USA: Arizona

 Arizona: (auch genannt: Grand Canyon  State) Der Bundesstaat Arizona erstreckt sich über eine Fläche von 296.000 qkm und hat ca. 6,7 Mio  (Stand 2014) Einwohner. Die Hauptstadt ist Phönix. Berühmt für: Saguaro-Kakteen, Grand Canyon,

Von Las Vegas aus fahren wir Richtung Havasu City und den Colorado River. Unser erster Abstecher führt uns auf die alte Route 66 nach Oatmann. Eine ehemalige Bergbaustadt heute ein Touristenort mit windschiefen Fassaden im Westernstil in der einige Esel frei rumlaufen sollen. Mitreisende haben uns den Ort wärmsten ans Herz gelegt. Der erste Teil der ehemaligen Route 66 ist eher langweilig und eintönig zu fahren. Doch dann führt uns die Strasse einige Serpentinen hoch und wir haben einen schönen Ausblick auf die Landschaft und die roten Felshügel ums uns herum.

In Oatmann angekommen ergattern wir mit unserem kleinen Womo tatsächlich gleich einen Parkplatz am „Ortseingang“. Der Ort besteht ehrlich gesagt aus einer Strasse ca. 700 Meter lang, die gesäumt ist von diversen Souvenirshops hinter Fassaden im richtigen Westernstyle. Von schönem, meist indianischem, Kunsthandwerk bis zum üblichen Souvenirramsch wird alles angeboten. Einige Esel bevölkern die Strasse und lassen sich gerne streicheln und auch füttern. Nach 45 Minuten haben wir uns wieder auf den Weg.

In Havasu City besuchen wir die London Bridge. Diese Brücke verband tatsächlich vor langer Zeit einmal die beiden Themseufer in London. Als diese abgerissen werden sollte, erwarb Robert McCulloch, ein Kettensägenhersteller, die Brücke, lies alle Stein beim Abbau nummerieren und in Havasu City wieder aufbauen. Ansonsten ist in der Stadt ein reges Treiben, weil die Snowbirds (so werde amerikanische und kanadische Reisende genannt, die den Winter in wärmen Gefilden verbringen wollen und für einige Monate bleiben, bis eben der Frühling in der Heimat wieder Einzug gehalten hat) den Ort bevölkern.

Wir beschliessen uns einen schönen Platz am River ausserhalb der Stadt zu suchen. Dies gestaltet sich nicht so einfach, aber nach längerem Suchen werden wir fündig. Aber so ganz zufrieden sind wir nicht und wir fahren am nächsten Tag auf die andere Seite des Colorado River (plötzlich sind wir wieder in Kalifornien) und finden einen besseren Platz. Dort bleiben wir auch länger, geniessen das entspannte Nichtstun, lassen die Beine ins Wasser des Rivers baumeln, schauen neidisch den Wasserskifahrern, Jetskifahrern und Motorbootfahrern zu, wie sie über den Fluss cruisen. Unsere kanadischen und amerikanischen Nachbarn ( Snowbirds, die über fünf Monate auf dem CP stehen)  sind sehr nett und für einen Plausch jederzeit zu haben. So nach zwei Tagen kommt Gene, unser kanadischer Nachbar vorbei, und lädt uns zu einer Tour mit seinem Boot auf dem Colorado ein. Boot?! Unsere Augen werden ganz groß! Wir wussten gar nicht, dass er ein Boot hat, sind aber sofort dabei und sitzen fünf Minuten  später mit Kühltasche und eisgekühlten Getränken auf seinem Boot. Der Nachmittag mit Gene und seine Frau Sylvia ist total entspannend und wir haben alle viel zu erzählen, so dass auf den schönen Nachmittag noch ein langer lustiger Abend folgt.

Aber irgendwann wird es dann für uns Zeit weiterzuziehen. Mit Gene und Sylvia verabreden wir uns für Silvester 2015 am gleichen Ort um gemeinsam ins neue Jahr zu feiern.

Unser Weg führt uns weiter nach Prescott. Dort geniessen wir lange Spaziergänge am Watson Lake. Unser freundlicher Reiseführer schreibt nichts zu diesem schönen See mit seinen schönen Felskombinationen  im und um den See herum.

Der Ort Sedona ist unser nächstes Ziel. Bekannt für seine roten Felsen, machen wir uns direkt auf die Suche nach diesen. In unserem  Reiseführer ist ein schönes Bild von der sogenannte Kathedrale (zwei große rote Felsen) zu sehen und genau das Foto möchte Birger auch in unserer Sammlung haben. Also ziehen wir los und versuchen den richtigen Ort fürs Fotomotiv zu finden. Der Red Rock State Park hat verschiedene Eingänge und beim zweiten Versuch sind wir am richtigen Platz.  Sedona selbst hat eine kleine aber feine touristische Meile mit Restaurants und Bars, leider können wir nicht bleiben, da der einzige CP voll belegt ist.

Die folgenden Campgrounds vom Forest National sind noch nicht geöffnet so steht uns eine längere Fahrt  bevor. Doch das Glück ist mit uns, einer der CP hat zwei Wochen früher geöffnet und hat noch ein Plätzchen für uns frei. Der Platz füllt sich minütlich. Direkt am Bachlauf zwischen Bäumen schlagen wir unser Quartier auf  sitzen abends gemütlich am Lagerfeuer. Von den netten Camping-Host erfahren wir das Spring-breaks sind, also Frühjahrsferien, und deswegen ist in Sedona und auch an anderen touristischen Zielen zur Zeit soviel los. Um die weitere Umgebung zu erkunden fahren wir von Sedona aus eine größere Kurve um zum Roosevelt Dam zu gelangen.Wir dachten, wir würden schöne Landschaften sehen oder auch die Möglichkeit einer Wanderung haben. Leider lag unser „Umweg“ auf ca. 2000 Meter Höhe, das Wetter hat nicht so mitgespielt und die Landschaft war noch im Winterschlaf. Aber dafür wurden wir am Roosevelt Dam entschädigt. Dort gibt es viele CP, das Permitt zum Campieren muss man  im Visitor Center kaufen. Mit 6U$  sind wir dabei und folgen dem Rat des netten Rangers  und fahren auf den CP Burnt  Corral  Recreation Area.

Die Strecke dorthin ist zwar die letzen 8 km nicht geteert dafür aber ein Teil des berühmten Apache Trail und dazu noch  gut befahrbar. Das aller Beste ist allerdings, das der CP  direkt am See liegt. Die Strecke ist gar nicht soooo schlecht teilweise ein bisschen waschbrettartig, aber uns Womo rappelt und klappert an allen Ecken und Enden. Der CP entschädigt für alles und wir fühlen uns sofort wohl. Abends räumen wir unser Womo etwas um und versuchen dem Klappern auf den Grund zu gehen. Auch funktioniert unser amerikanischer Stromanschluss, den wir uns extra haben einbauen lassen, plötzlich nicht mehr. In Prescott  auf dem CP haben wir einmal die Sicherung knacken hören ;-(. Nun machen wir zwei Technikexperten uns auf die Suche, den Fehler zu finden um ihn zu beheben. Dieser ganze Elektronikkram ist unter der Sitzbank eingebaut und nicht gut zu erreichen, da der Esstisch immer im Weg ist…… auch vielen Sehen können wir nicht in der Sitzbank und wonach Suchen wenn man keine Ahnung hat…….! Ich bin die Mutigere und drücke wild einige Knöpfe an den eingebauten Geräten und tatsächlich unsere Stromanzeige erwacht wieder zum Leben. Doch nur kurz, denn bei dem ganzen Gefummel an den Geräten ist bei einem Gerät der Stecker rausgerutscht und es dauert ewig bis wir auf dem engen Raum den Stecker wieder an seinen Platz bugsiert bekommen. Etwas spät sitzen wir am See beim Abendessen!

Mal wieder ändern wir unsere Route und entscheiden uns nun doch noch zum Organ Pipe Cactus National Monument zu fahren. Dort gibt es eine bestimmte Kaktus Art, eben Organ Pipe Cactus, der nur dort wächst (und an einigen Stellen in Mexiko). Gut es ist ein kleiner Umweg, aber was soll es! Die Strecke dort hin ist ewig lang und zieht sich wie ein alter Kaugummi. 60 km vor dem Park bleiben wir im Ort Ajo hängen. Der CP ist nett, wir haben keine Lust mehr zu fahren und es ist ziemlich warm. Ruhig wird der Abend allerdings nicht. Erst spinnt wieder unser amerikanischer Stromanschluss und wir krabbeln wieder in die Sitzbank rein. Irgendwie haben wir doch noch nicht die richtigen Knöpfe gefunden. Aber am Beginn der Reise haben wir die Geräte und deren Einstellung in mühevoller Arbeit fotografiert, nicht so einfach auf dem engen Raum. Also her mit den Bildern, zwei Knöpfe raus gedrückt…. seit dem passt alles wieder!

Während dieser Aktionen stellen sich nach und nach alle Nachbarn vor, bieten Hilfe an und wollen reden. Gerade etwas ungünstig und ich glaube wir wirken etwas unfreundlich mit dem Kopf in der Sitzbank  oder wahlweise mit dem Stromkabel in der Hand ums Womo rennend. So richtig kommunikativ sind wir in dem Moment nicht. Doch dann kriegen sie uns doch noch. Gerade haben wir unser Abendessen beendet und sitzen bei Kerzenschein draussen bei ca 25 Grad, da werden wir auf Deutsch angesprochen. Die Amerikanerin, eine flotte Mittsiebzigerin, hat in ihrer Jugend drei Jahre in Wiesbaden gewohnt und probiert an uns ihrer deutschen Sätze aus. Okay, wir gehen dann doch ins Englische über, ihr Mann gesellt sich zu uns  und bei einer Flasche Wein erzählt uns die beiden  aus ihrem Leben. Wir beschliessen noch etwas länger auf dem CP zu bleiben, denn es soll ein mexikanisches Festival im Ort geben und dass wollen wir nicht verpassen. Doch genau dies tun wir. Als wir so gegen Mittag am Ort des Geschehens auftauchen, ist das Festival irgendwie schon vorbei. Die versprochenen Tanzvorführungen am Nachmittag scheinen auszufallen. Als Alternativprogramm  gehen wir dann Pizza essen. Zurück auf dem Campingplatz setzte ich mich mit einem Buch in den Schatten und freue mich auf einen entspannten Nachmittag. Der wird auch entspannt nur ohne Buch, dafür mit Marie aus Kanada, Vancouver Island. Sie war in den siebziger Jahren mit einem VV Bus für ein Jahr in Europa und seit dem reist sie regelmäßig über den großen Teich. Sie reist sehr gerne mit ihrer Schwester, denn ihr Mann, Glen, geht gerne Fischen, liebt Baseball, schaut gerne Sport im TV und fährt am liebsten an Orte die er kennt. So geht Glen dann irgendwann in seinen Trailer zum Basketball schauen und Marie erzählt uns von ihren Reiseerlebnissen.

Der Organ Pipe Cactus Park gefällt uns viel besser als wir dachten. Die ersten Kakteen blühen auch schon.

Wir drehen ein paar Runden durch den Park und fahren dann weiter nach Tucson. Auf dem Weg dort hin sehen wir schon von Weitem die weissen Gebäude vom Kitt Peak Observatory.

Eine 12 Meilen lange Serpentinenstrasse führt hoch zum Observatorium, die Ausblicke sind unbeschreiblich. Hier gibt es den klarsten Himmel über der gesamten USA so das die Wissenschaftler 20 Teleskope auf den Hügeln errichtet haben. Das Prunkstück ist das Mayall Telescop mit einem Durchmesser von 4 Metern, mit dem selbst kleinste Himmelskörper abgebildet werden können. Wir nehmen an einer Führung teil, die zufällig zu genau diesem Teleskop führt. Ein imposantes Gerät, das per Computer von allen Teilen der Welt „ferngesteuert“ werden kann, dh Wissenschaftler aller Nationen „mieten“ Zeit ( klar nur mit Antrag und Grund der Nutzung etc)  mit diesem Telescop und können dieses dann  sozusagen von daheim aus steuern. Tief beeindruckt verlassen wir das Observatorium und sind etwas traurig, dass die Möglichkeiten abends an Veranstaltungen zum „Sternegucken“  teilzunehmen leider für die nächsten Wochen schon ausgebucht sind.

In Tucson finden wir dann im Tuscon Mountain Park ein nettes Plätzchen zum Übernachten. Wir haben einen schönen Blick auf die Halbwüste mit tollen Kakteen und einem ganz romantischen, rot glühenden Sonnenuntergang.

Die touristischen Attraktionen sind nicht weit entfernt und wir wollen sie natürlich alle sehen. Da wäre zunächst das Desert Museum, eher eine Mischung aus botanischem Garten und Zoo, als ein Museum. Hier bewundern wir alles was in der Wüste wächst, gedeiht, kreucht und fleucht. Von verschiedenen Gräser, Büsche, Kakteen bis hin zu Kolibris, Schlangen und Kojoten.

Zwei Kilometer entfernt liegt Old Tucson. Eine nachgebaute Westernstadt in der viele Filme mit den großen Westernstars, John Wayne, Robert Mitchum, Dean Martin, Clint Eastwood uva  gedreht worden sind. Heute dienen die Kulissen dem Entertainment von Touristen. Halbstündig gibt es jeweils  an einem anderen Ort eine andere Show. Tanzende, singende Saloongirls, Lasso werfende Cowboys, komödiantische  Stuntshows oder es werden bekannte Szene aus Westernfilmen nachgespielt. Wir lassen uns bei 28 Grad im Schatten auf amerikanische Art einen Nachmittag lang entspannt unterhalten.

Noch haben wir nicht genug vom wilden Westen, zu Mal Birger viele der alten Filme kennt und liebt. Also geht es weiter nach Tombstone. In dieser Westernstadt gibt es jeden Mittag um 14.00 Uhr eine Schießerei. Angelehnt ist diese Schießerei an den Film O.K. Corral, der auf einer wahren Begebenheit beruht. Doc Holliday lässt grüßen. Die Schießerei findet mittlerweile nicht mehr auf der Hauptstrasse des Ortes  statt, sondern in dafür extra erbauten Kulissen. Die Akteure gehen eine halbe Stunde vor Showbeginn durch den Ort. Coole Typen!

Wir lassen uns das Spektakel nicht entgehen, in dem am Ende wie  im Original  in 30 Sekunden 32 Schüsse von insgesamt sechs Leuten abgefeuert worden sind. Die Bösen sterben die Guten siegen.Wie schön!  Der restliche Ort ist als Westernstadt schön gestalten und es gibt eine Menge zu sehen. Abends genießen wir in Kate Big Nose  Saloon bei life Musik Burger und Bier.

Am nächsten Morgen schauen wir uns die Kirche San Xavier del Bac  an. Einer der beiden Türme ist nie fertig gestellt worden, die Gründe dafür kennt niemand.

Nach soviel  Entertainment zieht es uns in die Natur. Die fahrt zum  Chiricahua  NP  durch weite Steppe ist eher monoton. Und plötzlich erscheinen nach einer Senke einige Felsformationen vor uns. Der  Chiricahua  National Park. Leider ist der CP im National Park schon voll belegt. Aber für eine 2 stündige Wanderung reicht unsere Zeit immer. Unsere Wanderung  durch den Echo Canyon bietet uns tolle Ausblicke auf die besonderen Steinformationen des Parks, der uns ein kleinwenig an den Bryce NP erinnert. Das Wetter spielt auch mit, es ist nicht zu heiss und der Regen fällt erst als wir den NP verlassen.

In den nächsten Tagen werden wir den Bundesstaat New Mexico betreten und die Uhren mal wieder eine Stunde vor stellen.

 Fazit: Arizona empfanden wir recht  abwechslungsreich trotz der vielen trockenen Landschaften, also den Wüsten und Halbwüsten. Auch hat uns überrascht, dass wir uns von den verschiedenen Kakteenarten so begeistern haben lassen, die in diesem trockenem Klima reichlich gedeihen. Einige schöne Wanderwege durch faszinierende Gesteinsformationen haben wir erkundet und uns auf amerikanische Art in die Westernzeit zurückversetzten lassen. Birger, der sich gerne alte Westenfilme anschaut, stand mehr als einmal vor einem Ständer mit Cowboyhüten. Aber wohin mit dem guten Stück im kleinen Womo!?  Nicht zu vergessen, die netten Menschen, die unseren Weg gekreuzt haben und mit denen wir schöne Stunden erleben durften.

Dieser Beitrag gehört zu Nordamerika, Reiseberichte, USA 2015

2 thoughts on “USA: Arizona

  • Michael+Bärbel 26. März 2015 at 21:09

    Hallo Ihr zwei das sind ja mal lustige Bilder von den alten Westernstädten. Das Ihr wieder so tolle Bilder für uns gemacht habt , ist echt lieb . Danke Hier ist alles ok und Samstag stellen auch wir wieder die Uhren um. Son quatsch. Wir wünschen Euch noch weiter eine schöne Reise und uns tolle Bilder. Bussi Bärbel

  • Birthe 1. April 2015 at 13:06

    Hallo meine Besten,

    Wieder einmal ganz, ganz tolle Photo’s sowie Berichterstattung. Gut zu sehen, dass Ihr technisch so versiert seid. Alle Achtung ;).

    Moechten Euch aus dem fernen Australien ein wunderschoenes Osterfest und einen fleissigen Osterhasen wuenschen. Unsereins darf wieder des Nachts aufstehen und dem Osterhaeschen ein wenig unter die ‚Pfoten‘ greifen – und mit Hilfe einer Taschenlampe die Schokoladeneier verstecken.

    Seid ganz doll umaermelt und gedrueckt. Weiterhin viel Vergnuegen. Freuen uns schon auf die naechsten Photo’s sowie Berichte.

    Bis bald.

    Eure Birthe, Annika und David 🙂

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