Kanada: Alberta und Britisch Columbia

von Christiane
Alberta und Britisch Columbia: 15.06.2014-23.06.2014

 Alberta: In Alberta wohnen ca.3.8 Mio Menschen, dies entspricht ca 10,8 % der kanadischen Bevölkerung. Alberta ist ca.662.000 qkm groß, so dass 5,6  Einwohner pro qkm wohnen. Die Hauptstadt ist Edmonton. Alberta ist aufgrund von Öl, Gas und Kohlevorkommen einer der reichsten Provinzen Kanadas und erwirtschaftet jedes Jahr Haushaltsüberschüsse. Auch der Tourismus in den NP Banff und Jasper sorgen für den Wohlstand der Provinz.

 Britisch Columbia:  Britisch Columbia zählt ca. 4.6 Mio Einwohner auf  945.000 qkm.13,2% der kanadischen Bevölkerung wohnen in dieser Provinz und ca 4,7 Einwohner pro qkm. Die Hauptstadt ist Viktoria auf Vancouver Island. Die größte Stadt ist Vancouver. BC wurde durch den Pelzhandel und den Goldrausch geprägt. Die Rocky Mountains als Felsbarriere zum restlichen Kanada sorgten dafür,  dass der Handel mit den USA stärker war als mit den übrigen Provinzen Kanadas. Auch heute ist der Handel mit den USA und Asien der Hauptwirtschaftsfaktor. Die Region Vancouver gilt als die reichste Kanadas. 

Mit Befahren der Provinz Alberta ändert sich recht schnell die Landschaft. Wir sehen die ersten Ausläufer der Rocky Mountains! Ein toller Anblick, auf den Berggipfeln liegt noch Schnee. Mitten in diesen Ausläufern suchen wir uns einen CP. Die Besitzer sind Schweizer und vor 11 Jahren ausgewandert und bevor wir noch richtig eingecheckt haben, haben wir erstmal ein Pläuschchen gehalten. Später in der Laundry beim Wäschewaschen lernen wir ein Ehepaar aus Hamburg kennen. Die beiden waren schon öfter in Kanada unterwegs und geben uns tolle Tipps für unseren späteren Aufenthalt in Vancouver und Vancouver Island.

Nach den letzten Tagen on the road wollen wir es langsam angehen und planen unsere Strecken etwas kürzer, sind früher am CP und geniessen nachmittags auch mal ein Mittagsschläfchen im Liegestuhl. Denn das Wetter ist wieder sonnig!

Der Ort Kimberley hat einen stark österreichischen Einschlag es gibt Schnitzel und Apfelstrudel…. leider erst ab 17.00 Uhr…… solange wollen wir nicht warten und kochen doch auf dem CP. Aber der Gusto auf ein Wienerschnitzel ist geweckt. Wir werden uns auf die Suche nach Paniermehl machen im nächsten größeren Supermarkt und dann geht`s los…..

Im Kootenay NP legen wir uns einen Nachmittag in heissen Quellen und entspannen in 39 Grad warmen Wasser, während hin und wieder ein kleiner Regenschauer uns abkühlt. Am nächsten Tag fahren wir durch den NP und machen eine kleine Wanderung zum Marble Canyon. Vom Kootenay  fahren wir direkt in den Banff NP. Dies ist mit 4,9 Besuchern pro Jahr der meist besuchte NP von Kanada. Der Ort Banff ist recht touristisch und wir hören nach langer Zeit wieder vermehrt deutsche, holländische, französische  Gesprächsfetzen. Wir nutzen die Infrastruktur um zu tanken, einzukaufen und mal wieder essen zu gehen. Okay, wir sollten es nicht mehr tun, irgendwie hat alles einen Hauch von Fastfood…….

Abends treffen wir uns mit den Schweizern Denise und Marcel auf einem Campingplatz. Die letzten Wochen haben wir immer per mail Kontakt gehalten. Nun  tauschen wir bei einem Glas Wein (oder waren es zwei??)  unsere Erlebnisse aus und diskutieren über die beste Route nach Alaska. Ein entspannter, lustiger Abend. Es wird nicht unser letztes Treffen gewesen sein!!

Der Banff NP ist wirklich beeindruckend und wir entscheiden uns aufgrund des guten Wetters mit der Gondel auf den Berg  „Sulphus Mountain“   zu fahren und uns die Rocky Mountains aus der Höhe anzuschauen. Von Banff aus fahren wir auf dem Highway 1a Richtung Lake Luise. Es gibt viele Möglichkeiten zu wandern. Wir entscheiden uns für den Johnson Canyon Trail.

Bei der Rückkehr auf dem Parkplatz treffen wir Denise und Marcel und fahren hintereinander nach Lake Luise und sehen einen Schwarzbären und einen Braunbären am Strassenrand oder auch nur schwarzen Schwarzbären und einen braunen Schwarzbären. Weil….

 Schwarzbären: Ihr Fell ist schwarz bis zimtbraun und ihre Schnauze ist hellbraun.

Braunbären:  Auch Grizzlys genannt. Ihr Fell ist gelbbraun bis dunkelbraun. Das Leithaar an der Spitze oft grau. Sie haben einen  Muskelbuckel  auf der Schulter. Ihre Frontpartie ( Stirn bis Nase) ist konkav.

Die Fellfärbung ist also kein Unterscheidungskriterium, sondern die braune Nase bei den Schwarzbären und der Muskelbuckel bei den Grizzlies.

Abends besuchen wir gemeinsam den wunderschönen Lake Moraine.

Am nächsten Morgen sind Birger und ich  früh auf den Beinen (okay für unsere Verhältnisse früh), denn die Touristenbusse sind überall im Banff NP und wir wollen vor ihnen am Lake Luise sein.

Vom Lake Luise wandern wir 3,4 km hoch zum Lake Agnes. Dieser ist noch halb mit Eis verdeckt. Das älteste Teehaus Kanadas hat dort oben seinen Platz und klar gibt es auch Tee für die fleissigen Wanderer.

Nachmittags suchen wir noch einmal eine Autowerkstatt auf, weil unsere Bremsen etwas stark riechen, die Analyse hat ergeben, dass wir Unebenheiten auf der Bremsscheibe haben und diese innerhalb der nächsten Monate mal ausgetauscht werden müssen, klar die Bremsbeläge dann auch erneut. Der Werkstattmeister versichert uns wir können noch lange damit fahren und die Bremsleistung ist nicht beeinträchtigt, es quietscht und stinkt hin und wieder mal. Wir beschliessen, weniger zu bremsen 😉 und den Austausch evtl, in Vancouver in Angriff zu nehmen.

Von Banff NP aus machen wir einen kurzen Abstecher in den Yoho NP. Der kleine Campingplatz  auf dem wir unser Nachtquartier aufschlagen, ist irgendwie fest in deutscher Hand und es wird wieder ein längerer Abend. Den Emerald Lake im Yoho NP umwandern wir am nächsten Tag bei schönem Wetter.

Es geht weiter gen Norden.

Dann sehen wir IHN, einen echten Grizzly, nicht zu übersehen, weil am Strassenrand schon ca 20 Autos angehalten haben … wir dann  auch! Das Womo hat den echten Vorteil, dass wir etwas höher sitzen als die PKW Insassen und wir einen guten Blick auf den Bären hatten. Und man sieht auf den Bildern genau seinen „Buckel“ der den Braunbären vom kleineren Schwarzbären unterscheidet.

Die Fahrt durch den Banff NP beschert uns immer wieder ganz tolle Ausblicke auf die schneebedeckten kanadischen Rockies. Es gibt viele Aussichtspunkte um die Berge oder die darunter liegenden Seen und ihr Farbenspiel zu bewundern. Die Auswahl an hiking oder biking trails ist riesig, für Anfänger und für Profis. Wobei ein holländisches Paar Birger erzählte, dass die Schneegrenze recht tief ist, so dass sie einige trails (für Profis) nicht zu Ende laufen konnten und umdrehen mussten.

Das Parkway Icefield  ist ein Teil des Banff NP und besteht aus mehreren Gletschern von denen man einige auch von der Strasse aus sehen kann. Wir fahren mit einem riesigen Bus auf einen Gletscher rauf. Die Fahrt ist fast spannender als der Gletscher, weil wir eine Gefälle bzw auf dem Rückweg eine Steigung von 32% bewältigen.

Vom Skyline-Walk hat man eine tolle Aussicht auf die Berge und der Blick nach unten durch den Glasboden macht schon ein mulmiges Gefühl.

Der Banff NP grenzt direkt an den Jasper NP. Dieser ist etwas kleiner und hat jährlich „nur“ ca 2 Mio Besucher. Im Ort Jasper, der geprägt ist von Kneipen und Restaurants, tummeln sich viele, viele Touristen und unzählige Wohnmobile, vornehmlich Mietwohnmobile…. Wir nutzen die „Stadt“ (3.500Einwohner) um mal wieder die email aufzudatieren, zu tanken und  wir füllen den Kühlschrank auf.  In einem Liquid Store erstehe ich  eine Flasche Aperol (auch etwas, dass wir leicht vermisst haben und bis jetzt nirgendwo fanden, aber dank der vielen Touristen hier, ist das Angebot etwas weiter gefasst). Wir verlassen den Trubel und geniessen auf dem CP einen abendlichen Aperol Spritz.

Da Midsommer gerade erst vorbei ist, ist es hier wirklich lange hell, bis nach Mitternacht und auch früh wieder hell so ab 4.00 Uhr morgens…… für mich eine neue Erfahrung.

In Jasper lacht die Sonne und der Himmel ist hellblau, bei solchem Wetter hat man uns empfohlen mit der Gondel auf den Berg „The Whistlers“ zu fahren, weil der Ausblick grandios sei.

Auf geht es und der Ausblick ist super toll. Von der oberen Gondelstation geht es noch einen Kilometer auf einen Berggipfel ( 500 Höhenmeter sind zu überwinden) und wir laufen tapfer, mit einigen Pausen weiter nach oben. Hier ist es nicht so nett ausgebaut mit einem Boardwalk wie in Banff und der Abgrund ist recht nah……!

Der Abstecher zum Lake Maligne ist länger als wir dachten und so übernachten wir eine weitere Nacht im Jasper NP auf dem Pocahontas Campground. Dieser ist nur 17 km von den Miette Hot Springs entfernt und die stehen noch auf unserem Programm.

Am Morgen steht Birger auf um Kaffee zu kochen, schaut aus dem Fenster und kann kaum noch sprechen, direkt von unserem Wohnmobil grasen zwei Bären. Wir bewegen uns ganz leise im Wohnmobil und beobachten die beiden Bären eine ganze Weile bis sie wieder im Dickicht verschwinden. Wir können es gar nicht fassen! Was für ein geiles Erlebnis!

Die Hot Springs sorgen dann für die notwendige Entspannung!

Von Jasper aus fahren wir nun den Highway 40, den Scenic Alaska Highway, gen Norden. Einige Tiere begegnen uns…

Es tummeln sich viele Wohnmobile jeder größer auf der Strasse und wir sind nun nicht mehr alleine. Oft werden wir angesprochen, aufgrund unseres deutschen Kennzeichens und unserer schönen Rückseite, aber immer öfter auch auf Deutsch.

 Fazit: Alberta mit seinen NP Banff, Jasper und Co war ein tolles Erlebnis, Die Rocky Mountains haben uns stark beeindruckt. Das Türkis der Seen haben wir so noch nie gesehen. Die Wanderungen haben uns sehr gefallen. Klar, hier sind viele, sehr viele Touristen. Diese NP haben wenig mit der kanadischen Einsamkeit zu tun und wir möchten uns auch nicht vorstellen wie es in einer Woche hier ist, wenn die Schulferien in Kanada und USA beginnen und man morgens keinen CP mehr  für den Tag bekommt. Aber wir hatten eine tolle Zeit, haben viele Bären gesehen, nette Menschen getroffen und viele Reisetips bekommen.

 

 

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