USA: Südstaaten Teil 1

von Christiane
USA – Südstaaten Teil 1: Louisiana, Mississippi, Tennessee, Arkansas vom 10.04.2015-21.04.2015

 Louisiana (auch genannt: „Bayou State“, „Sportmens Paradise“): Der Staat Louisiana hat eine Fläche von 134.264 qkm  auf dieser wohnen ca 4,6 Mio Menschen. Ungefähr 32% der Bevölkerung sind afroamerikanischer Herkunft. Die Hauptstadt ist Baton Rouge. Die Staatsblume ist die Magnolie und der Staatsvogel ist der braune Pelikan. Wirtschaftliche Schwerpunkte sind: Landwirtschaft ( Baumwolle, Zucker, Reis und Tabak), Erdöl-und Erdgasföderung, Fischerei, Tourismus. Berühmt ist der Bundesstaat für kreolische und cajunische Küche,

 Mississippi ( auch genannt: „Magnolie State“): Der Staat Mississippi hat eine Fläche von 125.500 qkm  auf dieser wohnen ca 3 Mio Menschen. Ungefähr 37% der Bevölkerung sind afro-amerikanischer Herkunft. Die Hauptstadt heißt Jackson. Die Staatsblume ist die Magnolie, der Staatsvogel ist  die Nachtigall.  Wirtschaftliche Schwerpunkte sind: Landwirtschaft ( Baumwolle, Mais, Getreide, Südfrüchte), Erdöl-und Erdgasföderung, verarbeitende Industrie:Nahrungsmittel, Möbel, Textil) Berühmt ist der Bundesstaat für den Delta Blues,

 Tennessee (auch genannt: „Volunteer State“): Der Staat Tennessee hat eine Fläche von 109.152 qkm  auf dieser wohnen ca 6,4 Mio Menschen. Ungefähr 17% der Bevölkerung sind afro-amerikanischer Herkunft. Die Hauptstadt heißt Nashville. Die Staatsblume ist die Schwertlilie. Wirtschaftliche Schwerpunkte sind: Landwirtschaft (Mais, Getreide, Gemüse), Rinderhaltung , Forstwirtschaft, Metallverarbeitung und Chemie, Bodenschätze vorhanden.Berühmt ist der Bundesstaat für Country Music, Rock ´n Roll,

 Arkansas (auch genannt: „Lady of Opportunity“, „The Natural State“): Der Staat Arkansas hat eine Fläche von 137.754 qkm  auf dieser wohnen ca 2,94 Mio Menschen. Ungefähr 14% der Bevölkerung sind afro-amerikanischer Herkunft. Die Hauptstadt ist Little Rock. Die Staatsblume ist die Apfelblüte. Wirtschaftliche Schwerpunkte sind: Landwirtschaft (Mais, Getreide, Gemüse etc),viele verschiedene Industriebetriebe. Berühmt ist der Bundesstaat für die Wahl der ersten weiblichen US Senatorin – Hattie Caraway 1931- , Heimat von Wal-Mart.

Der Bundesstaat Louisiana empfängt uns mit einem sehr bewölkten Himmel und mit immer wiederkehrenden Regenschauern. Dies wird sich auch in den nächsten zwei Wochen nicht ändern. Okay, dass ist etwas gelogen, aus den Regenschauern werden später noch richtige Gewitterstürme werden. Aber dazu später. Wir fahren die Golfküste entlang und zwischen dem Meer und uns liegen die Sümpfe und in den Sümpfen liegen faul die Alligatoren rum. Zumindest hoffen wir, dass sie faul und satt sind.

Bei unserer Ankunft in New Iberia regnet es in Strömen, aber am nächsten Morgen ist es zumindest trocken und wir nutzen die Zeit. Zuerst besuchen wir den Rip van Winkel Garden. ein altes Herrenhaus mit viel Geschichte und einem schönen Garten herum. In diesem Garten empfangen uns einige Pfaues und es scheint Paarungszeit zu sein, weil die meisten Pfaus,  die wir sehen Radschlagen. Ich glaube es ist das erste Mal, das ich einen Pfau Rad schlagen sehe und ich mache unendlich viele Fotos, die ich euch, liebe Leser, aber in der Menge erspare!

Die nette Lady, die uns in einer kleiner Gruppe durch das Anwesen führt, weiss begeisternd viele Geschichten zu erzählen. Aber ihr Akzent ist recht heftig, sie spricht dazu noch wahnsinnig schnell und wir müssen uns stark konzentrieren um sie zumindest teilweise zu verstehen. Lachend erzählt sie uns, dass ein anderer deutscher Tourist zu ihr gesagt hätte, sie würde ja wie ein Maschinengewehr reden. Ja, dem können wir nur zustimmen! Willkommen in den Südstaaten!

Ganz in der Nähe ist die Produktionsstätte von Tabasco. Wer kennt dieses Gewürz nicht?. Diese Pfeffersauce bzw Peperonisauce steht in den USA auf jedem Tisch in jedem Restaurant. Man kann sie im Supermarkt auch in der 1,5 Liter Flasche kaufen. Die „Führung“ beschränkt sich auf einen Film über Idee und Herstellung des scharfen Gewürzes. Das gute an dem Film ist, wir können alles verstehen, kein Akzent ist beim dem Sprecher zu vernehmen.

Direkt nebenan hat die „Familie Tabasco“ einen „kleinen“ Dschungelgarten angelegt, ganz amerikanisch fährt man mit dem eigenen Auto durch den Garten….!  Zum Schutz der weissen Reiher in der Umgebung wurde einiges getan, so dass diese zum brüten in den See des Gartens jährlich einfliegen. Aber wo die gefiederten Freunde brüten sind auch ihre Feinde nicht weit. Unter den Stelzenaufbauten schwimmen die Alligatoren und warten darauf das eines der Jungen ins Wasser fällt. Manche Alligatoren liegen auch schon satt auf der Wiese.

Aufgrund der schlechten Wetterprognose für die Golfküste beschliessen wir erst einmal den Mississippi Richtung Memphis hoch zu fahren.

 Mississippi-River: Der Fluss hat eine Länge von 3.778 km, gemeinsam mit dem Missouri  erreicht der Flusslauf eine länge von 6.021 km, womit er nach dem Nil und dem Amazonas der dritt längster Fluss der Erde ist. Die Quelle bildet der Lake Itasca in Minnesota. Das Einzugsgebiet des Flusses und seiner über 40 Nebenflüsse ist 3,21 Mio qkm groß und erreicht in diesem Gebiet 21 US Bundesstaaten und 2 kanadische Provinzen.

Im wirklich schönen Ort Natchez  am Mississippi führt unser erster Weg in eine Kneipe direkt am Wasser,

von dort geht es dann zum CP. Einen Tag später besuchen wir in strömendem Regen zwei von den ca 15 zur Besichtigung freigegeben Anitbellum-Villen. Dies sind Häuser, die den amerikanischen Bürgerkrieg zwischen den Nordstaaten und den Südstaaten Ende des 19. Jhd. heil überstanden haben. Leider ist es nicht erlaubt die Häuser von Innen zu fotografieren.

In den USA darf man „alte“ Häuser nicht mit den „wirklich alten“ Gebäuden in Europa vergleichen. Die Geschichte hier ist noch recht jung.  Möbel aus dem 19 Jdh gelten als sehr alt und als Rarität. Uns hat ein Amerikaner mal folgendes gesagt: „ Für die Europäer sind 100 Meilen ein weiter Weg, für Amerikaner ist es eine Kurzstrecke, für die Amerikaner sind dafür 100 Jahre eine lange Zeit, für die Europäer ist es eher wie gestern.“ Wir können nur sagen, genauso ist es!

Im „Nachbarort „ Vicksburg lernen wir mehr über den amerikanischen Bürgerkrieg, den die Südstaaten bekanntlich verloren haben und im Zuge dessen, die Sklaverei abschaffen mussten. Wir besuchen das Schlachtfeld in Vicksburg, hier haben die Bewohner der Stadt, nach langer Belagerung durch die Nordstaaten, sich einen Tag vor der endgültigen Kapitulation der Südstaaten, freiwillig ergeben.

Gleichzeitig wurde in diesem kleinen Ort, etwas ganz besonders und bis heute noch sehr bekanntes erfunden. Die Coca-Cola Flasche. Klar besuchen wir das kleine Museum und lernen etwas über die kleine Glasflasche und den Beginn ihres Vertriebes.

Im Bundesstaat Mississippi ist Glücksspiel erlaubt allerdings mit einer kleinen Auflage. Die Kasinos müssen im Mississippi River oder im Golf von Mexiko schwimmen. Dies führt dazu, dass es entlang  des Rivers viele schwimmende Kasinos gibt, die Schiffe  sind wohl nicht mehr manövrierfähig, aber es lässt sich mit ihnen viel Geld (Steuereinnahmen) verdienen.

In Memphis, Bundesstaat Tennessee, angekommen führt uns unser erster Weg zu Elvis Presley, nach Graceland. Wir besichtigen sein Wohnhaus, dass überraschend klein ausfällt. Die sehr gut gemachte Audio-Tour gibt uns einen imposanten Eindruck von der Karriere von Elvis und einen zu kleinen Einblick in sein Privatleben. Seine silbernen, goldenen und Platinschallplatten sind eindrucksvoll ausgestellt, genauso wie seine Bühnenoutfits, seine Autos und seine beiden Flugzeuge.  Wir werden tatsächlich ganz still,  uns war dieser  gigantische Erfolg so nicht wirklich bewusst. Wusstet ihr das Elvis nie ausserhalb von den USA aufgetreten ist?Ganz amerikanisch fällt nicht ein Wort zu seinen Medikamenten- und Drogenproblemen. Sein Grab und das seiner Eltern, seiner Großmutter und seines, bei der Geburt verstorbenen, Zwillingsbruders kann man hier ebenfalls besuchen.

Uns hat der Besuch von Graceland schon beeindruckt, so dass wir nun wieder im Besitz einer Elvis CD sind.  In Memphis West stehen wir auf einem schönem Campingplatz direkt am Mississippi River. Als wir am nächsten Morgen aufwachen, scheint tatsächlich die Sonne und wir beschliessen einen Tag länger zu bleiben und die Sonne zu geniessen. Die Frachter und Lastkähne, die den Mississippi hinauf und hinunter fahren sind kaum zu vergleichen mit den Lastkähnen zuhause auf der Donau. Die Schiffe auf der Donau sehen da doch sehr klein aus.

Von der „Terrasse“ unseres Womos aus können wir entspannt die Schiffe beobachten und es gelingt uns nicht ein Schiff ganz auf ein Foto zu bekommen…  😯 Unsere kanadischen Nachbarn auf dem Campingplatz, Marcel und Carol, sind gut gelaunt und haben Lust zu quatschen, so dass der Vormittag schnell vergeht. Am späteren Nachmittag fahren wir mit den beiden in ein angeblich typisches Mississippi Barbecue Restaurant. Viel Fleisch ist auf dem Teller, alles ist übergossen mit einer homemade BBQ-Sauce, nicht so ganz unser  Ding. Abends beim Wein sitzen wir trotz Mückenplage lange draussen und lachen viel über Marcel`s Geschichten.

Am nächsten Tag erkunden wir  das Mud River Museum und die Innenstadt von Memphis, hier ( klar auch in New Orleans)  wo all die großen Musiker gespielt haben, der Blues, der Jazz und auch der Rock ´n Roll ihre erste Bühne hatten, bevor all diese Musikrichtungen international populär wurde. Die Beale Street war  die Amüsiermeile der Schiffer und der Treffpunkt der Musiker in den unzähligen Musikkneipen sind sie alle aufgetreten. Von Louis Armstrong bis Elvis Presley.

Heute ist diese Strasse eher eine Touristenmeile, in der zumindest am späten Nachmittag nicht so viel los ist.

Auf der Ostseite des Rivers fahren wir zurück nach Süden, New Orleans ist das Ziel. Aber vorher sagt uns eine kleine Kontrollleuchte im Display unseres Womos, dass wir  vorne neue Bremsbeläge benötigen.  Wir beschliessen noch einmal nach Natchez zu fahren, die Stadt hat uns gut gefallen mir ihren schönen Herrenhäusern, zudem ist sie überschaubar und es gab noch eine Kneipe direkt am River, der wir gerne einen Besuch abstatten wollen. Genau in der Kneipe treffen wir drei „schwere“ Jungs mit ihren Harley Davidson Maschinen. Ganz unkompliziert geben sie uns noch ein paar Tips, was man so alles unternehmen kann in der Gegend, bevor sie wieder davon brausen.  Und schon wieder dieser anstrengende Akzent ;-)! Eine Werkstatt ist in Natchez auch schnell gefunden die schon am nächsten Tag, die von uns mitgebrachten Beläge, einbaut. Dann erreicht uns eine erfreulich email von Margit und Klaus. Im September letzten Jahres haben wir uns in den USA kennengelernt und seit dem öfter wieder gesehen, bis jeder von uns einen anderen Weg nach Mexico eingeschlagen hatte. Nun sind die beiden auch zurück in den USA und ganz in der Nähe. Spontan verabreden wir ein Treffen in  New Orleans  in den nächsten Tagen um dort gemeinsam die Stadt unsicher zu machen.

Also auf nach New Orleans!

 Fazit: Trotz des mäßigen Wetters, der hohen Luftfeuchtigkeit und der doch vielen Mücken hat uns der Mississippi  sehr gut gefallen. Leider kann man ihn nur selten sehen, während man an seinen Ufern entlang fährt, weil hohe Deiche den Blick verstellen. Die Südstaaten, die wir besucht haben, waren unglaublich grün, viele schöne Häuser im Kolonialstil säumen die Strassen, besonders der kleinen Orte. Wir haben einen Einblick bekommen, wie die Amerikaner mit ihrer Historie umgehen und waren nur ein bisschen erstaunt.

 

Dieser Beitrag gehört zu Nordamerika, Reiseberichte, USA 2015