Kanada: Prince Edward Island, Quebec, Ontario

von Christiane
 Kanada: Prince Edward Island, Quebec, Ontario vom : 28.08.2015-17.09.2015

 Prince Edward Island (abgekürzt:PEI): PEI ist als der Geburtsort von Kanada bekannt, denn hier wurde im Jahr 1864 die Charlottetown-Konferenz abgehalten. Diese erste Konferenz gab den Anstoß für eine Reihe von Ereignissen, die dann zur Konföderation von Kanada führten. Die Hauptstadt der 5700qkm großen Insel heisst Charlottetown. Insgesamt bewohnen 140.000 Menschen diese Provinz, die von Landwirtschaft und Fischfang geprägt ist.

 Quebec: Die Provinz Quebec ist viermal größer als Deutschland und wird von ca 8 Mio Menschen bewohnt. Die Franzosen waren um 1608 die ersten Siedler hier. Seit 1974 ist in dieser Provinz französisch einzige Amtssprache und die Muttersprache von 80% der Bevölkerung. 8% der Bevölkerung haben Englisch als Muttersprache. Die Provinz ist katholisch ( 90% der Bevölkerung) was man an den vielen silberglänzenden Kirchtürmen hier erkennt. Es gab verschiedene Versuche von der Provinz sich von Kanada abzuspalten und Selbständigkeit zu erlangen. Die letzte Abstimmung erfolgte 1995  mit knapper Mehrheit (49,4% zu 50,6%) gegen die Selbständigkeit. Im Norden der Provinz sind ganz viele Landstriche unbewohnt

 Ontario: Die Provinz wird von ca. 13 Mio Menschen (dass sind 39% der kanadischen Bevölkerung) bewohnt, diese leben auf einer Fläche von ca 1.1 Mio qkm. Also jeder einzelne hat viel Platz. Die Hauptstadt der Provinz ist Toronto. Die meisten Menschen leben im Süden der Provinz entlang der Grenze zu den USA. Vier der fünf großes Lakes ( Ontario, Erie, Huron und Superior)  sowie der Saint Lawrence River und der Rainy River bilden die Grenze. Toronto ist aufgrund der großen Zahl der Immigranten aus allen Teilen der Erde eine der multikulturellsten Städte der Welt. Die Engländer waren die ersten Siedler hier und König Viktoria entschied, dass Ottawa die Hauptstadt von Kanada sein soll und bis heute ist. Ontario ist sowohl geprägt durch hightech Industrie, Dienstleistung, Bergbau ( Nickel, Uran, Gold, Platin, Zink und Kupfer) und Landwirtschaft.

Nach dem wir die Fähre von Neufundland aufs Festland in North Sydney verlassen haben, beschliessen wir noch einmal die Provinz Prince Edward Island uns anzuschauen. Letztes Jahr hat uns das schlechte Wetter nach zwei Tagen von dieser Insel vertrieben.  Auch diesmal wollen wir mit der Fähre auf die Insel fahren, rechtzeitig, also zwanzig Minuten vor Abfahrt der 13.00 Uhr Fähre sind wir am Hafen. Leider hat die Fähre keinen Platz mehr für uns und wir müssen auf die nächste Fähre warten. Die Sonne scheint, es gibt WLAN am Hafenterminal, und es kommt immer Mal jemand zum quatschen vorbei, so vergehen die zwei Stunden Wartezeit wie im Fluge.  Zunächst steuern wir einen Campingplatz in einem Provincial Park an, der gefällt uns aber nicht so gut so dass wir auf „altbewährtes“ zurückgreifen. Der Murray River Campground mit Plätzen direkt am River war letztes Jahr der einzige der schon geöffnet hatte und wir hatten uns dort sehr wohlgefühlt. Unsere amerikanischen Nachbarn am River sind sehr nett und wir verbringen den Abend mit einem Weinglas in der Hand am River. Okay, ich verlasse die lustige Gesellschaft immer mal wieder, weil Waschtag angesagt ist und der Campingplatz über Waschmaschinen mit heissem Wasser verfügt. Dies ist für uns Europäer normal, aber in USA und Kanada waschen die Maschinen oft mit kaltem Wasser oder auch mal mit lauwarmen Wasser so wie es eben aus dem Wasserhahn kommt. Ich nutze die Chance und wasche alles was ich so finden kann ;-))! Am nächsten Morgen geht es weiter die Ostküste entlang, durch kleine Orte und immer mit einem Blick aufs Meer. Von Angi und Claudio haben wir eine Empfehlung für einen CP bekommen, mit Strand, Meerblick und WLAN. Wir fühlen uns dort auch direkt wohl und nutzen den Tag mal wieder ein wenig das internet zu durchforsten, Nachrichten zu lesen, die homepage zu aktualisieren, Emails zu schreiben etc.. Abends sitzen wir mit Blick aufs Wasser  über dem Strand, als wir angesprochen werden von einem Ehepaar. Sie waren uns schon aufgefallen, weil er mit einer Kamera mit einem riesigen Objekt rumhantierte und sie einen Picknicktisch eingedeckt hat, am die sie anscheinend aber nicht essen wollen.

Die beiden Fragen uns, ob wir uns wohl für einige Fotos zur Verfügung stellen würden, für eine Wettbewerb an dem sie teilnehmen. An diesem Wettbewerb nehmen acht ausgewählte Fotografen teil, diese müssen 35 Fotos einsenden bis Ende September. Der Gewinner darf dann die Fotos für die nächste Touristenbroschüre für Prince Edward Island  machen.  Gerade haben wir eh nichts besseres zu tun und posieren für das Picknicktischfoto, wobei  es dabei weniger um uns geht als um das schöne Panorama im Hintergrund mit Felsenküste und Strand und das typische Picknick mit Hummer und Salat. Leider warten wir noch auf die versprochenen Kopien der Fotos, aber wenn diese so aussehen wie dieses…… haben wir wohl nicht zum Gewinn des Wettbewerbes beigetragen. Sorry!

Unser Weg führt uns weiter in die Hauptstadt der Provinz nach Charlottetown. Es gibt eine Spaziergang-Route durch die Stadt und wir erkunden alles zu Fuss. Die Kathedrale, die alten Herrenhäuser, ein wenig „Altstadt“!

Am Abend stehen wir auf einem wunderschönen Provincial Park Campground, auf einer Wiese direkt am Meer, fast ganz alleine. Denn die anderen Camper stehen zwar auch nett, aber in Reihe  etwas enger aber  dafür  mit Strom- und Wasseranschlüssen! Der Sonnenuntergang ist wieder wahnsinnig schön und wir bleiben zwei Tage.

Am nächsten Tag umrunden wir die Westküste der Insel, unser Ziel ein Leuchtturm ist eher enttäuschend, da er total eingezäunt ist und die Ausstellung über Windkrafträder gegenüber haut uns auch nicht so vom Hocker. Dafür ist der Blick auf die Küste sehr schön.

Wir entschädigen uns selbst mit einem Besuch im Pub in Summerside.

Als letzten „Inselausflug“  machen wir noch einen Spaziergang  an einem schönen Strand im National Park, es ist richtig windig und wir fühlen uns ein wenig wie an der Nordsee im Herbst!

Über die Brücke verlassen PEI und erreichen die Provinz New Brunswick (Neu Braunschweig auf Deutsch).

Nun versuchen wir andere Wege und Strassen zu nehmen als im letzten Jahr. Das gelingt uns auch ganz gut. Es ist noch Sommer in Kanada und diese kurze Zeit muss genutzt werden von allen Städten und Gemeinden und es wird gebaut und gebuddelt auf so ziemlich jeder Strasse, bevor der Frost kommt. Also fahren  wir  durch viele Baustellen und über viele noch nicht ganz fertige Strassen. Alles ist irgendwie „under construction“. Wir besuchen den  Kouchibougnoc National Park. Der Park liegt am Meer und  bietet mehrere Campingplätze. Unser Reiseführer empfehlt den kleinsten Platz, das dieser auch Plätze am Wasser hat mit Meerblick. Das ist genau unser Ding. Am Eingangsvisitorcenter ist der Platz schnell gebucht und wir machen uns über eine 10 km Schotterstrasse, die Parkstrasse ist gerade „under construction“ auf dem Weg zum Stellplatz. Die Attraktion des Parks, ein toller weisser langer Sandstrand, ist jedoch auf der anderen Seite der Bucht, also schwingen wir uns auf unsere Fahrräder und erkunden den Park.

Nach 16 km erreichen wir den Strand, zum Glück gibt es davor einen kleinen Kiosk mit Eis und Pommes, bewundern den Strand und fahren wieder zurück zum Campingplatz. Am nächsten Tag pflegen wir unseren leichten Muskelkater. In der Nähe von Grand Anse gibt es das Acadia Museum. Es ist ein living Museum  in dem Original Häuser aus dem 18. Jhd wiederaufgebaut wurden und Menschen in Kleidern der damaligen Zeit uns Geschichten zu den ehemaligen Bewohnern der Häuser erzählen. Alle „Bewohner“ sprechen sowohl Englisch als auch Französisch, was uns den Besuch dort sehr erleichtert. Alles ist mit viel Liebe aufbereitet. Aber über die Acadia erfahren wir leider nicht so viel wie wir erhofft hatten.  Es ist eher ein Museum über das Leben in dieser Zeit.

Ein zweiter Teil des Museums beschäftigt sich mit dem frühen 19 Jhd.,  es gibt einige Häuser, eine  Tankstelle und ein Hotel ( in dem man tatsächlich auch wohnen kann), eine aktive Sägemühle, einige Wohnhäuser und ein Zinnwerkstatt.  Wir betreten die Zinnwerkstatt als der dortige „Zinnexperte“  gerade einigen Besuchern voller Begeisterung  erklärt, was er wie aus Zinn herstellen kann. Er ist ca 75 Jahre alt spricht mehr Französisch  als Englisch und als wir seine Werkstatt betreten, hat er beschlossen ab sofort sich nur noch mit mir zu unterhalten, klar auf Französisch. Schnell merkt er das ich nicht soviel verstehe also kramt er sein Englisch heraus. Lässt die anderen Besucher links liegen und erzählt mir von seinen beiden Europareisen, dass er nächstes Jahr wieder nach Frankreich fährt, von seinen Freunden usw nebenbei bastelt er mir eine kleine Trillerpfeife aus Zinn und ist ganz begeistert als ich einen lauten Träller aus ihr rauskriege. Birger sieht sich das Schauspiel grinsend an und überlässt es mir uns dort freundlich von dem wirklichen netten Herren wieder loszueisen. Die Pfeife liegt seid dem bei mir vorne im Auto in meiner Ablage.

 Acadia: Wer waren die Acadia,warum hiessen sie so und was war an ihnen so besonders? Der italienische Entdecker Verrazano bezeichnete die ganze Nordostküste Amerikas als Acadia. Da sie ihn an die fiktive Landschaft aus den Erzählungen des Poeten Vergil, Arkadien, erinnerte.  Später wurde nur das das heutige Nova Scotia in Kanada so genannt.  Die Franzosen waren die ersten Siedler in Acadia und nannten sich Acadier. Währende der häufigen Auseinandersetzung zwischen den Franzosen und Engländern verhielten sie sich immer neutral. 1755 wollten dann die Engländer, dass die Acadier auf ihrer Seite gegen die Franzosen kämpften.  Dies verweigerten die Acadier geschlossen, was zur Folge hatte, dass die Engländer ihre Häuser niederbrannten und sie ohne Rücksicht auf Familienzugehörigkeiten mit Gewalt auf Schiffe brachte und in alle Richtungen verteilte. Manche landeten in britischen Kolonien, andere im Gebiet um Louisiana, andere wiederum in Frankreich. Willkommen waren sie nirgendwo.  Lange waren die Acadier damit beschäftigt Familie, Freunde und eine neue Heimat zu finden.

Es ist  mittlerweile Anfang September und der Labour Day nähert sich. Dieser Feiertag, vergleichbar mit unserm „Tag der Arbeit“, ist das letzte lange Wochenende des Sommers in Kanada und auch den USA und auch das letzte Wochenende bevor die Schule wieder beginnt. Das bedeutet viele Menschen sind unterwegs um noch einmal auszuspannen.  Etwas verwundert sind wir an dem langen Wochenende als wir ohne Probleme einen Campingplatz mit Aussicht finden. Okay, der Ort Dalhousie hat auch keine Attraktionen ausser diesem netten Campingplatz. Abends gibt es noch live Musik und der halbe Ort tanzt auf der kleine Bühne direkt gegenüber von unserem Womo. Birger lässt sich leider nicht überreden mit mir das Tanzbein zu schwingen zu der recht guten Musik.

Unsere Fahrt geht nach zwei Tagen weiter immer am San Lawrence  River entlang. Diesmal fahren wir das Südufer entlang. Geniessen den Blick auf den großen Fluss, stehen auf schönen Plätzen und umfahren entspannt die  großen Städte Quebec ( letztes Jahr besucht)  und Montreal ( zu groß und keine Lust). Ottawa ist unser nächstes Ziel, die Hauptstadt Kanadas kennen wir noch nicht, haben aber nur tolle Sachen über diese Stadt gehört. Am frühen Mittag checken wir auf dem Campground Rideau Hights  ein. Viel haben wir von diesem Platz gehört, weil er ist der stadtnächste CP in Ottawa. Der Campingplatz ist sehr grün, es gibt viele Bäume, einen Pool, ein gut funktionierendes WLAN und preislich ist er auch total okay. Nun ja, eine kleinen Haken hat der Platz, eine Bahnschiene führt auf der einen Seite des Platzes vorbei auf der auch Züge fahren, aber wirklich selten. Der Flughafen ist nicht so weit entfernt, und die startenden Flugzeuge sind etwas geräuschintensiv, aber auch hier hören wir nur so drei am Abend. Die LKW Firma, die an der anderen Seite des Grundstückzaunes  angrenzt, nimmt morgens recht früh ihre Arbeit auf und rangiert ihre Fahrzeuge auch nicht geräuschlos über das Firmengelände…. Aber das ist alles nicht schlimm wir halten uns eh nicht solange auf dem Campingplatz auf und die Buslinie nach downtown ist nur sieben Minuten zu Fuss entfernt und der Bus fährt uns direkt zum Parlament innerhalb von 35 Minuten. Wir parken unser Womo auf dem CP und machen uns auf den Weg in die Innenstadt. Bis zum frühen Abend erkunden wir die Stadt zu Fuss. Das Parlament von aussen, das Hotel Chateau Laurier,  die Schleusenanlage am Riad Canal mit acht Schleusen und 24 Meter Höhenunterschied, die Kathedrale und den Byward Market mit seinen vielen Restaurants und Kneipen.

Abends auf dem CP steht ein niederländischer zum Wohnmobil umgebauter Ambulanzwagen vor uns auf dem Platz. Klar sind wir neugierig und gehen gleich schauen, wer dort denn drin wohnt. So lernen wir Lesley und Gerhard aus Holland kennen. Also eigentlich haben wir uns schon mal gesehen. Nämlich in Neufundland im Ort St. Anthony sassen wir im selben Tim Hortons, jeder trank Kaffee und vergrub seinen Kopf im Computer. Alle konnten sich daran erinnern, weil ich jeder überlegt hatte den anderen anzusprechen, wir sehen eben alle nicht wie gebürtige Newfies aus. Egal, aber  an diesem Abend lernen wir uns schnell besser kennen, tauschen Reiseerfahrungen und Routenpläne aus. Es ist ein wirklich sehr lustiger Abend, mit sehr guten Gesprächen und etwas zuviel Rotwein. Am nächsten Morgen, recht früh, machen wir uns zusammen mit Gilbert und Michelle aus Kanada auf den Weg nach Ottawa City.

Gemeinsam besichtigen wir das Parlament, lernen eine Menge über politische Wahlen, die Parteien, die Verteilung der Sitze von Senat und House of Commons  (Genaue Zahlen bitte bei Lesley erfragen ;-)), und warten  um 12.00 Uhr vergeblich auf das angekündigte  15 minütige tolle Glockenspiel vom Peace Tower.

Mittags trennen sich unsere Wege, Birger und ich machen uns auf den Weg zum Haus vom General Gouverneur. Er ist der offizielle Vertreter der britischen Königin, wenn diese nicht vor Ort ist.  Bekanntlich ist ja Elisabeth II. das Staatsoberhaupt von Kanada, aber sie nimmt nur representative Aufgaben war, sowie dann auch ihr Vertreter.  Wir möchten das Haus vom General Gouverneur gerne besichtigen, wir wissen dies geht eigentlich nur mit einer vorherigen Reservierung, aber  Versuch macht klug.Nach dem wir das Haus, die Ridau Hall und den Park gefunden haben, ist das Vistorcenter dort geschlossen, aber ein netter Mensch in Arbeitskleidung vom Park sagt uns wir sollten mal hoch zum Haupthaus gehen, dort beginne so in 15 Minuten eine Führung und vielleicht hätten wir ja Glück. Ja, hatten wir, wir dürfen auch ohne Anmeldung an der Führung teilnehmen.  Während wir so auf den Start der Führung warten, fahren drei Radfahrer an uns vorbei und der in der Mitte winkt uns allen zu und alle winken brav zurück.  Das war der derzeitige General Gouverneure, David Johnston,  wird uns sofort erklärt, der Mann in der Mitte flankiert von seinen Bodyguards, auf dem Weg mit dem Rad in sein Wochenendhaus ca 56 km entfernt…… Etwas später sehen wir auch wie die Fahne auf dem Hausdach verändert wird……

Der Genreal Gouverneure ist anwesend.

Der General Gouverneur ist nicht im Hause.

Die Führung ist unterhaltsam und wir erfahren eine Menge über die Aufgaben eine General Gouverneure, seine Vorgänger und die Festivitäten, Ehrungen und Sitzungen, die in seinem Haus stattfinden. Alles sehr beeindruckend. Als nächstes schauen wir uns noch die National Gallery an, das Gebäude beeindruckt uns mehr als die Ausstellung, aber das liegt wohl an uns und unserem mangelnden Kunstverständnis.

Ziemlich müde erreichen wir abends unseren CP, während wir zu Abend essen werden wir von den Nachbarn von Gilbert und Michelle zum Lagerfeuer eingeladen. Also tragen wir unsere Stühle etwas später zu einem gemütlichen Lagerfeuer und haben einen lustigen Abend mit den Kanadiern und Lesley und Gerhard. Am nächsten Morgen müssen wir uns leider von den Holländern  verabschieden, wir haben für die nächsten Tage  unterschiedliche Routen, aber den gleichen Plan. Nach Südamerika soll es auch für Lesley und Gerhard gehen. Wir hoffen sehr euch noch mal wieder zu treffen.Für uns geht es weiter in den Algonquin Provincial Park. Die Strecke dorthin ist nicht so aufregend und recht lang, so halten wir unterwegs in einer kleinen Ausbuchtung an  wechseln die Seiten. Als ich so auf dem Fahrersitz Platz genommen habe sehe ich rechts aus dem Busch ein schwarzes Fellknäuel rauskommen. Ein junger Schwarzbär. Unserer erster dieses Jahr in Kanada! Er erschrickt etwas und quert schnell die Strasse, für ein Foto hat es leider nicht gereicht!Im Algonquin Park angekommen satteln wir direkt die Räder und fahren eine Teil des ausgebauten Radweges entlang. Die Sonne scheint und wir hoffen oder auch befürchten ( dass wissen wir selber nicht so genau) vielleicht doch noch einem Elch oder Bären zu begegnen. Aber kein Tier läßt sich Blicken.

Im Ort Parry Sound parken wir unser Womo und gehen eine Pizza essen. Als wir zum Womo zurückkommen, hat ein unbekannter Spender eine Tüte mit Kanadischen-Flaggen- Anstecknadel unter unseren Scheibenwischer geklemmt. Wir freuen uns sehr über das Geschenk! Danke dem edlen Spender!

Im Killbear Provinzial Park finden wir einen Platz zum schlafen.

Die nächsten Tage verbringen wir entspannt am  Lake Nipissing, skypen, lesen die Nachrichten aus Deutschland und machen uns schlau für unsere weitere Reise Richtung Süden.

Am Lake Brownlee finden wir einen netten Platz direkt am See. Der Campground wird von Dorothea und Werner aus dem Allgäu betrieben. Die beiden sind vor 17 Jahren ausgewandert, haben diesen Campground mit den umliegenden Grundstücken am See gekauft und sich ihr eigenes Paradies geschaffen. Am Wochenende betreibt Dorothea ein kleines Restaurant auf ihrem Grundstück mit einer Terrasse zum See. Sie bietet deutsche und italienische Küche an. Wir kommen ins Quatschen, trinken einen Wein oder zwei und sie erzählt uns die Geschichte ihrer Auswanderung. Abends öffnet sie tatsächlich noch einmal für uns ihr kleines Restaurant und extra für uns gibt es Schnitzel Wiener Art mit bayrischem Kartoffelsalat und dazu a Woaßbier von Hacker Pschorr.  So lecker! Vielen Dank dafür Dorothea. Zu dritt verbringen wir eine schönen Abend. Werner ist leider für zwei Tage verreist, so dass wir ihn nicht kennenlernen.

Langsam denken wir schon an den Abschied von Kanada. In Sault Sainte Marie kaufen wir noch vier neue Reifen für unser Wohnmobil  und machen uns dann auf den Weg zur Grenze in die USA. Denn Mitte November haben wir einen „Termin“ in San Diego. Schade, unsere letzte Nacht in Kanada! Es war wieder sehr schön!

 Fazit: In Kanada haben wir uns wieder sehr, sehr wohlgefühlt. Die Menschen, die wir treffen durften waren offen, herzlich und unglaublich freundlich. Gerne haben sie uns aus ihrem Leben erzählt und uns so ihre Kultur wieder ein Stück näher gebracht. In  Ottawa haben wir mehr über das politisch System gelernt und neue Reisefreundschaften geschlossen. Das Wetter hat uns ausschliesslich Sonne beschert und  für jede Nacht haben wir einen Platz mit „Meerblick“ gefunden. Wir hatten eine tolle Zeit!

 

Dieser Beitrag gehört zu Kanada 2015, Nordamerika, Reiseberichte

3 thoughts on “Kanada: Prince Edward Island, Quebec, Ontario

  • Michael+Bärbel 27. September 2015 at 15:32

    Super super super, was für schöne Bilder. Bei den roten Felsen könnte man meinen Ihr wart auf Helgoland (nur etwas flacher). HIHI . Hoffewn das es Euch sonst auch gut geht . Auf den Bildern strahlt Ihr ja vor Glück und Birger geht sogar in die Luft. (Daumen hoch). Bis bald Euere Grubenponys bussi

  • Birgit Müller 29. September 2015 at 08:14

    Hallo ihr zwei,

    ich bin wieder mal begeistert. Sowohl Neufundland, also auch Prince Edward Island sind begehrte Reiseziele von mir und euer Bericht zeigt mir, dass es sich lohnt, daran festzuhalten. Nun empfinde ich fast schon etwas Wehmut, dass sich eure USA/Kanada-Zeit dem Ende nähert. Aber ich bin natürlich total gespannt, wie es weitergeht. Termin im November in San Diego…?! 🙂
    Liebe Grüße, Birgit

  • Birthe 11. Oktober 2015 at 13:37

    Hallo Ihr Suessen,

    Da kann man echt neidisch werden! 🙂 Wahnsinn, was Ihr alles zu sehen bekommt und erlebt. Nur weiter so. Freuen uns auf weitere Berichte und Photo’s.

    Seid umaermelt und gedrueckt.

    Eure Birthe und Clan aus dem ‚fruehlingshaften‘ 33 Grad warmen Australien. 🙂

Comments are closed.