New Mexico  vom 19.03.-29.03.2015

 New Mexico (Land of Enchantment): Der Bundesstaat New Mexico hat den schönen Beinamen „Land der Verzauberung“. Er erstreckt sich über eine Fläche von 314312 qkm . Die Einwohnerzahl beträgt 1,8 Mio. Die Hauptstadt ist Santa Fe. Bekannt ist der Bundesstaat für das Gewürz Chili, antike Pueblos und die erste Atombombe (1945)

Wir erreichen den Staat New Mexico. Zunächst wird uns eine Stunde gestohlen, wir müssen die Uhren vorstellen. Der schöne Effekt ist, dass es abends länger hell ist und wir länger draussen sitzen können. Ansonsten ist die Landschaft erst einmal recht monoton. Wir fahren durch Steppe und Halbwüste. City of Rock ist unser Ziel, dort soll es einen CP geben, direkt zwischen den Felsen. Etwas zweifelnd schauen wir uns um, von Felsen ist weit und breit nichts zu sehen, nur plattes Land. Aber wie es so ist ca fünf Kilometer vor dem Ziel, in einer kleinen Senke, kommen die roten Felsen zum Vorschein und zwischen ihnen  blinken glänzend einige Wohnmobile. Ein tolles Ambiente. Wir finden einen schönen Platz, zünden ein Lagerfeuer an und lassen den Tag entspannt ausklingen.

Unser Fahrt geht weiter durch die Steppe, endlich erreichen wir die Berge – die Gila Cliff Dwellings National Mountains-. Hier führt ein schöner Weg zu den Gila Cliff Dwellings. Dies sind „Wohnungen“ der Indianer, die diese in große vertikale Felsspalten gebaut haben. Also Unterkünfte in Höhlen. Zimmer sind erkennbar, Feuerstellen und Lagerräume. Die Wissenschaftler schätzen, dass hier ca 25 Menschen gleichzeitig gewohnt haben. Unterhalb fliesst ein Fluss und die Indianer haben über lange Leitern das Wasser vom Fluss hoch in die Unterkünfte gebracht. Dies war vor allem Aufgabe der Kinder. Leider ist der Wissenschaftler, der diese Cliff Dwellings als erster untersucht und erforscht hat, verstorben und seine Unterlagen konnte nach seinem Tod nicht gefunden werden. Somit sind viele Informationen verlorenen gegangen, die wohl nachträglich nicht mehr zusammengetragen werden können.

Die Stadt Silver City ist, wie der Name schon sagt, durch Silberminen groß geworden. Heute gibt es kein Silber mehr, aber der nahe National Mountain Park zieht ein paar Touristen an. Uns wird ein Besuch der kleinen Innenstadt empfohlen mit Cafés und Kneipen. Leider ist jedes zweite Geschäft leer und steht zur Vermietung bereit. Wir finden es nicht so schön und verbringen den Abend auf dem CP. Unser nächstes Ziel ist der Elephant Butte Lake. Dieser liegt nah an der Stadt „Truth und Consequences“. Im US Fernsehen gab es eine Fernsehshow mit dem Namen „Truth und Consequences“ auf deutsch „Sag die Wahrheit“. Der Moderator, der damals sehr erfolgreichen Sendung, versprach, wenn eine Stadt sich umbenennen würde in „Truth und Consequences“, dann würde er dafür sorgen, das jährlich ein Festival zur Namensänderung gefeiert wird. Er hat also die Stadt gefunden nähe des Elephant Butte Lakes und das  Festival findet immer noch jedes Jahr Anfang Mai statt. Eine große Werbeaktion für Stadt und Show auf amerikanisch. Der Lake ist eine Recreational  Area und auf tollen Plätzen können wir mit schönem Blick campen. Wir geniessen die Ruhe und bleiben länger.

Nach soviel Ruhe und Landschaft zieht es uns nach Albuquerque (sprich: Elbükörki). Eine große Stadt mit einem alten Stadtkern. Der Stadtkern drapiert sich liebevoll um eine kleine Plaza mit Kirche, schönen Souvenirshhops, Restaurants und Galerien. Ein bisschen Wildwest darf auch nicht fehlen. Wir bummeln auch die Gassen und gehen  mexikanisch Essen.

Ausserhalb der Stadt gibt es einen CP mit Blick auf den Fluss und den Highway. Dort lernen wir Sharon und ihren Mann Mike kennen. Die beiden laden uns  in ihren großen Campingbus ein. Sharon bereitet mal eben schnell Brownies in der Mikrowelle vor dazu gibt es Vanilleeis und viele Tips für unsere Weiterreise. Auch wir können einige Ideen weitergeben. Die beiden sind viel unterwegs um dem Winter in ihrer Heimat zu entfliehen.

Taos ist unser nächstes Ziel und dort vor allem das Pueblo Taos. Ein altes mexikanisches Dorf, in dem heute noch Mensch leben, ein wenig wie damals. Sogar ohne Strom. Dieses Dorf darf man besuchen, klar gegen ein kleines Eintrittsgeld. Birger ist schon ganz neugierig. Er hat einiges gelesen und will es nun life sehen. Leider ist das Dorf für den Publikumsverkehr zur Zeit geschlossen,  aber es öffnet in zwei Tagen wieder. Wir beschließen in Taos zu bleiben und am ersten Tag der Eröffnung wieder zu kommen. Wir vertreiben uns die Zeit angenehm in den warmen Quellen der Ojo Caliente Minerals Springs. Vom Becken aus sehen wir auf einem Felsen sogar einen Kojoten, vielleicht auch einen Wolf, wir sind uns alle, die da zusammen im warmen Wasser faulenzen, nicht so einige. Taos liegt recht hoch, so dass es nachts recht kalt wird bis zu 0 Grad.  In der Nach lassen wir die Heizung etwas laufen, damit die Leitungen nicht einfrieren bzw die Tanks sich nicht automatisch entleeren.

Ausserhalb von Taos besuchen wir die schöne kleine Kirche Santuario de Chimayo! Man sagt dem Boden, auf dem die Kirche erbaut ist, heilende Wirkung nach. Es gibt ein Loch im Boden der Kirche durch das man den Sandboden berühren kann. Wir bitten um Gesundheit. Überall an den Wänden hängen Bilder von Menschen für die die Angehörigen beten. Dazu handgeschriebene Geschichten über Heilungserfolge nach dem Besuch der Kirche oder Bitten um Hilfe. An einer Wand hängen viele Gehstöcke und Krücken, von Menschen, die diese nach dem Besuch der Kirche nicht mehr benötigten. Es ist alles sehr persönlich in der Kirche.

Taos selber hat einen schöne Innenstadt, alle Häuser sind im mexikanischen Stil, hohe moderne Gebäude sucht man vergeblich. Viel Kunsthandwerk wird angeboten. Wir schlendern durch die Galerien und Shops und sind froh uns nicht für etwas entscheiden zu müssen, weil wir eh keinen Platz für Souvenirs im Womo haben. Pünktlich am Eröffnungstag, den wir auch  im Internet nochmal geprüft haben, stehen wir wieder am Eingang des Pueblo Taos. Dort teilt man uns lächelnd mit, dass die Eröffnung um einen Tag verschoben wurde. Etwas enttäuscht fahren wir von dannen und setzen das Dorf auf unsere Liste mit den Orten, die wir wohl nicht mehr sehen werden in diesem Leben!

Aber Santa Fé, die Hauptstadt von New Mexico, wartet mit einer schönen Plaza, netten Menschen, vielen Schmuckgeschäften und schönen Kirchen. Eine Stadt zum Wohlfühlen. Auch hier sind die Häuser, auch Hotels und Parkhäuser, ähnlich wie in Taos, im mexikanischen Stil gehalten. Alles wirkt so überschaubar gemütlich. Die Chapel Loretto ist eine schöne kleine Kirche.

Am nächsten Tag ändern wir kurzfristig unsere Route und fahren noch mal nach Albuquerque, denn dort gibt es angeblich eine der längsten Seilbahnen der Welt. Die  Sandia Peak Areal Tramway. Das Wetter ist klar und sonnig und die Seilbahn braucht 15 Minuten um uns auf den Gipfel auf ca 3000 Meter Höhe zu bringen. Das besondere an der Tramway ist, dass es zwischen Tal und Gipfel nur zwei Stützen gibt über die, die Seile gezogen werden. Der Rest ist freischwingend.

Wir entscheiden uns dann doch nicht in der Stadt zu bleiben und fahren noch recht lang zum „Valley of Fire“ ein Recreational Area mit Campingplatz mitten in Lavafeldern. Rundherum nur dürres, plattes Land und dann plötzlich schwarze Lava.Die Campingplätze sind schon fast alle belegt, die  beiden noch freien Stellplätze sind extrem schief, aber wir finden einen, als Zeltplatz ausgewiesen Platz für unser kleines Womo. Der Spaziergang durchs Lavafeld ist sehr informativ. Überall sind kleine Schilder aufgestellt die uns alles notwendige zum Thema  Lava und  ihre Lebewesen  erklären.

Die Strecken durch New Mexico sind oft recht eintönig und lang. Auch der Weg nach Alamogordo entlockt uns keine Begeisterungsstürme. Aber dafür um so mehr, ein  Museum, das wir spontan besuchen. New Mexico Museum of Space History.  Obwohl wir nicht so sonderlich interessiert sind, was das Weltall und seine Erforschung angeht, bewegen wir uns in knapp zwei Stunden von Kopernikus bis zur Weltraumerforschung im Jahr 2004 ( das ist der Zeitraum der im Museum erklärt wird). Es macht Spaß und es ist abwechslungsreich.

Vom Weltraum geht es direkt zurück auf die Erde, nach White Sands. Die größte Gipswüste der Erde. Hier wurden 1945 die ersten amerikanischen Test mit Atombomben gemacht. Der Sand in dieser Gipswüste ist schneeweiss und es blenden wie beim Skilaufen in der Sonne ohne Sonnenbrille. Die weissen Dünen laden zum Picknick ein und Kinder und Erwachsene rutschen auf großen, flachen Plastikschüsseln die Hänge hinunter. Wir wandern auf den Dünen und kneifen ordentlich mit den Augen.

Im Oliver Lee State Park finden wir einen ganz tollen Platz für die Nacht, weit weg von der nicht so schönen Stadt Alamogordo, mit einem schönen Blick über Berg und Tal.

Auf dem Weg nach Carlsbad übernachten wir im Brantley Lake SP.  Abends gibt es ein tolles Rangerprogramm. Eine junge  Frau, Laura, kommt mir vier Greifvögeln auf den CP und erklärt uns, in einer fast zweistündigen Veranstaltung mit ganz viel Begeisterung, alles was wir über die Greifvögel wissen wollen. Eine Pfadfindergruppe ist extra deswegen auf den CP gekommen und löchert Laura mit Fragen und Erlebnissen.

Unser letztes Ziel in New Mexico, und bestimmt ein Highlight unserer Reise, sind die Höhlen von Carlsbad. Mit einem Aufzug geht es 725 Fuss in die Tiefe. Die Höhle kann man wahlweise mit einer Führung und auch alleine erkunden. Ein ca 2 km langer Weg führt durch die Höhle, auf leicht beleuchteten Schildern werden die wichtigsten Dinge erläutert. In der Höhle sind es angenehme 13 Grad, draussen brütet die Hitze mit bis zu 29 Grad. Die Höhle ist unglaublich riesig gigantisch groß, dass können Bilder überhaupt nicht wiedergeben. Und so schön und so abwechslungsreich. Stalagmiten,  Felsformationen, Canyons, tiefe Seen. Als Beispiel für die Größe seien hier die Maße des „Big Room“ aufgeführt: dieser ist 550 m lang, 335 m breit und 78 m hoch. Neben einigen Fussballfeldern hätte auch noch das Capitol hier unten in seiner vollen Größe  ausreichend Platz.

Wir kommen aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Nach ca 2 Stunden  verlassen wir die unterirdischen Gänge und ziehen weiter. Auf dem Balmorhea State Park finden wir einen der letzten Plätze. Dort gibt es einen ganz langen und großen Pool der aus natürlichen Quellen gespeist wird. Leider schliesst der Pool kurz nach unserer Ankunft, aber wir sind wildentschlossen am nächsten Morgen ein wenig Sport zu treiben und den Pool zu nutzen. Ja , dann treffen wir einen netten Amerikaner, der uns stolz erzählt er habe eine Schildkröte in dem Pool gesehen. Ach ja,Wasserschlangen hat er auch gesehen, ich verstehe er hat sie in einem Wasserlauf nah am CP gesehen, Birger versteht er habe die Wasserschlangen im Pool gesehen….. Deswegen gibt es am nächsten Morgen keinen Frühsport… wir stehen nicht so auf Schlangen. Dafür hatten wir eine schönen Abend mit Debbie und Ernie aus British Columbia/Kanada, wir tauschen Campingplatztips aus, da wir jeweils in die Richtung fahren, aus der der andere gerade kommt.

Wir sehen uns dann wieder in Texas.

 

Fazit:New Mexiko war bis jetzt der Bundesstaat mit größten Temperaturschwankungen. Nachts ging es in die Minusgrade und tagsüber waren die 30 Grad schnell erreicht. Wir haben auf ganz tollen Campingplätzen in verschiedenen State Parks gestanden  mit sehr abwechslungreichen  Ausblicken auf Seen, Bergen oder Wüste. Mit dem ein oder anderem Nachbar haben wir einen netten Abend verbracht und wieder mehr über Land und Leute erfahren. Die Höhlen in Carlsbad waren  einzigartig und haben uns sehr beeindruckt.

 

Dieser Beitrag gehört zu Nordamerika, Reiseberichte, USA 2015

One thought on “USA: New Mexico

  • Michael+Bärbel 5. April 2015 at 20:16

    Wau was für tolle Fotos wieder. Habt Ihr eigentlich überhaupt schon irgentwelche Souviners gekauft. Oder habt Ihr alles im Herzen gespeichert. GUTE REISE bussi Bärbel

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