Mexiko: Guanajuato, Mexico-City, Veracruz

von Christiane

Mexiko: Guanajuato, MexicoCity, Veracruz vom 11.04.2016 – 24.04.2016

  Guanajuato: Der Bundesstaat Guanajuato  hat eine Fläche von 30.491 qkm auf der ca 4.8 Mio Menschen leben. Hauptstadt heißt Guanajuato. Die wirtschaftliche Wachstumsrate von Guanajuato liegt regelmäßig über dem Landesdurchschnitt, dies ist vor allem dem hohen Silbervorkommen hier geschuldet. Noch heute zählen die Silberminen Guanajuatos zu den produktivsten der Welt. Neben Silber werden auch Gold, Kupfer, Zinn, Opale und Quecksilber gefördert.

Mexiko-Stadt ( Ciudad de México, bis 2016 México D.F.) ist die Hauptstadt von Mexiko. Sie gehört zu keinem Bundesstaat, sondern bildet einen bundesunmittelbaren Hauptstadtbezirk einen sogenannten  Distrito Federal. Die Metropolregion zu der Mexiko-Stadt, der östliche Teil des Bundesstaates Mexiko  und eine Gemeinde aus dem Staat Hidalgo gehören, ist mit 20 Millionen Einwohnern eine der größten der Erde.Die Stadt ist politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Mittelpunkt sowie größter Verkehrsknotenpunkt des Landes. Sie ist Sitz des Erzbistums sowie zahlreicher Universitäten, Hoch- und Fachschulen. Die UNESCO  hat ihr historisches Zentrum mit den Überresten der Aztekenhauptstadt  Tenochtitlan sowie die Wassergärten im Stadtteil Xochimico 1987 und den zentralen Universitätscampus im Jahr  2007 zum Weltkulturerbe erklärt.

 Veracruz liegt an der Ostküste Mexiko.  Mit 7,1 Mio. Einwohnern  auf einer Fläche von 71.699 qkm ist er einer der größeren Bundesstaaten Mexikos. 99 Einwohner leben hier auf einem qkm. Seine Hauptstadt heisst Xalapa. Generell zählt der Bundesstaat zu den reichsten Bundesstaaten Mexikos. Die besser entwickelten und industrialisierten Regionen sind die Metropolitangegenden von Veracruz, Cordoba, Orizaba. Von den Einwohnern des Bundesstaates sind 83 % katholisch. Der wichtigste Wirtschaftszweig ist die Erdölförderung. Weitere Exportgüter sind Gummi, Kakao, Vanille und Baumwolle.

Wir verlassen San Miguel de Allende nach fast zwei Wochen „Reisepause“. Wir besuchen eine schöne Kirche Santuria Atotonilco! Es ist gerade Messe als wir ankommen und wir lauschen der Predigt, die wir nicht verstehen, und den schönen Gesängen der Gemeinde bis wir anschliessend das Innere der Kirche in Ruhe bewundern können.

Unser nächstes Ziel ist die Stadt Guanajuato. Sie ist Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates, sie hat eine große Universität, viele Kirchen, schöne Plätze, Unmengen von Restaurants und Kneipen und vieles mehr. Die Stadt ist an einem Berg erbaut und dehnte sich immer weiter aus, also den Berghang entlang, dies führte dazu, dass es viele schmale Tunnel in der Stadt gibt und die Strassen im Centro sehr schmal sind. Wir entscheiden uns für einen Campingplatz etwas außerhalb der Stadt und fahren mit dem Bus in zwanzig Minuten ins Centro Historico. Wir schlendern durch die Markthallen, schauen uns bestimmt 10 verschiedene Kirchen an, bewundern das historische Theater von Innen und bummeln durch die Gassen.

Es gibt eine Art Zahnradbahn zu einer Statue oberhalb der Stadt. Leider hat diese geschlossen, also treten wir den Fussmarsch an. Der Weg ist recht steil, aber bei über 30 Grad im Schatten, kommt er uns doppelt lang und steil vor. Oben angekommen geniessen wir den Blick über die Stadt. Beim Abstieg Richtung Innenstadt sehen wir, dass die Bahn doch oder wieder läuft. Nach dem kleinen Marsch haben wir uns ein Bier verdient.  In der Bar läuft draussen im Fernseher Fussball, Champions-League, zwei spanische Mannschaften spielen gegeneinander. In der Nachbarkneipe läuft auch Fussball, dort wird aber das Spiel Bayern gegen Lissabon übertragen. Also trinken wir schnell aus und wechseln das Etablissement und entspannen beim Fernsehen. Von Guanajuato geht es, nach einem kurzem Abstecher nach San Miguel de Allende,  weiter nach Queretaro. Queretaro ist eine riesige Stadt, mit einer wahnsinnig befahrenen Stadtautobahn. Aber auch diese Stadt ein schönes Zentrum und es gibt ein Hotel, Flamingo Hotel, dass Wohnmobilisten auf seinem Grundstück übernachten läßt. Vom Hotel sind wir in 20 Minuten zu Fuss in der Innenstadt.  Es gibt eine wirklich nette Fussgängerzone, noch mehr Kirchen und einige Strassenhändler.  Wir entscheiden uns für eine entspannte Stadtbesichtigung und suchen uns ein Restaurant für ein spätes Mittagessen und beobachten in Ruhe die Leute um uns herum.

Aber die wirkliche Großstadt sollen wir noch kennenlernen. Wir wollen uns Mexiko City anschauen, aber ohne unser Wohnmobil. In San Juan de  Teotihuacan,  gibt es einen Campingplatz, von dem aus man in weniger als  1,5 Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die mexikanische Hauptstadt gelangen kann. Die Besitzerin spricht perfekt englisch und hat alle Unterlagen und Wegbeschreibungen  nach Mexiko City für uns Touristen bereit.  Wir buchen uns  für drei Nächte im Grand Hotel direkt am Zocalo ein Zimmer. Wenn dann wollen wir auch ganz zentral wohnen. Unser Womo bleibt in der Zeit auf dem CP stehen. Im Bus nach Mexiko City sind wir die einzigen Ausländer, alle einsteigenden Passagiere werden von einem Polizisten abgetastet und Taschen müssen geöffnet werden. Eine junge Senorita nimmt sich unserer an. Sie fragt wo wir aussteigen wollen und bietet uns an uns rechtzeitig Bescheid zu geben. So verlassen wir an der richtigen Haltestelle den Bus und finden auch ganz leicht den Eingang zur U-Bahn. Das Ticket für umgerechnet 0,25 € ist schnell gekauft und als wir uns etwas suchend umschauen um den richtigen Zug zu finden, spricht uns direkt ein freundlicher Senor auf Englisch an und bietet seine Hilfe an. Problemlos finden wir zum Hotel, geben das Gepäck ab und beginnen unsere Stadtbesichtigung. Mexiko City hat über 20 Mio Einwohner, also ca ein viertel von ganz Deutschland oder mehr als drei mal soviel wie ganz Österreich.  Also beginnen wir unsere Besichtigung mit der Kathedrale, dort bekommen wir noch gerade das Ende einer Messe mit. Die Kathedrale ist wirklich ein beindruckenden Bauwerk, sie hat viele Nebenkapellen, einen schönen, zZ wegen Bauarbeiten etwas verhüllten Altarraum und ein reich verziertes Chorgestühl.

Es ist Sonntag und die Stadt ist voll von Leuten. Wir stürzen uns in das Gewühl und lassen uns durch die Strassen rund um den Zocalo, den Hauptplatz, schieben. Überall erschallt Musik, live oder aus der Konserve, aber immer laut, viele Händler bietet freundlich und nie aufdringlich ihre Waren ab, Essbares, Getränke, Kleidung, Kunsthandwerk etc. Erschöpft von den ersten Eindrücken liegen wir abends im  Hotelzimmer öffnen ein Bier und bestaunen den schön beleuchteten Hauptplatz bei Nacht.  Überall im touristischen Zentrum ist die Polizei sehr präsent. Allein um den Zocalo sind bestimmt 30 Polizisten postiert, zur Sicherheit für die Touristen und der Politiker, denn das Parlament nimmt eine Seite des gesamten Hauptplatzes ein. Jeden Morgen um 8.00 Uhr wird die mexikanische Flagge gehisst. Dazu kommt extra das Militär angefahren. Um 18.00 Uhr wird die Fahne wieder eingezogen, mit dem selben „Personalaufgebot“. Vom Fenster aus können wir das Spektakel beobachten.

Innerhalb der nächsten drei Tage nehmen wir verschiedene Anläufe um uns das öffentlich zugängliche Parlamentsgebäude von innen anzusehen, weil dort angeblich tolle Wandgemälde hängen, aber leider sind offizielle Veranstaltung und somit dürfen wir das Gebäude nicht betreten. Schade! Da die Stadt so riesig ist und es soviel zu sehen gibt, entscheiden wir uns am nächsten Tag für eine Busrundfahrt mit einem hop on – hop off Bus. Der Bus fährt drei verschiedene Strecken, wir schaffen innerhalb von sechs Stunden nur zwei von den angebotenen Strecken, ohne dass wir zwischendurch aussteigen.

Wir werden durch verschiedene Stadtviertel gefahren, mit architektonischen  Besonderheiten, sehen Statuen, schöne Museumsgebäude, lernen das Universitätsviertel kennen und  lassen uns die Geschichte der Stadt erklären. Die Audioführung gibt es sogar auf deutsch. Als es am Nachmittag beginnt zu regnen, nutzen wir die Gelegenheit doch mal kurz den Bus zu verlassen um in Ruhe bei einer Pizza die Eindrücke zu verarbeiten.

Nach dem wir nun ein wenig von der Stadt gesehen haben, beschließen wir am nächsten Tag das Anthropologische  Museum zu besuchen, eine Empfehlung aus dem Reiseführer und auch von anderen Reisenden. Der Weg dorthin ist etwas länger als gedacht aber nach über einer Stunde Fussmarsch bei 34 Grad im Schatten haben wir unser Ziel erreicht. Das Museum zeigt die Geschichte der verschiedenen mexikanischen Volksgruppen, ihre Handwerksarbeiten, ihre Lebensumstände, erklärt ihr Religion und vieles mehr. Man kann wahrscheinlich Tage hier verbringen. Für den Rückweg entscheiden wir uns für einen Spaziergang durch den Chapultepec Park !  Wie am gestrigen Tag ziehen am Nachmittag dunkle Wolken auf und wir schaffen es gerade rechtzeitig in einer „Cheverzeria“  Unterschlupf zu finden. Abends ist es wieder trocken und so beschliessen wir noch auf den Latinoamerico Tower zu gehen. Der Turm ist 182  Meter hoch und hat eine Aussichtsplattform mit Blick über weite Teile der riesigen Stadt.

Am nächsten Tag verlassen wir ziemlich erschöpft diese riesige, recht imposante Stadt und wissen wir haben nur einen kleinen Teil von ihr gesehen.  Zurück auf dem CP legen wir für den Rest des Tages unsere Füsse hoch, erst vor dem Wohnmobil, dann in dem Wohnmobil, weil nachmittags geht auch hier die Welt unter, die Hagelkörner sind so groß wie Tischtennisbälle und  in wenigen Minuten ist der Rasen um uns herum ganz weiss.  Zehn Minuten später scheint wieder die Sonne. Am nächsten Tag besuchen wir die Ausgrabungsstätte Teotihuacan. Vom Campingplatz erreicht man diese innerhalb von 30 Minuten zu Fuss.  Das Gebiet von Teotihuacán war bereits seit dem sechsten vorchristlichen Jahrhundert permanent besiedelt. Zwischen 100 und 650 nach Christus war die Stadt das dominierende kulturelle, wirtschaftliche und militärische Zentrum Mesoamerika Auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung hatte sie möglicherweise bis zu 200.000 Einwohner. Damit war sie zu ihrer Zeit die mit Abstand größte Stadt auf dem amerikanischen Kontinent und eine der größten der Welt. Die Sonnenpyramide von Teotihuacan ist die 2 grösste Pyramide auf dem amerikanischen Kontinent und man kann sie besteigen. Das ist unser erster Weg, ziemlich hoch da oben.

Nach knapp drei Stunden Besichtigung dieses tollen, geschichtsträchtigen und riesigen Areals wird es uns zu warm und wir machen uns auf den Rückweg zum Campingplatz. Weiter geht es Richtung Puebla. Im Nachbarort Cholula gibt es einen Campingplatz der fussläufig ins Centrum von Cholula und zu der Pyramide von Cholula ist.  Wir haben uns direkt auf den Weg die Pyramide zu bewundern. Es ist die höchste Pyramide der Welt nur leider nicht mehr als Pyramide zu erkennen, weil sie total zugewachsen ist nun aussieht wie ein großer grüner Hügel. Auf ihrer Spitze haben die Spanier eine schöne Kapelle gebaut,  Templo de la Virgen de los Remedios, ohne zu wissen, dass sich darunter ein heidnischer Tempel befindet. Von der Kirche aus hat man eine tollen Aussicht über die ganze Stadt.

Cholula ist ein kleines überschaubares Städtchen und lädt zum Bummeln ein. Am nächsten Tag fahren wir dem öffentlichen Bus nach Puebla, die Stadt soll 89 Kirchen haben, da ich mir gerne Kirchen anschaue, freue ich mich auf die Hauptstadt des Bundesstaates Puebla.  Irgendwo kurz vor dem Zocalo verlassen wir den Bus und machen uns zu Fuss auf Erkundungstour, aber uns wird schnell klar, dass die Stadt doch recht groß ist und viele Sehenswürdigkeiten weit auseinanderliegen. So beschließen wir eine Busrundtour zu machen. Die Tour dauert 1,5 Stunden und es gibt wieder ein deutschsprachiges Audioprogramm. Die Tour ist kurzweilig und wir bekommen einen guten Überblick über die Stadt.

Trotzdem merken wir, dass wir etwas „stadtmüde“ werden! Uns zieht es doch wieder mal Richtung Meer! Unser ist Ziel ist die Golfküste. Um dort hinzukommen müssen wir eine eigentlich kurze Strecke von 280 km durch die Berge zurücklegen. Die ersten Kilometer gehen über eine Schnellstrasse, dann wir die Strasse schmaler und schlängelt sich durch eine schöne Landschaft. In einem Ort schauen wir nicht schlecht, denn unsere „Hauptstrasse“ ist wegen Bauarbeiten gesperrt und wir werden über Schotter durchs Hinterland geführt. Es ist eng und steil…. es wird ruhig im Auto…. Konzentration … nach kurzer Zeit haben wir wieder Teer unter den Reifen, aber leider sind keine Umleitungsschilder mehr zu sehen…..  Wir sind eben in Mexiko. Also folgen wir erst einmal den anderen Autos mitten durch den Ort bis unser Navigationsgerät  uns wieder gefunden hat…..! Später wird unsere wiedergefundene Hauptstrasse schmaler und der Verkehr wird weniger. Wir passieren kleine Dörfer, die Menschen sind freundlich und winken uns zu, wir winken zurück. Ja, und dann haben wir nur noch ein paar Felder um uns herum, einen Fluss vor uns und eine grobe Schotterstrasse unter den Rädern. Natürlich wissen wir, dass  wir in den nächsten Monaten noch öfter solche Strassen befahren werden , aber heute hatten wir damit nicht gerechnet.  Nach 10 km Schottenpiste erreichen wir eine asphaltiere Brücken und wir haben Hoffnung,  aber leider empfängt uns auf der anderen Seite der Brücke wieder ziemlich grober Schotter, durchzogen mit einigen Schlaglöchern. Augen zu und durch und wir schwören uns,  keine Strassen mehr zu fahren,  die nur als weiße Linien auf der Karte eingezeichnet sind, auch wenn unser Navi- Gerät diese Route vorschlägt. Nach über fünf Stunden kommen wir an unserem Zwischenziel an. Der Ausgrabungsstätte El Tajin. Bei 38°C Grad im Schatten schauen wir  uns diese Stätte spätnachmittags an, okay wir entscheiden uns für eine längere Sitzbesichtigung. Wir suchen uns ein schattiges Plätzchen unter einem Baum und schauen uns von oben die Anlage an, naja ich schaue und Birger macht ein kurzes Schläfchen.

Trotzdem wollen wir noch weiter zum Meer fahren. Für die letzten 70 km brauchen wir, Dank einer recht gut ausgebauten Küstenstrasse,  nur noch 1,5 Stunden! Wir sind froh als wir das Meer sehen und auf einem Campingplatz die Stühle auspacken können und ein kühles Blondes geniessen. Aber: Ja, man hat es uns gesagt, die Luftfeuchtigkeit ist hier an der Golfküste recht hoch. Also schwitzen wir bei 37°C Grad und 80% Luftfeuchtigkeit das Bier schneller aus, als wir es trinken können. Nicht bewegen ist und bleibt unsere Devise in den nächsten Tagen!

Fazit: Es gibt wirklich viel zu sehen in Mexiko und wir lassen uns Zeit. Wir mussten lernen, dass die Strassenverhältnisse (viele Schlaglöcher, viele Topes, gerne in tollen Kombinationen)  in Mexiko uns dazu zwingen noch langsamer zu reisen.  Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit liegt unter 40km/h, selbst dann wenn wir auf längeren Strecken teilweise Schnellstrassen nutzen können. Denn selbst auf diesen gibt es die gefährlichen Topes, die zu Schäden am Auto führen können, wenn man zu schnell über sie hinweg fährt. Wir fühlen uns immer noch sehr wohl  in Mexiko und freuen uns auf die nächsten Wochen.

 

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One thought on “Mexiko: Guanajuato, Mexico-City, Veracruz

  • renate+heiner christiansen 10. Mai 2016 at 10:27

    Hallo ihr zwei,

    hierist schon der Sommer eangekommen,suoper 23° warm.
    Der Garten ist schon bestellt,Radieschen,Salat,Tomaten Gurken Ziebel,
    Kartoffel und Rhabarber gedeihen gut.
    Nun zu euch,ist es vielleicht möglich,einen Bericht über alle besichtigten
    Kirchen zu machen!?
    Das langsame Fahren läßt viele Eindrücke genauer erkunden.
    Paßt auf euch auf und sed gegrüßt von

    Renate+Heiner

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