Von Kanada nach Alaska (Alaska Hwy, Klondike Hwy, Top of the world Hwy)

von Christiane

Fahrt Richtung Norden von Kanada nach Alaska: 23.06.2014 – 01.07.2014

 Alberta: In Alberta wohnen ca.3.8 Mio Menschen, dies entspricht ca 10,8 % der kanadischen Bevölkerung. Alberta ist ca.662.000 qkm groß, so dass 5,6  Einwohner pro qkm wohnen. Die Hauptstadt ist Edmonton. Alberta ist aufgrund von Öl, Gas und Kohlevorkommen einer der reichsten Provinzen Kanadas und erwirtschaftet jedes Jahr Haushaltsüberschüsse. Auch der Tourismus in den NP Banff und Jasper sorgen für den Wohlstand der Provinz.

 Britisch Columbia:  Britisch Columbia zählt ca. 4.6 Mio Einwohner auf  945.000 qkm.13,2% der kanadischen Bevölkerung wohnen in dieser Provinz und ca 4,7 Einwohner pro qkm. Die Hauptstadt ist Viktoria auf Vancouver Island. Die größte Stadt ist Vancouver. BC wurde durch den Pelzhandel und den Goldrausch geprägt. Die Rocky Mountains als Felsbarriere zum restlichen Kanada sorgten dafür,  dass der Handel mit den USA stärker war als mit den übrigen Provinzen Kanadas. Auch heute ist der Handel mit den USA und Asien der Hauptwirtschaftsfaktor. Die Region Vancouver gilt als die reichste Kanadas.

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 Yukon Territory: Ca. 34.500 Einwohner zählt dieses 482.000 qkm großes Territory. Nur 0.1% der kanadischen Bevölkerung haben sich hier niedergelassen. Ein Einwohner gibt es auf 15 qkm. Die Hauptstadt heisst Whitehorse und hat 24.000 Einwohner und im Sommer kann man sogar ab Frankfurt dort hin fliegen. Der Mount Logan der höchste Berg Kanadas ist in Yukon zu finden. Bekannt ist diese Region durch den Klondike Gold Rush und den Bau des Alaska Highways. 

Von der Stadt Hinton  am Eingang bzw Ausgang des Jasper NP starten wir unsere Tour Richtung Norden. Auf dem Weg durchfahren wir die Provinzen Alberta, BC und Yukon, die Grenzen sind fliessend und manchmal auch im Zickzack. Alaska ist das Ziel ca 3000 km liegen vor uns. Viel schöne Natur erwartet uns kleine Städte eher Städtchen und weniger Sehenswürdigkeiten. Trotzdem beschliessen wir die einzelnen Etappen nicht zu lang werden zu lassen.

Der Highway 40 auch als Scenic Alaska Highway bekannt führt uns erstmal  in den Ort Grand Cach. Der Ort an sich ist nicht weiter aufregend, aber wir finden einen netten CP sogar mit Wifi. Am nächsten Tag fahren wir „nur“ 300 km und kommen am frühen Nachmittag am CP am Lake Swan an. Auf dem Weg dort hin sehen wir Bären  und geniessen die Fahrt  und vertreiben uns die Zeit mit einem Hörbuch ;-).

Es sind wirklich viele Wohnmobile unterwegs und wir denken an die viele Warnungen die wir bekommen haben, dass es schwieriger wird einen Platz auf einem CP zu finden.

In Dawson Creek erreichen wir den Startpunkt auch „Nullpunkt“ des Alaska-Highway. Dieser Nullpunkt wird durch ein Schild auf dem Parkplatz des VisitorCenters groß angekündigt und Fotos sind Pflicht.

Ein holländisches Ehepaar spricht uns an, mal wieder aufgrund des Womos. Sie kommen „gerade“ aus Argentinien und sind nun über zwei Jahre unterwegs. Ihr Ziel ist Halifax und von dort aus  geht es wieder nach Hause….. und die nächste Reise geht evtl Richtung Singapur!

Wir sind neugierig und löchern die beiden mit vielen Fragen und Befürchtungen was das Reisen in Mittel- und Südamerika angeht. Geduldig beantworten beide unsere Fragen und erzählen von ihren Erlebnissen. Im Gegenzug können wir ihnen einige Tips für ihren Weg nach Halifax mitgeben. Nach ca  1,5 Stunden Parkplatz-Talk fährt jeder wieder in seine Richtung, nicht ohne email und homepage Daten auszutauschen. Ach ja und noch mit der Info, dass das Schild nicht der Originalpunkt ist, der ist irgendwo im Ort……

In dem Fort Nelson erinnern wir uns an die „Warnungen“, als wir auf einem recht überfüllten und nicht so günstigen CP stehen und nach uns noch einige Wohnmobile auf den Platz fahren. Hinter Fort Nelson wird die Landschaft abwechslungsreich und wir passieren Schluchten, Seen und Gebirgspanoramen. Wir beschliessen  am Lake Muncho  auf einem Government CP  mit nur 12 Stellplätzen den Fahrtag schon frühzeitig zu beenden. Im Liegestuhl geniessen wir die Aussicht und die Ruhe, zumindest so lange bis die Augen zum Mittagsschlaf zu fallen.

Am nächsten Morgen besuchen wir die Liard Hotsprings. Es sind naturbelassene Becken mit sehr, sehr warmen Wasser über 50 Grad. Mal wieder kommen wir ins Gespräch mit einem netten Herren der vor ca 20 Jahren in die USA ausgewandert ist und schon an vielen Orten gelebt hat ua in Toronto (Kanada). Er und seine Frau sind auch auf dem Weg nach Alaska. Gleichzeitig schliesst sich ein junger Deutscher dem Gespräch an der von der Bundeswehr aus erst fünf Jahre in Labrador gelebt hat und nun seit einigen Jahren im Norden von Kanada stationiert ist. Es ist interessant beiden zu zuhören und mehr über das Leben in Kanada zu erfahren

Kurz nach Verlassen der hotsprings, zurück auf dem Alaska Highway, kommen wir an einem Schild vorbei, das uns vor Bisons warnt. Wir lachen darüber und machen Scherze….. bis wir ca. 5 km später ein Bison sehen, direkt am Strassenrand.  Beeindruckend groß. Wir staunen und lachen danach vor Freude, dass wir ein wildes Bison sehen durften.

Der Höhepunkt war allerdings eine Bisonherde, die später am Tag unsere Strasse kreuzte! Wahnsinn! Okay, wir werden den Warnschildern in Zukunft Glauben schenken.

Die Strasse zieht sich durch die Landschaft, mal besser asphaltiert mal schlechter und uns erwischt es mal wieder….. wir haben einen Steinschlag in der Windschutzscheibe. Im nächsten Ort ist der schnell behoben für ca 20 Euro sieht die Scheibe aus wie neu.

Unterwegs sehen wir endlich einen Elch….. der nicht sofort flieht, wenn wir uns nähern….

Im Ort Watson Lake müssen wir natürlich auch unser Schild an einem der vielen aufgestellten Pfählen hinterlassen. Hier haben sich ca.80.000 Reisende mit einem mitgebrachten Schild aus ihrem Heimatort, Land, Nummernschild etc verewigt. Wir nun auch.

In Whitehorse, der Hauptstadt vom Yukon Territory, füllen wir unsere Vorräte auf und staunen nicht schlecht über die Menge an Wohnmobilen, Trailern, fifth wheels etc. zum ersten Mal sehen wir auch einen Walmart Parkplatz ( auf den meisten darf man umsonst campen) voll von unterschiedlichen Wohnmobilen. Wir hoffen mal, dass nicht alle nach Alaska wollen, sondern einige schon auf dem Rückweg sind. Auf dem CP haben wir deutsche Nachbarn. Helga und Hajo machen ihr Mietmobil bereit zur Abgabe, weil am nächsten Tag die Heimreise beginnt. Beide waren schon häufig in Kanada und Alaska. Da sie gerade da her kommen wo wir hin wollen, lauschen wir interessiert ihren Berichten über Strassenverhältnisse, Campingmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten. Abends beim Bier wird es etwas länger, aber da es um Mitternacht noch hell ist merken wir es gar nicht.

Die Strecke Richtung Dawson City ist recht abwechslungsreich fast jeden Tag sehen wir Bären.

Ein kurzer Spaziergang führt uns zu den „five finger rapids“ durch diese Stromschnellen musste das Schiff „Klondike“ fahren zur Zeiten  des Goldrausches am Yukon River.

Eine Nacht verbringen wir auf einem CP der eigentlich nicht mehr geöffnet hat. Aber es ist erlaubt kostenfrei dort zu stehen und gemeinsam mit ca. 12 anderen Womos verbringen wir dort die Nacht. Abends bekommen wir Besuch von einem für uns ganz neuen Zeitgenosse. Ein Fuchs steht plötzlich von unserer, nur mit der Fliegentür verschlossenen Womotür, und schaut uns an. Ganz nah. Wahrscheinlich sucht er etwas zu essen und ist hier oft fündig geworden. Bei uns gibt es natürlich nichts und so wandert er zum nächsten Wohnmobil.

So nah haben wir noch nie einen Fuchs gesehen.

Dawson City ist die letzte größere Stadt auf kanadischer Seite bevor es über den Top of the world Highway nach Alaska geht. Die Stadt sieht aus wie eine Filmkulisse aus einem Western, zwar nicht mehr ganz neu aber anders als alle Städtchen, die wir vorher gesehen haben. Im Winter wohnen hier 1900 Menschen. Die Fähre über den Yukon River fährt auch nur von Mai bis September, auch nur in diesem Zeitraum ist der Top of the world Highway geöffnet und somit befahrbar. Ansonsten ist er wegen Schnee und Eis gesperrt.

Diese Strasse ist ca. 80% der Strecke  nicht asphaltiert, sondern besteht aus Schotter, dieser ist jedoch gut festgefahren….. ausser an der ein oder anderen Stelle…. Wir befahren diese Traumstrasse bei Sonne mit Wolken und leichtem Regen, sehen kleine Regenbogen und geniessen das Panorama.

Der Grenzübergang ist recht klein und die Abwicklung geht schnell. Wir dürfen nun 6 Monate in den USA bleiben!

 Fazit: Ein langer Weg über Traumstrassen mit einem unserer Traumziele als Endpunkt. Wir haben wirklich viele wild lebende Tiere gesehen. Bären, Elche, Bisons und einen Fuchs. Die Landschaften waren oft eindrucksvoll, aber stellenweise auch eintönig. Die Orte, die wir durchfahren haben waren nicht immer sehenswert, dafür um so  wichtiger für alle Reisenden um versorgt zu sein mit Übernachtungsmöglichkeiten, Lebensmitteln und vor allem Benzin. Einige Hörbücher haben uns den Weg verkürzt und an einigen Abenden haben wir mit netten Menschen zusammengesessen und Erlebnisse ausgetauscht.

 

Go North…… wir melden uns wieder aus Alaska!

Dieser Beitrag gehört zu Kanada 2014, Nordamerika, Reiseberichte

One thought on “Von Kanada nach Alaska (Alaska Hwy, Klondike Hwy, Top of the world Hwy)

  • Michael+Bärbel 12. Juli 2014 at 23:15

    Super ,super toll es macht Spaß mit Euch zu reisen. Darf ich auch so einen Bären haben? Bussi Bärbel

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