Alaska 2 von Whittier nach Hyder

von Christiane
Alaska Teil 2 von Whittier bis Hyder: vom 16.07.2014 – 31.07.2014

 Alaska:  Ist der 49.Bundestaat der USA. Alaska gehörte früher mal zu Russland und wurde 1867 von den Russen, die aufgrund der Napoleonischen Kriege finanzielle Schwierigkeiten hatten,  unter Leitung des damaligen US Aussenministers Seward für 7,2 Mio U$ an die USA verkauft. ( für weniger als 5U$ pro qkm). Damals wussten man noch nichts von den wertvollen Schätzen, die in Alaskas Boden versteckt sind. Alaska ist mit einer Fläche von 1,7 Mio qkm der größte Bundesstaat der USA,  auf der 723.000  Einwohner leben. Die Hauptstadt heisst Juneau und ist die einzige Hauptstadt der Welt, die nur bei Flugzeug oder Schiff erreichbar ist, nicht mit dem Auto. Haupteinnahmequellen sind Erdöl, Erdgas, Fischfang und Tourismus. Der Spitzname von Alaska ist „ Last Frontier“, dies steht auch auf den Nummernschildern der Autos, so heissen unzählige Kneipen, Hotels etc.

Von Seward sind wir bei schönem Wetter losgefahren in Richtung Whittier. Um den ganz kleinen Ort Whittier zu erreichen, muss man einen Tunnel durchfahren. Das ist weiter nichts Aufregendes, aber dieser Tunnel ist etwas besonderes. Zum einen ist er nur  sehr schmal und einspurig, so dass man nur alle 45 in eine Richtung fahren kann, dann ist der Tunnel eigentlich und immer noch ein Eisenbahntunnel, also die Autos teilen sich den Tunnel auch noch mit den Zügen. Aber immer nur einer…. entweder darf der Zug fahren oder die Autos.  Also fährt man auf den Schienen durch den Tunnel und dies 8 km lang. Im Tunnel ist es recht dunkel, was das ganz nur noch abenteuerlich macht.

Whittier als Ort besteht aus dem Fährhafen und aus einem Hafen für Ausflugsboote um zum Gletscher zu fahren und um Wale zu beobachten, ansonsten ist der ganze Ort ein großer Parkplatz für die Touristen, die die verschiedenen Touren gebucht haben.

Die Fahrt von Whittier mit der Fähre nach Valdez war richtig schön. Der Himmel strahlend blau, die Sonne schien angenehm warm und die Fahrt ging durch die Fjorde an Gletschern vorbei. Etwas entfernt waren Wale zu sehen, springend und tauchend. Auch sie hatten Spaß an dem guten Wetter.

Auf der Fähre haben wir Inge und ihren Mann Matthias mit ihren beiden sehr pfiffigen und aufgeschlossenen Kindern aus Aachen kennengelernt und spontan beschlossen, auch den Abend in Valdez mit einem gemeinsamen Barbecue zu verbringen. Später schloss sich noch ein Pärchen aus Alaska an und liess uns selbst  gefangenen, dann geräuchert  und getrockneten Lachs und Elchwurst probieren.

Das Wetter wurde dann recht unbeständig und wir beschlossen drei Tage in Valdez zu bleiben, auf einem  schönen Campingplatz mit Wifi und guten Möglichkeiten Wäsche zu waschen. Auch unser Wohnmobil kam nicht zu kurz und wurde mit einem Ölwechsel verwöhnt. Wir nutzen das Wifi um nun endgültig unsere Fähre durch die Insidepassage zu buchen und damit gab es nun ein Zeitziel, unsere Fähre startet  in Haines. Bis dahin hatten wir noch aber noch gut sechs Tage Zeit. Auf verschiedenen Internetseiten von anderen Reisenden lasen wir am Abend, es gäbe eine Stelle in Valdez an einer Fischzucht, wo Lachse eine Fischtreppe nutzen, dies wiederum nutzen Bären um sich mühelos einen schnellen Snack zu gönnen. Unsere Reiseführer schwiegen sich zu diesem Thema entspannt aus, aber wir fanden die Stelle. So viele Lachse haben wir vorher noch nie an einer Stelle gesehen, auch nicht so viele Adler und Möwen. Aber leider sahen wir keine Bären. Am Abend haben wir noch einen Versuch gestartet, aber  auch diesmal waren die Bären wohl nicht hungrig, dafür allerdings sechs Seelöwen.

Noch nie zuvor haben wir Seelöwen in freier Wildbahn beim „Jagen“ gesehen, okay es waren so viele Lachse dort, dass die Seelöwen nur ihr Maul aufhalten mussten und zubeissen. Um die Reste stritten sich dann die Möwen. Einige Robben, die in der Nähe schwammen hielten gebührend Abstand, weil auch sie auf der Speisekarte der Seelöwen stehen. Es war ein toller Abend.  Von Valdez aus ging es bei Sonnenschein weiter. An einem Gletscher trafen wir ein Schweizer Paar,  Erika und Bert, sie sind wie wir in Richtung Chili unterwegs ist. Die beiden sind aber schon seit 14 Monaten unterwegs, letztes Jahr sind sie von Halifax aus die US Ostküste entlang gefahren und dann hoch nach Alaska. Wir nutzen die Gelegenheit Erfahrungen auszutauschen und versprachen in Kontakt zu bleiben.

Unser Weg führte uns Stück für Stück  dahin zurück wo wir schon mal hergekommen sind, in den Ort Tok.  Hier trafen wir die Berliner Erika und Axel wieder, die mit ihrem gelben Unimog unterwegs sind und nutzten das nicht so dolle Wetter für einen ausgiebigen Kaffeeklatsch. Das Wetter wurde immer schlechter, kalt und regnerisch…..Hinter Tok in der Mitte von Nichts verlassen wir Alaska und reisen wieder in Kanada ein, um kurz vor Haines Junction wieder nach Alaska überzutreten. Die Grenzformalitäten gehen schnell und unkompliziert.  Auf dem Weg durchs Land begegnen uns „Einheimische“:

Wir lassen es uns gut gehen am Campfire, gegen die Mücken (Gelsen).

In Haines angekommen lasen wir eine email von Marcel und Denise, die gerade auf dem Weg zur Fähre in Haines waren um einen Teil der Insidepassage zu fahren.  Wir liessen es uns nicht nehmen die beiden am Fährhafen zu verabschieden und ein bisschen zu quatschen. Unsere Fähre sollte zwei Tage später gehen. Wir erkundeten Haines und Umgebung und freuten uns auf unsere Schiffspassage. Die uns im ersten Schritt nach Juneau, der Hauptstadt von Alaska bringen sollte. Juneau ist die einzige Hauptstadt weltweit, die nur per Flugzeug oder Schiff erreichbar ist. Eine Möglichkeit über den Landweg die Stadt zu erreichen gibt es nicht. Die Überfahrt dauert knapp sechs Stunden und führte durch eine wirklich schöne Landschaft und auch Wale konnten wir vom Schiff aus beobachten.

In Juneau angekommen suchten wir erstmal einen Campingplatz und hofften, dass der Regen nach lässt. In der Nacht wurden wir wach, weil unser Womo total gewackelt hat und wir durchgeschüttelt worden sind. Birger vermutete direkt einen Streich von einer deutschen Jugendgruppe, die auch auf dem CP übernachtete. Aber es war ganz still draussen. Als nächste Idee schoss uns ein Bär durch den Kopf, der das Womo nutzt um sich mal ordentlich den Rücken zu kratzen…..Beim Einschlafen nuschelte ich noch was von der Möglichkeit eines Erdbebens und erntete Hohn und Spott von Birger. Am nächsten Morgen fragte mich die Besitzerin vom CP ob wir etwas von dem Erdbeben in der letzten Nacht mitbekommen hatten. Wie bitte? Erdbeben? Da hatte ich wohl doch recht ;-))) ! Das Beben hatte eine Stärke von ca 5,7 auf der Richterskala, es gab in der Stadt keine Beschädigungen oder Verletzte. Juneau wird, wie viele Städte an der Insidepassage, von Kreuzfahrtschiffen angefahren, so dass in der Stadt immer was los ist.

Wir wandern zum Nugget Trail Fall und schauen uns einen Gletscher an und beobachten ausgiebig ganz viele Seeadler am Eagle Beach.

Die Fischzucht, die wir besuchen, verdirbt uns kurz die gute Laune, weil ganz viele Lachse eine künstliche Strömung hoch gelockt werden, die sie unter Aufbringung aller Kräfte erklimmen, um am Ende dann in der Zucht oder der Fabrik zu landen. Von Juneau aus sind wir dann weiter mit der Fähre nach Prince Rupert gefahren. Insgesamt 42 Stunden dauerte die Fahrt. Teilweise ist das Schiff durch ganze enge Fjord-Arme gefahren und wir haben viele Wale gesehen, so gar in großen Gruppen.

Leider hat es fast die ganze Überfahrt geregnet was etwas die Stimmung gedrückt hat. Aber wir waren ja nicht alleine an Bord und Inge und Michael aus Köln haben schon ganz, ganz viel von der Welt gesehen und uns an ihren Erlebnissen teilhaben lassen, denen wir gespannt gefolgt sind.

In Sitka, der ehemaligen Hauptstadt von Alaska, als Alaska noch zu Russland gehörte, haben wir eine kurze Bustour gemacht. Sehr lustig eine Bustour zu machen durch einen Ort der 9000 Einwohner hat, 15000 Autos, drei Tankstellen und nur ca 14 Meilen ( 20 km) Strasse und dies abends zwischen 20.30 Uhr und 22.30 Uhr (es wurde schon dunkel). Der Busfahrer war sehr unterhaltsam genauso wie die anderen Teilnehmer und wir hatten eine Menge Spaß.

Am nächsten Hafen stiegen dann Marcel und Denise dazu, sie nahmen den selben Weg wie wir, nur haben sie an einigen Häfen das Schiff verlassen, um mit dem nächsten Schiff ein oder zwei Tage später weiterzufahren. Nach dem vielen Regen, aber wir sind auch durch das regenreichste Gebiet von Alaska gefahren,  empfing uns dann Prince Rupert , wir sind wieder in Kanada, dann endlich mit Sonne. Wir genossen den Tag in dem kleinen Ort und beschlossen eine Nacht zu bleiben. In einem kleinen Restaurant mit netter Terrasse haben wir es uns gemütlich gemacht und dem Treiben um uns herum zu geschaut, ein Kreuzfahrtschiff lag direkt vor uns und es war ein reges Kommen und Gehen. Hans-Peter und Gunda aus Norddeutschland sahen uns dort sitzen und beschlossen spontan sich uns anzuschließen. Die beiden haben wir auf der Fähre schon einmal gesehen. Gemeinsam verbrachten wir einen schönen Abend in der Sonne bei Wein, Bier und gutem Essen.

Von Prince Rupert aus ging es über Terrace nach Steward und Hyder. Der Ort Steward liegt in Kanada und Hyder schon in Alaska. Das besondere an dem Ort Hyder ist, dass man dort an einem Fluss Bären beim Lachsfang beobachten kann. Die meisten anderen Möglichkeiten um so ein Schauspiel zu erleben sind per Flugzeug zu erreichen und recht kostspielig. Birger hat sich zu seinem runden Geburtstag gewünscht Bären beim Lachsfang in einem Fluss beobachten zu können. Pünktlich zu seinem Wiegenfeste waren wir in Hyder. Nachmittags sahen wir noch keine Bären, aber dann am Abend. Aber bitte schaut selbst.

anpirschen…..

Es war ein tolles Erlebnis. Früh am nächsten Morgen um 6.00 Uhr waren wir wieder dort. Es waren nur 8 Grad, also etwas kalt, aber als um 07.30 der erste Bär auftauchte, störte die Kälte nicht mehr.

Mit dem Verlassen des Ortes Hyder haben wir nun auch Alaska endgültig verlassen.

 Fazit: Alaska hat uns  wirklich gut gefallen, auch wenn das Wetter nicht so mitgespielt hat. Wir haben viele nette Menschen getroffen und Kontakte sind entstanden und geblieben. Einige Einladungen haben wir bekommen, aber wir haben uns bis jetzt noch nicht getraut diese anzunehmen und die Leute zuhause zu besuchen. Aber der Mut wird auch noch kommen…..Alaska hat uns entspannt, unsere Reisegeschwindigkeit ist deutlich langsamer geworden. Birger hat zu seinem runden Geburtstag die gewünschten Bären beim Lachsfang beobachten können!  Ich übrigens auch ;-). Seid über 100 Tagen sind wir nun unterwegs, es macht uns wahnsinngen Spaß unterwegs zu sein, auch wenn manchmal das eine oder andere Hindernis ( Entschuldigung, ich meine natürlich Herausforderung) unseren Weg gekreuzt hat.

Nun machen wir uns in langsamen Etappen auf durch die Provinz British Columbia  in Richtung Vancouver. Der nächste Bericht kommt also wieder aus Kanada!

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Dieser Beitrag gehört zu Nordamerika, Reiseberichte, USA 2014

5 thoughts on “Alaska 2 von Whittier nach Hyder

  • Jörg 8. August 2014 at 06:13

    Hallo Ihr 2,
    Ich sitze gerade mit meiner Frau Daniela 2 Reihen hinter Euch am Dutch Lake RV (Platz 26) und lese ein bissl auf Eurer Seite (gute Idee mit dem Aufkleber hinten am WoMo, danke!), echt schön geschrieben und macht Lust auf mehr!
    Wie lang habt Ihr noch vor Euch?

    Viele Grüße, Jörg

  • Michael+Bärbel 8. August 2014 at 22:11

    Hallöli schön das Ihr wieder in der Welt seid habe schon sehnsüchtig auf eine Nachricht von Euch gewartet. Habt Ihr denn auch mal ein paar Personenfotos. Weiß schon garnicht mehr wie Ihr ausseht.Noch viel Spaß auf Eurer Reise bussi Bärbel und natürlich auch Michi.

  • renate+heiner christiansen 18. August 2014 at 19:20

    Hallo ihr 2 Vagabunden !
    Endlich haben wir Mama Elfriede erreicht, Immer on Tour!
    Eure Berichte zu lesen,ist eine aufregende und spannende Geschichte.
    Die Welt scheint ein grosser Zoo zu sein.
    Unser Sommer macht eine graue,regnerische und stürmische Pause.
    Diese Weiten,die Natur und die Tierwelt,einfach spannend!

    Passt auf euch auf!
    Seid gegrüßt
    von Heiner+Renate!

  • Stefanie Damoser 19. August 2014 at 23:52

    Hallo Ihr Beiden,
    Kai und ich haben Euch an einem mückenreichen Abend auf einem Campingplatz in New Hazelton angesprochen und kurz kennengelernt.
    Seit gestern Abend sind wir wieder zu Hause… Und was isss….?? Es regnet fast den ganzen Tag 🙁
    Da hat uns das Wetter in den fast 4 Wochen in Kanada (23.07. – 17.08.) doch richtig verwöhnt. Aber fast 30 Grad in den Rocky Mountains ist wohl auch eher eine Ausnahme.
    Wir haben die restliche Reise durch die Nationalparks Jasper, Banff, Yoho – auf dem Campingplatz ‚Kicking Horse‘ sind wir 3 Nächte geblieben 🙂 – und Kootenay sehr genossen und waren auf unseren kurzen Wanderungen von den Ausblicken sehr beeindruckt.
    Neben einigen Schwarzbären entlang der Straße haben wir dann doch noch einen Grizzly aus dem Sessellift im (grünen) Skigebiet von Lake Louise gesichtet. Aber das ist sicherlich kein Vergleich zu Hyder. Vor allem Kai hat sich im Nachhinein geärgert, dass wir den Umweg von 400 km nicht gemacht haben. Nun ja, vielleicht ein Grund für eine zukünftige Reise nach Alaska 😉
    Wir wünschen Euch noch viele aufregende Erlebnisse auf eurer Reise und werden immer mal wieder diese Seite besuchen, um uns Appetit zu holen!
    Liebe Grüße aus Aachen,
    Kai und Stefanie

  • Birthe 21. August 2014 at 16:21

    Hallo meine Besten,

    Tolle Photo’s!!!!!!..(……da habt Ihr aber wirklich wahnsinniges Glueck gehabt, dass Euch sogar ein in freier Wildbahn selten anzutreffendes schlummerndes ‚Grubenpony‘ vor die Linse kam – erstaunlich :o) ).

    Wir denken an Euch. Ganz liebe Gruesse aus dem noch winterlichen Australien :o)

    Seid umaermelt und gedrueckt. Weiterhin viel Spass. Bis bald. Macht weiter so und wir freuen uns schon auf Euer naechstes Abenteuer :o) ….to be continued …

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