USA: Nevada, Kaliforniens Westküste

von Christiane
USA: Nevada, Kaliforniens Westküste vom 14.10.2015-17.11.2015

 Nevada: (auch genannt: Silver State) Der Bundesstaat Nevada erstreckt sich über eine Fläche von 284.000 qkm und hat ca. 2,4 Mio Einwohner. Die Hauptstadt ist Carson City. Berühmt für: Las Vegas, Silbervorkommen, Ufos, legale Prostitution

 Kalifornien: (auch genannt: Golden State) Der Bundesstaat Kalifornien erstreckt sich über eine Fläche von 404.000 qkm und hat ca. 36 Mio Einwohner. Die Hauptstadt ist Sacramento. Berühmt für: Disneyland, Demonstrationen und Erdbeben, Hollywood, Silikon Valley, Surfen

Der Bundesstaat Nevada schenkt uns zum Empfang eine weitere Stunde. Wir stellen die Uhren zurück,  nun wird es leider noch eine Stunde früher dunkel. Die Tage werden kürzer. „The Loniest Road in America “, führt uns weiter durch trockene, flache, manchmal von einigen Hügel unterbrochene Landschaft.

Der Great Basin National Park ist nach fast 300 km Fahrt durch diese Einöde eine spannende Abwechslung. Es gibt Führungen in eine schöne Höhle, diese sind allerdings für die nächsten zwei Tage bereits ausgebucht. Aber die nette Damen im Besucherzentrum empfiehlt uns den Scenic Drive durch den Park, und auch den Campingplatz am Ende der Aussichtstrasse. Sie macht uns noch darauf aufmerksam, dass es nachts dort recht kühl ist, aber wir sind ja gut gerüstet. Die Strasse findet sich über eine 8% Steigung den Berg hinauf und beschert uns schöne Aussichtspunkte. Der Campingplatz liegt auf 3000 Meter Höhe und besticht durch den Blick auf die Felsen.

Abends zünden wir ein Feuer an, aber es ist trotzdem bei 7 °C etwas frisch. Tausende von Sternen blinken vom Himmel und die Milchstraße ist ganz deutlich zu sehen, als wäre sie zum Anfassen nah. Am nächsten Morgen verlassen wir den National Park und unsere Fahrt geht weiter auf der einsamen Strasse #50.

Nach zwei Tagen erreichen wir unser Ziel, den Lake Tahoe. Es gibt nur wenige Campingplätze, die direkt am See liegen, aber wir versuchen unser Glück auf dem Nevada Beach State Park. Freudestrahlend verkündet uns die Rangerin, dass der Platz 22 verfrüht verlassen worden ist und nun für eine Nacht zu haben sei. Dies sei der beliebteste Stellplatz im gesamten State Park. Haha denken wir, freuen uns und zahlen. Als wir den Platz dann sehen wissen wir was die Rangerin meinte, wir sitzen mit den Füssen im Sand haben, direkten Seeblick, kein anderes Wohnmobil parkt vor uns….. diese Aussicht gibt es tatsächlich nur einmal auf dem Platz. Das Glück auf unserer Seite geniessen wir den Tag mit Seeblick.

Der nächste Tag empfängt uns mit viel Regen, die Wolken hängen tief über dem See.  Wir haben eine Verabredung mit Bert und Ingi. Die beiden „Weltreisenden“ haben unsere homepage entdeckt und uns angeschrieben, nach einigen emails haben wir festgestellt, dass wir nicht so weit von einander entfernt unterwegs sind und haben haben einen Campingplatz in der Nähe vom Lake Tahoe als Treffpunkt ausgemacht. Abends kommen Bert und Ingi am Campinglatz an und laden uns zum Wein ein. Die beiden sind seit über 22 Jahren in der Welt unterwegs. Eigentlich sollten es damals nur fünf Jahre Auszeit sein….. Bert  und Ingi waren auf fast allen Kontinent und wechselten immer mal wieder hier Reisevehikel, sie reisten in  öffentliche Verkehrsmittel, mit einer Motorjacht, mit einem ganz kleinen Camper, mit einem Auto, mit einem Segelboot und zur Zeit mit einem 45 ft langen A-Class Wohnmobil-Bus. Wir lauschen ihren spannenden Geschichten und Erlebnisse, fühlen uns als  Greenhorns und freuen uns gleichzeitig, dass noch soviel Abenteuer vor uns liegt. Ein gemeinsamer Abend ist viel zu wenig, aber wir entscheiden uns weiterzufahren, wir haben eine Verabredung zu Halloween und wollen vorher uns noch das ein oder andere ansehen…..! Zunächst umrunden wir den Lake Tahoe bei strahlendem Sonnenschein.

Dann wäre da als nächstes Ziel der Lassen Volcanic NP. Ein schöner National Park mit einigen Wanderwegen und heissen Schwefelquellen die aus der Erde sprudeln. Wir geniessen das kühle, aber sonnige Wetter und machen eine 2,5 stündige Wanderung zu den „Blubber-Töpfen“!

Aber, wie schon so oft, zieht es uns nach acht Wochen „Inland“ wieder ans Meer. Die Küste am Highway 101 hat uns letztes Jahr so gut gefallen, dort wollen wir wieder hin, Füsse in den Sand und ein bisschen faul sein. Unsere erste Nacht am Meer nach acht Wochen….. So schön!!

Leider hat unser Lieblings-Campingplatz vom letzten Jahr , den wir uns für die nächsten sieben Tage als „Heimat“ ausgeguckt hatten, keinen Platz am Meer frei und so beschliessen wir, ziemlich enttäuscht, weiter zu fahren.  Aber wie uns die Erfahrung   schon öfter gelehrt hat, folgt nach einer Enttäuschung meist ein positives Erlebnis. Keine vierzig Kilometer weiter kommen wir am Ocean Stove  Campground vorbei, von der Strasse aus sieht man einige Wohnmobile auf einer Klippe direkt über dem Meer stehen.  Auf diesem einfachen Campingplatz ohne jeglichen Komfort gilt „first come, first service“ und wir finden einen Traumplatz mit privater „Klippenterasse“.

Vier Tage schauen wir aufs Meer und faulenzen. Okay, nicht so ganz. Wir lernen John and Laura kennen. Die beide sind unglaublich nett und laden uns auf ein Spiel ein. Zwei kleine Bälle sind mit einer Schnur verbunden und man muss versuchen dieses Gebinde auf ein Gestell mit untereinander liegenden Stangen zu werfen. Die oberste Stange zählt drei Punkte, die mittlere zwei Punkte, die untere einen Punkt.  So sind wir zwei nachmittag beschäftigt und haben viel Spaß!

Nach vier Tagen verlassen wir die Klippe und fahren nach Bodega Bay. Der Doran Regional Campground liegt direkt auf einer Landzunge an einem breiten Strand. Wir machen lange Strandspaziergänge, fahren mit dem Rad in den kleinen Ort und lernen Liz und Grayson kennen. Die beiden kommen aus Sacramento, haben schon einiges von der Welt gesehen und sind sehr herzlich.

Schweren Herzen verlassen wir den Campingplatz aber das Napa Valley lockt. Im letzten Jahr sind wir nur durchgefahren, dieses mal wollen wir uns mehr Zeit nehme und auch die eine oder Weinprobe machen. Unser erster Halt ist im Ort Calistoga!  Unsere erste Weinprobe führt uns auf Empfehlung der Campingplatz Mitarbeiterin ins Chateau Montelena! Die Weine sind okay, aber insgesamt ist alles sehr teuer!

Am nächsten Tag fahren wir durch das Valley und besuchen das Örtchen Sonoma.

Alles ist gemütlich und nett. Nach einem ausgiebigen Mittagessen beim Mexikaner, geht es auf zur Weinprobe, alles geht etwas leger zu, die Weine sind gut und preislich im Rahmen. Hier fühlen wir uns wohler!

Das Halloween Wochenende nähert sich und wir machen uns auf den Weg nach Morgan Hill um Janet und Mike zu besuchen. Die beiden haben wir vor einem Jahr auf dem Seecliff Campingplatz kennengelernt . Sie haben mir damals geholfen eine Zahnarzt zu finden als mir eine Zahnfüllung  beim gemeinsamen Abendessen abhanden gekommen ist. Die beiden empfangen uns ganz herzlich und es gibt viel zu erzählen, da Mike und Janet im September zum ersten Mal in Deutschland im Urlaub waren und Janet`s Verwandtschaft besucht haben. Ihre Mutter kam nämlich aus Deutschland. Für uns ist es spannend zu hören, welche Eindrücke und Erfahrung die beiden in Deutschland gemacht haben und beantworten gerne die offen gebliebenen Fragen zu Kultur  und Verhaltensweisen der Deutschen. Es gibt viel zu lachen. Es wird ein langer, lustiger Abend.

Am nächsten Morgen, nach einem ausgiebigen Frühstück, machen wir eine kleine Wanderung in die Umgebung

und nachmittags fahren Janet und Mike mit uns zu drei verschiedenen Weingütern in der Umgebung und wir Verkostung in aller Gemütlichkeit die unterschiedlichen Weine.

Zum Ausgehen steht uns danach nicht mehr der Sinn und abends sitzen wir bei Pizza mit Wein bei unseren Gastgebern auf der Terrasse. Unsere kleine Runde wird schnell erweitert durch Janets Tochter und Schwiegersohn mit den beiden Enkeltöchtern, sowie Mike und Niki zwei britischen Freunden von Janet und Mike. Gleichzeitig klingelt es regelmäßig an der Haustür, es ist Halloween und die kleine Heidi (3 Jahre alt) in ihrem süssen Prinzessinnen Kostüm ist ganz aufgeregt und verteilt Süßigkeiten an die anderen Kinder, wir bewundern die tollen Kostüme.Die Stimmung ist ausgelassen und wir fühlen uns sehr wohl in der Runde!

Janet und Mike, thank you for your lovely hospitality! We felt so welcome in your family! We hope we will meet each other the next time in Germany.

Nach so viel Trubel zieht es uns wieder an den Strand. Langsam fahren wir den Highway 1 an der Küste entlang und landen mal wieder am Jalama Beach County Park. Letztes Jahr waren wir schon zweimal auf diesem Campingplatz mit dem tollen Strand, diesmal wollen wir etwas länger bleiben. Wir warten nämlich auf Care-Pakete aus Deutschland mit Ersatzteilen für unser Auto. Die Bremsscheiben müssen gewechselt werden und wir wollen dies nun  in Angriff nehmen. Das erste Paket ist innerhalb von 10 Tagen bei unserem Freund Thomas in Long Beach angekommen, das zweite Paket dauert……!  Vielen Dank an Christian und Nicole fürs Organisieren und Verschicken und an Thomas fürs Aufbewahren ?!

Wir suchen uns einen netten Platz aus und lernen bei der Suche Fox und Lois kennen. Am Nachmittag laufen wir uns am Strand wieder über den Weg und verabreden uns für den Abend. Die beiden kommen mit einer Flasche Rotwein bewaffnet abends in unser Womo und erzählen uns von ihrer Galerie. Sie betreiben eine Töpferei mit zwei anderen Paaren und leben seit über 30 Jahren nun schon vor der Kunst. Wir finden das spannend und löchern die beiden mit vielen Fragen über ihre Handwerk, den Laden und die Kunden. Am nächsten Tag klopft es am Vormittag an unserem Womo ein freundliches Paar steht vor der Tür und fragt uns ob wir nicht letztes Jahr schon da gewesen wären, und ob wir denn in Mexiko gewesen sein,so wie wir es geplant hatten. Craig und Linda  aus Ojai  haben wir letztes Jahr hier kennengelernt und mit ihnen geplaudert, nun treffen wir uns am selben Platz wieder. Die Welt ist klein. Wir hätten die beiden wohl nicht erkannt, aber die beiden haben unser Womo wieder erkannt. Täglich treffen wir uns nun für einen kleinen Plausch am Strand.

Nach einer Woche am Strand machen wir uns auf den Weg Richtung Long Beach. In Malibu Beach stoppen wir erneut um einige Tage am Strand zu verbringen. Wir relaxen, planen unsere Reise durch Mexiko, geniessen das gut funktionierte Internet auf dem CP und skypen mit Deutschland und Australien. Ben und Caro aus Nürnberg sind für zwei Tage mit ihrem gemieteten Camper unsere Nachbarn. Das junge Paar teilt unsere Begeisterung für Afrika und es gibt viel zu erzählen. Zwei lustige Abende verbringen wir gemeinsam, bevor die beiden ihren Rückflug nach Hause antreten müssen.

Auch wir verlassen einen Tag später Malibu Beach und fahren  durch bis San Diego. Denn wir haben ja  hier einen dringenden Termin, der keinen Aufschub duldet! Wir packen unseren Koffer, putzen das Wohnmobil von oben bis unten,  stellen es in einer ruhigen Ecke auf dem San Diego KOA Campground, im umzäunten Storage-Bereich ab, und machen uns auf den Weg zum Flughafen um uns einen kleinen Traum zu erfüllen!

Aloha, Hawaii wir kommen! Die nächsten vier Wochen werden wir auf Hawaii verbringen. Unsere erstes Ziel ist Maui, danach folgt Kauai und Big Island (Hawaii). Natürlich werden wir berichten!

box type=“notice“] Fazit: Die Zeit in Kalifornien war die faulste Zeit, die wir bis jetzt auf unsere gesamten Reise hatten. Von Strand zu Strand sind wir gefahren, haben überall – für unsere Verhältnisse- sehr lange gestanden, haben Meer, Strand, Sonne und das „ dolce far niente“ genossen. Nein, langweilig war uns dabei nicht. Nun ist es auch wieder Zeit und Platz für neue Eindrücke und Erlebnisse![/box]

 

Dieser Beitrag gehört zu Nordamerika, Reiseberichte, USA 2015

One thought on “USA: Nevada, Kaliforniens Westküste

  • renate+heiner christiansen 5. Dezember 2015 at 21:39

    Hallo ihr 2,

    wieder viele interessante Erlebnisse!
    Wir staunen und freuen uns für euch .
    Ja,nun ist auch bald wieder Weihnachten. Wow!!
    Ein Jahr vorüber!!!
    Bei stürmt und regnet es abwechslnd oder auch zusammen.

    Viel Spaß auf Hawai!

    Frohe Weihnachten und ein guten Rutsch ins Jahr 2016

    Bis bald in “ (c)old Germany“!

    Liebe Grüsse Renate und Heiner

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