Chile -die Mitte- und die Osterinsel

von Christiane

Chile -die Mitte- und die Osterinsel vom bis 11.03.-30.03.2018

Chile: (amtlich República de Chile) liegt im Südwesten Südamerikas. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt rund 4300 Kilometer. Dagegen ist Chile im Durchschnitt nur 180 km breit. Die engste Stelle im kontinentalen Chile (ohne Antarktis) beträgt 90 Kilometer, die breiteste Stelle etwa 440 Kilometer. Die Längenausdehnung Chiles entspricht auf Europa und Afrika übertragen in etwa der Entfernung zwischen der Mitte Dänemarks bis in die Sahara.Das Land grenzt im Westen und Süden an den Pazifik, im Norden an Peru (auf einer Länge von 160 Kilometern), im Nordosten an Bolivien (861 km) und im Osten an Argentinien (5308 km). Daneben zählen zum Staatsgebiet die im Pazifik gelegene Osterinseln (Rapa Nui), die Insel  Salat y Gomez, die Juan-Fernandez Inseln (einschließlich der Robinson Crusoe Inseln), die Desventurades-Insel sowie im Süden die Ildefonso-Inseln und die Diego-Ramirez-Inseln. Ferner beansprucht Chile einen Teil der Antarktis. Über die vollständig zu Chile gehörende Magellanstrasse  hat das Land Zugang zum Atlantischen Ozean. Die Hauptstadt Chiles ist Santiago de Chile. Im Land leben ca 18 Mio Menschen auf einer Fläche von 756.102 qkm. Aufgrund der langen Nord-Süd-Ausdehnung über mehr als 39 Breitengrade, aber auch der beträchtlichen Höhenunterschiede in West-Ost-Richtung weist Chile eine große Vielfalt an Klima- und Vegetationszonen auf.Am dichtesten besiedelt ist der Großraum  um die Hauptstadt Santiago de Chile, dort leben etwa die Hälfte der chilenischen Einwohner. Die Stadt selbst (ohne Umgebung) hat etwa 5,5 Millionen Einwohner; sie beherbergt also in etwa ein Drittel aller Einwohner Chiles. Nördlich und vor allem südlich davon erstrecken sich landwirtschaftlich genutzte und dicht besiedelte Gebiete  in der Ebene zwischen der Hauptkette der Anden. Nur 100 Kilometer westlich von Santiago liegt der Großraum um die Hafenstadt Valparaiso mit etwa einer Million Einwohnern. Nach Norden und Süden verringert sich die Bevölkerungsdichte immer stärker. Die Atacamawüste im äußersten Norden und die rauen, stürmischen Gebiete im Süden sind aufgrund der ungünstigen klimatischen Bedingungen nur sehr dünn besiedelt. Die Migrationsrate Chiles lag im Jahr 2012 bei 0,35 Migranten je 1.000 Einwohner im Jahr und war damit eine der niedrigsten in ganz Lateinamerika. Im Jahre 1848 begann die deutsche Kolonisierung,[ die von der chilenischen Regierung gefördert wurde, um den Süden des Landes zu bevölkern. Die Einwanderung aus deutschsprachigen Staaten beeinflusste die Kultur eines großen Gebietes in Südchile, besonders in den Provinzen Valdivia, Osorno und Llanquihue. Einwanderer aus anderen europäischen und nahöstlichen Staaten kamen im 19. und 20. Jahrhundert vor allem in Valparaíso und im äußersten Norden und Süden an. Das Land ist sehr katholisch geprägt, auch wenn Staat und Kirche seit 1925 offiziell getrennt sind. Der kirchliche Einfluss auf das gesellschaftliche Leben, das Rechtswesen und die Kultur- und Medienwelt ist noch immer recht stark. So gehörte bis 2010 der zweitgrößte Privatsender des Landes allein der römisch-katholischen Kirche. Eheliche und uneheliche Kinder werden seit 1998 rechtlich gleichbehandelt, das chilenische Eherecht sieht seit November 2004 eine Möglichkeit der Scheidung vor, Im Jahr 2015 wurde für gleich- und verschieden-geschlechtliche Paare die eingetragene Partnerschaft eingeführt. Chile gehört zu den führenden Wirtschaftsnationen Lateinamerikas sowie zu den größten Rohstoffproduzenten. Es verfügt über die größten bekannten Kupfervorkommen der Welt (etwa 40 Prozent). Verschiedene Edelmetalle und vor allem Salpeter führten Chile schon im 19.Jahrhundert zum Reichtum. Momentan wird mit dem Pascua Lama -Projekt eine der größten Goldminen der Welt geplant. Daneben werden heute Forst-, Fischerei- und Landwirtschaft als Wirtschaftsfaktoren genannt. Nur etwa 7 Prozent der Landfläche werden für die Landwirtschaft genutzt. Diese Flächen befinden sich hauptsächlich im Zentraltal. Im wüstenhaften Norden Chiles beschränkt sich die Landwirtschaft weitgehend auf Oasen. Die Viehzucht ist hauptsächlich in Zentralchile und im nördlichen Teil von Südchile angesiedelt. Chile ist das einzige Land Südamerikas, in dem Zuckerrüben angebaut werden. Besondere Erwähnung verdient der Weinbau, der Chile zum Weinexporteur Nummer eins in Südamerika gemacht hat.

Wir verlassen Bariloche in Argentinien an einem Sonntagvormittag, Die Strassen sind leer und an einigen Stellen stehen Polizeiposten. Irgendwas liegt in der Luft. Nach einigen einsamen Kilometern auf der Hauptstrasse sehen wir dann auch schon das erste Schild, „Ironman“ und wenige Meter später ist für uns die Fahrt auf der Hauptstraße auch schon beendet. Wir werden durch holprige Seitenstrassen geleitet doch nach knapp 50 Minuten haben wir dann auch die Stadt verlassen und sind wieder auf der Routa 40. Die Grenze hinter dem Ort Villa Augustora ist unser Ziel. Einiges über diesen Grenzübergang haben wir gelesen, sehr strenge und genaue Zöllner, einige Reisende mussten alle Schränke in ihrem Fahrzeug ausräumen und den Inhalt auf der Strasse aufbauen. Wir sind vorbereitet. Alle Lebensmittel, die wir noch hatten habe ich am Vorabend verkocht, nichts Verbotenes befindet sich in unseren Schränken und wir sind guten Mutes. Als erstes passieren wir den Grenzposten der Argentinier innerhalb von 10 Minuten sind alle Ausreiseformalitäten erledigt. Es folgt eine eigentlich schöne Fahrt über eine Schlucht zur ca 40 km entfernten chilenischen Grenze, leider im Regen. An der chilenischen Grenze angekommen sehen wir schon die ersten PKWs mit geöffnetem Kofferraum und die Insassen müssen ihre mitgeführten Gepäckstücke auf vorbereitete Tische abstellen und öffnen. Die Grenzbeamten schauen alles genau durch. Wir schlucken und richten uns gedanklich schon auf eine längere Prozedur ein. Die Formalitäten der Einreise, Passtempel und TIP für unser Womo gehen recht zügig und ohne Wartezeiten. Dann fahren wir mit dem Womo zur Kontrolle. Ein junger Beamter betritt das Womo öffnet wie übliche Kühlschrank und ein paar wenige Schränke und ist fast fertig als ein älterer, erfahrene Kollege das Womo betritt. Er kennt sich aus, will unter die Sofapolster schauen, weil da seien ja noch Stauräume, erstaunt nimmt er zur Kenntnis, dass in unseren „Stauräumen“ sich nur Technik für Heizung und Strom befinden, er schaut in alle Fächer im Fahrerbereich, da hat noch nie jemand geschaut, aber Reiseführer, CDs etc sind nicht die Dinge, die er erwartet hat. Nach 15 Minuten verlassen die beiden freundlichen Kontrolleure unser Womo und wir dürfen schneller als erwartet unsere Fahrt fortsetzen. Das schlechte Wetter setzt sich fort und wir haben keine Lust mehr zu fahren.Am Lago Puyehue haben wir uns einen netten Camping ausgesucht, als wir dort angekommen ist leider niemand Zuhause. Wir fahren weiter in den Ort, aber dort gefällt uns nichts richtig gut, also zurück zum See. Immer noch ist niemand vor Ort, nach einiger Wartezeit entscheiden wir uns gerade zur Weiterfahrt, als die Besitzer um die Ecke biegen. Die Seniorchefin spricht perfekt deutsch, wir parken direkt am See, bekommen ein eigenes Bad. Das Wetter ist wechselhaft mal regnet es wie aus Kübeln dann wird der Himmel wieder blau.

Dieses Wechselspiel wird uns die nächsten Tage begleiten. Am nächsten Tag erledigen wir in der größeren Stadt Osorno alle notwendigen Wege, Kühlschrank füllen, Tank füllen, Gastank füllen. Alles läuft wie am Schnürchen. Es regnet die ganze Zeit und wir beschliessen uns Richtung Norden aufzumachen in der Hoffnung auf besseres Wetter. Wir fahren über 400 km bis nach Pucon. Eine Touristenstadt direkt am Lago Villarrica. Es gibt einen Campingplatz der fussläufig zum Stadtzentrum ist. Dort angekommen staunen wir nicht schlecht, als uns Helmut und Ilona entgegen kommen. Sie sind auch gerade angekommen und schon auf dem Weg in die Stadt. Keine Frage wir kommen mit! Schnell parken wir das Womo ein und schon geht der Stadtbummel los. Die beiden waren vor einigen Jahren hier und machen für uns den Stadtführer. Der Regen hört auf, die Sonne kommt durch, alles passt, Erst machen wir einen kleinen Spaziergang durch die Stadt, dann ein  Bierchen zur Entspannung und zum Abschluss gibt es ein gutes Steak zum Abendessen.

Klar, dass wir den nächsten Tag auch noch gemeinsam in Pucon verbringen. Auch der Vulkan Villarrica ist uns gut gesonnen und zeigt sich zwischenzeitlich wolkenfrei. Auf der Plaza Municipal machen wir ein kleines Fotoshooting und verbringen den Nachmittag in einem kleinen Strandcafe mit guter Musik. Die animiert Helmut zu einem kleinen Tänzchen wahlweise alleine, oder mit seiner Frau, zwei andere Gäste müssen Fotos von uns vieren machen. Helmut unterhält das ganze Café und wir kommen aus dem Lachen nicht mehr raus.  Es waren wieder zwei tolle, entspannte und lustige Tage.

Wir bekommen  an unserem letzen Abend in Pucon eine email von Charlotte und Harald, die beiden haben wir Januar in Uruguay kennengelernt. Eigentlich wollten wir uns hier in der Gegend um Pucon treffen, sind aber, durch unsere etwas schnelle Fahrt, an einander vorbeigefahren. Sie locken uns mit einem von Harald selbst gekochtem Abendessen, und Harald kann wirklich gut kochen und wir essen gerne. Also fahren wir von Pucon aus noch einmal160 km zurück in den Süden nach Los Lagos. Dort haben die beiden gemeinsam mir ihrer erwachsenen Tochter Karoline eine Cabana gemietet. Hier bei Hans in seinem „Los Suizos“ kann man auch campen. Wir fahren entlang der Seen den Weg „zurück“, aber leider spielt das Wetter nicht so mit, zumindest bis wir unser Ziel erreichen. Bei den drei „Süddeutschen“ auf dem CP scheint am Nachmittag die Sonne, wir sitzen draussen und haben viel zu erzählen.

Harald zaubert ein tolles Menü mit mehreren Gängen (er sagte was von ca 29 Gängen…..wir denken es waren 3,5, wohl dazwischen liegt die Wahrheit) es wird ein lustiger, kurzweiliger Abend mit tollen Geschichten. Es ist so schön die drei wiederzusehen, als würden wir uns schon ewig kennen. Das nächste Treffen finden dann wohl im Sommer in Süddeutschland statt. Wir freuen uns auf euch!

Am nächsten Morgen fahren wir wieder Richtung Norden in die Berge. Hier waren wir schon Anfang 2017 einmal und kehren zurück auf den Camping „La Suizandina“ mit tollem Bergblick. Ausserdem erwarten uns hier Helmut und Ilona. Die beiden wollten den Vulkan besteigen und als sie von ihrer Tour zurückkommen, haben wir den Kaffee schon fertig. Wir sind beeindruckt von ihrer Wanderleistung, kommen uns ziemlich faul und unsportlich vor und lassen uns von den beiden 70zig jährigen zeigen wie es so geht.

Am nächsten Tag feiern wir gemeinsam meinen Geburtstag und so beim nachmittäglichen Kaffee entsteht die Idee sich Mitte April in San Pedro de Atacama zu treffen und gemeinsam eine vier-Tages-Tour nach Bolivien zum Salzsee Salar de Uyuni zu buchen. Die beiden haben diese Tour vor einigen Jahren schon mal gemacht und würden dies gerne wiederholen und wir haben diese Tour für dieses Jahr auf unserem Plan stehen. Zu viert ist es bestimmt lustiger. Wir versprechen uns gegenseitig in Kontakt zu bleiben und uns zeitlich abzustimmen. Nun fährt tatsächlich jeder in seine Richtung weiter und zufällige Treffen sind nun erst mal ausgeschlossen. Unser Ziel ist die Küste von Chile, weil der Regen im Inland und die Temperaturen um 6 Grad in der Nacht  gehen uns etwas auf den Geist. Helmut und Ilona fahren wieder rüber nach Argentinien, sie wollen einige Pässe fahren, Felsformationen bewundern und klar, etwas bergsteigen. An der Küste in Dichiato angekommen genießen wir erst mal das  gute Wetter und die warmen Temperaturen. Nur Campingplätze gibt es nicht, bzw sind geschlossen. Wir fragen an einer Cabana Vermietung ob wir wohl auf ihrem Parkplatz über Nacht stehen dürfen, klar sagt die nette Lady keine Problem, auf die Frage was es kostet, sagt sie „nichts“ fühlt euch wie zu Hause. Ganz erstaunt über soviel Freundlichkeit bedanken wir uns herzlich. Zur Strandpromenade ist es nicht weit und wir geniessen einen Nachmittag am Strand.

Die nächsten Tage fahren wir die Küste entlang, an Seen vorbei, durch Weingebiete, Richtung Santiago, es ist warm und sonnig.

Im Surferparadies Pichuleum verbringen wir drei Nächte, faulenzen, gehen am Strand spazieren und bereiten uns  auf unsere Reise auf die Osterinsel vor.

Die Fahrt nach Santiago zum Flughafen dauert nur ca vier Stunden. Am Flughafen angekommen, machen wir uns direkt auf dieSuche nach dem Parkplatz auf dem schon einige Reisende ihr Fahrzeug für längere Zeit abgestellt haben. Plätze sind aber laut der Berichte Mangelware und  so haben wir beschlossen am Tag vor dem Flug schon am Flughafen anzukommen und die Nacht vor unserem Abflug im Flughafenhotel zu übernachten. Wir staunen nicht schlecht als wir das Flughafengelände erreichen und der Flughafenparkplatz, der von anderen Reisenden empfohlen wurde, hinter vielen Zäunen abgesperrt ist und  wegen Umbaumassnahmen bis in Jahr 2020 geschlossen ist. Das ist jetzt mal doof, richtig Sch…,große Augen, leichte Panik steigt in uns hoch, wohin mit dem Womo? Also hole ich wieder meine drei Worte Spanisch raus und frage mich bei Leuten, die den Verkehr am Flughafen regeln, durch, wo wir parken können. Ja, es gibt eine Möglichkeit der Parkplatz heisst „Patagua“ und eine kurze Wegbeschreibung gibt es auch noch. Der Parkplatz ist dann doch schnell gefunden, Plätze gibt es ganz viele, allerdings keinen für unsere Länge. Egal, wir belegen zwei Plätze, okay nur 1,5, und Birger findet noch ein weiss-oranges Warnhütchen, dass er hinter unserem Womo aufstellt. Ein Shuttlebus bringt uns zum Flughafengebäude und direkt gegenüber liegt unser Hotel. Das Zimmer ist schön groß, Wifi funktioniert super. Osterinsel wir kommen! Denken wir! Am nächsten Morgen bekommen wir die Info, dass unser Flug 2,5 Stunden Verspätung hat. Egal, wir checken unser Gepäck ein, gehen zurück ins Hotel, frühstücken in Ruhe, schauen im Hotelzimmer übers Internet deutsches Fernsehen und stehen dann rechtzeitig zum Abflug am Gate. Nach fünf Stunden Flug landen wir in der Mitte von Nichts, auf der Osterinsel. Am Flughafen kaufen wir den Nationalparkpass für die Insel, ohne den kommt man in keine Sehenswürdigkeit rein, warten auf die Koffer und werden vor dem Flughafen von einer netten Mitarbeiterin unser Unterkunft erwartet. Die Fahrt zur kleinen Bungalowanlage in Hanna Roa dauert keine 10 Minuten. Beim Check-in bekommen  wir noch Infos, über Sehenswürdigkeiten, Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, Autovermietung etc und lernen dabei Oskar und Julian aus Kalifornien und Shannen auch aus Kalifornien kennen. Unsere Unterkunft liegt direkt am Meer und nur ca 5 Gehminuten vom „Zentrum“ des einzigen Ortes auf der Insel entfernt. Von der Terrasse haben wir einen tollen Meerblick, abends mit Sonnenuntergang. Also Birger hat Meerblick, wenn ich auf den schönen Gartenmöbeln sitze bin ich leider zu kurz um über die Brüstung der Terrasse zu schauen. Den Nachmittag erkunden wir Hanga Roa. Bei den Mietstationen fragen wir nach Preisen für einen Mietwagen und kaufen ein bisschen ein. Abends treffen wir unsere „Mitankömmlinge“ alle im Restaurant, das wir in unserer Unterkunft empfohlen bekommen haben. Shannen reist alleine und wir bitten sie uns Gesellschaft zu leisten, aber sie will lieber allein sein, setzt sich dann fünf Minuten später doch zu uns und wir haben einen schönen Abend zusammen. Am nächsten Tag mieten Birger und ich ein Auto und machen uns auf die Insel zu erkunden. Ich will mir erst in Ruhe die Karte der Insel anschauen und die Punkte mit unserem Reiseführer abgleichen, weil die Insel ist nicht sehr groß die Distanzen sehr kurz und die Namen der Sehenswürdigkeiten nicht sehr einprägsam. Birger will einfach losfahren, denn es wird ja alles gut ausgeschildert sein….. Der Tag fängt ja gut an.  Wir fahren los, und eine Strasse weiter fragt meine bessere Hälfte „Wo muss ich lang?“ „Ach, so, einfach den Schildern folgen….“ „Wie, keine da?“ Viele der Tempelstätten, bzw viele der Maoi (die bekannten Steinfiugern der Insel) findet man entlang der Ostküste, wir folgen der 16 km langen Küstenstrasse und tatsächliche hier gibt es auch Hinweisschilder, kleine Parkplätze und auch Eingangshäuschen zu den heiligen Stätten. Die ersten Plätze zeigen vor allem umgestossene Steinfiguren. Wir sind beeindruckt von der Größe der Figuren, die Gesichter können wir nur bei einigen wenigen Figuren sehen, das die meisten mit dem Kopf nach unten umgestossen worden sind. Umgestossen wurden viele der über 1000 damals existierenden Figuren bei einem Kampf, besser bei einem Krieg zweier auf der Insel konkurrierender Stämme. Nur wenige Figuren sind stehen geblieben und nur ca 110 Menschen haben dieses Kampf auf der Insel überlebt. Die Insel ist unglaublich grün, so stelle ich mir Irland oder Schottland vor. Es gibt viele Steinmauern, wenig Menschen, viele Kühe und noch mehr Pferde, die sich frei auf der Insel bewegen. Auf den Wiesen, der Strasse oder im Ort. Wir sinduns sicher, dass auf der Insel mehr Pferde leben als Menschen.

Exkurs: Osterinsel: Die Osterinseln wurde 1722 am Ostermontag von Niederländer Jacob Roggenveens entdeckt, daher dann auch die Namensgebung. Die Insel liegt 3800 km von der chilenischen Westküste entfernt und 1900 Kilometer bis zur nächsten bewohnten  Insel, Piticairu und 3200 km bis zu Marquesasinseln. Somit ist die Osterinsel der isolierteste Ort auf der Erde. Die Einheimischen nennen die Insel „Rapa Nui“, was passender Weiser „weisser Fleck“ bedeutet. Der Legende nach wurde die Insel von König Hotu Matua und seinen Gefolgsleuten besiedelt. Er landetet am Strand von Anakena an. Eine zweite Gruppe Einwanderer folgte später, diese wurde von Tuu-ko-ihu angeführt. Diese beiden Volksstämme (die Langohren und die Kurzohren) lebten eine Zeitlang sehr friedlich mit einander und waren gute Steinmetze. Beide Gruppen erschufen teilweise sogar gemeinsam die Steinfiguren, Moai genannt. Irgendwann kam es zum Krieg der beiden Gruppen und die Steinfiguren wurden umgestossen, fast alle Einwohner, bis auf ca 110, wurden getötet. Wissenschaftler versuchten dann im 20.Jahrhundert die Historie zu rekonstruieren, aber es gab nur wenig Überlieferungen, gefunden Aufzeichnungen können bis heute nicht entschlüsselt werden. Es gibt viele Theorien, jede mit eigenen Beweisen, alles in unzähligen Büchern nachzulesen. Uns gefällt die Legende von König Hotu-Matua. Mehr Einigkeit besteht  in der Bedeutung und Entstehung der Steinfiguren. Man schätzt, dass ca 20 bis 30 Männer ein Jahr für die Fertigstellung einer Figur benötigt haben. Sie wurde in den Fels hinein gehauen und modeliiert. War dies vollendet wurde die Figur an ihrer Rückseite aus dem Fels herausgeschlagen und glitt am Felshang hinunter in ein vorbereitetes Loch. Dort wurde dann die Rückseite fertiggestellt. Eine Figur wiegt zwischen 40 und 70 Tonnen.  Auf Holzstämmen wurden die Figuren dann über die Insel zu ihren Standorten gezogen. Hier wird geschätzt, dass ca 90 Männer  einen 10 Meter hohen Maoi pro Tag ca 100 Meter weit transportieren konnten. Die Steinfiguren auf den Tempelanlagen markieren das Zentrum einer Gemeinde und sollten vermutlich anbetungswürdige Ahnen darstellen und die Insel beschützen. Die meisten Figuren sind an den Küsten der Insel aufgestellt mit Blick ins Landesinnere.

Das erste  Highlights an diesem Tag ist der Besuch des  Rano Raraku. Hier auf dem Berg „Rano Raraku“stehen ca 400 Figuren. Alle Figuren sehen unterschiedlich aus, Gesichtsausdruck, lachend, ernstschauend. Die meisten Figuren  ragen nur noch zu einem Teil aus der Erde raus, der Rest ist über die Jahre im Boden eingesunken. Hier kann man sehen wie die Steinfiguren entstanden sind, denn im Fels sind noch Figuren enthalten, die noch nicht vom Fels getrennt worden sind. Die Figuren sind bis zu  70 Tonnen schwer.

Als man später versucht hat einige der umgekippten Figuren wieder aufzurichten, hat man Spezialkräne aus Japan eingeflogen und genutzt.  Die gab es aber vor ca 1500 Jahren noch nicht. Die Inselbewohner haben dies damals alles mit einfachen Mitteln, viel körperlicher Kraft und vor allem mit viel Zeit gemeistert. Allein dieseVorstellung macht diese Steinfiguren so einzigartig. Wie schon erwähnt ist die Insel ist nicht sehr groß und schon fünf Autominuten später sind wir bei den Ahu Tongariki. Dies ist wohl eines der bekanntesten Bilder der Insel. Nun stehen wir „in Echt“ davor. Riesig erhaben stehen die 15 Maoi vor uns, eine Figur trägt auch den klassischen tonnenschweren Pukao (den roten Hut). Diese Gruppe ist wieder aufgestellt worden, das ändert aber nichts an ihrem eindrucksvollem Bild.

Hinter diesen Figuren geht auch morgens die Sonne auf und so beschliessen wir in den nächsten Tag uns hier den Sonnenaufgang anzuschauen. Auf der Insel wird es erst spät hell Sonnenaufgang ist um 8.23 Uhr.  Bei allen Sehenswürdigkeiten, die wir uns anschauen, sind wir erstaunt wie wenig Touristen unterwegs sind, wobei unser Flieger voll war. Wir geniessen es an den meisten Plätzen fast alleine zu sein. Am Strand von Anakena treffen wir zur Mittagszeit ein paar mehr Leute. An diesem Strand ist König Hotu Matua als erster mir einer Gruppe Siedlers auf der Insel angekommen. Eine Reihe von Maoi stehen am Strand immer mit Blick ins Innere der Insel. Es ist Samstag und einige Einheimische sind am Strand und unter den Palme zum Picknick.

Am späten Nachmittag sind wir zurück an der Unterkunft und treffen Oskar und Julian. Sie erzählen von ihrem Tag und von einem Restaurant am Meer, das sie mittags ausprobiert hatten und dort gäbe es am Abend „Happy Hour“, zwei Cocktails für den Preis von einem. Birger und ich beschliessen abends das Restaurant  bzw die Happy Hour auch zu testen und treffen dort die beiden Kalifornier. Die beiden sind schon viel in der Welt unterwegs gewesen, haben viel erlebt, lachen gerne und können herrlich lustig erzählen. Wir geniessen den lockeren Abend, an dem viel gelacht und  etwas Pisco Sour getrunken wird, mit den beiden sehr.

Am nächsten Tag führt unser erster Weg nochmals zu den Ahu Tongariki zum Sonnenaufgang. Mit einer Kanne Kaffee und einem kleine Frühstück  machen wir uns um kurz vor 7.00 Uhr auf den Weg. Zum ersten Mal sehen wir ca 50 Mietwagen am selben Fleck. Auf dem Parkplatz vor Ahu Tongariki. Ein echter Geheimtipp! Wir suchen uns ein Plätzchen an der Aussenmauer und warten. Es ist etwas bewölkt, der rote Himmel bei Sonnenaufgang bleibt uns verwehrt. Schade, aber wir beschliessen am nächsten Morgen nochmal unser Glück zu versuchen.Unsere Erkundungstour geht nun ins Landesinnere. In Puna Pau sieht man den Steinbruch aus dem die roten Steine für die Pukao (die roten Hüte der Maoi) geschlagen worden sind. Einige tonnenschwere Hüte liegen hier auf dem Rasen.

Etwas weiter kommen wir zu den Siete Maoi. Die sieben Steinfiguren haben zwei Besonderheiten. Ersten sind sie die einzigen die im Landesinneren stehen und zweitens schauen sie aufs Meer hinaus, in die Richtung aus der König  Hotu Matua gekommen sein soll.

Die Geschichten um all diese verschiedenen Steinfiguren finden wir ziemlich spannend vor allem,  weil es immer mehrere Theorien und Vermutungen gibt. Vom Landesinneren sind wir innerhalb von 15 Minuten an der Westküste der Insel. Zunächst fahren wir auf den Berg Orongo. Von dort bewundern wir den Blick über die Insel und in den Krater.

Dann betreten wir das Zeremoniendorf Orongo. Dies zeremonielle Stätte besteht aus 53 kleinen rekonstruierten Steinhäusern mit elliptischen Grundrissen. Nur in ein Haus kann man hineinschauen. Dieses große Areal wurde nur einmal im Jahr genutzt, zur Austragung des Wettstreites verschiedener Stämme um den „Vogelmann“ den „Makemake“zu stellen. Er war der oberste Gott, der Schöpfer von Himmel und Erde. Er bestimmte über Leben und Tod, belohnt das Gute und bestraft das Böse, ist der oberste Priester. Zum Vogelmann wurde man für ein Jahr ernannt, ging für ein Jahr zur Meditation an einen einsamen Ort. Wir besuchen den Ort am nächsten Tag erneut, weil er uns so gut gefallen hat.

Es gibt Höhlen auf der Insel, die früher bewohnt waren, manche sollen Ausgänge zum Meer haben. Als wir bei den Höhlen ankommen staunen wir nicht schlecht über den schmalen steilen Zugang. Birger verzichtet, er mag die Enge nicht, ich bin nicht so der geborene Kletterer. Also geniessen wir den Ausblick von der Klippe und gehen  den schönen Weg entlang zurück zum Auto.

Am letztenTag versuchen wir es noch einmal mit dem „ultimativen“ Sonnenaufgang. Wir haben etwas mehr Glück, trotz wieder bewölktem Himmel.

Anschliessen geben wir unseren Mietwagen ab und erkunden nun nochmal den kleinen Ort zu Fuss.

Wir sehen uns die Steinfiguren an die fussläufig entlang der Küste stehen, machen noch ein paar Fotos von unserer Unterkunft, und faulenzen den Rest des Tag. Abends sind wir mit Julian und Oskar um Abschieds-Dinner verabredet. Wir finden wieder mal ein sehr schönes Restaurant direkt am Meer, mit Sonnenuntergang, Pisco Sour, gutem Essen und einem schönen Feuer zur späteren Stunde. Einen schönen letzter Abend auf der Insel verbringen wir mit den beiden und ihr Repertoire an Erlebnisse scheint unendlich zu sein, gleichzeitig sind sie auch sehr interessiert an unsere Reise und stellen viele Fragen.

Nach fünf Nächten und sechs Tagen verlassen wir die Osterinsel am nächsten Morgen. Wir haben uns sehr wohl gefühlt, hatten tolle Erlebnisse, haben wieder spannende Menschen getroffen.

Pünktlich landen wir am Abend in Santiago am Flughafen und bis das Gepäck da ist dauert es noch eine gute Stunde. Da es schon Dunkel wird, beschliessen wir die Nacht im Wohnmobil auf dem Parkplatz zu verbringen. Wir fahren nicht so gerne im Dunkeln und wissen auch nicht ob die Campingplatz um Santiago herum abends noch geöffnet sind. Also essen wir im Flughafen zu Abend und verbringen eine etwas unruhige Nacht auf dem sehr gut beleuchteten und sehr verkehrsgünstig gelegenen Flughafenparkplatz. Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg in eine Autowerkstatt. Dank unserem Helfer „ioverlander“ finden wir eine Werkstatt um unsere Bremsbeläge, Ölfilter und Öl und auch den Dieselfilter wechseln zu lassen. Mario der Besitzer  und sein Kollege Raul sind super freundlich, haben Spaß an unserem Auto, an uns  und helfen gerne. Als wir ankommen sind wir die einzigen Kunden. Dies ändert sich schnell, Reifen werden gewechselt, Öl getauscht und jeder Kunde nimmt sich Zeit mit uns zu reden. Also mit mir. Ich versuche soviel an Spanisch von den netten Menschen zu lernen wie möglich und Birger spricht wie immer mit Händen und Füssen. Wir haben auf jeden Fall alle Sympathiepunkte auf unserer Seite. Nach insgesamt drei Stunden guter Arbeit, toller Unterhaltung und nur um 80 Euro erleichtert (inclusive 5 Liter neuem Öl) verlassen wir die Werkstatt.

Es ist erst Vormittag und wir beschliessen heute noch nach Argentinien rüber zu fahren. Auch weil wir aufgrund unserer Reise auf die Osterinsel keine Lebensmittel im Auto haben und so ohne „Lügen“ über die Grenze fahren können. Der Paso los Libertadores der die beiden Länder verbindet  ist wunderschön und wir geniessen die Fahrt durch die Berge und die tolle Landschaft.

In ca zwei Wochen werden wir wieder in Chile einreisen. Wir haben ja eine Verabredung mit Helmut und Ilona in San Pedro de Atacama!

Fazit: Diese drei Wochen waren geprägt durch tolle Begegnung mit anderen Reisenden. Entspannte Tage, zusammensitzen, erzählen, diskutieren, lachen, sich besser kennenlernen und auch mal ernst und traurig sein. Dann war die Osterinsel ein Wunschziel von uns auf dieser Reise. Eine Insel weit ab von allem, mit  einzigartigen Steinfiguren und mit vielen verschiedenen Theorien, über Besiedlung der Insel, ihrer tatsächlichen Ureinwohnern, wo kamen sie her und Entstehung der Maoi und die Geheimnisse darum, wie wurden sie transportiert und aufgestellt. Ein einmaliges Erlebnis, aber die Wahrscheinlichkeit, dass wir  diese Insel, in der Mitte von nichts, am Ende der Welt, umgeben von Nichts ausser Wasser,  noch einmal wiedersehen werden ist wohl sehr gering. Schöne Osterinsel!

 

 

Dieser Beitrag gehört zu Chile 2018, Reiseberichte, Südamerika

One thought on “Chile -die Mitte- und die Osterinsel

  • Edwin 9. April 2018 at 18:02

    He, ihr zwei Hübschen,
    ich hatte eben mal Zeit, euren tollen Reisebericht über die Osterinseln zu lesen……toll gemacht, sehr informativ, schöne Fotos…..hat Spaß gemacht….da werden wir wohl nicht mehr hinkommen….
    Alles Gute für die Weiterreise.
    Edwin

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