Von Las Vegas bis San Francisco

von Christiane
Von Las Vegas zurück zur kalifornischen Westküste bis San Francisco vom 31.10.2014 – 13.11.2014

 Nevada: (auch genannt: Silver State) Der Bundesstaat Nevada erstreckt sich über eine Fläche von 284.000 qkm und hat ca. 2,4 Mio Einwohner. Die Hauptstadt ist Carson City. Berühmt für: Las Vegas, Silbervorkommen, Ufos, legale Prostitution

 Kalifornien: (auch genannt: Golden State) Der Bundesstaat Kalifornien erstreckt sich über eine Fläche von 404.000 qkm und hat ca. 36 Mio Einwohner. Die Hauptstadt ist Sacramento. Berühmt für: Disneyland, Demonstrationen und Erdbeben, Hollywood, Silikon Valley, Surfen

Wir verlassen nach einer Nacht  auf einem Stellplatz direkt am Colorado River den Bundesstaat Arizona und machen uns auf nach Nevada. Die Stadt Las Vegas ist unser Ziel.  Aber vorher machen wir noch einen kurzen Abstecher zum Hoover Damm. Bevor man den Damm befahren darf, gibt es noch eine Sicherheitskontrolle und zum ersten Mal müssen wir alle Aussenklappen öffnen und der freundliche  Police-Officer wirft überall einen Blick hinein auch ins Innere unseres Womos. Wonach er genau Ausschau hält wissen wir allerdings nicht so genau. Der Hoover Damm ist beeindruckend und wir schiessen ein paar Fotos.

Aber eigentlich wollen wir ja nach Las Vegas.  Die Hotels sind während der Woche nicht so teuer in Las Vegas und die Campingplätze liegen alle weit ausserhalb ( der einzige zentrale CP, ein KOA, hat seit diesem Sommer geschlossen) und wir haben beschlossen, wenn wir schon in Las Vegas sind, dann auch mittendrin. Also geniessen wir nun zwei Nächte im Treasure Island Hotel direkt auf dem Las Vegas Boulevard, auch Strip genannt. Von unserem  Fenster im 32. Stock können wir das rege Treiben und die bunten Lichter am Abend sehr gut sehen.

Am Ankunftstag laufen wir den Strip ein wenig  entlang mit dem Ziel erst einmal in Ruhe ein Bier zu trinken und uns einen Überblick zu verschaffen. Es gibt ja so viel zu sehen, Menschen, Menschen, Menschen, dann diese imposanten Hotelkomplexe mit den wohlklingenden Namen wie  Bellagio, Caesar Palace, Venezia, New York, Paris etc, überall werden Flyer mit Gutscheinen für diverse Shows, Dinners, Cocktails  verteilt. Wir staunen über diese wahnsinnige Vielfalt und sind auch etwas überfordert ;-). Der Unterschied zu den geruhsamen Nationalparks ist doch recht groß. Wir finden eine Bar mit einer netten Terrasse, die etwas erhöht ist. Der Überblick ist super und wir sitzen dort entspannt und beobachten den Trubel. Birgers Kommentar: “Ein Jahrmarkt für Erwachsene!“ Vor uns auf dem Gehsteig stehen zwei knackige Jungs mit nacktem Oberkörper und sprechen die Damenwelt an und bieten ein Foto mit sich an. Erstaunlich viele Damen nehmen das Angebot an und zahlen gerne 10 Dollar an die Jungs fürs Foto. Die aufreizenden Girls, die die selbe Geschäftsidee haben wie die Jungs, sind nicht so geschäftstüchtig und räumen bald das Feld.

Abends schlendern wir durch die anderen Hotels bzw durch ihre riesigen malls und sind wirklich beeindruckt von so viel Prunk und Ideenreichtum. Im Hotel Venezia fahren Gondeln durchs Hotel und die Gondoliere singen auf italienisch „Oh sole mio“, über die Sangesqualitäten läßt sich wohl streiten ;-)…..

Wer die Wahl hat, hat bekanntlich die Qual! Abends finden wir nach langem Suchen ein Restaurant, das uns gefällt. Abends ist die Stadt unglaublich laut, da von überall Musik schallt… und der Mix ist ohrenbetäubend….. oder wir zu alt……. Später sitzen wir wieder in unserer „Stammkneipe“ mit live-Musik und beobachten das Treiben auf der Strasse. Es ist sooo spannend! Gegenüber ist das Hotel Bellagio und alle 15 Minuten starten dort Wasserspiele immer zu unterschiedlichen Musik, es ist ein schönes Spektakel!

Am nächsten Tag erkunden wir den Strip intensiver und laufen in so ziemlich jede mall der Hotels rein und schauen uns die Kasinos an. Nein, wir spielen selber nicht, aber es liegt nur daran, das wir das Prinzip der Automaten nicht verstehen……

Nachmittags treffen wir uns mit Denise und Marcel und tauschen die erlebten Geschichten und Erfahrungen der letzten acht Wochen aus. Denn so lange ist es her, das wir uns das letzte Mal gesehen haben. Margit und Klaus laufen zufällig an der Kneipe vorbei in der wir sitzen und gesellen sich auf ein Bier dazu. Der Abend mit Denise und Marcel wird lang und ist sehr schön, und es wird, wie wir eine Woche später erfahren werden, wohl erstmal das letzte Treffen in den nächsten Monaten bleiben, denn die beiden entscheiden sich spontan nach Mittelamerika zu fahren.

Am nächsten Tag verlassen wir die große Stadt und fahren zurück ins Death Valley. Diesmal verbringen wir eine Nacht direkt im Valley und haben einen tolles Abendrot.

Wir möchten zurück an die Küste. Die Nationalparks haben uns super gefallen, aber nach all den Felsformationen haben wir nun Sehnsucht nach dem Meer. Die Frage ist nur was ist der beste Weg zurück an die Küste, oberhalb von San Francisco? Unser Ziel ist eigentlich der Ort, an dem wir vor ca sieben Wochen die Küste verlassen haben, Anchor Bay. Nur müssen wir die Berge überqueren und einige Strassen sind im Winter gesperrt, wegen des Schnees. Birger kundschaftet eine Route über den Sequioa Nationalpark aus. Dort waren wir noch nicht und dort gibt es die Sequioa Bäume, die es nur dort gibt. Der Weg dorthin liegt auch nur auf ca 1900 Meter und das Wetter ist gut. Unser erster Versuch über den Lake Isabella und den schönen Ort Kernville den Park zu erreichen, endet im dichten Schneefall und die Strasse ist auch voll Schnee. Wir beschliessen umzukehren und sind nach ca 2,5 Stunden wieder dort wo wir morgens los gefahren sind.

Über einen längeren Umweg erreichen wir dann einen Tag später den Nationalpark von einer anderen Seite, aber nur um zu erfahren, dass die Durchquerung des NP wegen Schnees nicht möglich ist. Die Strasse ist nur auf den nächsten 30 Meilen freigegeben und müsste auch auf gleichem Wege wieder zurückgefahren werden.Unsere Entscheidung ist schnell getroffen. Wir drehen mal wieder um, setzten uns auf den Highway und fahren 550km bis kurz vor die Küste. Die Strecke ist sehr langweilig und die Autobahnen sind in wirklich ganz schlechtem Zustand.

Am nächsten Tag werden wir dafür entschädigt als wir durchs Nappa Valley und durchs Alexander Valley fahren. Zwei Stunden fahren wir nur durch Wein und an schönen Vinerys vorbei, alles erinnert ein wenig an die Toscana, eine tolle Strecke!

Von dort geht es weiter an die Küste! Wir folgen einer Stichstrasse  – Fish-Rock-Road – die laut Karte uns direkt oberhalb unseres angestrebten Campingplatzes an die Küste führt. Dies Strasse ist auch geteert, leider nur die ersten 15 Kilometer, die nächsten 40 Kilometer sind teilweise guter Schotter und teilweise eine Art befahrbarer Waldweg. Wir lernen mal wieder, das der direkte Weg nicht immer der schnellste Weg ist.

Diese Strasse führt uns aber tatsächlich nach ca 2 Stunden zum gewünschten Campingplatz und wir stellen uns auf unseren „alten“ Platz direkt am Strand mit Blick auf das Meer.

Ausruhen ist nun angesagt. Als wir hören, dass die Preise für den Platz nun in der Nebensaison erheblich gesunken sind und wir noch viel Zeit haben, beschliessen wir eine Woche zu bleiben. Unser erster Urlaub vom Reisen! Es ist traumhaft. Das Wetter ist super so zwischen  22 -25 Grad, leichter Wind, das Meer rauscht und die anderen wenigen Camper sind sehr freundlich. Wir gehen viel spazieren, schlafen und planen die nächsten Schritte unserer Reise.

Der Strand wir klar auch von den Bewohnern des Ortes besucht und der Zugang führt sie über den Campground. Wir lernen viele nette Menschen kennen, führen spannende Gespräche, werden mit Abalone, eine sehr seltene und wohl auch recht teuere Muschelart (schon zu bereitet, extra für Birger) und Steinpilzen (extra für mich) versorgt.

Abalone-Muschel
Abalone-Muschel

P1070153 CP_Anchor_Bay_November_2014 10

Wayne und Linda  haben ein Haus in der Nähe vom CP, dieses wird allerdings gerade renoviert, deswegen wohnen sie gerade auch auf dem CP. Sie fragen, ob wir nicht gemeinsam abends essen gehen wollen ? Klar wollen wir! Das Restaurant heisst: Unedeat ( You need eat). Es ist klein, sehr nett und wir verbringen gemeinsam einen lustigen Abend und erfahren wieder mehr über das Leben in Amerika! Thank you for this great evening, Wayn and Linda!

P1070189

Mit etwas Wehmut verabschieden wir uns nach einer Woche und fahren die Küste weiter entlang. Weit kommen wir nicht, im nächsten Ort, Jenner, verbummeln wir den gesamten Vormittag und Mittag in einem Café.

Wir haben immer noch Lust auf Strand, aber es ist wieder ein Feiertag in Aussicht „Veterans Day“ und die Krebssaison hat begonnen. Nach einigen fehlgeschlagenen Versuchen einen Stellplatz am Wasser zu ergattern, fahren wir zum Dillon Beach, auf den Lawson Landing CP. Laut unserer Info hat dieser bis zu 1000 Plätze  und tatsächlich  sind noch zwei frei als wir ankommen ;-)! Glück gehabt! Der Strand ist riesig und schön, wir stehen wieder direkt am Wasser. Um uns herum sind vor allem Angler und wir bekommen zwei, schon gekochte, Krebse geschenkt.  Es ist zwar etwas neblig und etwas kühl,  aber zum Strandlaufen ist das Wetter gut genug!

Unser nächstes Ziel ist San Francisco. Auf diese Stadt freuen wir uns sehr, keiner von uns war schon mal da und wir sind neugierig auf alles was es zu entdecken gibt. Unser erster Weg führt uns zur Golden Gate Bridge, die uns so bekannt ist aus  vielen Filmen und Serien und dann stehen wir selber davor. Cool!

Aber wir müssen ja auch irgendwo schlafen! Es gibt nicht so viele Campingplätze die stadtnah sind, wir entscheiden uns für den Marine Park RV. Er liegt in Lakespure, ausserhalb der City, und nur 10 Gehminuten von der Fähre entfernt. Diese bringt uns in 30 Minuten in die Innenstadt von San Franciscos. Die Fährfahrt allein ist schon toll, erst fahren wir an dem berüchtigten Gefängnis St. Quentin vorbei, dann passieren wir Alcatraz und haben auch noch einen tollen Blick auf die Richmond Bridge, die Golden Gate Bridge und die Stadt (abends auf der Rückfahrt gibt es alles auch noch mit Beleuchtung). Wir erkunden die Stadt zu Fuss, die Strassen sind steil sowohl bergauf als auch bergab  und zwar richtig steil…….eben wie im Film. Es gibt soviel zu sehen: Chinatown, den Hafen, Fisherman `s Wharf, Powell Street, Lombard Street (die mit den vielen Kurven und den Blumen  „Strassen von San Francisco“), Coit Tower, Alcatraz, Cable Car, und und und und.  Wir geniessen aber auch die Kneipen und Restaurants in der Stadt und sitzen Nachmittags irgendwo  und beobachten die Leute um uns herum.

Und noch mehr Bilder aus San Francisco:

Alcatraz war ein besonderes Erlebnis, die Audio-Guide-Tour durch das Gefängnis hat sehr anschaulich das Leben der Häftlinge und der Vollzugsbeamten beschrieben und auch die Berichte über die versuchten Ausbrüche waren spannend erzählt.  Auch die Geschichten von einzelnen Häftlingen wie Al Capone oder dem Birdman bekamen ein anderes Gesicht, wenn man während des Zuhörens direkt vor der kleinen Zelle des jeweiligen Gefangenen stand.

Im angrenzenden Buchladen, sass einer der ehemaligen Gefangenen, William C. Baker (heute 83 Jahre alt) und der letzte lebende Ex-Häftling von Alcatraz und schrieb Widmungen in sein Autobiographie, die nicht nur seine Zeit in Alcatraz sondern auch in weiteren Gefängnissen  beinhaltet.

Unser Socken qualmen jeden Abend aber  wir fallen total zufrieden ins Bett. Aber in drei Tagen haben wir natürlich nicht alles gesehen und werden wohl noch Mal wieder kommen müssen!

 Fazit: Las Vegas war ein echtes Kontrastprogramm zu den Nationalparks. Uns hat es wirklich gefallen, vielleicht gerade weil Las Vegas von allem etwas zuviel hat, Menschen, Musik, Farben, Lichter, Angeboten, Entertainment, Charakteren, Kasinos etc. Es war ein echtes Erlebnis. Der Urlaub vom Reisen, den wir  an der Küste verbrachten, war traumhaft entspannend. ( Vielleicht schwer zu verstehen, da wir ja nur Urlaub machen ;-)) ). San Francisco hat uns noch besser gefallen und wir haben uns sehr wohl dort gefühlt und werden auf jeden Fall wieder kommen.

Dieser Beitrag gehört zu Nordamerika, Reiseberichte, USA 2014