Europa: Schweiz und Italien 2018

von Christiane

Europa: Schweiz und Italien vom  28.09.2018 bis 22.10.2018

Unsere erste Etappe führt uns spontan nach Norddeich. Auf dem Weg von Schleswig auf der Autobahn nach Süden, kam uns die Idee einen Abstecher an die Nordsee zu machen. Ein Blick auf die Karte und ich erinnerte mich, dass eine Schulfreundin aus der Grundschule in den Sommerferien immer nach Norddeich fuhr. Ein Stellplatz ist auch schnell gefunden und so geniessen wir einen sonnigen Tag am Meer.

Wir melden uns bei unseren Schweizer Freunden am Greifsee und in Menziken, und tatsächlich haben sie Zeit und Lust uns zu sehen. Nun haben wir einen Zeitplan und die ersten konkreten Ziele!  Am nächsten Tag kommen wir nur bis Wesel, da die Autobahnen um Köln alle, aufgrund eines Staatsbesuches, verstopft sind. Unser Stellplatz liegt nur drei Minuten zu Fuss vom Rhein entfernt, die Sonne scheint und wir machen einen Spaziergang am Wasser und schauen uns die Innenstadt von Wesel an .

Weiter geht es über die Mosel. Wir staunen nicht schlecht wie viele Wohnmobile unterwegs sind und wie voll die Stellplätze sind. Einen Nachmittag schlendern wir durch Bernkastel Kues, gehen eine Kleinigkeit essen. Am Nachbartisch sitzt ein älteres Paar, bestellt auf Englisch und spricht dann portugiesisch miteinander. Neugierig beginnen wir ein Gespräch. Die beiden kommen aus Sao Paulo,Brasilien, Sie hat deutsche Vorfahren und spricht sehr gutes Deutsch, er hat italienische Vorfahren, spricht demnach auch italienisch. Beide sind schon viel gereist, haben mehrer Wohnungen in Brasilien und erzählen begeistert-kritisch von ihrer Heimat. Nach zwei Stunden trennen sich unsere Wege.

Von der Mosel fahren wir über Stuttgart an den Bodensee.

Dort verbringen wir zwei entspannte Tage, fahren Rad,  bevor wir uns auf den Weg in die Schweiz machen. Natürlich nicht ohne vorher noch einen Großeinkauf in Deutschland zu machen, die Schweiz ist doch etwas hochpreisiger als Deutschland. Wir freuen uns ganz doll Denise und Marcel auf ihrem Campingplatz am Greifsee zu besuchen. Die beiden, waren die ersten „deutschsprachigen“ die wir 2014 auf unser Reise mit dem Womo durch Kanada getroffen haben. Trotz unterschiedlicher Reisegeschwindigkeit und anderer Reiseroute haben wir uns immer wieder irgendwo geplant oder ungeplant gesehen. Die gemeinsamen Abenden waren super schön. Jetzt vier Jahre später sind die beiden selbst „Host“ eines Campingplatzes. Gegen Mittag kommen wir in Maur am Greifensee an, das Hallo ist groß. Es gibt viel zu erzählen und wir sind neugierig wie so der Alltag auf einem Campingplatz aussieht. Klar, müssen die beiden arbeiten, es ist noch Saison, aber es bleibt genug Zeit zum Quatschen. Abends sitzen wir am Lagerfeuer und schwelgen in Erinnerungen.

Am nächsten Tag umrunden Birger und ich den Greifensee mit dem Fahrrad. Eine tolle Gegend, der See auf der einen Seite, die Berge auf der anderen Seite.

Den späten Nachmittag und Abend verbringen wir wieder zu viert bei Rotwein und Bier. Ende Oktober ist für die „Busslis“ auch die Saison auf dem Camping vorbei und sie haben fünf Monate frei. Auch sie wollen dann mit ihrem Camper nach Südeuropa und wir sind sicher, dass wir uns irgendwo treffen werden – eben wie in alten Zeiten-. Mit dem Wissen auf ein baldiges Wiedersehen fällt der Abschied nicht ganz so schwer. Hasta luego!

Eigentlich sind es von Maur nach Menziken nur 70 Kilometer, aber erst müssen wir einer Umleitung folgen und befahren die Autobahn dadurch in die falsche Richtung und später stehen wir in einem Stau, weil ein Tunnel nur einspurig ist. So erreichen wir erst nach 2,5 Stunden unser Ziel. Christine und Beat heissen uns ganz herzlich in ihrem wie sie es nennen „Hexenhäuschen“ Willkommen. Mit viel Liebe und in vielen Stunden Arbeit haben die beiden ihr Zuhause so gestaltet wie es heute da steht. Wir sind total begeistert, von soviel Gemütlichkeit und Atmosphäre. Vor drei Jahren haben wir uns in Utah auf einem Campingplatz kennengelernt, und haben dann später Weihnachten und Neujahr gemeinsam in Malibu-Beach verbracht. Es war eine tolle, entspannte gemeinsame Woche. Seit dem sind wir in Kontakt geblieben und haben alle Wichtigen Ereignisse im Leben der anderen geteilt. Die beiden laden uns zu einem ganz tollen Schweizer Raclette ein und wir verbringen einen super gemütlichen Abend zusammen. Wir fühlen uns direkt zuhause! Es gibt viel zu erzählen und so verlassen wir die beiden auch erst am nächsten Mittag. Vielen Lieben Dank euch beiden! Das nächste Treffen ist dann bei uns im Norden!

Es ist nicht weit bis zum Luzerner See! Wir machen einen kurzen Bummel durch das wirklich schöne Luzern, es ist viel los denn es ist Jahrmarkt in der Stadt.

Wir fangen uns noch ein Park-Knöllchen ein und machen uns auf den Weg auf die andere Seite des Sees, wo wir die Nacht auf einem Bauernhof mit schönem Bergblick verbringen.

Am nächsten Tag geht es früh los und wir fahren nach Interlaken.

Mit der Gästekarte, die man nach Bezahlung der Kurtaxe erhält, kann man hier die öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos benützen. Vom Campingplatz fahren wir ca 15 Minuten mit dem Bus in die Stadt hinein. Mit der Zahnradbahn fahren wir auf den Harderkulm. Von hier oben hat man einen tollen Blick auf Interlaken, die Berge (JungfernJoch, Mönchsberg) und auf den See. Bei einer kleinen Flasche Wein geniessen wir die Schweizer Berge.

Den nächsten Tag vertrödeln wir ein bisschen, machen eine kleinere Wanderung.

Die Schweiz gefällt uns sehr gut!. Unser nächstes Ziel ist Noville am Genfer See. Auf dem Campingplatz finden wir einen Platz in der ersten Reihe mit Seeblick und Blick auf Montreux. Die Stadt ist nur knapp 9 km entfernt und der Radweg führt uns immer am See entlang. Unsere Stadtbesichtigung beginnt und endet auf der Seepromenade. In einem netten Kaffee lassen wir uns nieder, die Sonne scheint und wir beobachten die anderen Touristen. Am nächsten Tag fahren wir mit den Rädern in die andere Richtung, bis der Radweg nach einigen Kilometern aufhört. Auf der Schnellstrasse haben wir keine Lust Rad zufahren und wir drehen wieder um. Bis zur französischen Grenze sind es am nächsten Tag nur wenige Kilometer.

Wir möchten einige Bergpässe fahren und laut Auskunft im Internet sind auch alle Pässe noch befahrbar. In Chamonix finden wir einen Platz mit direktem Blick auf den Mont Blanc. Leider sind die meisten Seilbahnen geschlossen. Sie werden für die Wintersaison hergerichtet und gewartet.  Deswegen beschliessen wir, dass gute Wetter zu nutzen und weiter zu fahren. Über Albertville und Bourg- St.-Maurice fahren wir durch  das Tal der Isere nach Val d’Isere.

Danach überqueren wir den Col de l’ Iseran, dieser ist mit 2770 m , der zweithöchste Pass der Alpen. Auf der Passhöhe, hält uns der Fahrer einen CamperVans an. Seine Batterie ist leer und er benötigt Starthilfe.  Der kleine PKW, der bei ihm steht schafft es nicht. Klar, kein Problem denken wir. Nach einigem Rangieren stellen wir fest, dass wir leider nicht nah genug an das andere Fahrzeug  ran fahren können um mit den Starterkabeln die Batterien zu verbinden. Der Italiener, der perfekt Spanisch, Englisch und Französisch spricht ist leicht verzweifelt . Dann spricht er den Fahrer eines größeren Autos an, und mit  dessen Hilfe und unserem Starterkabel, erwacht seine Batterie dann wieder zum Leben. 

Die Nacht verbringen wir in Barmans-Vanoise, auf einem netten Platz mit 360 Grad Bergblick. Für den nächsten Tag ist ein Wetterwechsel angesagt, und tatsächlich hängen am nächsten Morgen dicke Wolken über den Bergen. Über den Col du Mt. Cenis ( 2083m) fahren wir nach Italien rein. Oben auf dem Bergkamm ist es total neblig und wir schleichen so vor uns hin.  Als es wieder bergab geht, lichtet sich der Nebel, wir können die Strasse wieder sehen und auch den recht bewölkten Himmel. Spontan entscheiden wir uns nicht weiter durch die Berge zu fahren, sondern den direkt Weg zum Mittelmeer zu nehmen. Ein paar Berge müssen wir dafür überqueren, unsere Bremsen werden wie immer etwas heiss, aber je näher wir dem Meer kommen um so besser wird das Wetter. Der Weg über die Berge ist wunderschön, auch die vielen kleine Orte die wir passieren. Am späten Nachmittag kommen wir an der Küste in Diano Marina an. Auf einem Campingplatz, der eher einem Stellplatz gleicht, direkt am Meer bekommen wir einen Platz mit Meerblick. Bis in den Ort sind es ca 10 Minuten zu Fuss.  Wir sind wieder am Meer und fühlen uns pudelwohl, die nächsten vier Tage bleiben wir hier.

In einer Strandbar lassen wir den Nachmittag ausklingen und freuen uns wie kleine Kinder auf unsere erste echte italienische Pizza in Italien seit vier Jahren. Die kleine Pizzeria enttäuscht uns auch nicht und wir geniessen das Abendessen. Vom Campingplatz kann man auf einer still gelegten Autostrasse immer am Wasser entlang in den nächsten Ort gehen oder mit dem Rad fahren. Wir schauen uns Imperia zunächst zu Fuss an, am Hafen bewundern wir die tollen Yachten, schlendern durch die Gassen des Ortes. Abends schlendern wir durch die Altstadt von Diano Marina, einige Touristen sind noch da, aber es ist eindeutig Nebensaison. In allen Bars bekommt man zum Wein einen kleinen Teller mit Snacks, Oliven, Chips Pizzastücke. Ein schöne Geste. Am nächsten Tag besuchen wir den Wochenmarkt, da ich in meiner Kindheit fast ausschliesslich in Italien Urlaub gemacht habe, fühle ich mich hier wie Zuhause. Es ist einwenig so, als hätte sich in den letzten 25 Jahren nicht viel verändert, Stände mit Schuhen, Unterwäsche Haushaltsgegenstände, Tischdecken, Wühltische mit TShirts wechseln sich ab. Danach einen Cappuccino, der natürlich viel besser schmeckt als in Deutschland 😁. Nach einem Tag schlechtem Wetter, holen wir die Fahrräder raus und erkunden die etwas weitere Umgebung. Birger will einen Ort weiter fahren, 32 km sind es bis San Remo. Der dortige Camping am Meer hat erste einen Tag später einen  Platz am Meer für uns. Also übernachten wir auf dem großen Schotterparkplatz nebenan, mit Meerblick und vielen anderen Campern.

Bis San Remo fahren wir mit Rad ca 10 Minuten, der Radweg ist eine alte Bahnstrecke und wir fahren durch den Ort, am Hafen vorbei bis zu einer kleinen Bar auf einer Anhöhe, mit tollem Blick. Ja, so stellen wir uns bella Italia vor. Die nächsten zwei Nächte verbringen wir mit Meerblick auf dem Camping, schauen uns San Remo an. Es ist gerade irgendeine Musikveranstaltung mit vielen jungen Künstlern. Einige von ihnen singen auf dem Marktplatz und wir hören ihnen einen ganz Nachmittag entspannt zu. Urlaub!

Wir sind nicht weit entfernt von Monte Carlo. Birger würde sich die Stadt gerne ansehen, ich war als Studentin schon einmal dort. Mit dem Wohnmobil wollen wir aber nicht in die Stadt fahren, es gibt nur einen Parkplatz mit limitieren Plätzen für Wohnmobile. Birger findet heraus, das von Ventimiglia, der Ort ist ca 17 km von San Remo entfernt, ein Zug jede halbe Stunde nach Monaco fährt. Also stellen wir uns in Ventimiglia auf einen einfachen Camping und laufen von dort ca 30 Minuten zum Bahnhof, 10 Minuten später sitzen wir mit zwei Fahrkarten im Zug  nach Monte Carlo.

Nach einer halben Stunden Fahrt erreichen wir das Ziel. Der Bahnhof liegt oberhalb der Stadt und wir haben einen tollen ersten Blick auf das Fürstentum.

Viele elegante alte Häuser, schöne Architektur gemischt mit modernen Hochhäusern. Wir laufen erst einmal zum Hafen hinunter. Dort ist gerade eine Kirmes, und um in den Hafen zu gelangen muss man durch den Jahrmarkt durchgehen. An den Eingängen sind Sicherheitsleute und es gibt Taschenkontrollen. Nach dem wir den Jahrmarkt durchquert haben stehen wir vor den tollen Yachten. Bekannte Gesichter aus Film und Fernsehen sehen wir allerdings nicht. Wir setzen uns in ein Restaurant und schauen uns die Leute einwenig an. Dann geht es aber los mit der Sightseeing Tour. Zunächst besuchen wir den Fürstenpalast. Dieser liegt auf einem Hügel oberhalb der Stadt, mit tollem Blick. Leider gibt  es erst wieder im April die Möglichkeit einer Besichtigung des Palastes. Wir schlendern durch die Gassen auf dem Hügel, bevor wir wieder zum Hafen gehen, den Jahrmarkt umrunden und auf der anderen Seite die Strasse hinauf laufen, Richtung Casino. Auf dem 20 minütigen Weg fahren ca 10 Ferraris an uns vorbei, einige Maseratis, Bentlys, zwei Lamborghini, Aston Martin, unzählige Porsche….! Ja, wer hier wohnt zeigt was er hat.

Vor dem Casino stehen viele Touristen fotografieren und beobachten den Eingang vom gegenüberliegendem Hotel de Paris. Hier fahren immer mal wieder Gäste vor, geben ihre Autoschlüssel an einen Bediensteten des Hotels ab, der fährt dann das Auto auf einen Parkplatz. Die ganze Prozedur funktioniert auch anderes herum, Gäste verlassen das Hotel und warten das ihr Auto vorgefahren wird. Wir schauen uns das Spektakel eine Zeit lang an, es ist wie in einem Film, eine etwas andere Welt. Gesehen und gesehen werden.

Am Nachmittag fahren wir mit dem Zug zurück. In Ventimiglia gehen wir an die Strandpromenade, wo normale Leute, normale Autos fahren und gehen gemütlich eine normale Pizza mit tollem Meerblick essen. Es war ein schöner Ausflug in eine tolle Stadt.

Am nächsten Tag geht es los über die Grenze nach Frankreich.

Fazit: Endlich sind wir wieder on the road.  Es macht wieder soviel Spaß unterwegs zu sein. Unsere Freunde in der Schweiz nach so langer Zeit wiederzusehen war eine echte Herzensangelegenheit . Die Schweiz als Urlaubsland hat uns super gefallen, auch wenn wir nur einen kleinen Teil gesehen haben, aber wir kommen sicher wieder. Die Fahrt über die Bergpässe in Frankreich war wunderschön. Aber ganz ehrlich, am Meer fühlen wir uns nunmal am wohlsten. Italien war für mich wie nach Hause kommen. Ein bisschen Jetset haben wir dann in Monte Carlo gesehen und waren abends mit einer Pizza und einem Glas Rotwein rundum glücklich.

 

Dieser Beitrag gehört zu Europa 2018/2019, Reiseberichte

2 thoughts on “Europa: Schweiz und Italien 2018

  • Theres Hauser 29. Oktober 2018 at 12:26 Reply

    Hallo ihr zwei. Alles, alles Gute für eure neuen Abenteuer. So schöne Reiseberichte. Ich habe das Gefühl mit euch unterwegs zu sein!
    Bin gespannt wie es weitergeht.
    Gute Weiterreise und viele interessante Begegnungen.

  • Vill 10. November 2018 at 21:38 Reply

    Hallo Ihr zwei – Schön von euch zu hören
    Ist Europa doch nicht wunderbar!
    Ihr hättet uns auch besuchen können. Wir waren in der Schweiz bei Zürich, in den Alpen bei Val Thorens, an der Nordküste Frankreichs und seit wenigen Tagen bin ich zurück aus einer Spanien Reise mit Angelika (4 Wochen). Bald treffe ich mich mit meiner Familie in Nordfrankreich. Vielleicht sehen wir uns irgendwann wieder? LG Odile und viel Spaß weiterhin!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.