Argentinien, Paraguay, Brasilien (südl.Pantanal)

von Christiane

Argentinien, Paraguay, Brasilien (südl.Pantanal) vom 23.04.-25.05.2018

Paraguay ist ein Binnenstaat in Südamerika. Im Osten grenzt das Land an Brasilien,  im Süden und Westen an Argentinien, im Norden und Westen an Bolivien. Der Name des Staates bedeutet „Wasser, das zum Wasser geht“, abgeleitet von der Sprache der Ureinwohner,Guarani.Mit einem Staatsgebiet von knapp 407.000 km² ist das Land ungefähr so groß wie Deutschland und die Schweiz zusammen. Paraguays größte und wichtigste Stadt ist die Hauptstadt Asuncion mit etwa einer Million Einwohner im Ballungsraum, das Zentrum von Verwaltung, Industrie und Handel. Zweitgrößte Stadt ist  Ciudad del Este ( ca 239.500 Einwohner) eine schnell wachsende Stadt, die als Einkaufs- und Handelszentrum, aber auch als Metropole des Schmuggels bekannt ist. Von deutschen Auswanderern und von Mennoniten wird häufig Deutsch gesprochen. Letztere verwenden als Umgangssprache jedoch meist einen niederdeutschen Dialekt. Dennoch spielt die deutsche Spache in den mennonitischen Kolonien eine signifikante Rolle: insbesondere als Kirchen-, Schul- und Verwaltungssprache sowie als Sprache der Medien. Je in etwa zur Hälfte in Ostparaguay und im Chaco wohnt diese zahlenmäßig unbedeutende, aber mit großer Wirtschaftskraft und bestimmten Privilegien ausgestattete Minderheit der deutschsprachigen Mennoniten, die seit 1927 zunächst aus Kanada und später meist aus Russland eingewandert sind. Durch weitere Zuwanderung aus den USA, Kanada und Mexiko beläuft sich deren Anzahl inzwischen auf knapp 30.000 Personen. In der brasilianischen Grenzregion leben inzwischen etwa 500.000 portugiesischsprachige Siedler, davon sind 150.000 deutschstämmige Brasilianer. Fünf bis sieben Prozent der paraguayischen Bevölkerung sind Einwanderer deutscher Herkunft. Die Volkszählung im Jahr 2002 belegt 1838 (circa 0,035 Prozent der Bevölkerung) in Paraguay lebende Personen, die in Deutschland geboren sind. In der Regierungszeit des deutschstämmigen Diktators Alfredo Stroessner, der von 1954 bis 1989 das Amt des Staatspräsidenten innehatte, sind zehntausende aus Brasilien stammende Deutschbrasilianer eingewandert. Allein in den Jahren 1973/74 waren es 42.000. Ein weiteres Zentrum der Einwanderung liegt um Hohenau herum mit mindestens 30.000–35.000 Deutschbrasilianern. Seit dem Sturz Stroessners im Februar/März 1989 kamen weitere 150.000 Deutschstämmige aus Südbrasilien dazu. Etwa 90 % der paraguayischen Bevölkerung bekennt sich zum katholischen  Glauben. Paraguay war bis in die 1960er Jahre ein reines Agrarland. Bis heute spielt die Landwirtschaft eine wichtige Rolle: 39 Prozent der Bevölkerung arbeitet im Agrarsektor, der 24,9 Prozent zum BIP beiträgt.Großgrundbesitz prägt nach wie vor die Struktur. Ca. 66 % der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen gehören 10 % der Bevölkerung.  Dieses Merkmal ist  für die meisten lateinamerikanischen Staaten typisch.  Eine Gesetzesänderung im  Januar 2002  hat zu einer deutlichen Verschiebung der Besitzverhältnisse geführt. Heute können alle Großgrundstücke, die nicht zu mindestens 30 % landwirtschaftlich genutzt sind, enteignet werden. Trotzdem ist immer noch etwa ein Drittel der ländlichen Bevölkerung ohne Land.Paraguay ist Hauptexporteur für Soja.Schulpflicht herrscht für Kinder im Alter von 5 bis 15 Jahren. Diese wird aber nicht ausreichend durchgesetzt. Ein staatlich geregeltes Ausbildungssystem zur Erlangung beruflicher Ausbildungsabschlüsse, besteht nur in Ansätzen. Private Einrichtungen und auch ausländische Organisationen , zB das deutsche Kolping Werk, bieten kostenpflichtige, berufliche Lehrgänge für Jugendliche an. Wegen Qualitätsmängeln der öffentlichen Schulen besuchen Kinder, deren Eltern das Geld aufbringen können, Privatschulen. Außerdem sind einige wenige öffentliche deutsche Schulen in Paraguay zu finden. Ferner verfügt Paraguay über staatliche und private Universitäten, deren Abschlüsse im Ausland, oft nicht als gleichwertig anerkannt werden. Die Alphabetisierungsrate betrug 2015 95,6 % der erwachsenen Bevölkerung.

Der Grenzübergang auf dem Paso los Libertadores von Chile nach Argentinien läuft diesmal ganz einfach. Ein netter, wohl höherer Beamte spricht uns sofort an und fragt uns auf spanisch, in welcher Sprache wir gerne kommunizieren wollen.Spanisch? Englisch? oder Französisch?. Wir staunen nicht schlecht und entscheiden uns spontan für Englisch. Der junge Mann geht mit meinen Dokumenten in sein Büro und 15 Minuten später ist alles erledigt.  Gut so, denn es wird bald dunkel und wir fahren nicht gerne bei Nacht. Der Pass schlängelt sich weiter durch die Bergwelt, noch in der Dämmerung kommen wir in Upsalata an. Vor knapp vier Wochen waren wir schon einmal hie., der Kreis schliesst sich. Unser Ziel ist Brasilen, das südliche Pantanal. Da wir uns für die längere Strecke  durch Argentinien und Paraguay entschieden haben, aber  nur noch knapp vier Wochen Zeit haben, geben wir etwas Gas. Die Strecken pro Tag sind etwas länger, wir kommen abends etwas später an. In Potrero de los Funes finden wir einen schönen Übernachtungsplatz am. See. Im Februar war der Ort den ganzen Tag wegen eines Autorennens gesperrt. Heute fahren wir mit dem Wohnmobil über die Rennstrecke, die an „rennfreien“ Tagen als normale Strasse um den See genutzt wird. 

Der Weg führt uns weiter über einen eigentlich schönen Pass „Ruta 34“ Richtung Cordoba. Leider spielt das Wetter nicht mit und die letzten 20 Kilometer könenn wir kaum 20 Meter weit schauen aufgrund von Regen und Nebel.

Auch wenn wir etwas eilig haben wollen wir uns das ein oder andere noch ansehen. Im Februar haben wir die argentinische Stadt Cordoba links liegen gelassen. Nun  beschliessen wir uns die Stadt doch  mal anzuschauen. Etwas 15 km ausserhalb der Stadt in einem großen Naherholungsgebiet, mit Sportplätzen und Grillmöglichkeiten gibt es auch einen Campingplatz. Der hat sogar das ganze Jahr auf. Es ist schon Herbst in Argentinien, auch wenn man es an den Temperaturen noch nicht erkennt, und viele CP haben schon geschlossen. Auf einer großen Wiese stellen wir unser Wohnmobil ab und sind auch nicht alleine. Ein Paar aus der Schweiz, das wir vor einem Jahr kurz in Uruguay getroffen haben stehen hier schon seit einer Woche.  Am nächsten Morgen fahren Birger und ich mit dem Taxi in die Stadt. Die nette Dame vom CP organisiert uns ein Taxi und in 20 Minuten haben wir die Innenstadt von Cordoba erreicht. Wir bummeln durch die wirklich nette Fussgängerzone, zum Hauptplatz und besichtigen ungefähr acht verschiedene Kirchen und laufen an mindestens genauso vielen ohne Besichtigung vorbei. Die Sonne scheint, an vielen Ecken in der Fussgängerzone stehen Strassenmusiker oder andere Künstler  und zeigen ihr Können. Die Argentinier sind ein entspanntes Volk und nehmen sich die Zeit zu zuhören oder zu zusehen. Wir schliessen uns an.

Am späten Nachmittag sind wir wieder beim Wohnmobil und am nächsten Tag geht es wieder weiter. Die Strasse ruft. Es ist wahnsinnig heiss in Argentinien, jeden Tag steigt das Thermometer über 30 Grad Marke und auch die Nächte sind sehr warm. Wir freuen uns  auf unserem Weg durch Argentinien  immer mal wieder schöne CP am Fluss zu finden und genießen die Brise und den romantischen Sonnenuntergang.

In der Stadt Resistencia verbringen wir eine unruhige Samstagnacht auf einem Municipal Campingplatz. Die Municipal Plätze werden von den Einheimischen an den Wochenenden genutzt um zu grillen und sich mit Freunden zu treffen. Dazu gehört immer viel Musik und ziemlich laute Gespräche, da irgendwie alle immer gleichzeitig reden. Wer zuhört? Keine Ahnung! Die Pächter vom Campingplatz sind sehr fürsorglich und bitten uns uns direkt an den Eingang zu stellen und nicht so Nahe zu den Grillplätzen, dann wäre es nachts für uns ruhiger. Gute Idee! Wir haben freien Blick auf eine Half-Pipe, in der einige Skater üben und auf dem kleinen Fussballfeld, kicken am Abend einige Jugendlichen mit einem Trainer. Wir schauen zu, und hoffen, dass es kühler wird.  Gegen 21.00 Uhr abends kommt eine Gruppe Erwachsener und belegt den  einsamen Grill am Fussballfeld, der ca 50 Meter von uns entfernt ist. Alles ist ganz ruhig, leise läuft Musik aus einem der Autoradios. So gegen 24.00 Uhr hat die Gruppe inclusive Kinder gegessen, die Musik wird lauter und noch lauter. Es wird gesungen….Um drei Uhr  morgens fährt die Gruppe heim und wir können schlafen. Am nächsten Morgen fahren wir trotzdem früh los. Wir wollen die Grenze nach Paraguay überqueren und diese ist sonntags gut besucht, weil die Argentinier gerne in Paraguay einkaufen gehen. Dort ist alles viel günstiger. Tatsächlich ist die Autoschlange länger als wir es sonst aus Südamerika kennen. Aber nach einer guten Stunde haben wir den Papierkram erledigt und betreten zum ersten Mal Paraguay. Die Hauptstadt Asuncion ist nicht weit von der Grenze entfernt, aber wir entscheiden uns gegen einen Besuch. Viel soll es nicht zu sehen geben, alte Baustruktur musste in den letzten Jahrzehnten neuen Prestig-Bauten weichen, die wiederum wegen geringer Pflege mittlerweile etwas verkommen sind.  Auch  wissen wir ja mittlerweile, dass in Südamerika die Großstädte an Sonntagen wie ausgestorben sind .Also stürmen wir  erst einmal einen Supermarkt und suchen einen Geldautomaten. Was sich an einem Sonntag als nicht ganz so einfach herausstellt, aber nach einigem Suchen werden wir fündig. Wir haben ja Zeit. Unser Ziel ist der Campingplatz „Hasta la Pasta“. Der Platz wird von einem Schweiz/Deutschen Ehepaar geführt und ist ein sehr beliebter Treffpunkt für Langzeitreisende. Rene stellt selber Nudeln her und seine Frau Marion soll super kochen. Wir sind neugierig. Als wir am geschlossenen Tor des CP ankommen werden wir von drei laut bellenden Hunden empfangen. Zum Glück, denn durch ihr Bellen wird Regula auf uns aufmerksam und öffnet uns. Das Hallo auf dem Platz ist groß wir treffen bekannte Gesichter. Betty und Beat aus der Schweiz haben wir in Belize 2015 auf der Strasse kennengelernt. Wir kamen  uns  mit den Autos auf einer Landstrasse entgegen, blieben stehen, hielten ein Quätschen für eine halbe Stunde und jeder fuhr seiner Wege. Per Email blieben wir in Kontakt, aber zu einem längeren Treffen kam es nie. Bis heute. Die beiden sind gerade für den Campingplatz verantwortlich. Rene und Marion haben sich ein 10tägige Auszeit genommen und urlauben in den Thermen von Uruguay. Dies sei ihnen von Herzen gegönnt. Trotzdem Schade, dass wir sie nicht kennen gelernt haben. Auch Robert und Petra treffen wir wieder. Somit ist das gemeinsame Bier um 17.00 Uhr wieder gesichert.  Der Platz ist gut besucht und wir lernen jede Menge neuer Leute kennen, die meisten kommen aus der Schweiz. Der Campingplatz ist wirklich schön angelegt, unter Bäumen stehen wir im Schatten, der Garten ist mit Liebe angelegt, es gibt zur Abkühlung einen schönen Pool, eine große Feuerstelle zum Grillen, das WLAN ist gut, und die Waschmaschine dürfen wir auch nutzen. Gemeinsam mit  Petra und Robert entsteht die neue Tradition “ ein kleines Bier um fünf“.  Ein echter Wohlfühlplatz, Abends sitzen wir in großer Runde am „Lagerfeuer“ grillen und erzählen. So viele unterschiedliche Menschen, mit unterschiedlichen Geschichten, verschiedenen Reiseideen und jeder ist mit seinem „Wohlfühl-Fahrzeug“ unterwegs. Drei Nächte bleiben wir, auch länger wäre schön gewesen, aber wir haben nun die Verschiffung für unser Wohnmobil gebucht und haben seit langem wieder einen „Termin“.

Bis Ende Mai haben wir noch ca 2,5 Wochen Zeit aber auch noch ein Stück Weg vor uns. Eigentlich durchqueren wir Paraguay nur auf dem Weg nach Brasilien. Unterwegs  kommen wir an einer paraguayischen Polizeikontrolle vorbei, bis jetzt haben  wir nur gute Erfahrungen mit den südamerikanischen Gesetzeshütern gemacht. Ich komme auf die tolle Idee, die Jungs mal zu fragen, ob die Strasse die wir fahren wollen geteert ist, da sie durchs Hinterland führt und unser Kartenmaterial auf Papier als auch elektronisch keine genaue Auskunft gibt. Wir halten also freiwillig an, und ich frage die beiden Polizisten nach dem Weg. Ich bekomme auch eine Antwort, eine sehr freundliche und eine genuschelte, freundliche bedanke ich mich und will wieder ins Auto steigen, als der „Nuschler“ mir zu verstehen gibt, er will unsere Papiere sehen. Kein Problem. Wir geben ihm unsere kopierten und laminierten deutschen Führerscheine. Er betrachtet sie und will Papiere fürs Auto, auch die Zulassung gibt es in kopierter Form. Damit ist er auch nicht zufrieden, also bekommt er den TIP (die Einfuhrerlaubnis fürs Auto vom paraguayischen Zoll). Dann beginnt er nuschelig  mir zu erzählen das Papiere fehlen würden. Ich gebe sehr freundlich vor ihn nicht zu verstehen. Er redet weiter, sehr leise und mit vielen Gesten. Ihm fehlt der Beleg, dass wir geimpft sind. Langsam verstehe ich worauf er hinaus will, Brasilianer zB brauchen den Nachweis einer GelbfieberImpfung,  wenn sie ins Land einreisen. Wir Europäer brauchen dies nicht. Trotzdem gebe ich vor den Beamten nicht zu verstehen, es kommt mir alles etwa komisch vor, zumal der andere Kollege auf der anderen Strassenseite steht und uns nicht weiter beachtet. Auf verschiedenen Wegen versucht der nuschelnden Beamte mir zu erklären, welches Dokument uns fehlt. Ich antworte immer freundlich, ich würde nichts verstehen und es sei doch alles in Ordnung, die Zollbehörde hat doch alles für gut befunden. Während des Gespräches nehme ich ihm unauffällig all unsere Papiere wieder aus den Händen.  Endlich rückt er mit der Sprache raus. Er hätte gerne 100 U$Dollar. Ich erkläre ihm wir hätten keine US Dollar.  Er schaut enttäuscht verwundert. Na, dann hätte er gerne 20 US Dollar. Ich wiederhole, wir hätten keine Dollar. Ich lächle ihn noch freundlicher an und mache ihm Zeichen, dass wir jetzt gerne weiterfahren wollen. Er gibt sich geschlagen, und wünscht uns freundlich eine gute Fahrt. Nun hat uns doch noch ein korrupter Polizist erwischt. Am Lagerfeuer vor zwei Tagen haben wir noch getönt, dass wir nur gute Erfahrungen mit den südamerikanischen Ordnungshütern gemacht hätten und keiner von uns Geld haben wollte. Einmal ist wohl immer das erste Mal. Und selbst schuld sind wir auch noch, haben wir doch freiwillig angehalten. Aber wir hatten den Eindruck, dass der Polizist, noch nicht oft versucht hat, Geld von Touristen zu bekommen, wir haben uns nicht bedroht gefühlt, er wollte keine Originalpapiere sehen, die er dann hätte einbehalten können um Geld zu verlangen etc. Alles ist gut gegangen und wir sind um eine Erfahrung reicher, leider keine Gute. Am  Abend  erreichen wir einen kleinen Nationalpark, dort werden wir sehr freundlich und liebenswert von einem älteren Ranger empfangen. Campen ist kein Problem, nein zahlen müssten wir nichts. Was ein Kontrast zu unserem Mittagsprogramm!

Am nächsten Tag erreichen wir die Stadt „Pedro Punta Pora“ . Es die Grenzstadt zwischen Paraguay und Brasilien und es gibt ein Abkommen, dass die Einheimischen beider Staaten sich hier  ohne Grenzformalitäten  24 Stunden aufhalten dürfen. Alle anderen müssen offiziell Einreisen. Nicht so einfach, denn es gibt keine offizielle Grenze mit Grenzbeamten und Zollhäuschen. Die vier offiziellen Stellen: Ein-/Ausreisebehörde Paraguay, Zollbehörde Paraguay und Ein-/Ausreisebhörde Brasilen, Zollbehörde Brasilen sind in vier verschiedenen Gebäuden und diese Gebäude sind über den Ort verteilt. Dank unserem App „IOverlander“  haben wir alle Koordinaten und wissen ungefähr wo wir hin müssen. Die Ausreise aus Paraguay ist einfach, wir gehen in das Gebäude der Migarcion hinein, dort ist direkt ein Schalter, wir bekommen den Ausreisestempel in den Pass gedrückt und sind 5 Minuten später wieder am Auto. 10 Minuten später fahren wir mit dem Womo auf den Parkplatz des paraguayischen Zolls. Dort gehen die Formalitäten noch schneller. Im Eingangsbereich des recht großen Gebäudes fragen wir einen Herren, der gerade an uns vorbei läuft wo wir hin müssten, um unser Auto offiziell aus dem Land ausreisen zu lassen. Er ist sehr freundlich sagt wir sollen ihm den TIP geben und schon können wir wieder gehen. Der Weg zur Brasilianischen Einreisebehörde ist etwas weiter. Sie liegt im kleinen Flughafen der Stadt. Es gibt genügend Parkplätze, der Schalter ist schnell gefunden, wir kommen sofort dran, müssen einige Formulare ausfüllen und sind 10 Minuten später wieder draussen. Nun muss nur noch das Auto nach Brasilien einreisen. Also auf zum Zoll. Dort angekommen werden wir freundlich empfangen, der junge Beamte spricht ein wenig Englisch und lässt uns das notwendige Formular am Computer selber ausfüllen. Zum ersten Mal müssen wir unsere Autoversicherung zeigen, die wir für die südlichen Staaten von Südamerika verpflichtend abschliessen mussten (das ganze  letzte Jahr hat sich niemand dafür interessiert). Der junge Mann möchte gerne noch das Auto begutachten und dann ist alles nach 20 Minuten erledigt. War alles gar nicht so zweitaufwendig wie wir gedacht hatten, nach knapp 75 Minuten hatten wir alles erledigt. Nun brauchen wir nur eine Bank um etwas Bargeld zu bekommen. Nach längerem Suchen fanden wir eine Bradesco Bank, hier bekommt man nämlich mit der Visa Karte ohne Problem umgerechnet 300 Euro in Real. Andere Banken rücken nur für ca 50 Euro Real raus und nehmen noch Gebühren. Als alles erledigt ist geht`s endlich los. Hallo Brasilien! Die heutige Fahrstrecke ist wieder lang und auch nicht sehr spannend. Dafür staunen wir nicht schlecht als wir am späten Nachmittag auf dem Camping Ans Seiz Assis ankommen. Die Besitzer sind super nett, der Platz und die Sanitäranlagen sind  sehr gepflegt. Wir sind die einzigen Gäste und haben die freie „Platzwahl“. Der erwachsene Sohn vom Besitzer zeigt uns alles geduldig und geht mit uns dann zum riesigen hauseigenen „Schwimmteich“.  Der Teich ist eigentlich  ein natürlicher  Pool abgetrennt von einem Flussarm. Es schwimmen viele Fische im glasklaren Wasser, alles ist mit Holzbohlen schön ausgelegt und auch dieses kleine Paradies haben wir für uns alleine. Ein entspannter Abend nach einem etwas anstrengenden Fahrtag. Am Morgen wecken uns zwei Aras, die in den Bäumen über uns eine Pause einlegen Schade, dass wir nicht länger bleiben können.

Früh geht es dann weiter für uns. Nur ca 5 km vom CP entfernt gibt es die Papageienschlucht (Buraco de Araras). Hier leben einige wilde blau-rote Aras, zur Brutzeit kommen vielePaare an die Schlucht. Wir haben gelesen, dass die Tiere am aktivsten am frühen Morgen sind, wenn es noch nicht so heiss ist. Um kurz nach 8.00 Uhr sind wir die ersten und erst mal einzigen Besucher. Das Areal kann man nur mit einer Führung besuchen. Paula unsere Führerin spricht perfekt Englisch, hat Biologie studiert und ist zu Forschungszwecken hier.  Sie hat viel Wissen über die Tiere, die Geschichte der Schlucht und die Pflanzen- und Vogelwelt drum herum. Sie erklärt uns, dass ca 60 Papageienpaare hier zur Brutzeit leben, zur Zeit seien ungefähr die Hälfte schon da. Es gibt eine Rundweg um die Schlucht mit zwei Aussichtsplattformen.  Am beeindruckendsten ist es, wenn eine Gruppe Papageien über die Schlucht fliegen, wir stehen etwas erhöht und können von oben die tollen Farben ihres Gefieders beim Flug sehen. Paula macht uns immer wieder auf Gruppen von Papageien aufmerksam die sich streiten oder schmusen und sich an schimpfen. Leider ist die Führung nach 90 Minuten schon zu Ende. Die nächsten Besucher sind auch schon eingetroffen. Es war so schön!

Bis zum Ort Bonito sind es nur knapp 50 Kilometer und so kommen wir gegen mittag schon bei der Posada do Peralta an. Hier kann man campen und auch Touren in die Umgebung buchen. Es stehen schon einige Autos dort und schnell kommen wir ins Gespräch mit den belgischen und Schweizer Nachbarn. Bonito ist bekannt für seine klaren Flüsse im Umkreis, in denen man toll schnorcheln und dabei viele große Fische beobachten kann. Das Schnorcheln ist recht einfach, da man sich von der Strömung des Flusses treiben lässt und entspannt die Unterwasserwelt bewundern kann. Für den nächsten Tag buchen wir einen solchen Schnorchelausflug und verbringen den Nachmittag entspannt am Pool. Es dauert nicht so lange, da fahren Robert und Petra auf den Platz. Genau pünktlich es ist kurz vor fünf Uhr.  Vor drei Tagen hatten wir uns noch in Paraguay gesehen. Später kommt noch Peter aus Landau dazu, er war mit Beat aus der Schweiz bei einer Schnorcheltour und erzählt recht begeistert. Erfahrungen werden ausgetauscht, Geschichten erzählt. Abends gehen wir zu fünft eine wirklich gute Pizza essen und geniessen einen entspannten Abend. Mal wieder recht früh gehts am nächsten Morgen los. Robert und Petra haben sich für den selben Schnorchelausflug entschieden und so machen wir uns gemeinsam auf den Weg. Die Anfahrt zu den Touren muss man in Bonito immer selber organisieren, und die  Touren auch immer vorher schon in Bonito buchen, dort bekommt man dann einen Voucher, den man beim Tourausführer vorzeigen muss. Vor Ort  beim Touranbieter kann man nichts direkt buchen. Der Weg Richtung Fluss dauert fast eine Stunde. Wir werden nett empfangen und erst einmal eingekleidet, Neoprenanzug, Wasserschuhe, Schwimmweste, Schnorchlemaske. Unsere Gruppe besteht aus acht Leuten und zunächst geht es in den  Pool zum üben. Birger ist etwas nervös, das Wasser ist nicht so ganz sein Metier. Unser Guide, Julio,  ist sehr geduldig und vergewissert sich, dass alle bereit sind um im Fluss zu schnorcheln. Mit einem offenen kleinen Lastweg geht  es ca 5 Minuten  Richtung Fluss. Auf einem kurzen Rundweg erklärt uns Julio die Pflanzen- und Tierwelt, es beginnt zu regnen, von der Ferne grollt ein Donner. Julio ist unbeeindruckt und schenkt dem Wetter keine Beachtung. Dann geht`s los, wir hüpfen ins Wasser, Julio begleitet uns in einem Ruderboot. Rudern oder schwimmen muss hier allerdings keiner, die Strömung treibt uns langsam flussabwärts. Genau die richtige Geschwindigkeit um sich treiben zu lassen und alles in Ruhe unter Wasser zu beobachten. Der Regen, der mal stärker und mal schwächer ist, stört uns nicht.  Leider haben wir keine Unterwasserkamera, und so gibt es keine Fotos von unserem Abenteuer „Unterwasser“. Nach gut 45 Minuten Schnorchelei klettern wir wieder an Land, es regnet nun stärker und auf dem Rückweg frieren wir schon etwas auf der offenen Ladefläche des Transporters. Aber es erwarten uns heisse Duschen und trockene Klamotten.

Es ist erst Mittag und wir überlegen was wir nun tun. Robert und Petra wollen erst mal eine Pause machen, wir entscheiden uns weiter zu fahren.Vielleicht kommt die Sonne ja doch noch raus. Das südliche Pantanal ist unser Ziel. Wir verabschieden uns wieder einmal von einander, vielleicht sehen wir uns nochmal im Pantanal. Tatsächlich wird das Wetter besser und  wir beschliessen die 300 km bis zur Jungle Lodge im Pantanal durchzufahren. Dort kommen wir am späten Nachmittag an. Auf dem Parkplatz treffen wir sofort den Manager von der Lodge. Er heisst uns willkommen und bestätigt was wir  vorher gelesen haben. Auf dem Parkplatz der Lodge können wir mit dem Womo campen und  gleichzeitig alle Einrichtungen der Lodge nutzen. Die Lodge bietet Bootstouren  auf dem Mirinda. River an, Ausflüge zu Pferd und „Autosafaris“ an, im Restaurant kann man Essen, es gibt einen Pool, gutes Wifi, und ein Sanitärhäuschen wird extra für uns aufgeschlossen. Hatten wir nach der Schnorcheltour noch gefroren, schwitzen wir nun bei hoher Luftfeuchtigkeit und über 35 Grad. Dagegen hilft erst einmal ein kühles Bier auf der Terrasse der,  auf Holzpflöcken gebauten, Lodge mit Blick auf den Fluss. Das Wasser im Fluss steht noch sehr hoch, die Trockenzeit beginnt gerade erst, ein kleiner Kaiman schwimmt gerade an uns vorbei, in den Bäumen hören wir viele Papageien. Wir freuen uns auf die nächsten drei Tage, die Lodge ist gut besucht und es finden verschiedene Touren statt, an denen wir teilnehmen können. Wären keine anderen Gäste in der Lodge müssten wir die Touren als Privattouren extra buchen und mehr dafür zahlen.Wir genießen die Vorteile einer Lodge und gehen am Abend im Restaurant essen, es ist auch viel zu warm um in der Enge des Womos bei 35 Grad Aussentemperatur auch noch den Gasherd anzuwerfen.

Am nächsten Morgen um 7.30 Uhr geht es schon los. Mit dem Boot und sechs anderen Passagieren schippern wir die nächsten vier Stunden durch verschiedene Flussarme des Rio Miranda.  Tiere beobachten ist das Ziel.  Kaimane, Tucane, Reiher, Papageien, sogar die seltenen blauen Aaras, Wasserschweine und vieles mehr sehen wir.

Nach ca 2,5 Stunden Fahrt halten wir an und unser „Kapitän“ lässt uns aussteigen. Aber nicht an Land, sondern ins Wasser.  Jeder von uns bekommt  zwei Schwimmnudeln und wir springen in den Fluss. Ja, genau in den Fluss, in dem wir eben noch die Kaimane gesehen haben. Okay, wenn alle springen, springen wir auch, was soll´s! Der Fluss hat eine angenehme Strömung und so liegen wir faul von den Schwimmnudeln getragen im Wasser und lassen uns die nächsten 45 Minuten in angenehm warmen Wasser den Fluss hinunter treiben. Unser Kapitän schippert mit dem Boot immer in unserer Nähe und schwitzt ganz schön in der Sonne ohne Fahrtwind. 

Auf der Rückfahrt zu Lodge sehen wir noch den Wappenvogel des südlichen Pantanals den Jaribu Storch, die Brasilianer nennen ihn „Tuiuiu“. Ein gelungener Ausflug. Den Nachmittag faulenzen wir am kleinen Pool der Lodge.

Die „Autosafari“ startet auch wieder früh am nächsten Morgen. Zu siebt sitzen wir auf dem Safariwagen und fahren langsam auf der einen Strasse durchs Pantanal. Wir passieren viele kleine Brücken sehen Kaimane, Kingfisher, Nasenbären, Tucane und vieles mehr.  An einer etwas verlassen wirkenden Lodge parken wir und gehen zu Fuss weiter, auf der Suche nach Ameisenbären und klar einem Jaguar, deswegen sind wir ja im Pantanal.

Viele Papageien sitzen in den Bäumen um uns herum, dann stehen wir vor einer Art großem See, Schilf rechts und links, Wasserpflanzen herum. Unser Guide erklärt uns nun, dass wir die nächsten 20 – 30 Minuten  durch den See gehen werden, am besten Barfuss, da Boden aus Sand und Matsch besteht und Schuhe  im Untergrund stecken bleiben.  Aber das Wasser sei nur kniehoch. Das Wasser ist grün-bräunlich wir können nicht auf den Grund sehen. Das Gefühl nicht zu sehen wo man hintritt und der schlammige Boden, mit einigen Unebenheiten, Pflanzen und Gräsern auf dem Grund stressen mich.  Es ist unangenehm sich vorzutasten, nur zu fühlen nichts zu sehen. Am liebsten würde ich sofort umdrehen. Die Gruppe ist still, ich bin die einzige, die vor sich hin flucht. Das Wasser reicht mir schon über die Hüfte, Rucksäcke werden hochgeschnallt.

Unser Ziel ist eine kleine Insel, unser Guide will dort Säugetiere sehen, denn er sagt die anderen Touren gehen nur an der Strasse entlang und sehen dort nicht so viel. Ja, gut, also wir sehen auf unserem zwei stündigen Marsch durch das Wasser und über die Insel leider nur  ein einziges Tier: ein Gürteltier. Schade, die Natur ist eben kein Zoo. Aber enttäuscht waren wir schon, zurück von der Insel gehts wieder durch das modrige Wasser.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen geht es mit dem Safariwagen wieder Richtung Lodge. An einer der vielen kleinen Brücken werden die Angeln rausgeholt und wir gehen fischen.

Ziemlich erfolglos, also gehts weiter ein paar Brücken weiter. Jane, die nette Engländerin, hat auch nicht so viel Lust zum angeln und so sitzen wir im Wagen und quatschen. Sie und ihr Mann sind für vier Monate mit dem Rucksack in Südamerika unterwegs. Birger unterbricht unseren kleinen Plausch, weil ein uns sehr bekanntes Auto sich unserer Brücke nähert. Robert und Petra. Na, da legt auch Birger die Angelrute gerne zur Seite und wir feiern unser spontanes Wiedersehen auf der Strasse. Die beiden spendieren uns ein Bier ( ist ja auch bald irgendwann oder irgendwo fünf Uhr)  , aber nach ca einer Stunde müssen wir weiter. Unsere Safarikollegen haben mittlerweile das Abendessen gefangen und es wird Zeit zurück zur Lodge zu fahren. Nun verabschieden wir uns endgültig von Robert und Petra. Vielleicht treffen wir uns ja in Deutschland wieder! Das wäre wirklich schön!

Die Tage und Nächte im Pantanal waren sehr heiss und durch hohe Luftfeuchtigkeit geprägt, so dass uns der Abschied aus dem Sumpfgebiet nicht so schwer fällt. Es wird nun auch keinen wundern, dass es uns wieder ans Meer zieht. In knapp 8 Tagen müssen wir Montevideo/Uruguay sein um uns mit dem Spediteur für die Verschiffung zu treffen. Die nächsten drei Tagen fahren wir knapp 600 Kilometer pro Tag. Es wird abends früher dunkel als erwartet, so dass wir froh sind eine Nacht auf dem Parkplatz eines Hotels spontan übernachten zu dürfen. Die Besitzer sind super lieb, finden ein Platz auf ihrem eh schon vollem Parkplatz und wollen natürlich auch kein Geld von uns.  An der Küste angekommen fühlen wir uns wie Zuhause. Im Dezember 2017 sind wir hier schon gewesen und steuern frohen Herzens die uns bekannten Plätze an. Meer, Sonne, Strand und kühle Nächte. Es wird Winter hier auf der Südhalbkugel.

In Garopaba verbringen wir drei Nächte. Für den  Campingplatz direkt am Sandstrand und fussläufig zum Ort haben wir im Dezember ( dann ist hier Sommer) fast 40 Euro bezahlt. Jetzt im Winter ist das Tor zum CP geöffnet, die Rezeption geschlossen, ein super sauberes Waschhaus mit warmen Wasser ist geöffnet, abends kommt ein netter Mann vorbei und kassiert pro Nacht umgerechnet 10€. Es ist Wochenende und es stehen auf dem riesigen Platz nur 5 Wohnmobile und drei Zelte. Ja, die Saison ist zu Ende, auch im Ort ist nicht mehr viel los. Der Strand lädt wieder zu Spaziergängen ein, einige Mutige baden im doch schon kühlen Meer. Am Samstagnachmittag entdecken wir unseren kleinen Strandcocktailwagen wieder, den wir noch von Dezember kennen. Wir sitzen an der Strandpromenade, mit Blick aufs Meer bei ca 24 Grad und geniessen brasilianische Cocktails. Langsam schleicht sich etwas Wehmut ein, unsere Reise auf der Panamericana von Kanada nach Ushuaia  (mit Umwegen und Abstechern) neigt sich nach 4 Jahren nun langsam dem Ende zu. Aber erst langsam.

Von Brasilien gehts über die Grenze in Chuy nach Uruguay. Die Brasilianer sind freundlich und unkompliziert wie immer. Der Kollege auf der uruguayischen Seite ist heute wohl nicht so gut drauf. Er schaut unsere Pässe an, schmeisst sie vor sich wieder auf den Tisch und sagt es fehle der Ausreisestempel von Uruguay. Ohne den könnten wir nicht in das Land einreisen. Wir sind erstaunt und verstehen nicht so recht was er meint. Er wird laut, holt einen Stempel haut ihn auf ein Blattpapier und sagt es sei ganz einfach, der würde uns fehlen. Sein Kollege am Nachbarschalter wird ganz still. Wir versuchen ihm zu erklären, dass wir im Februar an einer ganz anderen Grenze Uruguay verlassen hätten und nach Argentinien eingereist sein. Dort gab es nur einen Einreisenstempel von Argentinien. Der Beamte schimpft uns immer noch an und erklärt der Stempel fehlt. Sein Kollege mischt sich leise ein, wir wissen nicht was er sagt, aber wir bekommen ohne weiteren Kommentar den Einreisestempel für Uruguay in unsere Pässe gedrückt. Zum Glück! Im Nachhinein denken wir, dass der Beamte glaubte, dass wir an seiner Grenze auch ausgereist wären und uns nicht haben registrieren lassen. Denn die Grenzstellen von Uruguay und Brasilien liegen hier in der Stadt ca 10 km voneinander entfernt und man kann ohne Probleme aus Uruguay ausreisen ohne an der Grenzstation (die sich nur auf einer Strassenseite befindet) anzuhalten. Die Einreise des Autos in Uruguay geht dann bei der Kollegin vom Zoll ganz einfach und freundlich von statten. Da auch in Uruguay der Winter begonnen hat und alle CP geschlossen sind, fahren wir ein Stück weiter bis nach La Paloma, hier kann man wild und sicher auf einem Parkplatz in der Nähe vom Militär stehen. Es ist schon recht spät als wir ankommen und wir sind ganz froh, dass schon ein anderes Wohnmobil sich hier einen Platz für die Nacht gesucht hat. Am nächsten Morgen fahren wir in den Haupturlaubsort Punta del Este. Der Ort ist sehr groß und hat eine gute Infrastruktur was Geschäfte und Baumärkte etc angeht. Wir möchten wieder unsere Trennwand zwischen Fahrerbereich und Wohnbereich im Wohnmobil für die Verschiffung aufbauen. Die Trennwand haben wir für die Verschiffung von Panama nach Kolumbien das erste Mal aufgebaut und die einzelnen Teile behalten. Nur die Balken für die Verstrebung haben wir damals weggeworfen. Da müssen nun Neue her. In zwei Schreinereien versuchen wir unser Glück, finden haben nicht das was wir brauchen. Das Angebot sie schneiden uns alles was wir brauchen bis zum nächsten Tag, aber in dem Touristenort gibt es keinen CP. Schliesslich werden wir in einem Baumarkt fündig, es gibt auch einen Zuschneideservice, so dass wir nach ca 1 Stunde den Baumarkt glücklich verlassen. Nun wollen wir uns den Ort am Meer noch etwas genauer anschauen. Während unser Wohnmobil sich auf den Weg nach Europa macht, haben wir noch etwas Zeit und brauchen eine Unterkunft in Uruguay. Gerne am Meer, mit Strand und vielleicht dem ein oder andere Restaurant in der Nähe. Aber es ist Winter, keine Saison mehr und der Ort ist doch sehr, sehr ruhig. In der Nähe vom Hafen in Punta del Este hat  dann doch noch einiges geöffnet, Menschen flanieren an der Promenade und es gibt viele Strände. Ja, in der Gegend müssen wir dann nach einem kleine Apartment schauen. Aber erst, wenn wir wissen, wann genau wir das Wohnmobil abgeben müssen, denn die Frachter sind nicht immer 100 % pünktlich.  Die nächsten Tage verbringen wir bei Heinz und Silvia im Paraiso Suizo. Die Tage vergehen wie im Flug, Wäsche waschen, Strandspaziergang und plaudern mit den andern Campern, die hier schon alle stehen und mit dem gleichen Schiff wie wir ihre Wohnmobile nach Europa bringen wollen. Der einzige Unterschied ist, dass die Eigentümer der anderen Fahrzeuge alle als Passagiere auf dem Frachter mitfahren werden.

Wir stehen per email in Kontakt mit Silvia und Randi aus Saarbrücken, die beiden haben wir im Februar in Uruguay kennengelernt und nun verabreden wir uns für ein Wiedersehen auf dem CP bei Rolf in Nuevo Helvecia. Dort stehen auch noch unsere Fahrräder und eine Kiste Bettwäsche, die wir für Harald und Charlotte mit nach Europa nehmen. Drei schöne Tage verbringen wir mit Silvia und Randi. Nebenbei reinigen wir unser Wohnmobil für die Verschiffung, verstauen Fahrräder und Bettwäsche, räumen Schränke aus und um.  Nachmittags genießen wir zusammen Aperol Spritz, abends sitzen wir gemütlich zu viert zusammen, gehen bei Rolf essen oder schauen mit dem Beamer von  Randi gemeinsam Tatort auf der selbstgebauten „Brettleinwand“.

Die Tage werden kürzer, die Nächte kälter. Winter in Uruguay bei über 20 Grad tagsüber. Vielen Dank Silvia und Randi für die schöne Zeit mit euch! Wir müssen nach Montevideo fahren um dort die Frachtgebühren beim Spediteur zu bezahlen und zu klären wann wir das Wohnmobil im Hafen abgeben  sollen. Es sieht so aus, dass unser Frachter doch pünktlich in Montevideo ankommt und auch ablegt. Den Spediteur in Montevideo haben wir schnell gefunden, einen Parkplatz zu finden ist in der Stadt und mit der Größe unseres Autos nicht so einfach. Am Strassenrand sehen Schilder, dass man eine Gebühr entrichten muss, aber wir sehen keine Automaten. Eine Mutter mit erwachsener Tochter parken vor uns ein, ich frage sie ob sie wohl englisch sprechen. Ja, tun sie beide und auch noch ziemlich gut. Die Gebühr zahlt man per Handy über eine App. Hm, haben wir nicht. Aber eine Art selbsternannter Parkwächter erklärt den beiden auf spanisch wo ich zahlen kann, an einem Kiosk an der Strassenecke. Gesagt, getan! Vielen Dank für die liebe Hilfe und ihr gutes Englisch! Bei der Spedition geht dann  alles ganz schnell, Geld zahlen, Unterschriften leisten, Terminabsprache für die Übergabe. Lucia von der Spedition trifft uns in drei Tagen im Hafen und hilft uns bei dem was zu tun ist. Wie komfortabel für uns!  Die letzten drei Nächte stehen wir dann noch mal bei Heinz und Silvia. Bauen die Trennwand ein, putzen noch ein wenig, buchen per Internet ein Apartment in Punta del Este und hoffen es ist so zentral wie wir denken und die Beschreibung  es verspricht. Abends lassen wir und andere Gäste uns von Silvia bekochen.

Dann kommt der Tag. Morgens verabschieden wir uns von allen und machen uns mal wieder auf den Weg nach Montevideo. Wir wissen nun wo wir hin müssen und treffen uns pünktlich am Parkplatz im Hafen Lucia von der Spedition. Sie nimmt  unser TIP vom Womo und geht damit zum Zoll. Nach fünf Minuten ist sie wieder zurück. Eine Französin mit ihrem Wohnmobil kommt noch, auch hier TIP wird zur Aduana gebracht. Gemeinsam fahren wir die  400 Meter zum Frächter, es werden Fotos von aussen von den Fahrzeugen gemacht, wir parken das Womo neben den anderen schon abgegebenen Fahrzeugen. Selber machen wir auch noch ein paar Bilder von unserem slow-motions-Womo. Nach zwanzig Minuten Wartezeit unterschreiben wir einen Zettel, geben den Autoschlüssel ab, werfen noch einen Blick aufs Womo. Hoffentlich kommt es unbeschädigt in Antwerpen an. Etwas still gehen wir aus dem Hafen raus. Es waren spannende vier Jahre! Der Teil der Reise ist nun tatsächlich zu Ende.

Aber wir haben das Wohnmobil nur nach Hause verschifft. Unsere Reise in Südamerika geht die nächsten drei Wochen noch weiter. Wohin? Nun, erst einmal machen wir ein wenig „Urlaub“ an der Küste von Uruguay und werden die Zeit nutzen die  Reisepläne für die nächsten zwei Jahre zu schmieden. Europa? Afrika? Asien? Australien? Aber erst gehts noch mal von Montevideo aus per Flugzeug nach Brasilien. Der Amazonas wartet auf uns. Davon dann mehr im nächsten Bericht!

FAZIT: Ja, am Ende haben wir kilometermässig noch einen echten Endspurt hingelegt. Viele lange Fahrtage. Im Nachhinein hätten wir uns ruhig ein bisschen mehr Zeit lassen können, wir waren dann doch etwas früher als gedacht  am Ziel.Das Pantanal war für mich ein bisschen enttäuschend, aber wir waren auch nicht zur 100% richtigen Jahreszeit dort. Doch ich hätte so gerne einen Jaguar oder einen Ameisenbären gesehen. Bonito und Umgebung hat uns sehr gut gefallen. Vier Jahre mit dem Womo von Nord nach Süd auf den amerikanischen Kontinenten. Wir haben viel gesehen, erlebt, tolle Erfahrungen gemacht, andere Kulturen erfahren, beindruckende Menschen getroffen, Freundschaften geschlossen. Wir freuen uns darauf einigen unseren Reisefreunde in Deutschland oder Europa wieder zu begegnen . Die ersten Treffen sind schon vereinbart. Der Abschied vom Womo am Hafen war etwas traurig, ein erster Reiseabschnitt ist beendet.  Aber die Reise geht weiter. Es gibt ja noch soviel zu sehen, zu entdecken in der Welt. Unsere Weltreise ist noch lange nicht zu Ende und wir und unser Womo werden uns schnell wieder auf den Weg zu neuen Abendteuern machen !

 

Dieser Beitrag gehört zu Argentinien 2018, Reiseberichte, Südamerika