Europa: Deutschland – Sommer 2018

von Christiane

Europa: Deutschland  vom 26.06.2018 bis 28.09.2018

Wir geniessen einen tollen Sommer in Deutschland. Unser Wohnmobil kommt problemlos über den TÜV und alles was nach fünf Jahren und 180000 gefahrenen Kilometern über geteerte und ungeteerte Strassen so in einem Motor oder sonst wo  ersetzt werden sollte wird ausgetauscht.

Andere Dinge, die in den letzten fünf Jahren gelitten haben reparieren wir selber  und sind erstaunt, was wir uns mittlerweile selber alles so zu trauen. 

Klar, machen wir dann ein paar kurze Probefahrten durch Norddeutschland. Erkunden die nähere Umgebung, verbringen  schöne Tage, mal mit Freunden, mal alleine in Nordstrand, Tönnig, Heidkate und Fehmarn.

Etwas weiter weg geht es dann aber auch. Wir besuchen Freunde in Stade, Frankfurt und Würzburg.Haben eine wirklich schöne Zeit zusammen und lassen viele gemeinsame Reiseerlebnisse Revue passieren. Danke an euch alle für eure herzliche Gastfreundschaft! 

Unser Wohnmobil muss dann doch noch mal zu Carthago, einige Dinge in der Kabine müssen gemacht  werden, die wir nicht selber richten können. Aber Termine sind heiss begehrt und die Wartezeit beträgt  ca 6 Wochen. Also nutzen wir  die Zeit zum medizinischen und zahnmedizinisch Check, geniessen die Zeit zu Hause mit Familie und Freunden und die ein oder andere Feierlichkeit braucht unsere Vorbereitungsunterstützung. 

Sehr freuen wir uns auch über den Besuch von Michael aus Kopenhagen, der es sich nicht nehmen lässt, mal eben für einen Tag vorbei zufliegen. Katharina und  Hubert kommen aus Stuttgart zu uns in den hohen Norden, vor über drei Jahren haben wir uns an der Ostküste der USA kennengelernt und der Kontakt ist nie abgerissen. Es war ein Wiedersehen wie von alten Freunden.

Nach längerer Überlegung entschliessen wir uns an der Hinterachse vom Wohnmobil eine Luftfederung einzubauen. Unser Überhang ist doch recht lang, das ein oder andere Mal haben wir  auf unsere Reise hinten mit Wohnmobil aufgesetzt. Besonders das Auf- und Abfahren bei Fähren ist nicht so einfach. Nächsten Sommer soll es nach Skandinavien gehen…. viele Fähren…Afrika ist in der Planung…. mit vielen unebenen Strassen….. Mit Hilfe von Jan machen wir einen Termin für Mitte September bei der Firma Goldschmitt in Waldürren um dort die Luftfederung einbauen zu lassen. Von dort soll dann auch gleich unsere lange Winterreise über Südeuropa nach Marokko starten.  Wir packen das Wohnmobil voll und bereiten alles  für unsere längere Reise vor. Verabschieden uns von allen, trinken noch ein letztes Glas am Gartenzaun, und verbringen mit Christian, Leeanne und Elfriede den letzten Abend beim unserem Lieblingsgriechen.

Am geplanten Abreisetag kommen wir viel später los als gedacht und fahren  somit auch  nicht  sehr weit. Nach knapp 80 Kilometer erreichen wir unseren Parkplatz für die Nacht an der Ostsee in Laboe. Das Wetter ist super, die Ferien vorbei, alle und alles ist sehr entspannt. An der Promenade entlang schlendern wir zu einem Italiener, danach gibt es einen kleinen Absacken in einer Strandbar. So kann die Reise ruhig weiter gehen. Deshalb  entscheiden wir uns auch am nächsten Tag schon in Travemünde den nächsten Stop zu machen. Vom Stellplatz aus sind es ca 3 km  bis in den Ort hinein. Der Weg führt immer an der Nordsee entlang. Die Sonne scheint und wir geniessen den Tag.  Weiter geht es bis zum Vogelpark Walsrode. Mittags kommen wir dort an und erkunden den schönen  Park bis zum späten Nachmittag. Auf dem Parkplatz darf man, schön unter Bäumen stehend, kostenlos übernachten. Unser nächstes Ziel ist die Weser. In den nächsten Tagen geht es an der Weser entlang. Wir besuchen die Orte Nienburg, Hameln, das Kloster Corvey und Bodenwerder.

 

Dort wollen wir uns das Museum über Baron Münchhausen ansehen. Hier ist der Herr Baron geboren, hat hier gelebt und ist hier gestorben. Ganz lieb werden wir in dem Museum empfangen und uns wird erzählt, dass wir den Baron gerade verpasst hätten, aber er seine Originalunterschrift für uns hier gelassen hätte und schon gibt es einen Stempel auf die Eintrittskarte. Im Ausstellungsraum stehen viele Vitrinen, Bilder und Stammbäume zieren die Wände. Sofort werden wir und zwei weitere Besucher von einem netten Herren angesprochen, der uns eine Stunde durch den Ausstellungsraum führt und mit viel Begeisterung, Esprit und Charme die Lebensgeschichte vom Baron Münchausen erzählt. Auch die „Lügengeschichten“ werden nicht ausgelassen und endlich wissen wir wie diese entstanden sind. Eine tolle, sehr ansprechende Museumsführung!Vielen Dank! Über den Edersee erreichen wir dann Waldürren. Die Firma Goldschmitt benötigt einen Tag um die Luftfederung einzubauen, für diesen Tag können wir für wenig Geld  einen Mietwagen bekommen. Morgens früh geben wir das Womo ab und machen uns auf den Weg nach Mildenberg. In dem kleinen mittelalterlich anmutendem Ort gehen wir erst einmal frühstücken. In Ruhe durchstreifen wir dann den Ort, bummeln durch die Gassen. Am Main entlang geht es weiter nach Wertheim . Die Sonne scheint, die Strassencafes laden zum Verweilen ein. Als wir eigentlich schon auf dem Weg zurück zur Werkstatt sind, meldet sich diese per Telefon. Unser rechter vorderer Stossdämpfer würde Flüssigkeit absondern, ob sie den austauschen sollen.Wir zweifeln erst einwenig, die vorderen Stossdämpfer haben wir erst vor zwei Jahren in Peru austauschen lassen. Aber im Hinblick auf unsere Reise nach Marokko geben wir unser ok zum Austausch. Uns bleibt etwas mehr Zeit und wir gehen eine Kleinigkeit essen. Als wir am späten Nachmittag unser Wohnmobil abholen, zeigt uns der Werkstattleiter unsere  beiden alten vorderen Stossdämpfer, die eigentlich gar nicht für unser Auto geeignet waren, da sie nicht für ein Heavy-Fahrwerk vorgesehen sind. Es wurden beide Stossdämpfer und Federn ausgewechselt. Jetzt ist unser Wohnmobil runderneuert zu einem sehr fairen Preis. Abends sind wir bei Charlotte und Harald eingeladen, werden herzlich Willkommen geheissen und wie immer sehr lecker bekocht. Wir versuchen die beiden zu überreden uns doch nach Marokko hinter her zufahren…. Wir sind gespannt. Am nächsten Tag verabschieden wir uns und fahren weiter nach Stuttgart zu Maria und Peter. Die beiden kennen wir aus Peru, vier Tage standen wir gemeinsam auf dem selben Platz.  Wir  waren damals gemeinsam in der Werkstatt in der wir unsere neuen „falschen“ Stossdämpfer bekommen haben. Nach einem gemütlichen Abend bei Wein und Pizza, stellen wir am nächsten Tag leider fest, dass der Kühlschrank im Wohnmobil nicht mehr kühlt. Es ist Freitagvormittag und Peter und Birger machen sich mit dem Womo auf dem Weg zu einer Wohnmobilwerkstatt. Der Meister sagt voller Überzeugung, dass das Kühlaggregat defekt sei, Lieferzeit  bis zu drei Wochen. Das ist eine lange Zeit ohne Kühlschrank. Zur Sicherheit rufen wir noch unseren Carthago Händler in Norddeutschland an. Seine Telefondiagnose lautet, auf keine Fall das Kühlaggregat, das hätte er in seiner Laufbahn noch nicht erlebt, man müsse mal durchmessen vielleicht der Kältefühler, Platine oder…etc.  Zwei Experten drei Meinungen. Wir entscheiden uns spontan und ohne Diskussion zurück nach Hause zu fahren. Sollte es wirklich zu langen Lieferzeiten kommen, ist es einfacher und schöner die Zeit zuhause zu verbringen. Es ist Freitagvormittag, wir sind in Stuttgart. Wir haben hier mal gewohnt und kennen uns mit dem Wochenendverkehr auf den Autobahnen in der Umgebung gut aus. Um nicht in die Staus zu geraten müssen wir los und zwar sofort. Etwas hektisch wird der Abschied, aber Peter und Maria verstehen uns und  geben uns noch Verpflegung mit auf den Weg. Bis nach Schleswig brauchen wir 10 Stunden, stehen nur kurz im Stau, ansonsten kommen wir durch die vielen Baustellen gut durch. Von unterwegs melde ich mich bei unseren Schweizer Freunden  und sage mit schwerem Herzen unsere geplanten Besuche ab . Ob wir es dieses Jahr noch schaffen wissen wir nicht. Es hängt alles von der Dauer der Kühlschrankreparatur ab.  Am Montag stehen wir morgens ganz früh in der Werkstatt, der Meister misst, schaut , schüttelt den Kopf, wahrscheinlich sei tatsächlich das Aggregat defekt. Er hat aber eine Lieferzeit von sechs Wochen in seinem Computer stehen.  Aber er will mal bei Dometic anrufen. Nach ca 45 Minuten hat er jemandem am Rohr, der gute Dometic Mitarbeiter glaubt nicht an einen Fehler im Aggregat, er möchte weitere Messwerte und sagt dem Meister, was und wie er messen soll. Wir fahren nach Hause, die Messungen dauern einige Zeit. Im Internet schauen wir mal nach Ferienunterkünften im Süden, es wird Herbst in Norddeutschland und wenn die Reparatur wirklich so lange dauert brauchen wir einen Plan B. Am späten Mittag stehen wir wieder bei Carthago auf der Matte. Der Meister grinst, alles wieder ok, der Kühlschrank läuft. Auf Rat von dem Dometic Mitarbeiter hat er alle Kabel vom Kühlschrank, gelöst, hat einen Reset herbeigeführt und nun läuft alles. Wir vermuten, dass bei dem Einbau der Luftfederung und dem dabei notwendigen Abklemmen der Batterie sich der Kühlschrank verschluckt hat. Wir sind froh, aber skeptisch. Zwei Tage später wollen wir zur Kühlschrankprobe an die Nordsee fahren. In unserem RadioDisplay erscheint nun plötzlich die ganze Zeit die Übertragung unserer Rückfahrkamera. Eigentlich überträgt unser Model nur dann ein Bild,  wenn wir auch rückwärts fahren. Anstatt zur Nordsee zu fahren, erscheinen wir wieder bei  Carthago. Der Meister lächelt, und bittet um Geduld. Als wir ihm dasProblem schildern fragt er ob denn auch die Rücklichter die ganze Zeit leuchten auch wenn wir vorwärts fahren? Geschaut, gestaunt ! Ja! Er erklärt uns es gäbe einen Schalter für den Rückwärtsgang am Getriebe, er könne den nicht wechseln aber Fiat sei hier der richtige Ansprechpartner. Nachmittags stehen wir bei Fiat, auch dort ist der Meister sehr nett und hilfsbereit. Er bestätigt die Diagnose, hat aber keinen Schalter auf Lager. Am nächsten Morgen dürfen wir wieder kommen und der Schalter wird innerhalb von fünf Minuten kurz eingebaut. Was kann jetzt noch alles kommen? Es ist schon fast Ende September, wir wollen los, in die Schweiz. Freunde besuchen und vor dem Schnee über die schönen Pässe nach Frankreich rüber! 

Wir starten den nächsten Versuch Norddeutschland zu verlassen. Ein erneutes Abschiedsessen mit Karen und Michael, dicke Umarmungen und herzliches Danke schön an Elfriede und los gehts!

Fazit: Unser Zeit in Deutschland war wirklich schön. Der Sommer war einzigartig, super Wetter, blauer Himmel, und oben im Norden auch nicht so heiss wie in anderen Teilen von Deutschland. Die Zeit mit Familie und Freunden haben wir sehr genossen, wir sassen oft an der Schlei ein Glas Wein in der Hand, Feste wurde feste gefeiert. Einige enge „Reisefreunde“ haben wir besucht oder sie uns und es gab viel zu erzählen. Persönlich ist es doch tausendmal schöner als per Whats App, Email, oder Facebook. Unser Womo ist nun hoffentlich fit für die nächste Jahrestour durch Europa und Marokko! Wir freuen uns wahnsinnig auf neue Erlebnisse, Städte, Strände, Berge und vor allem neue Begegnungen. Ihr seid herzlich eingeladen mitzukommen, zumindest visuell!

 

Dieser Beitrag gehört zu Europa 2018/2019, Reiseberichte

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