Kolumbien Teil 2 vom 28.09.2016 – 15.10.2016

 Kolumbien: Kolumbien liegt im nördlichen Teil von Südamerika. Es grenzt an den Pazifischen Ozean und auch an das Karibische Meer. Auf dem Festland berührt Kolumbien Panama, Venezuela, Brasilien, Peru und Ecuador. Der Landesname ist von Christoph Kolumbus abgeleitet. Bogota liegt auf 2600 Meter, ist die Hauptstadt des Landes und gleichzeitig wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Kolumbiens. Die Fläche  Kolumbiens beträgt 1.138.910 qkm,  auf dieser leben  ca 48 Mio Einwohner. Davon leben 74% in den Ballungsgebieten, rund die Hälfte der Landesfläche ist unbewohnt.  Der größte natürliche Reichtum des Landes ist seine Flora, insgesamt kommen in Kolumbien zwischen 45.000 und 55.000 Pflanzenarten vor, davon allein 3500 Orchideenarten. Auch das Tierreich ist mit insgesamt 2890 Landwirbeltierarten sehr vielfältig: mit 1721 Vogelarten sind 20 % aller weltweit vorkommenden Arten und mit 358 Säugetierarten sieben Prozent der weltweit vorkommenden Arten vertreten. In Kolumbien wird die Religionsfreiheit als Grundrecht garantiert. Dominant ist die römisch-katholische Glaubensrichtung, der etwa 90 % der Bevölkerung angehören, jedoch verzeichnen evangelikale Gruppen in den letzten Jahren ähnlich wie in anderen Staaten Lateinamerikas einen großen Zulauf. Nur ein Drittel der Beschäftigten des Landes verfüge über Sozial- und Krankenversicherungen. Die reichsten 20% der Bevölkerung verfügten über 62 % des gesamten Einkommens und sind damit verantwortlich für den wesentlichen Teil des landesweiten Konsums. Den Anteil der sehr Armen an der Bevölkerung wird auf ca 18% geschätzt. Große Fortschritte wurden im Bereich der Schulbildung erreicht, da nur 2,4 Prozent der Kinder nicht regelmäßig die Schule besuchten. Sind die Eltern auf finanzielle Unterstützung vom Staat angewiesen, bekommen sie diese nur, wenn ihre Kinder regelmäßig die Schule besuchen. Geschieht dies nicht, werden die Leistungen gestrichen. Seit Jahrzehnten schwelt in Kolumbien ein bewaffneter Konflikt zwischen linksgerichteten Guerillatruppen, rechtsgerichteten Paramilitärs und der regulären kolumbianischen Armee. Sämtliche beteiligte Parteien machten und machen sich schwerster Menschenrechtsverletzungen schuldig. Die Opfer stammen mehrheitlich aus der Zivilbevölkerung. Die jetzige Regierung hat einen Friedensvertrag mit der Farc ausgehandelt. Dieser ist von der Bevölkerung in der Volksabstimmung am 02.10.2016 bei einer Wahlbeteiligung von 37 % knapp abgelehnt wurde.  Beide Parteien halten aber an dem Friedensabkommen fest und sind erneut in Verhandlungen getreten. Die kolumbianische Wirtschaft ist weit gefächert, Kaffee spielt eine zwar wichtige aber mit rund 15 % der Exporterlöse nur noch untergeordnete Rolle spielt. Mit der Globalisierung der Wirtschaftswelt sind andere Produkte in den Vordergrund gerückt wie Bananen,Schnittblumen, Smaragde, exotische Früchte, Zuckerrohr und Zucker, Tabak, Reis, Industrieprodukte, Bekleidungsindustrie, Chemikalien, Erdöl, Erdgas und Erdölderivate, Steinkohle, Gold und Nickel. Wichtigste Einfuhrgüter sind Kraftfahrzeuge, Ausrüstungen für die Telekommunikation, chemische Produkte und Vorprodukte, Eisen- und Stahlprodukte, Papier und Karton, Polyethylen und landwirtschaftliche Produkte. Das Land ist der zweitgrößte Exporteur landwirtschaftlicher Produkte in die USA.

Die Strasse nach San Augustin ist gut zu befahren und schon am frühen Nachmittag sitzen wir auf einer schönen Wiese bei freundlichen Kolumbianern, mit Kühen, Pferden und Hunden um uns herum. San Augustin ist bekannt für sein archäologischen Ausgrabungsstätten. Hier hat man alte Gräber gefunden, die mit Skulpturen und aus Stein geschmückt worden sind.  Dieses Park schauen wir uns am nächsten Morgen in aller Ruhe an. Vom Stellplatz laufen wir ca 3 km bis zum Eingang des Archäologischen Parks. Auf dem Weg kommen wir an einigen Restaurants vorbei und staunen nicht schlecht über die angebotenen „Spezialitäten“.

Kolumbien_San_Augustin_September_2016

Meerschweinchen oder Kannichen. Okay, jedem das seine, wir müssen es ja nicht essen. Wir haben das Gefühl fast alleine in der Ausgrabungsstätte unterwegs zu sein. Zuerst gibt es ein kleines Museum, dann einen „Wald“ mit vielen einzelne Skulpturen, danach drei Gräber mit entsprechenden Skulpturen und ein toller Aussichtspunkt hoch auf einem Hügel mit einem 360 Grad Blick über Berge und Dörfer.

Den Nachmittag  verbringen wir entspannt auf dem Stellplatz, Skypen mit Freunden, schreiben emails, ich lese mal wieder ein Buch. Dadurch das die Fahrstrecken in Kolumbien so zeitintensiv sind, stehen wir länger am selben Platz bevor wir uns wieder auf die Strasse begeben, auch gefallen uns die Stellplätze, die wir angefahren haben, bis jetzt alle sehr gut. Echt Wohlfühlplätze. Wir verlassen San Augustin und fahren nach Rivera. Eine Zwischenübernachtung in einem kleinen netten Ort, umgeben von einigen Thermalquellen, die uns bei 33 Grad Aussentemperatur nicht wirklich locken. Am nächsten Tag brechen wir sehr früh auf. Es ist Sonntag und heute führt uns unser Weg durch Bogota. Wir haben beschlossen uns die Hauptstadt nicht anzuschauen, zu groß, keine guten Stellplätze und wir haben zu viele Geschichten von anderen Reisenden gehört über Diebstahl etc. Wir kommen wirklich gut voran, stehen in Bogota im erwartenden Stau, verfahren uns nicht und sind schon Mittags um 14.00 Uhr im Ort Zipaquira! Hier gibt es eine Salz-Kathedrale, eher eine Salzmine mit tollen Lichteffekten. Unser angestrebter Stellplatz ist nur noch 70 km entfernt und so beschliessen wir die Mine zu besichtigen. Dies ist nur mit einer Führung möglich, die wird auch in Englisch angeboten und tauchen wir nach kurzer Zeit in die Mine ab. Alles ist farblich beleuchtet, der Kreuzweg ist dargestellt in großen Sälen, sind Skulpturen und Kreuze aufgebaut, angeleuchtet, unser Führer versteht es unterhaltsam alles zu erklären. Aus einer stillgelegten Salzmine hat man eine sehenswerte Touristen Attraktion gemacht. Die Haupthalle ist riesengroß und wird für Gottesdienste unter der Erde genutzt. Die Lichteffekte begeistern uns und für unsere Kameras es eine echte Herausforderung. Nach 1,5 Stunden verabschiedet sich der Tourguide und wir stehen unter der Erde in einer  kleinen Touristen-Einkaufsmeile, für wenig Geld kann man hier Souvenirs erstehen, Kaffee und Snacks kaufen. Der Weg zum Ausgang ist auch im Dunkeln gut ausgeschildert!

Gut gelaunt machen wir uns auf den Weg zum Stellplatz. Ja, und der ist erreichbar über eine schmale gute Schotterstrasse und dann stehen wir vor einer  echt klapprige Holzbrücke…  Vor der bleiben wir erst einmal stehen und ich laufe zum Hostel. Dort ist leider kein Mensch, es sieht irgendwie etwas verlassen aus. Hier scheinen wir nicht übernachten zu können ! Mittlerweile ist Birger von zwei Autos hinten und vorne eingeklemmt, da wir den kleinen Weg versperren. Also manage ich mal wieder den Verkehr….. alle setzen zurück damit wir rückwärts aus dem schmalen Feldweg rausfahren können.  Okay, wir entscheiden uns weiter 70 km zu fahren, teilweise wieder über die Berge, eigentlich das Ziel für morgen. Vielleicht schaffen wir es noch bei Helligkeit.  Auf dem Weg beginnt unser Auto ganz doll zu quietschen an, nicht so leicht das Geräusch zu orten, auch hören wie eine Art scharben….. Alles nicht gut.  Die Laune sinkt auf den Nullpunkt, schon wieder was am Auto…..! Es gibt zwei verschiedene Wege in den Ort Villa de Leyva und ich frage unterwegs einen Polizisten welcher wohl für uns am einfachsten ist.   Wir folgen seiner Empfehlung um festzustellen, dass die Strasse irgendwann gesperrt ist und wir über eine schmale Erdstrasse in den Ort geführt werden. Der Fahrer im Auto vor uns fungiert ohne Kommunikation als Führer, er wartet an jeder Kurve auf uns und schaut, dass wir immer hinter ihm herfahren, bis wir den Ort erreicht haben. Danke dem freundlichen unbekannten Helfer. Klar, erreichen wir im Dunklen das Hostel mit dem Stellplatz Villa de Levya. Die Auffahrt ist steil und aus Schotter, die Kurve auf die Campingwiese eng! Ach,ja es hat natürlich noch  angefangen zu regnen. Freundlich werden wir empfangen, parken ein, begrüßen zwei deutsch sprechende  Camper, die mit Geländefahrzeugen unterwegs sind und verziehen uns ins Womo zum Abendessen. Danach fallen wir müde ins Bett.   Am nächsten Morgen fragen ich im Hostel nach einer Werkstatt und die nette Dame an der Rezeption hat eine Idee, ruft eine Freundin an, erhält eine Telefonnummer, ruft in der Werkstatt an und erkundigt sich auch ob wir mit unserem großen Womo dort auch Platz finden, denn die Strassen im kleinen Ort sind schmal.  Während dessen hat Birger eines der Geräusche aufklären können, in unsere Garage haben sich der Werkzeugkoffer und der Feuerlöscher selbständig gemacht und sind hin und her gerutscht.  Wir brechen zu einer Probefahrt auf und hören nach einiger Zeit wieder das Quietschen. Bremsen? Aber wir haben Bremsscheiben und Beläge erst vor 26.000 Km wechseln lassen.  In der Werkstatt angekommen werden wir schon erwartet, in die kleine Halle passen wir nicht rein, also stellen wir uns an den Bordstein am Strassenrand. Wir beschreiben das Problem, der Meister sagt direkt: „Frenos“! die Bremsen. Zuerst schaut der Mechaniker die hinteren Bremsbeläge an, einer bröselt im fast nur noch entgegen. Beide Beläge hinten sind total abgefahren. Die Vorderen lassen wir auch direkt prüfen, die sehen besser aus, aber wir lassen alle Bremsbeläge wechseln. Wir haben zum Glück welche dabei, und im Zweifel können wir auch noch ein zusätzliches Mal alle wechseln. Erleichtert, dass das Problem gelöst fahren wir zurück zum Hostel, stellen das Womo ab und erkunden die Stadt.

Villa de Levya ist ein wirklich schöner Ort, mit der größten Plaza in ganz Kolumbien, einer recht großen „Fussgängerzone“, Restaurants, Kirchen etc. Am Nachmittag sitzen wir mit den anderen Campern zusammen, beide sehr reiseerfahren und fachsimpeln.

Später gesellen sich noch Therese und Peter aus der Schweiz mit ihrem Citroen Jumper dazu. Mit den beiden verbringen wir den nächsten Nachmittag und Abend in der Stadt. Gehen gemeinsam essen und verstehen uns auf Anhieb sehr gut. Leider sind die beiden Richtung Mittelamerika unterwegs.Viel haben die beiden in ihrem Leben schon erlebt, es gibt viel zu erzählen und die Gespräche werden immer tiefsinniger. Wir verabreden uns für einige gemeinsame Campingnächte im Ort Salento für das nächste Wochenende und verabschieden uns ins verschiedene Richtungen. Unser Ziel ist der Ort San Gil, es soll ein schöner Zwischenstop sein auf dem Weg durch die schöne Berglandschaft nach Bucuramanga.

70 km vor San Gil beehrt uns ein alter Freund wieder. Unsere Motorkontroll leuchte blinkt wieder. Wir können es kaum fassen. Bleiben aber überraschend ruhig oder ist es schon Resignation? In San Gil fragen wir uns mal wieder von Werkstatt zu Werkstatt durch, bis uns ein Mechaniker eine Visitenkarte in die Hand drückt, mit Wegbeschreibung auf der Rückseite. So kommen wir zu „Electro Ariza“, Spezialist für Diagnostik. Die Jungs sind auf Zack und schliessen schnell mal ein Gerät an unsern Autocomputer an und stellen fest, es gibt keine Fehlermeldung. Ach, so und jetzt? Sie stellen die Kontrollleuchte zurück und wünschen eine gute Fahrt. Ganz zufrieden stellt uns das nicht, aber wir fahren zum Stellplatz . Dort wohnt auch ein ganz besonderer Gast und schliesst direkt mit Birger Freundschaft.

Am Nachmittag schauen wir uns  noch zumindest den Hauptplatz und die Kathedrale im Ort an. Da das Wochenende naht beschliessen wir uns schon am nächsten Tag auf den Weg nach Bucuramanga zu machen. Der Weg über die Berge von San Gil nach Bucaramanga ist wieder wunderschön und zeitintensiv.

Bucaramanga ist große Stadt mit vielen Werkstätten und laut Internet gibt es dort auch Fiat und Citroen, wir wollen unseren Motor noch mal checken lassen Die Fahrt über die Berge ist wunderschön, wir fahren durch eine große Schlucht, durch die sich ein Fluss schlängelt. Die Aussicht ist atemberaubend.   Der Ort ist riesengroß, der Verkehr wie üblich schrecklich, zum Glück sollen unsere anvisierten Autohändler alle an der gleichen Strasse liegen. Finden tun wir keinen von beiden. Bei einer sehr ordentlich aussehenden Werkstatt frage ich nach Fiat und Citroen. Einer der Mechaniker spricht perfekt Englisch und erklärt, dass es beide nicht mehr in der Stadt gäbe. Das erklärt auch, dass ich zwar Adressen im Internet gefunden habe, aber keine website. Er bietet an mit ihrem Gerät unser Auto noch einmal auszulesen. Nach 30 Minuten kommt der entsprechende Kollege und findet auch nichts. Das beruhigt.   Wir fragen ob sie wohl einen Ölwechsel machen könnten, da wollen die Jungs aber nicht dran und sie bringen uns in eine andere Werkstatt. Die trauen sich auch nicht an unser Auto ran und formulieren des aber so: „ Sie machen den Ölwechsel, wir sollten das Auto stehen lassen und könnten es morgen früh wieder abholen.“ Wie bitte ? Für einen einfachen Ölwechsel? Irgendwie haben wir die Nase voll und wollen nur noch raus aus der großen Stadt.  Ausserhalb auf einem Berg gibt es einen Paragliding – Club, auf dessen großem Grundstück darf man campen. Schnell ist der Platz gefunden, der Blick über die Stadt von dort aus ist super, und am Nachmittag kommen die ersten Gleitschirmflieger. Wir sitzen vor unserem Womo und können ihnen beim Starten und Landen zu schauen, sie landen nämlich genau dort wo sie auch gestartet sind.

Die ersten Besucher kommen und die ersten Tandemflüge starten. Ich schaue es mir eine Stunde an und beschließe, ich muss auch in die Luft gehen. Gesagt, getan! 10 Minuten später hänge ich in einem Art Kängurubeutel vor meinem Piloten und nach drei Schritten Anlauf schweben wir.  Eine halbe Stunde fliegen wir über eine kleine Schlucht, bewundern eine Wasserfall, Luxushäuser incl Pool von oben, nutzen die Thermik um aufzusteigen und einige Kurven und Schleifen gibt es auch noch. Juri, mein Pilot, leitet dies ein mit den Worten: „Amiga,  adrenalina!“  Eine coole Erfahrung, mit viel Spaß! Birger hat versucht einige Bilder zu schießen…….., zwischen durch auch mal vom falschen Fallschirm!

Abends haben wir den Platz für uns ganz alleine und einen tollen Blick auf die Stadt bei Nacht.

Am nächsten Tag soll es von Bucaramanga nach Honda gehen. Die Fahrt ist entspannt und wir kommen gut durch. Bei einem Hotel ist camping erlaubt und wir fragen freundlich nach. Leider hat ein katholische Glaubensgemeinschaft  das Hotel für das Wochenende gemietet und wünscht keine anderen Gäste. Wir bekommen aber eine andere Adresse, dort kommen wir mit unserer Höhe leider nicht durch das Eingangstor.  Mal wieder entscheiden wir weiter zu fahren….. nur 120  Kilometer,  aber wieder über die Berge.  Es ist viel Verkehr und wir fahren in Kolonne hinter den LKWs her auf 3500  Meter hoch, dann auf 2000 Meter runter. Nicht gut für die Bremsen. Es wird Dunkel und es fängt an zu regnen. Aber an einer Tankstelle wollen wir auch nicht übernachten. Nach fast 12 Stunden Fahrt und zwei Tage früher als ursprünglich geplant kommen wir in Salento an, vor 10 Tagen waren wir schon einmal hier.  Wir sind überrascht Theres  und Peter schon anzutreffen, sie sind eine halbe Stunde vor uns angekommen, haben eine andere Strecke durch die Berge genommen und sie sind genauso müde wie wir von der langen, anstrengenden Fahrt. Wir sagen kurz hallo und verabreden uns für den nächsten Morgen zum gemeinsamen Frühstück. Drei Nächte verbringen wir gemeinsam auf dem Campingplatz. Schlendern gemeinsam durch den Ort, steigen hoch zum höchsten Punkt  um die Aussicht zu geniessen, gehen Kaffee trinken und sitzen am Nachmittag beim Apero gemeinsam zusammen bis in den Abend hinein.

Die beiden besuchen die Wachspalmen und wir machen uns auf den Weg zu einer Kaffeeplantage. Diese ist in einer Stunde vom CP zu Fuss zu erreichen immer stetig bergab, mit schönem Blick auf die Berge. Unser guide  Alexander, erklärt uns und zwei anderen deutschen Paaren anschaulich und unterhaltsam den Prozess des Kaffeeanbaues. Vom Einpflanzen des Samens bis zum Aufbrühen einer Tasse Kaffee. Wir  ernten selber die Kaffeetrauben, trennen Schale vom Samen, sehen wie die Samen getrocknet werden, erfahren welche Samen die besten Qualität haben, bis wir vor einer Tasse Kaffe sitzen.

Nachmittags werden wir auf dem Stellplatz von vielen Gästen im Hostel angesprochen, klar zwei europäische Fahrzeuge nebeneinander….. Nette Gespräche entspannen sich. Leider ist es dann auch irgendwann Zeit sich von Theres und Peter zu verabschieden. Die beiden wollen nach Medellin, dort treffen sie ihre  Tochter und fahren dann weiter an die Karibikküste.

Wir bleiben noch eine Nacht, schreiben Berichte, Birger plant Ecuador und geniessen die Aussicht auf die Berge.  Aber dann verlassen auch wir den Ort Salento und machen uns auf den Weg nach Popayan.   Wir kommen gut voran und freuen uns schon auf einen entspannten Nachmittag auf dem nächsten Stellplatz, als wir  plötzlich auf der Landstrasse im Stau stehen. Nichts geht mehr.  Nach ca 20 Minuten kommt ein Polizeiwagen mit Lautsprechanlage vorbei, das einzigen was wir verstehen, dass die Strasse wohl mindestens noch zwei Stunden unpassierbar ist. Warum? Keine Ahnung? Die ersten LKWs starten Wendemanöver, wir auch.  Der Umweg kostet uns etwas Zeit, aber die Landschaft ist schön und wir geniessen die Fahrt. In Popayan werden wir ganz herzlich von den Besitzern des Ecoparque willkommen geheissen, es gibt einen Begrüssungs-Eistee und Kekse. So lieb! Armadeo ist sehr fürsorglich, fragt ob wir nach Norden oder nach Süden unterwegs sind und gibt uns Tipps für Übernachtungsplätze und erklärt uns, wie wir mit dem Bus am Besten in die Stadt kommen. Am nächsten Vormittag setzen wir im öffentlichen Bus und fahren in das historische Zentrum von Popayan. Den Stadtplan habe ich im Womo liegen gelassen,  aber wir finden direkt an der Plaza eine Touristeninformation und schnell ist für Ersatz gesorgt. Wir spazieren durch die Gassen, schauen uns Kirchen an und machen uns auf den Weg zu einem Aussichtspunkt hoch über der Stadt.  Von dort erblicken wir die Iglesias Belen und beschliessen auch dort noch hinzulaufen. Nur um festzustellen, dass diese geschlossen ist.

Im Restaurante Italiano essen wir zu Mittag. Das Restaurant ist sehr gut besucht, wir bekommen gerade noch einen Tisch.  Der Service ist super nett und aufmerksam und hinter der Theke hilft der Bruder des Eigentümers aus, er arbeitet in den USA und kommt für ein Quätschchen an unseren Tisch. Das Steak das wir bekommen ist super lecker und die Portion riesig. Zufrieden machen wir uns mit dem Taxi auf den Weg zum Stellplatz. Dort treffen wir die Belgier wieder, die wir in Medellin kennen gelernt haben und spät abends kommt noch ein Paar aus Brasilien auf den Platz gefahren. Ganz früh am nächsten Morgen geht schon weiter für uns. Eine kurvige Strecke liegt vor uns . Nach 286 km und ca 7 Stunden kommen wir an der Laguna de Cocha an. Dort dürfen wir beim Chalet Guamuez auf dem Parkplatz, umgeben von vielen Blumen,  kostenfrei übernachten, sollen aber im Restaurant  essen. Die Tochter der Eigentümer kümmert sich gerade um das Hotel, sie und ihr Mann Joseph leben eigentlich in den USA  und freuen sich offensichtlich über einen kleinen Plausch.  Das Hotel liegt sehr schön mit Blick auf den See, das Essen im Restaurant ist gut und wir verbringen einen ruhigen Nachmittag.

Am nächsten Tag geht es auf zur Grenze nach Ecuador. Aber wir legen noch einen Zwischenstopp in Ipiales ein. Dort wollen wir uns die Kirche Las Lajas anschauen. Der Legende nach hatte hier  ein Indianermädchen, das blind und taub war,  eine  Heiligenerscheinung. Nach der Erscheinung konnte das Mädchen wieder hören und sehen. Daraufhin wurde an diesem Ort diese Wallfahrtskirche gebaut. Von vielen Wundern wird berichtet, die sich hier ereignet haben sollen. Die Kirche ist zwischen zwei Felsen über einem Fluss gebaut. Seit drei Jahren kann man  mit einer Seilbahn zur Kirche hinab fahren. Klar, das wir diese Aussicht geniessen wollen. Dies können wir auch in Ruhe tun, da die Seilbahn unglaublich langsam talwärts schwebt. Von aussen glaubt man, die Seilbahn steht……..! Viele Menschen besuchen die Kirche, ein Gottesdienst wird gerade abgehalten, viele Mütter mit kleinen Babies sind hier, und an den Felswänden um die Kirche herum sind unzählige kleine Tafeln eingelassen, mit den verschiednen Danksagungen oder Fürbitten.  Der Ort ist schon ergreifend.  Doch nach zwei Stunden brechen wir wieder auf.

Wir wollen noch über die Grenze nach Ecuador. Zwar haben wir gehört, dass die Grenzübergänge in Südamerika etwas organisierter Ablaufen als wir es in Zentralamerika erlebt haben, aber noch haben wir ja keine eigenen Erfahrungen.  Wir verabschieden uns von Kolumbien, es waren schöne, sehr spannende und manchmal etwas anstrengende fünf Wochen.

Fazit: In Kolumbien  war das Autofahren sehr, nennen wir, es interessant. Das lag nicht an der Qualität des Strassenbelages, sondern an den vielen Bergstrecken, den vielen LKWs und vor allem an der selbstmöderischen Fahrweise und den waghalsigen Überholmanövern der Kolumbianer.  Auf der anderen Seite sind wir auch in keinem Land so oft freundlich angehupt oder angeblinkt worden und Daumen wurden aus dem Auto hoch gestreckt um uns  Willkommen zu heissen. Die Landschaft von Kolumbien ist atemberaubend schön und vielfältig, die Stellplätze waren alle schön gelegen und unsere Gastgeber waren oft mehr als freundlich.  Wir haben einige gesellige Abende mit anderen Reisenden verbrachten und neue Bekanntschaften geschlossen. Zu keiner Zeit haben wir uns in diesem Land unsicher gefühlt.

 

Dieser Beitrag gehört zu Kolumbien 2016, Reiseberichte, Südamerika

One thought on “Kolumbien Teil 2

  • Michael+Bärbel 4. November 2016 at 19:21

    Halli hallo Ihr Lieben, das liest sich ja mal wieder spannend und so schöne Bilder. Die Kirche am ende der Brücke sieht ja echt lustig aus. Das es Euch gut geht sieht man bei den tollen Bildern. Und wenn man daan noch Mut hat in die Luft zu gehen, Hut ab.Weiter gute fahrt und meldet Euch mal. Tausend Küsse Bärbel

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