Argentinien -der Norden-

von Christiane

Argentinien, der Norden vom 30.03.2018-14.04.2018

Argentinien liegt im Süden von Südamerika. Es grenzt im Norden an Bolivien, im Nordosten an Paraguay, im Osten an Brasilien, im Südosten an Urguguay und im Westen an Chile. Der Landesname leitet sich von der lateinischen  Bezeichnung für Silber – argentum – ab und stammt aus der spanischen Kolonialzeit, als man hier Edelmetalle zu finden hoffte. Bis zu seiner Unabhängigkeit 1816 war es Teil des spanischen Kolonialreiches. Politisch ist Argentinien eine präsidentielle Bundesrepublik, in der die einzelnen Provinzen weitreichende Kompetenzen innehaben. Mit einer Fläche von knapp 2,8 Mio. km² ist Argentinien der achtgrößte Staat der Erde und der zweitgrößte des südamerikanischen Kontinentes. Im Hinblick auf die Einwohnerzahl steht es mit rund 44 Millionen Einwohnern in Südamerika an dritter (nach Brasilien und Kolumbien) und in ganz Amerika an fünfter Stelle. Etwa ein Drittel der Bevölkerung konzentriert sich im Ballungsraumes der Hauptstadt  Buenos Aires,  die als bedeutendes Kulturzentrum Amerikas gilt, in dem unter anderem der Tango Argentino seinen Ursprung hat. Weitere Ballungszentren bilden die Städte  Cordoba, Rosario, Mar de Plata, und Mendoza. Große Teile des trockenen und kalten Südens sind dagegen nur sehr dünn besiedelt. Mehr als 90 % der Bevölkerung stammen nach der offiziellen Statistik von eingewanderten Europäern ab, hiervon etwa 36 % von Italienern, circa 29 % von Spaniern und etwa 3–4 % von Deutschen. Wirtschaftlich spielen traditionell die Landwirtschaft, Viehzucht und der Rohstoffabbau eine große Rolle. Bis etwa 1950 war Argentinien eines der reichsten Länder der Erde, dann sorgte der herrschende  Peronismus für einen  staatlich gelenkten  Industriesektor und das Wohlstandsniveau sank in der Folge auf ein mittleres Niveau ab. Erst in den 1990ern fand eine Umkehr dieser Politik statt und die verarbeitende Industrie sowie der Dienstleistungssektor konnten sich marktwirtschaftlich entfalten. Der Grenzübergang auf dem Paso los Libertadores ist spannend. Es gibt eine Grenze zur Einreise Chile und Ausreise Argentinien und ca 45 Kilometer entfernt hinter dem Pass steht das Grenzgebäude zur Ausreise Chile und Einreise Argentinien.

Es ist Gründonnerstag und wir staunen über die Kilometerlange Schlange vor der Einreise nach Chile. Später erfahren wir, dass die Wartezeit ca 10 Stunden beträgt und die Argentinier unterwegs an die Strände an der Küste von Chile sind um dort Osten zu verbringen. Wir hoffen, dass es auf unserer Seite nicht so aussieht. Zum Glück nicht, schnell haben wir einen Stempel im Pass nun brauchen wir nur noch den TIP  fürs Auto. In einer großen Halle gibt es verschiedene Reihen für die Einreise mit dem Auto. Die Halle ist sehr hoch, aber man hat eine Art Decke auf 3,05 m Höhe eingezogen. Wir sind 3,04 hoch. Ich frage ob wir uns vielleicht wo anders anstellen können, klar kein Problem! An der Schlage vorbei gibt es einen Bereich durch den wir locker durch kommen. Gleich zwei Beamte schauen sich das Womo von Innen an, die chilenischen Beamten sind immer sehr, sehr genau bei der Kontrolle, Fleisch, Gemüse, Obst darf nicht eingeführt werden. Sie finden nichts, die Beamten sagen wir dürfen fahren. Freundlich fragen wir nach der Einfuhrerlaubnis für unser Auto. Die sei nicht nötig. Wir stutzen und erklären, dass wir diese aber bräuchten. Es wird sich beraten, ein Kollege sucht im Computer, findet Dokumente von uns von den vorangegangen Enreisen. Leider kann er damit nichts anfangen. Wir werden zum Chef begleitet, der druckt das Formular mal kurz aus und nach nur einer Korrektur unsererseits ist alles erledigt und wir fahren weiter. Willkommen in Argentinien. Der Pass schlängelt sich weiter durch die Bergwelt, zufrieden und etwas müde kommen wir in Upsalata unserem Zielort an.

Da unser Kühlschrank total leer ist, fragen wir an der Touristeninfo nach einem größeren Supermarkt. Klar gibt es, dort angekommen ist der leider geschlossen. Gründonnerstag ist ein halber Feiertag. Zurück im  Ort, stellen wir fest, dass irgendwie  fast alles geschlossen ist. Ausser ein Tante Emma Laden. Wir decken uns mit dem Nötigsten ein und treffen ein französisches Pärchen, auch unterwegs mit dem eigenen Camper.Die beiden sprechen gut Englisch und so kommen wir ins Gespräch und stellen fest wir wollen auf den selben Campingplatz. Vor dem Laden werden Birger und ich noch von einer deutsch-argentinischen Familie angesprochen und ein längeres Gespräch entspannt sich. Als wir nach  18.00 Uhr das erste Bierchen auf dem Campingplatz öffnen, sind wir doch recht müde nach dem langen Tag.

Von Upsalata geht es am nächsten Tag weiter nach Mendoza, der argentinischen Weingegend schlechthin. Viele Weingütern und Felder voll mit Weinreben säumen die Strasse.

Wir würden gerne die Winery Trapiche besuchen. Die ein oder andere Flasche Malbec haben wir in den letzten zwei Jahren schon von der  Firma getrunken und würden jetzt gerne erfahren wie der rote Saft in die Flasche kommt. Als wir bei Trapiche ankommen, sagt uns der nette Wachmann am Eingangstor, dass alle Führungen und Verkostungen  ausgebucht sein, erst in drei Tagen gäbe es freie Plätze. Wir können es nicht glauben, der Parkplatz ist fast leer, keine Menschen laufen auf dem Gelände rum.  Birger ist hartnäckig und möchte gerne mit jemanden sprechen der Englisch spricht und die Führungen durchführt. Kein Problem und nach dem Telefonat haben wir auch einen Platz in der nächsten Führung. Wir überbrücken die Zeit und gehen in eine ganz kleine private Brauerei um die Ecke. Im netten Garten verbringen wir eine angenehme „Wartezeit“.

Die Führung bei Trapiche ist dann wirklich interessant. Wir sind nur 15 Leute und eine andere Gruppe ist nicht in Sicht.  Die Weine die wir kosten dürfen sind gut und  der Mitarbeiter im Shop spricht sogar perfekt Deutsch. Er plant gerade eine Europareise mit seiner Familie. Aber auch er stöhnt es sei gerade so stressig, ich schaue mich verwundert im Verkaufsshop um, ausser mir ist niemand zu sehen und seit ca 15 Minuten quatschen wir ungestört…..!

Am späten Nachmittag erreichen wir den Camping „Los Suizos“ und treffen dort auf Walter und Gerda aus Stuttgart. Die beiden sind auch mit einem „normalen“ 7,50m langen Wohnmobil, einem Detleffsen, unterwegs. Klar, dass wir uns austauschen müssen. Es wird ein langer und lustiger Abend. Leider fahren wir in entgegen gesetzte Richtungen. Von Mendoza aus geht es mit Zwischenübernachtung  zum Nationalpark „Ischigualasto“. Es ist der 2.April und Feiertag in Argentinien,(es wird an die gefallenen Soldaten des Falklandkrieges gedacht) und dementsprechend lang ist die Schlange am Ticketschalter. Aber wir haben noch eine andere Herausforderung zu meistern. In diesen Nationalpark, kann man nur mit dem eigenen Auto hineinfahren und dies auch nicht alleine sondern man fährt mit ca 20-25 Fahrzeugen im Konvoi. Der Nationalparkführer sitzt im ersten Fahrzeug und an vier Stellen, steigen alle aus und der Guide erklärt der Gruppe die Entstehung der Felsformation. Der Weg durch den NP ist nach längerem Regen etwas matschig und es wird nicht empfohlen mit Wohnmobilen an der Führung teilzunehmen. Okay, eine Mitfahrgelegenheit muss her denke ich, Birger sagt okay komm wir gehen wieder. Hin und her gerissen, machen wir uns dann doch auf den Weg und schauen mal in die wartenden Autos wer denn so Platz hätte. Ein älterer Herr sitzt alleine im Auto, wir denken seien Frau kauft gerade Eintrittskarten und wir fragen ihn ob wir mitfahren dürfen. Klar, kein Problem, er ist super nett, spricht aber nur spanisch. Etwas später kommen Ehefrau, Yoly, und die erwachsene Tochter, Belen,  um die Ecke, beide sind sehr freundlich und die Tochter spricht sogar Englisch. Zwei Stunden verbringen wir mit der aufgeschlossenen Familie aus San Juan. Vater Vicente spricht ganz viel auf Spanisch mit uns, Belen hat keine Lust immer zu übersetzten, und so lernen wir wieder viele Spanische Worte dazu und mit Händen und Füssen geht ja alles. Es war eine schöne Erfahrung und uns mal wieder gezeigt wie hilfsbereit nett und warmherzig die Argentinier sind. Muchas Gracias!

Vom NP Ischigualasto fahren wir nur 100 km wieder in den NP Talampaya. Dort gibt es auch einen Campingplatz und wir wollen dort die Nacht verbringen. Der NP liegt sehr schön mit Blick auf die tollen Sandstein-Formationen. Der Campingplatz ist eher für Zelte gedacht, aber wir können auf dem Parkplatz stehen. Wir suchen uns eine Ecke mit Bergblick, stellen unsere Stühle in den Schatten. Es dauert nicht lange als neben uns ein Fahrzeug mit Dachzelt hält und sich hinter uns stellt .Später kommt noch ein Fahrzeug mit Anhänger dazu. Einsam sind wir also nicht. Unsere neue Nachbarn kommen aus der Schweiz, also Jürgen kommt aus der Schweiz, seine Freundin Lenka, kommt aus Tschechien. Die beiden haben sich in Italien kennengelernt und ihre gemeinsame Sprache ist Italienisch. Jürgen und Birger tauschen direkt Routentips aus, Birger erklärt ich hätte ja mal italienisch gelernt und Lenka ist sofort ganz erfreut. Aber wohl nur kurz.Mein Speisekarten-Italienisch bringt uns nicht viel weiter, aber Lenka ist geduldig und einige Vokabeln kommen doch wieder zum Vorschein… es ist aber mehr als mühselig für uns beide. Auch ist meine Konzentration nach dem „spanischen Vormittag“ etwas geschwächt.  Abends sitzen wir alle noch zusammen, sprechen deutsch, Lenka versteht recht viel, antwortet auf Italienisch und Jürgen fungiert als Dolmetscher. Wir lernen viel über die Unterschiede in den verschiedenen europäischen Kulturen, und jeder von uns hat Geschichten zu dem Thema parat. Vieles zum Schmunzeln und Lachen, einiges zum Nachdenken.

Am nächsten Morgen besuchen wir mit einer geführten Tour, anders kommt man in den NP nicht hinein, die tollen roten Sandsteinfelsen. Mit einem großen Offroad-Bus geht es in den Park. An einigen Stationen gibt es Erklärungen von der Führerin und zwischendurch in einer Pause wird sogar ein Glas Wein gereicht. Die Formationen sind wirklich beeindruckten und wir fühlen uns doch sehr klein.

Gegen Mittag setzen wir unsere Reise fort. Ein Campingplatz in Chilecito ist unser Ziel. Aber die Saison ist schon zu Ende und der CP hat zu. Andere CP im Ort gibt es nicht. Also fahren wir weiter bis nach Famatina. Hier gibt es ein Hostel mit Camping und die Besitzer wohnen am Platz. Das erhöht die Chance, dort ein Plätzchen für die Nacht zu finden. Wir werden freundlich begrüsst, bekommen das Passwort fürs Internet, die Sanitäranlagen sind unterirdisch schlecht. Dafür gibt es das ganze für 4 Euro für die Nacht. Am nächsten Morgen verbringen wir fast drei Stunden damit über Skype zu telefonieren. Unsere Flüge, die wir für Anfang Juni gebucht haben sich so verschoben, dass die Anschlüsse nicht mehr funktionieren. Die Internetverbindung ist nicht stabil, und so fallen wir immer dann aus der Leitung, wenn wir nach viel Warteschleifenmusik, endlich einen Mitarbeiter am Rohr haben. Beim vierten Mitarbeiter hält die Verbindung durch und wir können alles regeln. Nun ist Zeit für Entspannung und wir fahren zu den Thermen von Fiambala. Auf ca 2500 Meter Höhe, gibt es warme Quellen die durch verschiedene Natursteinbecken geleitet werden. Das Wasser in den vielen kleinen, sehr schön angelegten Becken ist zwischen 42°C und 30°C Grad warm. Wir wechseln zwischen den Becken und geniessen das warme Bad, bei warmer Aussentemperatur.

Im Ort Fiambala finden wir einen einfachen Camping mit mal wieder netten Besitzern und lassen dort den Tag ausklingen. Unsere Fahrt geht weiter Richtung Norden. Hinter dem Ort Santa Maria besuchen wir seit langem mal wieder ein Museum, Grund sind nicht die ausgestellten Exponate, sondern die Aussengestaltung des Museums. Aus verschiedenen Gesteinsarten hat man das Museum erbaut, Bilder an den Aussenwände erstellt, Brunnen gebaut. 3000 LKWs mit Steinen hat es für dies alles gebraucht.

Auf dem Weg weiter schauen wir uns die Ruinen von Quilmes an. Die Quilmes waren ein indigener Stamm, der sich sehr lange gegen die spanischen Kolonialherren zur Wehr gesetzt hatten.  Die Anlage ist noch sehr gut erhalten, spektakulär in den Felsen gebaut und man kann noch viele Räume, Häuser, Feuerstellen etc erkennen. Birger macht sich dann noch auf den Weg auf einen der recht hoch gelegenen Aussichtspunkten.

Die nächsten zwei Tage verbringen wir im Ort Cafayate. Auch ein schönes Weinanbaugebiet. Auf dem Weg dort hin besuchen wir einen kleineren Winzer, es ist gerade Weinlese und alle sind stark beschäftig. Aber eine Mitarbeiterin nimmt sich kurz Zeit uns auf Englisch ihren Weinkeller zu zeigen. Sehr lieb.

Auf dem Campingplatz in Cafayate spricht uns Lutz an. Er kommt aus Deutschland und ist vor Jahren nach Paraguay ausgewandert. Gerade hat er sich ein amerikanisches Wohnmobil gekauft, was er in Paraguay für Südamerika umbaut. Er hat auf dem CP nur mal eben die Stromanschlüsse gecheckt und hat dabei unser Auto gesehen. Nachmittags besuchen wir die schöne Plaza im Ort. Als  wir beim Kaffee sitzen kommt Lutz um die Ecke. Er ist als Reiseleiter gerade mit einem deutschem Ehepaar in Argentinien unterwegs. Lutz kennt sich also aus und wir nutzen die Gelegenheit ihm einige Fragen über die umliegenden Bergpässe zu stellen. Geduldig beantwortet er unsere Fragen. Später setzen sich dann noch Peter und Christiane (seine kleine Reisegruppe) mit an unseren Tisch und wir  halten einen ausführlichen deutschen Kaffeeklatsch. Zwei Tage lang  geniessen wir  das „Stadtleben“ bevor es weiter geht in eine etwas größere Stadt.

Salta. Der Weg dorthin führt durch eine tolle Schlucht. Viel schöner als die Sandsteinfelsen in den Nationalparks vorher. Eine tolle Fahrt.

Salta hat 540.000 Einwohner, soll schöne Kirchen haben, zwei Fussgängerzonen, eine nette Plaza und einen Stadtberg mit Seilbahn. Das wollen wir alles sehen und fahren auf den wohl einzigen Campingplatz der Stadt. Gute Kritik haben wir nicht gelesen, aber wenn die Auswahl so übersichtlich ist, fällt die Entscheidung leicht. Kurz nach uns kommen, Robert und Petra aus Esslingen mit ihrem Unimog auf dem Platz an. Wir stellen erst mal die Stühle zusammen und quatschen ein bisschen. Zwischendurch kommt ein junger Argentinier an und bietet uns warme gefüllte Teigtaschen an, damit ist das Abendessen auch erledigt. Später gesellen sich dann noch Regina und Wolfgang aus Norddeutschland zu uns, sie stehen auf der anderen Seite des riesigen Campingareals mit ihrem MAN Expeditmobil. Es ist spannend zu sehen und hören wir drei Paare mit so unterschiedlichen Fahrzeugen so unterschiedlich reisen. Während wir versuchen so wenig Schotterstrassen wie möglich zu fahren, suchen Robert und Petra jede Schotterstrasse und waren gerade zwei Wochen nur im Bergland auf Pisten unterwegs. Ihre Geschichten sind wirklich abenteuerlich. Die beiden Norddeutschen könnten Schotterfahren, fahren sie aber nicht so gerne, haben dafür aber ein Motorrad dabei. In so interessanter Gesellschaft ist der Campingplatz auch gar nicht so ungemütlich.  Am nächsten Tag schauen Birger und ich uns die Stadt an. In der Kathedrale an der Plaza ist gerade Messe. Wir stellen uns hinten in die Kirche hinein, schauen uns um und hören dem tollen Sänger in der Kirche zu. Nach der Gabenbereitung geht der Klingelbeutel rum und es werden kleine Heiligenbilder verteilt.  Kurz vor Ende der Messe, wendet sich der Mann neben mir zu mir, gibt mir sein kleines Heiligenbild und sagt, dies sei nun ein Geschenk von ihm an mich. Wieder einmal ein kleine, liebe, spontane Geste, die uns zu Teil wird. Als die Messe vorbei ist, machen wir uns auf die Stadt zu besichtigen. Nach einer kleinen Stärkung in einem einheimischen Kaffee, beschliessen wir den Hausberg zu Fuss zu erklimmen. 1070 Stufen liegen vor uns, zum Glück ist die Sonne von Wolken verdeckt und es ist nicht ganz so heiss. Trotzdem kommen wir 40 Minuten später ziemlich verschwitzt am Aussichtspunkt an. Wir werden mit einer schönen Aussicht über die Stadt belohnt.

Über die Plaza San Martin und die Fussgängerzone bummeln wir zurück zum Hauptplatz. Da wir nicht noch nicht genug gelaufen sind, gehen wir die 3,6 km zu Fuss zum Camping zurück. Dort trifft sich abends die sechser Gruppe wieder und jeder erzählt seine Erlebnisse vom Tag. Tja, Bilder von uns allen gibts leider nicht. Wir haben noch Zeit bis wir uns mit Helmut und Ilona in Chile treffen und so beschliessen wir doch noch über die Berge in den kleinen Ort Cachi zu fahren.  Dank Michaels Info, dass die Route 33 fast ausschließlich geteert ist, fällt die Entscheidung leicht. Das Panorama auf dieser  ca 80 km langen und bis 3250 Meter hohen Bergstrasse ist atemberaubend. Das Wetter spielt auch mit und so schrauben wir uns langsam auf die Passhöhe hoch. Auch die 18 km Schotter Richtung Passhöhe sind gut zu fahren.

Unterwegs sehen wir am Himmel einen Condor kreisen. In dem kleinen, überschaubaren Ort Cachibleiben wir zwei Tage. Den Camping Platz haben wir für uns alleine und so bastelt, schraubt und putzt  Birger am Auto rum und ich schreibe Bericht und beschrifte mal wieder ein paar Hundert Fotos. Die kleine Plaza lädt zum Verweilen ein, Internet gibt es dort auch und ab dem frühen Nachmittag sind die Touristenkleinbusse auch wieder auf dem Weg zu ihrem Ausgangspunkt und es wird ganz einheimisch im Ort.

Der Rückweg führt uns wieder über den schönen Pass, diesmal mit eine paar Wolken am Himmel, aber der Ausblick ist immer noch spektakulär. Wir finden eine schnelle Umfahrung um die Stadt Salta. Aber noch ca 170 km liegen heute noch vor uns. Die Strasse wird enger und kurviger. Die RN9 liegt nun vor uns. Durch grüne Regenwälder führt die nur 4m breite Strasse, wir sind schon 2,34 Meter breit. Jede Kurve ist wieder ein neues Abendteuer für uns, kommt uns ein Fahrzeug entgegen, wenn ja hoffentlich fährt es nicht zu schnell und auch bitte nur auf seiner Spur. Die Umgebung ist wirklich schön und die „grüne kleine Hölle“ ist wirklich eine tolle Abwechslung zur den Steinformationen der letzten Tage. Aber wir sind froh als nach ca 50 Kilometern die Strasse wieder breiter wird und wir trotzt der einiger spannender Situationen die Strasse heil passiert haben.

10 Kilometer weiter kommt uns ein bekanntes Auto entgegen. Andre aus den Niederlanden mit seiner Freundin Lisa. Andre haben wir im Dezember 2017 kurz in Uruguay und dann für zwei Tage in Brasilien getroffen. Wir halten für einen kurzes Quätschchen auf der Strasse an und tauschen die jeweiligen Reiserouten der letzten Monate aus, bevor jeder seinen Weg fortsetzt.

Am frühen Abend kommen wir im kleinen Bergdorf Purmamarca an. Auf der Plaza ist ein großer Markt, bestimmt 25 Stände sind aufgebaut, aber jeder verkauft das Gleiche. Decken, Jacken, Pullover, Strümpfe, Taschen….! Viele Touristen sind unterwegs. Wir suchen uns eine ruhige Ecke, trinken ein Bier und essen gefüllte Tortiallas.

Am Abend verkochen wir die restlichen Lebensmittel, die wir nicht „unverarbeitet“ mit über die Grenze nach Chile nehmen dürfen. Am nächsten Tag geht unser kleines Abendteuer los. Wir wollen über den Paso de Jama von Argentinien nach Chile fahren. Der Pass geht auf eine Höhe von 4800 Meter, und ca 40 km lang werden wir uns so zwischen 4600 m und 4800 Höhenmetern bewegen. Wir haben Respekt vor der Höhe, das unser Fiat Ducato Wohnmobil Euro 5 Norm einen Dieselpartikelfilter hat. Wenn dieser nicht genug Sauerstoff zur Verbrennung bekommt, bleibt das Fahrzeug einfach mal stehen, und nichts geht mehr. Viele Geschichten und Erfahrungsberichte gibt es im Netz nachzulesen.  Morgens um 8.00 Uhr starten wir und der Weg über den Pass an Salzseen vorbei ist wunderschön. Auf 4200 m Höhe befindet sich die Grenze und wir japsen schon ein wenig auf dem Weg vom Auto zum Grenzgebäude. Die Formalitäten sind innerhalb von 20 Minuten erledigt und nun gehts los.  Jetzt fängt die Steigungen erst richtig an. 4800 Meter müssen wir und unser Womo erklimmen. Wir sind ziemlich nervös.  Aber wie es ausgeht erfahrt ihr im nächsten Chile Bericht.

FAZIT: Nach der eher langweiligen Strecke durch die Pampa, die wir im Februar zurück gelegt haben, begeistert uns die Berglandschaft im Norden des Landes. Rote Sandfelsen, tolle Felsformationen, hohe Pässe, Schnee schon auf den Bergspitzen der Anden. Zwischendurch gibt es Abwechslungen in den Weingegenden Mendoza und Cafayate. Viele Reisende sind hier im Norden unterwegs und es wird nie langweilig.

 

Dieser Beitrag gehört zu Argentinien 2018, Reiseberichte, Südamerika

One thought on “Argentinien -der Norden-

  • hans-heinrich christiansen 29. April 2018 at 11:21

    Hallo ihr 2
    wir haben mit Spannung euren interesannten und abwechslungsreichen
    Bericht gelesen.Tolle Foto und für euch schöne Erlebnisse erwarten wir schon
    die Fortsetzung des Berichts.
    Bis bald Grüsse
    R+H

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