Europa: Spanien, Atlantikküste

von Christiane

Europa: Spanien vom  14.03.2019 bis 02.04.2019

Wieder zurück in Spanien. Genau sagen, ob uns Portugal oder Spanien besser gefällt können wir noch nicht. Pontevedra ist unser erstes Ziel in Spanien. Die hübsche Stadt am Fluss ist camperfreundlich. Es gibt einen kostenlosen Stellplatz am Rande eines Parkplatzes mit  Blick auf den Fluss, fussläufig nur 10 Minuten bis ins Stadtzentrum. Ok, gerade wir direkt an der Seite des Stellplatzes ein großer Häuser Komplex gebaut. Aber als wir ankommen ist gerade Mittagspause und so lange werden die Jungs ja wohl nicht arbeiten. Wir machen uns auf zur Stadtbesichtigung. Schöne alte Gebäude, Kirchen, eine kleine Altstadt, Gassen, Plätze, Kaffees und eine moderne Fussgängerzone.

Am Nachmittag sind wir wieder beim Wohnmobil, kurz darauf so gegen 17.00 Uhr ist die Siesta der Bauarbeiter auch beendet und es wird noch mal bis ca 21.00 Uhr gearbeitet. Weiter geht es recht früh am nächsten Morgen nach Santiago de Compostela. Die Stadt an der Jakobsweg und noch einige andere Pilgerwege enden. Der sehr schöne Campingplatz liegt nur ca 3 km zu Fuss entfernt von der Stadt, hat eine schöne Aussicht von oben auf die Stadt und die Betreiber sind sehr freundlich. Die nächsten drei Tage fühlen wir uns hier sehr zuhause. Zwei Tage erkunden wir die Stadt, sehen in müde, aber glücklich strahlende Gesichtern von Pilgern, die durch die Stadt gehen, oder auf dem Platz vor dem Dom sitzen. Viele ziehen ihre Schuhe aus, sitzen in kleinen Gruppen zusammen, trinken etwas und freuen sich sichtlich am Ziel angekommen zu sein. Da bekommt man fast Lust auch ein Stück des Weges zu gehen. Es ist noch keine Hochsaison, wir schlendern gemütlich durch die Stadt, bewundern Kirchen und alte Gebäude, verweilen hier und dort auf einen Kaffee. In der Kathedrale bewundern wir die Statue des Hl. Jacob, können uns aber gerade noch zurückhalten die Bronzestatue zu küssen und zu herzen. Das überlassen wir dann doch all den anderen Gläubigern. Uns gefällt die Stadt sehr gut. Am nächsten Tag feiern wir meinen Geburtstag in der Stadt, gehen gemütlich Essen, verbummeln den Nachmittag.

Spontan fahren wir am nächsten Tag nach A Coruna. Nicht weit von Santiago entfernt. Unserer Reiseführer legt uns die Stadt mit seinen positiven Beschreibungen irgendwie ans Herz. Direkt am Yachthafen gibt es einen Stellplatz und wieder sind wir in wenigen Minuten schon in der Innenstadt. Es ist recht windig, sind wir ja auch an der Atlantikküste, aber die Sonne scheint, Herz was brauchst du mehr. Es ist Sonntag und in der schönen Stadt mit seinen vielen Altstadtgassen sind eine Menge Leute unterwegs. Als wir dann auf der Promenade ankommen, an der sich die recht bekannte Häuserzeile mit den vielen Glasfassaden befinden, sind wir etwas überrascht. Hier sind jetzt mal richtig viele Leute unterwegs. Die Restaurants, Bars und Cafés sind alle sehr gut besucht. Wir essen ein Eis, setzten uns auf eine Bank und schauen dem Trubel zu. Ein Fuß-und Radweg führt immer am Wasser entlang einmal und die Stadt herum. Unser Abendspaziergang führt uns zumindest einen Teil des Weges bis zum hohen Turm. Ich könnte noch einen oder zwei Tage länge bleiben, Birger treibt es weiter.  Es warten ja noch einige schöne Orte auf uns.

Wir machen ein paar Kilometer und fahren bis nach Foz. Ein netter kleiner Ort direkt am Wasser, mit einem schönen Stellplatz mit Meerblick. In dem kleinen Fischerdorf Luarca machen wir drei Tage „Pause“ der kleine sehr familiäre Campinglatz hat eine gigantische Lage auf einem Felsplato, mit einer tollen Aussieht aufs Meer und die Felsenküste. Dafür ist der Weg in den kleinen Ort etwas steiler, was auf dem Hinweg ganz angenehm ist, der Rückweg Bergauf dauert etwas länger.

Auf dem CP kommen wir mit unseren Nachbarn ins Gespräch. Sie sind auch schon länger unterwegs und überlegen ob sie nächstes Jahr nach Marokko fahren sollten. Wir geben unsere Erfahrungen weiter und bekommen dafür viele gute Tipps für unsere geplante Reise nach Skandinavien. Am nächsten Tag steht wieder etwas Sightseeing an. Wir fahren nach Oviedo, etwas weiter weg von der Küste. Der Stellplatz ist zwar kostenlos aber leider nicht so schön gelegen, also beschliessen wir, dort zu parken und mit dem Bus in die Stadt zufahren. Als wir im Bus sitzen ist die große Frage, an welcher Station sollen wir denn am besten Aussteigen um die Stadt zu erkunden. Vor uns sitzt eine junge Frau, hört unser Gespräch und erklärt uns kurz was wohl die günstigste Station für uns sei. Sie ist ein Austauschstudentin aus Deutschland. Wir schlendern den Nachmittag durch die Stadt und wieder mal beeindruckt wie viele schöne Orte es in Spanien gibt und wie gut alles erhalten und gepflegt ist.

Die Nacht verbringen wir in Gijon, eine größere Stadt an der Küste. Der Stellplatz liegt an einer großen Grünanlage, nicht weit von der Strandpromenade entfernt. Wir machen noch einen Abendspaziergang und trinken im Sonnenuntergang ein Glas Wein. Auf unserer Weiterfahrt kommen wir durch den Ort Comillas. Spontan gefällt es uns hier sehr gut, einige Leute sind unterwegs und auf dem Parkplatz zwischen Strand und Restaurants und Hafen, darf man im Wohnmobil auch die Nacht verbringen. Zwei Wohnmoblisten stehen schon dort, als wir ankommen. Wir beschliessen zu bleiben. Der Ort hat mehr zu bieten als wir zunächst dachten. Leider sind die meisten Sehenswürdigkeiten nur bis 15.00 Uhr geöffnet, es ist Nebensaison. Also betrachten wir alles nur von Aussen. Kirchen, Schlösser, Burgen.

Abends sitzen wir im Sand, schauen aufs Meer. Nun geht es mal wieder in eine Großstadt. Bilbao wurde uns von Denise und Marcel schon ganz doll ans Herz gelegt worden. Auch den Stellplatz haben sie uns schon genannt. Oberhalb  der Stadt direkt an einem Naherholungsgebiet, mit Wiesen und Spazierwegen. Vom Platz aus schaut man direkt hinunter auf Bilbao. Gerade in der Dunkelheit sind die Lichter der Stadt schön anzusehen. Mit dem öffentlichen Bus geht es in nur 30 Minuten in die City. Wir bewundern fast alles was der Reiseführer so empfiehlt. Als wir in einer der Altstadt Gassen ein „Pausenbier“ trinken möchten, staunen wir nicht schlecht. Wir scheinen in einem Viertel gelandet zu sein, wo die Einheimischen gerne sich treffen, zusammensitzen, essen, trinken und musizieren. Es ist Samstag Nachmittag! Wir finden in einer Ecke einen Tisch draussen in der Gasse. Um uns rum tobt das Leben und wir staunen. Es ist so voll, wie in einer deutschen Innenstadt am verkaufsoffenem Sonntag. Nur, dass hier alles Spaß haben und in größeren Gruppen unterwegs sind. Irgendwann wird uns das Gewusel doch zu viel und wir verlassen die Altstadt und gehen zum GuggenheimMuseum. Auch die Innenstadt mit ihren alten Gebäuden und vielen Geschäften lassen wir uns nicht entgehen.  Bilbao gefällt uns wirklich gut, die Stadt hat Flair. Nach drei Tagen gehts weiter.

Auf dem Weg nach San Sebastian wollen wir uns noch einige Felsformationen anschauen, die gerade bei Ebbe sehr schön anzusehen sein sollen. Vor dieser Attraktion gibt es einen Parkplatz, wir finden auch für unser Wohnmobil ein Platz. Wir sammeln unsere Sachen zusammen und machen uns auf den Weg zu den Felsen. Es ist Ebbe! Plötzlich höre ich ein knirschendes Geräusch, drehe mich um und sehe wie ein roter Wagen, wohl gewendet hat, dabei unser Wohnmobil berührt hat und dabei ist gerade zurücksetzt und sich wo anders einen Parkplatz zu suchen. Eine Reisegruppe hat den Vorfall auch mitbekommen. Wir laufen zurück, sprechen die Fahrerin, eine Spanierin, an. Ihre Beifahrerin spricht etwas Englisch. Die Fahrerin ist freundlich und sagt etwas: „Och, habe ich gar nicht gemerkt. War ich das?“ Der Schaden ist nicht groß, sie hat den Plastikrahmen unserer Rückseite seitlich getroffen. Das Plastik ist gebrochen. Die nette Dame holt direkt einen Unfallbogen raus und wir füllen ihn gemeinsam aus. Wir fragen nach ob es nicht Sinn macht die Polizei zu holen, davon raten die beiden Damen ab und auch zwei Herren die sich kurz dazu gesellt haben, sagen uns, keine Polizei und auf keinen Fall einen Gutachter aufzusuchen. Ach, so! Während ich mit den Ladies den Bogen auf Spanisch ausfülle, ruft Birger unsere Versicherung an, klar, dass sie mit dem Schaden nix zu tun hat, aber sie gibt uns eine Telefonnummer für Auslandsschäden. Dort erfährt er, wie wir uns in Spanien verhalten sollen und wie nun der Ablauf in Deutschland ist. Schaden aufnehmen, keinen Gutachter in Spanien aufsuchen ( halt die spanische Versicherung nicht), bei Rückkehr nach  Deutschland dort  einen Kostenvoranschlag machen, bei demVersicherungskonzern  der Unfallgegnerin (AXA) in Deutschland einreichen. Axa Deutschland klärt alles mit Spanien. So getan, alles wurde schnell und zügig nach unserer Rückkehr genauso erledigt. Danke Axa! Mittlerweile war schon über eine Stunde vergangen,  so dass nun auch schon langsam die Flut kam und die Felsen um spülte. Aber wir haben die Felsen noch gesehen und das Zusammenspiel der Wolken, der Sonne und dem Meer war sehr schön anzusehen.

Zurück am Auto, fixieren wir die Stelle mit Klebeband und setzten unseren Weg fort. Als wir am späten Nachmittag in San Sebastian ankommen, ist der kleine Stellplatz fast voll. Er liegt hinter der Uni, etwas grün drum herum und bis zur Strandpromenade sind es keine 10 Minuten zu Fuss. Klar, dass hier alle hin wollen.  Wir machen uns zu Fuss auf den Weg ins Stadt Zentrum. Immer die Strandpromenade entlang. Diese erinnert sehr an ein englisches Seebad. Schöne Gebäude, langer Strand, gediegene Restaurants. Wir suchen uns in den kleinen Gassen eine typische Tapas Bar aus. Auf dem Tresen unzählige verschiedene Tapas, man nimmt sich einen Teller, sucht sich seine Tapas zusammen, dazu ein Glas Wein und gezahlt wird an der Kasse. An einem rustikal-gemütlichen Hochtisch geniessen wir die Atmosphäre.

Langsam zieht es uns wieder nach Deutschland. Wir sind nun knapp 6 Monate unterwegs gewesen, haben viel gesehen und brauchen eine kurze Pause, auch liegen einige unerledigte Dinge Daheim, die schon auf uns warten. In Capbreton in Frankreich an der Atlantikküste verabschieden wir uns vom Meer und fahren dann durch Frankreich Richtung Deutschland.

Wir verbringen einen Tag in Maastricht und sind von dieser Stadt auch total begeistert. Zurück in Deutschland treffen wir uns mit Freunden und Familie. Lassen das Wohnmobil reparieren, und erledigen alles was sonst noch auf unserem Zettel stand. Genauso gerne wie wir zurück gekommen sind, fahren wir aber auch wieder los. Am 20.05.2019 starten wir wieder. Unser Ziel ist Skandinavien, wir wollen den angeblichen Jahrhundertsommer nutzen um immer am Meer entlang über Schweden, Finnland, Norwegen bis zum Nordkap zu fahren und irgendwie wieder zurück. Begleitet uns auf unserer Sommertour!

Fazit: Spanien hat wirklich viel zu bieten. Es wird nie langweilig. Die Menschen sind total freundlich. Gerade in der Nebensaison findet man überall ein Plätzchen um mit dem Wohnmobil zu stehen. Die Orte sind so gemütlich, man findet immer ein Café am Wasser. Aber das nächste Mal werden wir uns das Inland genauer anschauen!

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