Europa: Norwegen August 2019

von Christiane

 Europa: Norwegen vom 30.06.2019-06.08.2019

Wir verlassen Finnland über eine kleine Grenze ohne Kontrollen und erreichen Norwegen an einem Sonntag. Unser erstes Ziel ist der Ort Kirkenes. Nahe an der russischen-norwegischen Grenze. Auf einem Stellplatz nahe an der Fussgängerzone, vor einer Kirche etwas erhöht mit Blick auf die Barentsee. Natürlich nicht wie hier ursprünglich stand auf die Ostsee, lieben Dank, Mary, für den Hinweis!

Am Nachmittag verzieht sich der Regen und wir drehen eine Runde durch Kirkenes. Die Fussgängerzone ist recht kurz, an einem Sonntag ist alles sehr verschlafen, zwei Restaurants sind geöffnet. Eigentlich gibt es nichts zu sehen. Also machen wir es uns im Womo gemütlich, aber auch nur solange bis ein Kühllaster sich auf den Stellplatz mit ca 10 Wohnmobilen stellt, die Fahrer verschwinden und die Kühlung brummt recht laut. Als nach drei Stunden der LKW immer noch lautstark vor sich hin brummt, wechseln wir den Platz. Am Industriehafen ist es zwar nicht ganz so schön aber ruhig. Am nächsten Morgen landet ein Schiff der Hurtigruten direkt vor uns, spuckt eine Menge Passagiere aus, die sich Richtung „Stadt“ bewegen.

Uns treibt es weiter bis auf die Insel Vardo. Der Weg ist auch das Ziel und führt uns an sehr schönen Fjorden entlang. Hin und wieder schaut die Sonne heraus.

Der Weg auf die Insel führt durch einen Tunnel unter dem Fjord entlang, unsere erste Fjord-Unterquerung. Von Vardo aus wird eine Bootsfahrt zu einer kleinen Vogelinsel angeboten auf der es verschiedene Möwenarten und Papageientaucher gibt. Der Wetterbericht sagt für die nächsten Tage Regen voraus und so sind wir froh am selben Tag noch eine Fahrt auf die Insel zu bekommen. Auch lernen wir die norwegischen Preise für Ausflüge/Eintritte hier kennen. Die Fahrt zur Insel dauert ca 15 Minuten. Auf der Insel werden wir von ca 80000 Vögeln begrüsst, die Jungen sind schon geschlüpft und wir wissen gar nicht wo wir zu erst hin schauen können. Leider ist der Rundweg über die Insel gesperrt, weil vor 3 Jahren Felsblöcke abgestürzt sind und den Weg versperren …..! Aber auf den knapp 800 Metern sehen wir viele Papageientaucher, Lummen und Möwen von ganz nah! Beobachten ihre Flugmanöver, ihre Streitigkeiten an Land und in der Luft, wie sie ihre Jungen füttern oder ihre Nester verschönern. Von uns ca 8 Besucher zeigen sie sich alle recht unbeeindruckt.

Die Nacht verbringen wir auf einem einfachen Parkplatz mit 180 Grad Meerblick, als der Wind nachlässt ist es noch schöner! Unser Ziel ist nun das Nordkap. Leider ist der Wetterbericht nicht sehr vielversprechend. Die nächsten Tage soll es regnen, überall hier im Norden. Wir überlegen hin und her, entscheiden uns dann einfach den Weg fortzusetzen, das Wetter ändert sich hier ständig und schnell, vielleicht haben wir ja doch Glück. Der Weg zum Nordkap ist ein Traum, schöne Fjorde, spannende Tunneldurchfahrten, der längste Tunnel ist über 9 km, Wasserfälle, kleine Brücken und jede Menge Rentiere. Nur die Sonne fehlt uns zu unserem Glück.

Als wir uns am späten Nachmittag dem Nordkap nähern fahren wir die letzten 12 km durch dicken Nebel. Auch das Nordkap versteckt sich vor uns. Auf dem Parkplatz vor dem Touristenzentrum können wir kaum das parkende Wohnmobil neben uns sehen. Aber die Nachbarn sind sehr lieb, haben auch Lust auf ein Quätschchen und  empfehlen uns einen Abstecher nach Hammerfest, dort gäbe es gerade einen BelugaWal im Hafenbecken. Aha! Wir erkunden zunächst das irgendwo vor uns liegende Touristenzentrum, mit Restaurants, Kapelle, Lightshow, Ausstellung und der bekannten Kugel. Geduld ist gefragt….darin sind wir beide nicht so wirklich gut. Aber es ist ja 24 Stunden hell!. Immer wieder tasten wir uns durch den Nebel vom Wohnmobil zum Touristenzentrum. Dann tatsächlich ganz kurz reisst der Himmel auf, wir können die bekannte Kugel ganz deutlich erkennen, sogar ein kleines Stück vom Wasser weit unter uns lässt sich Blicken. Schnell machen wir einige Fotos, fünf Minuten später versinkt alles wieder im Nebel. Wir halten durch bis zum nächsten Mittag, dann verlassen wir das berühmte Nordkap.

Unser Weg führt uns nach Hammerfest, ausserhalb des Ortes finden wir einen schönen Platz zum Übernachten. Ein toller Blick aufs Meer, liebe Nachbarn aus den Niederlanden. Am nächsten Tag schauen wir uns Hammerfest genauer an, irgendwo soll ja hier ein BelugaWal rumschwimmen. Tatsächlich jeden Tag um 12.00 Uhr fährt ein kleines Boot ein paar hundert Meter aus dem Hafen raus und kommt mit einem BelugaWal zurück. Dieser ist Anfang Mai 2019 das erste Mal hier gesichtet worden, diese Walart ist hier nicht zuhause, so dass man sich Hilfe von erfahrenen Walexperten geholt hat. Diese haben festgestellt, dass der BelugaWal ausgebildet ist, auf Befehle reagiert, Dinge transportieren und holen kann. Die Vermutung ist, dass er vom russischen  Militär „abgehauen“ ist. Weiter hat man mit Hilfe einer Sonde/Kamera festgestellt, dass der Wal sich nicht selber ernährt, wenn er alleine unterwegs ist. So hat man sich entschieden ihn zu füttern, zweimal am Tag im Hafen. So nah haben wir noch nie eine BelugaWal gesehen. Bis zum Winter soll es eine Entscheidung geben, wie und ob und wo man den Wal auswildern kann.

Wir fahren die Küste entlang Richtung Süden, passieren Alta mit seiner ungewöhnlichen Kirche.

Wir schauen uns Tromsö an, natürlich im Regen. Die bekannte Eiskathedrale ist leider wegen einer Hochzeit für Besucher geschlossen. Das Städtchen ist eigentlich ganz nett, kleine Gassen, schöne Shops, aber der Nieselregen motiviert uns ein Restaurant zu suchen und es uns gemütlich zu machen.

Abends auf dem Parkplatz am Wasser lernen wir viele unsere Wohnmobilnachbarn kennen, der Parkautomat „redet“ nur norwegisch, nimmt nur Kreditkarten und wir stehen ihm am nächsten. Während ich einem netten Italiener helfe, lernt Birger die Nachbarn aus dem Elsass kennen, sie braucht Hilfe beim Parkautomaten, er hat Probleme mit einem undichten Fenster und wir haben das passende Klebeband. Am späten Abend sitzen wir mit den Elsässern bei einem Glas Wein in ihrem recht neuen Carthago zusammen. Ein schöner Abend. Am nächsten Morgen verlassen wir recht früh den Parkplatz, wir wollen uns einen schöneren Platz fürs  Frühstück suchen. Ausserhalb von Tromsö wird vor einem Kreisverkehr morgens um 8.20 Uhr der gesamte Verkehrt angehalten und alle Fahrer müssen ins Röhrchen pusten. Während wir so warten erinnern wir uns, das unser Gastgeber gestern abend erwähnt hat, das in Norwegen die 0,0 Promille Grenze gilt. Kurz überlegen wir wie viel Wein wir gestern Abend in netter Runde getrunken haben. Ganz rein ist Birgers Gewissen nicht. Aber zum Glück zeigt das Gerät nix an und wir fahren weiter. Die nächsten zwei Tage verbringen wir bei tollem Wetter auf einem kleinen Stellplatz in Sommaroy zwischen Meer und Fjord. Wir legen die Füsse hoch, lesen, planen, waschen Wäsche.

Unser Reiseführer weiss zu berichten, dass die Insel Sonja schöner sein soll als die Lofoten. Wir haben ja Zeit und gönnen uns den Abstecher. Die Landschaft ist wirklich beeindruckten, am Rande von Sonja im Ort Husyo finden wir einen ganz tollen Platz am Hafen. Zu Fuss erkunden wir den kleinen Ort, der Blick auf die Berge und das Wasser ist sehr schön.

Als nächstes machen wir uns auf den Weg nach Andenes. Dieser Ort ist in Norwegen bekannt für sein Walwatchingtouren. Gegen Mittag kommen wir an, stellen unser Wohnmobil am Hafen ab und machen uns auf den Weg um eine Tour zu buchen. Unser Favorit, die Tour im Zodiac findet leider in den  nächsten Tagen wegen zu hohen Wellen nicht statt. Dann wird es wohl die Tour in einem größerem Boot. Mit dieser Idee sind wir irgendwie nicht alleine, die nächsten Touren sind alle ausgebucht. Abends um 18.30 Uhr dürfen wir noch mitfahren. Wir sind ganz glücklich, das Wetter soll in den nächsten Tagen wieder schlechter werden, heute ist es zumindest trocken. Die netten Nachbar auf dem Stellplatz geben uns noch ein paar sehr nützlich Tipps für unsere Waltour, warme Klamotten, warme Unterwäsche, dicke Socken, Mütze, Schal, Handschuh. Wir setzen alle Ratschläge um und sind so froh. Bevor es auf das Boot geht, gibt es eine Führung durch ein kleines Walmuseum, unsere Expertin, eine Studentin aus Deutschland, hat viel Wissen, aber wirkt nicht so motiviert. Als wir auf das Schiff warten lernen wir Ulrich und Irene aus Hamburg kennen. Ulrich kommt mit auf Schiffs, seine Frau bleibt lieber an Land. Wir haben viel Zeit zum Reden, unser Schiff verspätet sich um fast 45 Minuten. Aber wir haben ja eh nichts anderes vor. Als es dann endlich los geht und wir mit dem Boot den gesicherten Hafen verlassen, staunen wir nicht schlecht. Hohe Wellen, das Boot  schwankt recht heftig, die ersten Passgiere werden Seekrank. Ulrich und ich stehen draussen an der Reling und unterhalten uns, Birger traut sich noch eine Etage höher. Gut festhalten ist wichtig, warme Kleidung ist noch wichtiger. Nach ca 45 Minuten fahrt hält das Boot, wir suchen Wale, finden keine und fahren 30 Minuten lang weiter raus. Kein Wal in Sicht! Weiter geht die Fahrt! Nach weiteren 30 Minuten sagt die Crew sie hätten einen Orca gesehen.  Tatsächlich Orcas nicht einer, sondern mindestens 25 Orcas schwimmen um das Boot herum, in Gruppen zu viert oder fünft, springen, schwimmen um die Wette, tauchen, drehen sich. Ein tolles Spektakel. Seekrankheit, Kälte, Nässe, alles ist vergessen. Die Kameras laufen heiss. Wir gucken und staunen und bekommen das Grinsen kaum noch aus unseren Gesichtern, selbst Birger vergisst zu fotografieren….. Selbst der Kapitän zückt seine Kamera, er fährt täglich vier-fünf Mal raus. Auf der Rückfahrt erfahren wir, dass wir die norwegischen Gewässer schon längst verlassen haben und die Rückfahrt etwas dauern wird. Nach 23.00 Uhr kommen wir wieder an Land, es ist ja immer noch hell, uns ist etwas kühl, trotz der vielen Kleidung, aber es war ein tolles Erlebnis.

Am nächsten Tag schlafen wir aus und fahren Richtung Lofoten. Viel gehört und viel gelesen haben wir über diese Inselgruppe. Als wir die Lofoten erreichen ist es schon Mitte Juli, die Ferien in ganz Europa sind in vollem Gange, die Lofoten ein beliebtes Urlaubsziel. Uns ist dies alles bekannt, aber was uns hier erwartet übersteigt unsere Vorstellungskraft. Über die „Hauptstrasse“, die die Inseln verbindet fahren wir in einer Kolonne von Wohnmobilen, Wohnwagen und auch einigen PKWs. Anhalten, parken, Aussichten geniessen ist eher schwierig. Wir biegen ab nach Eggum über 25 km von den Hauptstraßen entfernt, Wandermöglichkeiten. Alleine sind wir nicht, aber es ist ruhiger. Die Wandermöglichkeiten sind schön, wir laufen Nachmittags und Abends je zwei Stunden, wenig Leute, schöne Natur.

Trotzdem starten wir am nächsten Tag einen neuen Versuch, fahren in der Kolonne, die Natur ist wirklich schön, aber vielleicht ist es einfach die falsche Jahreszeit. Aber wir finden wieder Abseits des Tourismus einen Campingplatz auf einer großen Wiese an einem Strand, jeder hat viel Platz. Einige Hügel im Umkreis erklimmen wir und geniessen den Blick auf die tollen Fjorde.

Wir verlassen die Lofoten und beschliessen sie noch einmal zu einer anderen Jahreszeit zu besuchen. Weiter geht es an der Küste entlang, das Wetter ist sehr abwechslungsreich, ändert sich schnell, nur die Sonne zeigt sich nicht so lange.

Die E 17 ist unser Ziel, Birger kennt diese Strasse entlang von unzähligen Fjorden aus seiner Jugend, nun will er mir diesen Weg zeigen. Pünktlich als wir die E17 erreichen kommt die Sonne raus und begleitet uns die nächsten Tage. Die Natur ist so schön, Felsen, Hügel, Wasserfälle, kleine Orte, Fjorde, kleine Häfen. Jeden Tag finden wir einen Stellplatz mit tollem Blick auf das Wasser, es wird nachts nicht dunkel, die Sonne geht nicht wirklich unter. Wir lassen uns treiben! Die E 17 führt uns über viele verschiedene Inseln, ungefähr 8 Fähren helfen uns beim „Island-Hoping“. Mehr als zwei Fähren pro Tag schaffen wir nicht. Nicht weil die Fähren so lange fahren im Schnitt ca 30 Minuten, aber sie fahren nicht stündlich und haben auch nicht unendlich viel Platz für die ganzen Touristen. Wartezeiten sind einzuplanen, und hin und wieder holen wir die Campingstühle raus, trinken Kaffee und genießen den Blick, während wir auf die nächste Fähre warten.

Nach soviel entspannender Natur, versuchen wir es mal wieder mit etwas Stadtleben in  Trondheim. Auf der anderen Flussseite der Stadt gibt es einen Parkplatz für Wohnmobile und über eine schöne Brücke sind wir zu Fuss auch schnell im Zentrum. Das Wetter ist schön und wir besuchen zu nächst den Dom und den Bischofssitz. Sehr beeindruckende Gebäude. Auf der anderen Seite steht eine Art Burg, wir laufen den steilen Berg hinauf um die Aussicht zu geniessen. Für die Radfahrer hat man extra einen Fahrrad Lift gebaut, da der Anstieg zu steil ist. Von oben ist der Blick über Trondheim sehr schön und man sieht auf wie vielen kleinen Insel die Stadt gebaut ist. Wie so viele Städte hier in Norwegen.

Unser nächstes Anlaufpunkt ist die Stadt Alesund. Als wir an einem späten Nachmittag ankommen ist der Stellplatz am Hafen direkt in der Stadt wie erwartet schon voll. Wir übernachten ausserhalb am Meeresmuseum und versuchen unser Glück auf dem zentralen Stellplatz am nächsten Morgen. Mit einem Platz in der ersten Reihe mit Blick aufs Meer sind wir sehr zufrieden, ab 12.00 Uhr ist der Platz voll. Wir bummeln durch die Stadt, laufen auf den „Hausberg“ mit toller Aussicht auf die Stadt und die gesamte Bucht.

Nun machen wir uns auf den Weg in den bekannten Geirangerfjord. Auch hier ist schon der Weg das Ziel. Je näher wir kommen um so mehr Fahrzeuge aus aller Welt sind unterwegs, vornehmlich Wohnmobile und Wohnwagen. Kurz vor dem bekannten Fjord fahren wir einige Serpentinen nach oben und geniessen den Blick nach unten auf den Fjord. Ein Kreuzfahrtschiff liegt im Fjord. Die Serpentinen gehen nun abwärts recht steil, nicht schnell, ich habe Zeit viele Fotos zu machen. Die Parkplätze mit den Aussichtspunkten sind überfüllt. Der Fjord ist wunderschön. Wir entscheiden uns trotzdem nicht zu bleiben, es ist noch recht früh am Tag und es sind uns auch zu viele Menschen unterwegs. Auf der anderen Seite geht es wieder raus aus dem Tal. An zwei tollen, nicht so gut besuchten,  Aussichtspunkt bewundern wir noch Wasserfälle.

Die Halbinsel Runde mir ihrem bekannten Vogelfelsen liegt zwar nicht so ganz auf unserem Weg, aber für Tierbeobachtungen machen wir gerne mal einen Umweg. Der einzige offizielle  Stellplatz ist uns zu eng und zu voll und so finden wir einen schönen Platz am Ende einer kleinen Schotterstrasse direkt am Wasser. Bis zum Abend stellen sich noch weitere Fahrzeuge auf die recht große Fläche, aber es ist  Platz genug jeder sucht sich seine persönliche Lieblings-Ecke. Später findet  ein Wohnmobil den „geheimen“  Stellplatz, sucht sich leider keine schöne private Ecke auf der freien Fläche, sondern stellt sich mit nur  3 Meter Abstand neben uns. Da hätten wir auch auf den engen Stellplatz gehen können. Schade! Am nächsten Morgen fahren wir zum Vogelfelsen. Es gibt einen Parkplatz, von dem aus wir dann los wandern. Die Wege auf den Felsen sind sehr schön, es geht stetig bergauf, wir sind früh genug, es ist noch nicht so voll. Wir erwandern den Felsen, tolle Aussicht aufs Wasser, viele Vögel sehen wir nicht. An einer Seite nisten einige Möwen. Die Papageientaucher sind schon fort. Aber allein für den Blick hat es sich gelohnt. Nach drei Stunden sind wir etwas müde, aber entspannt wieder am Wohnmobil.

Nun müssen wir uns etwas beeilen. In Bergen sind wir mit Bernhard und seiner Frau Constanze verabredet. Beide sind Kollegen von Birger aus Wien, sie leben mittlerweile in Norwegen und sind zufällig auf einem Wochenendtrip in Bergen. Die Wiedersehensfreude ist groß. Es gibt viel zu erzählen, aus alten Zeiten und aus den Neuen. Erlebnisse, Erfahrungen, gemeinsame Bekannte, die Firma. Die Sonne lacht vom Himmel und das in der Stadt, in der es 255 Regentage im Jahr gibt! Obwohl wir uns 6 Jahre nicht gesehen haben ist der Draht schnell hergestellt. Der Tag geht so schnell vorbei. Von Bergen sehen wir nicht ganz soviel, macht aber gar nichts. Wir fahren gemeinsam auf den Hausberg, schauen auf die Stadt und Umgebung herunter und reden und reden. Unsere Wege trennen sich wieder, aber schon in 10 Tagen wollen wir uns in Oslo wiedersehen.

Unser nächstes Ziel ist der Preikerstolen. Ein bekannter Wanderweg führt auf diesen Felsen, mit tollem Blick auf einen Fjord, der ca 600 Meter unter dem Preikerstolen liegt. Schon morgens um 8.00 Uhr starten wir unsere Wanderung. Für die 4 km bis zum „Gipfel“ werden 2 Stunden veranschlagt, das Wetter ist gut, für den Nachmittag ist Regen vorhergesagt. Wir sind nicht alleine unterwegs, die ersten Wanderer sind schon auf dem Rückweg, wahrscheinlich von ihrer Sonnen-aufgangstour. Es ist warm, der Weg ist steil, nach zwei Stunden haben wir es geschafft. Oben auf dem Felsen geniessen wir mit anderen Touristen den gigantischen Ausblick in die Tiefe. Nach einer ausgedehnten Pause und vielen Fotos machen wir uns auf den Rückweg. Der Ansturm der uns entgegen kommt ist riesig, einige Kreuzfahrtschiffe haben in Starvanger halt gemacht und mit Bussen werden die Passagiere hier hin gefahren. Der beschauliche Weg von der Hintour, ist nun überlaufen, Vogelgezwitscher Fehlanzeige.Schön, dass wir rechtzeitig losgelaufen sind.

Am frühen Nachmittag kommen wir in Starvanger an, es gibt leider nur einen Campingplatz in Stadtnähe, Mosvanger Camping. Der Besitzer und seine Crew sind sehr unfreundlich und so beschließen wir nur eine Nacht zu bleiben, wir wollen ja nur die Stadt besichtigen. Das machen wir auch direkt am selben Nachmittag. Zu Fuss gehen wir die 3 km nach Starvanger. Dort schlendern wir durch die Gassen, schauen uns die alten Holzhäuser an, die Kirche. Trinken ein Bier. Rechtzeitig bevor der Regen kommt sind wir wieder am Wohnmobil.

Am nächsten Morgen verlassen wir den ungastlichen Platz und fahren entspannt an der Küste entlang. Das Wetter ist mal wieder unbeständig. Viele kleine Orte werden in unserem Reiseführer schön beschrieben und für einen kleinen Abstecher empfohlen. In Lindenes stehen wir einen Tag am Leuchtturm, es ist sehr windig, es regnet. Aber der Leuchtturm und seine Umgebung sind einen Besuch auf jeden Fall wert. 

Am nächsten Tag schauen wir uns den Ort Risor an, ca 25 km von der Hauptroute entfernt liegt der kleine Hafenort. Als wir dort ankommen ist gerade ein HolzbootFestival. Wir sind rechtzeitig genug um noch einen Parkplatz zu bekommen. Durch schöne Gasse laufen wir zur Hafenpromenade, einige Holzboote liegen schon vor Anker. Plötzlich hören wir hinter uns jemanden rufen, „Schau, mal die „Slow-Motions“!“ Wir fühlen uns angesprochen, drehen uns um und vor uns sehen Silvia und  Michael  aus Süddeutschland. Wir haben uns im Dezember 2016 in Cusco/Peru kennengelernt und haben dort auf einem Campingplatz gemeinsam mit andern Weltenbummlern Silvester gefeiert. Einige Monate später haben wir uns dann zufällig in Chile auf einem Stellplatz wiedergetroffen. Nun, zwei Jahre später, laufen wir uns in einem mini-kleinen, Ort an der Küste von Norwegen über den Weg. Wir können es alle vier nicht fassen. Einiges gibt es zu erzählen, wir tauschen Reiseerfahrungen und Tips aus, wie damals! Später trennen sich wieder unsere Wege, die beiden starten gerade ihre drei-wöchige Norwegentour, wir fahren weiter die Küste entlang Richtung Oslo.

Die erste Nacht in Oslo stehen wir auf einem Campingplatz ausserhalb der Stadt. Um den Campingplatz herum gibt es viele Wiesen auf denen gerade ein großes internationales Fussballtunier für Jugendliche stattfindet. Zum Glück sind die ersten Mannschaften schon abgereist und wir bekommen einen Platz auf dem CP. Wir laufen runter in die Stadt, die Sonne scheint, es ist angenehm warm, ein Ziel haben wir nicht, wir lassen uns treiben. Gehen durch die Fussgängerzone, am Parlament  und  am Theater vorbei, runter zum Hafen. Am Wasser entlang zum „neuen Hafen“, viele neue moderne Gebäude, Restaurants, Cafe, Kneipen, viele Menschen, ein reges Treiben. Wir gehen etwas trinken, später etwas Essen, beobachten entspannt alles was um uns rum passiert. Am nächsten Morgen setzten wir unsere Stadtbesichtigung fort. Das Schloss in Oslo, Wohnsitz der Königsfamilie, kann man nur im Sommer für sechs Wochen von Innen besuchen, wenn die Familie im Sommerurlaub ist. Täglich gibt es nur 4-5 Führungen. Ausnahmsweise sind wir mal zur richtigen Zeit am richtigen Ort und ca 1 Stunde vor Führungsbeginn sind wir vor Ort. Dort erfahren wir, dass die Tickets vor allem online zu kaufen sind und nur ein kleines Kontingent von 10 Tickets pro Führung vor Ort zu erwerben sind.Wir stellen uns in die Schlange, so viele Leute sind nicht vor uns. Zunächst werden Tickets für eine Führung auf norwegisch verkauft, 30 Minuten später für die englische Führung. Unsere Chance ist die deutsche Führung, wir sind weit vorne in der Schlange und bekommen Tickets!  Unsere Führerin erzählt mit viel Charme und Witz alles Wissenswertes über das Schloss und die Königsfamilie. Oslo gefällt uns sehr gut! 

Am nächsten Tag besuchen wir Bernhard und Constanze in ihrem Haus ausserhalb von Oslo, Freunde der beiden aus Wien sind auch dort und so verbringen wir zu siebt einen ganz entspannten Nachmittag und Abend! Vielen Dank für eure herzliche Gastfreundschaft!

Oslo war unser letzter Stop auf dieser Reise in Norwegen. Am nächsten Tag fahren wir über die Grenze nach Schweden. Der Kreis unsere Reise schliesst sich fast! 

Fazit: Norwegen hat uns mit seiner tollen, abwechslungsreichen, rauen Landschaft begeistert. Fjorde, Berge, Felsen, Strände, Wälder. Nach jeder Kurve eine noch schönere Aussicht. Okay, das Wetter hat uns nicht so begeistert, aber das hatten wir auch nicht erwartet. Aber den tollen Weg entlang der E 17 durften wir bei traumhaftem Wetter genießen. Die vielen Fährfahrten haben viel Spaß gemacht. Norwegen haben wir ins Herz geschlossen.

Dieser Beitrag gehört zu Europa 2019, Reiseberichte

3 thoughts on “Europa: Norwegen August 2019

  • Mary 15. September 2019 at 15:14

    Hallo Weltenbummler,
    wieder einmal ein sehr schöner und informativer Bericht mit tollen Fotos! Vielen Dank. Doch eine kleine Anmerkung muss ich loswerden: Kirkenes liegt am Varangerfjord und damit an der Barentssee – nicht an der Ostsee… 😉
    Weiterhin gute Reise und viele weitere Berichte!

    • Christiane 15. September 2019 at 17:09

      Hallo Mary,

      lieben Dank für deinen Kommentar und deinen Hinweis. Habe es sogleich im Bericht geändert! Eure Seite gefällt uns sehr gut! Respekt vor eurer „Radfahrleistung“! Liebe Grüße Christiane und Birger

  • denise & marcel 23. September 2019 at 08:54

    hej ihr zwei. habe gerade euren bericht „verschlungen“ – so schöne bilder und spannender text. vielen dank!!! ich freue mich jetzt schon, dies alles nächstes jahr – mit viiieeeellll zeit – zu erkunden. bis bald ihr lieben. dicke umarmung aus der schweiz :-)!

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