La Palma

Eigentlich wollten wir an einem Montag von Hamburg nach Teneriffa fliegen. Aber eben nur eigentlich…. Wir wussten, dass es in der Nacht  Schnee geben sollte in Norddeutschland, und wir sind daraufhin  am Morgen früher losgefahren zum Flughafen….. Aber…. Der erste Stau war quasi  direkt vor der Haustür, denn es hatte tatsächlich sehr viel (für norddeutsche Verhältnisse) geschneit und das erste Auto lag schon im Graben morgens um 6.30 Uhr.  Der Umweg zu einer anderen Autobahnauffahrt kostet etwas Zeit, da dort oben im Norden bei Schnee unter Autofahrern eine Geschwindigkeit über 30 km/h bei Schnee auf der Fahrbahn schon als Lichtgeschwindigkeit gilt…Endlich auf der Autobahn hatten wir das Glück die Streufahrzeuge zu treffen, auch gerne auf beiden Fahrbahnen  der zweispurigen Autobahn, aber wir fuhren trotzdem ca 40km/h. Wir sahen unsere Chancen gegen Null schwinden auf der Fahrt nach Hamburg. Doch dann, die Streufahrzeuge verliessen die Autobahn und wir fuhren los, Birger gab alles, wir hatten noch eine echte Chance den Flug zu bekommen………….Doch dann kurz vor dem Ziel, ein Stau. Nix ging mehr.

Das Flugzeug hob ab und wir erreichten zeitgleich den Flughafen. Unterwegs hatten wir schon im Internet geschaut was können wir tun, wie kommen wir nach La Palma? Ein netter Helfer von airberlin am Flughafen buchte für uns einen Flug am nächsten Tag von Düsseldorf nach Teneriffa von dort weiter nach La Palma für wenig Geld. Der nächste Schritt war ein Mietwagen von Hamburg nach Essen und  ein Anruf bei sehr guten Freunden in  Essen (Danke an Bärbel und Michi) und eine Selbsteinladung zur Übernachtung und dann waren wir schon auf der Autobahn nach Essen. Ein toller Abend mit tollen Freunden in meiner alten Heimat mit Pommes Currywurst rot-weiss für Christiane.

Einen Tag später waren wir überpünktlich in Düsseldorf am Flughafen auf dem Weg nach Teneriffa. Dort gut angekommen mussten wir vom Flughafen Teneriffa Süd zum Flughafen Teneriffa Nord um den Anschlussflug nach La Palma zu bekommen. Zwei Möglichkeiten gab es:  für 75 €  mit dem Taxi oder für 9 € pro Person mit dem Bus.  Die Entscheidung war schnell getroffen, wir warteten 45 Minuten und nahmen den Bus, Zeit genug hatten wir. Auf La Palma gut angekommen, haben wir recht zügig den Mietwagen übernommen und hatten noch einen 1 stündigen Weg zum Ferienhaus vor uns. Kurz Zwischenstop im Supermarkt und rechtzeitig noch bei Helligkeit erreichten wir ( nach zwei Tagen 😉  ) unser Ferienhäuschen mit Meerblick. Theresa empfang uns sehr freundlich, zeigte uns das alles und übergab uns für die nächsten Wochen unser neues Heim. Sehr cool.   Seht selbst:

Der Norden der Insel:

Am erste Tag erkundeten wir  die Umgebung Richtung Norden. Unsere Heimat für die nächsten Wochen liegt  im Nordwesten und hier gibt es vor allem Bananenplantagen und auch noch Bananenplantagen…. Wir steigen ins Auto und fahren mal los. Viele, viele Kurven, mir wird total schlecht. Nach drei Stunden fahren wir wieder Heim. Birger fühlt sich auch mulmig….  La Palma ist echt schön, sehr grün, keine großen Touristenorten oder Touristenhotels. Alles sehr beschaulich und individuell.Im nächsten Ort, ca 12 km entfernt gibt es einen Kiosco. Ein Kiosco ist ein Verkaufstand für Getränke und Tapas, meist an sehr schönen Plätzen mit Tischen und Stühlen drum herum. Unser Kiosco ist super gelegen mit Meerblick, toller Wein und einige günstige Tapas. Unsere neue Stammkneipe.

Ca 16 km enfernt ein tolles Panoramarestaurant. Tolles Essen, super Service und noch bessere Preise (La Muralla).

Am nächsten Tag geht`s Richtung Süden auf der Westseite. Schöne Küste. Wir sind faul und halten oft an.  In Puerto Naos,  für La Palma der totale Touriort, weil es  hier ein großes Hotel, einige kleinere Apartmentanlagen und sogar eine Promenade mit Bars und Bistros gibt. Wer den Ballerman kennt findet es hier eher beschaulich. Wir gehen in ein Bistro zum zweiten Frühstück auf der Promenade, gucken Leute und geniessen den Vormittag. Zum verspäteten Mittagessen so gegen 15.00 Uhr kehren wir in einem Kiosco in San Reymo ein. Direkt am Meer, leckeres Essen, die Sonne scheint, Herz was willst du mehr.  Okay wir müssen uns mehr bewegen und besuchen am darauffolgenden Tag  den Roque de la Muchaos und machen eine kleine Wanderung zu den Aussichtspunkten.

Müde von den Serpentien kehren wir ins erste Restaurant zum späten Mittag ein.  Ein „Parillia“. Der Hauptgang wird auf kleinen Tischgrills mit Holzkohle serviert und um uns rum sind viele Einheimische, wir haben einen tollen Blick aufs Meer und fühlen uns wohl.

Der Nachtisch Bienmesabo ( Übersetzt: Ich weiß, dass es gut schmeckt!) ist der Knaller ( Honig, Mandeln als eine Art Creme mit Eis) !

Die Abende verbringen wir auf unserer Terrasse mit Sonnenuntergang!

Bewegung  war dies nicht wirklich, deswegen entscheiden wir, dass wir auf dieser Insel mit ca 1000km Wanderwege auch wandern müssen. Eigentlich wandern wir ja sehr gerne aber hier gibts echt viele Hügel eher Berge. Der Wanderführer schlägt eine Wanderung durch die Mandelblüten vor mit einer Dauer 2,40 Stunden reine Gehzeit. Es ist gerade Mandelblütenzeit und es ist sehr schön…..und wir sind optimistisch…..

Fast wäre es an der Beschreibung gescheitert, dreimal waren wir an Weggabelungen und waren uns des Weges und der Wanderführerbeschreibung nicht sicher. Am Ende sind wir immer richtig abgebogen. Ein Dorf lag auf unserem Weg und wir mussten natürlich einen kleinen Stop  einlegen, aber ansonsten   war der Weg geprägt von zwei Barancos (Schluchten). Barancos sind echt steil, runter als auch rauf. Aber nach vier Stunden waren wir auch wieder am Auto……. 😉 und ne halbe Stunde später wieder an unserem Stammkiosco El Diablo in Tijarfa.

In den nächsten Tagen erkunden wir jede Ecke der Insel und nutzen die „Geheimtipps“ unseres Reiseführers  (nein, kein Marco Polo) für verschiedene Einkehrmöglichkeiten und nette Restaurants und Kiosco.Sehr gut gefallen hat uns unser Nachbarort Puerto Tazacorte, ein schöner Strand mit einigen netten Restaurants und nur 20 Minuten von uns entfernt.

In San Reymo gibt es  drei Kiosco mit schönem Meerblick und gutem Fisch für Birger. Ich halte mich an Ziegenkäse und Salat. Aber der Platz direkt am Meer ist unschlagbar.

Im Norden  in der Nähe von Barlevonto gibt es die Piscina ….. . Der Weg dorthin ist toll und die Bar mit einer tollen Karte (für jeden ist etwas dabei) zwingt uns förmlich zu bleiben und die Aussicht, das Essen und ein Glas Wein zu geniessen.

Natürlich haben wir auch noch die ein oder andere Wanderung genossen…..und nicht nur gegessen  😉 Dann bekommen wir zufällig noch Besuch. Eigentlich wollten wir uns mit den (Ex) Kollegen erst auf Teneriffa treffen, aber es ergab sich, dass sie auf ihrer kurzfristig organisierten Kanarenkreuzfahrt auf La Palma halt machten. Wir liessen uns die Chance eines spontanen Treffens nicht entgehen und machten gemeinsam eine Sightseeingtour um einen Teil der Insel.

Es war wirklich lustig, wir hatten viel zu erzählen und die gemeinsame Arbeitszeit stand gar nicht im Vordergrund. Ganz klar, dass wir dies auf Teneriffa wiederholen werden.  Egon und Gerda werden uns dann ihre  Insel, die seit über 15 Jahren ihre zweite Urlaubsheimat ist, zeigen. Darauf sind wir schon sehr gespannt.

Die letzten Tage auf La Palma erleben wir wirklich entspannt und faul.  Die Olympischen Winterspiele in Sotschi haben begonnen, und vor allem Birger geniesst es, alles zu sehen wozu er Lust hat, ohne zeitlich wirklich begrenzt zu werden. Ich nutze die Zeit um viel zu lesen. Wir genießen einfach Zeit zu haben und das länger als nur für ein paar Tage…..Als das Wetter unbeständiger wird, wird es auch für uns Zeit die Insel zu wechseln.

Auf Wiedersehen auf Teneriffa! Hasta luego!

 Fazit: La Palma ist eine sehr grüne, sehr schöne Insel. Nicht ohne Grund wird sie „Isla bonita“ genannt. Auf La Palma muss man wandern. Möglichkeiten gibt es sooo viele: Auf dem Vulkan, in Naturschutzgebieten, an den Steilküsten, durch die Barrancos (Schluchten ) etc. Strände gibt es nur vereinzelt. Es ist eine gemütliche Insel ohne Hotelburgen und Freizeitparks. Uns hat es sehr sehr gut gefallen

 

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