Honduras vom 06.07.2016 –  11.07.2016

 Honduras: Honduras liegt an der breitesten Stelle von Mittelamerika und grenzt im Südosten an Nicaragua, im Nordwesten an Guatemala und im Südwesten an El Salvador. Die Südküste liegt am Nordpazifik im Norden liegt das Karibische Meer. Das Land hat eine Größe von 112.090 qkm und hat ca 8,6 Mio Einwohnern. Die Hauptstadt heisst Tegucigalpa. Honduras hat ein tropisches Klima, das in den höheren Lagen im Landesinneren gemäßigt ist. Die Trockenzeit dauert von November bis Mai. Die Regenzeit beginnt ungefähr im Mai und endet im Oktober. Honduras weist einen großen Naturreichtum auf. Dazu gehören insbesondere der noch nahezu unberührte größte zusammenhängende Regenwald in Zentralamerika (Mosquitia) sowie das nach dem australischen Barrier Riff weltweit größte Korallenriff um die dem honduranischen Festland vorgelagerten Karibikinseln. Etwa 48,1 Prozent des Landes sind von Wald bedeckt. Das hohe Bevölkerungswachstum  von 2,8 Prozent im Jahr  (über 40 % der Bevölkerung sind unter  15 Jahre alt) verstärkt die Landflucht und lässt die Elendsviertel der Städte wachsen. Mehr als die Hälfte der Einwohner lebt unterhalb der Armutsgrenze, ein Fünftel sind Analphabeten. Unter- und Fehlernährung sind weit verbreitet. Der schlechte Ausbildungsstand ist wiederum ein Grund für den Mangel an Fachkräften, der für die Entwicklung des Landes wenig förderlich ist. Aus der  Armut heraus sind verschiedene  Jugendbanden entstanden, die teilweise ganze Viertel und Städte terrorisieren.  Es gib Schätzungen, dass die beiden größten  rivalisierende Jugendbanden jeweils bis zu 40.000 Mitglieder haben. Dadurch gilt Honduras als eines der  unsichersten Ländern der Welt. Nach Zahlen der UNODC hatte Honduras 2012 die weltweit mit Abstand höchste Zahl an Tötungsdelikte pro Einwohner, nämlich 90,4 je 100.000 (auf dem zweiten Platz folgt Venezuela mit 53,7, in Deutschland sind es 0,8). Die Regierung  Honduras geht konsequent gegen diese Banden vor. Seit 2003 gibt es ein Gesetz, das allein die Mitgliedschaft in einer Bande mit mindestens drei Jahren Gefängnis bestraft. Hauptwirtschaftsfaktoren sind die Holz und Textilverarbeitung sowie der Export von Kaffee und Bananen.

 Grenzübertritt von El Salvador nach Honduras El Poy: Als wir uns der Grenze nähern ist unsere Fahrspur von LKWs blockiert. Mutig fahren wir an allen vorbei und werden am Anfang der LKW Schlange von einem netten Grenzbeamten begrüßt. Er möchte das Original und eine Kopie von unserer temporären Einfuhrerlaubnis von El Salvador für unser Auto sehen. Eine abgestempelte Kopie inclusive eines Klebeetiketts bekommen wir zurück.  Wir fahren weiter und halten uns links und parken  nach ca 500 Metern unser Womo. Das lange Gebäude rechts beherbergt die „Immigracion“. Dort stellen wir uns an der Ausreiseschlange „saldia“ an. Die nette Beamtin, fragt ob wir Spanisch sprechen, wahrheitsgemäß antworten wir „ein bisschen“, darauf sagt sie: „Okay, lets do it in English!“  Das ist nun die zweite Beamtin, die wir treffen, die perfekt englisch spricht. Sie trägt unsere Ausreise aus El Salvador in den Computer ein, und prüft noch einmal das abgestempelte Einfuhr-/Ausfuhrpapier für unser Auto.  Das ging schnell und unkompliziert. Wir fahren ca 400 Meter weiter und erreichen eine Schranke, hier wird nochmal das Autopapier geprüft und wir werden durchgelassen. Direkt hinter der Schranke auf der linken Seite befindet sich  in einem kleinen , offenem weiss-blauen Gebäude die Migracion für Honduras. Wir geben unser Pässe ab, der nette Beamte will wissen welches Ziel wir in Honduras haben und wie lange wir bleiben wollen. Wir erklären wir reisen mit dem eigenen  Fahrzeug und unser erstes Ziel sei Copan. Für seine Unterlagen braucht er noch unsere Berufe. Er trägt die Daten  unserer Ausweise in den Computer ein, wir müssen Fingerabdrücke hinterlegen und ein Foto  wird gemacht ( genauso wie an der amerikanischen Grenze). Pro Person zahlen wir drei Dollar, bekommen einen Stempel in den Pass mit dem Einreisedatum nach Honduras und dem Ablaufdatums unseres C 4 Visums und eine Quittung über die je 3U$.  Weiter geht es mit dem Womo die Strasse entlang ca 700 Meter. Kurz vor der nächsten Schranke ist auf der linken Seite ein großer Parkplatz vor der Aduana. Hier müssen wir die Formalitäten für die Einfuhr unseres Womo erledigen. Folgende Dokumente möchte der Beamte haben: Original: Reisepass des Fahrzeughalters, Zulassungsschein des Fahrzeuges, Führerschein des Fahrzeughalters                  Kopie: abgestempelte Kopie des Einfuhr-Ausfuhrdokumentes von El Salvador,Reisepass des Fahrzeughalters,Zulassungsschein des Fahrzeuges,Führerschein des Fahrzeughalters                                                                          Der Beamte spricht ein wenig Englisch, holt aber zur Sicherheit eine Kollegin dazu, die perfekt Englisch spricht. Damit ist alles was nun folgt recht einfach für uns. Der Beamte füllt ein Formular aus und gibt uns eine Art Zahlschein über zwei verschiedene Beträge. Insgesamt 35 U$ zahlbar nur in Lempira bei der BAC Bank.  Auf dem Weg zur Bank tauschen wir einige Dollar in Lempira, der Kurs ist okay. Die BAC Bank ist fast gegenüber von der Migracion  von Honduras, ca 4 Minuten Fussweg von der Aduana entfernt Richtung El Salvador. Dort legen wir die Belege vor und zahlen den gewünschten Betrag ein. Mit den uns ausgehändigten Quittungen gehen wir zurück zur Aduana. Sofort bekommen wir unsere Einfuhrerlaubnis für unser Womo ausgehändigt. Nun passieren wir die letzte Schranke, eine Dame will nur die Quittung über die 3 U$ haben, ein andere Kollege prüft die Papiere für das Auto, das heisst er kontrolliert die ZFA Nummer. Danach wünschen uns alle eine schöne Reise und wir betreten zum ersten Mal den Boden in Honduras. Wir haben für beide Grenzübergänge  insgesamt zwei Stunden gebraucht, wobei wir an der Aduana für Honduras ca 45 Minuten gewartet haben, bis die Computersysteme wieder funktionierten. Ohne dies wäre es viel schneller gegangen. Die Beamten waren sehr nett und freundlich.

Von der Grenze El Poy fahren wir noch ca 2,5 Stunden weiter nach Gracias.  Der Weg führt uns durch eine wirklich sehr schöne Landschaft. Erst hoch in die Berge und das Thermometer fällt auf 20 Grad und wieder runter ins Tal, sofort wird es wieder sehr heiss.

Die Strassen sind kurvig und voller Schlaglöcher auch es gibt wieder mehr Bodenschweller, also Tope oder Tumulos (wie sie auch  in Guatemala und El Salvador hießen). Gracias ist ein kleines schönes Örtchen mit zwei schönen Kirchen, einem netten zentralen Platz und vielen Restaurants. Auf der Finca Bavaria finden wir unter vielen Bäumen einen netten Platz für die Nacht. Die Finca liegt direkt in der Stadt so dass wir erst einmal im Hotel Guanaeco etwas essen gehen und den Blick über die Stadt von der Terrasse aus geniessen. Klar, dass wir auch eines der einheimischen Biere probieren müssen. Imperial.  Ein älteres amerikanisches Ehepaar isst auch gerade in dem Restaurant und sucht schnell das Gespräch mit uns.  Sie erzählen, dass zwei ihrer Enkeltöchter hier in Honduras verheiratet wären, und auch beide seien schon mal entführt worden, aber alles mit gutem Ausgang. Ja, wir wissen auch ohne diese Geschichten, das Honduras ein gefährliches Reiseland ist. Bevor wir noch mehr abschreckende Geschichten   zu hören bekommen, machen wir lieber  einen Stadtrundgang und fühlen uns recht wohl an unserem ersten Tag in Honduras.

Am Womo zurück nimmt der Enkel des Besitzers der Finca Kontakt mit uns auf, der sechsjährige Lucio ist sehr selbstbewusst und stellt eine Menge Fragen. Erst ist er überrascht, dass wir nicht alles verstehen, doch schnell beginnt er langsam und deutlich zu sprechen und wir nehmen einen Stift und eine Serviette zur Hilfe um aufzumalen was wir meinen.  Eine lustige Unterhaltung entspannt sich, klar will er das Womo von Innen begutachten und erst als wir ihm erklären, dass es für uns Zeit ist ins Bett zugehen, trennt er sich schweren Herzen von uns. Am nächsten Tag fahren wir in den Ort Copan de Ruinas. Von hier wollen wir die Copan Ruinen besuchen. Der Weg ist eigentlich nicht so weit, aber die Strassen in Honduras sind echt schlecht, mehr Schlaglöcher und Flickenteppich  als asphaltierte Strasse. Da waren die Strassen in El Salvador um einiges besser.  Für  130 km brauchen wir entspannte vier Stunden.

Das Hotel, bei dem wir campen dürfen ist fussläufig zur Stadt und zu den Ruinen und wir finden ein schattiges Plätzchen.  Zunächst laufen wir mal in den Ort, Deutschland spielt in der EM gerade gegen Frankreich. Wir suchen eine Kneipe mit Fernsehen und werden bald fündig, ausser uns sitzt nur eine Familie im Restaurant. Franzosen aus Guadeloupe. Wie passend! Gemeinsam schauen wir in vereinter Fussballfreundschaft den Rest der ersten Halbzeit, die zweite Halbzeit schauen wir alleine, das Ergebnis ist Geschichte. Der Ort ist touristisch und nett und wir schlendern ein wenig durch die Gassen.  Am nächsten Morgen geht es zu den Ruinen.  Die Attraktionen der Ruinen für uns sind die Ara Papageien. Der Ara ist der Nationalvogel von Honduras und auch hier vom Aussterben bedroht. Hier in den Ruinen gibt es eine Art Aufzuchtstation.  Nach einer gewissen Zeit lässt man die Tiere dann frei. Jeden Morgen wird Futter ausgelegt und viele Vögel kommen zum Frühstück vorbei und haben sich ihr neues Zuhause im Umkreis der Ruine aufgebaut. Mittlerweile leben schon 40 Tiere in diesem Gebiet. Hier versucht man neuen Lebensraum für die Tiere zu schaffen. Sie fliegen lärmend über das gesamte Gelände, lassen sich beim Fressen von den Touristen nicht stören und sie halten auch schön still, wenn man eine Kamera auf sie richtet.

Die Vögel sind fast spannender als die Ausgrabungen. Aber denen widmen wir uns auch. Besonders in Copan sind die gut erhaltenen Schriftzeichen, die den Archäologen auch beim verstehen von anderen Funden sehr geholfen haben. Zwei Tunnel sind ausgegraben worden, so dass man hier auch gut erkennen kann, dass über die Jahrhunderte mehrere Pyramiden, Tempel etc an dieser Stelle übereinander gebaut worden sind, ohne die darunter liegenden zu zerstören.  Copan gehört mit Tikal in Guatemala und Palenque in Mexiko zu den wichtigsten und damals mächtigsten Stätten der Maya.

Lange haben wir überlegt wie unsere Route durch Honduras aussehen soll, sollen wir an die Karibikküste fahren oder nicht. Die Küste soll schön sein, ist aber angeblich ein großer Umschlagplatz für den Drogenhandel im Land, die Stadt Pedro Sula ist eine der gefährlichsten Städte, die könnte man aber umfahren…. Wir machen uns viele Gedanken und aufgrund dessen, dass wir so unentschlossen sind, entscheiden wir uns gegen den Besuch der Strände. Hört sich komisch an? Wenn wir nicht 100% überzeugt sind, lassen wir es lieber. Wir verlassen Copan und machen uns auf den Weg  zum Yojoa See! Unterwegs werden wir von einer Art Parade aufgehalten, es scheint, dass  alle Geschäfte der Stadt mit kleinen Werbefahrzeugen vertreten sind und sie eine „Tour“ durch die Stadt machen.  Dann quälen wir uns durch „Großstadtvekehr“ um kurz darauf von einer Herde Rinder auf der Straße gestoppt zu werden. Hier liegt das moderne Leben mit SUV Fahrzeugen, i-pad, Fastfoodketten und Co so nah an Pferdefuhrwerken, Ochsenkarren und leben in kleinen Hütten.

Viele  Verkaufsstände reihen sich am Wegesrand aneinander. Und man kann sich sicher sein, wenn der erste Stand Mangos verkauft, werden die nächsten 20 Stände auf den nächsten 5 km auch alle Mangos verkaufen. Danach folgen dann später vielleicht  5 km ausschliesslich mit Kokosnussständen. Für uns eine nicht so erfolgsversprechende Verkaufstaktik, aber man kann eben nur verkaufen was man hat. Die Strassen sind echt schlecht, aber das erwähnte ich ja schon, dem entsprechend  lange sind wir unterwegs.

Am See gibt es zwei Übernachtungsplätze, die im „ioverlander“ erwähnt sind. Wir können uns nicht entscheiden und steuern zunächst die D&D Brewery an, da sich hier recht viele „Weltreisende“ treffen sollen. Sie gehört einem Kanadier, der sein eigenes Bier braut, gleichzeitig ein Hostel betreibt und viele Ausflüge anbietet. Auf einer umzäunten großen Wiese, die auch als Parkplatz dient, kann man campen.  Die kleine  Brauerei liegt ganz nett zwischen vielen tropischen Pflanzen, auch ein Hobby des Eigentümers, und wir trinken ein Bier (nicht so unser Geschmack) und essen eine Kleinigkeit. Um uns herum viele junge  Backpacker. Da auf dem Parkplatz keine anderen Womos stehen entscheiden wir uns dafür, den zweiten Übernachtungsplatz anzuschauen, vielleicht liegt dieser etwas näher am See. Die Finca las Glorias ist eine wirklich große Finca! Auf einem ganz großen Areal gibt es viele Cabanas, einen kleinen Zoo mit Wasserbüffeln, Eseln etc, eine große Wiese zum Fußballspielen, ein Basketballplatz, Kinderspielplatz, Restaurant, großer Pferdestall, Pool, ein Bootsanleger mit vielen Booten alles mit tollem Seeblick,  und einen Platz für Camper ohne Seeblick. Wir schauen etwas traurig und fragen an der Rezeption nach ob wir uns nicht auf den normalen Parkplatz stellen können mit ein bisschen Seeblick. Der nette Angestellte hat eine bessere Idee und lässt uns mit dem Womo mitten durch die Anlage fahren bis zu einer Cabana  in der erste Reihe,  auf der Wiese daneben dürfen wir stehen mit dem See direkt vor uns. Wir sind begeistert! Tolle Aussicht und ein entspannter Abend, okay wir haben etwas viele Fliegen und einige Mücken am Abend zu  Gast. Ist eben so direkt am Wasser…..! Wir geniessen die Ruhe der Anlage und den tollen Blick.

Da wir aber auch direkt am Fussweg zu einer netten Flussbrücke stehen und alle Hotelgäste mindesten einmal dorthin laufen um diese als  Fotomotiv zu verewigen und wir zu dem  auch keinen Schatten haben, entscheiden wir uns doch am nächsten Tag weiter zu fahren.  So, ca 100 km vor der Hauptstadt kommen wir aus dem Staunen nicht mehr raus, plötzlich fahren wir auf einer zweispurigen super gut ausgebauten Autobahn. Die Freude hat dann leider nach Durchquerung von Tegucigalpa ein Ende. Unser nächster Halt ist an der Quinta Alejandra.  Ein kleines Hotel  mit einer langen Auffahrt. Am Ende der Auffahrt werden wir freundlich vom Besitzer begrüßt und dürfen unser Womo direkt hinter seinem Haus auf eine Betonplattform abstellen.

Ein kleines Bad ist auch nur für uns reserviert. Der Pool hat frisches Wasser und einige Freunde des Besitzers sorgen im Pool für Stimmung. Birger wird eingeladen das Endspiel der EM im Fernsehen mit zu verfolgen, aber die Enttäuschung sitzt doch zu tief….. Birger mag das Endspiel nicht sehen.  Wir nutzen das gute Internet und informieren uns über die Formalitäten des Grenzüberganges nach Nicaragua. Birger plant schon mal die ersten Tage und Nächte in unserem neuen Zielland. Am nächsten Morgen fahren wir zur Grenze nach Nicaragua. Wir staunen nicht schlecht als wir die Schlange der LKWs passieren die vor der Grenze warten und wir überlegen wie lange die Fahrer hier wohl stehen bis sie abgefertigt werden und hoffen, dass es bei uns schneller geht.

 Fazit:  Wir waren nur fünf Tage in Honduras. Leider sind wir mit dem Land nicht so warm geworden, ohne das wir dafür wirklich Gründe aufzählen können. Die Menschen in Honduras sind Touristen gegenüber sehr  zurückhaltend fast schon schüchtern,  aber freundlich. Als Tourist sind wir eher die Attraktion im Land. Uns hat keiner etwas getan, trotzdem fühlen wir uns nicht wohl. Wahrscheinlich haben wir mal wieder zu viele Geschichten über die Kriminalität gelesen . Wir entscheiden auf unseren Bauch zu hören und keine Wanderungen im Nationalpark oder andere Aktivitäten zu unternehmen. Somit war es nur ein kurzer Besuch und wir sind dem Land und den Menschen  bestimmt nicht gerecht geworden.

 

Dieser Beitrag gehört zu Honduras 2016, Mittelamerika, Reiseberichte

One thought on “Honduras

  • Birthe 7. August 2016 at 04:26

    Abenteuerurlaub :o) – tolle Photo’s – huebsche Papageien – interessante Reiseberichte.

    Seid umaermelt und gedrueckt.

    Liebe Gruesse und viel Spass bei Euren weiteren Abenteuern :o).

    Eure Birthe und Clan :o)

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