Kanada: Nova Scotia

von Christiane
Bundesstatt Nova Scotia vom 25.04.2014- 07.05.2014

(Lighthouse Route, Evangeline Trail, Marine Drive und Cape Breton)

Nova Scotia: Der Bundesstaat Nova Scotia, auf Deutsch Neu Schottland, erstreckt sich über 55.300 qkm. Die Einwohnerzahl beträgt 922.000. Überwiegend ist die Landschaft hügelig und ist geprägt von über 3.000 großen und kleinen Binnenseen und gemischt-bewaldeten Flächen. Die Küstenlinie umfasst 8.000km. Spitzname: Canada`s Ocean Playground. Die Ureinwohner waren die Mi´kmaq. Die Franzosen waren 1605 die ersten, die ein europäische Siedlung (Annapolis Royal) gründeten. Die Briten folgten und  auch viele Kämpfe zwischen beiden Nationen. Den Sieg dieser Auseinandersetzungen trugen am Ende die Briten davon.

Unser erster Übernachtungsplatz sollte in der Nähe von Peggy Cove liegen. Warum Peggy Cove? Also zunächst steht dort der meist fotografierteste Leuchtturm Kanadas, so ein Foto wollten wir auch haben.

Dann beginnt hier die Lighthouse Route  fast immer entlang der  Südküste. Diese wollen wir uns unbedingt anschauen! Aber ein wichtiger Grund ist auch, dass dort in der Nähe ein CP (Campingplatz) ist, der uns mitgeteilt hat, dass er für Wohnmobile schon im April ein Plätzchen frei hat, obwohl er erst offiziell am 1.Mai öffnet. Auch wissen wir aus Berichten von anderen Reisenden, dass man in Peggy Cove den Parkplatz am Visitor Center für eine Nacht nutzen kann.Denn  eigentlich hat die Saison in Kanada noch nicht begonnen und die meisten CP haben noch geschlossen. Warum wundert uns das jetzt nicht 😉 Die ersten CP öffnen Anfang Mai, ein Teil Mitte Mai und Anfang Juni beginnt die Hauptsaison.  Die Idee war auf dem Weg dorthin, dass uns noch fehlende Frischwasser ( ca 115 Liter) irgendwo zu organisieren, denn ohne Wasser können wir unsere Heizung nicht aufdrehen und nachts ist es doch mit ca 3°C recht frisch hier in Kanada. Guten Mutes fragen wir an der ersten Tankstelle an ob sie wohl einen Wasseranschluss haben an dem wir Wasser tanken können. Birger erntet nur ein bedauerndes Kopfschütteln. Die nächste Tankstelle wird zu meinem Projekt, ich bekomme zumindest ein „ wir würden gerne helfen aber unser Wasseranschluss ist defekt, so sorry „ Also scheinen Tankstellen nicht unsere beste Idee gewesen zu sein. Dann müssen wir auf den CP hoffen, dass er soweit schon bereit ist, dass wir Wasser tanken können.

In Peggy Cove angekommen, fahren wir erst mal zum Leuchtturm. Direkt an diesem befindet sich ein Restaurant  mit einem schönen Parkplatz und mit tollem Blick auf die Bucht, den Ort und den Leuchtturm. Birger ist heute in „Fragelaune“ und fragt im Restaurant nach ob wir wohl von ihnen 115l Wasser für unser Womo bekommen können, weil…… gerade das Womo vom Hafen abgeholt haben, wir erst seit vier Tagen in Kanada sind, wir sonst heute Nacht frieren…….. und nebenbei würden wir auch gerne auf ihrem Parkplatz übernachten. Nachdem die Mitarbeiterin the duty of the day gefunden hat und diese Mitleid mit uns hat,  können wir unseren 25 Meter Schlauch quer durch ihre Küche an ihrem Wasserhahn befestigen. Diese Hilfsbereitschaft hat uns starkt beeindruckt. Bleiben dürfen wir auch über Nacht, klar ist dann für uns, dass wir zum Dinner dem Restaurant einen Besuch abstatten.

Wasseranschluss: Die Kanadier haben ein anderes Gewinde an ihren Wasseranschlüssen. Wir haben in Halifax im Canadian Tire  Baumarkt (Quinpoolstreet) einen neuen Aufsatz für unseren Wasserschlauch gekauft. Dort gab es die Anschlüsse von Gardena.

Peggy Cove ist ein kleiner niedlicher Fischerort eben mit Leuchtturm und sehr, sehr netten Leuten.

Das nächste Ziel ist Lunenburg. Ein Städtchen mit einen alten Stadtkern, der aus tollen Holzhäusern besteht und Unesco Weltkulturerbe ist.

Auf dem Weg dorthin machen wir Bekanntschaft mit den ersten wilden Tieren,

tollen Ausblicken und einem schönen Strand. Alles bei 10 Grad und Sonne, die ersten Kanadier liegen tatsächlich im Bikini am Strand, ich habe meinen Schal diesmal nicht um 😉 Klar das wir am Strand wieder nette Kanadier treffen, die sich über einen Smalltalk freuen wir uns aber auch.Es geht weiter die Küste entlang, das Wetter ist eher kühl und windig, aber es ist meistens trocken und wir nutzen jede Gelegenheit zu Fuss die Gegend zu erkunden.

Im NP Kejimkujik Seaside sehen wir unsere ersten kanadischen Robben und treffen am Strand zwei freundliche Herren so um die 60 Jahre alt, die uns erstmal eine Menge Ideen geben, was wir uns allen zwischen Halifax und Vancouver ansehen sollen und uns viele nützliche Tipps geben. Sie haben schon in drei Bundesstaaten von Kanada gewohnt, waren auch schon in Deutschland im Urlaub und es war für uns interessant mit ihnen zu plaudern.

Am Parkplatz treffen wir dann noch einen Schweizer mit seinem Womo, der gerade auf der Rücktour nach Halifax ist, nach dem er ein Jahr in Kanada, USA und Baja California unterwegs war.  Wir halten einen längeren Plausch und tauschen noch Übernachtungsmöglichkeiten aus bevor wir in unterschiedliche Richtungen davon fahren. Eine „wilde“ Nacht verbringen wir am Leuchturm am Cape Forchu in  Yarmouth und von dort aus geht es weiter immer an der Küste entlang.

Die Lighthouse Route geht in den Evangeline Trail über. Nee, das hat nichts mit der Kirche zu tun. Namensgebern ist die Heldin aus aus einem Versepos des Amerikaners Henry Wadsworth Longfellow über die Vertreibung französischer Siedler durch die Briten. Der Teil der Küste heisst auch French Shore oder La Cote d`Acadiene. Evangeline war eine Frau, die ganz lange ihren geliebten Mann gesucht hat und am Ende kurz bevor beide dem Tode nahe sind, na klar, auch gefunden hat. Wir besuchen den NP Kejimkujik, aber auch der ist eigentlich noch ziemlich geschlossen…. es wird ein kurzer Besuch. Zurück über Halifax nehmen wir nun die East Shore in Angriff. Der Marine Drive führt uns immer an der Küste entlang. Tolle Strandspaziergänge und wirklich schöne Aussichten auf die etwas bizarre Natur. Blaue Seen und graue Wälder. Das Wetter ist recht wechselhaft, aber sobald die Sonne zwischen den Wolken hervorlugt und das Thermometer sich den 10° Grad nähert, ist für die Kanadier der Sommer ausgebrochen und lange Hosen, Strümpfe und Pullover ziehen nur noch Touristen und Weicheier, wie wir, an.

Die Natur ist ca vier Wochen hintendran, wie uns viele Einheimische bestätigen, der Winter war sehr kalt mit viel Schnee.Durch den Provincial Park Taylor Head machen wir eine kleine Wanderung und fahren von dort aus nach Cape Brenton. Eine Halbinsel mit einem sehr schönen NP.  Cape Brenton ist für seine Weisskopfseeadler bekannt und tatsächlich …..

Louisbourg auf Cape Brenton ist der nächste Stop. Um diese ursprünglich von den Franzosen erbaute Festung gab es im 18 Jhd. mehrere Kämpfe mit den Engländern. Diese gewannen am Ende auch.Die Festung und das dazugehörige Dorf hat man nun wieder Originalgetreu aufgebaut und zur Besichtigung frei gegeben.

Klar, dass es noch nicht vollständig geöffnet war, dafür mussten wir auch nur den halben Preis zahlen 😉  Abends staunten wir nicht schlecht, als wir aus dem Womo schauten und es draussen schneite, dies Anfang Mai, und der Schnee blieb freundlicherweise liegen.

In Big Bras d`Or fanden wir einen gerade geöffneten CP, der Besitzer bietet in der Saison auch Bootstouren zu den Bird-Islands an, um dort Puffins (Papageientaucher) zu beobachten. Wir hatten Glück. Für den nächsten Tag hatten sich 25 amerikanische Gäste von einem Kreuzfahrtschiff angemeldet,  er hatte das Boot gerade erst hergerichtet und wollte noch am Nachmittag schauen, ob die Puffins für diese Saison schon „angereist“ waren. Also waren wir seine ersten Gäste und bekamen eine Privattour, wir waren sozusagen die „Generalprobe der Saison“.  Das Meer war echt unruhig, wir aber seefest…… aber die Puffins waren noch nicht aus dem Wintercamp zurück……. Schuld ist, klar der strenge Winter….Keine so glückliche Generalprobe ….

Für uns  nur halb so schlimm, wir haben viele andere Vögel gesehen und hatten eine 3-stündige unterhaltsame Bootstour. Den Cape Breton NP besuchten wir dann bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen zwischen 4° und 12° Grad. Kurz vor dem Parkeingang liefen uns zwei kleine Elche über den Weg….. unser ersten kanadischen Elche.

Zu Mittag hatten wir einen tollen Meerblick und unsere Wanderungen am Nachmittag auf der Westseite des NP waren doch sehr vom Schnee geprägt…….. Wir liessen uns nicht abschrecken und genossen bei zwei Wanderungen die Natur….. ein wenig in der Hoffnung unseren ersten Bären zu sehen……

  Fazit: Wir haben uns in Nova Scotia sehr wohl gefühlt. Die Menschen, die wir trafen waren ausgesprochen nett, freundlich, herzlich und offen. Eine Kanadierin sagte uns über ihre Landsleute: “ It is easy, you get what you see!“ Ja, wir hatten auch den Eindruck, dass keine Freundlichkeit gespielt war und wir ehrlichem Interesse begegnet sind. Das Wetter….. okay, der Winter hat dieses Jahr länger gedauert als sonst, damit müssen wir leben. Die Natur hat uns beeindruckt, die Weite des Landes. Alles ist etwas größer als bei uns, selbst die Kornflakespackungen und die Milchtüten.

Unser nächster Bericht kommt von P.E.I..

Dieser Beitrag gehört zu Kanada 2014, Nordamerika, Reiseberichte

2 thoughts on “Kanada: Nova Scotia

  • renate+heiner christiansen 11. Mai 2014 at 20:56

    Hallo ihr Zwei,
    wir haben mit Interesse euren Bericht gelesen. Wenn ihr über euer Wetter berichtet könnte es fast unser
    sein,bei uns bewegen sich die Temperaturen zwischen 4 und 11-14 Grad.Sonst nur Regen,Regen und nochmals
    Regen mit ein paar seltenen Sonnenstrahlen. Sehr interesannte Berichte und tolle Fotos.Wir berichten
    umgehend neue Meldungen nach Dannewerk.
    Liebe Grüsse
    aus Henstedt-Ulzburg
    Renate und Heiner

  • Michael+Bärbel 12. Mai 2014 at 22:24

    Hallo Ihr zwei, habe gerade Eueren Bericht gelesen. Es macht echt viel Spaßund es ist eine große freude das wir daran teilhaben dürfen.Denken kanns viel an Euch. Drücken Euch die Daumen das es mit dem Wetter bald besser wird. Bussi Bärbel

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