USA: New England States Teil 1

von Christiane
USA: New England States Teil 1: Rhode Island, Massachusetts vom 28.06.2015-10.07.2015

 Rhode Island (auch genannt: „Ocean State“ oder „Little Rhody“): Der Staat Rhode Island ist mit seiner Fläche von 3144 qkm, der kleinste der 50 Bundestaaten. Seine Einwohnerzahl beträgt 1.2 Mio. Die Hauptstadt heißt Providence. Die erste US-Tennismeisterschaft fand in Rhode Island statt.  Die Schönen und Reichen machen gerne an den Stränden und Buchten des Staates Urlaub. An der 400 Meilen langen Küste ist viel Platz für die ein oder andere Luxusvilla.

 Massachusetts ( auch genannt: „Bay State“, „Old Colony“):  Der Staat Massachusetts  hat eine Fläche von 27.337 qkm  auf dieser wohnen ca  6,7 Mio Menschen. Massachusetts gehört zu den Neu England Staaten. Die Hauptstadt ist Boston.Wirtschaftliche Schwerpunkte: Tourismus, Fischfang. Berühmt ist der Bundesstaat für: die Harvard University, Boston Marathon, Boston Red Sox, und die Boston Tea Party,

Wir verlassen an einem Sonntag unseren Campingplatz und fahren die Küste von Long Island entlang. Die Orte, die wir passieren sind voller Touristen und wir haben noch nie so viele Parkplatzeinweiser in so kleinen Orten gesehen.  Spontan beschliessen wir mit der Fähre über  Shelter Island weiterzufahren.  Die beiden Fährfahrten auf und von der Insel runter sind leider viel zu kurz. Die nächste Fähre würde uns vom Point Orient nach New England, Connecticut  bringen.  Doch die Fähren sind alle ausgebucht und wir reservieren uns einen Platz für den nächsten Morgen.  In Greenport finden wir eine nette Kneipe mit Terrasse am Hafen, die wir leider verlassen müssen als der Regen einsetzt. Am nächsten Morgen scheint wieder die Sonne vom Himmel und wir haben eine sehr schöne Fährüberfahrt.

Immer der Küste entlang erreichen wir den Ort Mystics. Dort gibt es ein Schifffahrtsmuseum. Das Museum ist angeblich das größte der USA. Langsam werden wir etwas skeptisch. Alle touristischen Attraktionen werben damit „das Größte“… oder „das Älteste“  oder „das Erste….“   oder andere Superlativen zu sein. Wahlweise  vergleichen sie sich gleich mit der ganzen Welt,  oder gerne auch mit  ganz Amerika, oder etwas Bescheidener „nur“ mit dem Bundesstaates   usw…….Aber das Outdoor-Museum ist wirklich schön, viele Segelschiffe sind ausgestellt darunter zwei große Drei-Mast-Seglern. Überall sind Mitarbeiter, die uns Geschichten über das Leben an Bord erzählen. Es gibt ein Gebäude in dem gezeigt wird wie Seile hergestellt wurden, in einem Leuchtturm werden Filme über die Entstehung und Funktion der ersten Leuchttürme an der Ostküste gezeigt.

Unsere nächste Übernachtung direkt am Strand entpuppt sich als bessere Legehennenbatterie. Die Wohnmobile stehen auf einem großen Sandplatz sehr eng beieinander. Die ersten zwei Reihen haben noch einen netten Blick, wir in der letzten Reihe leider nicht mehr…… Wohnmobile soweit das Auge reicht. Diese Empfehlung des Reiseführers war nicht sooo doll.Vor Schreck haben wir leider kein Beweisfoto gemacht. Aber der Strand ist nur eine Minute entfernt und sehr schön.

Wir entfliehen der Enge auf dem Platz und verbringen einen schönen Abend am Strand und trinken ein Glas Wein. Hier vielleicht ein paar Worte zu den  „Rules und Regulation“ auf den Campingplätzen der State Parks und County Parks in den New Englandstaaten. ( Wir reden also nicht von den privaten Campingplätzen)  Alles ist geregelt, wie wir dies nun schon über 15 Monate kennen, Ruhezeiten, Tiere an einer Leine, deren Länge bestimmt ist, bestimmte Hunderassen sind verboten,  Generatoren nur zu bestimmten Zeiten, Wäscheleinen dürfen nicht gespannt werden, Spülwasser nicht in die Büsche gekippt werden,  keine laute Musik etc. Neu ist aber nun für uns,  dass es verboten ist Alkohol auf dem Campingplatz zu trinken, auch wenn man schon über 21 Jahre alt ist.  Auf manchen State Parks muss derjenige, der die Übernachtung bucht, dafür unterschreiben, dass er dafür Sorge trägt, dass auch sein Partner/Familienmitglieder keinen Alkohol trinkt während des Aufenthaltes auf dem Campingplatz. Ansonsten drohen neben „Platzverweis“ erhebliche Geldstrafen und Anzeigen. Dies führt dazu, dass viele Campingplatzbewohner mit bunten, nicht durchsichtigen Bechern vor ihrem Womo sitzt und immer lustiger werden …… Wir finden das reichlich albern, schliessen uns aber den Gepflogenheiten unserer Nachbarn an.

Von Mystics aus fahren wir weiter nach Newport. Ein kleines Städtchen mit einigen alten, pompösen Villen. Aber irgendwie haben wir nun genug Villen gesehen. Wir fahren den schönen Oceandrive entlang, finden ein nettes Plätzchen auf einem Parkplatz mit Blick aufs Meer, holen unsere Stühle raus und verbringen dort einen faulen Nachmittag.

Weiter an der Küste entlang landen wir in Westport Point in einem schönen State Park mit nettem Strand. Die Dünen landeinwärts sind eingezäunt, wahrscheinlich wegen nistenden Vögeln. Genauer gesagt Seeschwalben. Diese Vermutung überkommt uns ganz stark, als wir am Wasser entlang laufen, mit gebührendem Abstand zu den eingegrenzte Dünen,  und einige der  Seeschwalben ihre Nester verlassen und im Sturzflug über unsere Köpfe hinweg sausen. Wir fühlen uns nicht so willkommen und beschliessen unseren Strandspaziergang nicht weiter fortzusetzen…!

Das Wochenende des „Independent Days“ nähert sich und wir haben  für dieses Wochenende ausnahmsweise Mal einen Campingplatz reserviert. Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass an diesen Feiertagswochenende viele Amerikaner unterwegs sind und es sehr schwer ist auf Campingplätzen spontan einen Platz zu bekommen. Da die Amerikaner in der Regel nur zwei Wochen bezahlte Jahresurlaub haben, nutzen sie jeden Feiertag und lange Wochenenden  um „ins Grüne“ zu fahren. Auf Cape Cod einer Halbinsel bleiben wir vier Tage.  Cape Cod ist kein Geheimtip und viele Autos sind schon unterwegs. Provincetown, die größte Stadt der Insel, ist kurz vor dem Feiertag voller Leute. Irgendwie entscheiden wir uns für die falsche Strasse und fahren mit dem Womo mitten durch die Einkaufstrasse, die  zwar eine Einbahnstrasse aber  keine Fussgängerzone ist, aber von vielen als solche genutzt wird.  Vor uns fährt ein Müllwagen, der uns den Weg bahnt, hinter uns einige PKWs, aber um uns herum nur Fussgänger und mutige Fahrradfahrer.   Der nette Fahrer des Müllwagens hat Mitleid mit uns und gibt uns einen Tipp wie wir am schnellsten dem Getümmel entfliehen können und wo wir unser Womo gut parken können. Dankbar folgen wir seinem Rat. Zu Fuss läßt sich die Stadt leichter erkunden und auch geniessen. Viele Kneipe, Restaurants, Galerien, Soveniershops und viele Menschen.  In der Stadt ist ganz viel Leben und es  ist eindeutig der Treffpunkt der Homosexuellen Szene. So unglaublich viele gut aussehende Männer laufen durch die Strassen, aber keiner hat Interesse fürs weibliche Geschlecht. So schade!

Am Nachmittag verziehen wir uns auf unseren Campingplatz und erkunden die Insel die nächsten Tage mit dem Fahrrad.  Nicht weit von unserem CP stossen wir auf einen gut ausgebauten Radweg der einen Teil der Halbinsel umfasst. Unser erstes Ziel ist die Stadt Chatham. Als wir dort ankommen ist gerade die Parade zum 4.Juli beendet, schade das haben wir wohl etwas verpasst, trotzdem stürzen wir uns etwas ins Getümmel. Abends schmerzt der Popo nach der fünfstündigen Tour doch einwenig. Aber Birger weiss aus Erfahrung, gegen diese Schmerzen hilft nur Weiterfahren. Ich schinde einen Ruhetag raus bevor wir es wieder in den Sattel geht.

Der schöne Radweg führt uns diesmal an den Strand  zum Nauset Beach, an dem wir aber irgendwie nicht alleine sind. Es erinnert irgendwie an einen der Strände an irgendeinem Urlaubsort an Spaniensküste. Von Cape Cod aus fahren wir nur auf die andere Seite des Cap Cod Cannels. Dort gibt es einen netten Campingplatz, mit Strand und Radweg. Und wieder sind wir sportlich und erkunden den Kanal mit dem Rad.

Nach soviel sportlicher Aktivität wird es wieder Zeit für etwas Kultur. In Plymouth landete die Mayflower und die ersten Pilger  setzten ihren Fuss auf amerikanischen Boden der Ostküste. Auf der Plimouth Plantation ist das Dorf dieser 126 „Pilger“ aufgebaut worden. Schauspieler in Originalkostümen schlüpfen in die Rollen von einigen der damaligen Pilgern und erzählen die Geschichte und die Erlebnisse der Pilger aus deren Sicht. Wir kommen mit zwei der „Figuren“ ins Gespräch und stellen Fragen zum damaligen Zusammenleben, täglichen Leben und Freuden und Nöte. Eine spannende Unterhaltung entspinnt sich, als der Hilfs- Pfarrer uns sein Leid klagt über über seinen nichtgläubigen Nachbarn  oder mit uns seine Ansichten  über die englische Kirche teilt. So macht Geschichtsunterricht wirklich Spaß!

Unsere Fahrt geht weiter zum Cap Ann. Eine weitere schöne Halbinsel. Der Ort Rockport hat uns besondern gefallen mit den vielen Galerien, dem Hafen und den kleinen Stränden.

Der Ort Goulcester ist eine sehr gute Adresse um Waltouren zu machen.. Es gibt recht viele Anbieter, sie unterscheiden sich nicht im Preis (ca. 48 Dollar/Person) oder Größe der Schiffe, sondern nur in der Anzahl der Touren pro Tag. Bei einem Frage ich nach ob ein Schiff am nächsten Morgen geht, und was es kostet. Ein Schiff am nächsten Morgen kann sie mir nicht anbieten, aber in einer halben Stunde geht die tägliche Tour los und für Erwachsene sei der Preis 48 Dollar. Irgendwie habe ich wohl etwas unschlüssig geschaut, sie überlegt einen Moment und bietet mir die Tour für 29 Dollar pro Person an. Aber ich soll mit keinem über das Angebot sprechen. Nach dem sie mir noch sagt wo wir kostenfrei mit dem Womo parken können ist unser Deal perfekt. 30 Minuten später sitzen wir mit 60 anderen Personen auf einem Schiff und fahren raus aufs Meer. Es dauert fast 2 Stunden bis wir die ersten Wale sehen. Aber sie kommen recht nah an das Schiff und lassen sich bei ihren Tauchgängen viel Zeit. Es gibt so schöne Fotos.

Auf dem Rückweg lernen wir Gabi, Ulrich und ihren Sohn Till kennen aus Aachen kennen. Schnell entspannt sich ein unterhaltsames Gespräch und wir tauschen unsere Amerikaerfahrungen miteinander aus. Es wird viel Gelacht und die Zeit vergeht wie im Flug, bevor wir uns verabschieden. Die drei sind am Beginn ihres dreiwöchigen Urlaubes und haben noch viel vor! An Land staunen wir nicht schlecht, als wir sehen, dass dort wo unser Auto geparkt ist eine Bühne aufgestellt worden ist, die Strasse ist abgesperrt, eine Band spielt und Zuschauer haben sich versammelt. Parkverbotsschilder haben wir nur auf der anderen Seite gesehen….. Wahrscheinlich galten sie für beide Strassenseiten…..Wir haben Glück  unser Auto steht noch brav dort wo wir es abgestellt haben und die Sperre der Strasse beginnt direkt hinter unserem Womo. Nach zwei schönen Tagen verlassen wir Cap Ann.

Mal wieder haben wir unsere Route spontan verändert und beschlossen nun uns die Neu Englandstaaten näher anzuschauen. Wir werden einen Abstecher in die White Mountains und nach Vermont machen. Aber dazu mehr im nächsten Bericht“

 Fazit: Von der Städtetour ging es direkt wieder an die erholsame Küste. Die Devise dieser zwei Wochen war entspanntes Nichtstun und von allem ein bisschen. Museum, Radfahren, Bootstour, an der Küste rumsitzen, nette Leute treffen  und aufs Meer schauen.

Dieser Beitrag gehört zu Nordamerika, Reiseberichte, USA 2015

2 thoughts on “USA: New England States Teil 1

  • Michael+Bärbel 23. Juli 2015 at 10:08

    Hallo Ihr Zwei, liebe Grüße aus dem Ruhrpott. Habt Ihr es gut ,das sieht alles so toll aus. ICH WILL AUCH. Außer Euere sportlichen Aktivitäten würde ich Euch gerne begleiten. Hihi: Weiter eine gute Fahrt und passt auf Euch auf . Dicken Kuss Bärbel

  • Birgit Müller 25. Juli 2015 at 17:19

    Hallo ihr zwei, was für schöne Bilder. So oder so ähnlich stelle ich mir New England vor. Nun bin ich gespannt wie es weitergeht. Habt noch viel Spaß und Cheers aus bunten Bechern. 😉 Liebe Grüße Birgit

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