Europa: Finnland

von Christiane

Finnland vom 15.06.2019 – 30.06.2019

Der Grenzübergang zwischen Schweden und Finnland bei Haparanda ist nicht vorhanden. Ein Schild heisst uns in Finnland willkommen und die Uhren im Handy und Tablet schenken uns eine Stunde Zeit. Auf dem Weg liegt ein kleiner Abstecher zum Eisbrecher Sampoo. Im Winter können Touristen mit diesem Schiff einen Ausflug ins Packeis machen. Wir sind etwas enttäuscht, haben uns einen Eisbrecher irgendwie imposanter vorgestellt.

Im Lii verbringen wir die erste Nacht in Finnland, der CP liegt auf zwei kleinen Inselchen, die mit einer kleinen Brücke verbunden sind. Der Blick in die Schären ist sehr schön. Die erste Stadt die wir besuchen ist Oulu. Von Wasser umgeben, der Hauptplatz in der Innenstadt ist vollgestellt mit Bierzelt und viele kleine Imbisse haben ihre Zelte aufgebaut. So bereitet der Finne sich also auf Mittsommer vor.

Wir schlendern eine Runde durch den Ort und fahren weiter. Die Europastrasse E 23 führt immer an der Westküste entlang, eine gut ausgebaute Bundesstrasse, hin und wieder wird sie durch Orte unterbrochen oder auch zur Autobahn vergrössert. So oft es geht verlassen wir diese sehr langweilige Strecke und nutzen Landstrassen.

Entspannt geniessen wir die Landschaft und biegen unter anderem nach Björköby ab. Ein kleiner Fischerhafen am Ende einer Landzunge erwartet uns. Auf einem Parkplatz darf man über Nacht campen und es gibt einen Rundwanderweg. Der führt uns erst zu einem Aussichtsturm, von dem wir einen wirklichen schönen Überblick über die Schären haben. Es ist zwar nicht übermässig warm, aber die Sonne scheint und wir wandern los. Es gilt einen See zu umrunden. Zum ersten Mal seit wir in Skandinavien sind machen wir nun doch Bekanntschaft mit den „Einheimischen“ – den Mücken -. Der Waldboden wird feuchter, der Wald etwas dichter und wir werden schneller. Trotz Mückenspray, unsere Marke scheinen die Mücken besonders zu mögen, schwirren sie in Scharen um uns herum. Nach ca 20 Minuten haben wir eine sonnige Lichtung erreicht, die Mücken verschwinden und wir setzen etwas gemächlicher unseren Weg fort. Dies soll auch das einzige Mückenerlebnis bleiben in Finnland. 

In Kristinenstadt bewundern wir die alte Holzkirche und viele alte Holzhäuser.

Der Ort Rauma gefällt uns besser, die niedliche Innenstadt besteht ausschliesslich aus alten Holzhäusern in denen sich Cafes, kleine Boutiquen, Restaurants, Souvenirshops niedergelassen haben.

Unser Reiseführer hat einen besonderen Tipp für uns. Also biegen wir kurz vor dem Ort Turku auf die Schäreninseln ab. Die Empfehlung lautet eine Rundfahrt mit ca 9 Fähren und über 12 Brücken über verschiedene kleine Schäreninseln zu machen. Gute Idee, los gehts!.

Es ist kurz  vor dem Mittsommerwochenende, das gesellige Wochenende der Skandinavier, man trifft sich mit Freunden und Familie und feiert den längsten Tag des Jahres. Auf dem ersten CP wird es uns bewusst, es ist auch gleichzeitig der Ferienanfang. Eng stehen wir nebeneinander mit anderen Fahrzeugen, haben aber noch eine schönen Blick aufs Wasser.

Der nächsten Tag beginnt mit unserer ersten Fährfahrt, bis auf eine Fähren sind alle kostenlos. Pünktlich legen wir ab. 180 km lang ist die Gesamt-Tour, die Fähren zu den Inseln sind auf einander abgestimmt, das Wetter ist super! In der Mitte der Tour suchen wir uns einen CP und sind überrascht das wir den ganzen Tag den Platz für uns alleine haben. Abends kommen noch ein paar Zelter dazu.

Am nächsten Tag gehts weiter, es ist Midsommertag, die Fähren über die Schären sind voll, zum Glück nur die, die in uns entgegen kommen. Lange Schlangen bilden sich vor den Anlegern. Wir entscheiden uns früh auf einen Campingplatz anzusteuern. Gegen Mittag finden wir einen tollen Platz mit Blick auf ein Fjord, einen kleinen Zuschlag fürs MidsommerWochenende gibt es auch noch.

Ein Hamburger Camper steht schon dort, klar gegen wir kurz rüber um „Moin“ zu sagen. Maren und Hartmut bieten uns direkt ein Bierchen an und so kommen wir ins Quatschen. Sehr überrascht sind wir, dass es so ruhig ist auf dem Campingplatz, auch Gruppen, die gemeinsam angereist sind, trinken gemütlich ein Bier, aber Musik etc gibt es nicht. So feiert der Finne Midsommer….. eher langweilig. Wir warten ab, es gibt einen kleinen Strand mit Wiese am CP, mit Picknickdecke, Nüssen und Bier bewaffnet lassen wir uns dort abends nieder. In der Nähe ist ein Maibaum aufgestellt. Der bleibt auch die ganze Nacht einsam.

Später sitzen wir noch vor unserem Womo zusammen, morgens um 1.00 Uhr sind wir die einzigen die Spaß haben und noch wach sind….! Schade!! Am nächsten Mittag fahren Birger und ich Richtung Turku, eigentlich wollen wir uns die Stadt ansehen. Als wir dort ankommen, öffnet der Himmel seine Schleusen und die Strassen stehen in wenigen Minuten unter Wasser! Spontan entscheiden wir uns für eine Stadtrundfahrt im Wohnmobil.

Die Promenade am Fluss, sieht hübsch aus, die Burg von aussen, der Hauptplatz mit angeblichen schönen Gebäuden ist gerade eine Großbaustelle.  Nichts lädt uns gerade zum Verweilen ein. Weiter gehts Richtung Helsinki. Im niedlichen Ort Ekenäs machen wir noch einen Stop über Nacht, die Sonne lacht wieder vom Himmel und wir bummeln durch das kleine Örtchen. Die nächsten zwei Tage erkunden wir Helsinki. Der ruhige Campingplatz liegt nur ca 15 Minuten ausserhalb und mit der U-Bahn sind wir schnell in der Hauptstadt. Zu Fuss erkunden wir die City, den Senatorplatz mit Kathedrale und Rathaus, den Markt am Hafen. Dort treffen wir auch Maren und Hartmut wieder und verabreden uns für den Abend auf dem CP. Wir schlendern die Touristenwege entlang, Theater, Nationalbank mit ihrem schönen Portal. Finden einen kleinen Italiener mit freundlichen Besitzern. Ein entspannter Tag.

Am nächsten Tag besuchen wir  zunächst die berühmte Felsenkirche. Es sind zwei Kreuzfahrtschiffe im Hafen und die Felsenkirche ist überlaufen. Leider benehmen sich die meisten Besucher sich so als würden sie einen Hauptbahnhof besuchen und nicht ein Gotteshaus. Es geht zu wie auf dem Jahrmarkt. Schade, dabei ist die Kirche sehr schön!

Später geht es dann auf die „Museumsinsel“. Mit dem Schiff sind wir in 20 Minuten von der City auf der Insel. Ein altes Fort ist zu sehen, Kanonen, Wehrtürme, Festungsgänge, eine Kirche. Es ist nicht überlaufen, die Sonne scheint. Helsinki hat uns gut gefallen, eine für uns entspannte Stadt. 

Es wird nun Zeit sich  etwas von der Küste trennen. Durchs Innland fahren wir nun Richtung Rovaniemi. Unterwegs besuchen wir das Dorf Porvoo. Viele erhaltene Holzhäuser, eine tolle Kirche, die gerade wegen eines Konzertes geschlossen ist.

Unser nächster Stop ist die Olafsburg in Savonlinna. Rechtzeitig zur ersten Führung sind wir da. Die Burg hat über die Jahrzehnte hinweg mehrere verschiedene Herren, Ritter, Fürsten, Könige,  beherbergt. Ist zerstört worden, abgebrannt, angegriffen und immer wieder neu aufgebaut. Heute ist sie vor allem bekannt, weil im Sommer Opernaufführungen im Hof stattfinden. Wir hören die Proben sind aber 10 Tage zu früh vor Ort um in den Genuss einer Aufführung zu kommen.

In Kerimaki schauen wir uns die älteste und größte Holzkirche von Finnland an. Irgendjemand spielt gerade Orgel. Es passt!

Zwei Tage fahren wir durch die finnischen Wälder, es ist neblig und es regnet. Hin und wieder sehen wir Herden von Rentieren.

In Rovaniemi angekommen hört der Regen tatsächlich auf! Vom Campingplatz direkt am Fluss, laufen wir über eine Brücke direkt in die kleine Innenstadt hinein.

Birger war vor ca 30 Jahren schon mal hier. Die Innenstadt ist nicht sehr sehenswert, die Stadt dient als Ausgangspunkt für einige Ausflüge per Boot, 4×4  uä. Die Sonne zeigt sich und ein Hotel wirbt mit einer „happy hour“. Eine Flasche Wein für 15 € ( Normalpreis 39,90 €). Das ist ganz nach unserem Geschmack! Wir lassen uns auf der Terrasse nieder. Nach einer Weile kommen wir mit den beiden Frauen am Nebentisch ins Gespräch. Sie sind Sami. Die beiden Schwester leben recht unterschiedlich. Die eine auf dem Land, die andere in Rovaniemi. Ein interessantes Gespräch entspannt sich und wir erfahren viel über das Leben als Lappe in Finnland. Wir bleiben einen weiteren Tag, ich schreibe Berichte, Emails, sortiere Fotos und Birger geht auf Tuchfühlung mit den Nachbarn und kommt mit vielen neuen Tipps und Ideen zurück. Hinter Rovaniemi beginnt der Arctic Circel, der NordPolarKreis. Und genau dort steht auch das  Haus vom Weihnachtsmann. Hier kommen alle Wunschzettel der Kinder aus Europa an, wenn sie an den Weihnachtsmann schreiben. Mitten im Juni haben wir das totale Weihnachtsambiente um uns herum. Etwas kitschig, aber nett, wir verschicken ein paar Weihnachtspostkarten.

  Weiter gehts zum wunderschönen Inarisee! 

In Inari selber besuchen wir das Sami-Museum und lernen viel über das Leben der Samen, ihre Geschichte und über die Veränderungen der letzten 100 Jahre. Sehr spannend. einige Reisende haben uns ein Besuch in diesem Museum empfohlen und wir sind froh das wir ihrem Rat gefolgt sind.

Entlang des Sees kommen wir dann zur norwegischen Grenze. Der Grenzposten ist nicht besetzt und wir  haben schnell die Grenze passiert. Norwegen wir sind da!

Fazit: Die Schären und die Küste von Finnland waren sehr schön. Das Wetter hat es auch sehr gut mit uns gemeint. Der Weg durchs Inland hat uns jetzt nicht sooo beeindruckt. Außer natürlich die Rentierherden, die wir gesehen haben. Die Geschichte der Samen hat uns beeindruckt und mich animiert noch etwas mehr darüber zu lesen.

 

Dieser Beitrag gehört zu Europa 2019, Reiseberichte

One thought on “Europa: Finnland

  • Bärbel Ax 16. August 2019 at 20:48

    Hallo Ihr zwei, nach langer lesepause( schäm, schäm) war es mal wieder richtig schön mit Euch zu reisen. Euere Berichte und Bilder sind immer ein Traum.Danke dafür.Tausend Küsse Euere Bärbel

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