USA: Florida Teil 2: Ostküste

von Christiane
Florida Teil 2 Key West- Ostküste vom 12.05.2015-27.05.2015

 Florida: (auch genannt: „Sunshine State“): Der Staat Florida hat eine Fläche von 175.485 qkm  auf dieser wohnen ca 17,4 Mio Menschen. Die Hauptstadt ist Tallahassee. Staatstiere sind der Florida Panther und die Seekühe. Wirtschaftliche Schwerpunkte sind: Landwirtschaft und vor allem der Tourismus ( im Jahr 2013 hatte Florida 90 Mio Besucher), rund um den Nasa Stützpunkt Cape Canaveral hat sich auch High Tech Industrie angesiedelt. Berühmt ist der Bundesstaat für Art deco (Miami Beach), Themenparks (Orlando), Strände (überall), Inseln, Seekühe, Alligatoren, Mücken.

Von den Everglades geht unser Weg weiter auf die „Keys“. Der ursprüngliche Name, den die ersten spanischen Siedlern diesen Inseln gaben war„cayo“. Was soviel wie kleine, flache Insel hieß. Die Engländer haben die spanischen Worte falsch verstanden und so wurde aus „cayo“ mit der Zeit „Keys“. Key Largo ist der erste Ort durch den wir fahren und wir sind etwas enttäuscht, so hatten wir uns die Keys nicht vorgestellt. Die Ortsdurchfahrt ist geprägt von Hotels und Fastfoodketten, die Strände im Hintergrund können wir nicht sehen.  Aber dann in Long Key State Park finden wir einen Platz genau nach unserem Geschmack.

Die Füsse im Sand, der Blick aufs blaue Wasser und dass alles im Schatten! So hatten wir uns die Keys vorgestellt. Aber eines fehlt noch. Die lange Strasse über Brücken über hellblaues Wasser, so wie wir sie im TV schon so oft gesehen haben….. Genau so muss es aussehen….

In Key West finden wir einen Campingplatz der nur 5 Meilen (7,5 km) von der Innenstadt entfernt ist. Es ist schon Nebensaison, da der Sommer im Anmarsch ist und das Thermometer selten unter 30 °C anzeigt, okay nachts sind es nur 28°C, und die Preise sind etwas günstiger als in der Hauptsaison. Wir satteln unsere Räder und machen uns auf den Weg nach Downtown. Der Radweg ist gut ausgebaut und führt direkt am Wasser entlang ohne Schatten. Also ist der erste Stop erst einmal eine nette Kneipe am Wasser, mit live Musik und wir können den Schönen und Reichen beim Wassersport zu schauen. Wir umrunden einmal die Stadt und bewundern die schönen Häuser. Abends hilft nur ein Sprung in den großen Pool am CP zur Abkühlung und ein kleiner Plausch im Wasser mit den anderen Campern. (Hatte ich erwähnt, dass die Pools alle beheizt sind in Florida!)

Am nächsten Tag geht es wieder los, wir müssen uns noch Hemingways Haus anschauen, in dem er mit seiner Ehefrau Nummer 2 ca 5 Jahre gewohnt hat, bevor er in seiner Stammkneipe Ehefrau Nummer 3 kennengelernt hat. Mit dieser ist er dann nach Kuba ausgewandert. Hier also hat der Pulitzer Preisträger und Inhaber des Literatur Nobelpreises einige seiner Werke geschaffen.

Uns gefällt das rege Treiben in der Stadt, das Meer ist so blau wie wir es uns vorgestellt haben, die Menschen sind freundlich, die Villen sind wahnsinnig schön und ja, das Bier ist teuer. Nach drei Tagen geht es zurück aber wir können uns noch nicht trennen und finden erneut ein Platz auf dem State Park in Key Long. Sehr schön! Nun ist aber genug mit Wasser, Strand und Faulenzen. Orlando und die ganzen Themenparks sind unser nächstes Ziel.  Wir sind neugierig und schauen uns Miami Beach an. Es ist Sonntag und viele Leute sind unterwegs. An der Strasse, die am Strand vorbei führt, ist entsprechend viel los, wir freuen uns, denn wir finden mit dem Womo eh keinen Parkplatz, und können so die Leute in den Cafés und Restaurants entspannt vom Womo aus im Stau beobachten. Kurz vor Fort Lauderdale finden wir  einen Platz für die Nacht zwischen Highway, Flughafen und River. Auch  Fort Lauderdale schauen wir uns am nächsten Tag vom Womo aus an und fahren entlang der Beaches, also Palm Beach und Palm West, hier wohnen wirklich die Reichen, ob sie auch schön sind, können wir nicht beurteilen…..sie waren alle in ihren Häuser oder in ihren nicht einsehbaren Gärten verschwunden .

In Orlando quartieren wir uns für drei Nächte auf dem County Campground ein. Er liegt für unsere Vorhaben recht zentral. In nur fünfzehn Minuten erreichen wir am nächsten Tag Seaworld. Ein „Klein-Mädchen-Traum“ von mir. Morgens pünktlich zur Öffnung sind wir dort und sind natürlich nicht alleine. Aber unsere Taktik geht trotzdem auf. Wir steuern erst mal alle Fahrgeschäfte der Reihe nach an und haben tatsächlich nirgendwo längere Wartezeiten als fünf Minuten. Die Achterbahnen sind wirklich klasse, halbliegend, kopfüber stürzen wir in die Tiefe und überschlagen uns in alle Richtungen! In dem anderen Rollercoaster schaffen wir es sogar in der ersten Reihe zu sitzen. Wahnsinn, dass ist genau mein Ding!

Danach haben wir entspannt Zeit uns alle Shows des Parkes anzuschauen. Die Orkashow ist richtig gut und die Delfinshow begeistert uns eben so.

Der Auftritt der Seelöwe ist eine Art ComedyShow und für uns eventuell doch zu amerikanisch. Als wir den Park am Nachmittag verlassen sind Wartezeiten bis zu 90 Minuten angeschlagen! Wir hatten einen tollen Tag!

Auf dem Campingplatz treffen wir am Abend Maria, Inge und ihre Männer ( die wir aber leider nicht persönlich kennenlernen). Die beiden Paare fahren alle zwei Jahre zusammen in den Urlaub und haben schon viel von Kanada und den USA gesehen. Es ist ihr letzter Urlaubstag und so  bekommen wir ganz viele Lebensmittel und Getränke von ihnen geschenkt, da sie ihre beiden Wohnmobile leer räumen.  Maria beglückt uns dann noch mit einer großen Schüssel Spaghetti Bolognese. Mmmh, so lecker! Für ein kleines Schwätzchen ist auch noch Zeit bevor die beiden Damen zum Kofferpacken verschwinden! Vielen Dank für alles!

Am nächsten Tag geht es für uns direkt weiter zu Disney World. Unser Weg vom Campingplatz beträgt nur eine knappe halbe Stunde und auch hier sind wir wieder vor Öffnung am Eingang. Disney weiss sein Publikum zu unterhalten. Bevor die Tore sich öffnen zeigt Mickey Mouse sich gemeinsam mit einer Tanzgruppe und begrüßt seine Gäste und wünscht uns allen einen unterhaltsamen Tag. Im Park selber stehen dann überall Angestellte und winken den Besuchern zur Begrüßung. Wir fühlen uns ziemlich Willkommen. Die Taktik vom Vortag wiederholen wir und besuchen als erstes alle für uns interessanten Fahrgeschäfte. Disney ist mehr ein Familienpark, also ohne wilde Achterbahnen, dafür mit toll gestalteten Wildwasserhahnen etc, die uns zu den Figuren unsere Kindheit bringen. Alles ist mit viel Liebe fürs Detail dargestellt, mit Musik untermalt und wunderschön. Die verschiedenen Paraden sind der Höhepunkt und wir treffen sie alle, Mickey, Minni, Pluto, Goofy, Donald, Daisy, die Schöne und das Biest uvm.

Nach zwei Tagen Entertainment bei 32 Grad im Schatten lassen wir es ruhig angehen, fahren zurück zur Küste und suchen uns einen Campingplatz in der Nähe von Cape Canaveral, denn das John F. Kennedy Space Center ist unser nächstes Ziel. Einen Stellplatz zu finden wird in den nächsten Tag nicht so leicht, weil ein langes Wochenende vor der Tür steht. Es ist Memorial Day, dieser fällt stets auf einen Montag und läutet bei den Amerikaner  und auch den Kanadiern immer die Feriensaison ein, die Anfang September mit dem Labor Day, dann beendet ist. Der Campingplatz hat zumindest für zwei Tage einen Platz für uns, damit ist das halbe Wochenende schon geschafft. Wir lernen Angela und Claudio aus der Schweiz kennen, die beiden sind seit über zwei Jahren unterwegs. Von Kanada sind sie bis nach Panama gereist und sind nun auf dem Rückweg nach Kanada. Natürlich sind wir neugierig auf ihre Erfahrungen in Mittelamerika und sie geben uns einige Tips. Gemeinsam lassen wir den Abend im Pool des CP und beim Campfire ausklingen. Für uns geht es am nächsten Tag ins das berühmte John F. Kennedy Space Center. So genau wissen wir nicht was uns erwartet. Pünktlich um  kurz vor 9.00 Uhr stehen wir vor der Tür. Bevor die Tore sich jedoch öffnen wir erst einmal die amerikanische Nationalhymne  gespielt, alle Mitarbeiter am Eingang erheben sich, richten ihr Gesicht zur Flagge aus und jeder der textsicher singt mit. Okay, das ist neu für uns. Von Claudio und Angela haben wir den Tip bekommen erst zur Attraktion „Atlantis“ zu gehen, warum haben sie nicht so richtig verraten, aber wir folgen ihrem Rat. Dort sehen wir in  zwei verschiedenen Räumen die Entstehungsgeschichte des Spaceshuttles „Atlantis“, das erste das „wiederverwertbar“ sprich mehrmals ins All gesendet wurde. Am Ende des Filmes wird die riesige Leinwand zu einem durchsichtigen Vorhang und dahinter sehen wir die alte ausrangierte „Atlantis“ im Original! Wir gehen aus der Filmvorführung direkt auf das Spaceshuttle zu. Wir sind sehr sehr beeindruckt. An diesem Tag lernen wir einiges über die Erkundung des Weltraumes, das Wettrennen zwischen den Russen und den Amerikanern, die aufregende und spannende Reparatur des Weltraumteleskops „Hubble“ uvm. Die Misserfolge und auch Verluste der USA auf einigen wenigen ihrer Missionen werden überraschender Weise sehr deutlich angesprochen. Eine Bustour führt uns zu den Abschussrampen, wir sehen die Halle, in denen die Spaceshuttles und Trägerraketen gebaut, erneut, und repariert usw werden und auch den riesigen Truck mit dem diese dann zur Abschussrampe gebracht werden. Ein super interessanter Tag, wir waren am Morgen mit die ersten die das Gelände betreten haben und abends auch fast die letzten die es wieder verlassen haben.

Nun soll es etwas geruhsamer weitergehen. Leider sind alle State Parks in denen wir gerne übernachten würden ausgebucht wegen des Feiertages, so dass wir dann doch in St. Augustine  erst unseren nächsten Stop machen. Auf einem nicht sehr schönen und teuren KOA finden wir einen Platz für die Nacht. Dann geht es auf zur Stadtbesichtigung. St. Augustine ist wohl die älteste Stadt der USA, hier haben sich Spanier und Engländer bekämpft. Es gibt ein gut erhaltenes Fort, das wir von aussen umrunden, denn es es sind zu viele Leute unterwegs! Die Stadt hat eine schöne Fußgängerzone, uns erinnert es an zuhause, denn solche „Innenstädte“ sind dann eher selten in den USA. Wir schlendern durch die Strassen,  bewundern die alten Häuser, statten der Basilica einen Besuch ab.

Und dann… entdecken wir ein griechisches Restaurant und ein Gyros steht auch auf der Karte, sogar mit Zaziki. Wer uns kennt weiss, dass wir gerne griechisch essen gehen. Griechische Restaurants sind in den USA allerdings eher selten bis gar nicht zu finden sind. Einen Versuch ist es allemal wert und wir werden nicht enttäuscht. Das Gyros ist eher ein türkisches Kebab, aber es schmeckt sehr gut, auch gibt es zur Abwechslung keine Pappteller und keine Getränke aus Plastikbechern. Zufrieden, gesättigt und gestärkt machen wir uns auf die Suche nach einem Campingplatz, das Wochenende ist noch nicht ganz vorbei. Etwa 6 km ausserhalb der Stadt am River gelegen und gegenüber vom Meer gibt es einen schönen Campingplatz bei dem wir gestern spontan keinen Platz bekommen haben. Wir sind lästig und fragen noch einmal nach, und tatsächlich, jemand ist früher abgereist und wir bekommen einen schönen großen Platz zwischen Pflanzen im Schatten. Meer und River sind ganz nah! Endlich können wir mal wieder am Strand entlang gehen!

Immer der Küste entlang geht es weiter und wir passieren die Häuser der Schönen und Reichen. Uns war nicht bewusst, dass man soooo wohnen kann! Wunderschön und nennen wir es geräumig oder auch riesiggroß! Gegen Mittag versuchen wir unser Glück im Fort Clinch State Park. Unser Reiseführer weiss zu berichten, dass die Plätze hier sehr begehrt sind und empfiehlt auf jeden Fall eine Reservierung im Vorfeld. Das lange Wochenende ist vorüber und fragen kostet bekanntlich nichts.  Nach längerem Warten ist ein Platz für uns gefunden und als wir einparken, werden wir von Claudio und Angela begrüßt! Nachmittags schauen wir  uns kurz das Fort an, es ist einfach zu heiß für lange Erkundungsmärsche und abends sitzen wir zu viert am Strand, warten auf den Sonnenuntergang und quatschen. Dabei sehen wir wie Mantas aus dem Wasser springen, ich bin total aus dem Häuschen! Dann schwimmt auch  noch ein Delfin an uns vorbei.

Etwas später werden wir auf deutsch angesprochen, von Katharina und Hubert aus Baden Württemberg. Ihren MercedesVan mit Pforzheimer Kennzeichen hatten wir schon vor einigen Tagen in St. Augustin an uns vorbeifahren sehen.  Zu sechst tauschen wir kurz ein paar Reiseerfahrungen aus bevor die Mücken über uns herfallen und wir alle in unsere Fahrzeuge verschwinden.

Es ist unser letzter Abend in Florida! Unser nächstes Ziel heißt Brunswick im Bundesstaat Georgia.

 Fazit: Die Städte der Ostküste gehen in einander über und sind eben „nur“ Städte. Die Strände sind weiss und der Atlantik ist weit aus kühler als der Golf von Mexiko. Die letzten zwei Wochen waren voll von Aktivitäten und Entertainment. Wir haben den Trubel sehr genossen und haben eine Reise in unsere Kindheit gemacht. Einige andere Reisende haben wir getroffen, die uns auf unserem Weg nach Neufundland immer mal wieder begleiten werden, und Erfahrungen ausgetauscht.  Es ist nicht wirklich möglich die beiden Küsten von Florida zu vergleichen, so unterschiedlich sie sind so spannend fanden wir sie. Fünf Wochen sind wir nun in Florida gewesen, und es war jeden „Schweißtropfen“ wert!

 

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