Ecuador Teil1: Quito, Galapagos-Inseln

von Christiane
Ecuador Teil 1: Ibarra, Quito, Galapagos vom 15.10.2016 – 24.11.2016

 Ecuador: Ecuador liegt im Nordwesten von Südamerika zwischen Kolumbien und Peru. Im Land leben  etwa 15 Millionen Menschen. Die Landesfläche beträgt 283.561 qkm.  Im Andenhochland liegt die Hauptstadt Quito  auf auf 2850 m. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 54,4 Einwohner pro km², damit hat Ecuador die höchste Bevölkerungsdichte Südamerikas – mehr als Kolumbien, doppelt so viel wie Peru und sechs Mal so viel wie Bolivien. Die größte Stadt  Ecuadors ist Guayaquil und liegt in der Pazifikküsten-Ebene . Das Land ist nach der Äquatorlinie benannt, die durch das Staatsgebiet verläuft, wobei sich der Großteil desselben in der südlichen Hemisphäre befindet. Die zu Ecuador gehörenden Galapagos-Inseln befinden sich zwischen 928 km (kleinste Entfernung) und 1272 km (größte Entfernung) westlich der Küste im Pazifik Ecuador gilt als das artenreichste Land der Erde. Im Verhältnis zur Landesgröße existieren überdurchschnittlich viele Arten. Grund dafür sind die geologischen Gegebenheiten und die Meeresströmungen. Die Bevölkerung ist weniger als ein Fünftel so groß wie die Deutschlands. Etwa 30 % der Bevölkerung ist unter 15 Jahre und nur etwa 7 % über 65. Das Durchschnittlsalter liegt bei 26,3 Jahren (in Deutschland bei 45,7). Die Lebenserwartung für Frauen liegt bei 79 Jahren, die für Männer bei 73 Jahren und damit drei Jahre unter der Deutschlands. Die arbeitende Bevölkerung beträgt gut vier Millionen Menschen. 72,3 % der Bevölkerung gibt römisch-katholisch als Glaubensrichtung an. Das seit 1907 geltende Religionsgesetz hob jedoch die Vorherrschaft der katholischen Kirche als Staatskirche auf und stellte alle Religionen rechtlich gleich. Die Beziehungen zwischen der Kirche und dem Staat regelt der Modus Vivendi von 1937. Daneben gibt es auch eine protestantische Minderheit. Unter Teilen der Urbevölkerung haben sich auch traditionelle indianische Religionen erhalten. Es ist allgemein üblich, dass Kinder im entsprechenden Alter die Grundschule besuchen. Jedoch schließt sich für viele Kinder keine weitere Schulbildung an. Es gibt staatliche und private Schulen. In den letzten drei Schuljahren müssen sich die Schüler für einen Bildungszweig entscheiden. Die üblichen Zweige sind Mathematik, Physik, Chemie und Buchhaltung. Kinderarbeit ist wie auch in anderen südamerikanischen  Staaten verbreitet. Die Bildungsausgaben der Regierung machen nur einen geringen Teil des des Staatsbudgets aus. Ecuador ist nach dem Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner nach Kaufkraft das viertärmste Land Südamerikas, nach Guyana, Bolivien und Paraguay. Es beträgt 4760 $, das von Bolivien 2493 $, das der Nachbarn Peru und Kolumbien 6070 $ und 8127 $. Zum Vergleich: das BIP pro Einwohner nach Kaufkraftparität von Deutschland beträgt ca 42.625 $. Die Wirtschaft des Landes ist stark von der Erdölproduktion  abhängig, die fast 60 % der Exporte erwirtschaftet. Seit dem Jahr 2000 hat Ecuador keine eigene Währung mehr, sondern der US-Dollar ist offizielles Zahlungsmittel. Wie in den meisten lateinamerikanischen Ländern ist die wirtschaftliche Ungleichgewicht sehr groß: Während die oberen 20 % etwa 58 % des Nationaleinkommens erzielen, bleiben für die untersten 40 % lediglich 13 %. Die größten Wirtschaftsfaktoren sind die Erdölproduktion, Tourismus und der Export von Schnittblumen. Heute ist Ecuador nach den Niederlanden, Kolumbien  und Kenia weltweit der viertgrößte Exporteur von Schnittblumen.

 Grenzübergang Rumichaca Kolumbien-Ecuador:  Kolubien/Ipiales – Ecuador/Tulcan Ausreise Kolumbien: Die Ausreise aus Kolumbien gestaltet sich eigentlich  total unkompliziert. Wir fahren auf die Grenze zu und finden zunächst keinen Parkplatz für unser Womo. Deswegen parken wir einfach auf der rechten Fahrspur unter einer hohen Fahrbahnüberdachung und ein netter Polizist verspricht uns ein Auge aufs Auto zu haben. Später sehen wir, dass es unterhalb der Strasse einen etwas größeren Parkplatz gibt. Links von uns stehen zwei Gebäude die durch eine Strasse getrennt sind. Das obere Gebäude ist die Aduana. Dort gehen wir hinein geben die kolumbianische temporäre Einfuhrerlaubnis für unser Womo bei einem Beamten ab und gehen wieder.  Das Gebäude gegenüber ist die Migracion. Dort stellen wir uns in die Schlange an, warten 30 Minuten bis wir an die Reihe kommen, bekommen einen Ausreisestempel und gehen wieder zum Womo. Wir fahren über eine Brücke und kommen zur Einreisegrenze nach Ecuador. Es gibt genügend Parkmöglichkeiten auch für unser großes Womo.  Wir gehen auf eine Art Platz der von einem Gebäude umgeben ist und an ein Seite offen ist. Zunächst geht es zur Migracion. Diese ist mit großen Hinweistafeln ausgeschildert und leicht zu finden. Eine lange Schlange hat sich vor den Einreiseschaltern gebildet, aber zum Glück sind alle fünf Schalter geöffnet. Zumindest noch 20 Minuten, dann ist es 13.00 Uhr und von den fünf Beamte gehen drei in die Mittagspause.  Wir warten fast 1,5 Stunden vor den Schaltern. Als wir an der Reihe sind geht es recht schnell und wir bekommen problemlos ein Visa für 3 Monate.  Mit dem Visa gehen wir zur Aduana. Diese befindet sich in einem kleinem Gebäude auf dem offen Platz, es gibt Schalter mit einem Schiebefenster, an denen man sich von aussen anstellt. Es ist gerade Schichtwechsel und wir warten wieder. Die Beamtin füllt dann  die Papiere aus, sie will keine Kopien haben von unseren Papieren, sondern fotografiert die Originale ab und speichert diese dann im Computern. Zur Überprüfung der ZFA oder VIN Nummer geht die Beamtin mit Birger zum Fahrzeug, wirft auch noch einen kurzen Blick ins Innere des Fahrzeuges und überzeugt sich, dass keine andere Personen in unserem Bett versteckt sind.  Dann bekommen wir die 90 tägige temporäre Einfuhrbewilligung für unser Auto. Wir fahren zum Grenzhäuschen dort wird das TIP noch einmal begutachtet und wir werden in Ecuador Willkommen geheissen! In Ecuador muss man  zur Zeit keine verpflichtende Autoversicherung abschliessen. Der Grenzübergang  für beide Seiten hat aufgrund der langen Wartezeiten insgesamt  2,5 Stunden gedauert . Man sollte die Grenze zur Mittagszeit zwischen 12.00 Uhr und 14.00 Uhr meiden. 

Am späten Nachmittag kommen wir in Ibarra auf der Finca Sommerwind bei Hans  und Patricia an. Emanuelle und Thoma aus Belgien sind auch schon da und hatten uns schon angekündigt. Die beiden jungen Leute treffen wir nun schon das dritte Mal seid wir in Südamerika sind.  Die Finca Sommerwind ist ein Wohlfühlplatz und bietet viel Platz auf einer grünen Wiese für uns Overlander. Mit uns und den Belgien, sind noch Schweizer, Deutsche, Australier und ein Neuseeländer auf dem Platz. Eine lustige gemischte Truppe und  interessante Unterhaltungen entspannen sich vor allem abends mit und ohne Lagerfeuer. Hans und Patricia sind sehr geduldige Gastgeber und beantworten unsere  Fragen über ihr Leben in Ecuador und stehen mit Tips und Ratschlägen jedem von uns zur Seite.  Sonntags öffnen sie ihr kleines Café und es stehen neben köstlichen Kuchen,   sogar Pommes mit Currywurst auf der Karte (für mich sogar mit extra Majo) . Das lässt mein Ruhrgebietsherz natürlich höher schlagen und somit ist das Mittagessen schon gesichert. Dazu ein kühles „PilsBier“  und der Tag ist unser Freund. Vier Tage verbringen wir hier, nutzen das Internet, waschen Wäsche und tauschen uns mit den anderen Reisenden aus.

Dann geht es für uns auf nach  Quito. Für zwei Nächte haben wir ein Hotel in der Stadt gebucht, das Womo wollen wir  am Flughafen auf einen bewachten Parkplatz stellen und dann….. uns einen ganz großen Traum erfüllen. Wir werden für 8 Tage mit einem Boot die Galapagos-Inseln erkunden. Emanuelle und Thomas haben sich auf dem selben Schiff, der Angelito 1, eine Kabine gesichert. Leider schafft es unser Womo nicht bis Quito. 30 km vor Quito fällt unsere Kupplung aus und eine  Flüssigkeit tropft aus dem Motorraum. Wir halten auf der gut ausgebauten Schnellstrasse an und es dauert nicht lange bis ein Polizist auf seinen Motorrad vorbei kommt. Er organisiert einen Abschleppwagen und wartet mit uns. Ein zweiter Polizist gesellt sich dazu und nach 20 Minuten kommt auch der Abschleppwagen.

Er nimmt unser Womo an den Harken und will uns auf die Ladefläche ziehen. Wir sagen dem netten Mann, dass dies nicht gehen wird, weil unser Überhang zu lang ist und wir hinten aufsetzen werden, aber er sagt, er schaffe es schon. Naja, erst mal streikt die Batterie der Hydraulik vom Abschleppwagen und wir warten erneut, diesmal auf eine neue Batterie für den Abschleppwagen. Als diese kommt, merkt  Manuel, der Abschleppwagen-Fahrer,  dass unser Womo beim Hochziehen auf seinen Schlepper tatsächlich hinten aufsetzt….. Also kommt ein Stahlkette zum Einsatz und wir werden „normal“ abgeschleppt. Es gibt eine Fiat Werkstatt in Quito und die ist unser Ziel. Irgendwo in Quito stellt  Manuel dann plötzlich den Abschleppwagen ab und nimmt uns von der „Leine“. Mit einem kleinen Trick beim Anfahren und viel Gefühl beim Schalten, gelingt es ihm unser Womo durch den dichten Verkehr von Quito bis zur Fiatwerkstatt selbst zu fahren. Wir staunen nicht schlecht und haben wieder was gelernt. Die Mitarbeiter bei Fiat sind sehr nett und der angehende Werkstattleiter Cesar spricht auch noch perfekt Englisch. Leider gibt es unser  Fahrzeug in Ecuador nicht und somit auch keine Ersatzteile. Mit Hilfe von Nicole bestellen wir in Deutschland eine neue Kupplung und lassen sie per DHL Express nach Quito schicken. Danke Nicole für  das Organisieren der Ersatzteile, deine Geduld, Hilfe, Zeit und die Muße sich durch die Zollerklärungen zu arbeiten! Das Womo bekommt einen Stellplatz in der Werkstatt, wir gehen ins Hotel in Quito und schauen uns die Stadt an.

Quito gefällt uns ausgesprochen gut, die Altstadt hat einige Fussgängerzonen, schöne Plätze und vor allem unglaublich prunkvolle Kirchen. Jede Kirche ist reichlich mit Blattgold verziert und alle sehen sehr majestätisch aus. Wir nehmen an einer „Free Walking Tour “ teil und lernen werden der 3,5 stündigen Tour viel über das Land, Politik und Kultur.

Von Quito geht es dann an einem Sonntag per Flugzeug ganz früh morgens auf die Galapagos Inseln. Professionell werden wir am Flughafen in Quito empfangen, erhalten unsere Reiseunterlagen und bekommen sogar Hilfe beim Einchecken.  Dort treffen wir die beiden Belgier wieder und lernen auch schon die ersten Mitreisenden kennen. Angelika und Odile aus Deutschland. Am Vormittag werden wir dann von Maja unserer „Reiseleiterin“  in Galapagos begrüßt. Maja kommt aus der Schweiz, lebt seit 30 Jahren in Ecuador und ist seit dem auch Nationalparkführerin auf Galapagos. Sie wird uns eine Woche lange die Natur und die Tierwelt auf den Inseln zeigen und erklären.  Auf der Angelito werden wir herzlich von der acht-köpfigen Crew begrüsst und wir fühlen uns sofort pudelwohl. Insgesamt sind wir 10 Passagiere.  Kaum an Bord angekommen, sticht das Schiff auch direkt in See. Galapagos wir kommen. Unsere Route umfasst folgende Inseln: Baltra, Las Bachas, Mosquera, Cerro Dragon, Isabela, Fernandina, Isabela, Punta Moreno, Puerto Villamil, Floreana,  Santa Cruz, Baltra

Der Tagesablauf ist jeden Tag ähnlich strukturiert. Frühstück gegen 6.15 Uhr (oft gibt es schon ab 5.30 Uhr einen tollen Sonnenaufgang oder schöne Inseln zu sehen), ab 6.45 Uhr werden wir mit den Schlauchbooten auf eine Insel gefahren und machen des ersten Landgang. Ab 10.00 Uhr geht es zum Schnorcheln für ca eine Stunde. Um 13.00 Uhr Mittagessen. Ab 14.00 Uhr nächster Landgang. Abendessen 19.00 Uhr, danach Einführung und  Erklärung des Ablaufes des nächsten Tages. Danach fallen wir jeden Tag alle todmüde ins Bett. Zwischendurch fahren wir  von einer Insel zur nächste, mal tagsüber mal nachts. Mal mit mehr oder weniger Wellengang.  Der Ablauf ist zwar jeden Tag ähnlich, aber die Erlebnisse sind jeden Tag unterschiedlich und immer atemberaubend.  Grundsätzlich sind wir das erste Boot in der Bucht, dass zum Landgang startklar ist und sind meistens alleine auf den Inseln, haben die Tierwelt für uns alleine.  Immer wieder überrascht sind wir, dass die Tiere nicht weglaufen, wegfliegen, wegkriechen, wegschwimmen oder sich  wegschlängeln, wenn wir mit unseren Kameras im Anschlag auf sie zu stürmen.  Aber die Tiere haben hier auf den Inseln keine Feinde, auch nicht den Menschen.  Jede Insel ist anders und beheimatet eine andere Tier- und Pflanzenwelt. Maja erklärt uns mit viel Geduld alles was wir sehen und beantwortet alle unsere Fragen. Geschickt schafft sie es, dass wir ganz entspannt und langsam (slowly. slowly. slowly)  die Inseln erkunden und dabei viel entdecken. Seht selbst die unglaubliche Vielzahl.

Am letzten Tag halten wir noch an einem besonderen Briefkasten, er existierte schon zur Zeit der  europäischen Walfänger. Man legt seine Briefe an die Liebsten zu Hause in diese Postbox, andere Reisende kommen vorbei legen ihr Post dazu und nehmen die Briefe mit,  die an einen Empfänger gehen in ihrer heimatlichen Nähe. Zuhause schicken sie die Briefe dann an die jeweiligen Adressaten. Dan und Christa aus New York nehmen alle Postkarten mit,  die nach New York gehen sollen, Angelika und Odile nehmen, auch in unserem Namen,  einen Stapel Karten mit deutschem Empfänger mit, Emamuell und Thoma sind für Belgien zuständig, Paul schleppt Post mit nach England und Mikael spielt Postbote in seiner Heimat Schweden…..! So, versucht jeder seinen Teil zum funktionieren dieses sehr traditionellen Briefkastens beizutragen und wir hoffen, dass unsere  Postkarten auch irgendwann ihre Empfänger erreichen werden. ( Nachtrag: Unsere zwei Postkarten erreichen nach 6 Wochen ihre Empfänger in Deutschland, abgeschickt aus der Schweiz. Danke an die Schweizer, die unsere Karten mit in ihre Heimat genommen haben und für uns weitergeleitet haben! Das System funktioniert wirklich. Damals bei den Walfängern und heute im Zeitalter der elektronischen Post.)

Die acht Tage vergehen wie im Flug, wir haben unsere ersten Schnorchelerfahrungen gemacht und haben dabei Mantarochen, Meeresschildkröten und viele kleine bunte Fische gesehen. Mit den anderen Passagieren hatten wir eine tolle Zeit, haben viel gelacht und Spaß gehabt. Leider geht es dann doch wieder zurück nach Quito. Denn da wartet ja noch was. Genau unser Auto und leider noch keine Ersatzteile.

Maja hat uns angeboten, während der Reparatur unseres Autos bei ihr zu wohnen. Sie hat ein großes Haus und in der oberen Etage hat sie früher mal ein B&B betrieben und dort ist viel Platz.  Gerne nehmen wir ihre Einladung an und staunen nicht schlecht, wie viel Platz wir haben Wohnzimmer, Küche und Schlafzimmer für uns. Auch stellen wir erfreut fest, dass unsere Autowerkstatt nur 10 Minuten zu Fuss von Majas Haus entfernt ist, die Innenstadt ist nur 5 km weit weg und ein großer Supermarkt inclusive Einkaufszentrum ist auch fussläufig zu erreichen. Auch helfen Maja und ihre Kollegin Bruna uns dabei mit DHL zu kommunizieren, denn wir müssen den Inhalt des Pakets und die Übernahme der Zollkosten schriftlich auf spanisch bestätigen. Zu allem Überfluss ist gerade eine Feiertagswoche von Mittwoch bis Sonntag ist alles geschlossen, es ist Allerseelen und ein einheimischer Feiertag, gepaart mit einem Brückentag. Obwohl wir die notwendigen Bestätigungen schnell verschicken schafft es DHL Express Ecuador nicht das Paket  noch vor den Feiertagen von Guayaquil nach Quito zu schicken ( Flugzeit 45 Minuten). Wir machen, das Beste draus und schauen uns in der folgenden Woche  Quito etwas intensiver an.

Es gibt eine Seilbahn in der Stadt, die  auf ca 4000 Meter hinauf geht. Von dort oben hat man einen tollen Ausblick auf und über die Stadt und sieht dort wie riesig Quito ist und wie schön eingebettet  in einem Tal es liegt. Wobei das Tal auch 2800 m hoch ist.  Oben auf dem Berg machen wir eine kleine Wanderung, die ist ziemlich anstrengend, die Luft ist doch recht dünn! Aber wir gehen langsam und geniessen oft in Ruhe die Aussicht.

Einen Tag später statten wir der Basilica von Quito einen Besuch ab. Auf die  beiden neugotischen Türme kann man hochsteigen und hat wiederum einen tollen Ausblick auf die Stadt.  Die Türme sind im Inneren miteinander verbunden und man läuft über eine Holzblanke sozusagen auf dem Dachgiebel der Kirche zwischen den Türmen her. Ein Erlebnis!

Birger nutzt die Zeit, die wir haben um schon mal den Reiseplan für Peru zu erstellen, wir sortieren unsere Fotos und ich versuche meine spanisch Kenntnisse etwas zu vertiefen.  Dann bekommen wir neue Mitbewohner. Angelina und Kristina aus der Schweiz ziehen ins zweite Gästezimmer von Maja ein. Die beiden machen als Backpacker eine Weltreise, waren auch mit der Angelito  auf Galapagos und machen nun sternförmig Ausflüge von Quito ins nahe und fernere Umland.  So vergeht die Zeit schnell.

Die neue Kupplung trifft nach den Feiertagen ein und die Werkstatt beginnt direkt mit dem Einbau. Dies funktioniert auch problemlos. Dann lesen sie noch den Motor mit dem Computer aus, bekommen eine Fehlermeldung, aber lösen auch dieses Problem.  Ein Probefahrt ist am selben Tag  nicht mehr möglich, da wir mit der Endnummer unseres Autokennzeichens montags zwischen 7.00 Uhr und 9.30 Uhr und 16.00 Uhr bis 19.30 Uhr aus Immissionsschutzgründen nicht fahren dürfen. Nach einer erfolgreichen Probefahrt am nächsten Tag  geht es für uns endlich wieder  „on the road“.  Unser nächstes Ziel ist die Stadt Mindo.  Ein Bergdorf mit einigen Attraktionen.

Leider erreichen wir das Ziel nicht. Nach ca 40 km „on the road“ blinkt unsere Motorlampe auf und der Turbo schaltet sich aus.  Wir drehen um und  das Womo steht nach drei Stunden wieder bei Cesar  in der Werkstatt und wir dürfen wieder bei Maja einziehen. Erneut checkt die Werkstatt das Auto. Lange Geschichte kurz erzählt. Der Sensor vom Turbolader ist defekt. Nun bekommen wir Hilfe von Herrn Wellmann, von der Firma Wellmann Nutzfahrzeuge in Deutschland. Denn es nicht so ganz klar welches die richtige Artikelnummer für das Ersatzteil ist und eigentlich gibt es den Sensor nicht einzeln zu kaufen, sondern man müsste den ganzen Turbolader erneuern. Eine lange Suche beginnt. Herr Wellmann sucht in Deutschland nach den richtigen Teilenummern und kontaktiert Fiat, die haben wenig Ahnung und helfen her nicht weiter.  Birger durchforstet das Internet.  Cesar will erst den ganzen Turbo ausbauen, weil er unser Fahrzeug nicht kennt und nichts kaputt machen will, wenn er nur den Sensor ausbaut. Traut sich dann doch den Sensor auszubauen und wir haben eine zusätzliche Artikelnummer auf dem Sensor. Nach drei Tagen suchen, fragen, email schreiben etc bestellen wir einen neuen Sensor vom Hersteller, der für Fiat auch die Turbolader herstellt. Hoffentlich passt der Sensor. Nicole ist wieder so lieb und übernimmt den ganzen Prozess und Papierkram der Versendung via Express nach Ecuador. Zum Importieren von Ersatzteilen haben wir uns in Südamerika mit Ecuador das teuerste Land bzgl Importsteuer ausgesucht, die liegen hier bei 50% des Warenwertes plus einer zusätzlichen Servicegebühr. Wenn schon denn schon.  Nun haben wir erneut eine Woche Zeit und beschliessen mit dem öffentlich Bus zum „Mitad del Mundo“ der Mitte der Welt zu fahren. Durch Ecuador läuft  ja bekanntlich  der Äquator und an der Nulllinie hat man  einen Museumspark gebaut. Die Fahrt ist in überfüllten öffentlichen Bussen wenig entspannenden aber kostet dafür auch nur 25 Cent pro Person pro Fahrt.  Ausserdem wollen wir auf jeden Fall  ein Foto haben auf dem wir mit dem Bein auf der Südhalbkugel stehen und mit dem anderen auf der Nordhalbkugel. Es ist ein netter Tagesausflug und wir haben ja soviel Zeit.

Birger beginnt nun unser nächstes Reisejahr etwas zu planen, es ist ja schon November. Viele Ideen  haben sich gesammelt durch Gespräche mit anderen Reisenden und Zeit genug ist auch intensiv die Reisebücher zu studieren. Endlich findet auch der Sensor seinen Weg nach Quito. Maja ist so lieb und hilft uns wieder mit der Kommunikation mit DHL. Diesmal merken sie an das die Rechnung ja auf Deutsch sei und nicht auf Spanisch.  Bei der Lieferung der Kupplung vor drei Wochen, hatte das keinen interessiert. Egal, DHL schickt ein extra Formular, brav füllen wir aus was im Paket enthalten ist und welchen Wert der Sensor hat und einen Tag später läßt der Zoll das Paket passieren.  Der Einbau in der Werkstatt gestaltet sich einfacher als gedacht und das Computersystem erkennt den neuen Sensor und synchronisiert ihn automatisch. Die Probefahrt verläuft ohne Probleme und am nächsten Tag sollen es für uns wieder los gehen. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Während wir am nächsten Tag die Rechnung bezahlen holt  der Werkstattleiter unser Auto und will es vorfahren. Leider übersieht er dabei ein kleines  herausstehendes Vordach und wir haben einen tiefen Kratzer einmal an entlang der Längsseite.  Irgendwer will ins wohl an der Weiterfahrt hindern. Klar, hat die Werkstatt auch eine Lackiererei als Partner. Dort fahren wir das Womo hin und wir ziehen wieder bei Maja ein, die  allerdings selber gerade wieder auf Galapagos als Reiseleiterin unterwegs ist. Zum Glück müssen wir diesmal keine Ersatzteile aus Deutschland bestellen und in zwei Tage sieht unser Womo aus wie neu. Ja, wir hätten doch noch auch die anderen kleinen Lackschäden beheben lassen sollen……! Nein, wir wollen endlich weiter, seit  fünf Wochen steht unser Womo nun in Quito.  Unser erstes Ziel ist, wie schon einmal versucht Mindo. Diesmal kommen wir auch tatsächlich an. Keine Lampe leuchtet, trotzdem haben wir ein wenig unser Vertrauen ins Auto verloren und hören auf der 100 km langen Fahrt tausend Geräusche am Fahrzeug.  Unsere Anspannung ist recht groß und wir sind froh als wir das Ziel erreichen.  Endlich sind wir in Mindo! Danke an alle, die uns in den letzten Wochen so tatkräftig und vielfältig  geholfen haben!

Fazit: Klar, war unser Aufenthalt in Quito geprägt mit den Ersatzteilbestellungen und Reparaturen von unserem Wohnmobil.  Trotzdem hat uns Quito sehr gut gefallen. Bei allem hatten wir Glück im Unglück. Maja hat uns Unterschlupf gewährt und wir haben so unglaublich zentral gewohnt bei ihr. Sie hat uns geholfen wo immer es nötig war! Viele tausend Dank dafür, Maja! Das Highlight war allerdings die Reise auf die Galapagos Inseln. Diese Woche werden wir nie vergessen. So viele Tiere so nah, blaues Meer, weisse Strände, eine tolle Reisegruppe, Maja die beste Reiseführerin von allen „  Tomorrow we will see  flamingos (sea lions, finches, tortois, turtels, sharks, etc) maybe one, two, three or none!“ und eine nette Crew.

 

Dieser Beitrag gehört zu Ecuador 2016, Reiseberichte, Südamerika

3 thoughts on “Ecuador Teil1: Quito, Galapagos-Inseln

  • Liebe Gruesse aus Australien 9. Dezember 2016 at 10:02

    ….wenn einer eine Reise tut :o)…… Das Womo ist ja gluecklicherweise wieder flott. Soooooo tolle Photo’s. Da kann unsere klitzekleine Pinguin-Insel nicht mithalten…..die Photo’s von den Seehunden haben mir am besten gefallen ….ich ‚will auch einen oder mehr‘ ….wie niedlich. Viel Spass bei der Weiterfahrt – hier haelt der Sommer seinen Einzug – heute 37 Grad. Seid umaermelt und gedrueckt. Eure Birthe & Clan :o)

  • Irene 15. Dezember 2016 at 22:58

    tolle Fotos und Berichte … verfolge eure Reise immer gerne!!! alles Liebe aus Wien Nord, Irene

  • Odile 23. Dezember 2016 at 19:40

    Danke für diesen ausführlichen Bericht. So habe ich meine Reise zum Teil mit Euch noch einmal erleben können. Ich werde mich sehr freuen, wenn unsere Wege sich eines Tages wieder kreuzen.
    un beso de oso gigante!

Comments are closed.