Costa Rica Teil 1: Pazifikküste

von Christiane
Costa Rica Teil 1:  Pazifiküste vom 23.07.2016 – 5.08.2016

 Costa Rica (übersetzt „reiche Küste“) liegt in Zentralamerika, im Norden grenzt Costa Rica  an Nicaragua im Süden an Panama. Im Osten ist er durch die Karibik und im Westen durch den Pazifik begrenzt. Auf einer Fläche von 51.000 qkm leben 4,8 Mio Menschen. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern der Region gibt es im Land seit den 1950er Jahren eine stabile Demokratie und blieb durch frühzeitige sozialpolitische Maßnahmen  von der in Lateinamerika des 20. Jahrhunderts weit verbreiteten Problematik der sozialen Unruhen, Bürgerkriege und Diktaturen verschont. Angesichts damaliger bewaffneter Konflikte in benachbarten Ländern erklärte es 1983 seine „dauerhafte und aktive unbewaffnete Neutraliät“ und wird auch als „dieSchweiz Zentralamerikas“ bezeichnet. In den letzten 40 Jahren wurde viel Geld in  Bildungs- und Gesundheitsprogrammen investiert. Costa Rica ist recht fortschrittlich, das Land gewinnt mehr als 90 % seines Energiebedarfs aus regenerativen Quellen  und der Ökotourismus wird stark gefördert. Rund 27 % der Landesfläche stehen unter Naturschutz.  Es gibt mehr als 160 Schutzgebiete wie biologische Reservate, Nationalparks und Naturschutzgebiete. Es gibt 26 Nationalparks über das Land verstreut mit ganz unterschiedlichen charakteristischen Merkmalen.Die Bevölkerung setzt sich aus 94 % Mestizen („Mischlingen“) und Weißen, 3 % Afroamerikanern, 1 % Indios, 1 % Chinesen  und 1 % Sonstigen zusammen. Umgangssprachlich werden die Einwohner Ticos und Ticas genannt. Unter den Costa-Ricanern mit afrikanischer Abstammung sind viele Nachkommen eingewanderter Arbeiter von den westindischen Inseln, die daher zumeist ein englisches Kreol sprechen. Costa Rica hat den geringsten Anteil rein indigener   Bevölkerung unter den mittelamerikanischen Staaten. Etwa 60 % der Costa-Ricaner leben in Städten. Zwei Drittel der Einwohner des Landes leben im klimatisch begünstigten Hochland. Mindestens 25 % der Einwohner sind unter 25 Jahre alt. Die Arbeitslosenquote beträgt offiziell ca. 8 %, liegt bei Jugendlichen jedoch weitaus höher. Viele Kinder und Jugendliche der Armenviertel in San José sind in kriminellen Straßenbanden organisiert (sog. chapulines, „Kapuzenträger“). Raub und Drogenhandel spielen eine große Rolle. Die Bevölkerung ist überwiegend  christiich, ca. 62% gehören der römisch katholischen Kirche an und ca 21 % der protestantischen Kirche, daneben gibt es noch andere Glaubensgemeinschaften wie die Zeugen Jehovas oder die Mormonen.) Das Land hat ein hohes Bildungsniveau, die Analphabetenquote ist mit 4,2 Prozent nach Kuba (mit 3 %) die zweitniedrigste Mittelamerikas und eine der niedrigsten in Lateinamerika und sowohl in den Industrie- und Entwicklungsländern. Es gilt eine sechsjährige Schulpflicht. Größte Wirtschaftsfaktoren sind der Tourismus, die Landwirtschaft ( zweit größter Bananenexporteur und größter Ananasexportuer der Welt),  die Firmen Dole, del Monte und Chiquita sind hier ansässig,  und die Technik-Industrie ( Chip-Herstellung).

Grenzübergang: Nicaragua – Costa Rica: Ausreise Nicaragua: Schon um 7.30 Uhr sind wir an der Grenze auf der nicaraguanischen Seite. Dank der guten Beschreibung von Gerhard fühlen wir uns gut gerüstet. Wir fahren wieder an vielen LKWs vorbei bis zu Eingangsschranke, dort werden wir von zwei Beamten empfangen, die uns direkt zur Seite winken. Erst einmal wollen sie beide das Womo von Innen besichtigen und dann ganz genau unsere Pässe studieren. Dann verabschieden sie uns freundlich und schicken uns zur Immigracion. Diese liegt in einem großem Gebäude, vor diesem ist ein großer quadratischer Platz mit vielen Ständen und vielen Leuten. Hier parken wir unser Auto und gehen in die ganze rechte Tür hinein und in die zweite „Halle“. Dort zahlen wir zunächst 1U$ pro Person Municipal Tax, dann stellen wir uns am Ausreiseschalter. Ganz schnell werden die Ausweise durch den Computer gezogen und wir zahlen pro Person einen Gebühr von 2 U$. Nun gehen wir zurück zum Auto und es beginnt, das von Gerhard sehr schön beschriebene Spiel „Sammel die Unterschriften für die Ausreise deines Autos! Drei gewinnt!“ Zunächst suchen wir auf dem Platz vor dem Gebäude einen Mann mit einem hellblauen Poloshirt  mit den Buchstaben DGA und einem Klemmbrett unter dem Arm. Wir bitten ihn zum Auto, er besichtigt es auch von Innen und  füllt dann ein Formular halb aus, stempelt und unterschreibt es. Unsere Aufgabe ist es die fehlende Daten auf dem Papier zu ergänzen und dann einen Polizisten zu finden ( an  einem kleinen offenen Holzstand auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes). Zwei der Polizisten kommen zum Auto und lassen sich sogar unsere Heckgarage öffnen, dann betreten sie das Auto und entdecken eine Bodenklappe und lasse sich diese auch öffnen. Mit einem Polizisten gehe ich zum dem Holzsstand und bekomme dort von einer höherrangigen Polizistin Unterschrift Nummer zwei und auch einen Stempel. Der andere Polizist leiert Birger noch ein Bier aus dem Kreuz bevor er das Auto verlässt. Nun brauchen wir nur noch die dritte Unterschrift, wir werden zu einem Schalterfenster geschickt ( wieder in das Gebäude der Ausreise gehen und am anderen Ende verlassen und durch die erste Tür auf der linken Seite wieder betreten, 1. Fenster linke Seite ,) dort erklärt die Dame uns als wir dran kommen, sie kann uns nicht helfen, wir müssen auf ihre Kollegin warten. Nach dem wir ca 20 Minuten gewartet haben schickt uns die Dame in das Nebengebäude zu einem Schalter . Wir stellen uns an und werden dann nach ca 5 Minuten von einem anderen Beamten „aufgegabelt“ der alle Wartenden, die ein Auto aus Nicaragua ausführen wollen bittet ihm zu folgen.  Nach weiteren fünf Minuten bekommen wir unsere fehlende dritte Unterschrift auf unser Formular, einen weiteren Stempel und der Beamte behält die TIP ( Temporärer Immigration Permitt) für das Auto! Spiel Gewonnen! Wir fahren vom Platz weg und halten uns rechts, dort geben wir das hart erkämpfte Formular mit den drei Unterschriften ab.  Als nächstes kommt eine weitere Beamten und prüft in Ruhe die vielen schönen Stempel in unserem Pass, bewundert auch das Womo von Innen und dann dürfen wir Nicaragua verlassen.  Wir empfanden es sehr unorganisiert und man musste sich selber die Leute suchen, von denen man die Unterschriften brauchte. Einreise Costa Rica: Nach dem Schlagbaum führt die Strasse zunächst nach rechts  und man erreicht eine Art kleine Kreuzung auf einem Schotterplatz, den verlässt man sofort nach links und gelangt auf eine gepflasterte Strasse. Hier staut es sich, viele LKWs und wir rangieren ziemlich um aneinander vorbei zu kommen.  Nach ca 400 Metern biegt man leicht rechts ab und reicht schon die Einreisezone von Costa Rica. Wir stellen das Auto sofort rechts ab, weil viel Trubel ist und viele Leute rumlaufen. Wir gehen die Straße ca 50 m entlang und stellen uns in die lange, lange, lange Schlange an für die Einreise am Gebäude „Equpaje“.  Dies heisst zwar Gepäckaufgabe, hier ist aber die Immigrationsbehörde. Zwischendurch gehe ich zum Beginn der Schlange, dort steht ein Beamter und hängt den Wartenden das Einreiseformular aus. Ich bekomme zwei Formulare und wir nutzen die Wartezeit und füllen es aus.  Nach ca 1,5 Stunden Wartezeit stehen wir vor dem Beamten am Schalter und lesen den Hinweis über Art 42: „Alle Touristen, die mit einem Touristenvisa einreisen, müssen ein Dokument vorlegen, dass zeigt mit welchem Transportmittel sie wieder aus Costa Rica ausreisen.“ Wir hatten dies gestern schon bei den Beschreibungen der Grenzübertritte auf ioverlander gelesen und überlegt, ob dies auch für uns gilt und was wir wohl vorzeigen könnten.  Wir  haben uns dann entschieden ein 100% stornierbares Hotel in Panama City zu buchen und haben eine Seite mit verschiedenen  Verschiffungsfirmen auf Deutsch aus dem Internet ausgedruckt. Der Beamte fragt auch direkt nach einem Dokument für die Ausreise, wir erklären ihm, dass wir mit einem Wohnmobil reisen und über Panama nach Kolumbien ausreisen wollen, und unsere Reise erst in  Argentinien enden soll.  Dann zeigen wir ihm nur den deutschen Ausdruck der Verschiffungsfirmen. Es genügt ihm und wir bekommen das Touristenvisa für 90 Tage.  Nun geht es weiter zur Aduana Nummer 1, diese liegt in einer kleinen Hütte direkt gegenüber der Immigration. Am Schalterfenster  geben wir die üblichen Kopien ab ( Reisepässe von allen Fahrern, Führerschein von allen Fahrern des Fahrzeuges, Zulassungsschein) und  bekommen zwei Formulare zum Ausfüllen ausgehändigt und die Aufgabe die Seite mit dem  Einreisestempel aus unseren Reisepässen zu kopieren. Dazu gehen wir zum Stand vom Tic Mexiko Busstickets und bekommen schnell die Kopien, dann füllen wir die Formulare aus und gehen zurück zur Aduana „Nummer1“ ein Art Zweigstelle. Der Beamte stempelt und unterschreibt die Formulare und heftet  diese, mit alle Kopien und einem kleinen Zettel, nennen wir ihn Kupon, zusammen und händigt uns alles aus.   Er fragt noch ob wir das Auto dabei haben, will es aber nicht sehen. Er erklärt uns nun den Weg zur Aduana Nummer zwei (wohl die Hauptstelle). Wir fahren nun mit dem Womo an der Immigration und der Aduana Nummer 1 vorbei ca 300 Meter, bis die Strasse eine lings Kurve macht, genau an der Kurve ist rechte Hand ein großer Parkplatz mit vielen LKWs. Hier fahren wir drauf und sehen dann auf der linken Seite einige LKW-Ladungsrampen, am Ende der Rampe parken wir und gehen erst zum Schalterfenster der Autoversicherung. Dort bekommen wir recht schnell  die verpflichtende Autoversicherung für 90 Tage und zahlen 35 U$.  Die Versicherung gilt immer für 90 Tage ein kürzerer  Zeitraum ist nicht möglich.   Direkt neben der Versicherung ist das Büro der Aduana  ( Nummer 2). Dort geben wir alle Papiere, die wir an der ersten Aduana bekommen haben und die Versicherungsunterlagen ab. Nach ca 20 Minuten halten wir dann unser TIP für  Costa Rica und den kleinen Kupon in den Händen.  Diese Aduana Nummer zwei macht übrigens Mittagspause von 12.00 Uhr bis 12.45 Uhr…… Wahrscheinlich auch die Aduana Nummer 1.  Um 11.50  Uhr verlassen wir die Grenze. Am Schlagbaum geben wir den kleinen Kupon ab, der Beamte prüft auch  den TIP noch einmal und dann betreten wir den Boden von Costa Rica! Das ganze hat 4,5 Stunden gedauert, wir fanden es etwas chaotisch aufgrund der vielen Leute und waren froh, dass wir vorab eine Beschreibung hatten.

Etwas angenervt aber erleichtert fahren wir nur noch ca 12 km zu unserer ersten Übernachtungsstelle. In der Cabana Canas Castilla werden wir von der Schweizerin Agi freundlich begrüßt. Unter zwei  tollen riesigen Bäumen dürfen wir schattig campieren. Ich sehe mein erstes Faultier auf einem Baum, man erkennt aber nur ein Fellknäuel, könnte auch ein Flokati-Teppich sein.  Es gibt verschiedene kleine Wanderwege auf der Finca und viele Tiere zu sehen. Die Brüllaffen sind nicht zu überhören . Aber erst einmal machen wir einen ausgiebigen Mittagsschlaf. Auf der Cabana herrscht eine entspannte Atmosphäre  und so bleiben wir länger. Am Ende waren es dann vier Nächte.  Wir wandern zwei  der drei Wanderwege auf dem riesigem Gelände entlang und ihren Brüllaffen, sehen Klammeraffen, einige Vögel und geniessen einen tollen Ausblick auf die Landschaft. Es sieht ein wenig aus wie in der Schweiz.

Am Nachmittag lernen wir Hartmut kennen, er ist unterwegs von Argentinien nach Kanada, „wohnt“ seit zwei Jahren in seinem Womo und hat seinen Hauptwohnsitz eigentlich in Norddeutschland. In der selben Stadt hat auch Birger einige Jahre gewohnt. Da gibt es doch viel zu erzählen.  Gemeinsam verbringen wir die nächsten Tag, tauschen viele Reiseerfahrungen aus, lernen uns persönlich besser kennen, spielen einen ganzen Nachmittag einfach nur Skat und geniessen die erholsame Zeit bei Agi und Guido. Am letzten Tag lernen wir noch Fabi und Leo aus Berlin kennen. Die beiden sind auf Hochzeitsreise sechs Monate haben sie Zeit um von Baltimor nach Argentien zu reisen in ihrem  Van.  Dann heisst es doch Abschied nehmen. Wir machen uns auf nun Costa Rica zu erkunden, Hartmut fährt Richtung El Salvador. Wir wünschen dir eine gute und sichere Reise! Die Pazifikküste ist unser Ziel und wir hoffen einen schönen Platz zu finden, an dem wir länger das Strandleben geniessen können. Der Coco Campingplatz an der Playa Samara ist unsere erste Wahl. Wir wissen, die Einfahrt ist etwas eng, aber wir wollen es halt mal versuchen, zumal unsere Reisefreunde Denise und Marcel hier letztes Jahr viele Tage verbracht haben. Die Einfahrt ist wirklich schmal aber wir kommen ohne großes rangieren hinein. Unterstützt werden wir dabei vom Portugiesen David und seiner Frau Mariella, die auch gerade dabei sind mit ihrem Bürstner Wohnmobil auf den Platz zu fahren. Auf dem Platz selber ist das Rangieren schwierigerer, weil so viele Kokosnusspalmen auf dem Platz stehen und auch eher im Weg rum stehen. Aber wir finden ein Plätzchen und sind erst einmal ganz zufrieden.

Mit den beiden Portugiesen gehen wir dann erst einmal am Strand ein Bier trinken, die beiden sind schon viel gereist, waren in Japan und China etc mit ihrem Wohnmobil und haben viel zu erzählen. David ist ein Sprachtalent und spricht 6 Sprachen, darunter auch perfekt Spanisch. Er teilt uns mit, der Besitzer vom CP lässt uns wissen, wir sollten evtl umparken, weil die Bäume unter denen wir stehen, so viele Nüsse tragen. Später schauen wir uns das ganze dann genauer an, und stellen fest, alle Palmen hängen voll Kokosnüsse und die Palmen sind alle bestimmt 30 Meter hoch….. !  Wir entscheiden uns nicht um zuparken, weil die Nüsse über uns sehr grün sind, und am anderen Platz viele gelbe Nüsse zu sehen sind, also reifere Kokosnüsse. Zum  Glück, denn wenig später fällt eine Nuss direkt auf den Platz wo wir hätten hin um parken sollen. Trotzdem sind wir etwas unruhig. Wenn eine Kokosnuss auf unser Autodach  bzw unsere Dachfenster fällt , auf die Windschutzscheibe oder gar auf die Solaranlage haben wir ein echtes Problem. Ersatz gibt es nur in Deutschland und der Weg ist lang….! Trotz des netten Strandes und der netten Restaurants um uns herum entscheiden wir uns am nächsten Morgen den Platz zu verlassen. Schade, wir wären gerne länger geblieben und hätte gerne mehr Zeit mit David und Mariella verbracht. Unser Weg soll uns zu einem anderen CP am Meer führen, die Strasse ist geteert und wir kommen gut voran, dann 60 km vor dem Ziel ist kein Asphalt mehr zu sehen nur noch Schotter. Wir überlegen und sind dann doch feige, wir drehen um, 60 km Schotter nur um am Meer zu stehen sind uns zu viel Beanspruchung für unser Womo. Also muss Plan B her. Wir verziehen uns ins Inland etwas in die Höhe. Auf einer Touristen Ranch finden wir einen netten Platz, wir sind die einzigen Gäste und die Nacht ist angenehm kühl und es lässt sich gut schlafen.  Weiter geht es ins Inland zum Lago de Arenal, kurz bevor wir den See erreichen, staunen wir nicht schlecht, an einer Tankstelle steht ein deutsche Bratwurstbude. Klar, halten wir und geniessen freudestrahlend unsere erste Pommes mit Currywurst in Zentralamerika. Die beiden Eigentümer kommen aus Schwaben, ihr Vater ist Metzger und stellt alles selber her. Ja, so schmeckt es auch, richtig lecker.

Glücklich und satt fahren wir noch einige Kilometer und erreichen die Vulcano Brauerei, hier braut ein Amerikaner eigens Bier, hat ein nettes Hotel mit Seeblick aufgebaut und wir dürfen als Camper auf seinem Parkplatz übernachten, den Pool und Internet nutzen. Nach der Currywurst ist das selbstgebraute Bier eine gute Ergänzung und wir genießen den Blick auf den See und nutzen das Internet zum Skypen.

Am nächsten Tag fahren wir weiter um den See herum, leider spielt das Wetter nicht so mit. Es ist regnerisch und bewölkt, Tiere lassen sich auch keine Blicken, die sollte man hier nämlich auf jeden Fall bei der Fahrt um den See entdecken könne, so unser Reiseführer.

Wir fahren in den Ort Fortuna und wollen das schlechte Wetter nutzen einen unserer Hinterreifen flicken zu lassen, da er langsam aber stetig Luft verliert. Der gute Mann an einer Tankstelle nennt uns auch direkt eine Werkstatt, die auch innerhalb von 30 Minuten, den Reifen abmontiert, repariert und wieder aufmontiert. Das ganze für 4 Euro.  Wir beschliessen das schlechte Wetter auszusitzen und  mal wieder bei Schweizern zu campen, auf dem Parkplatz vom Hotel Herores. Ganz kostenlos, dürfen wir übernachten, den Pool, Aussendusche, Toiletten und Wifi nutzen.

Abends gehen wir ins Restaurant essen, Wiener Schnitzel mit Rösti. Die Besitzerin macht Abends ihre Runde durchs Restaurant, geht von Tisch zu Tisch und begrüsst ihre Gäste persönlich. Sie erzählt uns die Geschichte des Hotels und ihrer Familie und bietet uns dann kostenlos ein Hotelzimmer an. Wir sind erstaunt, begeistert von so viel  Gastfreundschaft  und lehnen ganz deutsch, dankend ab. Am nächsten Tag feiern wir Birgers Geburtstag, das Wetter spielt mit, der Himmel über dem See ist blau.

Wir besuchen den „Hängebrücken Garten“. Ein schöner Weg führt über viele Brücken, darunter sieben Hängebrücken unterschiedlicher Länge und Höhe durch einen riesigen Garten. Viele Tiere soll man hier sehen können.  Wir sehen eine kleine Schlange, einen giftigen Frosch, der leider nicht aufs Foto will und sich unter einem Blatt versteckt, und einen Nasenbären. Die Wege über die Brücken machen Spaß, der Blick über die Landschaft ist super schön. Ein schöner Geburtstagsausflug.

Der See gefällt uns so gut, dass wir beschliessen noch eine Nacht zu bleiben. Am nächsten Tag ist der Weg dafür etwas länger. Erst besuchen wir die „Puente de las iguanas“  also die Brücke der Leguane. Hier liegen rechts und links von einer erhöhten Autobrücke, die über einen Fluss  führt in den Bäumen Leguane. Verschieden Größen und Farben und sehr viele, wir schätzen wir sehen so 50-70 Tiere.

Weiter geht es zum Vulcan Poas, der Weg durch die Berge ist wunderschön, viel Natur, tolle Pflanzen und schöne Aussichten begleiten uns auf der kurvigen Passstrasse.

Es ist recht neblig und wir überlegen, die ganze Zeit ob wir tatsächlich auf den Vulkan fahren sollen, denn der Eintritt ist recht hoch, und wenn man den Krater wegen Nebel nicht  sehen kann, wäre es zu schade.  Immer wieder gibt es blaue Stellen am Himmel und wir  versuchen unser Glück. Am Eingang zum Park, sagt der netter Ranger der Blick ist gerade super frei, vor 20 Minuten war noch alles voll Nebel. Also nichts wie los. Wir parken unser Auto auf dem Parkplatz, ich steige aus und höre ein Geräusch… unser Hinterreifen verliert Luft und zwar ziemlich schnell. Bevor wir uns darum weiter kümmern laufen wir erst zum Vulkankrater, wegen der tollen Sicht. Tatsächlich! Es sieht sehr schön aus. Leider sind Bauarbeiten im Park und die sonst geöffneten Wanderwege zur Lagune und auch um den Krater herum sind alle gesperrt… Sehr Schade, also bleibt uns nur den Krater zu bewundern und dann zum Auto zurück zu gehen.

Arbeit wartet, vor allem für Birger.  Das Auto hoch zu bocken ist recht anstrengend, viele Leute gucken mal kurz zu, ein netter Spanier bietet Hilfe an, die wir gerne annehmen, denn 4 Tonnen hoch zu bocken ist erfordern doch viel Kraft. Nach 30 Minuten hat Birger dann den Reifen gewechselt, leider hat der Ersatzreifen nicht soviel Luft. Aber die Tankstelle im nächsten Ort verkauft zwar kein Benzin, aber es gibt zumindest Luft für den Reifen. Bis zum Restaurant Dona Julia ist es nicht weit, dort wollen wir die Nacht verbringen. Ganz herzlich werden wir empfangen, aufgefordert so lange zu bleiben wie wir Lust haben, hinstellen sollen wir wo es uns gefällt. Wir fühlen uns sehr Willkommen.

Am Platz sind auch Christian und seine Freundin aus Kalifornien, mit den beiden haben wir die Grenze von Nicaragua nach Costa Rica überquert. Im Restaurant gibt es wirklich tolles Essen und so klingt der Tag entspannt aus. Als am Abend der Sohn des Hauses an unser Womo klopft und mir meine Kreditkarte wieder gibt, die ich beim Bezahlen liegen gelassen hatte, stockt mir kurz der Atmen und dann bin ich nur froh, dass wir sie wieder haben….. Vermisst, hatte ich sie noch nicht…!  Vom Hochland geht es nun  wieder Richtung Pazifikküste. Zuerst ein Stück in die Berge in den Ort Sarchi. Hier werden die traditionellen Karren bemalt. Wir brauchen etwas länger für den Weg, da unser Navi uns durch kleine Feldwege führen will, ist eben der kürzeste Weg, wir aber mit der Wegführung nicht einverstanden sind und nun doch selber suchen müssen. Dann versperren noch zwei LKWs die Strasse und mit uns als drittes Fahrzeug geht nun nix mehr. Also übe ich mich in meinem Nebenjob als Verkehrspolizistin, steige mal wieder aus und dirigiere die anderen Autos so, dass alle an allen vorbei kommen. In Sarchi müssen wir feststellen, dass Feiertage ist,Maria Empfängis, und tatsächlich viele Geschäfte zu haben. So können wir nur einige wenige handbemalte Karren bewundern.

Weiter gehts, der Ozean wartet. Aber an einer Brücke müssen wir noch unbedingt halten. Ich habe das Gefühl ich war schon einmal hier, weil Birger mir so oft von der Brücke erzählt hat,  die er vor ca 25 Jahren schon einmal besucht hat. Also es geht weniger um die Brücke an sich,  mehr um ihre  zahlreichen gefrässigen „Untermieter“.

Die uns erwartenden Touristenorte an der Küste gefallen uns nicht sehr gut und so fahren wir weiter als geplant. Unterwegs halten wir bei einigen Maklerbüros an und versuchen ein kleines Haus oder Appartement am Meer für zwei Wochen zu mieten. Das ist eigentlich auch kein Problem, bräuchten wir nicht auch einen sicheren Parkplatz für unser Womo. Auch scheitern zwei Objekte an der zu steilen und zu schottrigen Zufahrt. Bei vielen Objekten wird ein 4×4 empfohlen. Wir werden weiter suchen, vielleicht ergibt sich ja etwas. Wir haben Lust länger im Land zu bleiben und würden gerne in Ruhe die Verschiffung nach Kolumbien organisieren und etwas faul sein…. Mal wieder sind Schweizer für die nächste Nacht unsere Gastgeber, bei Inka und Jörg an der Playa Banderas verbringen wir eine Nacht. Die beiden haben sich eine kleine Oase aufgebaut, sind sehr gastfreundlich und gemeinsam verbringen wir einen netten Abend miteinander. Die beiden haben viel erlebt, Jörg hat schon viel von der Welt gesehen und kann gut erzählen. Am nächsten Tag haben wir es nicht so weit zum Manuel Antonia National Park. Einige haben uns gewarnt vor den Einbrüchen in parkende Autos, während man selber den Park besucht. Wir entscheiden uns beim Backpacker Beach Hostel zu parken und dort auch die Nacht zu verbringen. Von dort laufen wir nur 10 Minuten in den Nationalpark und das Auto steht sicher. Der Nationalpark ist ein touristischer Höhepunkt Costa Ricas, angeblich dürfen zum Schutz der vielen Tiere nur 800 Leute am Tag den Park besuchen.  Auf jeden Fall ist viel los, aber davon scheinen sich die Tiere nicht abschrecken zu lassen. Wir sehen als erstes ein kleines Faultier in einem Baum schlafen….  Was sonst? Es sieht aus wie ein Flokati-Teppich. Ich würde ja zu gerne mal ein Faultier beim Klettern sehen! Aber dies ist wohl eher eine Seltenheit.  Es gibt viele verschiedene Wanderwege durch den Park und schöne Strände. Die Strände sind recht überlaufen und so  entscheiden wir uns für die Wanderwege und laufen über drei Stunden durch den Park. Unterwegs begegnen uns ganz viele Kapuziner Affen, an verschiedenen Stellen im Park, Waschbären, Brüllaffen, Leguane und  verschiedene Vögel.

Am Ende sehen wir noch ein wirkliches Highlight, ein Faultier, dass sich auf dem Baum bewegt, es klettert den selben Ast immer wieder rauf und runter. Wir beobachten das Tier bestimmt 20 Minuten, bis unser Nacken weh tut vom „Nachobenstarren“!

Nach dem anstrengend wandern durch den Park bei 33 Grad und sehr hoher Luftfeuchtigkeit belohnen wir uns mit einer leckeren Pizza in einem netten Restaurant. Auf dem Rückweg zum Womo sehen wir dann erneut Kapuziner Affen und sogar einen Tucan. Costa Rica hat wirklich ein tolle Tierwelt  zu bieten!  Weiter geht es für uns auf die  Osa- Halbinsel nach Puerto Jimenez.  Der Weg ist das Ziel, schöne Landschaft und toller Meerblick wohin auch das Auge blickt. Die ersten Aras fliegen über uns hinweg. Unser Übernachtungsplatz sieht auf den ersten Blick nicht so einladend aus. Eine große Wiese, mit hohem Gras, ein Kanuverleih am Eingang. Adonis der Eigentümer ist super nett empfängt uns sehr herzlich und sprich sogar ein bisschen deutsch, dass er direkt an uns ausprobieren will.  Über uns in den Bäumen sitzen Brüllaffen und auf dem Grundstück gibt es eine kleinen Tümpel mit zwei Krokodilen, zwei Kaimanen und jeder Menge Vögel. Wie ein kleiner Zoo.  Zum kleinen Strand sind es nur einige Meter über eine sandige Strasse. Wir verbringen den restlichen Nachmittag entspannt am kleinen Strand.

Das Restaurant gegenüber von Adonis „Campingplatz“ hat gutes Essen und gute Musik. Am nächsten Morgen werden wir vom Geheul der Brüllaffen und dem Krächzen der Ara Papageien geweckt…! Super!

Mit dem Fotoapparat bewaffnet laufen wir den ganzen Morgen von Baum zu Baum und zum Tümpel  auf Adonis Grundstück um Bilder von den tollen Tieren hier zu schiessen.  Den Ort Puerto Jimenez selber finden wir  nicht sehr attraktiv, so dass wir Adonis verlassen und uns auf den Weg ins Landesinnere machen mit dem Ziel Karibikküste. Aber ihr wisst ja manchmal kommt es anders als man denkt.

Fazit: Costa Rica ist ein wirklich sehr schönes Land. Im Vergleich zu den anderen Ländern in Zentralamerika durch die wir bis jetzt gefahren sind, gibt es hier ganz viele Tiere zu sehen und vor allem auch zu hören. Das ist genau unser Ding.  An den Stränden kann man schön spazierengehen, die Orte haben eine touristische Infrastruktur und es ist zur Abwechslung auch mal schön nicht überall der einzige Tourist zu sein.  Die Menschen sind freundlich und man kommt auch mit Englisch überall ganz gut klar. Trotz der Regenzeit hatten wir wirklich gutes Wetter, der Regen kam erst am späten Nachmittag oder Abend, der Nebel verzog sich schnell über Tag. Ja, gut die Luftfeuchtigkeit ist etwas sehr hoch, dafür blüht und grünt hier auch alles !

 

 

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One thought on “Costa Rica Teil 1: Pazifikküste

  • Michael+Bärbel 28. August 2016 at 19:46

    Ha wieder die erste!!!!! Was für beeindruckende Bilder ein wahrer Zoo. Das Du die Krokodil-Brücke überlebt hast finde ich super ( grins, danke Birger ) Weiter gute fahrt bussi Bärbel

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