Mexiko: Jalisco, Michoacan, Guanajuato

von Christiane

Mexiko: Jalisco,Michoacan und Guanajuato vom 20.03.2016- 11.04.2016

Jalisco: Der Bundestaat Jalisco  umfasst eine Fläche von 80.386 km² und hat etwa 7.350.000 Einwohner. Die Hauptstadt ist Guadalarja. Die größte Touristenattraktion ist das Seebad Puerto Vallerta. Auch die berühmte Stadt Tequila befindet sich in diesem Staat. Der Bundesstaat erstreckt sich von der Pazifikküste über die Vulkangebirge im Süden mit dem Colima und das Tal des Rio Grande de Santiago mit der Hauptstadt Guadalajara bis in den Gebirgszug der Sierra Madre Occidental. Zentral in Jalisco befindet sich der Lago de Chapala der größte See Mexikos. Jalisco ist heute einer der wohlhabendsten Staaten Mexikos. Er ist reich an Bodenschätzen, darunter Silber, Gold und Kupfer, verfügt über eine vielseitige Industrie und ist das Land des Tequila.

Michoacan: Michoacán hat eine Fläche von 59.928 km²  auf der ca 4 Mio Menschen leben. Die Haupststadt heisst Morelia.  Natürliche Attraktionen sind der Patzcuaro See und der Vulkan Paricutin, der von vielen Mexikanern als eines der sieben Weltwunder der Natur bezeichnet wird. Zwei Flüsse, der Rio Lerma und der Rio Balsas, gehören zu den wichtigsten Flüssen Mexikos. Hauptwirtschaftszweige sind Land- und Forstwirtschaft sowie Bergbau und Handel.

Guanajuato: Der Bundesstaat Guanjuato  hat eine Fläche von 30.491 qkm auf der ca 4.8 Mio Menschen leben. Hauptstadt heißt Guanajuato. Die wirtschaftliche Wachstumsrate von Guanajuato liegt regelmäßig über dem Landesdurchschnitt, dies ist vor allem dem hohen Silbervorkommen hier geschuldet. Noch heute zählen die Silberminen Guanajuatos zu den produktivsten der Welt. Neben Silber werden auch Gold, Kupfer, Zinn, Opale und Quecksilber gefördert.

Guadalajara ist die zweitgrößte Stadt Mexikos und hat ca 4,4 Mio Einwohnern. Der San Jose del Tajo Trailer Park liegt etwas ausserhalb der Stadt und ist für zwei Nächte unser Zuhause. Der Campingplatz ist geprägt von kleinen Häusern, die den Platz einzingeln und auf den Stellplätzen stehen viele Dauercamper. Abends laden uns unsere mexikanischen Nachbarn spontan zum Abendessen ein. Es gibt Pizza und Huhn, wir steuern eine Schlüssel Pasta dazu und versuchen uns mal wieder auf spanisch zu unterhalten. Der Vater der Familie spricht gut englisch und mit den vier Kindern kann Birger auch ohne viel reden Fussballspielen. Ein lustiger Abend, der uns auch den Campingplatz gleich sympathischer macht. Denn der gesamte Platz macht keinen so gepflegten Eindruck, dafür liegt er für unser Vorhaben recht zentral.  Mit dem  öffentlichen Bus fahren wir in 40 Minuten für 7 Pesos pro Person ( ca 0,40 €) in die Innenstadt. Das „Centro Historico“ von Guadalajara ist wunderschön. Die drei Hauptplätze gehen ineinander über und es gibt eine große Fussgängerzone. Die Hauptattraktionen, Kathedrale, Rathaus, Justizpalast, Theater liegen alle nah beieinander. Entspannt schlendern wir einen ganzen Tag über die Plätze, bewundern die Gebäude und sehen uns einige der vielen Kirchen an.

Wir probieren Gebäck, dass an der Strasse verkauft wird und geniessen mexikanisches Softeis. Einige Händler bieten ihre Waren an, sind dabei sehr freundlich und  nie aufdringlich. Die Versuchung ist groß etwas von den wirklichen schönen kunsthandwerklichen Arbeiten zu kaufen, aber wir haben ehrlich gesagt keinen Platz in unserem Womo. Von der Großstadt geht es weiter zum Lago Chapala.  Der See ist sehr groß und an seinen Ufern leben hunderte von Pelikanen.  Da Ostern immer näher kommt ist es recht voll und wir parken  etwas ausserhalb vom Stadtzentrum Chapalas. Im Ort gibt es eine schöne Seepromenade mit vielen  Marktständen, verhungern oder verdursten muss man in Mexiko nirgendwo. An vielen Ecken wird Musik gespielt und auf den Wiesen sitzen Familien und machen Picknick. Leider gibt es hier keinen Campingplatz und so umrunden wir noch den halben See, bevor wir in Jocotepec auf den Wiesen eines Freibades unseren Platz für die Nacht finden.

Langsam wird es Zeit sich über die kommenden Feiertage ein stilles Plätzchen zu suchen. Wir finden es in der Stadt Patzcuaro. 3 km ausserhalb vom „Stadtzentrum“ bietet die Villa Patzcuaro Hotelzimmer und einen Campingplatz.  Der Platz ist gut besucht vornehmlich mit kanadischen Campern und noch einem deutschen Ehepaar. Wir lernen Marion und Alfred aus Freising bei München kennen. Die beiden sind schon seit fünf Jahren unterwegs und haben ihre Reise in Argentinien gestartet. Der Abend wird lang und wir lauschen den Berichten der beiden aus Mittelamerika und Südamerika. Viele Tipps schreiben wir auf und sind froh das die beiden ihre Reiseroute und Erfahrungen auf ihrer eigenen homepage festgehalten haben. Am nächsten Tag fahren die beiden leider schon weiter! Für uns heisst es nun die Umgebung erkunden. Unser erster Ausflug führt uns auf die Isle Janitzio.  Von unserem Campingplatz laufen wir 15 Minuten bis zum  Bootsanleger, ausser uns sind nur Mexikaner unterwegs und wir fallen klar auf. Nach einer halben Stunde Bootsfahrt mit Gitarrenmusik als Begleitung erreichen wir die Insel.

Steil geht es durch das Dorf durch schmale Gassen viele Stufen nach oben, zur Statue des Unabhängigkeitshelden Jose Maria Morelos y Pavon! Rechts und links sind die Gassen gesäumt von Geschäften, Restaurants oder einfachen Ständen, die Essen anbieten. Birger ist mutig und ist einen „Becher“ mit kleinen gegrillten Minifischen, anschliessend essen wir süsse Tortillabrötchen. Alles muss probiert werden.

Oben an der Statue angekommen, hat man einen schönen Ausblick über den See, es gibt noch mehr zu essen und zu trinken, Musik und eine kleine Tanzaufführung.  Wir ziehen uns auf die Dachterrasse eines Restaurants zurück und geniessen den Ausblick.

Der Weg zurück zum Boot führt auf der anderen Seite der Statue durch neue Gassen mit ähnlichen Geschäften durch das Dorf, am Bootsanleger setzen wir uns mit einer Margarita auf eine Mauer und schauen dem Treiben um uns herum zu.  Den nächsten Tag verbringen wir in der historischen Altstadt von Patzcuaro.  Mit einem Kleinbus, Collectivo genannt, geht es innerhalb von fünf Minuten vom CP in die Stadt. Okay, wir brauchen länger, da viele Strassen wegen des Ostermarktes gesperrt sind. Die ganze Innenstadt ist „Autofreie Zone“ und zu einer einzige Fussgängerzone umgewandelt worden.  Viele Marktstände sind aufgebaut mit Kunsthandwerk, Keramik, Korbwaren, Decken, Tischwäsche, Schuhe und natürlich ganz mit Essen, Eis, und Getränken.  Es ist alles ganz entspannt, es gibt kein Gedränge und so lassen wir uns mal wieder treiben.

Abends auf dem Campingplatz unterhalten wir uns mit den kanadischen  Nachbarn, alle bleiben bis nach Ostern und die meisten kommen schon seit Jahren nach Mexiko. Wir bekommen mal wieder eine Menge Vorschläge und Tipps.  Wir nutzen unsern längeren Aufenthalt um einige administrative Dinge zu erledigen, dass Internet ist ganz gut auf dem Platz und auch das Womo braucht etwas Pflege. Die Gasfilter müssen erneuert werden, eigentlich schon vor längere Zeit, aber nun trauen wir uns auch ran. Etwas länger als erwartet brauchen wir für den Wechsel und sind froh, dass etwas später wieder alles funktioniert.

Von Patzcuaro aus machen wir einen Tagesausflug nach Angahuan.   Dort ist im Jahr 1943  ein Vulkan entstanden. Die Erde tat sich auf, Lava floss! Bis 1952 wuchs der Volcan Paricutin immer weiter bis auf 2600 Meter.  Eine Kirche, der Templo San Juan Parangaricutiro, der im nahgelegenen Dorf stand, ist nicht zerstört worden, sondern die Lava hat die Kirche bzw den Kirchturm eingeschlossen.  Der Ort ist sehr klein und wir schaffen nicht jede Kurve im Ort im ersten Zug mit unserem langen Womo. Aber auch wir gelangen zum „Besucherzentrum“. Dort parken wir das Womo und laufen eine halbe Stunde zur Kirche. Man kann für den Weg auch ein Pferd mieten, aber etwas Bewegung schadet uns nicht. Die Kirche in der schwarzen Lava sieht toll aus, ich suche mir ein Plätzchen und lasse mich nieder, Birger klettert über das Lavafeld und macht Fotos von allen Seiten.

Anschliessend essen wir eine Kleinigkeit an einem der vielen kleinen Stände. Wir wissen nicht so genau, was dort gekocht wird und schauen etwas fragend in die Tortillapfanne. Eine ältere Senora ist ganz pfiffig drückt uns eine Kostprobe in die Hand und schon sind wir ihre Kunden.

Am späten Nachmittag sind wir zurück in Patzcuaro und planen unsere Weiterfahrt für die nächsten Tage. Weiter geht es nach Cd. Hidalgo, genauer gesagt zu den Cabanas y Balneario Erendira. Hier gibt es heisse Thermal- Quellen. Direkt an den Quellen gibt es auch einen Campingplatz und wir faulenzen einen Nachmittag in dem warmen Wasser. Unser nächstes Ziel ist die Stadt San Miguel de Allende. Viele Reisende haben uns von der Stadt vorgeschwärmt, hier machen viele Kanadier und Amerikaner Urlaub, es gibt viel Architektur, Kirchen, Märkte, Kunsthandwerk und vieles mehr und nun vollen wir uns selbst überzeugen. Der Campingplatz, San Miguel RV Park and Tennis Court, hat nur wenige Stellplätze,  hat eine wirklich schmale Einfahrt, und liegt sehr zentral. Als wir ankommen ist der Platz recht fest in deutschsprachiger Hand. Als erstes lernen wir Walter und Regina aus der Schweiz kennen. Die beiden sind in den letzten fünf Jahren von Kanada nach Argentinien gefahren und haben von Argentinien ihr Fahrzeug zurück nach Mexiko verschifft. Abends sitzen wir lange zusammen und stellen neugierig alle unsere Fragen und bekommen geduldig viele Antworten und noch mehr Tipps. Auch die homepage der beiden (siehe LINKS) ist für uns sehr hilfreich. Leider fahren die beiden schon am nächsten Tag weiter. Joachim und Bärbel sind mit einem MAN unterwegs und sind auf ihrem Weg in den Süden vor ca sieben Jahren hier auf dem Platz hängen geblieben und leben seit dem hier. Natürlich kennen sie den Ort und die Umgebung wie ihre eigene Westentasche und geben uns eine Menge Infos. Auch Achim, der schon seit über sechs Jahren mit seiner Frau Ute von Nord nach Süd und nun von Süd nach Nord unterwegs ist, läßt uns bereitwillig an seinen Erfahrungen teilhaben. Ja, und dann riecht es am zweiten Tag unseres Aufenthaltes im Womo plötzlich intensiv nach faulen Eiern. Der Geruch kommt nicht von aussen, sondern irgendwo aus dem Inneren unseres Womos.  Ein Blick in „google“ sagt uns, dass unsere Batterien wohl „gasen“. Also klemmen wir erst die Aussenstromzufuhr sofort ab und  dann die Batterien. Neue Batterien müssen her, aber welche genau brauchen wir überhaupt?  Da wir ja totale Laien sind „rufen“ wir nach Hilfe und bekommen sie ganz unkompliziert von Reinald Emmerich, Firma Neugebauer,  via email und Telefon und von Joachim ganz praktisch vor Ort mit Wissen und Messgeräten. Bei einer örtlichen Werkstatt bestellen wir zwei neue Batterien, die laut Beschreibung auch als Versorgungsbatterien geeignet sind . Die Wartezeit nutzen wir zur Stadtbesichtung. San Miguel ist wirklich eine schöne Stadt und wir bummeln durch die Strassen und schauen uns jede Kirche, an der wir vorbei kommen von Innen an. Für uns ist es erstaunlich, das in jeder Kirche, die wir betreten, Menschen still und  andächtig beten, und dass zu den  unterschiedlichen Tageszeiten in den verschiedenen Kirchen Messen abgehalten werden. Auf dem Hauptplatz lassen wir uns zum Kaffee nieder und beobachten das Treiben.

Inzwischen sind Klaus und Sonja aus Frankfurt auf dem Campingplatz angekommen und begrüßen uns mit den Worten: „Ich kenne euch, eure website habe ich schon gelesen, bevor wir losgefahren sind!“ Schön, zu hören.  Die beiden sind von Kanada bis Guatemala gefahren und wollen nun bis nach Alaska hochfahren.  Gemeinsam verbringen wir einen sehr schönen Tag im botanischen Garten und tauschen abends Erfahrungen aus, dann machen die beiden sich schon  auf den Weg Richtung USA.

Nach vier Tagen bekommen wir unsere zwei neuen Batterien, leider haben die Batterien jeweils nur 55Ah und nicht wie bestellt jeweils 75Ah. Etwas Frust macht sich breit. Aber wir wollen keine 15 Tage warten um die gewünschten Batterien aus den USA zu bekommen. Also lassen wir die „schwächeren“ Batterien einbauen und hoffen, dass wir immer genug Sonne haben werden, so  dass die Solarpanelen uns immer ausreichend versorgen werden.  Nun müssen wir noch testen ob nur die Batterien kaputt waren oder ob auch eines unserer Batterieladegeräte evtl einen Schaden genommen hat. Geduldig erklärt uns Reinald was wir wie testen müssen und mit Joachims Hilfe machen wir uns  mutig ans Werk und messen die Werte in regelmäßigen Abständen. Alles scheint okay!  Erleichterung macht sich breit! Während der ganzen Batterie-Aktionstage  spenden uns Bärbel und Joachim bei Wein und Bier Trost und Mut. Vielen Dank für euere Unterstützung vor Ort! Reinald, dir vielen Dank für deine schnelle persönliche Hilfe aus der fernen Heimat!

Spontan entscheiden wir uns noch etwas länger auf dem CP zu bleiben und die Stadt zu erkunden. Joachim und Bärbel zeigen uns in einem nahe gelegenem „Stadtpark“ eine Stelle, an der weisse Reiher ihre Nester haben und gerade Junge großziehen, und zum Sonnenuntergang erklimmen wir gemeinsam einige Treppen zu einem Aussichtspunkt oberhalb der Stadt.

Mit Bärbel gehe ich auf einen eher „einheimischen“ Markt und geniesse es mal ohne männliche Begleitung shoppen zu gehen. Fast jeden Abend sitzen wir zusammen, lernen uns besser kennen, reden über das Reisen und philosophieren über die Welt. Nach zwei Wochen fällt der Abschied schon schwer von den beiden, aber vielleicht sehen wir uns ja doch noch „on the road“.

Fazit: Die  alten mexikanischen Kolonialstädte begeistern uns sehr und wir flanieren durch viele kleine Gassen, essen in noch kleineren Restaurants und geniessen Mexiko. Etwas was wir in den USA vermisst haben, finden wir hier: kleine Innenstädten, geschichtliche Architektur, und gemütliche Restaurants mit fast immer gutem  und günstigem Essen.  Zwei Wochen haben wir San Miguel de Allende verbracht, erst gezwungener Maßen, dann freiwillig und wir haben es sehr genossen, länger an einem Ort zu stehen.

 

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2 thoughts on “Mexiko: Jalisco, Michoacan, Guanajuato

  • Birthe 24. April 2016 at 03:42

    Hallo Ihr Lieben,

    Wie ueblich, tolle Berichterstattung und wunderschoene Photo’s. Mein Bruederchen ganz mutig beim verspeisen der Minifischchen :o).

    Ein Abenteuer nach dem anderen – gluecklicherweise laeuft das Womo wieder nach dem ‚kleinen‘ Zwischenfall mit den Batterien und Ihr wisst Euch sowieso zu helfen :o).

    Weiterhin gute Fahrt und schoene Erlebnisse/Eindruecke sammeln. Seid umaermelt und gedrueckt.

    Liebe Gruesse aus dem herbstlichen Australien (angenehme Temperaturen momentan 25-28 Grad. Das laesst sich aushalten …der heisse Sommer ist ueberstanden :o)

    Eure Birthe und Clan :o)

  • renate+heiner christiansen 26. April 2016 at 13:40

    Moin ,Moin, ut Sleswig-Hosteen!

    Wir freuen uns ,daß ihr fit und fröhlich seid.
    Sogar unbekannte Speisen werden mutig probiert.
    Toll,daß ihr immer wieder nette Leute trefft.
    Gespräche und neue Erkenntniss und neue Infos
    brigen euch ein Stückchen weiter.
    Tollle Städte und herrliche Gebäude und erholsame
    Natur begleiten euch.
    Weiter so1

    Lieibe Grüsse
    Renate+ Heiner

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