Kanada: British Columbia Teil 1

von Christiane
Kanada: British Columbia  Teil 1 vom 01.08.2014- 15.08.2014

 Britisch Columbia:  Britisch Columbia zählt ca. 4.6 Mio Einwohner auf  945.000 qkm.13,2% der kanadischen Bevölkerung wohnen in dieser Provinz und ca 4,7 Einwohner pro qkm. Die Hauptstadt ist Viktoria auf Vancouver Island. Die größte Stadt ist Vancouver. BC wurde durch den Pelzhandel und den Goldrausch geprägt. Die Rocky Mountains als Felsbarriere zum restlichen Kanada sorgten dafür,  dass der Handel mit den USA stärker war als mit den übrigen Provinzen Kanadas. Auch heute ist der Handel mit den USA und Asien der Hauptwirtschaftsfaktor. Die Region Vancouver gilt als die reichste Kanadas.

Nach unserem Abstecher nach Hyder sind wir nun wieder in Kanada. Aber bevor es weiter geht, bekommt unser Womo erstmal neue Bremsbeläge an den hinteren Bremsen, da diese furchtbar quietschen und wir die vorderen schon vor geraumer Zeit gewechselt haben. Birger schaut den Mechaniker genau über die Schulter, um etwas zu lernen. Die Jungs finden es lustig und erklären ihm gerne alles was er wissen mag.

Dann gehts los, die Provinz British Columbia wartet auf uns.  Was uns als erstes auffällt ist, dass in British Columbia alles teuerer ist als in den übrigen Provinzen, vor allem Benzin/Diesel, Alkohol, Restaurantbesuche und einige Lebensmittel.Die Steuern hier auf viele Produkte ist höher als im restlichen Kanada. Einheimische bestätigen uns, dass auch die Mieten und Grundstückspreise sehr teuer sind und Vancouver die teuerste Stadt Kanadas sei.

Aber zunächst fahren wir mal nach Hazelton, genauer gesagt ins Old Hazelton Village, hier leben noch einige Indianerstämme und in einem schönen Museum bringen sie uns eindrucksvoll ihre Kultur näher.

Auf dem Campground direkt neben dem Museum stehen wir am Fluss und lernen Kai und Stefanie aus Aachen am Abend kennen, die mit ihren Töchtern und Schwiegereltern vier Wochen in zwei Campern unterwegs sind. Aus einem kurzen „Hallo“  wird ein tolles Gespräch, nur die Mücken sind etwas störend. Von Hazeltown aus geht es weiter den Highway   entlang, klar, dass wir auch hier wieder Marcel und Denise treffen, weil von Prince Puppert gibt erstmal nicht so viele unterschiedliche Wege. Hinter dem Ort Smithers bekommen wir zum ersten Mal keinen Platz auf unserem angestrebten Provincial Park Campground, alles ist ausgebucht…… Wir fahren weiter und entscheiden uns spontan ein paar Kilometer mehr in Kauf zu nehmen und besuchen den Babine Lake. Für unsere Verhältnisse kommen wir dort recht spät und müde an und freuen und auf einen geruhsamen Abend. Am Babine Lake hat allerdings gerade, also an unserem Ankunftstag,  die Lachsfangsaison begonnen, so dass der erste CP  voll  ist ;-( .   Aber auf dem zweiten finden wir ein schmales Plätzchen direkt am Wasser. Die Nachbarn kommen gerade von ihrer Angeltour zurück und waren dabei sehr erfolgreich. Wir werden direkt zum Fischessen eingeladen. Birger freut sich sehr, meine Freude hält sich in Grenzen, da ich keinen Fisch mag….. also esse ich schnell noch was, bevor wir mit den Nachbarn zusammen sitzen. Andy, seine Frau und seine drei sehr netten kids kennen so ziemlich jeden auf dem CP und die Runde wird immer größer, weil Andy alle einlädt, „ seine neuen Freunde aus Deutschland kennenzulernen“.  Birger bekommt fangfrischen Fisch in einer tollen, leckeren Bierpanade und ich lade die Damen auf einen Aperol-Spritz ein, der ihnen anscheinend gut schmeckt, weil unsere Aperol Flasche am nächsten Morgen fast leer ist. Es war ein wirklich lustiger Abend…..

Am nächsten Tag beschliessen wir nicht so weit zu fahren. Im Ort Burns Lake tanken wir und suchen das Visitor Center auf um unsere emails abzufragen. Da laufen uns dann auch Marcel und Denise (www.bussli-on-tour.jjmodo.com)  wieder über den Weg und wir trinken erstmal zusammen Kaffee, jeder nutzt das freie Wifi vom Visitor Center und die Jungs ( sorry, die Männer) diskutieren mal wieder die Reiseroute, diesmal zum Thema Verschiffung von Vancouver Island in die USA. Wir verabschieden uns erstmal für die nächsten Wochen, da wir nun unterschiedliche Wege nach Vancouver  nehmen.

Unser Ziel ist Bakersville ein Living Museum aus der Zeit des Goldrausches. Hier wurden Originalhäuser zu einer Originalstadt  wieder aufgebaut, Menschen in Originalkostümen laufen herum und erklären den Besuchern, wie es war in dieser Zeit des Goldrausches zu leben, auch ein Chinatown  fehlt nicht.  Wir schlendern einen halben Tag durch das Museum und lassen uns in die Vergangenheit Kanadas entführen.

An tollen Seen vorbei führt uns der Weg in den Well Grey Provincial Park. Der wurde uns von vielen Kanadiern empfohlen auf Grund seiner schönen Wasserfälle. Die Nacht verbringen wir am Dutch Lake und ich nehme mein erstes Bad im See und geniesse es wieder zu schwimmen.

Am nächsten Morgen staunen wir nicht schlecht, als wir eine email lesen, der Adressat sind die Camper von Platz 26, die zwei Reihen hinter uns auf dem selben CP stehen und aufgrund unserer Wohnmobil-Rückseite, sich schnell mal unsere homepage angesehen haben. Schade, dass wir Jörg und Daniela bis jetzt nicht per-sönlich kennengelernt haben, dafür schreiben wir uns weiterhin.(Danke für die Bilder von euch beiden ;-)! )

Die Wasserfälle im Well Grey PP, die wir am nächsten Tag besichtigen sind wirklich sehr schön und jeder der Fälle ist ganz unterschiedlich zu den anderen.

Von hier aus gehts weiter zum Okanagan Lake. Der Reiseführer weiss zu berichten, dass es hier wie am Gardasee  sei und der Lake ein Urlaubsziel für die Bewohner Vancouvers und Umgebung ist. Ausserdem gibt es hier viele Früchte und Weinanbau. Ja, und es sieht wirklich ein wenig aus wie in der Lombardei. Wir packen unsere Stühle aus und setzen uns mit den Füssen im Wasser an den See und trinken ein kleines Glas Wein ( was ja in Kanada eh in der Öffentlichkeit verboten ist…..psst, nicht verraten).Während wir da so entspannt sitzen, spricht uns ein Paar aus Polen an, dass vor vielen Jahren nach Kanada ausgewandert ist und lädt uns zum Abendessen ein. Wir freuen uns auf dem Abend, finden aber leider keinen CP in der Nähe, weil tatsächlich halb Vancouver an diesem Wochenende Urlaub am See macht. So fahren  wir noch mehr als 100 km um ein Plätzchen zu finden. Da wir ja schon in der Weingegend sind, machen wir natürlich  auch eine Weinprobe und füllen den Vorrat etwas auf. Die Umgebung vom  See ist wirklich wunderschön und wir verlassen sie mit großem Bedauern.

In  Keremeos besuchen wir die  Gris Mill, eine Mühle von 1789, die mit Originalteilen und nachgebauten Teilen wieder aufgebaut worden ist. Das Besondere hier ist nicht die Mühle oder der kleine Park in dem sie steht, sondern die tolle Führung durch die Mühle, die wir bekommen haben. Ein älterer Herr, der mich unheimlich an meinen alten, sehr netten Lateinlehrer erinnert, hat mit ganz viel Fleiss und Liebe diese Mühle wieder zum Leben erweckt und er weiss unglaublich viel über die Entstehung der Mühle, ihre Nutzung, ihre Geschichte und die Geschichte der Eigentümer von damals. Dies alles erzählt er mit soviel Begeisterung und Engagement, dass die eine Stunde, die wir mit ihm verbringen durften wie im Flug vergeht. Ein Besucher fragt ihn, ob er nicht ein Buch schreiben will über all das was er uns erzählt hat……. Ja, dies läge fast fertig auf seinem Schreibtisch, erzählt er uns…… aber es läge da schon so lange, und er fände die Zeit nicht ….. Schade!

Über den Highway fahren wir durch tolle Landschaft, durch die Bergwelt an Seen vorbei über die Orte Princeton, Hope, Boston Bar Merrit, Lytton, Lilloet Richtung Whistler.

In Hope gibt es fünf alte  seit 1961 stillgelegte Tunnel, der Kettle Valley Railway Trasse. Diese Othello Tunnel kann man heute durchlaufen, ein schöner Fluss führt parallel am Weg entlang. Eine nette Abwechslung.

Vor Boston Bar, gibt es eine „alte“ Brücke von 1926 über die man den Fraser River zu Fuss überqueren kann    und etwas weiter gelangen wir an den „Hell`s Gate“ . Dies ist eine Verengung des Fraser Rivers.Eine Seilbahn führt hinunter an das andere Ufer. Unten führt  eine Hängebrücke über den rauen Fluss und aufgrund der Verengung wurde eine Fischleiter gebaut, damit die bis zu 350.000 Lachse zu ihren Laichgründen ziehen können.

An einem Aussichtspunkt hinter Lillooet treffen wir Martin und Claudia aus der Schweiz. Die beiden sind unterwegs in einem VW-Bulli und dies schon seit über einem Jahr. Wir quatschen uns richtig fest und tauschen viele Erfahrungen aus. Die beiden wollen auch nach  Südamerika, vielleicht sehen wir uns unterwegs noch öfter. Wir würden uns freuen. Hinter dem Ort   geht es steil bergab und unsere Bremsen laufen heiß, trotz Nutzung der Motorbremse etc und wir machen eine Zwangspause. Ziemlich spät finden wir in einem Provinicial Park einen schönen Platz für die Nacht.

In Whistler, ca .70 km von Vancouver entfernt, fanden 2010  Teile der olympischen Winterspiele statt und die Stadt sieht ein wenig aus wie ein Schweizer Skiort, als wir dort sind, finden Meisterschaften im Mountainbiken statt und  es ist ein reges Treiben in der Stadt. Auch merken wir,  dass wir nur ca 40 km entfernt sind von  Vancouver, viele Urlauber sind unterwegs. Whistler bietet viele Wanderwege und Radfahrwege und ist das Naherholungsgebiet für die Vancouver.

Unser nächstes großes Ziel ist Vancouver, auf die Stadt freuen wir uns sehr, da alle andere Reisende uns wahnsinnig von der Stadt vorgeschwärmt haben. Nun sind wir mal gespannt was uns so alles erwartet, das könnt ihr dann im nächsten Bericht lesen, wenn ihr mögt.

 Fazit: British Columbia ist sehr abwechslungsreich. Es gibt unglaublich viele Seen, tolle Berglandschaften, Weinanbaugebiete, Obstplantagen usw. Seid wir wieder in Kanada sind, haben wir wieder tolles Wetter, die Sonne scheint. Ja, die Hitze auch einen Nachteil für die Natur, es gibt viele Waldbrände und in einigen Gegenden liegt viel Rauch in der Luft. Auch merken wir, dass wir den Norden verlassen haben, es wird wieder dunkel am Abend und dies sogar recht früh gegen 22.00 Uhr. Durch die vielen Seen, finden wir immer schöne Übernachtungsplätze mit tollen Sonnenuntergängen. Die Kanadier, die wir treffen, sind herzlich, offen und wir verbringen viele schöne Abende mit tollen Leuten.

 

Dieser Beitrag gehört zu Kanada 2014, Nordamerika, Reiseberichte

2 thoughts on “Kanada: British Columbia Teil 1

  • Michael+Bärbel 23. August 2014 at 22:27

    Na, was für ein zufall. Da schau ich mal auf Euere Seite und finde einen nagelneuen Bericht von Euch. Supi, supi supi. Auch danke für die schönen Fotos, endlich mal Menschen auf den Bildern. Danke auch für die E-mail adressen Euerer Mitreisenden. Tolle Seiten und tolle Fotos. Dickes Kompliment wenn Ihr Sie wieder trefft. Bussi Bärbel

  • renate+heiner christiansen 24. August 2014 at 18:56

    Hallo ihr Weltenbummler!

    Danke für den interessannten Bericht,den wir umgehend per Telefon nach Dannewerk übermittelt haben.
    Wir sind am 3.9.14 in Dannewerk ,dann versuchen wir auch die Bilder zu zeigen.
    Tolle Berichte,tolle Aufnahmen,macht weiter,fahrt weiter mit neuen Bremsbelägen.
    Wir warten gespannt auf den nächsten Bericht!

    Liebe Grüsse

    Renate+Heiner

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