Belize vom 24.05.2016 – 05.06.2016

 Belize: (Wahlspruch: „Sub umbra floreo“. Latein:  „Ich blühe im Schatten“). Dieser kleine Karibikstaat, ist nicht so vielen Menschen bekannt. Er war früher unter dem Namen der ehemaligen britischen Kolonie Britisch-Honduras (offizieller Name: British Honduras) bekannt. Belize ist der einzige zentralamerikanische Staat, in dem Englisch Amtssprache ist. Etwa ein Drittel der Bevölkerung von Belize hat afrikanische Vorfahren. Die Kultur des Landes ist von den Mayas beeinflusst. Seit 1981, dem Jahr der Unabhängigkeit, ist Belize Mitglied des  Commonwealth of Nations. Dies wird auch jedes Jahr am 23.Mai mit großen Paraden gefeiert. Der Anteil der indigenen Bevölkerung liegt heute bei rund 11 %. Die größte Bevölkerungsgruppe bilden die Mestizen (44%), die Weiße und Indigenas (11%) als Vorfahren haben. Dunkelhäutige und Kreolen (30%), deren Vorfahren als Sklaven nach Belize kamen oder als Saisonarbeiter einwanderten. Eine Besonderheit in der Bevölkerungsvielfalt stellen die Garifuna (7%) oder „schwarzen Kariben“ dar, eine auf St. Vincent entstandene Kultur aus gestrandeten westafrikanischen Sklaven. Zu der kleinen weißen Bevölkerungsgruppe gehören Nachkommen von Einwanderern aus den USA und Großbritannien sowie  deutschstämmige Mennoniten (4%) aus Mexiko. 40,1 % der Bevölkerung sind unter 15 Jahre alt, 56,4 % sind zwischen 15 und 64 Jahre altund 3,5 % sind älter als 65 Jahre Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 68,44 Jahren. Durchschnittsalter der Bevölkerung liegt  bei ca. 20 Jahren. Die Hauptstadt heisst Belmopan und wurde erbaut nachdem die ehemalige Hauptstadt Belize City von einem Hurrikan erheblich zerstört wurde. Zwar wurde diese wieder aufgebaut, aber man empfand es als sichrer die Hauptstadt etwas erhöht im Landesinneren anzusiedeln. Beloben hat ca 12.000 Einwohner, hauptsächlich Beamte. Mittelpunkt des Landes ist aber weiterhin Belize City. Belize hat die parlamentarische Monarchie als Staatsform und wird von einem Premierminister regiert. Staatsoberhaupt ist offiziell König Elisabeth II von England vertreten durch den aktuellen Generalgouverneur. Die Fläche des Landes beträgt 22.966 qkm, und die Gesamteinwohnerzahl beläuft sich auf ca 328.00 Einwohnern. Pro qkm leben hier ca 14 Menschen. Haupteinnahme-Quellen sind Tourismus und Zuckerrohr.

Am frühen Morgen verlassen wir unseren Campingplatz in Mexiko und machen uns auf den kurzen Weg zur Grenze nach Belize. Dank  unserer niederländischen Freunde Lesley und Gerhard wissen wir genau was uns an der Grenze erwartet, in welches Gebäude wir hineingehen müssen und wo wir was zu erledigen haben. Vielen Dank für diese tollen hilfreichen Infos an euch!

 Grenzübergang Mexiko -Belize in Chetumal: Als erstes passieren wir auf mexikanischer Seite, ein kleines weises Häuschen, ein Art  drive-through Schalter, und reichen dort unsere Reisepässe und unserer Touristenkarte inclusive Quittung aus dem Autofenster. Die Touristenkarte inclusive Quittung behält der nette Beamte und stempelt unser Ausreisedatum von Mexiko in den Pass. Sollte man hier die Quittung (ein A4 Zettel) von der Bezahlung des Touristenvisum nicht mehr haben, muss man hier erneut die Einreisegebühr nach Mexiko von ca 25 US $ bezahlen. Weiter geht zu Customs. Ein großen flaches weisses Gebäude auf der linken Seite mit einem Parkplatz vor der Tür. Hier müssen wir nun offiziell unser Auto aus Mexiko ausreisen lassen. Wir haben zwar ein „Visum“ für unser Auto für 10 Jahre, da wir haben nicht wissen ob und wann wir wieder kommen werden, geben wir das Visum zurück. Die nette Beamtin nimmt die Autoeinfuhrpapiere entgegen, kommt mit uns zum Fahrzeug, macht einige Fotos von diesem, scannt die in der Frontscheibe eingeklebte Plakette und entfernt sie anschliessend. Da wir aus  irgendwelchen uns nicht bekannten Gründen bei dem Erwerb der Autoeinfuhr an der Grenze in Tecate kein Deposit hinterlassen mussten (normal hinterlässt man eine Art Sicherheitsgebühr von ca 400 US$ je nach Alter des Fahrzeuges in Form einer Kreditkartenzahlung oder in Bar),  gibt es auch keinen Grund uns eine Gutschrift zu geben. Damit sind wir nun offiziell aus Mexiko ausgereist. Als nächstes erreichen wir die Grenze nach Belize. Als erstes passieren wir das Gebäude (rechte Seite) an dem man in Zukunft sein Fahrzeug desinfizieren muss.  Aber es ist noch nicht in Funktion. Also folgen wir den Schildern durch zwei Kreisverkehre in Richtung Migration. Dort angekommen stellen wir unser Womo auf dem Parkplatz auf der rechten Seite ab und betreten das Gebäude. Die Herren vom Touristikamt nehmen uns in Empfang und geben uns ein Einreiseformular, das wir  sofort brav ausfüllen. ( Nicht vergessen eine Adresse parat zu haben, wo man sich in Belize aufhalten wird,  zumindest die erste Nacht. Wir haben den ersten Campingplatz in Orange Walk eingetragen). Während wir das Formular ausfüllen betritt eine 12 köpfige Backpacker Gruppe den Raum stellt sich in die Schlange vor uns……. ! Okay, nach ca 45 Minuten sind wir auch an der Reihe. Der nette Beamte fragt ob es unser erster Besuch in Belize sei und wie lange wir bleiben wollten. Unkompliziert bekommen wir ein Visa für die nächsten 30 Tage. Einen Schalter hinter der Einreise sitzt der zuständige, Beamte der uns die Genehmigung erteilt unser Auto mit ins Land einzuführen. Dazu benötigt er den Reisepass des Autoeigentümers und die Autozulassungspapiere. Wir helfen ihm auf dem deutschen Dokument die notwendigen Daten für sein Formular zu finden. 15 Minuten später ist dies auch erledigt. Nun müssen wir aber noch zur Desinfizierung ( Fumigacion) unseres Womos. Also zurück zum letzten Kreisverkehr und an einer unscheinbaren kleinen weissen Hütte das Auto einsprühen lassen. Kostet uns 7 US$ (abhängig) von der Größe des Fahrzeuges. Zurück zur Einreise- Grenze erwartet uns der Mann mit dem grünem offiziellem Hemd. Er will 15 Dollar Einreisegebühr für das Auto. Offiziell gibt es diese Gebühr nicht, aber aus den vielen Infos aus dem Internet von anderen Reisenden haben wir gelernt es nutzt nichts zu verhandeln, sich aufzuregen oder nach dem nächst höheren Offizier  zu fragen. Einfach zahlen sonst wird der Grenzbalken nicht geöffnet. Eine Spende!  Die Beamtin am Grenzhäuschen prüft alle Papiere, lässt sich unsere Kabinentür vom Womo öffnen, will aber nicht reinkommen. Sie fragt ob wir Alkohol dabei haben, was wir wahrheitsgemäß bejahen. Die Menge von zwei Flaschen Wein ist erlaubt und wir können durchfahren.  Willkommen in Belize! Als nächstes Besuchen wir das Büro der Autoversicherung direkt hinter der Grenze auf der rechten Seite. Dort schliessen wir die Pflichtversicherung für unser Auto ab. Wir zahlen für vier Wochen 60BZ Dollar oder 30 US$. Insgesamt haben wir für alle Grenzaus- und eintrittsformalitäten und die Autoversicherung weniger als zwei Stunden gebraucht.

Wir fahren in den nächsten Ort und finden dort direkt einen Geldautomat. Bei der Banca Atlantico ziehen wir kostenlos mit unserer Kreditkarte BZ Dollar. In Belize kann man mit US $ oder mit Belize Dollar (BZ $) bezahlen. 1 US $ entspricht immer 2 BZ $, dass macht das Umrechnen leicht.  Weiter geht es zu unserem ersten Ziel in den Ort Orange Walk. Der Weg führt uns durch viele Zuckerrohrfelder und einige Zeit auch am Meer entlang.  Die Menschen schauen neugierig und einige winken freundlich. Ein guter erster Eindruck. Zuerst suchen wir einen kleinen Supermarkt, da es verboten ist Obst,  Fleisch und Bier mit über die Grenze zu nehmen und wir uns artig daran gehalten habe.  Tatsächlich finden wir ein etwas größeres Geschäft, die Auswahl ist bescheiden, dafür haben es die Preise in sich. Aber das wussten wir schon vorher. Wir übernachten auf dem Orange Walk Camping und Cabanas Retreat direkt am Fluss. Ein großes offenes Restaurant umgeben von einer Wiese und einigen Cabanas. Direkt neben der ersten Palapa dürfen wir parken und haben sogar Strom. Unsere Stühle stellen wir am Fluss auf und gönnen uns nach den ganzen Anstrengungen erst einmal ein kleines Bier made in Belize. Belikin der Name des hellen Blonden und sehr lecker. Am Fluss tummeln sich viele Vögel wir hören und sehen Papageien und im Fluss sehen wir  zwei kleine Krokodile abtauchen. Unsere Suche nach einem Tucan, der Nationalvogel von Belize wird leider enttäuscht.

Am nächsten Tag werden wir direkt vor unserem Womo mit einem kleinen Boot abgeholt. Ein Tagesausflug zu den Ruinen von Lamanai stehen auf dem Programm.  Unsere Mitfahrer sind zum einen Antje aus Neubrandenburg und Matthies aus Göttingen. Beide sind Backpacker und auch schon länger unterwegs. Eine lustige Fahrt beginnt. Es geht ca 2,5 Stunden mit dem Boot über den Fluss und seine Flussarme. Unterwegs zeigt uns unser Führer Ignacio verschiedene Vogelarten und einen Klammeraffen.

Entspannt geniessen wir die Fahrt. In der Mayastätte angekommen erklärt uns Igancio, meist etwas ungeduldig und leicht launisch, die drei verschiedenen Tempel und läßt uns dann die Aussicht von oben alleine geniessen. Und die ist echt toll! Nach 1,5 Stunden Ruinentour gibt es ein gemeinsames Mittagessen bevor es wieder zurück zum Boot geht. Auf dem Rückweg sehen wir dann noch ein wirklich großes Krokodil, das aber schnell ins Wasser verschwindet als es uns bemerkt.

Wieder am Womo angekommen, sind wir nicht mehr alleine auf dem Platz. John und Mandy sind auch angekommen. Wir verbringen den Rest des Nachmittages gemeinsam an der Bar und tauschen Erfahrungen aus. In Belize werden wir uns wohl noch öfter über den Weg fahren, so groß ist das Land nicht. Am nächsten Tag machen wir uns auf den Weg zu den Ruinen von Atun-Ha. Es scheint ein Kreuzfahrtschiff an diesem Tag angelegt zu haben und so teilen wir die Ruinen mit ca 500 anderen Besuchern.  Aber die Menschen verteilen sich gut auf die Fläche und es wirkt nicht so überfüllt. Die Stätte ist schnell besichtigt zu Mal wir mal wieder zur Mittagszeit eingetrudelt sind und es ziemlich heiss ist.

Weiter geht es zu unserem nächsten Übernachtungsplatz in Crooked Tree.  Der Weg dorthin führt über einen ca 6 km langen  geschotterten Damm. Langsam geniessen wir die Fahrt zwischen zwei Seen durch. Natürlich werden wir überholt und jedes Mal schauen wir besorgt auf die Windschutzscheibe und erwarten jeden Moment einen kleinen Steinschlag. Aber nichts passiert. Hier an einem See mit ganz vielen Vögeln gibt es eine kleines, noch nicht ganz fertiges, Familienhotel. Die nette Familie läßt Camper in ihrem Garten direkt am See übernachten. Die Senora ist auch sehr lieb, organisiert direkt noch eine Hängematte, die wir zwischen die Bäume hängen können, stellt uns ihr Internet zur Verfügung und erkundigt sich sogar noch für uns nach Bootstouren zur Vogelbeobachtungen auf dem See. Leider hat der See im Moment nicht genug Wasser und so gibt es keine Tourengebote. Kein Problem, wir, also vor allem ich,  faulenzen den Nachmittag in der Hängematte.

Der nächste Tag steht ganz unter dem Motto „Tierbeobachtung“. Zunächst geht es in ein kleines Schutzgebiet für Brüllaffen. Es gibt ein kleines office des Sanctuary an dem wir einen Eintritt bezahlen, und dann geht eine Führerin mit uns auf die andere Strassenseite in einen kleinen Wald hinein. Während des kurzen Weges leiert sie ganz unmotiviert  die Aufgaben, Massnahmen etc der Sanctuary runter. Die Dorfgemeinschaft hat sich entschieden hier Teile des Waldes nicht abzuholzen um den Lebensraum der Brüllaffen und damit die Brüllaffen selbst zu schützen. Alles wird vom WWF unterstützt. Mehrmals betont sie, dass man nicht jeden Tag die Affen zu Gesicht bekommt. Wir laufen also einen kleinen Weg über kleine Wege durch den Dschungel, sehen nichts, drehen um und laufen zu an einem kleinen Zaun entlang, der ein privates Grundstück zum Wald abgrenzt. Die Bäume an dieser Grenze sind die Heimat von vielen Affen. Das jüngste Mitglied der Familie ist gerade mal 2 Monate alt und hängt am Bauch der Mama. Wir sind ganz begeistert, die Affen essen die Früchte von den Bäumen über uns, lassen die Reste einfach auf uns runterfallen. Langsam bekommt auch unsere Führerin ein Lächeln im Gesicht und ist ganz entspannt und freundlich. Sie weisst uns auf die Tiere hin, teilt ihr wissen  mit uns und fordert uns auf ruhig näher zu kommen um bessere Fotos zu schiessen. Ein Affe lässt aus Versehen eine ganze Frucht fallen, sie hebt sie auf, drückt sie mir in die Hand und fordert mich auf mich ruhig hinzustellen, die Frucht hochzuhalten und zu warten. Klar, kommt ein neugieriges Tier und nimmt mir die Frucht ganz entspannt aus der Hand. Cool!

Ein schönes Erlebnis. 15 km später sind wir wieder auf der Hauptstrasse  und ja, hier auf der Strasse wirbelt ein entgegenkommendes Auto irgendeinen kleinen Stein auf einer super asphaltierten Strasse auf und wir haben ein kleines, aber feines Loch in der Frontscheibe. Nicht  zu ändern.  Wir setzten unseren Weg  zum Belize Zoo fort. Nach dem wir in den letzten Jahren so viele Tiere in ihrer natürlichen Umgebung bewundern durften, sind wir  gar nicht mehr so die begeisterten Zoogänger. Aber der Zoo wird in allen Büchern angepriesen, da die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung gehalten werden. Entstanden ist der Zoo, weil Biologin Sharon Matola nach ihrer abgeschlossenen Arbeit als Tierbetreuerin bei einem Dokumentarfilm 20 halbzahme  Tiere ihr Eigen nannte und nicht wusste was tun! Dazu kamen noch die ihr angetragenen Tiere, die man verletzt irgendwo fand. So entschloss sie sich ihren eigenen Zoo zu gründen. Als wir ankommen verlassen gerade vier Busse mit Schulkindern den Parkplatz und wir haben den Zoo fast für uns alleine. Er ist nicht sehr groß, die Gehege auch nicht, dafür sind sie voll Pflanzen, Bäume, Schatten und Möglichkeiten für die Tiere sich zu verstecken. Der Blick in die Gehege wird oft zum Suchspiel. Zwei Stunden schlendern wir umher, und lesen an jedem Gehege die Geschichte des Tieres. Die meisten Tiere sind aus irgendwelchen misslichen Lagen vom Zoo gerettet worden. Sie hatten Zusammenstöße mit Autos, oder das Muttertier ist gestorben und das Junge musste von Hand aufgezogen worden, Küken sind aus Nestern gefallen etc. Der Zoo ist sehr schön angelegt, alle Wege sind im Schatten und die Beschilderung ist kurz, informativ und sehr kindgerecht.  Das war ein  entspannter Nachmittag. Wir fahren zurück nach Belize City und entscheiden uns die Windschutzscheibe direkt reparieren zu lassen. An einer Tankstelle erkundigen wir uns nach einer entsprechenden Werkstatt werden an Harley Davidson verwiesen, die aber nur ganze Scheiben wechseln uns aber an eine kleine Werkstatt vermitteln. Die Werkstatt liegt direkt an einer Hauptstrasse.

Wir halten am Strassenrand auf der anderen Seite und fünf Minuten später ist Big John schon dabei am Strassenrand fachmännisch das Loch zu verschliessen, bei der anschliessenden Reinigung der gesamten Scheibe findet er einen weiteren Steinschlag und  repariert den auch noch zum halben Preis. Am späten Nachmittag kommen wir in der  Old Belize Marina an Die Chefin im Marinebüro ist sehr nett und wir können uns hinstellen wo es uns gefällt. Einige nette Luxusboote stehen im Hafen, nett anzusehen. Bevor wir uns häuslich einrichten, testen wir nach dem langen Tag erst einmal das Restaurant. Gestärkt schauen wir uns danach in der Marina um und finden neben einer kleinen Cabana unter zwei Palmen einen Platz für unser Womo. Wir stehen direkt am Meer und die Brise lässt uns hoffen, diese Nacht einen erholsamen Schlaf zu finden.

Den Abend verbringt Birger damit eine Unterkunft für die nächsten zwei Nächte zu suchen. Wir möchten nämlich mit dem Wassertaxi auf die Insel Caye Caulker übersetzten und dort zwei Tage karibisches Meer geniessen. Das Womo darf in der Marina stehen bleiben und ein Mitarbeiter der Marina fährt uns mit seinem Auto zu einem guten Preis zur Haltestelle der Wassertaxis in der Stadt. Das Boot auf die Insel ist recht gut gefüllt und viele Touristen sind nicht unter den Fahrgästen. Wir haben die günstigste der Bootslinien erwischt, viele Einheimische benutzen sie, dafür sitzt man auch unten im Boot und man kann sich nicht draussen bewegen. Egal, nach 45 Minuten sind wir auf der Insel angekommen. Unser kleines Hotel ist direkt gegenüber vom Anleger, freundlich werden wir begrüßt und die junge Lady geht mit uns direkt rüber ins Büro des Nachbarhotels. Die beiden Damen reden auf Kreol und fordern uns dann auf einzuchecken. Erst auf Nachfrage erklären sie uns, dass das von gebuchte Hotel überbucht ist, wir aber zum selben Preis im Schwesternhotel unterkommen. Etwas überrascht sind die Ladies als wir uns erst einmal die kleine Appartement zeigen lassen. Am Ende bekommen wir ein kleines upgrade und sind zufriedenen mit unserem Zuhause für die nächsten Tage.  Caye Caulker ist nicht sehr groß  sie misst nur  8 in der Länge und 2 km in der Breite. Es leben ca 2000 Menschen ständig auf der Insel und täglich kommen zwischen 200 und 500 Besucher. Autos sind auf der Insel verboten, die einzigen Fahrzeuge sind Golfcars und Fahrräder ja oder eben Schusters Rappen. Wir laufen die kleine Insel ab, alle Wege sind aus weissen Sand und die meisten laufen barfuss. Es gibt unglaublich viele Bars und Restaurants. Das Wasser zum Baden ist türkisblau und warm, man muss nur etwas weiter hinausgehen, da am Ufer recht viel Seegras ist.  Zu Beginn fühlen wir uns etwas „alt“ auf der Insel, nur junge Leute um uns herum, na gut nicht nur, aber das Durchschnittsalter ist nicht höher als 25 Jahre.  Wir lassen uns treiben, geniessen „La dolce via“!

Um die Cocktails wieder abzutrainieren mieten wir ein Kanu und erkunden die Insel von der Wasserseite, danach springen wir ins warme Wasser und  warten vergeblich auf Abkühlung!

Am Morgen unserer Abfahrt treffen wir erst Antje wieder und danach am Bootsanleger auch noch Joe und Joecy! Zurück in Belize City machen wir es uns in der Marina gemütlich, nutzen die Waschmaschine, den Trockener und das ganz gute Internet. Etwas später lernen wir ein Paar aus Großbritannien kennen und tauschen Reiseerfahrungen aus. Die beiden haben ihre Reise vor ca zwei Jahren in Asien gestartet. Sehr spannend!  Am nächsten Tag ist wieder etwas sightseeing angesagt. Im Blue Hole National Park  besuchen wir zunächst die Hermans Cave. Ein ca 1 km langer Weg führt durch den Dschungel zum Höhleneingang. Das besondere ist, das diese Höhle nicht beleuchtet ist. Mit Taschenlampen bewaffnet machen wir uns auf die Höhle zu erkunden. Ein Weg ist abgesteckt  neben uns fließt ein kleiner Fluss, Schwalben über uns und wenn man die Höhlendecke und die Wände mit der Taschenlampe beleuchtet entdeckt man schöne Steinformationen.  Weiter von der Höhle entfernt gibt es noch das „Blue Hole“. Ein tiefes Wasserbecken umgeben von Felsen und Pflanzen in dem man in kühlem, ganz klarem Wasser baden kann.  Das tun wir auch, also Birger badet schon als mir eine Familie auf eine kleine giftgrüne Schlange aufmerksam macht die auf der anderen Uferseite herum schlängelt. Nachdem wir genug Fotos gemacht haben, geniesse ich dann auch noch ein Bad in dem wirklich erfrischendem Wasser, Gesellschaft habe ich dabei von einigen Fischen.

Am frühen Nachmittag kommen wir in Hopkins an. Hopkins ist ein Dorf in dem fast ausschliesslich Garifunas wohnen, die Nachfahren der karibisch-afrikanischen Sklaven.  Es ist Dienstag und wir haben uns bewusst diesen Tag ausgesucht um nach Hopkins zu fahren. Denn Fran und Doug, ein kanadischen Paar, dass wir in Mexiko auf einem Walmart Parkplatz kennengelernt haben, haben uns empfohlen hierher zu kommen. Denn Dienstag ist hier immer eine Drumm Session im Driftwood-Restaurant, und dort kann man auch kostenlos auf dem Parkplatz übernachten. Als wir ankommen ist natürlich noch nichts los, aber die Bar liegt direkt am Wasser, die Tische stehen im Sand und Spezialität des Hauses ist Pizza. Klingt super und schmeckt auch sehr gut. Einer der Drummer ist schon da und wir kommen ins Gespräch, er hat 30 Jahre in Los Angeles gelebt hat sieben Kinder in den USA und Belize und wir stellen ihm viele Fragen zum Leben in Belize, die er geduldig beantwortet. Abends ab 18.00 Uhr füllt sich die Kneipe, um sieben starten die Drummer in der Kneipe. Wir sitzen draussen trinken ein Bier und unterhalten uns mit unseren Tischnachbarn Ran und Stacy aus Chicago. Die beiden machen einen viertätigen Kurzurlaub in Hopkins. Ran verkauft Hauptberuflich Motorhomes in den USA und ist sehr interessiert an unserem Womo. Gemeinsam verbringen wir einen netten Abend, an dem die Musik etwas in den Hintergrund rutscht. Später gesellt sich noch Antje zu uns. Ja, die Welt in Belize ist klein.

Wir wollen weiter in den Süden des Landes Richtung Punta Gorda. Es gibt zwei Mayastätten unterwegs zu bewundern und im Ort selber eine Kakaoplantage. Die Zufahrt zur ersten Mayastätte ist leider nicht nur sehr steil sondern auch mit großen Löchern übersät, dass wir mit unserem Womo keinen Gripp auf die Strasse bekommen und den Anstieg nicht schaffen. Aber 1,5 km Laufen zum Eingang bei 36 Grad im Schatten wollen wir auch nicht. Also werden wir sie wohl nie sehen. Zur nächsten Kultstätte führt eine 15 km lange Schotterstrasse durch klein Dörfer im Hinterland. Viele Häuser sind sogar gemauert, jedes Dorf hat eine große Schule, ich wunder mich über den „Reichtum“ denke direkt an Kriminalität und habe ein ungutes Gefühl im Bauch obwohl uns keiner was tut.  Lubaantum ist sehr schön gelegen, viel Gebäude alle aus Kalksteinblöcken gebaut ohne Mörtel dazwischen.

Irgendwie ist heute bei uns die Luft raus, wir haben keine Lust mehr auf Sightseeing, ändern unsere Pläne fahren nicht weiter in den Süden, sondern wieder zurück nach Placencia. Dieser Touristenhauptort liegt auf einer Halbinsel. Auf einer Art Damm führt die Strasse zwischen Lagune und Meer her. Die Häuser, die wir rechts und links sehen auf den ersten 10 km verschlagen uns echt die Sprache. Luxus pur. Dann wieder ein einheimischer Ort mit Hütten und kleinen Häusern.

Wir finden in der kleine Cabana Anlage Mariposa einen tollen Übernachtungsplatz direkt am Meer. Den Pool dürfen wir auch mitbenutzten, genauso die Hängematten am Strand, Toilette und Dusche gibt es auch noch.

Bezahlen müssen wir fürs Übernachten nichts, nur im Restaurant abends Essen. Kein Problem. Wir geniessen die Anlage den ganzen Nachmittag und freuen uns auf das Abendessen, weil wir gehört haben, man kann hier richtig gut essen. Leider hatte der Koch wohl einen schlechten Tag. Das kleine Restaurant hat eine sehr teuere Speisekarte und wir entscheiden uns für ein Steak. Das kleine Stückfleisch was wir bekommen ist nicht nur total trocken, sondern auch leicht angebrannt, als wir erwartungsvoll gefragt werden, wie unser Fleisch ist sagen wir die Wahrheit. Wir bekommen sofort neues Fleisch angeboten, was zwar besser ist aber nicht toll. Egal! Wir trinken unsere Getränke aus  und harken es ab. Bis der Chef kommt und uns erklärt, dass schon das erste Fleisch erste Klasse war und es wohl an uns liegt.  Eigentlich wollten wir noch eine Nacht stehen bleiben, aber wir fühlen uns irgendwie nicht mehr so Willkommen. Am nächsten Morgen lernen wir eine Familie kennen, die eine Cabana gemietet hat, wir kommen schnell ist Gespräch und der Vater erzählt uns ganz viel  über seine Familie ( seine Frau und seine vier Kinder) , sie kommen aus USA und Kanada,  haben lange in Indien gewohnt, seien Älteste Tochter wohnt in El Salvador und sie sind alle Mennoniten. Er liebt es über seinen Glauben zu sprechen und ich nutzte die Gelegenheit ihm viele Fragen zu stellen, denn in Belize leben viele Mennoniten und sie sind für die erfolgreiche Landwirtschaft im Land verantwortlich.  Am Ende unsere Gespräches habe ich verstanden, dass es unglaublich viele verschiedene Mennoniten Glaubensgemeinschaften gibt von ganz konservativ bis sehr modern, dass sie sich von den Amish unterscheiden, aber die Unterschiede eher schwer zu erklären sind.

Wir verlassen diesen schönen Ort und machen uns auf den Weg nach San Ignacio, der letzte Ort vor der Grenze. Auf dem Weg dorthin kommt uns ein Schweizer Auto entgegen. Alle betätigen die Lichthupe, wir halten an und halten erst ein Mal ein Quätschchen mitten auf der Strasse. Betty und Beat sind seit zwei Jahren unterwegs, davon 10 Monate in Europa und auch auf dem Weg nach Süden. Von den beiden bekommen wir einen Tip für eineng gut Ort zum Cave-Tubing. Birger will es schon die ganze Zeit machen, wusste nicht so genau wo, es gibt so viele Anbieter und so viele Kritiker.  Wir machen uns direkt auf den Weg in den  Nochuch che´em  park! Wie die beiden uns gesagt haben fahren wir zum Ende der Strasse, zahlen eine Eintrittsgebühr, parken auf dem Parkplatz, warten darauf das uns ein Führer anspricht, verhandeln mit ihm den Preis und los gehts. Joshua ist sehr nett und macht sich mit uns auf den 30 minütigen Weg zum Höhleneingang, unterwegs bietet er mir ganz Gentleman an meinen Tube, Schwimmweste und Helm zu tragen, was ich dankend annehme.  Ein schöner Weg führt durch den Dschungel und Joshua erklärt uns die Pflanzen, und etwas für über die Höhle, zwischendurch gibt es ein paar Späße und viel Smalltalk. Am Höhleneingang angekommen, legen wir die großen Schwimmreifen aufs Wasser, setzten den Helm auf und Joshua zieht uns ganz langsam durch die Höhle. Zeigt uns tolle Steinformationen, Fledermäuse usw. Wir haben die Höhle für uns ganz alleine und wenn keiner von uns redet ist es unglaublich still und ohne die Stirnlampen auch noch ganz dunkel. Ein schönes Erlebnis. Die Höhle ist sehr schön, am Rand sind ganz kleine Wasserfälle, wir liegen in den Schwimmreifen und lassen uns durchs Wasser ziehen. Der Fluss führt aus der Höhle raus und wir gleiten durch den Dschungel. Es war eine wirklich tolle Tour, leider ohne Fotos, da unsere Kamera nicht wasserfest ist. Sorry!

In San Ignacio legen wir einen Ruhetag ein. Birger plant die Route durch Guatemala ich schreibe den Bericht.  In den Bäumen um den kleinen CP hören wir viele Vögel und sehen mal wieder einen Tucan. Leider sind wir zu langsam mit der Kamera und der Nationalvogel des Landes ist etwas kamerascheu. Schade!  Am Abend erhalten wir eine email von Lesley und Gerhard, sie schreiben, dass sie beschlossen haben ihre Reise in Panama erst einmal abzubrechen und nicht weiter bis Argentinien zu reisen. Ihre geplante Reisezeit ist fast abgelaufen und sie wollen nicht hetzten. Sie werden ihre Reise in einigen Jahren fortsetzen. Wir sind sehr traurig, die beiden sind Freunde geworden, seit dem wir sie in Ottawa kennengelernt haben und wir hatten gehofft einen Teil der Strecke zusammen zu fahren. Aber wir sind sicher uns noch einmal zu sehen bevor sie ihr Fahrzeug von Panama zurück verschiffen und auch danach sind wir ja alle nicht aus der Welt.  Am gleichen  Abend lernen wir noch Jenna und Josh aus Virginia kennen, die beiden sind auch unterwegs nach Argentinien. Belize ist eben nicht so groß, da fahren sich die Reisenden eher über den Weg als im großen Mexiko. Leider sind wir beide nicht ganz so gesprächig wie sonst, sorry dafür, aber unsere Gedanken sind gerade bei den anderen beiden……Einen Tag später wechseln wir noch einmal den CP und fahren zu den Clarissa Falls. Ein kleines Restaurant mit einigen Cabanas am Fluss. Die Besitzer sind unglaublich nett, zeigen uns wo wir direkt am Fluss stehen können und fordern uns auf uns selbständig aus dem Kühlschrank hinter der kleinen Bar mit Getränken zu bedienen und die dann am nächsten Tag zu bezahlen.  Wir fühlen uns sehr Willkommen.  Den Nachmittag nutzen wir um unsere Fliegennetztür an der Como-Kabine zu reparieren. Die Schiebetür gleitet nicht mehr, trotz viel Pflege von Birger. Wir bauen sie aus, reinigen alles was wir finden können mit Pinsel und Pinzette.  Leider vergebens! Abends ziehen dicke Wolke auf und plötzlich steht die Besitzerin mit Stirnlampe im Dunkeln vor unserm Auto und bittet uns umzuparken, da sie nicht weiß wie heftig es regnen wird und ob wir dann den kleinen Berg weg vom Fluss  am nächsten Morgen mit Auto hochfahren können. Während wir umparken und sie uns einweist, öffnet der Himmel seine Schleusen und ein richtiger Tropenregen prasselt auf uns nieder.  Ja, die Regenzeit hat vor fünf Tagen begonnen!  Willkommen in den Tropen.

 Fazit: Bevor wir selber das Land kennengelernt haben, haben wir viel über Belize gehört. Unser Eindruck war entweder man liebt Belize oder findet  gar kein Gefallen an diesem Land. Eine Meinung dazwischen haben wir nicht  gehört. Wir gehören zur ersten Kategorie. Uns gefällt Belize sehr gut. Die Menschen waren uns gegenüber sehr freundlich, die Natur ist sehr abwechslungsreich, karibische Küste, weisse Strände, Regenwald, Dschungel, viele Tiere ( leider sind einige von ihnen etwas kamerascheu), Mayastätten, Flüssen Höhlen und und und. Wir haben uns hier in diesem kleinen  Land der vielen verschiedenen Kulturen sehr wohl gefühlt. Man sollte vielleicht einige Kleinigkeiten beachten: Rechnungen in Restaurants, Supermärkte immer prüfen und darauf achten ob in Belize Dollar oder US Dollar abgerechnet wird, gerade bei Kreditkartenquittungen. Die kleinen privaten „Müllhalden“ am Strassenrand haben wir versucht zu übersehen. Auch sind wir wie in Mexiko weder im Dunkeln Autogefahren noch durch die Orte geschlendert.

 

Dieser Beitrag gehört zu Belize 2016, Mittelamerika, Reiseberichte

2 thoughts on “Belize

  • Michael+Bärbel 23. Juni 2016 at 08:11

    Na da habt Ihr ja wieder viel erelebt und gesehen . Einfach toll. Bussi _Euere Bärbel

  • renate+heiner christiansen 5. Juli 2016 at 18:42

    Hallo ihr Wasser- und Landfahrer.

    Historisches,blühendes,rauschendes und vieles mehr ist euch begegnet, toll!
    Wir freuen uns auf den nächsten Bericht.

    Alles Gute

    H+R

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