Europa 2018: Spanien

von Christiane

 Europa: Spanien 05.12.2018-03.01.2019

Unser erster Halt in Spanien ist auf dem Camping International in Cologne. Der CP ist riesig groß, terrassenförmig angelegt, mit allen Annehmlichkeiten, die das Camper Herz höher schlagen lässt. Etwa 20 Wohnmobile verlaufen sich auf dem großen, sehr gepflegten Areal. Eine Brücke führt uns über eine Strasse direkt an den Strand. Eine Bucht gesäumt von Felsen mit weissem Sand. Auf der Karte habe ich gesehen, dass man am Strand lang zum nächsten Ort laufen kann. Los gehts. Was die Karte mir nicht verraten hat, das der Weg über einzelne Buchten geht, also man von einer zur anderen Bucht, die Felsen erklimmen muss. Ja, nicht so schlimm, alles ist mit Treppen und kleinen Holzwegen aufbereitet. Aber für die 3 km über Stock und Stein hoch und runter brauchen wir fast eine Stunde. 

Da haben wir uns eine Stärkung verdient und gehen i in einem kleinen Restaurant etwas essen. Am nächsten Tag laufen wir in die andere Richtung, immer am Wasser entlang, toller Ausblick, wieder ein schöner Ort, Strandpromenade. Einfach schön!

Nach drei Tagen gehts weiter! Nach ca 230 Kilometern erreichen wir Cambrils. Ein kleiner, wenig touristischer Ort am Meer. Der Campingplatz liegt nur einen Steinwurf vom Meer entfernt, es ist einiges los, denn es ist Feiertag und Wochenende in Spanien. Auch einige „Überwinterer“ aus England, Deutschland und den Niederlanden haben diesen Platz für sich gefunden. Unsere norddeutschen Nachbarn sind begeistert von dem kleinen Ort und sind hier für drei Wochen „hängen“ geblieben. Sie wollten sich eigentlich mehr von Spanien ansehen. Wir finden es auch schön und bleiben anstatt drei Wochen zumindest drei Nächte. Im Bistro am Strand sind wir schnell Stammkunde und man kann schön am Meer entlang Spazierengehen.

Dann in Benicassim ist es dann soweit, zum ersten Mal stehen wir auf einem echten „Winterquartier“ für Nord-und Mitteleuropäer. Wir sind erstaunt was man alles so zum Langzeit-Campen mit sich führen muss! Kleine Backöfen, mobile Waschmaschinen, Backautomaten, Weihnachtsbeleuchtung ( einfarbig und/oder bunt), künstliche Tannenbäume, mindestens zwei Vorzelte, verschiedene Regale um den Platz in den Vorzeiten zu nutzen, Einkaufstrollys etc. Interessiert schauen wir uns das Spektakel an. unsere Nachbarn sind seit Ende August auf dem Platz und bleiben bis Ende April. Ihr Katze ist auch dabei und wird an der Leine vier Mal am Tag Gassi geführt. Abends steht ein älteres Paar aus Eckernförde vor unserer Tür und heisst uns herzlich Willkommen, wir seien ja in Norddeutschland sowas wie Nachbarn. Alle sind wirklich nett, freundlich und immer für einen Schwatz bereit. Die meisten kommen seit Jahren nach Spanien und geniessen die Wärme und die Gesellschaft der Nachbarn, die mittlerweile zu Freunden geworden sind. Zuhause sei es viel langweiliger, so die Aussage! Wir können es uns nicht vorstellen so lange an einem Ort zu stehen, aber den Winter in Norddeutschland zu verbringen ist auch nicht unser Traum. Hier im Ort hat man eine alte Bahntrasse zu einem Fahrradweg ausgebaut der nun viele Kilometer lang ist. Wir schwingen uns in die Sättel und machen einen Ausflug in den Nachbarort, immer oberhalb des Meeres entlang, die Sonne scheint, sehr schön!

Im Ort Oliva landen wir wieder auf einem „Überwinterer CP“, der diesmal fest in deutscher Hand ist, selbst an der Rezeptions spricht man akzentfreies Deutsch. Unsere Nachbarn sind alle 70 plus und super nett. Unsere Nachbarin von gegenüber ist schon 85 Jahre reist mit ihrem etwas jüngerem Mann seit 14 Jahren auf diesen Platz! Gesundheitlich geht es ihr hier im Süden am besten, der Tagesablauf ist eingespielt, man kennt sich! Der Platz ist nicht so groß, dafür sind die Stellplätze sehr großzügig, das Meer und der Strand sind nur durch eine kleine Düne vom CP getrennt. Natürlich gibt es einen kleinen Supermarkt, zwei Restaurants, einen Friseur und die Möglichkeit zu Waschen.  Auf diesem kleineren Platz fühlen wir uns wohl, im Ort ist allerdings nichts los, die Restaurants sind geschlossen, den Strand haben wir fast für uns alleine. Aber wir finden ein kleines italienischen Restaurant, mit Terrasse zum Meer und einer netten Besitzerin. Ein guter Platz während eines Spazierganges für einen Café ein Päuschen einzulegen. 

Nach vier Tagen ziehen wir weiter. Alicante ist unser Ziel, von dort werden wir einige Tage nach Deutschland fliegen. Ein paar Dinge müssen erledigt werden und dies verbinden wir mit Weihnachten. In Villa Joiosa verbringen wir die letzte Nacht vor dem Abflug. Ein wirklich kleiner netter Ort, mit schönen bunten Häusern. Der CP liegt etwas ausserhalb direkt am Meer. Viele Skandinavier und Spanier campen hier. Fast zu schade für nur eine Nacht.

 

In Alicante in der Nähe des Flughafens lassen wir unser Wohnmobil auf einem überwachten Parkplatz stehen, werden von den Mitarbeitern zum Flughafen gebracht und fliegen in die Kälte. Die Tage sind ausgefüllt mit vielen administrativen Dingen, aber auch Zeit mit Birgers Schwester, die mit Familie, aus Australien angereist ist. Nach neun Tagen gehts für uns wieder in die Wärme. Birger hat sich als Andenken eine dicke Erkältung mitgenommen und liegt erst einmal etwas flach.

In Playa de Mazarron kuriert Birger sich aus. Aber für einen kleinen Strandspaziergang reicht es dann doch.

Die Campingplätze werden voller und sollen nach Silvester noch besser besucht sein. Wenn auch die letzen Überwinterer nach den Feiertagen im Süden angekommen sind. Auf einem Supermarktparkplatz kommt Birger mit einem anderen deutschen Camper ins Gespräch, die üblichen Themen „Wo kommst du her“ Wo willst du hin?“ Hier nutzt uns das Gespräch sehr, denn der gute Mann war bei dem Campingplatz den wir uns für die nächsten Tage ausgeguckt hatten, und berichtet, dieser CP sei bis Mitte Januar ausgebucht. So sparen wir uns einen Umweg und fahren nach Castillo de Banos. Dort angekommen sind wir total begeistert. Der CP liegt direkt am Meer, ist sehr grün, Bäume, Hecken, Büsche trennen die einzelnen Parzellen, das Waschhaus ist neu, das WLAN funktioniert gut und das Beste, der Platz ist nur zu 30% belegt. Wir finden eine Platz mit Meerblick, die Nachbarn sind international. Für uns ein Wohlfühlplatz. Hier verbringen wir den entspannt den Jahreswechsel.

Langsam wird es Zeit sich von dem „Urlaubsmodus“  zu verabschieden. Wir wollen im neuen Jahr von Algeciras  nach Marokko mit der Fähre übersetzen. Einiges an Reiseführer und Campingführer haben wir im Gepäck, aber so richtig viel gelesen haben wir noch nicht. Da Birger ja bekanntlich für unser Routenplanung verantwortlich ist, fängt er an unsere Reise durch Marokko zu planen. Yasha und Jürgen aus Australien, mit denen wir den Jahreswechsel 2016/2017 in Peru verbracht haben, sind kurz nach Weihnachten mit ihrem 4×4 Mobil  in Marokko angekommen und schreiben uns Tips für die Fährfahrt und die Grenzformalitäten. Wir freuen uns die beiden nun auf einem ganz anderen Kontinent wieder zu sehen. Tickets für die Fähre kann man um Tarifa und Algeciras herum überall kaufen, viele Verkaufsläden gibt es am Strassenrand. Wir kaufen bei Carlos , sein kleines Office findet man in jedem Reiseführer, ein Ticket für die Fähre von Algeciras nach Tanger-Med, da wir im Internet kein Rückfahrtticket mit einem offen Rückverschiffungsdatum finden können. Vor uns sind noch fünf andere Paare, alle aus Frankreich, die ihre Fährfahrt bei Carlos kaufen, als Dankeschön bekommt jeder Kunde eine Flasche Cidre und eine Packung Kekse. Sein Büro liegt in einer Shoppingsarea, Lidl, Carefourr, Mac Donald, Macedonia ist alles um die Ecke. Auf einem großen Parkplatz stehen am Mittag schon ca 30 Wohnmobile und verbringen hier die letzte Nacht vor der Verschiffung nach Marokko.  Wir entscheiden uns hinter Tarifa auf einem netten CP zu schlafen. Der Weg dorthin  ist dann doch länger als gedacht. Auf der Autobahn ist Stau und wir fahren ab, leider ist die nächste Autobahn die uns zurück auf den richtigen Weg führt gesperrt und unsere Umfahrung des Staus, kostet uns etwas mehr Zeit.  Zwischendurch müssen wir noch einmal umdrehen, da eine Brücke zu niedrig für uns ist und wir nicht drunterher fahren können. Dafür sehen wir unglaublich viele Storchennester, alle bewohnt, so schön! Nach dem wir die schmale Hauptstrasse eines Ortes blockieren und der Gegenverkehr sich Wege über den Bürgersteig sucht, wahlweise in Hauszufahrten Zuflucht findet, meterlang rückwärts fahren um uns Platz zu machen, erreichen wir endlich wieder die Hauptstrasse. Nach einer kurzen Entspannung auf dem Campingplatz, machen wir noch einen Spaziergang zum Strand. Der ist richtig breit hier in Tarifa!

Und genau dort drüben liegt Marokko!

Fazit: Die Zeit in Spanien war sehr entspannend. Einfach Urlaub! Schöne Stellplätze, Sonne, Wärme, kleine nette Orte, freundliche Begegnungen, Strandpromenaden und Cafés. Aber nun wird es Zeit für ein bisschen mehr „Abendteuer“ andere Kultur, anderer Kontinent. Wir sind gespannt auf Marokko und ob es uns dort gefallen wird.

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