USA: Südstaaten Teil 2: Louisiana, Mississippi, Alabama

von Christiane
 Südstaaten Teil 2: Louisiana, Mississippi, Alabama  vom 21.04.2015-27.04.2015

 Louisiana (auch genannt: „Bayou State“, „Sportmens Paradise“): Der Staat Louisiana hat eine Fläche von 134.264 qkm  auf dieser wohnen ca 4,6 Mio Menschen. Ungefähr 32% der Bevölkerung sind afroamerikanischer Herkunft. Die Hauptstadt ist Baton Rouge. Die Staatsblume ist die Magnolie und der Staatsvogel ist der braune Pelikan. Wirtschaftliche Schwerpunkte sind: Landwirtschaft ( Baumwolle, Zucker, Reis und Tabak), Erdöl-und Erdgasföderung, Fischerei, Tourismus. Berühmt ist der Bundesstaat für kreolische und cajunische Küche,

 Mississippi (auch genannt: „Magnolie State“): Der Staat Mississippi hat eine Fläche von 125.500 qkm  auf dieser wohnen ca 3 Mio Menschen. Ungefähr 37% der Bevölkerung sind afro-amerikanischer Herkunft. Die Hauptstadt heißt Jackson. Die Staatsblume ist die Magnolie, der Staatsvogel ist  die Nachtigall.  Wirtschaftliche Schwerpunkte sind: Landwirtschaft ( Baumwolle, Mais, Getreide, Südfrüchte), Erdöl-und Erdgasföderung, verarbeitende Industrie:Nahrungsmittel, Möbel, Textil) Berühmt ist der Bundesstaat für den Delta Blues,

Wir sind auf dem Weg nach New Orleans. Zwischen der Industriestadt Baton Rouge und New Orleans liegen einige sehr schöne Plantagen Häuser. Vor dem Bürgerkrieg waren dies Herrenhäuser von sehr große Plantagen für Zuckerrohr oder Baumwolle und je nach Größe der Plantage lebten einige hundert oder sogar bis zu tausend Sklaven auf einer Plantage. Unsere erste Besichtigungstour führt uns auf die Houmas House Plantation. Die Villa liegt eingebettet in einen sehr schönen Garten mit alten Bäumen. Kate unsere Führerin ist traditionell gekleidet und beschreibt uns sehr anschaulich das Leben auf der Plantage. Mit ihrem Charme und Witz bringt sie  die Gruppe ganz leicht in ihrem Bann. Auch hier geht der ein oder andere Witz, dank des starken Südstaatenakzentes von Kate, an uns vorbei……Zuckerrohr wurde hier angebaut und auch verarbeitet, nach dem Bürgerkrieg ging es  mit der Plantage  nach und nach bergab. Dafür gab es zwei Gründe, erstens die Sklavenhaltung war verboten und dies bedeutete den Sklaven musste ein Lohn gezahlt werden, zweitens die Familie lebte auf etwas zu großem Fuß.

Eine weitere Plantage wollen wir uns noch ansehen und entscheiden uns wohl für die Bekannteste, die  Oak Alley Plantation. Vielleicht ist der Name nicht so geläufig, aber das Bild von der Zufahrt zur Plantage durch die Allee mit den alten gebogenen Eichen hat fast jeder schon mal gesehen. Auch hier werden wir in einer interessanten Führung durchs Haus geleitet. Ein kleiner Fuchs vertreibt uns die Wartezeit bis zur nächsten Tour.  Unser junge Lady spricht ohne Südstaatenakzent, eher überdeutlich und auch noch in  einer angenehmen Geschwindigkeit. Welche Entspannung ihr zu zuhören!  Dieses Herrenhaus war noch bis 1972 tatsächlich bewohnt und es gibt noch Nachkommen der Eigentümer die nun  in New Orleans wohnen. Im Gegensatz zur Führung auf der ersten Plantage wird hier offen über die Sklaverei gesprochen, es sind auch deren Unterkünfte zu sehen und viele schriftliche Nachweise über Namen, Arbeitsplatz und Preise der auf der Plantage arbeitenden Sklaven.

Bevor wir uns in den „Großstadt-Dschungel“ von New Orleans trauen, verbringen wir noch eine ruhige Nacht in einem State Park.  Am nächsten Morgen machen wir uns auf zu dem verabredeten Campingplatz um Margit und Klaus zu treffen. Die beide sind eine Stunde vor uns angekommen und wir machen uns gegen Mittag gemeinsam  auf den Weg die Stadt zu erkunden. Direkt gegenüber vom Campingplatz fährt der öffentliche Bus in die City. Margit ist gut informiert und so klappt  es auch mit dem Umsteigen und eine Stunde später sind wir schon  Mitten im Gewühl. 2005 ist der Hurrikan Katrina über die Stadt und einen großen Teil der Küste gefegt. Die Verwüstungen waren unbeschreiblich groß und viele Menschen haben ihre Häuser oder sogar ihr Leben verloren. Nun zehn Jahre später ist fast alles wieder hergestellt worden. Wir schlendern erst runter zum River und dann ins French Quartier.

Vor der Kirche spielen verschiedene Bands und wir hören eine Weile zu.

Dann bummeln  wir durch die  Gasse, durchstöbern das ein oder andere Geschäft – eigentlich suche ich ja einen Hut, gegen die Sonne- und setzen uns dann gemütlich zum ersten Bier nieder. Es gibt ja viel zu erzählen, seit einem halben Jahr haben wir uns nicht gesehen, nur per Email Infos ausgetauscht. In der Bourbon Street startet dann am frühen Abend schon das Nachtleben. Musik ertönt aus fast jeder Kneipe, Tabledance Läden animieren mit attraktiven, leicht bekleideten  Damen ( liegt irgendwie im Auge des Betrachters -Anmerkung der Redaktion ;,-)) und Künstler verschiedener Stilrichtungen beleben das Strassenbild. Nicht zu vergessen, die zahlreichen Touristen und evtl auch Einheimische, die versuchen Aufmerksamkeit zu erregen .

Es gibt viel zu schauen und zu  bestaunen. Nach dem Abendessen setzen wir uns noch auf ein Bier in eine Kneipe und lauschen ein wenig der Livemusik- die aber ziemlich häufig ein Päuschen einlegt. Mutig fahren wir Abends um 22.00 Uhr wieder mit dem öffentlich Bus zum CP, aber wir sind ja zu viert. Am nächsten Morgen geht es recht zeitig wieder in die Stadt, da ab Mittags Gewitter angesagt sind. Wir schauen uns die Stadt von der gegenüberliegenden Seite des Flusses an und schlendern durch Port Algier. Wieder in Downtown angekommen sitzen wir in einem Brauhaus und schauen gelassen dem Regenguss zu. Der Himmel hat seine Schleusen geöffnet. Sobald es trocken ist laufen wir los und nehmen eine der Street Cars um in das Villenviertel zu fahren.  Hier gibt es viele schöne Villen im Kolonialstil zu bestaunen. Als der Regen abermals einsetzt, flüchten wir in die nächste „Street Car“ und fahren zurück in die City.

Abends geht es dann wieder ins French Quarter, eine kleine Parade von Dixieland Musikern zieht durch die Strasse, es ist ein wenig wie im Film.

Wir schauen zwei Breakdance zu, viel Kleinkünstler beleben das Strassenbild und überall wird Musik gespielt. New Orleans ist eine sehr lebendige Stadt, es darf auf der Strasse Alkohol getrunken werden, dies ist sehr ungewöhnlich für die USA. Normalerweise ist Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit strikt verboten. Einheimische und Touristen geniessen die neu-gewonnene „Freizügigkeit“ und so ist  die Stimmung in den Strassen rund um das French Quartier  dementsprechend entspannt . Gesehen und gehen werden – je auffälliger um so besser- ist die Devise! Es macht Spaß durch die Strassen zu laufen!  Es waren zwei schöne Tage mit euch, Danke Margit und Klaus!

Von New Orleans wollen wir die Golfküste entlang fahren, zurück zum Meer und zum Strand. 40 km ausserhalb der Stadt  entdecken wir ein Werbeschild für Swamp-Touren. Die steht noch auf unserer Programmliste.  Der Parkplatz des Anbieters steht voll Autos und so beschliessen wir anzuhalten. Es gibt noch Plätze für uns in der nächsten Tour in den Sumpf. Mit kleinen flinken hochmotorisierten Booten geht es auf in die Flüsse und Sümpfe. Unser Käpt´n hat Spaß an seinem Job und sorgt für viel gute Stimmung. Wir sehen verschiedene Vogelarten, Alligatoren  und Schlangen. Aber am besten haben uns die kleinen Javelinas (kleine Wildschweine) gefallen, die wir am Ende der Tour durch den Sumpf gesehen haben. Die Natur ist beeindruckend in diesem Swamp.

Die Nacht verbringen wir in einem netten National Park in Ocean Spring, leider ohne Meerblick. Immer an der Küste entlang fahren wir Richtung Dauphin Island. Kurz vor dem Island besuchen wir noch den Bellinggrath Garden (Bellinggrath ist derjenige, der die Cola Flasche erfunden hat, dessen Museum wir in Vicksburg besucht haben, so schliesst sich wieder ein Kreis). Viele Pflanzen und Blumen in dem Garten  blüht leider nicht mehr oder noch nicht, ist eventuell auch dem sehr regenreichen Wetter der letzten Wochen zu zuschreiben.

Mit einer Fähre fahren wir von Dauphin Island nach Fort Morgan. Auf der Fähre spricht uns Ursula an. Sie kommt aus Hessen und lebt seit vierzig Jahren in den USA. Sie erzählt ein wenig von ihrer Zeit in den USA und gemeinsam geniessen wir die Überfahrt.

Am Nachmittag finden wir einen kleinen CP  mit nur 30 Plätzen, der uns gefällt und es gibt sogar noch einen Platz direkt am Wasser. Wir haben gerade die Stühle rausgestellt und es uns gemütlich gemacht, als der Himmel sehr schnell, sehr dunkel wird. Ein Sturm zieht auf, es regnet in Strömen, es blitzt und donnert und der Wasserstand des Meeres erhöht sich mal schnell um zwei-drei Meter. Mit 20 Meilen pro Stunde ( ca 30kmh) rollt der Sturm über uns hinweg. Zum CP gehört ein längerer Bootsanlegesteg, dessen Ende von den aufgepeitschten Wellen ziemlich beschädigt wird. Nach ca 45 Minuten ist alles vorbei.  Das Meer beruhigt sich, der Strand vor uns wird wieder sichtbar und wir erleben einen wahnsinnig schönen Sonnenuntergang.  Am nächsten Tag schwimmen Delphine an unserem CP recht nach vorbei, ein Blaureiher macht es sich 10 Meter vor uns am Wasser gemütlich und kommt per mal am Tag bei uns vorbei. Klar, dass wir länger auf diesem CP stehen bleiben ;-))!

Der nächste Bundesstaat warten schon auf uns, Florida wir kommen!

 Fazit: Die Südstaaten haben uns sehr gefallen, trotz des recht unbeständigen Wetters. Wir haben mehr über einen wichtigen Teil der amerikanischen Geschichte gelernt, den Bürgerkrieg. Die alten Herrenhäuser und Plantagenhäuser sind ein Überbleibsel dieser Zeit. New Orleans ist eine schöne Stadt, die mit ihren alten Villen, den Raddampfern und natürlich dem Kneipenviertel die Touristen anzieht. Wir haben es sehr genossen, diese Stadt nicht alleine zu entdecken, sondern gemeinsam mit Margit und Klaus!

Dieser Beitrag gehört zu Nordamerika, Reiseberichte, USA 2015

2 thoughts on “USA: Südstaaten Teil 2: Louisiana, Mississippi, Alabama

  • renate+heiner christiansen 11. Mai 2015 at 08:18

    Hallo ihr Reiselustigen!

    Eure Berichte faszinieren uns immer wieder
    Die herrlichen Plantagenhäuser,die traurige Zeit der Sklaven -alles Geschichte.
    Tolle Natur-,Tier-und Sonnenuntergagsbilder erleben wir mit euch!
    Weiter so,gute Fahrt

    Heiner+Renate

  • Michael+Bärbel 21. Mai 2015 at 10:57

    Halli hallo Ihr zwei, ja das sind ja wieder wunderschöne Fotos von Euch. Viel Spaß habt Ihr wohl auch gehabt, echt lustige Bilder. Unser Urlaub war auch schon nicht so spektakulaer wie bei Euch aber auch erholsam. So noch weiter gute Reise und macht schöne Bilder für uns. Bussi Bärbel

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