Panama: vom  26.08.2016 bis 10.09.2016

Panama:  Panama liegt in Mittelamerika, im Westen grenzt das Land an Costa Rica im Osten an Kolumbien.  Der Panamakanal durchquert den Staat und verbindet die Karibik im Norden mit dem Pazifik im Süden.  Panama hat eine Fläche von 75.517 km², die Einwohnerzahl beträgt 3,3 Mio. Zwei Drittel der Panamaer sind Mestizen , stammen also sowohl von Indios als auch von Europäern ab. Die zweitstärkste Gruppe bilden die Afropanamaer und Mulatten mit ca. 15 % , ca 13 % sind Weiße. Die Indigenen haben einen Anteil von 8,3 % an der Bevölkerung. Asiaten machen einen Anteil von rund 4 % an der Bevölkerung aus. Die Bevölkerung Panamas ist  mit 86% mehrheitlich christlich, davon sind 86 % sind Katholiken  und 10 %Protestanten. Wichtigste Einkunftsquellen der panamaischen Volkswirtschaft sind der Panamakanal in dessen Verwaltung, Betrieb und Instandhaltung rund 8000 Menschen arbeiten, sowie die Registrierung von Schiffen. In Panama sind weltweit nach Liberia, die  zweitmeisten Schiffe registriert, fast jedes fünfte. Der Grund dafür sind das vergleichsweise unkomplizierte Verfahren und die geringen Steuern. Die größte Einkommensquelle Panamas hängt mit dem Betrieb des Panamakanals zusammen, der lange Zeit unter der gemeinsamen Verwaltung Panamas und der Vereinigten Staaten stand und seit dem 31. Dezember 1999 der alleinigen Verfügungsgewalt Panamas unterliegt. Die Gesamtzahl der Arbeitskräfte Panamas, die einer regulär bezahlten Arbeit nachgehen, liegt bei weniger als einem Drittel der Gesamtbevölkerung. Der Rest arbeitet für den Eigenbedarf, lebt von der Schwarzarbeit oder ist arbeitslos.

 Grenzübergang: Costa Rica( Sixaola)  nach Panama ( Guabito): Öffnungszeiten 7.00 Uhr bis 18.00 Uhr, Achtung! Panama hat eine Stunde Zeitverschiebung! Wir sind weder von Grenzhelfern angesprochen worden noch von Geldwechslern.  Ausreise Costa Rica:  Die Strasse von Biri kommend führt direkt auf die Grenze zu.  Als erstes sieht man vor sich eine Art „Schleuse“ mit großen, gelben Plastikstreifen umgeben. Einfach hier durchfahren und direkt da hinter auf der linken Seite parken. Auf der rechten Seite sieht man den Eingang zur Migration. Im kleinen Gebäude gibt es einen Automaten an dem man mit Kreditkarte seine Ausreisegebühr bezahlen kann. Am Automaten zahlt man 7 Dollar, in der Pharmacy neben an 8 US pro Person. Dann muss man zunächst den üblichen Zettel mit seinen privaten Daten ausfüllen. Diesen dann mit dem Reisepass und der Quittung über die Gebühr  am Schalter abgeben. Der Beamte stempelt die Ausreise im Pass ein. Direkt daneben ist  der Schalter der Aduana. Auch dort muss man einen Zettel für das Auto ausfüllen, eine Kopie behält man. Der Beamte kam mit zum Fahrzeug und hat das Kennzeichen und die VIN Nummer geprüft.  Alles zusammen, hat ca 30 Minuten gedauert, da wir an der Aduana länger warten mussten. Einreise Panama: Über die Brücke fährt man zur Grenze Panama. Am Ende der Brücke bleibt man zunächst stehen. Wir wurden aufgefordert die Fulmigation zu bezahlen, direkt am Schalter rechts neben der Schleuse (wieder mit gelben Plastikband umrandet) .  Der Beifahrer ging zahlen, der Fahrer blieb im Fahrzeug. Für unsere Größe zahlten wir 6 US. Dann durften das Auto durch die Schleuse gefahren werden und auf dem Parkplatz links von der Schleuse abgestellt werden. Als nächstes ging es zur Municipal Tax. Dieser Schalter befindet sich von der Schleuse gesehen auf der rechten Seite. Hier mussten wir 10 US für das Auto und 4 US pro Person als Gemeindesteuer bezahlen. Weiter ging es wieder auf die Seite, wo das Auto parkt. Am Ende des kleinen Parkplatzes führt eine kleine Treppe zur Migration. Anstellen, warten, Fingerabdrücke abgeben,  Reisepasse und Ausreise Ticket vorweisen. Wir haben bestimmt eine Stunde hier angestanden morgens um 9.30 Uhr.  Wir haben die Verschiffung  unseres Womo vor der Einreise nach Panama gebucht, so dass wir unser Flugticket von Panama nach Kolumbien vorlegen konnten. Vor uns konnten drei junge Frauen ihr Ausreiseticket aus Panama nicht finden und wurden nicht reingelassen. ( Von anderen Overland-Reisenden, die über die große Grenze an der Pazifikseite das Land verlassen haben, wissen wir, dass sie ohne Ticket nur mit der Erklärung, dass ihr Auto verschifft wird, reingelassen worden sind).  Von der Migration geht es wieder zurück zum Parkplatz. Im rechten weissen Kontainer befindet sich das Büro der Autoversicherung. Dort hineingehen.  Kopie von den Pässen von Eigentümer und Fahrer und der Zulassung abgeben, Versicherungsformular gibt es in drei Ausfertigungen ( 1 für Versicherung, 1 für uns , 1 für die Aduana). Es dauerte hier recht lang, da die Dame zwischendurch mit ihrem Handy SMS etc verschickte.  Wir haben ihr beim Ausfüllen  des Versicherungs-Formulars im Computer über die Schulter geschaut, so dass alle Daten sofort. richtig eingegeben wurden. ( Tip: wenn bei der Migration eine lange Schlange ist, kann einer schon mal die Autoversicherung abschliessen, während der andere weiter an der Migration ansteht!)  Dann zur Aduana gehen, dies ist der linke weisse Container auf dem Parkplatz, Schalterfenster ausserhalb. Kopie von den Pässen von Eigentümer und Fahrer, der Zulassung und den Versicherungsschein abgeben und darauf hinweisen, dass das Fahrzeug Panama im Hafen von Colon in Manzanillo verlässt, dies wird auch im Dokument vermerkt. Daten auf Formular gut prüfen, denn wenn dort Fehler auftreten, muss man  in Panama City bei einer Behörde alles abändern lassen, sonst kann man nicht verschiffen. Unbedingt darauf achten das die VIN Nummer richtig ist und das sowohl eine ChassisNummer als auch eine Motornummer angegeben ist. Sollte keine vorhanden bzw zu erkennen sein immer die VIN Nummer in die Felder eintragen lassen! Sonst gibt es auch hier Probleme in Colon bei der Verschiffung.  Nach 2,5 Stunden haben wir den Grenzbereich in Panama mit allen Dokumenten verlassen, insgesamt dauerten beide Grenzformalitäten 3 Stunden. Nach Verlassen des Parkplatzes fährt man ca 500 Meter geradeaus und biegt dann sofort links in die geteerte Strasse ab, alle anderen Wege führen ( auch wenn das Navi es anders anzeigt)  leider nicht auf geteerten Wegen von der Grenze weg. Nach 8 km gibt es einen Militärposten, sie waren sehr nett und wollten das TIP für das Fahrzeug sehen. Auch ist die Aduana hier noch einmal vertreten, der Beamte  will auch das TIP sehen und trägt die Daten vom TIP in ein Buch handschriftlich ein. Dies dauert insgesamt nochmal ca 15 Minuten. Aber alle waren freundlich und interessiert.

Der Grenzübergang hat länger gedauert als erwartet, weil die Warteschlange an der Einreise recht lang war und nur zwei Schalter besetzt waren.  Uns fällt auch wieder ein, dass Panama eine Zeitverschiebung von einer Stunde zu Costa Rica hat, also haben wir zusätzlich noch eine Stunde verloren.  Vor uns liegen noch 200 km bis zu unserer geplanten Übernachtung in Boquete. Der Ort liegt auf 1000 Metern in den Bergen und wir freuen uns schon auf eine kühle Nacht. Aber erst geht es einmal durch die Berge. Die Landschaft ist schön, grün, hügelig. Die Dörfer, die wir durchfahren erscheinen uns sehr ärmlich. Ärmlicher sogar als in den El Salvador oder Honduras. Die letzten 50 km führen uns durch ein Tal, wir sind uns nicht sicher ob diese Strasse durchgehend geteert ist, ansonsten müssen wir ca 100 km Umweg fahren. Wir fragen ein paar Bauarbeiter am Straßenrand, die uns bestätigen, die Strasse sei geteert, wäre aber sehr kurvig und hätte auch ein paar Schlaglöcher. Das hört sich ja schon mal nicht schlecht an.  Die Strasse ist tatsächlich recht kurvig, Löcher hat es auch,  aber die Landschaft scheint recht schön zu sein. Die wir  leider nur ganz kurz geniessen können, denn  genau jetzt fängt es an  wie aus Kübeln zu regnen und wir sehen leider recht wenig  um uns herum. Am ganz späten Nachmittag, noch bei Helligkeit,  aber immer noch im strömende Regen erreichen wir die Pension Topas. In ihrem Vorgarten darf man campen. Und wir sind heute auch nicht die ersten. Im Vorgarten steht schon ein großer Unimog mit amerikanischem Kennzeichen. Wir quetschen uns irgendwie schief neben ihn, weil auch noch ein Auto auf der Wiese stehen. Nach dem wir das Womo erfolgreich aufgebockt haben, bin  ich klitschnass. Später bewaffnen wir uns mit Regenjacken und Schirm und suchen im Ort ein nettes Lokal, werden fündig und stossen auf den ersten Abend in Panama an! Oh, wie schön ist Panama!

Am nächsten Tag erkunden wir zu Fuss den Ort, der schön von Bergen und Kaffeeplantagen umgeben ist. Die Sonne lacht wieder vom Himmel.

Von der Höhe geht es hinab an die Küste, an die Playa Las Lajas.  Auch hier hat es viel geregnet und auf den Strassen steht das Wasser. Direkt am Strand dürfen wir bei den Las Lajas Beach Cabins die Nacht verbringen. Zwischen zwei der einfachen Holz-Cabins parken wir ein und staunen über den langen, breiten Sandstrand. Der lädt förmlich zu  einem langen Spaziergang ein.

Eigentlich ist dies ein Platz um noch weitere Nächte zu stehen, aber wir haben einen Verschiffungstermin und wollen uns noch ein wenig von Panama ansehen.  Wir verlassen den  Stellplatz und nach ca 8 km macht unser Auto komische Geräusche, als würde etwas schleifen. Da wir beide keine Ahnung haben stellen wir mal eine Menge Vermutungen an was es sein können Keilriemen, Steuerungsriemen, Turbo, etc,  dabei haben wir ein ganz mulmiges Gefühl im Bauch.  Nach weiteren 30 km leuchtet dann die Motorkontrollleuchte auf. Ein Blick ins Handbuch erklärt uns, wir hätten ein Problem mit der Einspritzpumpe, aber es sei möglich weiterzufahren. Das ist auch wichtig, denn bis zum nächsten großen Ort „ Santiago de Veraguas “ sind es noch locker 80 km. Nun verliert der Motor auch Leistung und wir fahren recht geruhsam weiter.  In  Santiago de Veraguas angekommen, halten wir an der nächsten Werkstatt, die zumindest nach aussen einen guten Eindruck macht und erklären unser Problem. Wir werden weitergeleitet zu einer Spezialwerkstatt für Einspritzpumpen. Werkstatt wäre jetzt übertrieben, eine kleine Garage an der es keinen Platz zum Parken gibt, es wird auf der Strasse repariert, der Besitzer ist nicht da, es ist Mittagszeit, wir sollten so in drei Stunden wieder kommen. Dies dauert uns zu lange und wir fragen uns weiter durch. Am Ende landen wir bei einem großen Nissanhändler. Es ist auch hier noch Mittagspause, der ältere, nette Mann an der Rezeption spricht perfekt Englisch, und  ruft einen Kollegen an, der dann auch nach  Beendigung der Mittagspause kommt. Auch er spricht Englisch und  mit seinem privaten Computer  liest er unseren Motor aus. Das Ergebnis: Der Turbo ist defekt. Wir werden ganz blass. Aber der Fachmann bleibt gelassen, holt einen jungen Mann dazu, beide legen ihr Ohr an den Motor, drehen diesen voll auf. Dann bekommt der junge Mann etwas Geld in die Hand gedrückt um einen neuen Schlauch zu kaufen.  Der Fachmann zeigt uns den Schlauch aus unserem Motor und sagt dieser sei meist das Problem, diese hat er auch schon bei anderen Fahrzeugen zB Renault erlebt, der Turbo würde Luft ziehen, kein Vakuum könne entstehen. Es sei nur der Schlauch defekt. Wir schauen skeptisch, wie es so unsere Art ist, und finden das der angeblich kaputte Schlauch total in Ordnung aussieht.  Schnell ist der kurze Schlauch gewechselt, die Jungs machen eine Probefahrt und alles funktioniert wieder problemlos. Mal wieder haben wir gelernt mehr Vertrauen in die Fähigkeiten und Erfahrungen anderer zu haben.  Erleichtert geht es für uns  weiter zurück zur Küste nach Santa Catalina. Das Surfer Paradies liegt oberhalb auf einer Klippe und man hat einen tollen Blick aufs das Meer.

Gerade als wir angekommen, fängt es an zu regnen. Schnell steht das ganze Grundstück unter Wasser, Badeschuhe sind angesagt um von der überdachten Terrasse zum Womo zu gelangen. Einige Backpacker sind dort, wir quatschen ein bisschen und gehen dann früh ins Bett. Es war schon ein aufregender Tag.  Am nächsten Morgen überlegen wir lange ob wir nicht noch bleiben wollen, aber am Himmel sind viele dunkle Wolken zu sehen und so beschließen wir doch das schlechte Wetter zu nutzen um weiterzufahren.  Die Playa Venao  ist wunderschön, die Australischen Besitzer vom Hostel Venao Cove ist  super nett und an der Rezeption wird auch Deutsch gesprochen. Einige Surfer verdienen sich hier  ihre Unterkunft für einige Wochen, in dem sie an der Rezeption Dienst schieben und die freie Zeit zum surfen nutzten.  Am Abend sitzen wir am Strand und schauen den Surfern zu. Plötzlich sehen wir etwas weiter draussen im Meer etwas hochspringen und eine Wasserfontäne. Wale! Ich bin ganz aufgeregt und laufe auf den Strand. Zwei junge deutsche Studenten aus Stuttgart werden aufmerksam kommen zu uns und gerade als wir ihnen zeigen wo sie hinschauen sollten, schiesst ein Wal aus dem Wasser. Wie im Film, eben nur viel weiter weg. Ein tolles Bild, leider zu schnell um ein Foto zu machen! Wir starren weiter aufs Meer, sehen noch Fontänen und unterhalten uns mit den beiden Jungs über ihr Studium und ihre Berufswünsche. Dabei fühlen wir uns etwas „alt“!  Leider haben wir etwas Pech, am nächsten Tag regnet es durch. Also lassen wir unsere Wäsche waschen, nutzen das Internet, lesen.

Aber schon am nächsten Tag hat das Faulenzen ein Ende.  Nach so vielen Tagen freundlichem Nichtstun, widmen wir uns unserm  Projekt: „Wir bauen eine Wand zwischen Fahrersitzen und Wohnkabine für die Verschiffung im  Wohnmobil ein.“ Birger war schon fleissig und hat sich Gedanken gemacht wie diese Holzwand wohl aussehen kann, denn natürlich ist es nicht möglich einfach nur eine gerade Wand zu bauen, denn die Sitzecke ragt etwas in die Fahrerkabine rein. Die Zeichnung mit allen Abmessungen für die Wand sehen sehr professionell  aus, das einzige was fehlt ist ein guter Baumarkt um alles Notwendige zu kaufen.  Der nette Australier gibt uns ein paar Tipps und bietet uns sogar an mit dem Material wieder zurück zu kommen, er könne uns beim zuschneiden etc helfen, er hätte Werkzeug und Sägen.  Als erstes kommen wir irgendwo unterwegs an einem Baumarkt  der Firma Conzo vorbei, wir schauen uns den Laden erst einmal in Ruhe an und stellen fest, dass Spanplatten etc wohl nur einem Schalter verkauft werden und einen Zuschnittservice sehen wir auch nicht.  Mit unserem bisschen spanisch scheint uns dies etwas kompliziert und wir beschliessen weiter zu fahren und es in einem anderen Baumarkt noch mal zu versuchen. Den finden wir auch ganz schnell in der rechten großen Stadt Chitre! „Do it yourself“  heißt der Laden und mutig fragen wir nun nach Spanplatten. Gibt es hier  nicht nur nebenan bei „Conzo“. Der junge Mann am Verkaufsschalter bei „Conzo“ ist clever und nimmt uns einfach mit ins Lager und zeigt uns welche Platten und Balken er hat. Schnell ist die Auswahl getroffen, aber was ist mit dem Zuschneiden, das würde uns helfen, wir haben nur eine Handsäge…. damit würde es ewig dauern! Also frage ich in perfekten Spanisch: Tiene un servicio de ( nun folgt das Geräusch einer Motorsäge, ungefähr so mimimmmiiiimmmm mit der entsprechenden Handbewegung), der Verkäufer, wie gesagt ist clever, lacht und versteht mich sofort: Servicio del corte. Den gibt es allerdings nicht, aber er fragt einen Mitarbeiter in der Logistik ob er eine elektrische Säge und Zeit hat. Ja, alles kein Problem.  Nach  dem wir alles bezahlt haben, stehen wir mit den Platten im Lager, Birger zeichnet nach seinem Plan an, wo gesägt werden soll, ich und eine Kollege halten die Platten fest und der nette Mitarbeiter schmeisst die Säge an. Als Unterlage dient eine Palette Fliesen.  Acht andere Kollegen schauen zu. Nach ca 1,5 Stunden sind alle Spanplatten und Balken nach unseren Wünschen zugeschnitten und uns ein großer Teil der Arbeit abgenommen.

Wir packen alles ein, verabschieden uns von den netten Mitarbeitern und machen uns auf den Weg nach El Valle. Der Ort liegt in den Bergen und wurde uns von vielen empfohlen. Im Hostel Windmill werden wir von dem Amerikanischen Eigentümer  Mike und seinem Kanadischen Hostel Manager Rob freundlich empfangen. Ein Platz auf der Wiese direkt am Pool ist schnell fürs Womo gefunden. Wir sind nicht alleine. Bob aus Kalifornien ist mit seinem Pick-up Camper hier gelandet und überbrückt die Zeit bis zur Verschiffung nach Cartagena/Kolumbien hier. Dann lernen wir abends noch Andreas und Jaqueline aus der Schweiz kennen, die beiden sind als Backpacker unterwegs von Mexiko nach Argentinien und danach stehen noch zwei weitere Kontinent auf ihrer Reiseroute. Am nächsten Tag beginnen wir mit dem Aufbau der Holzwand erst gegen Mittag, da  es am Morgen zur Abwechslung wieder regnet.  Birger bohrt ganz professionell die Platten an und befestigt alles an einer Holzbalkenkonstruktion. Ich begnügte mich mit Hilfsarbeiten wie festhalten, Werkzeug anreichen, auffegen etc. Ich wusste gar nicht, dass in Birger ein heimlicher Bob der Baumeister steckt oder vielleicht ist er auch der heimliche „Heimwerker King“ Hoho!.

Mit unserem Womo stehen wir ja  direkt am Pool und so  lernen wir noch die Holländer Sander und Jolie kennen, Bob kommt noch mal vorbei und auch Andi bietet ganz lieb seine Hilfe an. Um fünf Uhr müssen wir dann leider eine Pause einlegen, da wir eine Verabredung haben.  Denn in dem Ort gibt es ein Ehepaar das verletzte Faultiere wieder gesund pflegt und wenn man sich vorher anmelden, darf man, gegen eine kleine Spende,  bei ihnen auf dem Grundstück die Tiere aus der Nähe anschauen. Als wir ankommen, regnet es mal wieder, und wir glauben schon die „Besichtigung“ fällt ins Wasser. Weit gefehlt. Die Schweizerin und der Kolumbianer haben drei Faultiere, die ständig bei ihnen leben, da sie nicht mehr ausgewildert werden können, und die Tiere wohnen im Wohnzimmer, wenn es draussen regnet.  Ganz nah sehen wir die Tiere und dürfen ein Faultier sogar anfassen, es ist mit der Flasche groß gezogen worden und zutraulich. Ein anderes lebt im Bücherregal, das Dritte unter einem kleinen Tisch in einem Korb. Im Zimmer sind Seile gespannt, so dass die Tiere sich bewegen können. Ansonsten leben die Tiere im Garten.  Ein besonders Erlebnis den Faultieren so nach zu kommen und sie schauen so niedlich aus.

Abends sitzt Birger noch mit den beiden sehr sympathischen Schweizern zusammen und sie tauschen Urlaubserlebnisse aus. Die beiden verlassen leider schon am nächsten Tag das Hostel und machen sich auf den Weg nach Panama City, klar verabreden wir uns für ein weiteres Treffen dort. Am nächsten Morgen erstatten wir dem kleinen Hospital einen kurzen Besuch ab. Schon seit längere Zeit fühlt  Birger auf einem Ohr ein kontinuierlichen Druck und der Sache soll nun auf den Grund gegangen werden.   Das Hospital besteht eigentlich nur aus einem großen Raum, und ist durch Vorhänge in zwei Behandlungsräume aufgeteilt. Die Schwester begrüßt uns freundlich und der nette Doktor spricht auch nur Spanisch, klar.  Wir erklären ihm das Problem, seine Fragen verstehen und beantworten wir mit Hilfe von Händen und Füssen. Mit einer Spritze inclusive Nadel Wasser und einem Lösungsmittel wird das Ohr gespült und der Pfropfen entfernt. Nach einer halben Stunden verlassen wir das „Hospital“. Die Behandlung ist kostenlos, und wir zeigen uns sehr gerne durch eine Spende erkenntlich, bis zum mittag vollenden wir den Aufbau der Holzwand.

und  beginnen mit der Organisation der Verschiffung, indem wir die notwendigen Kopie  von Reisepässen, Einfuhrgenehmigung, Zulassungsschein etc fertigen und sortieren.

Später nehmen wir begeistert den Vorschlag der Holländer an, abends mit einer größeren Gruppe von acht Leuten am Pool zu grillen.  Ein Teil der Gruppe kümmert sich netter Weise um den Einkauf, Kartoffeln sind schnell gekocht, Salat zu bereitet und es wird ein lustiger Abend.  Allerdings ist in dem Hostel am Wochenende um 24.00 Uhr Nachtruhe, so dass es nicht allzu spät wird.

Dann heißt es Abschied nehmen und wir nehmen Kurs auf Panama City. Einiger Papierkram  und Behördengänge müssen für die Verschiffung  und für die  Ausreise des Womos dort erledigt werden. Der Weg führt durch grüne Hügel und kurz vor der Stadt passieren wir die Amerika Brücke und erhaschen einen ersten Blick auf die Skyline von Panama City.

In Panama City gönnen wir uns für drei Tage ein Hotel direkt am Panama Canal. Wir verhandeln vor Ort einen guten Preis, der sehr viel günstiger ist, als die Angebote im Internet, und bekommen ein schönes Zimmer mit Blick auf den Kanal.  Das Womo hat einen sicheren Platz auf dem bewachten Hotelparkplatz.  Man kann auch in den Nebenstrassen des Hotels über Nacht stehen, das ist aber nicht so unser Ding. Vom Balkon aus haben wir eine tolle Sicht auf die Amerika Brücke und sehen viele große Schiffe auf dem Kanal vorbei ziehen. In der Dunkelheit sehen die beleuchteten Riesen des Meeres besonders beeindruckend aus.

Die Verschiffungsprozedur beginnt (genaue Beschreibung siehe unter: Gut zu Wissen?! Grenzübergänge/Verschiffung:  https://www.slow-motions.de/verschiffung-panama-kolumbien/): Wir haben uns für die LoLo-Verschiffung mit der Firma Seaboard entschieden. Hauptgrund für diese Entscheidung war, dass das Boot nur 1-2 Tage auf See ist und direkt nach Cartagena fährt. Seaboard verschifft nicht RoRo, sondern nur im Container oder LoLo, also auf einem Flatrack.  Am nächsten Morgen beginnen dann die ersten Schritte zur Organisation der Ausreise des Womo  bei der Polizei. Früh fahren wir los. Autofahren ins Panama City ist bis dato die schlimmste Autofahr-Erfahrung, die  wir gemacht haben. Sehr rücksichtslos ist sich jeder selbst der Nächste, jede noch so kleine Lücke wird zum dazwischen-quetschen genutzt um einige Sekunden schneller am Ziel zu sein. Aus drei Spuren werden locker mal sechs Spuren. Hierbei sind natürlich die Taxi- und Busfahrer die Spezialisten. Selbst morgens um 6.30 Uhr  stehen wir im Stau. Vor unserm ersten Termin für die Verschiffung sind  wir ziemlich nervös, haben vorher viel gelesen und sind gespannt was auf uns zukommt. Morgens um 7.00 Uhr muss man sein Fahrzeug  bei einer bestimmten Polizeistelle vorführen und die üblichen Kopien abgeben, es wird geprüft ob das Auto nicht als gestohlen gemeldet ist oder in einen Unfall in Panama verwickelt war.  Hier treffen wir einige andere Overlander und wir verkürzen uns die Wartezeit mit Reisegesprächen. Am Ende wurde nur die VIN Nummer am Fahrzeug mit der VIN Nummer in der Temporären Einfuhr Erlaubnis, die wir an der Grenze zu Panama erhalten haben, verglichen. Nachmittags ab 14.00 Uhr  darf man sich dann sein Zertifikat bei einer anderen Stelle der Polizei abholen. Auch dort haben wir wieder die üblichen Kopien abgeben und dann 2,5 Stunden gewartet bis wir das notwendige Zertifikat bekommen haben.  Die Zeit dazwischen nutzen wir um auf eine kleine Landzunge zu fahren, der Damme wurde mit dem Schlamm aufgeschüttet, der aus dem PanamaKanal ausgehoben wurde. Man hat eine schöne Sicht auf die Stadt, aber es hängt  leider immer eine Dunstglocke über der Skyline.

Von Panama City ging es einen Tag später weiter nach Colon zum Hafen. Ungefähr 20 km vor  Colon im Hostel La Granja haben wir eine Zwischenübernachtung eingelegt, da der Papierkram für die Abgabe des Womo im Hafen morgens schon um 8.00 Uhr beginnt. Bei Seaboard holen wir drei abgestempelte Kopien des Bill of Landing ab. Dann fahren wir zur Aduana, nennen wir sie Aduana 1, um dort das Auto aus unseren Pässen austragen zu lassen, und weitere Formulare zu erhalten. Mit denen fahren wir zur Aduana 2, diese ist in der Nähe des Seaboardbüros, und geben dort alle Papiere ab, bekommen viele neue Stempel und die Papiere zurück.  Dies alles hat ca 2 Stunden gedauert. Nun  können wir das Womo im Hafen abgeben, dort wird es von einem Drogenhund genauesten inspiziert. Schweren Herzen lassen wir das Womo im Hafen zurück und geben den Schlüssel ab. Hoffentlich kommt alles heil in Kolumbien an.  Mit dem Taxi fahren wir zurück nach Panama City, wir suchen uns ein Hotel in der Innenstadt und sind überrascht, dass die Preise vor Ort teurer sind als wenn man im  Vorfeld über die einschlägigen Buchungsportale bucht. Hier haben wir uns etwas verkalkuliert.  Unser Hotel ist nett, drum herum gibt es viele Restaurants und mit einem der gelben Taxi ist man für wenig Geld überall in der Stadt. Der hauseigene Hotel-Taxi-Service ist ca 5x so teuer wie die öffentlichen Taxis. Mit Andi und Jaqueline verabreden wir uns in der Altstadt von Panama City und verbringen in einer kleinen Brauerei einen unterhaltsamen Abend mit lustigen und ernsten Gesprächen. Wir sind alle sicher wir werden uns wiedersehen.

Noch zwei Tage haben wir Zeit bevor unser Flug nach Cartagena geht. Einen Nachmittag verbringen wir in der Altstadt.

Birger erfüllt sich einen großen Traum und wir buchen Tickets für eine Bootsfahrt inclusive Schleusendurchfahrten auf dem Panamakanal. Frühmorgens um 7.00 Uhr geht es los. Vorbei an der Skyline der Stadt über den Kanal zu ersten Schleuse. Gemeinsam mit einem großen Chemietanker befahren wir die Schleuse und werden über drei Schleusenstufen nach oben „gehoben“.  Der Führer an Bord erklärt uns alles wissenswerte über den Kanal und seien Entstehungsgeschichte und hat auf jede Frage eine Antwort.  Die Fahrt und die Schleusen sind wirklich beeindruckend und Birger kommt aus dem Grinsen gar nicht mehr raus. Der Wettergott ist mit uns und die Sonne begleitet uns den ganzen Vormittag. Auf der fünfstündigen Fahrt lernen wir ein Ehepaar aus der Schweiz kennen, die beiden Rentner sind schon viel in der Welt unterwegs gewesen und haben einiges zu berichten.  Gegen Mittag verlassen wir das Boot und werden mit einem Bus zurück in die Stadt gefahren.

Am nächsten Tag heisst es dann Abschied nehmen von Panama,  mit dem Flugzeug geht es in nur einer Stunde nach Cartagena/Kolumbien. Oh, wie schön war Panama!

 Fazit: Einiges haben wir im Vorfeld über Panama gehört. Viele Reisende haben es nur als Durchgangsland bereist. Ja, es gibt nicht so viele Attraktionen für Touristen. Wandern und Surfern sind die Highlights. Die Strände fanden wir toll, und wären dort gerne länger geblieben.  Zum Wandern ist die Regenzeit die falsche Jahreszeit, weil alle Wege total durchnässt und matschig sind. Die Menschen in Panama waren hilfsbereit, aber nicht so freundlich und herzlich, wie in den andern Ländern in Mittelamerika. Sie wirkten eher gelangweilt, waren wortkarg, lächeln wenig, insbesondere in Panama City.  Für uns war dies eine neue Erfahrung.Den Panama Kanal „live“ befahren zu haben war ein tolles Erlebnis und wir haben neue Freundschaften schliessen dürfen.

 

Dieser Beitrag gehört zu Mittelamerika, Panama 2016, Reiseberichte