Die Nationalparkroute Teil 2

von Christiane
Die Nationalparkroute Teil 2: Capitol Reef, Canyonland, Arche NP, Mesa Verde, Monument Valley, Canyon de Chelly, Grand Canyon South vom 10.10.2014-28.10.2014

 Utah: (auch genannt: Mormon State) Der Bundesstaat Utah erstreckt sich über eine Fläche von 212.000 qkm und hat ca. 2,3 Mio Einwohner. Die Hauptstadt ist Salt Lake City. Berühmt für: Mormonen, rote Felsen der Canyons,

 Arizona: (auch genannt: Grand Canyon  State) Der Bundesstaat Arizona erstreckt sich über eine Fläche von 296.000 qkm und hat ca. 6,0 Mio Einwohner. Die Hauptstadt ist Phönix. Berühmt für: Saguaro-Kakteen, Grand Canyon,

 

 Colorado: (auch genannt: Centennial State) Der Bundesstaat Colorado erstreckt sich über eine Fläche von 270.000 qkm und hat ca. 4,7 Mio Einwohner. Die Hauptstadt ist Denver. Berühmt für: Privatbrauereien

Vom Bryce NP machen wir uns auf den Weg zum Capitol Reef. Auf dem Weg besuchen wir noch das Goblin Valley. Die Steinformationen sehen alle so aus wie kleine Kobolde und man braucht nicht viel Phantasie um in den übereinander stehenden Steinen, verschiedene Figuren aus Film, Funk und Fernsehen zu erkennen. Wir laufen begeistert durch diese Steingebilde und erzählen uns gegenseitig was wir sehen. Manchmal sehen wir auch unterschiedliche  Figuren in der selben Steinformation  -;).  Dies ist wohl so eine Männlein Weiblein Geschichte.

Ein kleiner Abstecher über den Burrel Trail führt uns in einen wirklich wunderschönen Canyon. Leider geht die asphaltierte  Strasse bald in eine Schotterpiste über und wir drehen um.

Auf dem Weg kommt uns ein Womo mit einem deutschen Kennzeichen entgegen. Klar, dass wir mitten auf der Strasse anhalten und erst einmal ein Quätschen halten. Wir übernachten kurz vor dem Capitol Reef in Torrey auf einem CP und geniessen einen romantischen  Sonnenuntergang direkt mit Blick auf die tollen Felsen.

Nachts wird es etwas stürmisch und es schaukelt uns ziemlich durch. Aus diesem Grund lassen wir es am nächsten Morgen geruhsam angehen. Eine Stichstrasse führt in den Captiol Reef und es gibt verschiedene Aussichtspunkte, leider manche nur über Schotterpiste erreichbar. Mutig fahren wir hinein, drehen aber auch bald wieder um, so mutig sind wir doch nicht, und wir haben nur das eine Auto….. und es werden noch wichtigere Schotterpisten kommen, die wir tatsächlich fahren müssen.

Uns kommt das Wohnmobil mit dem Diepholzer Kennzeichen erneut entgegen, wir versperren mal wieder, ins Gespräch vertieft, die halbe Strasse und wir beschliessen spontan uns auf dem selben CP wieder zutreffen und den Abend gemeinsam zu verbringen.

Aber vorher unternehmen Birger und ich noch eine kleine Wanderung zur Hickman Natural Bridge.

Abends tauschen wir dann Reiseerfahrungen mit Klaus und Margit aus. Die beiden haben schon Südamerika, Kanada, viele Länder Europas und auch die USA  mit dem Wohnmobil bereist und wir löchern die beiden mit Fragen, besonders über Südamerika. Recht spät lädt uns Andrew, ein junger Amerikaner,  mit schottischem Pass, aus Salt Lake City, an sein wirklich schönes Campfire ein und wir versuchen ihn als Gegenleistung ein wenig über seinen Liebeskummer hinweg zu trösten. Seine Freundin hatte ihn gerade verlassen………Klaus und Margit sehen wir bestimmt wieder auf unserer Reise, wahrscheinlich aller spätestens in Mexiko!

Unser nächstes Ziel ist der Canyonland NP, der Island of the Sky  District.  Recht früh morgens fahren wir in den Park hinein und wollen im Death Horse Point State Park auf dem Campground uns einen Platz sichern, da unser Reiseführer sagt, dies sein einer der besten CP in ganz USA. Leider steht schon am Eingang zum State Park ein Schild, das besagt, der CP sei vollbesetzt. Egal, wir fahren trotzdem hinein und erfahren, es seien noch drei Plätze frei. Nichts wie hin zum Visitor Center und einer der freien Plätze gehört für die nächste Nacht uns.  Aber es ist ja noch früh am Tag, wie man so schön bei uns sagt, und wir fahren in den Canyonland NP und bestaunen auf verschiedenen Wanderwegen und kleinen Trails die tolle Aussicht auf den Canyon.  Als wir auf dem Overlook Trail den zweiten Aussichtspunkt erreichen, hören wir von der anderen Seite, ca 300 Meter Luftlinie, jemanden  richtig gut auf einer Flöten spielen. Es ist ein echtes Gänsehautgefühl. Wir sitzen auf dem Felsen geniessen die Aussicht und alle fünf Personen, die gerade mit uns gemeinsam  auf diesem Felsen sitzen sind ganz still und lauschen dem Flötenspieler, den wir  nur hören aber nicht sehen können.  Wir wären noch ewig dort sitzen geblieben, hätte der Flötist noch länger gespielt. Das sind so kleine, aber besondere Erlebnisse, die wir so schnell nicht vergessen werden.

Abends lernt Birger zwei Kanadier aus der Province Quebec kennen und kommt mit ihnen ins Gespräch. Morgens verabschieden sie sich von uns und laden uns zu sich nach Hause ein und geben uns ihre Anschrift, Telefonnummer, email etc. Wir sind mal wieder total überrascht von so viel Freundlichkeit. Vom Death Horse Point State Park geht es erst einmal in das kleine Städtchen Moab, weil unser Kühlschrank und Schränke sind alle leer und zwar richtig leer und wir müssen  Vorräte einkaufen. Moab hat eine gute Infrastruktur und wir finden alles was wir so brauchen. Danach sind wir so „erschöpft“ 😉  dass wir uns einen kleinen einfachen Campground am Fluss suchen, mit schönem Blick. Den Nachmittag verbringen wir faul. Am späten Nachmittag fährt schon wieder ein Fahrzeug mit deutschem Kennzeichen an uns vorbei, das Auto ist uns schon im Canyonland NP aufgefallen. Frederike und Michael aus dem Frankenland sind seit Juni unterwegs und habe auch das Ziel Südamerika. Die beiden waren aber schon mehrmals für längere Zeit in Australien, Neuseeland und Südamerika etc und wir tauschen viele Erfahrungen, Tipps und hilfreiche Internetseiten aus!  Mal sehen wann wir uns wieder über den Weg fahren.

Der Arche NP ist unser nächstes Ziel, auch dort gibt es einen CP direkt im Park, der aber immer voll ist.  Das Visitor Center in Moab  gibt uns sogar die Info wir können den Platz nur vi Internet buchen. Wir lassen uns nicht abschrecken und stehen morgens um 10.00 Uhr auf dem Campground, der auch  hoch gelobt wird in unserem Reiseführer. Und siehe da, der nette host ( der „Gastgeber“ des Campground, von uns auch immer liebevoll  „Horst“ genannt) hat noch ein Plätzchen mit schöner Aussicht für uns. Er verrät uns, er habe immer so zwei freie Plätze, falls mal etwas mit den Reservierungen schief geht, dass er Leute nicht wegschicken muss, die schon bezahlt haben. Mit den Reservierungen scheint an dem Tag alles okay zu sein, so bekommen wir einen seiner „Reserveplätze“.  Der Platz ist umgeben von tollen roten Felsen und wir können direkt vom Platz zu zwei schönen Wanderungen aufbrechen. Nachbarn erzählen uns, dass sie schon im März einen Platz gebucht haben, weil ja dieses Wochenende langes Herbstferienwochenende ist und die Kinder in Utah für vier Tage schulfrei haben. Oh, da hatten wir dann wohl doppeltes Glück mit unserem CP.  Genug vom CP hier ein paar Bilder vom Arche NP:

Arche NP geht es direkt weiter zum Canyonland NP, diesmal die Needles Seite. Was für tolle Ausblicke! Wir fahren eine schöne Schotterstrasse zu Elephant Hill Aussichtspunkt und bewundern einige Geländewagen, die eine  wirklich abenteuerliche Strasse hoch fahren. Sehr beeindruckend und wir sind nicht die einzigen Zuschauer.

Auf einem Aussichtspunkt sehen wir das Wohnmobil von Klaus  und Margit stehen nur die beiden sind nicht da. Sie sind wohl auf einer Wanderung. So verpassen wir uns leider an diesem Tag.

Der nächste Nationalpark auf unserm Weg ist der Mesa Verde NP. In diesem Gebiet lebten zwischen 800 und 1300 nach Christus die Anasazi, ein Indianerstamm. Sie haben ihre Wohnungen  die sog „Cliff Dwellings“ in bzw an die Felsen gebaut und man kann im NP sowohl Ruinen als auch wieder aufgebaute „Häuser“ heute bewundern.

Spontan beschließen wir das schöne Wetter auszunutzen und einen Abstecher in die Berge zu machen. Unser Reiseführer empfiehlt eine schöne Bergstrasse durch kleine Orte, die an schweizerische  Skiorte erinnern, und im Herbst soll die Strecke besondern schön sein aufgrund des farbigen Laubes in den Bäumen.  Die Strasse ist wirklich schön und ein wir bekommen noch das Ende des Herbstes mit. In Ouray verbringen wir den halben Tag in den Hotsprings und geniessen den tollen Bergblick vom warmen Pool aus. Aber wir merken sehr deutlich, dass die Sommersaison beendet ist und die Skisaison, mangels Schnee noch nicht begonnen hat. Unser CP  zB ist eigentlich geschlossen und für wenig Geld läßt er noch einige Campe auf seinem Grundstück stehen. Glück für uns!

Im  Ort Dolores machen wir uns einen weiteren faulen Nachmittag  und bekommen abends unerwarteten Besuch von Paul. Paul macht auf dem selben CP Urlaub und ist durch unser deutsches Autokennzeichen neugierig geworden. Er ist als junger Mann Mitte der fünfziger Jahre über Kanada nach Amerika ausgewandert und hat spannende Geschichten zu erzählen. Heute wohnt er mit seiner Frau an der kalifornischen Küste. Danke Paul für den unterhaltsamen Abend und liebe Grüße an deine Frau Ulla!  Unser nächstes Ziel ist das Natural Bridge Monument. Hier gibt es verschiedene sehr hohe und sehr schön Steinbrücken zu bewundern. Diese Felsformationen sind durch Wasser ausgewaschen worden.

Die Strasse von dort zum Monument Valley ist atemberaubend schön und auch die steile Schotterpassage macht unserem Womo nichts aus. Der Ausblick von oben ins Tal ist wirklich super.

Das Monument Valley liegt auf dem Land der Navajo Indianern und ist vor allem bekannt als Drehort für unsagbar viele Westernfilme. Für Birger ist der Anblick dieser Felsplateaus  der Inbegriff von Amerika und es beeindruckt ihn sehr. Wir stehen auf einem netten CP mit gutem Blick auf die ersten Felsen vom Valley. Durch dieses kann darf man leider mit einem Wohnmobil nicht durchfahren, Aber die Navajos bieten Jeeptouren an. Am nächsten Tag fahren wir dann ins Valley soweit wir dürfen und schauen uns nach einer geführten Tour um. Birger reagiert schnell als er sieht, dass ein anderes Touripärchen gerade dabei ist eine Tour zu buchen. Er rennt los und bevor die beiden  bezahlt haben, hat er den Preis  schon runtergehandelt für eine Tour für vier anstatt zwei Personen. Wir sparen pro Person 20 Dollar und alle sind zufrieden. Unser Tourguide führt uns in die Kultur der Indianer ein und erklärt uns  mit viel Geduld die Namen und die Bedeutung der einzelnen Felsplateaus. Unsere Fragen zu den kulturellen Unterschieden und wie es für ihn und seine Familie, Kinder etc ist in zwei so verschiedenen Welten, wie der indianischen und der amerikanischen,  zu leben beantwortet er sehr offen. Er fährt mit uns auch Wege abseits der offiziellen Strecken und die Tour ist interessant, kurzweilig und bietet wieder ein tolles Panorama.

Diesmal stehe ich früh auf und mache Fotos bei Sonnenaufgang.

Bis zum nächsten Canyon ist die Fahrt nicht so weit und so kommen wir am selben Nachmittag schon im Canyon de Chelly an. Dieser Canyon ist nicht so bekannt, weil er abseits der Hauptstrecke der Touristen liegt. Wir sind am nächsten Tag etwas wanderfaul und bewundern den wirklich sehenswerten Canyon von den verschiedenen Aussichtspunkten aus 😉 und lassen die Wanderschuhe im Auto.

Der Weg zum Grand Canyon ist dann  etwas weit und  ein großer Teil der Strecke ist  auch ziemlich fad. Es gibt laut Reiseführer einen Campingplatz an einem Hotel im Ort Tuba City. Bis dahin sind es über 300km und wir hoffen, dass der CP einigermaßen okay ist, weil der nächste liegt nochmals 50 km weiter in einem ganz kleinen Ort. Tuba City überrascht uns aufgrund seiner Größe, der Ort hat alles zu bieten was man braucht und der Campingplatz hinter einem Hotel ist wirklich okay. Als wir gerade bezahlen, staunen wir nicht schlecht als Margit das Hotel betritt. Die beiden kommen gerade aus Moab und sind noch länger gefahren als wir. Es wird ein netter gemeinsamer Abend. Wir haben das gleiche Ziel und sind uns sicher, dass wir uns im Grand Canyon wieder sehen.

Der Grand Canyon South Rim ist wahnsinnig riesig und  der Rim Trail läuft ganz nah an der sehr beeindruckenden Canyon Kante vorbei. Wir können ganz nah am Abgrund entlang gehen, in Deutschland wäre dies alles mit Zäunen und Sicherheitsabständen doppelt gesichert.  Egal wo man läuft oder steht, die Aussicht ist unbeschreiblich schön. Birger und ich beschliessen uns dann doch einen Wunsch  zu erfüllen und buchen einen Helikopterflug über den Canyon für den nächsten Tag.  Aber zunächst holen wir die Wanderschuhe heraus und wandern am Canyonrand entlang.

Unser Helikopterflug wird leider abgesagt, wegen zu starken Windes, aber wir sind hartnäckig und verschieben den Flug um einen weiteren Tag. Klaus und Margit haben wir auf dem riesigen CP mit über 240 Plätzen in 5 verschiedenen Loops aus den Augen verloren.  Aber  einen Tag später laufen wir uns auf dem Trail über den Weg und verabreden uns zum gemeinsamen Lagerfeuer am Abend. Das Feuer ist auch wirklich notwendig dazu noch warme Klamotten, weil es abends recht kalt wird ( ca 8 Grad). Wir lassen uns nicht abschrecken und als unser Feuer abgebrannt ist, schlafen alle anderen Nachbarn auf dem CP schon ;-). Wir müssen am nächsten Tag früh raus, unser Hubschrauber wartet und diesmal gehts wirklich in die Luft. Mit passender Musik und einigen Erklärungen auf den Kopfhörern geniessen wir den 50 Minuten  Flug. Der Pilot fliegt noch zur Unterhaltung ein paar enge Kurven und wir bekommen unser Grinsen die nächsten Stunden  nicht mehr aus dem Gesicht  😉 Ein tolles Erlebnis.

Nach den tollen, erlebnisreichen Wochen in den Nationalparks freuen wir uns nun auf das totale Kontrastprogramm. Las Vegas! Wir sind ja soooo gespannt was uns erwartet, es ist unser erster Besuch in dieser Metropole. Schön, wenn ihr uns begleiten würdet auf der nächsten Etappe unserer Reise.

 Fazit: Nun sind wir fast fünf Wochen durch die bekanntesten Nationalparks der USA gereist. Es hat uns unbeschreiblich gut gefallen. Die Eindrücke des Gesehenen müssen wir allerdings noch verarbeiten, es waren zu viele Superlativen dabei. Wenn wir uns unsere Bilder anschauen können wir gar nicht glauben, dies alles live und in Farbe gesehen zu haben. Wir haben wieder tolle Menschen getroffen, gute und interessante Gespräche geführt und viel gelernt.

Dieser Beitrag gehört zu Nordamerika, Reiseberichte, USA 2014

2 thoughts on “Die Nationalparkroute Teil 2

  • Michael+Bärbel 30. Oktober 2014 at 12:45

    Hallo Ihr zwei, schön das es Euch gut geht. Es ist auch für uns kaum zu glauben das es so tolle Ecken auf der Welt gibt. Und das wir dank Euch beiden so tolle Gegenden sehen dürfen. Wünschen Euch noch viel Spaß und verspielt nicht so viel Kohle in LA bussi Bärbel.

  • renate+heiner christiansen 30. Oktober 2014 at 22:24

    Hallo ihr 2 !

    Vorweg liebe Grüsse von Mama Elfriede!

    Wir stellen uns gerade vor,ihr 2 ,betagt im Ohrensessel vor euch der Computer mit den tollen Fotos
    und Reiseberichten!
    „Mensch weißt du noch……….!?
    Geniest jede Minute und schießt weiterhin tolle Fotos.

    Liebe Grüüsse
    aus
    Old Germany
    Heiner+Renate

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