Europa: Portugal

von Christiane

 Europa: Portugal vom  21.02.2019 bis 14.03.2019

Unser erstes Ziel in Portugal ist die Stadt Tavira. Der Camping liegt 2,5km ausserhalb der Stadt und so beschliessen wir auf einem Parkplatz direkt an der Altstadt zu übernachten. Wir staunen nicht schlecht, als wir dort ca 100 Wohnmobile vorfinden. Zumindest sind wir über Nacht hier nicht einsam.

Innerhalb von drei Minuten erreichen wir die schöne Altstadt. Schlendern durch die Gassen, finden in einer Nebenstrasse einen kleinen Italiener, bewundern einige Kirchen, trinken am Fluss gemütlich Kaffee.

Am nächsten Morgen verlassen wir den Parkplatz und es geht auf an die Felsenküste der Algarve. El Falesia, auch ein Tipp von Claus aus Cadiz, ist ein toller Ausgangspunkt für Strandspaziergänge. Leider sind die Wohnmobilstellplätze total ausgebucht. Wir bekommen noch einen Platz auf dem „Überlaufparkplatz“, sollte ein Platz frei werden, können wir „aufrücken“. Ach, so! Egal, wir stellen das Womo ab und machen uns auf den Strand zu erkunden. Es ist super schön, lang, weiss, mit tollem Felspanorama.

Also Schuhe und Strümpfe aus und rein mit den Füssen ins Wasser. Unsere Idee ist am Strand einige Kilometer zu gehen und dann über den Weg oberhalb der Fels mit tollem Ausblick zurück zu laufen. Also verlassen wir den Strand über einen Fussweg und landen direkt in einer großen Hotel mit  Apartment Anlage. Nach mehreren Versuchen finden wir auch einen Weg aus der Hotelanlage raus und finden uns in einem Gebiet mit unzähligen  Apartmenthäusern wieder. Es gibt eine Beschilderung Richtung Ausgang, wir folgen ihr, kommen an ein bewachtes Eingangstor und sind irgendwo am Rande des Ferienortes. Ein Weg zurück zu den Felsen finden wir nicht. So schauen wir uns den Ort an und laufen 4 km zurück zum Womo. Birger hat der Ehrgeiz gepackt, er will noch einmal versuchen meinen Campingstuhl zu reparieren. Bewaffnet mit Bohrer und Akkuschrauber nähern wir uns unserem „Opfer“. Erstmal versuchen wir zu verstehen wie ein Klappstuhl funktioniert und warum die Stuhlbeine immer auseinandergehen, bis die Sitzfläche den Erdboden berührt. Ich habe eine Idee und meiner Erklärung scheint auch Birger zu überzeugen. Schnell sind zwei Schrauben reingebohrt, leider ohne Erfolg, ich sitze mal wieder auf dem Fussboden. Zweiter Vesuch, Birger hat eine Idee, meine Schrauben werden wieder rausgedreht und wo anderes reingebohrt. Jawohl, jetzt hält’s! Später kommen unsere holländischen Nachbarn aus ihrem Wagen gekrabbelt und machen eine Bemerkung über unser Handwerkskunst. Aus ihren getönten Scheiben haben sie unser unfreiwilliges Unterhaltungsprogramm sichtlich genossen.  Abends starten wir einen neuen Versuch und spazieren oberhalb der Felsen entlang. Ganz einfach direkt vom Stellplatz aus. Später klopft es an der Tür, Bernd aus Süddeutschland mittlerweile wohnhaft in Schleswig, stellt sich vor. Wir haben das selbe Autokennzeichen. Nach einem kurzen Talk vor dem Abendessen, steht fest wir haben den selben Weg und werden uns bestimmt auf der Strecke treffen. Am nächste Tag verlassen wir den etwas überfüllten Platz und fahren nach Albufeira. Oh, je auf den Strassen in Albufeira werden von er Polizei die Vorrichtungen für Strassensperren errichtet. Sind wir schon wieder in einen Stadt Marathon geraten? Aber noch ist alles frei, schnell erledigen wir unsere Einkäufe in zwei Supermärkten und fahren rasch auf den CP. Der Campingplatz ist sehr gepflegt, gut besucht und ganze Areale sind für einen englisches Camperclub für die ganzen Wintermonate reserviert. Wir finden ein Plätzchen und machen uns dann zu Fuss auf in das ca 3 km entfernte  historisches Zentrums des Ferienortes. Auf halber Strecke kommen wir an den Strassensperren vorbei und vereinzelt stehen Passanten am Strassenrand. Mittlerweile haben wir verstanden, dass ein Radrennen in der Stadt ist. Also stellen wir uns auch an einem Kreisverkehr auf und warten. Auf einen Schlag kommt eine riesige Gruppe Radrennfahrer in einem für uns sehr schnellen Tempo die Strasse runter auf uns zu gerast. Biegt im Kreisverkehr vor uns ab. Im Gefolge dann die ganzen Teamwagen und Sanitätswagen.

Das Spektakel ist schnell vorbei und wir setzen unseren Weg Richtung Altstadt fort. Ich bin gespannt was ich wiederkenne, vor ca 23 Jahren war ich im Sommerurlaub einmal hier. Es ist recht touristisch, einige nette Gassen, viele, viele Restaurants, Kneipen mit „happy hour“. Jetzt in der Nebensaison sind  nur einige  Touristen unterwegs, vornehmlich Engländer und Deutsche. Durch einen kleine Tunnel gelangt man zur Strandpromenade. Wir lassen uns nieder und beobachten das Strandleben. Der Strand ist wirklich sehr groß und wir möchten uns lieber nicht vorstellen, wie es hier im Sommer zugeht. Aber jetzt ist es echt angenehm.

Den nächsten Tag nutzen wir um die Strandpromenade Richtung „Fischerviertel“ entlang zu laufen, geniessen den Blick auf das Meer. Ein paar Kellner haben Langeweile und fangen an zu posen als sie mich mit der Kamera sehen. Das lass ich mir natürlich nicht entgehen.

In die andere Richtung gehts zum Yachthafen. Am frühen Nachmittag lassen wir uns dann in einem Restaurant mit Blick auf den Strand nieder. Das Restaurant hat mehrere Terrassen, die leider alle schon belegt sind. Wir bekommen dann einen Platz  auf der obersten Dachterrasse, ohne Schatten aber eine mega Aussicht. Nach etwas 20 Minuten gesellt sich ein Paar aus Dänemark zu uns. Wir kommen ins Gespräch und verbringen den ganzen Nachmittag bei Kaffee und Wein auf der tollen Terrasse.

Thoger und Shadi  erzählen uns, dass sie gemeinsam mit Shadis Schwester im Oktober ein Haus in Albufeira gekauft haben. Sie laden uns für den nächsten Nachmittag ein, das neue Feriendomizil zu besichtigen.  Die Einladung nehmen wir gerne an. Am nächsten Nachmittag machen wir uns mit den Fahrrädern auf den Weg zu den beiden. Weit ist es nicht, aber leider liegt das Haus etwas oberhalb und ich quäle mich ein wenig die Hügel hoch. Wir werden sehr herzlich empfangen und erhalten direkt eine Führung durch das sehr große Haus mit Pool und schönem Garten. Die Gesprächsthemen reißen nicht ab, auch mal ernster, aber es gibt auch viel zu lachen. Shadi hat dann sogar noch etwas zum Abendessen vorbereitet. Sehr lieb.  Als es dann dunkel wird machen wir uns mit den Rädern auf den Rückweg, zum Glück jetzt nur noch bergab. Wenn ich jetzt noch wüsste wo genau das Licht an meinem Fahrrad an geht…..! Vielen Dank für eure liebe Gastfreundschaft Shadi und Thoger! Wir sehen uns wieder entweder bei uns oder in Kopenhagen.

Als wir am CP ankommen, checke ich wie immer email etc. Denise und Marcel aus der Schweiz sind ganz in der Nähe und fragen, ob wir nicht Lust auf ein Treffen hätten. Sie würden dann noch einen Tag länger in Alvor bleiben. Klar, haben wir Lust, auf jeden Fall, immer! Die beiden haben wir 2014 in Kanada kennengelernt und während unserer Amerikareise öfter getroffen. Echte Travel-Buddys! Im Oktober haben wir die beiden noch in der Schweiz besucht nun fallen wir uns in Portugal wieder in die Arme. Wir treffen uns auf einem echt schönen Parkplatz direkt am Strand „ mit Schnauze im Wasser“. Gemeinsam verbringen wir einen entspannten Tag und quatschen was das Zeug hält. Ein wirklich sehr schönes Wiedersehen.

Am nächsten Mittag verabschieden sich die beiden, sie müssen langsam Richtung Heimat fahren um pünktlich die Saison auf „ihrem“ Campinglatz am Greifensee zu eröffnen.  Wir bleiben noch eine Nacht geniessen Strand, Meer und den kleinen Ort.

Am nächsten Tag geht es weiter nach Lagos auf einen Stellplatz mit Versorgung und Entsorgungsstation.  Nachdem wir zwei Tage auf einem Parkplatz standen müssen wir nun erstmal unsere Tanks leeren und Frischwasser aufnehmen. Die Ideen haben auch andere und vor uns steht Bernd aus Schleswig mit seiner Frau Waltraud. Die Chemie stimmt direkt und wir beschliessen die Wohnmobile zu parken und gemeinsam in die Stadt zu gehen. Die beiden waren schon mal vor Jahren in Lagos und so lassen wir uns führen. Wir bummeln durch die Stadt, gehen gemeinsam Mittagessen und lernen uns erst einmal ein bisschen besser kennen, tauschen Lebensgeschichten und Reiseerlebnisse aus. Klar, dass dafür ein Nachmittag nicht reicht.

Wir verabreden uns den nächsten Abend gemeinsam in Carrapateira bei einer Flasche Wein zu verbringen.  Wir wollen uns vorher noch Sagres anschauen. Am Vormittag besuchen wir das Fort. Der Blick auf die felsige Landschaft und das raue Meer ist wirklich wunderschön.

Am frühen Nachmittag kommen wir in Carrapateira an. Bernd und Waltraud sind schon da, aber auf einem Spaziergang unterwegs. Wir laufen auch zum Meer und drehen eine Runde zu Fuss an der Küste entlang.

In der Nähe vom Parkplatz gibt es ein sehr gut besuchtes Restaurant. Birger und ich beschliessen, die Küche weiterhin kalt zu lassen und finden einen Tisch auf der Terrasse. Die Portionen sind riesig und das Essen ist richtig gut. Eine gute Wahl. Als wir zurück am Womo sind, sind die anderen Schleswiger auch schon da. Der Abend wird etwas länger bei einer oder zwei guten Flaschen Weisswein. Wir fahren am nächsten Tag weiter und verabschieden uns erstmal von Bernd und seiner Frau. Der nächste Ort am Meer wartet auf uns. Vilanova Milfonte. Auf dem Weg dorthin machen wir einen Abstecher in den hübschen Ort Zambujeira. Von dort geht es nach Cabo Sardao. Das besondere hier ist, das in den Felsen und Klippen über dem Meer  am Leuchtturm Störche nisten. Und tatsächlich wir finden Störche, ein toller Anblick, aber schwer zu fotografieren. Eine echte Besonderheit, sonst findet man keine Störche in meeresnähe. Auch soll es Fischotter im Salzwasser hier geben. Die haben sich aber im Gegensatz zu den Störchen nicht Blicken lassen.

Vilanova Milfonte ist ein kleiner Ort schön an einer Flussmündung gelegen mit Blick auf Fluss und Meer. Der Camping ist entspannt, hat gutes Internet und wir bleiben noch einen weiteren Tag.  Eine gute Entscheidung, am nächsten Tag rollt ein Womo mit SL-Kennzeichen auf den Platz. Diesmal spielen wir den Stadtführer für Bernd und Waltraud. Nach einem schönen gemeinsamen Nachmittag mit Kaffee und Kuchen verabschieden wir uns und verabreden uns gleichzeitg in Lissabon.

Birger und ich fahren weiter ins ca 18km entfernte Porto Covo, Der Ort ist klein, übersichtlich und hat eine schöne Küste. Nach einer Ortsbesichtigung  entscheiden wir uns weiterzufahren. Tolle Stellplätze passieren wir an der Küste, aber Birger mag noch nicht stehen bleiben. Am Nachmittag landen wir an der wirklich schönen Lagoa de Santo Andre. Die Lagune liegt direkt in Verbindung zum Meer, eine wahnsinnige Brandung erwartet uns am riesigen Strand. Windgeschützt hinter den Dünen verbringen wir eine ruhige Nacht.

Am nächsten Tag stoppen wir spontan in Alcacer de Sol. Im Vorbeifahren sehen wir einen kleinen Parkplatz, belegt von einigen Womos direkt gegenüber des kleinen Ortes. Über eine Brücke über den Fluss erreichen wir die Altstadt. Diese ist schnell erkundet und es ist mal wieder Zeit für ein verspätetes Mittagessen. Die Restaurants sind alle gut besucht, kein Platz für uns. Aber der Chef sagt uns zu in ca 15 Minuten sei ein Tisch für uns bereit. Wir setzten uns auf eine Bank am Fluss in die Sonne, wir haben ja Zeit.  Als wir die ersten Gäste das von uns auserspähte Restaurant verlassen sehen, machen wir uns langsam auf den Weg. Der Chef sieht uns, kommt aus der Tür gelaufen, signalisiert uns nun sei ein Tisch frei. So lieb! Wir bestellen die Hausspezialität, natürlich auf total unperfektem  Portugiesisch. Die Kellnerin freut sich aber trotzdem sehr über meine Bemühungen und streichelt mir begeistert den Arm und drückt meine Hand. Das Essen ist wirklich gut, wir sind die einzigen Touristen im Lokal. Als ich die Rechnung auf Portugiesisch erfrage, reckt eine andere Bedienung freudig alle Daumen hoch! Wir fühlen uns hier wirklich gut aufgehoben!

Am nächsten Tag fahren wir ca 100 km bis vor die Tore Lissabons. Für uns im Vergleich der letzten Wochen eine eher lange Strecke! Auf dem CP in Costa de Caprica (Danke für den Tip Claus) auf der andere Seite des Rio Tejo finden wir einen schönen Stellplatz für die nächsten drei Nächte. Es ist noch recht früh am Tag und so machen Birger und ich uns zu Fuss auf den Weg zur 3,5 km entfernten Fähre, die uns über den Rio Tejo  in den Stadtteil Belem von Lissabon fahren soll. Wir schauen uns in Belem das Seefahrer Denkmal und das Wahrzeichen von Lissabon den Torre de Belem an.

Ein Regenguss motiviert uns spontan eine Pizza essen zu gehen. Als der Regen vorbeigezogen ist, schauen wir uns das Hieronymitenkloster mit dazugehöriger Kirche an. Auf dem Weg zur Fähre kommen wir an der hochgelobten „Patisserie Belem“ vorbei. Bekannt für die „Pate de Nata“ ein sehr leckeres Blätterteiggebäck mit Vanillepuddingfüllung. Leider empfinden wir, dass die Atmosphäre des „Kaffeehauses“ eher an eine  Mischung aus Bahnhof und gekachelter Baderaum erinnert. Also verzichten wir auf dieses „Must to eat“ und trinken in einem kleinen Kaffee um die Ecke gemütlich unseren Kaffee und auch hier gibt es leckere „Pate de Nata“. Als wir am Abend auf den CP zurückkommen, sind auch  Bernd und Waltraud angekommen. Bei einer Flasche Wein verabreden wir uns zur gemeinsamen Sightseeingtour durch Lissabon. Am nächsten Morgen um10.00 Uhr laufen wir los zur Fähre, um 11.00 Uhr legt diese ab. In Belem angekommen organisieren wir uns einen Ganztagesticket für die öffentlichen Verkehrsmittel in Lissabon und nehmen den ersten Bus Richtung Lissabon Innenstadt. Der Parque de Commerce ist unser erster Halt, ein großer Platz mit schönen alten Gebäuden unter anderem das Justizgebäude. Bernd vermeldet leichte Unterzuckerung, das Zeichen für die erste Kaffeepause und ein Stück Kuchen. Bernds Lieblingspause. In einer Bar trinken wir Kaffee, aber es gibt leider keinen Kuchen, aber die nächste Pasteleria  ist nicht weit. Für 5,50€ gibt es 6 Pate de Nata unserer Wahl, mit Vanillepudding, Nutella, Karamellcreme ( Dulce de leche) usw. Als Waltraud erwähnt sie mag nur eins, schallt ihr von beiden Herren gleichzeitig entgegen, mehr als ein Teilchen sei für uns Frauen auch nicht geplant….. wir lachen alle laut auf!  Gekräftigt besuchen wir erst die Kirche des Heiligen Antonius, der unter anderem auch der Schutzpatron der Reisenden ist und dann die Kathedrale „Se“ von Lissabon. Ja, und als wir diese wieder verlassen öffnet  Petrus die Himmels-Schleusen. Wir sind zwar mit Regenjacken und Schirmen gut vorbereitet, aber Spaß macht es nicht im Regen rum zu laufen. Also ziehen wir das Mittagessen etwas vor, wir kommen bei einem Italiener vorbei, leider denken wir über den Namen des Restaurants „Healthy Pizza“ nicht nach. Auf der Karte stehen Pizzen für zwei Personen, Birger und ich teilen uns eine Pizza genauso wie Bernd und Waltraud. Als das Essen kommt schauen wir alle nicht schlecht. Jeder hat die Hälfte einer evtl etwas größeren Pizza auf dem Teller, die aus einem sehr dünnen, dunklen Boden ( Dinkel, Mehrkorn?? wer weiss das schon ) besteht. Als jeder sein Stück gegessen hat haben wir erst recht Hunger. Da ich das Restaurant entdeckt und vorgeschlagen habe, habe ich ab sofort Restaurantvorschlagsverbot. Ist mir recht, eine Verantwortung weniger, bin ich doch schon der Stadtführer. Im Regen laufen wir ein Stück durch die Stadt, fahren mit dem bekannten Aufzug „ Elevator Santa Justa“ in die Oberstadt. Im Aufzug ist es wenigsten trocken. Unser Idee mit einer der historischen Strassenbahnen eine Runde zu drehen, haben gefühlte 1800 andere Touristen auch, alle Strassenbahnen sind restlos überfüllt. Der Wetterbericht sagt, dass es ab 17.00 Uhr nicht mehr regnet. Bernd schlägt vor ein Stück Kuchen zu essen. Als wir kurz vor fünf das Kaffee verlassen, hat es tatsächlich aufgehört zu regnen und eine leere Strassenbahn hält vor uns. Ok, dann gibt es eine Strassenbahnfahrt ohne Regen. Durch enge, steile, schmale Strassen schlängelt sich die Bahn. An der Endhaltestelle steigen wir in die nächste Bahn. Wo genau sie hinfährt wissen wir nicht, aber als wir an der Kathedrale vorbei kommen, erkenne ich zwei der so bekannten Aussichtspunkte von Lissabon. Wir steigen aus, es ist trocken und wir geniessen ein wenig die Aussicht auf den Fluss und ein riesiges Kreuzfahrtschiff. Durch kleine, sehr hübsche Gassen suchen wir uns den Weg zurück zu unserem Ausgangspunkt. Mit welchem Bus sind wir am Anfang gefahren? Egal, als wir aus den Gassen rauskommen, steht ein Taxi vor Bernd. Er reagiert schnell, kapert das Taxi und wir lassen uns zur Fähre fahren. Die nächste Fähre geht in ca 20 Minuten und der Taxifahrer schafft es tatsächlich uns 2 Minuten vor Abfahrt abzusetzen.

Gegen 19.30 Uhr erreichen wir den Campingplatz und beschliessen am nächsten Tag noch einmal nach Lissabon reinzufahren. Der Wetterbericht hat Sonne angesagt. Der Wetterbericht hat Recht. Am nächsten Morgen scheint die Sonne, von der Fähre in Belem fahren wir mit dem Taxi direkt zum Castello. Dort angekommen staunen wir nicht schlecht über die lange Schlange am Ticketschalter. Kleine Gasse ringsherum laden zum flanieren ein und wir lassen uns treiben. Wir klettern auf einen Kirchturm um auf Lissabon zu staunen, gehen noch mal zu den  Aussichtspunkten, diesmal mit Sonne. Dann ist es wieder Zeit Bernds Unterzuckerung zu bekämpfen und wir machen gerne eine Kaffee und Teilchen Pause. Waltraud erwähnt etwas in Richtung, dass in Lissabon noch ein Wiener Kaffeehaus fehlen würde. Wir stimmen ihr lachend zu. Dann schlendern wir durch die Innenstadt, geniessen das Treiben um uns herum, machen viele Fotos. Laufen von einem Platz zum anderen, hoch in die  Oberstadt, diesmal über Treppen ohne Aufzug. Regnet ja nicht! Am späten Nachmittag wird es dann Zeit für eine Pause und etwas Anständiges zu essen. Nicht einfach sich zu entscheiden bei so viel Auswahl. Ich darf ja nicht mitreden, nach meiner Pleite mir der gesunden Pizza am Vortag. Melde mich dann doch zu Wort, wen wundert´s?? In einer Seitenstrasse hatte ich ein paar Stühle in der Sonne gesehen. Birger hat sie auch gesehen „Meinst du die gegenüber von dem Baucontainer?“ Wir gehen trotzdem schauen und stehen vor einem netten Lokal mit österreichischer Speisekarte. Von Wienerschnitzel,Gordon ( CordonBleu) Erdäpfelsalat ( mit und ohne Majo), Rostbratwürsten, bis hin zu bayrischem Weißbier,  grünem Veltliner und österreichischen Mehlspeisen. Auch vegetarische Speisen gibt es. Also findet jeder von uns etwas auf der Speisekarte. Hatte Waltraud sich nicht vor einigen Stunden ein Wiener-Kaffeehaus gewünscht. Voilà! Den Nachmittag lassen wir entspannt ausklingen.

Später bringt uns einTaxi zurück zur Fähre. Bei Sonne macht eine Stadtbesichtigung doch mehr Spaß und zu viert am meisten. Am nächsten Tag verabschieden wir uns mal wieder von einander. Wir haben zwar ungefähr die gleiche Richtung, aber unser Reisetempo ist doch unterschiedlich. Uns zieht es wieder ans Meer, nach Foz de Arelho. Der Stellplatz ist ein Tipp von Denise und Marcel, weil man steht wieder mit „Schnauze im Wasser“. Ja, aber nur während der Woche. Als wir am Samstag anreisen, ist die erste Reihe belegt. Von den deutschen Nachbarn vor uns erfahren wir, dass ab Sonntagnachmittag alles ganz leer ist. Wirklich?  Birger will es wissen und bucht zwei Nächte.

Wir laufen die Promenade entlang, gehen Kaffee trinken, geniessen den Meerblick und die warme Sonne. Am nächsten Morgen, bringe ich den Müll weg und drehe eine Runde um den Stellplatz. Ich sehe einen freien Stellplatz in der ersten Reihe, Meerblick. Schnell räumen wir alles zusammen, Birger ist gerade im Bad, eine Katzenwäsche tut es jetzt auch. 5 Minuten später stehen wir mit Schnauze im Wasser und bereiten erst einmal in Ruhe unser Frühstück vor. Am frühen Nachmittag machen wir unseren zweiten Strandspaziergang und sehen ein uns bekannten Wohnmobil mit Schleswiger Kennzeichen. Die Überraschung ist groß, weniger überraschend ist, das Bernd Lust auf Kaffee hat, das war auch gerade unser Ziel. Wir verbringen den vorerst letzten Nachmittag zusammen. Bernd und Waltraud bleiben noch eine Nacht uns treibt es am nächsten Morgen weiter. Aber in Schleswig sehen wir uns im April bestimmt wieder. Es ist so schön euch kennengelernt zu haben. Unser nächstes Ziel ist Figueira da Foz. Birger gefällt die Stadt nicht so gut. Zu groß, nicht gemütlich, nichts los. Ja, es ist Montag, viele Geschäfte und Kneipen haben jetzt in der Nebensaison geschlossen. Eine schöne Altstadt gibt es auch nicht. Aber dafür einen riesigen Stand, super breit und sehr lang. Wir schlafen mit Blick auf die Hafeneinfahrt und den Leuchtturm.

Aveiro, auch klein Venedig von Portugal ist unser nächstes Ziel. Der einzige Stellplatz der nahe an der Altstadt, liegt unter einer Autobahnbrücke. Wir beschliessen uns dort hin zu stellen, den Ort anzuschauen und uns dann für die Nacht ein anderes Plätzchen zu suchen. Gemacht getan. Alveiro ist wirklich super hübsch. Eine Studentenstadt, kleine Läden, viele Gassen, Kneipen, Cafes. Dazu viel alter Architektur, Kirchen. Durch die Stadt führen viele Kanäle, man kann Bootstouren buchen, ähnlichen den angebotenen Gondelfahrten in Venedig.

Etwas überraschend sind die Bilder auf den ehemaligen Fischerbooten.

Am späten Nachmittag kommen wir in Vagos an. Hier wollen wir hinter den Dünen die Nacht verbringen. Wir sind nicht alleine, mit sechs anderen Wohnmobilen stehen wir hier. Wir laufen noch etwas die Promenade entlang. Aber in dem Ort ist nichts los.

Es sieht so aus, als ob die meisten Gebäude Ferienapartments enthalten. Wenig Geschäfte sind geöffnet. Am späten Abend zieht dann ein Unwetter auf. Es beginnt heftig zu regnen, starker Wind kommt dazu. Der Regen hört auf, der Wind wird stärker. Wir werden ziemlich durch gerüttelt. Als erstes wenden wir das Wohnmobil, um den Gasbrenner vom Kühlschrank aus dem Wind zu nehmen, die Nachbarn haben wohl die gleiche Idee. Der Wetterbericht sagt, dass ab 3.00 Uhr morgens der Wind nachlässt. Wir schlafen unruhig, zwei Nachbarn verlassen irgendwann mit den Fahrzeugen den Platz. Als ich um 2.52 Uhr das letzte Mal auf die Uhr schaue, meine ich zu spüren das der Wind nach lässt. Einbildung? Egal, wir schlafen durch bis zum nächsten Morgen. Als wir Kaffeetrinken kommen die „alten“ Nachbarn auch wieder zurück. Unseren letzten Tag in Portugal verbringen wir in Vila de Conde. Der Ort liegt direkt an der Flussmündung, wir stehen mal wieder mit Blick auf die Hafeneinfahrt. Als wir ankommen, sind wir nur zu zweit auf dem offiziellen Stellplatz der Stadt, als wir abends zu Bett gehen, sind wir zu zehnt. Wir nehmen Abschied von Portugal, schlendern herum, trinken ein letztes Glas guten portugiesischen Wein.

Bis zur spanischen Grenze sind es nur 70 Kilometer. Mit einer Träne im Knopfloch verlassen wir dieses schöne Land.

Fazit: Portugal hat uns sehr, sehr gut gefallen. Wir haben uns sehr wohlgefühlt. Die Menschen waren sehr freundlich, sympathisch und offen. Egal wo wir hinkamen wurde Englisch gesprochen und unsere drei höfliche  Brocken portugiesisch ( Bitte, Danke, Guten Tag, Auf Wiedersehen, Ich möchte bitte ein Wasser/Bier/Weiswein/Rotwein/Milchkaffee/Wasser etc) wurden immer mit einem begeisterten Lächeln zur Kenntnis genommen. Die Orte sind wunderschön, die Küste unbeschreiblich beeindruckend. Überall gab es schöne Möglichkeiten mit dem Wohnmobil zu übernachten. Nicht unser letzter Winter in Portugal !

 

Dieser Beitrag gehört zu Europa 2019, Reiseberichte