USA: Florida Teil 1: Golfküste bis Everglade NP

von Christiane
 Florida Teil 1: Golfküste bis Everglade NP vom 25.04.2015- 12.05.2015

 Florida: (auch genannt: „Sunshine State“): Der Staat Florida hat eine Fläche von 175.485 qkm  auf dieser wohnen ca 17,4 Mio Menschen. Die Hauptstadt ist Tallahassee. Staatstiere sind der Florida Panther und die Seekühe. Wirtschaftliche Schwerpunkte sind: Landwirtschaft und vor allem der Tourismus ( im Jahr 2013 hatte Florida 90 Mio Besucher), rund um den Nasa Stützpunkt Cape Canaveral hat sich auch High Tech Industrie angesiedelt. Berühmt ist der Bundesstaat für Art deco ( Miami Beach), Themenparks ( Orlando), Strände ( überall), Inseln, Seekühe, Alligatoren,  Mücken

 

Der „sunshine“ State begrüßt uns mit Regen. Aber dies sind wir ja nun schon gewohnt und nehmen es gelassen. Die endlos langen Strände entlang der Golfküste sehen im Regen nur halb so schön aus, aber das können wir erstmal nicht ändern.

Am frühen Nachmittag erreichen wir den Henderson Beach State Park, bekommen den letzten Platz, da jemand anderes vorzeitig abgereist ist, und vertrödeln faul den regnerischen Nachmittag. Am Abend  hört der Regen auf und Birger nötigt mich zu einem Spaziergang. Eigentlich bin zu faul, aber…. es hat sich echt gelohnt. Der Strand ist super lang und schön, der Golf von Mexiko ist unglaublich warm und es ist trocken. Wir laufen ca zwei Stunden am Strand und finden Florida schon jetzt sehr schön.

Weiter geht es immer an der Küste entlang bis zum St.George Island State Park. Hier lässt es sich schön campen und am Strand Spazierengehen,  die Sonne läßt sich auch Blicken…. puh ganz schön warm !

Im Wakulla Springs State Park entspringt die drittgrößte Süßwasserquelle der USA.   2,5 Mio m3  Süßwasser treten hier  pro Tag an die Oberfläche. Die Quelle liegt leider recht tief unter der Erdoberfläche, so dass man sie nicht sehen kann. Aber der State Park hat einiges zu bieten. Mit einem freundlichen Ranger fahren wir per Boot durch das Gebiet des State Parks. Die Bäume sind behangen mit „Spanish Moos“ und sehen aus wie in einem Gruselfilm.  Wir sehen Alligatoren, Vögel, und unsere ersten Seekühe. Leider ist das Wasser hier von dem Tannin  der Mangrovenblätter bräunlich gefärbt und die Seekühe sehen aus,  so die Beschreibung des Rangers „wie dunkel-braune Sofas“. Also sehen wir nur Schatten, aber lernen, dass Manatees nur in mindestens 20 Grad warmen Gewässern leben können. Deswegen sind sie nun im Sommer auch in Florida.

Wir hangeln uns so von Beach zu Beach. In Cedar Key treffen wir die Brüder John und Willi aus den Niederlanden wieder. Die beiden waren unsere Nachbarn auf dem CP in New Orleans. Sie haben schon viel erlebt und Birger schliesst sich der unterhaltsamen Herrenrunde an. Ich komme meinen Hausfrauenpflichten nach und mache „große Wäsche“ und zwischendurch lese ich mal wieder entspannt ein Buch. Am nächsten Morgen fragen uns die beiden ein paar Dinge übe die Vorbereitungen unserer Weltreise, wir haben sie da auf eine Idee gebracht  und sie hätten mal überlegt  auch mal länger on-Tour zu gehen……! Ja, der Reisevirus ist definitiv ansteckend.

Unser nächstes Ziel ist der Houmosassa Springs SP. Dort gibt es angeblich auch Manatees, also Seekühe. Die müssen wir unbedingt sehen, diesmal vielleicht etwas näher. Per Boot geht es in den Wildlife Park, der nett angelegt ist. Am Ende des Rundganges durch eine Art Mini-Zoo kommen wir dann endlich zu den Manatees.  Eines der Seekühe schwimmt aber auf der offenen Seite des Flusses und ist viel aktiver als die Gleichgesinnten im Wildlife-Park. Unser erstes „wildes“ Manatee. Sie kommen nur zum Atmen hin und wieder an die Oberfläche und sind so nicht leicht im Wasser zu sehen. Seekühe sind Vegetarier, haben keine natürlichen Feinde (der größte Feind sind Schiffsschrauben oder Motorboote in seichten Gewässern)

Der Strand der Golfküste ruft wieder. Wir ergattern einen Stellplatz im begehrten Fort de Soto  State Park. Wir radeln zu den weissen Stränden im Park und abends geniessen wir den Blick auf den Meeresarm direkt an unserem Stellplatz. Abends bekommen wir Besuch, erst von einer deutschen Familie, die für 11 Wochen durch Florida fährt  und danach von eine Waschbär Mami mit ihrem Jungen. Die beiden machen es sich gemütlich im Baum direkt über unserem Womo.

Nun wird es langsam Zeit, dass wir nach Venice fahren. Dort sind wir mit unseren Freunden Gerda und Egon verabredet. Das letzte Mal haben wir uns auf Teneriffa getroffen und wir freuen uns sehr sie nun nach über einem Jahr wiederzusehen. Die beiden sind wiederum zu Besuch bei amerikanischen Freunden in Venice, Michael und Kathleen. Michael haben sie letztes Jahr in den USA kennengelernt. Obwohl wir Michael und Kathleen nicht kennen werden wir von den beiden herzlichst aufgenommen. Unser Womo findet einen schönen Platz vor dem Haus von Kathleen. Großzügig leiht sie uns ihr Cabrio für eine kleine Spritztour und wir zwängen uns zu viert tapfer in das tolle Auto.

Es gibt viel zu erzählen und so verbummeln wir den restlichen Tag im Pool und abends lernen wir, wie ein echtes amerikanischen Steak gegrillt wird. Sooooo lecker! Michael und Kathleen sind tolle Gastgeber und es macht Spaß Michaels Geschichten zu zuhören, die Kathleen mit schlagfertigen Kommentaren zu würzen weiss. Es gibt viel zu lachen!

Gemeinsam besuchen wir den Mykaka SP und sehen auf einer kleinen Bootstour unglaublich viele Krokodile, von einem Boardwalk aus sehen wir kleine wild Schweine  und einen hohen Aussichtsturm gilt es auch noch zu besteigen.

Dann wird es mal wieder Zeit fürs Essen, diesmal mexikanisch.

Venice ist hat einen schönen Boulevard mit vielen Restaurants und Cafés und nachmittags schlendern wir durch den Ort und zum Strand.  Aber im Pool ist es immer noch am schönsten. Per Fahrrad geht es dann einen Tag später zum Manatosa Beach, das Wasser ist angenehm warm und wir liegen den ganzen Nachmittag am Meer.

Abends kocht dann Egon für uns alle und bei dem ein oder anderem Glas Rotwein wird es wieder ein lustiger Abend.Wir könnten noch ewig bleiben, aber wir entscheiden uns schweren Herzens weiterzuziehen bzw noch einmal einige Kilometer zurück zu fahren nach Sarasota.

Thank you Kathleen and Michael for your great hospitality! It was so nice to meeting you!

In Sarasota finden wir ein schönen Plätzchen auf dem Turtel Beach SP, der Strand grenzt direkt an den CP und das Wasser lädt zum Baden ein. Aber eigentlich wollen wir in das Ringling Museum. Dort wird die Geschichte der Brüder Ringling,  Inhaber eines ehemaligen amerikanischen Zirkusimperiums, erzählt. Dazu gibt es das im venezianischen Stil erbaute Wohnhaus des jüngsten Bruders, John Ringling, zu bestaunen und eine von ihm angelegte internationale Gemäldesammlung. Die Bilder von Rubens sind das Highlight.  Am meisten begeistert uns jedoch die anschaulich dargestellte Geschichte und der Bedeutung vom Zirkus in den USA und Europa von den zwanziger Jahren bis in die frühen sechziger und da besonders die Geschichte des Zirkus Ringling.

Wir versuchen uns dann selbst auch mal als Artisten.

Wir müssen wohl noch etwas üben!

Unser nächster Stop führt uns nach Fort Myers Beach. Wir quartieren uns auf einem CP direkt an einer Lagune ein und nutzen das schnelle, gut funktionierende Internet dort um einige Dinge zu erledigen und mit Freunden zu skypen. Während wir so auf unserer „Terrasse“  sitzen, sehe ich im Wasser Schatten  ganz langsam an uns  vorbei ziehen. Tatsächlich zwei Seekühe direkt vor unserm Womo in der Lagune. So nah haben wir sie noch nie gesehen und wir fotografieren sie ganz aufgeregt. Eine Amerikanerin kommt vorbei und fragt mich was ich denn sehen würde, ich sage ihr: „Manatees! So beautiful!“ Darauf sie: „ Manatees kenne sie nicht, wie das denn auf englisch heissen würde?“  Ich versuche es mit „Sea Cows“…. aber die kennt sie auch nicht….Okay, Tiere sind eben nicht so jedermanns Sache!

Nach einigen Tagen Pause gehts weiter in die Everglades. Von denen hat jeder schon mal gehört und auch wir hatten ein bestimmtes Bild vor Augen, weite Flächen, Mangrovenwälder und ganz viel Wasser.  Auf dem Weg zum National Park auf einer viel befahrenen Strasse muss Birger erst einmal bremsen, weil ein Alligator  beschlossen hat die Strasse  zu überqueren. Klar hat er Vorfahrt und wir staunen nicht schlecht….!

Im Everglade NP entscheiden wir uns für eine Bootsfahrt um der Tierwelt näher zu kommen. In den Everglades treffen nämlich Süß und Salzwasser aufeinander, so dass die Pflanzen und Tierwelt sehr groß ist und Tiere zusammen leben, die man sonst nie bis selten zusammen sieht, wie zB Alligatoren und Krokodile, alle drei Mangrovenarten etc. Leider ist die Fahrt eher langweilig, weil wir a) keine Tiere sehen und b) unser Kapitän bestimmt viel weiss, aber der Spaß etwas auf der Strecke bleibt bei seinem trockenen Vortrag….. Auch können wir die Weite und Größe der Everglade auf der Fahrt durch viele Kanäle nicht so wirklich wahr nehmen. Die CP im National Park sind alle gähnend leer, der Grund sind die vielen Moskitos, die in der Dämmerung herangestürmt kommen. Auch wir entschliessen uns auf einem Campingplatz ausserhalb des NP zu übernachten. Aber wir fahren  noch einmal in den Park rein um einige kleine Wege zu laufen um doch noch  Tiere zu sehen…..Diesmal haben wir mehr Glück……

Für uns geht es nun weiter auf die Keys und dann entlang der Ostküste von Florida. Mehr davon im zweiten Teil von Florida.

 Fazit: Die Golfküste von Florida hat uns sehr gefallen. Schöne Strände und angenehm warmes Wasser zum Baden. Zum ersten Mal in unserem Leben haben wir wilde Seekühe gesehen! Das Treffen mit unseren Freunden war etwas besonders und hat ein Stück Heimat in unseren Reisealltag gezaubert! Die amerikanische Gastfreundschaft, die wir erfahren durften war unglaublich. Wir fühlen uns sehr wohl und das merken wir besonders daran, dass wir unglaublich langsam unterwegs sind und nur wenige Kilometer pro Tag zurücklegen! Also unserem Ziel  slow- unterwegs zu sein, sind wir näher gekommen!

 

 

Dieser Beitrag gehört zu Nordamerika, Reiseberichte, USA 2015