insgesamt 15 Kindern, in Frankreich ist es erlaubt seine Kinder selber zu Unterricht und so nutzen die Familien es mit den Kindern gemeinsam für einige Monate oder ein Jahr die Welt zu bereisen, ein Familie aus Argentinien, zwei Deutsche und die Australier.  Es ist viel los auf dem Platz, die Kinder haben viel Spaß miteinander und die „Großen“ haben viel zu Quatschen.  Ab 19.00 Uhr treffen wir uns zum Umtrunk, jede bringt Getränke und kleine Häppchen mit und in einem lustigen Sprachengewirr von Englisch, Spanisch, Französisch und Deutsch geht es quer über und rund um die zusammengestellte Tische. Wir tauschen uns mit Silvia und ihrem Freund Michael aus Süddeutschland über unsere Reiseerfahrungen aus, also unsere Reiseerlebnisse kennen sie eigentlich schon, da sie unsere Homepage verfolgt haben, aber wir sind natürlich neugierig was sie so alles erlebt haben auf ihrem Weg von Alaska nach Buenos Aires in sechs Monaten. Aber, wie schon erwähnt, befinden wir uns auf 3600 Meter Höhe und es ist recht frisch, trotz Mütze, Schal und warmen Jacken ist es bei ca 9°C recht kalt.

Birger und ich halten bis 22.30 Uhr durch bis wir uns frierend in unser Womo verziehen. Vom Fenster am Bett haben wir eine schönen Blick über einen kleinen Teil der Stadt unter uns. In Decken eingekuschelt bekommen wir um Mitternacht ein tolles Feuerwerk frei Haus geliefert.  Frohes Neues Jahr! Das neue Jahr beginnen wir mit etwas peruanischen Kultur. Wir besuchen die Ruinen Städte Sacsayhuaman, die nur 500 Meter Fussweg von unserer CP entfernt liegt, also praktisch gegenüber.  Diese Ruine gibt den Wissenschaftlern auch heute noch einige Rätsel auf, es war wohl mal eine Kultstätte der Inkas für religiöse Zeremonien und später ein militärischer Stützpunkt. Die Sonne scheint, es ist angenehm warm und wir wandern langsam durch die alten Steine, die damals alle einzeln von Indianern auf diesen Berg gebracht sind und ohne Mörtel genau aufeinander abgestimmt auf- und ineinander gesetzt wurden.

Den Abend verbringen wir bei einer Flasche Sekt gemeinsam mit Yasha und Jürgen. Die beiden sind schon zum zweiten Mal in Südamerika unterwegs und teilen gerne ihre Erfahrungen mit uns. Am nächsten Tag machen wir uns um 8.00 Uhr  auf den Weg in die Stadt, von dort geht unsere Bustour los. Der Beginn der Tour ist etwas chaotisch, weil wir in einem  Bus mit spanischem Tourguide sitzen und von sein Erklärungen nicht so alles bis gar nichts verstehe. Am ersten Halt wechseln wir den Bus und auf Englisch verstehen wir die Erklärungen schon sehr viel besser.  Wir geniessen die Busfahrt durch eine tolle Landschaft, grüne Hügel, es sieht so aus wie wir uns Peru immer vorgestellt haben. Am späten Vormittag erreichen wir die Ausgrabungsstätte von Pisac.  Sie liegt sehr malerisch zwischen den Hügeln, unsere Blicke schweifen weit auf die umliegenden Hügel, viele Grüntöne und ich bekomme tatsächlich Gänsehaut. Der Ort hat für mich etwas magisches, ich kann es nicht erklären.

Da können auch die anderen 500 Touristen, die durch die Anlage streifen,  nichts dran ändern. Eine Stunde haben wir Zeit für die Besichtigung und wären gerne länger geblieben, aber  die Tour geht weiter. Nach einem Stop um Souvenirs aus Silber zu erwerben und einem  Mittagessen erreichen wir den Ort Ollantaytambo und die gleichnamige Inka Ruine. Sehr steil sind die Terrassen der Ausgrabungsstätte an den Hügel gebaut und Stück für Stück erklimmen wir den höchsten Punkt. Unterwegs bekommen wir immer wieder neue Infos von unserem Tourguides, der mit sehr viel Elan, guter Laune und viel Wissen uns durch den Tag begleitet hat. Der Bus verlässt den Ort und fährt zurück nach Cusco, doch wir bleiben noch in Ollantaytambo, geniessen die Stille in der Ruine, nach dem alle Touristen abgefahren sind.

Der Ort selber ist klein, überschaubar und gemütlich. Wir laufen durch den Ort, trinken ein Bier und vertreiben uns die Zeit bis unser Zug abfährt nach Aqua Caliente. Dort verbringen wir die Nacht in einem einfachen Hotel und am nächsten Morgen geht es endlich los. Ganz früh stehen wir an der Bushaltestelle, staunen nicht schlecht über die Menschenmenge  und stellen uns an der langen Schlange an.

Es geht schneller als gedacht und  schon nach 10 Minuten sitzen wir im Bus, der uns zum Machu Picchu bringt.  Am Eingang angekommen, warten wir auf unseren Tourguide und mit  8 anderen Touristen starten wir unsere Besichtigungstour. Wir haben Glück, es regnet nicht, es ist auch nicht neblig und wir haben einen klaren Blick auf die Ruinen. Am ersten Aussichtspunkt sind wir still und beeindruckt als wir die bekannte Ruine nun „live“ vor uns sehen. So, viele Bilder haben wir schon gesehen, nun sind wir tatsächlich „in echt“ hier. Vor lauter Staunen, hören wir unserem Tourguide nur noch mit halben Ohr zu.  Von dem selben Motiv schiessen wir ca 150 Fotos…..!

Zwei Stunden dauert unsere Führung, dann erkunden wir die Ruine eigenständig. Mittlerweile ist es aber schon nach 10.00 Uhr morgens und die Ruine füllt sich mit Touristen. Die meisten Wege, die durch die Ruine führen,  sind „Einbahnstrassen“, also nur in eine Richtung zu begehen, was eine gutes System ist.  So laufen wir im Entenmarsch bis zur Spitze der Ruine.  Aber es wird uns definitiv zu voll, zu viel Menschen und der Reiz vom frühen Morgen ist verflogen. Also verlassen wir zur Mittagszeit Machu Picchu und fahren mit dem Bus zurück nach Aqua Caliente.  Auf der 25 minütigen Busfahrt beginnt es zu regnen und wir haben das Gefühl, heute morgen alles richtig gemacht zu haben! Nach einem Mittagessen im Ort fahren wir mit dem Zug zurück nach Ollantaytambo und von dort weiter mit dem Bus nach Cusco. Machu Picchu und auch die Ruine von Pisac werden uns immer in Erinnerung bleiben. Etwas schweren Herzens verlassen wir einen Tag später  Cusco, auf dem Campingplatz und auch in der Stadt haben wir uns sehr wohl gefühlt. Unser Womo springt auch nach einer Woche Standzeit auf 3600 Meter Höhe ohne Probleme an und  weiter geht die Fahrt durch schöne Landschaft, über hohe Pässe zum Titikakasee.  Der erste Blick den wir von der Strasse aus auf den See erhaschen begeistert uns. Zum ersten Mal sehen wir das höchstgelegene kommerziell schiffbare Gewässer der Erde. Der See liegt auf einer Höhe von 3812 m über dem Meeresspiegel, ist 178 km lang und bis 67,4 km breit und hat eine maximale Tiefe von 281 m. Der See hat eine intensive blaue Farbe und dadurch erscheint der Kontrast zum kargen, trockenen Umland noch stärker.

Als wir ausserhalb von Puno bei dem kleinen Hotel „Casa Blanca“ ankommen, das wir uns als Übernachtungsplatz ausgesucht haben, staunen wir nicht schlecht.  Auf dem Parkplatz steht schon ein Fahrzeug, genauer gesagt ein gelber Unimog. Den kennen wir und zwar schon ziemlich lange. Erika und Axel haben wir im Juni 2014  auf dem Weg von Kanada nach Alaska zum ersten Mal getroffen. Zweimal haben sich unsere Wege im hohen Norden damals gekreuzt, immer nur kurz für einen kleinen Plausch auf einem Parkplatz. Seit dem stehen wir im email Kontakt, tauschen Tips und Erfahrungen aus oder hören einfach mal zwischendurch  ob es den jeweils anderen gut geht. Nun stehen wir zum ersten Mal auf dem selben Platz und haben einen ganz Tag Zeit zu quatschen. Es war so schön euch nach zwei Jahren endlich mal wieder zu sehen! Als ob man langjährige Freunde wieder getroffen hat.Unsere Wege trennen sich leider wieder, die beiden wollen nach Bolivien einreisen, wir wollen zunächst durch Chile fahren. Aber hier im Süden von Südamerika werden wir uns sicher nochmal treffen!

Auch Maria und Martin aus der Schweiz kommen abends noch auf dem Parkplatz von unseren kleinen Hotel an. Am nächsten Tag beschliessen wir vier gemeinsam einen Ausflug auf den Lago de Titicaca zu machen und uns die schwimmenden Inseln anzuschauen. Mit dem Bus fahren wir in die Stadt Puno hinein und am Hafen finden wir recht schnell eine „öffentliche“ Tour zu zwei Inseln. Mit umgerechnet vier Euro pro Person sind wir dabei und mit 20 anderen Touristen, die alle spanisch sprechen, geht es auf einem eher klapprigen Boot los. Die Fahrt über den See und der Blick auf die umliegenden Berge ist schön.

Nach ca 30 Minuten fahrt halten wir auf einer der „künstlich“ erschaffenen schwimmenden Inseln. Der Boden der Inseln besteht aus zusammengebunden und mit Lehm zusammengedrückten Binsen, so dass die Inseln bei Hochwasser tatsächlich schwimmen. Eine der Inseln betreten wir. Auf der Insel stehen sechs kleine Häuser, vier Souvenirstände und einige Strohballen sind im Halbkreis  in der Insel Mitte aufgestellt. Dort werden wir gebeten Platz zu nehmen und in schnellem Spanisch erklärt uns ein „Inselbewohner“ anhand einer Art Landkarte lustlos etwas über den Titikakasee, seine Bewohner, die Natur und über  die natürlichen und die künstlichen Inseln. Dann zeigt er ein paar  „selbst hergestellte“  Souvenirs und bittet uns jeweils in vierer Gruppen, eines der kleinen Häuser zu betreten. Dort erklärt uns eine junge Frau noch lustloser wer mit ihr in diesem Haus wohnt und spult total unmotiviert drei Sätze zum angeblichen „Alltagsleben“ runter. Nebenbei schreibt sie SMS auf ihrem Smartphone, das per Solar aufgeladen wird. Dann werden wir ermutigt irgendetwas zu kaufen……aber irgendwie sind wir dazu zu „lustlos“! Zum Schluss stellen sich drei Frauen  vor die Gruppe auf und singen, nein leiern mit super langweiligen und langen Gesichtern einige Lieder in Englisch und Spanisch runter, ohne Melodie, ohne Betonung, am Ende gibt es eine deutsche Zugabe….. „Alle meine Entchen „ wird abgespult……! Wir sind froh, dass wir die Insel verlassen können und haben aber trotzdem zu viert Spaß und lästern etwas über diese total motivationslose Darstellung. Aber es geht doch tatsächlich noch weiter. Mit einem anderen Boot, das aussieht als wäre es aus Asien eingeflogen, werden wir auf die nächste Insel gebracht ( gegen eine kleine extra Gebühr) , zwei kleine Jungs begleiten uns und gehen auf dem Boot rum, leiern ein Lied runter und halten die Hand auf. Auf der zweiten Insel gibt es ein Restaurant und kaltes Bier. Wir lassen uns nieder, quatschen, treffen noch eine Gruppe junger deutscher Mädels, die von ihrer Tour über den See genauso begeistert sind wie wir und geniessen, dass gerade mal keiner singt! Zurück auf dem Festland gehen wir  noch mit Maria und Martin  einen Kaffee trinken. Dank Maria und Martin war es ein lustiger Ausflug, aber an sich war es das schlechtestes was wir auf unsere Reise bisher gemacht haben…….!  Wir konnten uns auch nicht überwinden Fotos zu machen, von der schlechten Show! Schade, dabei ist der See so schön! Vom Titikakasee geht es wieder hinab ins „Tal“.  Wieder begleitet uns eine beeindruckende Berglandschaft auf unserem Weg nach Arequipa. Wir übernachten auf dem Parkplatz eines Hostels, das zwar  direkt an einer gut befahrenden Hauptstrasse liegt, aber viel Platz hat, gutes Internet, sehr saubere Sanitäranlagen hat und nur 10 Minuten zu Fuss zum Hauptplatz liegt.Die Stadt ist gemütlich mit vielen Gassen, Geschäften, Restaurants und Kirchen. Wir nutzen einen Tag und gehen tatsächlich etwas shoppen, nicht aus Spaß, sondern weil ein paar Kleidungsstück tatsächlich ausgetauscht werden müssen.

Aber eigentlich sind wir auf der Suche nach einer Tour in  den Colca Canyon. Die tiefste Schlucht Südamerikas und die Heimat von einigen Andenkondoren. Ja, wir könnten auch selber in die Schlucht fahren, aber der Pass zu Schlucht führt über eine Höhe von 4900 Metern und wir wollen unser Glück, dass wir bis jetzt trotzt  eingebauten Dieselpartikelfilter  hatten nicht überstrapazieren. Wir buchen eine Tagestour, die schon morgens um 3.00 Uhr startet, damit man rechtzeitig in der Schlucht ist um die Kondore zu beobachten.  Da es noch dunkel draussen ist, nutzen wir die Fahrt um noch ein wenig zu schlafen. Morgens um 6.30 Uhr gibt es ein kurzes Frühstück und ca eine Stunde später sehen wir zum ersten Mal die Schlucht. Der Canon de Colca ist sehr lang und zieht sich über einige Kilometer und ist ca 1200 Meter tief ( die Einheimischen sind überzeugt, er sei mindestens 3200 Meter tief). Ein Blick in die Schlucht ist beeindruckend, aber leider nur von kurzer Dauer, Nebel zieht in die Schlucht ein.

An einem Aussichtspunkt sehen wir tatsächlich weit, weit, weit über uns zwei Kondore kreisen. Zu weit entfernt für ein Foto. Am nächsten Punkt fliegen tatsächlich zwei Kondore durch die Schlucht, Birger sieht sie gut, ich erspähe sie zu spät. Schade! Aber wir werden hoffentlich noch wo anders auf unserer Reise diese Vögel bewundern können.  Die Rückfahrt über die Pässe ist sehr schön und klar müssen wir am höchsten Punkt, trotz eisigem Wind, aussteigen und ein Foto machen. 4910 Meter! Bis jetzt der höchste Punkt unserer Reise!

Nun wird es Zeit Peru zu verlassen und nach Chile einzureisen.  Wir haben viel von anderen Reisenden über Chile gehört und so kaufen wir noch mal ordentlich in einem Supermarkt ein, naja wir kaufen alles ausser Gemüse, Obst und Fleisch. Das darf man nicht mit über die Grenze nehmen und die Kontrollen sollen sehr streng und sehr langwierig sein.   Wir werden sehen!

Adios Peru!

 Fazit: Peru hat uns mit seiner Bergwelt total in seinen Bann gezogen. Am besten hat uns der Weg von Nasca nach Cusco gefallen. Machu Picchu ein weiteres Highlight  unserer Reise von Nord nach Süd. Die Ruine von Pisac, die mich persönlich sehr berührt hat. Der Titicacasee  ist wunderschön leider war die Tour dafür die größte Enttäuschung unsere Reise, aber wir haben gelernt es mit Humor zu nehmen. Unser Womo fährt wieder ohne Probleme und hat neuen Hürden gut überstanden. Die Peruaner waren zurückhaltend, aber sehr freundlich und zuvorkommend. Peru ein Land mit so unterschiedlichen Landschaften Wüste an der Küste und die grünen Berglandschaften im Inland.

 

Dieser Beitrag gehört zu Peru 2016-2017, Reiseberichte, Südamerika

2 thoughts on “Peru Teil 2: bis Arequipa

  • Angelika Rochholl 12. Februar 2017 at 19:40

    Liebe Christiane, lieber Birger,
    wie schön, mal wieder von Euch zu hören bzw. zu lesen. Einige der Ausflüge / Besichtigungen (Machu Picchu, Pisac, Cuzco, Sacsayhuaman, Titicaca-See, Arequipa, Colca-Cañon) habe ich auch bei meinen diversen Reisen nach und in Peru gemacht – und so habe ich Euren Bericht gierig in mich aufgesogen. Beim Titicaca-See und Colca-Cañon hatten wir damals mehr Glück. – Danke also für euren Bericht!
    Wann kommt Ihr denn nun nach Deutschland zu Eurem „Heimaturlaub“? Vergesst bitte nicht, Euch zu melden.
    Habt Ihr meine Mail erhalten?
    Ganz liebe Grüße und abrazos de oso
    Angelika
    P.S.: Wir waren zusammen auf den Galápagos-Inseln.

  • renate+heiner christiansen 25. Februar 2017 at 20:40

    Hallo Christiane + Birger

    Immer wieder neues endecken.
    Peru muß wunderschön sein, allerdings auch shr hoch.
    In ca. 5000m Höhe ist die Luft dünn und kalt.
    Entschädigend wirken die Natur, die Landschaft,
    die Einheimischen ,die Shenswürdigkeiten undErlebnisse.

    Liebe Grüße

    Renate + Heiner

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