Nicaragua vom   11.07.2016 – 23.07.2016

 Nicaragua hat eine Fläche von 129.494 qkm auf der 5.9 Mio Menschen wohnen, davon leben 90 % in der Pazifikregion und im Managuagebiet. Das Land grenzt  im Norden an Honduras und im Süden an Costa Rica, im Westen an den pazifischen Ozean  und im Osten an die Karibik. Nicaragua wird parallel zur Pazifikküste von einer Kette aktiver Vulkane durchzogen, weshalb es auch das „Land der tausend Vulkane“ genannt wird. An der Pazifikküste liegen auch die Zentren und wichtigsten Siedlungsräume des Landes, während die östlichen und südlichen Landesteile dünn besiedelt sind. Zwei große Binnenseen prägen die Geographie − der größere Nicaraguasee (Lago Cocibolca) im Südwesten mit mehreren Inseln und der kleinere Managuasee im Westen. Die Bevölkerung besteht zu 69,7 % aus Mestizen 17,6 % sind Weiße (meist spanischer Abstammung). 9,2 % sind afrikanischer Herkunft, die zu 95 % in der Atlantikregion leben, allerdings stellen auch dort inzwischen Mestizen und Weiße mit knapp 59 % die Mehrheit. 3,2 % sind Indígenas. Nur noch rund 47 Prozent der Nicaraguaner sind heute römisch-katholisch. In den letzten Jahren haben protestantische Freikirchen zunehmend an Einfluss gewonnen, aber auch die Religionsfreien haben um rund 8 auf 12 Prozent zugenommen. Nicaragua gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Außerdem gilt Nicaragua als Entwicklungsland. 50 % der Bevölkerung leben in Armut, in der Landbevölkerung steigt dieser Anteil bis auf 70 %. Die Gründe der schlechten Wirtschaftslage sind vielfältig, neben geschichtlichen Faktoren, einseitiger Wirtschaftsstruktur und jahrzehntelanger Oligarchiewirtschaft  spielen auch häufige Naturkatastrophen eine gewichtige Rolle. Heute sind die wichtigsten Handelsgüter Erdölprodukte, Bananen, Baumwolle, Gold, Hummer, Kaffee, Rindfleisch, Rum, Tabak, Zigarren, Zucker.

 Grenzübertritt von Honduras ( Las Mannes)  nach Nicaragua: Als wir uns der Grenze näheren ist unsere Fahrspur von LKWs blockiert. Wir fahren vorbei und parken an der Grenze auf der rechten Seite. Ausreise Honduras: Auf der linken Seite ganz rechts sind die Schalter der Immigracion. Dort werden unsere Fingerabdrücke genommen und wir bekommen eine Ausreisestempel in den Pass. Einige Fenster ( Schalter)  weiter links ist die Aduana. Dort geben wir den Reisepass des Fahrzeughalters und die Temporäre Einfuhrerlaubnis für das Womo ab. Wir bekommen ein Ausreiseformular was wir ausfüllen müssen.  Die Beamtin behält die Einfuhrerlaubnis und das ausgefüllte Formular und stempelt die Ausfuhr des Fahrzeuges in den Reisepass des Halters rein. Kosten fallen keine an. Wir tauschen unsere letzten Limpira in Cordba, da wir diese an der Grenze benötigen. Alles geht zügig und professionell nach 20 Minuten verlassen wir Honduras durch eine Schranke. Einreise Nicaragua: Direkt hinter der Schranke ist auf der rechten Seite ein blaues Zelt, die „Fumigacion“. Daneben parken wir. Sofort kommt eine nette Beamtin und gibt uns ein Formular für die Einfuhr des Autos ( Ansonsten bekommt das Formular im Häuschen links neben der Eingangsschranke) . Hier ist es wichtig Nicaragua als Reiseziel anzugeben und nicht Transit!  Die Beamtin unterschreibt das Formular und händigt es uns wieder aus.  Sie wirft einen Blick ins Auto, aber eher aus Neugierde als zur Überprüfung. Dann wird das Auto bzw die Reifen desinfiziert und wir zahlen dafür 5 U$, die Quittung unbedingt aufheben. Wir lassen das Auto am blauen Zelt stehen und gehen zur Immigration.  Diese befindet sich auf der linken Seite des Parkplatzes am Schalter ganz rechts. Dort ist ein netter Beamter dem wir unsere Reisepässe übergeben. Er studiert in Ruhe alle Stempel und trägt dann unsere Daten in den Computer ein,  und  füllt für jeden eine elektronische Touristenkarte aus . Wir zahlen 10 US und 45 Cordoba pro Person und bekommen darüber verschiedene Quittung. Jeweils eine Quittung an die Touristenkarte geheftet und einen Ausdruck pro Person, mit Namen versehen,  über den gezahlten Betrag.  Einige Schalter weiter links befindet sich die Aduana. Wir geben folgende Dokumente im Original ab: Reisepass des Halters, Zulassungsschein für das Fahrzeug, Führerschein des Halters und manuelle ausgefülltes Formular was wir zu Beginn ausgefüllt haben. Kopien sind nicht notwendig, weil die nette Lady alles schnell einscannt. Sie füllt ein Formular aus von dem wir ein Ausdruck ausgehändigt bekommen . Achtung! Daten prüfen, bei uns hat sie als Vorname meinen Mädchennamen eingetragen! Mit allen Dokumenten ausgestattet fahren wir vom Parkplatz nur die Strasse entlang zur nächsten Schranke. Dort warten zwei Beamte. Der eine Beamte will die Reisepässe sehen und er bekommt die Quittung  über die gezahlten 10 U$ und 45 Codobar ausgehändigt und behält sie auch. Der zweite Beamte will die Fahrzeugeinfuhrpapiere sehen und behält das handgeschriebene Formular, das wir zu Beginn ausgefüllt haben. Er schaut auch noch einmal ins Auto, nachdem ein Kollege gesagt hat, er sollte dies tun. Wir passieren die Schranke und werden direkt aufgefordert 1 U$ pro Person Municipal Steuer zu zahlen, was wir tun. Dann kommt eine nette Dame und verkauft uns für 12 U$ eine vierwöchige Versicherung für das Auto. Dies geht ganz schnell. Als nächstes werden wir angehalten von der Policia Municipal, der Beamte studiert ganz genau alle Stempel im Pass und schaut sich das Dokument für das Auto an.  Er will auch das Auto begutachten, schaut aber nur durch die Kabinentür kurz rein und betritt nicht das Fahrzeug. Es hört sich alles komplizierter an als es ist.  Wir haben insgesamt für beide Grenzübergänge incl Versicherungsabschluss  1 Stunde und 20 Minuten gebraucht.  Uns haben keine Grenzhelfer belästig, und die Geldwechsler waren freundlich, geduldig und nie aufdringlich, wenn wir kein Interesse hatten.

So, wie immer wenn wir ein neues Land betreten werden wir erst einmal ganz still und schauen uns die Landschaft, Orte, Strassen an, die wir passieren. Unser erster Eindruck: es ist viel sauberer als die El Salvador und Honduras, die Strassen sind sehr viel besser, keine Schlaglöcher, und selbst die kleinen Orte an der Hauptstrasse, die wir durchfahren, haben Bürgersteige. Entweder erhöht wie wir sie kennen oder es ist ein Teil der Fahrbahn abgetrennt.  Hier spielt sich viel ab, es wird Rad gefahren, flaniert, Moped gefahren, mit dem Pferd entlang geritten, zum Plausch angehalten, Dinge werden repariert ( Räder, Mopeds etc). Auch gibt es in den etwas größeren Orten auch geteerte Strassen abseits der Durchgangstrasse, bis jetzt waren diese Strasse mehr Schotter- oder Lehmpisten. Die Menschen schauen freundlich und winken hin und wieder wenn sie uns sehen.

Im nächsten größeren Ort, Estil, stillen wir unseren Lust auf eine Pizza bei Pizza Hut, ziehen Geld am Automaten und suchen den von uns ausgewählten „Campingplatz“ auf. Dort müssen wir feststellen, dass es nicht mehr erlaubt ist am Campestre Estelli zu übernachten. Der uns vom Besitzer genannte Ausweichplatz ist geschlossen, und die dritte Möglichkeit empfinden wir als zu überteuert. Also fahren wir nochmals 150 km weiter nach Leon. Wir befürchten, wir könnten erst in der Dunkelheit angekommen, aber die Strassen sind in richtig gutem Zustand, so dass wir nach zwei Stunden die Finca los Alpes erreichen. Freundlich werden wir vom Bruder des Besitzers in perfektem Englisch begrüsst. Er zeigt uns die Finca und unseren Stellplatz und mit den Worten: „Fühlt euch wie zu Hause!“ Geht er zurück in sein Haus. Später kommt noch Axel, der Besitzer zu uns, er spricht ein paar Wörter Deutsch, weil er Deutschland zu toll findet und etwas Englisch und mit unserem bisschen Spanisch kommt so etwas wie eine Unterhaltung zu Stande. Wir beschließen zwei Tage zu stehen, zu entspannen, das gute Internet zu nutzen und er erlaubt uns sogar seine Waschmaschine zu benutzen….  leider gibt es Problem mit Strom am nächsten Tag also waschen wir ein paar Teile zur Abwechslung mal mit der Hand.

Von der Rancho ist es nicht weit bis zum Städtchen Leon. Eine kleine etwas touristischer Ort mit einem großen Hauptplatz, schöner Kathedrale, vielen Kirchen, einem Markt und vielen Restaurants. Wir schlendern durch den Ort, bewundern die Kirchen und verlassen nach zwei Stunden den Ort.

Weiter geht es Richtung  Meer in Las Penitas soll es drei Übernachtungsmöglichkeiten  am Strand geben. Der Ort ist übersichtlich und zieht sich am Strand entlang, kleine Hostels, Bars und Restaurant wechseln sich ab. Schnell haben wir die drei Übernachtungsplätze  angeschaut und keiner löst bei uns auch nur annähernd einen Begeisterungsturm aus. Es ist noch recht früh  am Mittag und so beschliessen wir weiter zu fahren zum Lago Apoyo.  Dort gibt es das Hostel Paradiso, viele Reisende  haben uns den Platz wärmsten empfohlen und gerne mit dem Hinweis es sei dort nicht viel Platz auf dem Parkplatz aber wir käme sicher irgendwie da rein.  Wir glauben und hoffen.  Der Weg zum Hostel ist durchgängig geteert und wir kommen am späten Nachmittag am Hotel an.  Das Hostel liegt etwas am Hang und auf dem Parkplatz stehen nur ein kleiner 4×4 Landrover mit französichen Kennzeichen und ein PKW, aber für uns ist nicht mehr wirklich viel Platz, aber wir können direkt in der Einfahrt stehen, etwas abschüssig aber ohne großes Rangieren, alle kommen an uns vorbei. Das Hostel hat einen tollen Blick auf den See und einem eigenen kleinen Strand mit Badeinsel. Das kleine Restaurant  liegt oberhalb vom Strand, das Essen ist okay und die Cocktails ziemlich gut.

Es sind wirklich viele Gäste im Hostel, die meisten aus Deutschland und wir fühlen uns etwas alt zwischen all den jungen Backpackern, aber geniessen die entspannte Atmosphäre und bleiben noch einen Tag länger. Im See lässt sich gut  baden und wir faulenzen rum.  Am nächsten Tag besuchen wir zunächst den Vulkan Massaya. Pünktlich zur Öffnung des National Parks sind wir am Gate und müssen noch 20 Minuten warten bis die Tore sich wirklich öffnen. Eine schöne Strasse führt ca 8 km durch den Park bis zum Vulkankrater. Auf einem riesigen Parkplatz stellen wir als erste Besucher unser Auto ab und werden direkt von den recht unfreundlichen Parkmitarbeiter aufgefordert  umzuparken. Wir müssen unser Womo mit der Front zum Ausgang des Parkplatzes parken damit wir jederzeit schnell fliehen können, falls der Vulkan ausbricht bzw Asche anfängt zu spucken.  Der Krater ist sehr tief und groß und das besondere ist, dass man im Krater rote, flüssige Lava sehen kann! Was für ein Anblick! Das haben wir noch nie gesehen! Ein gutes Foto zu schiessen ist nicht so einfach, weil ziemlich viel Rauch im Krater ist, aber der Wind erlaubt uns immer mal wieder einen guten Blick auf die Lava.

Nur ein holländisches Paar ist mit uns gleichzeitig am Kraterrand es ist sehr ruhig und entspannt. Man darf sich nur 5 Minuten hier am Kraterrand aufhalten, dann muss man wieder die Fahrt nach unten antreten. Genau wissen wir nicht  warum es diese Beschränkung gibt, aber ändern können wir es eh nicht. Aber die Parkmitarbeiter sind großzügig und fordern uns erst nach 10 Minuten aber dafür sehr bestimmt auf nun den Parkplatz zu verlassen.  Schade, weil inzwischen sind zwar zwei weitere Autos angekommen, aber von Überfüllung ist auf dem riesigen Parkplatz nix zu sehen. Na, ja  wir haben unsere Bilder gemacht und den Anblick genossen, also begeben wir uns zum Ausgang des Parks. Nach 20 km finden wir im Ort Massaya ein schönes Restaurant mit Blick auf den Kratersee und entscheiden uns für ein typisch nicaraguanisches Frühstück mit Ei, gebackenem Käse, Honig, Bohnenreis und Pancake (okay nicht ganz so typisch).

Dann machen wir uns auf den etwas weiteren Weg nach Matagalpa, dort im Hochland wollen wir die Nacht auf einer kleinen Kaffeeplantage verbringen.  Der Weg dorthin ist wirklich wunderschön und wir geniessen die Fahrt durch die tolle Landschaft von Nicaragua.

Die letzten 4 km geht es über eine Schotterstrasse durch Kaffeepflanzen, Bananenplantagen, Mangos etc , kurz vor dem Ziel ist der Weg dann sehr eng und sehr matschig aber unser Womo macht sich schlank und so erreichen wir am späten Nachmittag das Ziel. Wir werden herzlich empfangen und genießen den Rest des Tages auf der kleinen Plantage zwischen vielen Obstbäumen und Kaffeepflanzen.

Am nächsten Tag ist der Himmel dunkel bewölkt und es sieht nach viel Regen aus. Auf Grund dessen  beschließen wir zu fahren bevor die matschigen Strassen noch matschiger werden und für uns noch schwerer zu passieren sind. Auf dem Weg zum nächsten Ziel werden wir von der Polizei gestoppt, eine normale Verkehrskontrolle, die es hier häufig gibt, aber bis jetzt wurden wir durchgewinkt. Die beiden Polizisten sind freundlich, geben sich mit den von uns vorgelegten Kopien von Ausweisen und Führerscheinen zu frieden.  Sie  werfen einen Blick ins Womo und wünschen uns eine gute Weiterreise.  Uns zieht es noch mal ans Meer, diesmal an die Playa Santana. Dank den netten Hinweisen auf Ioverlander nehmen wir die längere Strecke über Tulo, da diese geteert sein soll.  Doch die letzten 15 km sind dann doch wieder Schotter.

Aber langsam und vorsichtig gelangen auch wir zur gewünschten Übernachtungsstelle „Hostel Café con Leche“.  Hier müssen wir feststellen, dass wir mit dem Womo gar nicht auf das wirklich schöne, direkt am Meer gelegene, Grundstück fahren können, aber auch kein anderes Auto kann dies tun. Der Besitzer  erklärt uns, dass seine Nachbarin ihr unbebautes Grundstück vor ca zwei Wochen mit einem Stacheldrahtzaun umrandet hat. Dieser Zaun ist nun so nah an seinem Grundstück, dass er die Ein- und Ausfahrt zu seinem Grundstück nicht mehr nutzen kann, es sei denn als Fussgänger. Er verweist uns auf einen kleinen Campground eines Freundes ca 100 Meter entfernt und bietet uns an später zum Kaffee vorbei zu kommen.  Der kleine Campground La Luna  hat leider eine zu kleine Einfahrt für uns, wir sind  mit 7,2 m zu lang um von der schmalen Strasse auf den CP zu fahren und 3,04 m zu hoch um  unter den Bäumen im Eingangstor durchzufahren.  Also geht es weiter zur unserer zweiten Alternative, aber dort ist der Besitzer nicht da und schön finden wir es auch nicht, also fahren wir zur Alternative Nummer drei. Bei der Villa Jiguelite, ein Hostel, finden wir auf dem großen Parkplatz einen Platz für die Nacht und geniessen in dem kleinen Restaurant direkt am schönen  weissem Strand den Abend und den nächsten Tag.

Zur Abwechslung fahren wir vom Meer nun in eine Stadt, Granada wird von allen Reisenden als Highlight empfohlen. Direkt in der Innenstadt kann man auf dem Parkplatz des Roten Kreuzes für nur 3 Euro über Nacht campen. In drei Minuten befindet man sich direkt in der kleinen Fußgängerzone und in fünf Minuten ist man Nicaragua See. Wir schlendern durch den Ort und suchen uns ein Restaurant zum späten Mittagessen, die Auswahl ist groß. Wir legen gerade das Besteck auf den Teller als ein tropischer Regenguss vom Himmel runter kommt. Mit unseren Gläsern in der Hand fliehen wir ins Innere des Restaurant und warten ab. Schnell ist die Strasse überschwemmt und das Wasser steht 40 cm hoch am Randstein.  Nach einer halben Stunden ist das Spektakel vorbei, das Wasser abgelaufen und wir gehen 500 Metern  weiter auf den Hauptplatz und besichtigen die Kathedrale. Als der nächste Regenguss runter kommt, beschliessen wir die Kathedrale ausführlich von Innen zu bewundern, wie so viele andere Touristen auch, die vor dem Regen Schutz suchen.  Eine Stunde später haben wir den Hauptteil Granada durchstreift und waren auch am Seeufer. Eine nette kleine Stadt.

Abends schauen wir bei einem kleinen Cocktail dem Treiben auf der kurzen Touristenmeile  zu.  Am nächsten Tag haben wir es nicht weit nach San Juan del Sur. Angeblich der Surfer-Beach-Touristen-Ort des Landes. Etwas im „Inland“ finden wir einen schönen Platz beim Hostel Porta do  Sol. Mit dem Taxi sind wir in knapp 10 Minuten im San Juan am Meer. Der Strand ist ganz nett, es gibt viele Kneipen und Restaurants, kleine Hotels und viele Hostels, viele Touristen aus allen Herren Ländern, einige Surfer. Den Nachmittag verbringen wir am Strand und geniessen mal wieder den Meerblick.

Ein „Muss“ in Nicaragua ist eine Besuch der Insel Ometepe. Die Insel liegt im Nicaragua See, dieser ist  mit 8100 qkm der größte Binnensee Mittelamerikas, der von vielen Flüssen gespeist wird. Das Besondere ist, dass sich hier Haie im See niedergelassen haben und sich an die Gegebenheiten einfach angepasst. Auf Ometepe gibt es zwei Vulkane. Der noch aktive Vulcano Concepcion auf der einen Seite der Insel und der Vulcan Maderas auf der anderen Seite.Wir beschliessen die Insel ohne unser Womo zu besuchen und finden in der Nähe des Schiffsanlegers in San Jorge im Hotel California einen Parkplatz für unser Womo. Mit einem der vielen Schiffe fahren wir Mittags innerhalb einer Stunde von San Jorge nach Ometepe. In der kleinen Hafenstadt Moyogalpa mieten wir uns ein Quad, die Verhandlungen um den Preis dauern etwas aber am Ende sind beide Parteien zufrieden. Unsere ersten Fahrversuche sind etwas holprig, aber dann brummen wir mit unserem neuen Gefährt über die Insel. Die Insel ist sehr grün, wir haben tolles Wetter, wolkenfreien Himmel und einen freien Blick auf den Vulkan Concepcion. Dies ist eher ein seltener Anblick und wir fotografieren den Vulkan aus allen Richtungen.  In Playa Domingo haben wir uns ein Hotel ausgesucht und sie haben auch noch ein freies Zimmer für uns. Klar, wollen wir das Quad ausnutzen um machen uns direkt auf den Weg um die Inselseite des Vulkan Maderas zu umrunden. Die Strecke beträgt vom Hotel aus  ca  40 km und wir denken, dass wir es noch so gerade schaffen bei Helligkeit wieder in der Unterkunft zu sein. Nach ca 10 km hört die Teerstrasse auf und wir fahren über eine Schotterstrasse bergauf und bergab immer am Seeufer entlang, rechts und links des Weges ist tolle Natur, immer wieder zeigt sich der Vulkan und wir durchfahren einige kleine einheimische  Dörfer. Die Bewohner sitzen vor ihren Hütten und winken uns begeistert zu, wir winken und grüßen zurück. Die Strasse ist mal besser mal schlechter, mal zwingt uns ein Schwein, das über die Strasse läuft zum Bremsen, mal ein Hund, Huhn, Pferd oder eine Kuh.  Die Fahrt mach wirklich Spaß aber wir brauchen länger als gedacht nach zwei Stunden und bei Einbruch der Dämmerung erreichen wir unsere Unterkunft. Ein toller Tag geht zu Ende.

Am nächsten Morgen machen wir uns nach einem entspannten Frühstück auf den Weg und besuchen zu nächst das Naturreservat Charco Verde, mehrere Wanderwege führen durch den Park. Wir entscheiden uns für eine entspannten einstündigen Weg an der Lagune und am Meer vorbei. Unterwegs sehen wir viele Schmetterlinge, Brüllaffen und Klammeraffen.

Dann wird es Zeit zurück zum Hafen zu fahren, aber diesmal umfahren wir die andere Seite der Insel, der Weg ist nur ca 30 km lang und nur die letzten 15 km sind Schotter. Wir passieren Felder, kleine Siedlungen und treffen wieder auf viele freundliche Menschen und winken.  Pünktlich geben wir das Quad am Hafen ab um dann festzustellen, dass das nächste Schiff nicht fährt und wir noch 1,5 Stunden Zeit haben. Wir nutzen die Zeit zum Mittagessen und anschliessend fahren wir mit einem etwas sehr altem, quietschendem  Schiff eher ein Kahn zurück aufs Festland.

Unsere letzten beiden Nächte in Nicaragua verbringen wir  erneut im Hostel Porta do Sol. Wir wollen den Grenzübergang nach Costa Rica vorbereiten und stellen beim Lesen der Erfahrungsberichte anderer Reisender  von Mai und Juli fest, das erstens der Grenzübergang etwas chaotisch ist und  die Beamten an der Grenze zu Costa Rica einen schriftlichen Nachweis haben wollen mit welchem Transportmittel ( Flug, Bus) man das Land wieder verlässt. Unsere Erfahrungen in anderen Ländern lassen uns skeptisch werden bei dem Gedanken wir erzählen dem Beamten einfach, dass wir ja mit dem eigene Auto wieder ausreisen. Wenn der Beamte etwas schriftliches braucht in Ticketform  wird er meist davon nicht abweichen…. Wir überlegen hin und her! Stornierbare Flugtickets oder Busticket finden wir im Internet  nicht, dann schreiben wir Freunde an die vor uns über die Grenze sind ohne Ticket, aber leider schon im Januar, die mussten nichts vorlegen.  Am späten Nachmittag kommt ein amerikanisches Päarchen mit einem Van auf den Parkplatz, sie wollen auch am nächsten Tag über die Grenze nach Costa Rica und haben die selben Informationen und das selbe Problem.

Nach langen Diskussionen und Austausch beschliessen wir ein stornierbares Hotel in Panama zu buchen und drucken eine Seite von einer Verschiffungsgesellschaft (Panama-Kolumbien) auf deutsch aus. Am nächsten Morgen fahren wir sehr früh und etwas nervös die 35 km zur Grenze.

 Fazit: Nicaragua hat uns super gefallen, wir haben uns sehr wohl gefühlt. Es war sehr abwechslungsreich. Vulkane, Meer und Strand, Seen,  kleine Städtchen. Zum ersten Mal haben wir glühende Lava gesehen. Ometepe war eine sehr kontrastreiche Insel zwischen Tourismus und einfachem Leben der Inselbewohner. Die Menschen waren offen, freundlich und fröhlich. Wir haben uns immer sicher und sehr willkommen gefühlt.

Dieser Beitrag gehört zu Mittelamerika, Nicaragua 2016, Reiseberichte