USA: Michigan, Illinois, Iowa

von Christiane
USA: Michigan, Illinois, Iowa  vom 17.09.2015 – 30.09.2015

 Michigan (auch genannt: „Great Lake State“): Der Staat Michigan hat eine Fläche von 250000 qkm. Seine Einwohnerzahl beträgt 10 Mio. Die Hauptstadt heißt Lansing. Berühmt ist Michigan für seine Autoindustrie, Cornflakes, Erfindung der Schreibmaschine und 11000 Seen.

 Illinois (auch genannt: „Prairie State“or „Land of Lincoln“): Der Staat Illinois hat eine Fläche von 150000qkm. Seine Einwohnerzahl beträgt 12,7 Mio. Die Hauptstadt heißt Springfield. Bekannt ist Illinois für das erste Hochhaus in den USA, Erfindung des Reißverschlusses, Riesenrad.

 Iowa (auch genannt: „Hawkeye State“): Der Staat Iowa hat eine Fläche von145000qkm. Seine Einwohnerzahl beträgt 2,9 Mio. Die Hauptstadt heißt Des Moines. Bekannt ist Iowa für Brücken in Madison County, Traktoren von John Deere, Schweine, und Landwirtschaft.

Wir verlassen Kanada über die Grenze in Sault Saint Marie. Eine große Brücke verbindet hier Kanada und die USA. Der amerikanische Grenzbeamte ist freundlich, schaut aber recht ernst, stellt einige Fragen über unsere Reise und über unsere „häufigen“ Einreisen in die USA in den letzten zwei Jahren. Dann schickt er uns ins Büro, damit wir unser Visum erhalten.  Leider sind dort gerade alle Computer abgestürzt und wir sind die einzigen Kunden. Bis die Computer wieder funktionstüchtig sind, stellen vier freundliche Beamte interessierte Fragen zu unserer Reise. Das Auto interessiert niemanden. Nach gut vierzig Minuten dürfen wir in die USA, mit einem sechsmonatigem Visum, einreisen. Unser erster Weg führt in einen Supermarkt, da man viele Lebensmittel nicht mit über die Grenze nehmen kann, ist unser Kühlschrank leer.  Dann schauen wir uns die Schleuse Soo  Lock in Sault Saint Marie US an, hier werden über eine Höhe von 7m ganz große Schiffe vom  Lake Michigan in den Lake Huron übergeschleust.

Weiter geht es zum Whitefish Point. Hier gibt es ein Schiffwrack Museum. Denn auf dem Lake Superior, der eine Fläche von 82000 qkm hat, sind in im 19. Jhd  einige Schiffe aufgrund heftiger Stürmen gesunken.  Das Museum besteht aus einigen Häusern, die sich um einen schönen Leuchtturm gruppieren. In jedem Haus ist ein Angestellter des Museums und erzählt die Geschichte der Häuser, ihrer damaligen Bewohnern, der Schiffsunglücke, der Retter und Geretteten. Voller Informationen verlassen wir den Ort und suchen uns einen Campingplatz.

Als wir  auf dem Campground des Tahquamenon Falls State Parks einchecken betritt ein freundlicher, älterer Herr das Büro und spricht uns sofort an. Er und seine Frau wären den ganzen Tag irgendwie hinter uns her gefahren und wir hätten schon an der Schleuse auf dem selbem Parkplatz gestanden. Später parken sie neben uns auf dem Campingplatz ein. Paul aus Michigan campiert uns gegenüber und sucht das Gespräch,  Bill und Marilyn, unserer „Verfolger“, kommen aus Florida und  gesellen sich dazu. Es ist ein netter Abend. Am nächsten Morgen treffen wir Bill und seine Frau am ersten Overlook , den Wasserfällen, wieder. Diesmal sind wir die Verfolger. Unsere Wege trennen sich.

Wir fahren durch den Pictured Rock Lakeshore NP. Der Weg führt oft am Michigan Lake vorbei, es gibt schöne Aussichtspunkte auf den See und auf einige Dünen.

Hauptattraktion sind die „Pictured Rocks“ bunte Felsen, die vor allem in der Nachmittagssonne toll aussehen. Von der Landseite kann man sie bewundern, den besten Blick hat man allerdings von der Seeseite. Leider ist es sehr windig und es gibt einige Wellen auf dem See, so dass alle Bootstouren für die nächsten zwei Tage abgesagt sind.  Also begnügen wir uns mit dem Landblick auf die Felsen.

In Munsing verbringen wir die Nacht, treffen dort auch Bill und Marylin wieder. Die beiden sind sehr gläubige Baptisten und sie erzählen uns von ihrem Glauben und in welchen Situationen in ihrem Leben ihr Glaube ihnen eine Stütze war und immer noch ist. Sie wollen uns missionieren. Leider ohne Erfolg 😉 !

Im Palms Book State Park gibt es Süßwasserquellen auf dem Grund eines Sees. 40.000 Liter pro Minute kommen hier an die Wasseroberfläche. Mit einem überdachten, sehr großen Floss kann man sich an einem Stahlseil über den See ziehen und die Quellen über ein großes Loch im Boden des Flosses sehen. Drei junge Männer, die gleichzeitig mit uns auf dem Floss sind  haben mehr Interesse an der Technik des Bootes als an den Quellen und übernehmen gerne die „anstrengende“ Arbeit und ziehen das Floss mit ungefähr 20 Passagieren langsam über den See.

Immer entlang des Ufers des riesigen Michigan Sees und durch große Obstplantagen erreichen wir den Ort Traverse City. Der Reiseführer empfiehlt den Hwy37 entlang zu fahren und dort bei den  ansässigen Winzern Weinproben zu machen. Es ist ein sehr sonniger Sonntag und genau der richtige Nachmittag für eine Weinverkostung.  Im Chateau Grand Travers , das von deutschen Auswanderern seit Generationen betrieben wird gibt es einen guten  trockenen Riesling und sogar einen Grünen Veltiner.  Das Chateau Chantel lockt uns mit einer tollen Aussichtsterrasse  mit Blick auf den See und über die Weinberge. Fast wie in unserer zweiten Heimat Österreich, man ersetzte bitte den See durch die Donau.

Auf dem Lelaunlee SP verbringen wir die Nacht, sagen wir mal, wir versuchen es. Als es nämlich dunkel wird werden wir  angegriffen – von hunderten von   Fruchtfliegen- . Sie entern unser Wohnmobil, sobald wir eine Tür geöffnet haben um ein und auszusteigen und weigern sich es wieder zu verlassen, überall kreisen die kleinen Tiere…… So richtig werden wir ihnen nicht Herr. Am nächsten Morgen fliehen wir früh vom Campingplatz. Im nächsten Ort gibt es eine Bäckerei, super endlich Kaffee!  Dort treffe ich unsere müden Campnachbarn  der letzten Nacht….. auch erschöpft vom Kampf gegen die unzähligen Fruchtfliegen. Die Bäckerin erzählt, das die Fliegen nur zwei Wochen im Jahr hier sein. Schön, dass wir dies erleben durften ;-))! Gestärkt mit leckeren Donuts und Kaffee geht die Fahrt weiter. Der nächste Halt führt uns in den  „Sleeping Bear Dunes Lakeshore NP“. Kurz vor Erreichen der tollen Düne zeigt unsere Kilometeranzeiger folgendes an:

100000 Kilometer sind wir schon mit unserem Wohnmobil unterwegs, davon ca.83.000 km in den USA, Kanada und der Baja California in Mexiko. Aber zurück zum „Sleeping Bear NP“. Eine Düne ist freigeben und man darf auf ihre herumklettern. Vom „Gipfel“ der Düne hat man einen tollen Blick auf den Michigan Lake.

Weiter geht es direkt zum Scenic Drive, an diesem 16km langen Rundkurs gibt es viele verschiedene Aussichtspunkte auf den See oder auch auf Dünen. Ein schönes Fotomotiv folgt dem nächsten.

In Manistee finden wir einen Platz im Orchard SP, stellen unsere Stühle in die Sonne und machen erst einmal einen entspannten Nachmittagsschlaf. Das haben wir schon seit Monaten nicht mehr gemacht! Es wird Zeit für eine kleine Reisepause. Diese machen wir  im Ort Grand Haven. Der State Park Campground hier ist ein großer asphaltierter Parkplatz nicht sehr schön, aber die Plätze in der ersten Reihe sind direkt am weissen Sandstrand des Michigan Sees. Der Blick fällt direkt auf einen Leuchtturm, der den Eingang eines Kanals bewacht, der wiederum in den Hafen führt. Klar, dass wir ohne Reservierung nur einen nicht so schönen Platz in der zweiten Reihe bekommen.  Wir laufen zum Leuchtturm und geniessen später den Blick zwischen den  Wohnmobile  der ersten Reihe hindurch auf den See.

Rechts neben uns steht ein A-Class Reisemobilbus. Die Besitzerin Karen und ihre Schwester Linda sind neugierig und kommen auf einen Plausch bei uns vorbei. Laden uns dann in ihren Bus ein und wir bewundern mal wieder den Platz, den so ein Bus bietet. Gemeinsam mit den Ladies schauen wir uns dann den Sonnenuntergang am Strand an und lernen dabei noch Eddy und seine Frau aus Florida kennen.

Am nächsten Morgen fragen wir ganz früh nach einem Platz in der ersten Reihe und wir haben Glück, für eine Nacht können wir auf den Platz direkt gegenüber einparken. Mit dem Rad fahren wir mittags an der Uferpromenade entlang in die Stadt und bummeln durch kleine Geschäfte. Später gehen wir am Strand entlang und quatschen ein wenig mit Timmy unserem Nachbarn aus der zweiten Reihe.  Nachmittags schwingen wir uns nochmal auf die Räder zum Eisessen in der Stadt. Auf dem Weg dorthin fragen wir spontan am Campinpplatz nach einer weiteren Nacht am Strand. Klar ein Platz ist frei wir müssen nur wieder umziehen. Aber das ist nicht schlimm. Abends lernen wir die Nachbarn zu unserer rechten kennen, Diana und Richard aus Michigan. Kurz gesellen sich Karen und Linda noch dazu. Abends laden uns Diana und Richard zum Lagerfeuer ein und erzählen uns viel über ihre Jobs und ihre Familie. Timmy erweitert die Runde dann später. Eine lustige Truppe, die dort zusammen sitzt. Richard wird am nächsten Tag 65 Jahre alt und Timmy beglückwünscht ihn voller Begeisterung -nein, nicht zum Geburtstag- sondern, weil er, nun mit 65 Jahren, einen Anspruch auf die staatliche Krankenversicherung hat. Richard freut sich sichtlich über die Glückwünsche und erzählt, dass er nun eine Menge Geld im Monat spart. Diana zählt schon die Monate bis zum ihrem 65.Geburtstag. Wir sind etwas verwundert über diese Art von Glückwünschen und gratulieren am nächsten Morgen ganz deutsch einfach zum neuen Lebensjahr! Von den netten Nachbarn müssen wir uns nun verabschieden und ziehen zehn Plätze weiter, stehen wieder mit den Füssen im Sand und verbringen einen recht faulen Tag. Abends warten wir ganz alleine auf den schönen Sonnenuntergang als Karen und Linda vorbei kommen und uns ihre Schwester Jane vorstellen. Die Ladies sind alle über 70 sehr aktiv und agil, unglaublich nett und erzählen uns von Kindern, Enkelkindern und Überwinterung in Florida. Nach ca 1,5 Stunden  verabschieden wir uns nun leider endgültig von ihnen, wir werden am nächsten Tag weiterfahren. Nach dem die Ladies gegangen sind, steht Timmy vor uns und stellt uns gute Freunde vor, mit denen er die nächsten Tage auf dem Campingplatz verbringen wird. Nach einem längeren Plausch wünschen auch sie uns noch alles gute für die Reise und wir sind wieder ganz alleine.

Am späten Vormittag des nächsten Tages verlassen wir den Campinglatz und machen uns auf den Weg Richtung Chicago. Die drittgrößte Stadt wollen wir gerne besuchen, nachdem wir von einigen Reisenden gehört haben, dass die Stadt sehr schön sein soll. Leider gibt es keine Campingplätze die stadtnah sind. Von dem nahesten Campinplatz kann man mit dem Zug innerhalb von 1,5 Stunden ChicagoCity erreichen. Dass erscheint uns etwas zu lang. Unser Reiseführer sagt, es gibt die Möglichkeit bei den Museen ( Aquarium und Planetarium) zu parken und von dort in die Stadt zu laufen oder mit einem Bus zufahren.  Das ist also unser Plan. Leider haben wir den Plan ohne die Stadt gemacht. Wir erreichen die „Museumsinsel“ und schauen nicht schlecht hunderte von Menschen sind unterwegs, denn es ist eine Laufveranstaltung, ein Baseballspiel und verschiedene Demonstrationen gleichzeitig. Ein Parkplatz für uns gibt es dort nicht. Also quälen wir uns aus dem Getümmel raus und stellen uns wieder in den Stau an der Uferpromenade entlang. Auch die Uferpromenade ist überfüllt mit Leuten. Viele Gruppen laufen über die Promenade mit identischen T-Shirts bekleidet, Plakaten und Schildern in der Hand. Einige  Gruppen protestieren gegen Selbstmord, andere sind gegen Aids oder gegen Krebs. Etwas verwundert schauen wir den verschiedenen Gruppen vom Stau aus zu und versuchen zu lesen was sie uns mitteilen wollen. Aber so ganz schlau werden wir daraus nicht.  Aus dem Auto raus mache ich ein paar Fotos von der Skyline von Chicago, drei der größten Gebäude Amerikas stehen in dieser Stadt.

Nördlich von der City soll es weiter Parkplätze geben und wir  versuchen unser Glück dort. Leider sind wir heute etwas vom Glück verlassen, die Parkplätze haben zwar alle Platz aber große Verbotsschilder verbieten es uns mit einem Wohnmobil dort zu parken. Etwas enttäuscht und traurig beschliessen wir Chicago zu verlassen. Gerne hätten wir die Stadt besucht und besichtigt, aber mit unserem Wohnmobil fühlten wir uns nicht so willkommen. Vielleicht ein anderes Mal. Wir quälen uns über überfüllte Stadtautobahnen hinaus aus Chicago zurück aufs Land!

In Duduque finden wir einen Platz am Mississippi, der Blick auf den Fluss ist schön, die Umgebung  aber etwas laut. Der Zug auf der an deren Seite passiert quietschend das Ufer und die Autobahnbrücke ist in Sicht- und Hörweite.  Wir sichern uns einen Platz auf dem gut besuchten Campingplatz und erkunden die Stadt. Es gibt eine „Mini-Seilbahn“ zu einem kleinen Aussichtspunkt über der Stadt. Diese Seilbahn wurde Ende des 19.Jhd von einem  Geschäftsmann gebaut, weil diese ihm den Weg zwischen Arbeit und Zuhause verkürzte so dass er in seiner Mittagspause nicht nur seinen Lunch einnehmen konnte, sondern auch noch Zeit für einen kleinen Mittagsschlaf hatte. Die Bahn ist bestimmt fünfmal in den letzten 140 Jahren von Feuer heimgesucht worden, aber immer wieder aufgebaut worden.

Auf der kurzen Rücktour mit der Bahn kommen wir ins Gespräch mit den anderen Passagieren“ ( okay mehr als acht Leute können sich nicht in den kleinen Zug reinzwängen). Eine von ihnen kommt aus dem Ort und wir fragen sie direkt nach einer Restaurantempfehlung. Wir folgen ihrem Rat und sitzen zwanzig Minuten später im Timmerland Supper Club.  Weiße Tischdecken, keine Hamburger und keine Pommes auf der Speisekarte, es gibt Porzellanteller, nicht-biegsames Besteck, das Essen ist okay und der Wein  aus schönen Gläsern gut gekühlt. Dazu gibt es einen Blick auf einen Arm des Mississippi und einen schönen Sonnenuntergang. Wir sind mit dem Tag und Chicago wieder versöhnt. Am nächsten Morgen fahren wir ein Stück zurück in den schönen Ort Galena, viele kleine Shops locken zum Bummel und wir geniessen das schöne Wetter.

Unser Ziel ist nun South Dakota mit seinen Badlands, den Blackhills und den in Stein gehauenen Präsidentenköpfen im Mount Rushmore. Der Weg dorthin wird  wohl etwas lang und auch langweiliger sein. Wir müssen „Strecke“  machen und durchqueren den Staat Iowa. Der ganze Staat schein ein einzig großes Maisfeld zu sein. Mais, Mais so weit das Auge reicht, nur unterbrochen von kleinen Orten und von Getreidesilos. Die Strasse geht immer brav geradeaus.

 Fazit: Der Lake Michigan und seine Umgebung haben uns sehr gefallen eine Mischung aus Toskana, Lombardei und den Dünen an der Atlantikküste in Frankreich. Sechs Wochen lang lachte die Sonne vom Himmel und bescherte uns einen tollen Spätsommer. Für den Indiansummer waren wir leider noch zu früh oder der Sommer war zu spät, je nach dem.

 

Dieser Beitrag gehört zu Nordamerika, Reiseberichte, USA 2015

One thought on “USA: Michigan, Illinois, Iowa

  • Reinald Emmerich 11. Oktober 2015 at 05:38

    Hallo Ihr beiden,

    bei uns ist es jetzt 05:30 AM. Seit 1,5 Stunden bestaune ich Eure Internetseite. Es freut mich sehr dass ihr so tolle Eindrücke und Erlebnisse hattet und auch sicher haben werdet. Euer Carthago mit nun weit über 100.000 km sieht ja noch blendend aus.

    Ich kann mich noch sehr gut an unser erstes Gespräch in Wels auf der Messe erinnern und nun seid ihr schon so lange auf eurer Weltreise.

    Bis bald…

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